Eco. Life. Style.

Kategorie: Kolumnen.

Aus der Redaktion. Wo ist meine Bestätigungsmail?

Eine Frage, die sehr oft in meiner Inbox landet ist „Wo ist meine Bestätigungsmail?“. Ihr habt an einem (oