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    Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Die Gemüsepfanne

    Weil jede Menge Gemüse in meinem Kühlschrank liegt, geht Teil zwei der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung mit der flexiblen Gemüsepfanne weiter. Den ersten Teil, Nudelsalat, findet ihr…

    Weil jede Menge Gemüse in meinem Kühlschrank liegt, geht Teil zwei der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung mit der flexiblen Gemüsepfanne weiter. Den ersten Teil, Nudelsalat, findet ihr hier.

    Das flexible Gemüsepfannenrezept

    Das sollte immer dabei sein: Gemüse, Speiseöl, Gewürze

    Das kann dabei sein: Obst, Nüsse, Kräuter, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne, gelbe oder rote Linsen, Keimlinge, Tofu, Seitan…

    Auch gerne mit Sauce: Sojasauce, Pflanzensahne…

    Mögliche Beilagen: Reis, Pasta, Kartoffeln, Couscous, Bulgur…

    Zubereitung

    Gewünschtes Gemüse putzen und schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und Gemüse hinzufügen. Im Öl anbraten und würzen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Sauce hinzuzufügen falls eure Gemüsepfanne eine braucht. Sonst reichen auch Öl und ein paar Löffel Wasser. Das Gemüse unter regelmäßigem Umrühren köcheln. Fertig ist die Gemüsepfanne.

    Die Zutaten der Gemüsepfanne auf dem Titelbild sind Karotten, Kohlrabi, Räuchertofu, Kartoffeln, Sojasauce und Salz.

    Guten Appetit!

    Was ist eure kreativste Gemüsepfannenkreation?

    1 Kommentar zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Die Gemüsepfanne

    Warum ihr nicht ehrenamtlich in Waisenhäusern oder Kinderheimen arbeiten solltet

    Jedes Jahr reisen rund zehn Millionen Menschen weltweit in ein anderes Land um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein großer Teil dieser Gruppe arbeitet mit Kindern in Familien-Ersatz-Situationen, wie zum Beispiel Waisenhäuser oder…

    Jedes Jahr reisen rund zehn Millionen Menschen weltweit in ein anderes Land um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein großer Teil dieser Gruppe arbeitet mit Kindern in Familien-Ersatz-Situationen, wie zum Beispiel Waisenhäuser oder Kinderheime. Die gut gemeinte Hilfe kann den Kindern jedoch in vielerlei Hinsicht schaden. Deshalb empfehle ich jedem, sein Geld, seine Zeit und Mühe an anderer Stelle einzusetzen. Ansonsten verschlimmert ihr die Situation der Kinder vor Ort.

    Eine Reise als ehrenamtlicher Helfer zu einem Projekt mit Kindern beinhaltet Risiken, die sich lange über den eigentlichen Aufenthalt hinweg auswirken. Die folgenden Meinungen sind meine eigenen, basieren aber auf solider wissenschaftlicher Forschung. Hier sind vier Gründe, weshalb ich jedem kategorisch abrate, ehrenamtlich in Waisenhäusern zu arbeiten.

    1. Ehrenamtliche Arbeit normalisiert unerwünschten Kontakt mit Kindern

    In den Niederlanden kann man nicht einfach so in eine Kindertagesstätte hineinwandern. Das wurde beschlossen, um Menschen mit schlechten Absichten daran zu hindern, die Kinder in ihrer schutzbedürftigen Position auszunützen. In anderen Ländern ist der Zugang zu Kindern leichter. Ehrenamtliche Arbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen hilft Menschen, die diese Arbeit aus zweifelhaften Motiven machen möchten, den Zugang zu Kindern zu erleichtern und normalisieren. Betrachte deine eigene Reise und multipliziere sie mit hunderttausend. Jetzt stelle dir vor, wie leicht es ist, sich in einer Gruppe dieser Größe zu verstecken. Das ist genau der Grund, weshalb Kinderbetreuung in den Niederlanden von so viel Paranoia umgeben ist. Ehrenamtliche Arbeit in Waisenhäusern ermöglicht Missbrauch.

    2. Ehrenamtliche Arbeit stört die Bindung

    Kinder bauen relativ schnell Bindungen auf. Eine sichere Bindung zu einem anderen Menschen schafft die Voraussetzung für Glück und mentale Gesundheit. Kinder in Waisenhäusern kämpfen im Vorhinein meistens schon mit unsicheren Bindungen – das letzte, das diese Kinder brauchen, ist eine weitere unsichere Bindung. Ihr werdet euch vielleicht denken: „Was machen diese drei Wochen im Leben eines Kindes denn schon für einen Unterschied?“ Jedoch ist ehrenamtliche Arbeit eine gut geölte Maschinerie und ein neues Gesicht folgen auf ein weiteres – und das sehr rasch. Bei so vielen wechselnden Personen fragt man sich zu recht: Wer unterhält hier wen? Ehrenamtliche Arbeit ist dazu da, den Interessen der Kinder zu dienen. Im Falle der vielen kurzen Anwesenheiten schadet eure Arbeit den Kindern aber mehr, als sie nützt.

    3. Unzureichendes Wissen und Qualifikation

    Die meisten Ehrenamtlichen haben keine entsprechende Ausbildung für den Bereich, in dem sie aushelfen. Das ist weniger schlimm, wenn sie eine Wand bemalen, als wenn sie mit einem Kind in Berührung kommen. In den Niederlanden erlauben wir nur Menschen mit jahrelanger Erfahrung und spezieller Ausbildung, mit Kindern zu arbeiten. Kinder sind – verständlicherweise – sehr viel komplizierter als ein Malerpinsel und ein schlechte Betreuung hat einen viel schwereren und dauerhaften Effekt. Es ist verständlich, dass Menschen sich gerne ausprobieren wollen, um herauszufinden was ihnen liegt und was sie gerne tun. Aber eine Welt, in der Waisenhäuser als Experimentierfeld für Ehrenamtliche herhalten müssen, und so nicht die nötige Betreuung und das wichtige stabile Umfeld bieten, sind – schlichtweg gesagt – äußerst uncool.

    4. Ehrenamtliche Arbeit unterstützt ein fehlendes Pflegesystem

    Da Waisenhäuser für ehrenamtliche Helfer so beliebte Ziele sind und dadurch so viel Hilfe und finanzielle Unterstützung erhalten, entwickeln sich Alternativen nur sehr langsam. Warum haben wir in den Niederlanden keine Waisenhäuser? Vor langer Zeit fanden wir heraus, dass Pflegefamilien oder direkte Unterstützung von Familien für das Kind viel besser sind. In Ländern, die nicht so viel Geld in solche Systeme investieren können, wird ein System, das durch diese Art von Tourismus Geld einbringt, nicht so schnell geändert oder abgeschafft werden. Da wir aber wissen, dass dieses System nicht funktioniert, haben wir die Verantwortung, es nicht zu unterstützen. Mit ehrenamtlicher Arbeit in einem Waisenhaus oder Kinderheim unterstützt ihr dieses System sowohl direkt als auch indirekt. So verhindert ihr die Entwicklung eines besseren Systems.

    Heutzutage haben schon viele ehrenamtliche Helfer die falsche Überzeugung aufgegeben, die Welt retten zu können. Das ist eine wunderbare Entwicklung. Darüber hinaus solltet ihr zusätzlich sicher stellen, dass durch eure Anwesenheit nicht noch mehr Schaden entsteht. Bei ehrenamtlicher Arbeit in Waisenhäusern oder Kinderheimen ist dies praktisch unmöglich, daher rate ich jedem absolut davon ab, dies zu unterstützen.

    Die Organisation „Better Volunteering. Better Care.“ hat eine Petition gegen Waisenhaus- und Kinderheim-Tourismus gestartet. Vielen Dank für eure Unterschrift!

     

    Dieser Artikel wurde auf Oneworld.nl erstveröffentlicht. Vielen Dank an Moni für die Übersetzung!

    14 Kommentare zu Warum ihr nicht ehrenamtlich in Waisenhäusern oder Kinderheimen arbeiten solltet

    Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Der Nudelsalat

    Um Lebensmittel möglichst effizient und ohne Zeitdruck verarbeiten zu können, sollten schon beim Einkauf einige Regeln beachtet werden. Dazu gehört unter anderem das Checken der Vorräte vor dem Gang in…

    Um Lebensmittel möglichst effizient und ohne Zeitdruck verarbeiten zu können, sollten schon beim Einkauf einige Regeln beachtet werden. Dazu gehört unter anderem das Checken der Vorräte vor dem Gang in den Supermarkt, eine darauf basierende Einkaufsliste, das Widerstehen von Lockangeboten und vor allem nie hungrig einkaufen zu gehen. Weil wir alle nur Menschen sind, kann es trotzdem passieren, dass schrumpelig werdendes Gemüse im Kühlschrank liegt, der Räuchertofu fast abgelaufen ist, oder schon fünf Packungen Nudeln im Vorratsschrank schlummern, weil ihr einfach zugreifen musstet, als die Bio-Vollkorn-Nudeln um 25 Prozent preisgesenkt waren.

    In einer mehrteiligen Serie möchte ich euch einfache vegane Rezepte vorstellen, in denen Vorräte schnell und köstlich verwertet werden. Nudelsalat ist aktuell eines meiner Lieblingsgerichte. Vor allem deshalb, weil das Luxusproblem vieler nicht kombinierbar erscheinender Zutaten gelöst werden kann.

    Das flexible Nudelsalatrezept

    Das sollte immer dabei sein: Nudeln, Öl, Balsamico oder sonstiges Dressing

    Das kann dabei sein: Jegliches Gemüse (gegebenfalls gekocht), Avocados, Obst (zum Beispiel Äpfel), Nüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Küchenkräuter, Wildkräuter…

    Zubereitung

    Nudeln kochen und abkühlen lassen (mit kaltem Wasser übergießen oder gekochte Reste vom letzten Pastagericht verwerten), Gemüse und gewünschte weitere Zutaten hinzufügen, mit Öl und Balsamico oder gewünschtem Dressing würzen und abschmecken.

    Die Zutaten des Nudelsalats auf dem Titelbild sind Vollkornfarfalle, Cocktailtomaten, Räuchertofu, in Scheiben geschnittene und in Öl gebratene Champignons, Petersilie, Salatkörner, Rotkleeblüten, Balsamico, Olivenöl, Salz.

    Guten Appetit!

    Was ist eure kreativste Nudelsalat-Kombination?

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    Plastikfreie Zone – Eine Familie gegen den Plastikwahn

    Na klar, wir wissen alle, dass Plastik schädlich für die Gesundheit ist – und für die Umwelt sowieso. Vielleicht hattet ihr auch schon mal das Gefühl, ohnmächtig gegenüber dem vielen Kunststoff auf der…

    Na klar, wir wissen alle, dass Plastik schädlich für die Gesundheit ist – und für die Umwelt sowieso. Vielleicht hattet ihr auch schon mal das Gefühl, ohnmächtig gegenüber dem vielen Kunststoff auf der Welt zu sein? Lasst euch davon nicht abhalten, sondern startet mit dem Lesen dieses Buches!

    „Plastikfreie Zone – Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoff zu leben“ von Sandra Krautwaschl beschreibt ein (noch nicht abgeschlossenes!) Familienexperiment, bei dem (fast) ganz auf Kunststoff verzichtet wird. Nachdem die Autorin den Film „Plastic Planet“ gesehen hatte, startete sie, empört über die Plastikschwemme auf der Welt, mit ihrer Familie in Österreich den Versuch, plastikfrei zu leben. Sie erzählt im Buch aus ihrer ganz persönlichen Sicht, wie der Gedanke sich langsam durchsetzte und größer wurde, aber auch welchen Hindernissen und Herausforderungen sich die Familie stellen musste.

    plastikfreie zone heyne innen

    Von Freunden, die sie tatkräftig beim „Bitte-ohne-Plastik-Geburtstag“ unterstützen, bis zu ihrem eigenen Blog „Kein Heim für Plastik“ – wir erleben ganz nah, welche Themen die Familie bewegten und wie sie Lösungen für unterschiedlichste Probleme fanden. Es scheint am Anfang schier unmöglich, plastikfreie Alternativen für beispielsweise Kosmetik oder Lebensmittel zu finden, doch die Autorin macht deutlich, dass durch Recherche und einige Verhaltensänderungen vieles möglich ist.

    Ganz im Sinne des Zero Waste Gedankens „Refuse, Reduce, Recycle und Reuse“ sollen Dinge wiederverwendet oder – wenn es sein muss – auch reduziert oder abgelehnt werden. Das Ganze ist aber keine Enthaltsamkeit, nein. Es entwickelt sich daraus ein bewussteres, reflektiertes und achtsames Konsumverhalten, das viel mehr im Einklang mit Umwelt und Natur steht.

    Alle Zweifel und Gedanken, die viele zu Beginn ihrer Plastikfrei- oder Zero Waste-Reise haben, werden im Buch dargestellt und behandelt. Es gibt nicht für alles eine Lösung, aber der Weg ist ja auch – wie wir alle wissen – das Ziel. So lässt sich die Familie bei ihrer plastikfreien Reise über die Schulter blicken, lässt den Leser an ihrem Experiment von Beginn an teilhaben und liefert so Motivation und Inspiration um selber den (nächsten) Schritt zu einem Kunststoff-freieren Leben zu machen.

    Nach und nach wurde das Experiment der Familie immer bekannter und die Autorin tritt nicht nur durch ihren Blog oder Interviews für Zeitung und Co., sondern auch durch eigene politische Aktivität ins Licht der Öffentlichkeit. Auch heute noch führt sie ihren Blog weiter und engagiert sich für plastikfreie Alternativen im alltäglichen Leben. Am Ende des Buches finden sich einige praktische Hinweise wie Kauftipps oder Websites, die den Start ins plastikfreie Leben erleichtern.

    Ich setze mich schon eine Weile mit Zero Waste und plastikfreiem Leben auseinander und Krautwaschls Buch „Plastikfreie Zone“ war eine sehr gute und spannend zu lesende Zusammenfassung dessen, was problematisch an unserem „Plastic Planet“ ist, mit welchen Gedanken man sich auseinandersetzt und wie man wo starten kann. Einige spannende Denkanstöße waren dabei; es geht nun aber darum, dass jeder für sich in seiner Region aktiv wird und kleine Schritte in Richtung plastikfreies Leben macht. Wer dafür noch weitere Inspiration braucht, kann sich auch die zahlreichen Posts unter #plastikfrei und #zerowaste auf Instagram ansehen.

    Gehen wir es an!

    1 Kommentar zu Plastikfreie Zone – Eine Familie gegen den Plastikwahn

    Camping in De Lakens an der Nordsee

    Anfang Oktober 2015 hatte ich eine Reise nach Amsterdam geplant – ein verlängertes Wochenende um bei der Blogger Konferenz Meet The Blogger dabei zu sein. Wie es der Zufall so wollte, wurde…

    Anfang Oktober 2015 hatte ich eine Reise nach Amsterdam geplant – ein verlängertes Wochenende um bei der Blogger Konferenz Meet The Blogger dabei zu sein. Wie es der Zufall so wollte, wurde ich zeitgleich vom Campingplatz De Lakens in den Niederlanden eingeladen, zwei Nächte in ihren “Backpackshacks” zu verbringen. Da Amsterdam nur rund 40 Minuten Zug- und Busfahrt von De Lakens entfernt liegt, beschloss ich, das Angebot anzunehmen. Leider ist mir meine Begleitperson kurzfristig abgesprungen, deshalb ging es alleine auf den Campingplatz.

    Der Nationalpark Zuid-Kennemerland, vorwiegend bestehend aus Dünenlandschaften, umfasst eine Fläche von 38 Quadratkilometer und liegt westlich von der Stadt Haarlem. Der Campingplatz De Lakens liegt nur 200 Meter vom Bloemendaaler Strand entfernt.

    Backpackshacks. Foto ©wingsaregolden.com

    Backpackshacks

    Der Zeitpunkt der Reise war nicht allzu optimal gewählt, denn entgegen meiner Erwartungen war auf dem Campingplatz, besonders jedoch in den “Backpackshacks”, nicht mehr viel los. Ich musste also den Bloemendaaler Strand alleine erkunden. Gleich am ersten Abend stellte ich fest, dass die Sonne relativ früh unter ging und ich pünktlich vor Ort sein musste um diese wunderschöne Erfahrung nicht zu verpassen. Ich genoss die Stille und die Natur. Ich kann euch getrost mitteilen, dass es in Wien nichts Vergleichbares gibt!

    Zu den “Backpackshacks” muss ich sagen, dass ich die umgebauten Container mit den Hängematten als Alternative für Zelte fantastisch finde. Es gibt einen Grill vor der quasi Backpackshack -Haustüre und die öffentlichen Duschen und WCs sind auch gleich um die Ecke. Da ich hauptsächlich für die Konferenz in Amsterdam gepackt hatte war ich auf die Kälte nicht vorbereitet. Trotz kleinem Heizkörper im Backpackshack war mir in der Nacht recht kühl – aber die frische Luft am Morgen, sowie die Sonnenaufgänge machten das wieder wett.

    Campingplatz De Lakens. Foto ©wingsaregolden.com

    Campingplatz De Lakens

    Es gibt einige unterschiedliche Unterkunftsarten am Campingplatz De Lakens und ich empfehle die Website genau zu durchforsten um die passende zu wählen – so wäre ein “Campingbungalow” oder ein “Beachhouse Laidbackshack” meine erste Wahl – ich bin wohl tief in meinem Herzen doch ein Glamper!

    Ein tolles Angebot, welches ich leider nicht nutzen konnte, da die Saison bereits zu Ende war und die Schule geschlossen hatte, waren Surfkurse von Surfana Bloemendaal! Muss eine tolle Erfahrung sein, die ich beim nächsten Mal nicht missen möchte! Auf jeden Fall zu empfehlen ist, den Fahrradverleih zu nutzen um direkt nach Haarlem zu “treten”. Das ist schon allein als Kostenpunkt ein Must. Die Busse aus Haarlem sind ziemlich teuer, da nur eine private Buslinie den Campingplatz anfährt – die Radwege sind super ausgebaut und führen neben der Hauptstraße direkt in die Stadt hinein! Ein großer Pluspunkt des Campingplatzes: Gratis WLAN bei der Rezeption. Wir sind halt doch im 21 Jahrhundert!

    Die Dünenlandschaft des Nationalparks habe ich an einem Tag ein Stück zu Fuß erkundet – da ich mich schnell und einfach verlaufe war mir die alleinige Fahrt mit dem Rad etwas zu abenteuerlich. Das habe ich jedoch auf nächstes Mal verschoben. Zum Ausgleich beschloss ich an einem Tag Haarlem zu erkunden – für mich das “kleine” Amsterdam. Diese Stadt ist einfach niedlich. Alle Häuser haben dieses typisch niederländische Aussehen und die kleinen Seitengassen verbergen interessante kleine Designateliers und Cafés. Die Hauptstraße bietet eine tolle Atmosphäre und besteht aus einer breiten Fußgängerzone. Die kleinen Brücken und viele Menschen auf Fahrrädern gaben mir sofort ein Gefühl des Wohlfühlens.

    Haarlem von oben. Foto ©wingsaregolden.com

    Haarlem von oben

    Zu Mittag ging ich ins V&D Haarlem Centrum um im Dachgeschoss etwas Leckeres zu Essen und dabei einen wunderschönen Panoramablick zu erhaschen. Eine andere Empfehlung, die ich euch nicht vorenthalten möchte, bezieht sich auf die St. Bavokirche Haarlem. Als ich hörte, dass dort in 1766 der zehnjährige Mozart auf der Christian-Müller-Orgel spielte, welche 5.068 Pfeifen und fast 30 Meter Höhe hat, musste ich sie sehen. Wissenswertes: Der Fußboden der Kirche besteht aus etwas 1.500 Grabplatten – die älteste stammt aus dem 15. Jahrhundert!

    Ich hatte leider nur zwei Nächte am Campingplatz De Lakens und habe einige Angebote nicht in Anspruch nehmen können, deshalb will ich auf jeden Fall zurück kommen, jedoch dieses Mal im vollen Glampingmode und mit Mitglampern/-campern, damit mehr Lagerfeuerfeeling entsteht.

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    Weniger Plastik ist Meer – Plastikkonsum reduzieren

    Der Plastikpegel im Meer steigt im Minutentakt um eine weitere Tonne Plastikmüll an – eine extreme Bedrohung für Meeresbewohner wie Wale und Delfine. Besonders problematisch: Plastik verrottet nicht einfach, sondern…

    Der Plastikpegel im Meer steigt im Minutentakt um eine weitere Tonne Plastikmüll an – eine extreme Bedrohung für Meeresbewohner wie Wale und Delfine. Besonders problematisch: Plastik verrottet nicht einfach, sondern zersetzt sich im Laufe der Zeit immer weiter in Kleinstteilchen (Mikroplastik), die noch leichter in die marine Nahrungskette gelangen.

    Aber was geht das mich an? Ich werfe meinen Müll doch nicht ins Meer?

    Stimmt, aber nur teilweise. Denn rund 80 Prozent des Abfalls im Meer stammt ursprünglich vom Land – und 80 Prozent davon bestehen aus Plastik. Aufgrund der hohen Lebensdauer von Kunststoffen, kann prinzipiell jedes Plastik, das hierzulande „konsumiert“ wird, irgendwann im Meer landen. Ein weiterer erschreckender Fakt: Bereits im Jahr 2050 wird mehr Plastik als Fische im Meer sein, wenn wir unser Verhalten nicht schleunigst überdenken!

    Meeresströmungen treiben den Plastikmüll in großen Müllstrudeln zusammen. Der Bekannteste ist wohl der „Great Pacific Garbage Patch„, der mittlerweile flächenmäßig die Ausmaße von Mitteleuropa angenommen hat. In Strömungsgebieten, in denen Müllstrudel entstehen, ist das Wasser aber naturgemäß auch sehr nährstoffreich, was viele Meeresbewohner dorthin lockt. Anfang diesen Jahres strandete ein Dutzend Pottwale an deutschen Küsten. In Ihren Mägen fand man haufenweise Plastikmüll, darunter unter anderem Fischernetze, einen Plastikeimer und die Abdeckung eines Autos. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie fatal die Folgen unseres Plastikkonsums für das Ökosystem Meer sind.

    Plastik-Meer-Prinz-Kraft

    Wie kann ich meinen Plastikkonsum im Alltag reduzieren?

    Beim Einkaufen
    Verwende eine Stofftasche anstelle von Plastiktüten. Jährlich verbraucht jeder Deutsche 76 Plastiktüten, das macht insgesamt sechs Milliarden Tüten für eine durchschnittliche Verwendungsdauer von 25 Minuten! Im EU-Vergleich steht Deutschland damit ganz schön schlecht da.

    Obst und Gemüse kannst du in Netze oder Beutel aus Stoff packen und so beispielsweise auf dem Wochenmarkt ganz verpackungsfrei einkaufen gehen. Mittlerweile gibt es auch einige Supermärkte, die dir Waren zum Selbstabfüllen und ohne unnötige Umverpackungen anbieten. Eine Liste der plastikfreien Supermärkte in Deutschland und Österreich findest du hier.

    Unterwegs
    Auch beim Kaffeekonsum sind die Deutschen nicht sonderlich nachhaltig, so landen jede Stunde 320.000 (!) Coffee to go Becher im Müll. Eine Menge, die sich ganz leicht reduzieren lässt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Da das Leitungswasser in Deutschland eine sehr gute Qualität hat, kannst du es dir zuhause bedenkenlos in Glasflaschen füllen und mitnehmen, anstatt unterwegs teures Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Dein Essen kannst du in Metalldosen transportieren oder Gläser mit Suppen und Salat befüllen.

    Kosmetik und Hygieneartikel
    Viele Körperpflegeprodukte, wie beispielsweise Seifen oder Shampoos, kann man in fester Form oder an Refillstationen kaufen. Peelings – sofern es sich nicht um zertifizierte Naturkosmetik handelt – solltest du eher meiden, da sie in der Regel schädliches Mikroplastik enthalten. Das gilt auch für einige Zahnpastasorten. Alternativen sind hier selbst hergestellte Peelings, zum Beispiel aus Zucker und Olivenöl, sowie ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe des Produkts. Um beim Zähneputzen auf unnötiges Plastik zu verzichten, kannst du auf Bambuszahnbürsten zurückgreifen. Bambus ist besonders nachhaltig, da er einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe unserer Erde ist.

    5 Kommentare zu Weniger Plastik ist Meer – Plastikkonsum reduzieren

    Goodbye Zucker – Hello from the sugarfree side?

    Da es ja kein Geheimnis ist, dass zu viel Zucker schädlich ist, wollte ich durch das Buch „Goodbye Zucker“ gerne mehr über die zuckerfreie Ernährung erfahren. Dass die Hälfte des Buches…

    Da es ja kein Geheimnis ist, dass zu viel Zucker schädlich ist, wollte ich durch das Buch „Goodbye Zucker“ gerne mehr über die zuckerfreie Ernährung erfahren. Dass die Hälfte des Buches aber aus Rezepten besteht, die oftmals nicht einmal vegetarisch sind, ist mir erst beim Lesen aufgefallen. Warum dieses Buch in mehrerlei Hinsicht etwas anders ist als ich dachte, werde ich euch nun erläutern.

    „Goodbye Zucker“ von Sarah Wilson ist in drei große Teile aufgeteilt. Das Buch beginnt mit einem 8-Wochen-Programm, das hilft, den Zucker (was darunter alles zu verstehen ist, folgt gleich) zu reduzieren oder auch zeitweise ganz wegzulassen – dem Körper soll Zeit gelassen werden, sich an diese neue Ernährungsform anzupassen. Danach folgt die Grundausstattung und schließlich die 108 Rezepte inklusive Handreichungen wie zum Beispiel Naschen mit Kids und einer Ausstattungs- und Einkaufsliste.

    Im Vorwort wird ausführlich erläutert, warum Wilson keinen Zucker mehr essen möchte. Sie schließt von ihren Krankheiten direkt auf Zucker als Verursacher dieser. Ob ihr das irgendwie diagnostiziert wurde oder nicht wird hier nicht erwähnt. Außerdem wird empfohlen, sich auf die Vorfahren zurück zu besinnen, was diese gegessen haben und wie gut das war. Na ja, wenn ich da an die Hungerjahre nach dem Krieg oder die später sehr fleischreiche Ernährung zurückdenke, dann halte ich das für keine gute Idee. Dieser Gedanke wird aber auch nicht weiter ausgeführt.

    wochenplan goodbye zucker

    Wilson geht davon aus, dass jegliche Form von Zucker, vor allem Rohrzucker, raffinierter Zucker und Fruktose, schädlich ist und krank macht. Vor allem die Tatsache, dass sie in ihrem Programm Fruktose zeitweise komplett verbannt, macht mir Probleme. Schon hier stört mich sehr, dass es keinerlei Belege oder Quellenangaben zu ihren Ausführungen gibt. Natürlich ist „Goodbye Zucker“ kein wissenschaftliches Buch. Aber gerade bei Büchern zum Thema Ernährung halte ich doch einige Quellenangaben, die aufzeigen, woher die Behauptungen stammen, für wichtig. Andererseits behauptet sie, durch „wissenschaftliche Techniken“ zu ihrer Ernährungsform gelangt zu sein, aber auch das wird nicht näher erklärt.

    Im 8-Wochen-Programm soll langsam aber sicher der Zucker aus der Ernährung verbannt und die Abhängigkeit von Fruchtzucker, Honig und Zucker im Allgemeinen überwunden werden. Jedes der acht Kapitel fängt mit einer kleinen Liste an, was von nun an tabu ist oder ersetzt werden soll. Es gibt Hilfereichungen, unter anderem wie man verschiedene Lebensmittel ersetzen kann. Im ersten Kapitel werden raffinierte Kohlenhydrate ersetzt und der Zuckerkonsum, vor allem von Fruchtzucker, erst einmal „nur“ heruntergeschraubt.

    goodbye zucker wochenprogramm

    In jedem der acht Kapitel gibt es zudem ein Hauptthema, zum Beispiel warum Fruktose nicht empfehlenswert ist. In den nächsten Wochen folgt dann unter anderem das Thema Fette oder Süßigkeitenersatz. Ab der dritten Woche gibt es gar keinen Zucker mehr, ab der sechsten Woche darf man wieder etwas Obst essen und nach dem Programm soll man mit sechs bis acht Teelöffel Zucker pro Woche auskommen, was laut Wilson empfehlenswert ist. Zwischendurch gibt es Erläuterungen zu Ernährungsthemen und Durchhaltetipps.

    Das Programm an sich ist sicherlich machbar und übersichtlich aufgebaut. Durch das cleane, übersichtliche Layout – wie ein Magazin – und die praktischen Tipps fühlt man sich nicht allein gelassen und hat immer einen guten Hinweis parat, wie man die neue Woche anpacken kann. Was mich aber stutzig macht, sind die Zuckerersatzmittel. Wilson nutzt viel Stevia und Reissirup, denn komplett ohne Süßungsmittel kommt auch sie nicht aus. Das mag ja an sich verständlich sein, weil so ziemlich jeder süßen Geschmack mag, aber Stevia zu benutzen ist für mich nicht ganz nachvollziehbar – zudem erklärt sie zu Beginn des Buches, dass die langfristigen Wirkungen von Stevia noch nicht erforscht sind. Wilson postuliert zudem auch, dass ungesättigte Fettsäuren schlecht sind, was für mich vollkommen neu ist.

    Zu den Rezepten: Wie schon gesagt, die meisten dieser sind nicht vegan, manche nicht vegetarisch. Die Rezepte sollen einfach und alltäglich sein. Dem kann ich nicht zustimmen. Für fast alles braucht man Kokosprodukte, die hierzulande ja auch nicht die regionalsten Produkte sind. Auch sonst muss man recht viel einkaufen um überhaupt ein Rezept nachmachen zu können. Zudem kommen klassische Kohlenhydratspender wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis kaum oder gar nicht vor, da diese unter anderem durch Stärke zuckerhaltig sind. Somit bestehen die Rezepte vornehmlich aus Nüssen, Fetten und Gemüse. Das mag an sich gesund sein, aber für mich eindeutig zu einseitig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man aus dieser Hand voll Hauptspeisen, die in dem Buch vorkommen, satt werden kann oder zumindest nicht nach einer Woche die Schnauze voll hat.

    rezepte goodbye zucker

    Sonst sind die Rezepte aber eine ganz gute Stütze für eigene Kreationen. Ich selbst hatte zumindest eine Woche auf Zucker im Frühstück und beim Kochen oder Backen verzichtet. Stattdessen habe ich ab und an etwas Kokosblütenzucker, der einen niedrigen glykämischen Index hat, verwendet. Der Körper merkt schnell, dass (fast) kein Zucker mehr gegessen wird und reagiert dementsprechend mehr oder weniger heftig. Auch zuckerfreie Kekse sind erst mal ungewohnt. Für mich ist das komplette Programm nichts, aber ich finde einige Tipps und Rezepte inspirierend und hilfreich, wie zum Beispiel die selbstgemachte Kokoscreme. Mir haben vor allem die Rezepte zu den Snacks, Süßspeisen und Getränke gefallen. Meiner Meinung nach ist Wilsons Konzept nicht hundertprozentig überzeugend, dafür sind mir die oben genannten Kriterien einfach zu wichtig.

    Wer sich intensiv mit dieser Ernährungsform – also wirklich kaum Zucker oder Fruchtzucker – auseinandersetzen möchte, hat hier sicher einen guten Fundus an Ideen. Aber alleine mit diesem „Goodbye Zucker“ wird das als VegetarierIn oder VeganerIn kaum machbar sein.

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    #ThisIsMyEurope: Vira Orlovska aus der Ukraine

    Vor dem Hintergrund der europäischen Turbulenzen habe ich mich auf die Mission begeben, europäische Werte und Anliegen zu identifizieren. In der Interview-Serie #ThisIsMyEurope spreche ich mit Menschen rund um den Kontinent und versuche herauszufinden,…

    Vor dem Hintergrund der europäischen Turbulenzen habe ich mich auf die Mission begeben, europäische Werte und Anliegen zu identifizieren. In der Interview-Serie #ThisIsMyEurope spreche ich mit Menschen rund um den Kontinent und versuche herauszufinden, was für sie „Europa“ bedeutet. Dieses Mal habe ich Vira in Lutsk in der vom Krieg zerrissenen Ukraine interviewt.

    „Für die meisten Ukrainer bedeutet Europa eine Alternative. Machen wir weiter mit unseren sowjetischen Sozialismus? Oder wählen wir einen anderen Weg?“ Vira Orlovska (26) arbeitet als Lehrerin an einer Privatschule in Lutsk, Ukraine. Vira bedeutet „Glaube“, der Name wurde ihr von ihrem Vater gegeben. Er sagte der Familie, dass er den Namen zufällig ausgewählt hat, gestand allerdings später, dass er ihn schon die ganze Zeit im Sinn hatte. Ich spreche in einer Zeit mit ihr, als die Ukraine jedes kleinste bisschen an Glauben gebrauchen kann: „Es gibt eine allgemeine Stimmung der Enttäuschung.“

    Darüber zu sprechen, was Europa bedeutet heißt, über den Krieg zu sprechen. Lutsk mag weit von den Kämpfen im Osten entfernt sein, trotzdem beeinflussen diese die öffentliche Stimmung. Vira bringt wiederholt ihre Frustration über den Euphemismus, der den Konflikt umgibt, zum Ausdruck. „Offiziell weigert man sich, es Krieg zu nennen. Aber hier im Krankenhaus sind 50 Soldaten die sich von ihren Wunden erholen. Jeden Tag verlieren Familien ihre Söhne und Väter. Wenn wir das nicht Krieg nennen können, was ist es dann?“

    Bildung und Kultur

    Vira versucht ihre persönlichen “two cents” einzubringen indem sie die Bildung in der Ukraine ändert. “Ich habe mir darüber sehr viele Gedanken gemacht. Ich bin kein Ökonom, ich bin nicht das Militär. Ich bin eine Lehrerin. Jeder sollte das beitragen, was er am Besten kann.“ Vira kam vor kurzem aus Potsdam in Deutschland zurück, wo sie an einer Schule im Rahmen eines Europäischen Freiwilligenprojektes gearbeitet hat. Zurück in ihrer Heimatstadt, ist sie außer sich, als sie sieht, dass viele prägende Aspekte des Lebens zur Zeit vernachlässigt werden. „Mit unserer kaputten Wirtschaft kümmern wir uns nicht um die Dinge, die uns Erholung bringen könnten. Bildung und Kultur sind am unteren Rand der Liste gerade zu einer Zeit, wo die Menschen eine Pause brauchen und die Möglichkeit bekommen sollten sich auf andere Dinge zu konzentrieren.“ Vira stellt fest, dass im aktuellen Bildungssystem, zu wenig Aufmerksamkeit auf die einzelnen Individuen gerichtet wird. Deutschland fühlte sich anders an. „In Europa gibt es das Bestreben, Bildung zu geben – eine Ausbildung. Wir brauchen einen Weg, um jungen Menschen zu zeigen, dass sie Ideen entwickeln können, wir müssen ihnen zeigen, was sie wirklich können.“

    Was Europa ist und was es für die Ukraine sein kann, sorgt für bissige Bemerkungen. „Für mich funktionieren Europa und die EU so, dass sie einen gemeinsamen Raum schaffen. Die Länder kommen zusammen und unterstützen einander wirtschaftlich. Ist dieser langweilige Teil aus dem Weg geschaffen, können sie den Fokus auf die Dinge legen, die wirklich wichtig sind. Kultur, Bildung, Ausbildung.“ Bei der Frage nach der möglichen Provokation der Russen, als die EU der Ukraine ein Handelsabkommen anbot, antwortet Vira schnippisch: „Wir sind nicht in einer Interessensphäre. Wir sind ein eigenes Land, wir können unseren eigenen Weg wählen. Dieser Krieg ist nicht Europas schuld. Es ist die Schuld der Russischen Föderation mit ihrem massiven Ego. Ich denke, das ist offensichtlich. “

    Enttäuscht und betrogen

    In Lutsk sind die deprimierenden Folgen des Konflikts zu spüren. „Während und nach dem Maidan Protest waren wir voller Hoffnung. Jetzt fühlt sich jeder super enttäuscht und betrogen.“ Vira bringt ihren Vater, ebenfalls Lehrer, ins Gespräch. “Er hat hier für eine sehr lange Zeit unterrichtet. In den vergangenen Monaten wurden sieben seiner ehemaligen Studenten im Kampf getötet und zurückgebracht um begraben zu werden. 18 Jahre alt, 23 Jahre alt… “ Vira hofft, dass in Zukunft die Jugendlichen der Ukraine ein anderes Schicksal erleben dürfen.“ Ich finde Inspiration in der “World Youth Alliance”. Ihr zentrales Thema ist die Förderung der Menschenwürde. Es ist ein Wert, der wirklich gut zu Europa passt, es könnte sein Kernwert sein. Um das jedoch zu erreichen brauchen wir zuerst und vor allem, Frieden.“ Wer wird diesen Frieden verwirklichen? „Wir müssen irgendwie Putins Leute heraus bekommen. Er wird nicht von alleine gehen. Dafür brauchen wir Unterstützung. Inzwischen ist es mir egal, von wem sie kommt. Aber es muss getan werden.“

    Dieser Artikel wurde auf Oneworld.nl erstveröffentlicht, dieses Interview ist Teil 3 der Serie #ThisIsMyEurope von Reinier Vriend. Vielen Dank an Moni für die Übersetzung!

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    Repair Café – selber reparieren!

    Repair Cafés sind mittlerweile fast jedem bekannt. In vielen Städten tun sich Menschen zusammen, um in gemütlichem Beisammensein kaputte Gegenstände aller Art wieder in Gang zu bringen. Ehrenamtliche Experten helfen…

    Repair Cafés sind mittlerweile fast jedem bekannt. In vielen Städten tun sich Menschen zusammen, um in gemütlichem Beisammensein kaputte Gegenstände aller Art wieder in Gang zu bringen. Ehrenamtliche Experten helfen hier mehrmals im Monat um Fahrräder, Elektrogeräte, Spielzeug und vieles anderes zu reparieren. Die Idee stammt von einer Niederländerin und bereits 2009 wurde das erste Repair Café eröffnet. Ungefähr 900 solcher Cafés gibt es in 18 verschiedenen Ländern und rund 13.000 Produkte werden in diesen monatlich repariert!

    Der TOPP-Verlag mit Sitz in Stuttgart hat nun ein solches Repair Café genauer unter die Lupe genommen, nämlich das in Stuttgart! Im Buch „Repair Café“ wird das dortige Café und dessen Team vorgestellt und zusätzlich eine Menge Reparier-Anleitungen für Textil, Holz, Elektrik und diverse Kleinteile mitgegeben. Den Betreibern des Cafés ist wichtig, etwas gegen die Wegwerfgesellschaft zu tun. Denn die sogenannte „geplante Obsoleszenz“ lässt Geräte und Produkte durch eingebaute Verschleißteile oder Sollbruchstellen schneller kaputt gehen, als sie es eigentlich tun würden.

    So ist aber nicht nur die Nachhaltigkeit ein Grundgedanke des Cafés, sondern auch die Gemeinsamkeit und das Miteinander. Jeder Besucher kann hier seine kaputten Gegenstände mitbringen. Im besten Fall werden diese repariert, manchmal ist aber auch schon das von den Ehrenamtlichen geteilte Wissen wertvoll. Warum sollte man in ein solches Café gehen? Manchmal fehlt einfach schlichtweg das richtige Werkzeug oder ein Ersatzteil, manchmal dauert aber auch der Kundendienst zu lange oder das richtige Wissen fehlt. Zudem kann man sich in netter Atmosphäre austauschen und natürlich auch Kaffee und Kuchen genießen!

    Zunächst wird im Buch jeder Bereich wie zum Beispiel Textil kurz vorgestellt. Was sind hier die Besonderheiten? Welche Tipps und Tricks gibt es für die Reparaturen dieser Gegenstände? Welche Werkzeuge und welches Material brauche ich hierfür? Im Kapitel über Textil lernt man unter anderem, wie man ein Gummiband einer Hose auswechselt oder ein kaputter Reißverschluss wieder in Gang gebracht wird. Aber auch eher banalere Dinge wie ein Loch zu stopfen oder einen Flicken aufzunähen werden erklärt. Die Anleitungen sind gespickt mit vielen Fotos und Tipp – hier kann eigentlich nichts schief gehen.

    funny facts

    Als nächstes folgt das Kapitel über holzige Dinge, also Tische, Hocker und Co. Wir erfahren zum Beispiel, wie man eine Schublade repariert. Ansonsten sind hier aber eher speziellere Reparaturen vertreten (wie eine Eisenbahnschiene reparieren). Anspruchsvoll wird es im Kapitel über Elektronik, hier sind teilweise sehr alte Geräte dabei, die repariert werden, wie ein Discman oder eine alte Digicam. Einerseits toll, dass auch solche Geräte wieder in Gang gebracht werden, aber schön wäre hier auch eine Reparatur eines Smartphone oder eines Laptop-Akku gewesen.

    Im letzten Kapitel finden sich dann viele verschiedene Reparaturfälle, die nicht so recht in die anderen Kategorien passen, wie zum Beispiel Regenschirme oder Kaffeemühlen. Immer wieder werden auch einige interessante Fakten über das Repair Café in Stuttgart eingeflochten, um den Alltag in so einer Einrichtung authentisch zu zeigen. Insgesamt sind die Reparaturen sicher einfach umzusetzen, lediglich der Elektronik-Bereich ist ziemlich anspruchsvoll und benötigt auch mehr Werkzeug beziehungsweise Zubehör. Wer dann noch Probleme hat, geht einfach in ein Repair Café in seiner Nähe! Eine Karte mit den Einrichtungen in Deutschland gibt es hier online.

    repair café fahrrad

    Die Idee eines Repair Cafés in einem Buch zu verdeutlichen ist toll, hier sieht man wirklich praxisnah, wie es dort abläuft und was alles an Reparaturen mit etwas Geschick und Wissen möglich ist. Das Buch inspiriert und macht Lust auf den Besuch eines Repair Cafés und natürlich sind auch die Anleitungen praktisch!

    Leider hat das Buch „Repair Café“ auch einige Schwächen, die vor allem in der Gestaltung liegen. In den Texten kommen sehr viele Rechtschreibfehler vor und sie sind teilweise ziemlich umgangssprachlich geschrieben. Sehr schön sind wiederum die vielen Bilder und die glänzende Druckqualität. Aber leider leidet oft die Leserlichkeit an den zu dunklen Seitenhintergründen. Hier wären Farbseiten ohne Textur schöner gewesen. Die Vollformat-Fotos sind auch etwas unachtsam eingepasst, da die Personen in der Buchfalte verschwinden. Inhaltlich sind mir die Reparaturanleitungen teilweise viel zu speziell, da hätte ich generelle Probleme praktischer gefunden, die wirklich jeder hat, wie es auch im Kapitel über Textil der Fall ist.

    Wart ihr schon einmal in einem Repair Café? Liegt eines dieser Cafés in eurer Nähe?

    2 Kommentare zu Repair Café – selber reparieren!

    Tanzend gegen brutale Jagdpraxis. Poledance-Künstlerin Christine Unger im Interview

    Im Rotlichtmilieu prominent und im artistischen Sport populär – das Tanzen an der Stange erlangt nun politisch-aktivistische Dimension. Poledance-Künstlerin Christine Unger greift zur Stange, um auf Missstände in der Jagd aufmerksam…

    Im Rotlichtmilieu prominent und im artistischen Sport populär – das Tanzen an der Stange erlangt nun politisch-aktivistische Dimension. Poledance-Künstlerin Christine Unger greift zur Stange, um auf Missstände in der Jagd aufmerksam zu machen. Für KUNST HALLT NACH hat die Unternehmerin meine Fragen beantwortet.

    Victoria: Wieso schlüpfen Sie in ihrer Performance, als tanzende Frau, in die Rolle eines wehrlosen Rehes?

    Christine Unger: Ich möchte dem Publikum bewusst machen, wie ein Reh vermutlich fühlt und in welchem panischen Zustand es sich befindet, wenn es eingesperrt ist und nicht mehr fliehen kann – mit Gekläffe von Jagdhunden und Schüssen im Hintergrund, die immer näher kommen …

    © VGT | Daniela Deml

    Protest-Poledance-Performance von Christine Unger gegen die Jagd auf gezüchtete und eingezäunte Tiere | Bild: VGT/Daniela Deml

    Mit ihrer Performance, die sie Anfang April am Wiener Stephansplatz präsentierte, unterstützt Christine Unger eine Kampagne des Vereines gegen Tierfabriken (VGT). Die Kampagne thematisiert explizit eine sehr umstrittene Jagdpraxis – das Jagen auf gezüchtete, ausgesetzte und eingezäunte Tiere. „Ich möchte bewirken, dass dies in Zukunft verboten und verhindert wird“, so die Poledance-Künstlerin.

    Der einst als verrucht betrachtete Tanz an der Stange wird in einer artistischen Weise ausgeübt und bekommt mit Ihrer Intention eine politische Dimension. Sollte künstlerisches Potenzial viel häufiger zur Bewusstseinsbildung und gegen Missstände eingesetzt werden?

    Ich finde diesen Weg gut, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen, aufzurütteln, zum Nachdenken anzuregen und Dinge plastischer und bewusster zu machen.

    Hat die Kunst eine gesellschaftliche Verantwortung?

    Ich sehe Kunst als ein Tool, um auf Missstände aufmerksam zu machen und die Gesellschaft dadurch auf ihre Verantwortung hinzuweisen.

    In ihrem Unternehmen First Impression coacht Christine Unger, als ausgebildete Typ-, und Imageberaterin andere Menschen in Sachen Etikette und Umgangsformen. Als Expertin für anständiges und diszipliniertes Auftreten bietet sie Kinder-Knigge Kurse für bessere Tischmanieren an oder berät Businessmanager in Sachen sichere Erscheinung.

    © Christine Unger

    Bild: Christine Unger

    Wie selbstverständlich ist es für Sie aus ihrem professionellen Umfeld auf die Straße zu treten, um öffentlich für politische und gesellschaftsrelevante Themen einzutreten?

    Es war und ist für mich keineswegs selbstverständlich. Bei so einer Aktion „entblöße“ ich nicht nur notgedrungen meine Beine oder etwas mehr (weil ich sonst keinen Halt auf der Polestange habe und abstürze), sondern mache mich insgesamt leichter verwundbar. Eine derartige Aktion und Choreographie ist zudem mit viel Schweiß, Zeitaufwand, Organisation und auch Geld verbunden….

    Woher kommt die Motivation aktiv in der Öffentlichkeit aufzutreten?

    Die Zeit ist reif, Dinge zu verändern, die schon seit viel zu langer Zeit nicht in Ordnung sind! Ich kann einfach nicht mehr, wie das die allermeisten Menschen tun, wegsehen und so tun, wie wenn alles in Ordnung wäre. Zu groß ist das Leid, das wir verursachen und es wird früher oder später immense Auswirkung auf uns alle haben. Generell ist mir ein redliches und ethisch hochwertiges Miteinander ein riesiges Anliegen und eine konstruktive Kommunikation.

    © VGT

    Bild: VGT

    Herrschaftskritik mit emanzipatorischer Kraft

    „Ich versuche, die Angst und die Gefühle des Tiers durch den Tanz sichtbar und damit bewusster zu machen“, erklärt Christine Unger im Interview und verweist damit auf die künstlerische Intention und Praxis ihrer Performance. Denn eine bedeutsame Quelle für den künstlerischen Akt dieser Poledance-Performance ist das Einfühlungsvermögen in die Situationen Anderer. In diesem Fall, die Situation eines, vor Hunden und bewaffneten Menschen, flüchtenden Rehs innerhalb eines eingezäunten Gebiets.

    Das Reh ist dem Menschen im gegenwärtigen Herrschaftssystem schutz-, und rechtlos ausgeliefert. Innerhalb entsprechender Glaubenssysteme sozialisiert, betrachtet es der Mensch als natürlich und selbstverständlich nicht menschliche Lebewesen als Objekte für eigenen Zwecke zu ge-, ver- und missbrauchen.

    Die non-verbale Ausdrucksweise des Tanzes kann als Prozess verstanden werden, der die anerkannte Situation des Anderen, Unterdrückten, Ausgegrenzten in die eigene Gefühls-, Gedanken- und Wahrnehmungswelt übersetzt. Um- und Missstände, die außerhalb des Blickfelds der Öffentlichkeit liegen, werden im öffentlichen Raum in deren Blickfeld überführt und eine Konfrontation bewirkt. Die emanzipatorische Kraft dieser herrschaftskritischen Kunst ist auf mehreren Ebenen angesiedelt.[1]

    © Christine Unger

    Bild: Christine Unger

    Zum Poledance inspiriert wurde die Tänzerin von ihrem Tango-Argentino-Lehrer, der „meinte ich hätte nicht genügend Körperspannung“, so Unger. Bei ihr zu Hause steht die Poledance Stange im Gästezimmer. Wir hoffen, diese und die Bewegungskünste von Christine Unger bald wieder im öffentlichen Raum sehen zu können.

    Für welche Themen werden Sie in Zukunft wieder zur Stange greifen?

    Für Themen, die der VGT (Verein gegen Tierfabriken) aufgreift, insbesondere die Themen Pelz(produktion) und barbarisches Abschlachten von („Nutz“-)Tieren.

    Was möchten Sie den Leser*innen der Kolumne KUNST HALLT NACH noch mitteilen?

    „Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten“ (Christian Morgenstern) Bitte sehen Sie nicht mehr weg und hinterfragen Sie Ihren Fleisch- und Milchproduktkonsum, Pelz und Leder tragen, Tierversuche und generell Billigware – alles hat seinen Preis! Mittlerweile gibt es wirklich wunderbare Alternativen – alles nur eine Frage des Interesses und der Beschäftigung damit!

    Vielen Dank für das Gespräch und ihr persönliches Engagement!

     

    Hier könnt ihr die Poledance-Performance von Christine Unger sehen. In diesem Video versucht ein verletztes Reh im Jagdgatter zu flüchten [Achtung, Video enthält Gewalt gegen Tiere].

    [1] Exkurs: Mensch denke hier auch an die jagdlichen Aktivitäten von Männern, die häufig in enger Verbindung mit sexuellen Dienstleistungen von Frauen stehen. Oder auch an den Jagdjargon, der tier- und frauenfeindliche Assoziationen befördert und sich im alltäglichen Sprachgebrauch manifestiert hat.[2] Beispielsweise die Begriffe Luder: „Jedes tote Tier, mit dem man Raubwild und Raubzeug anlocken möchte“ [3]; oder Schnalle: „Das äußere Geschlechtsteil beim weiblichen Haarraubwild und beim Hund.“[4].
    [2] Vgl. MÜTHERICH, Birgit, Tierrechte: Sie sind die anderen[3] Lexikon zur Waidmannssprache auf jagd.de
    [4] Lexikon zur Waidmannssprache auf jagd.de

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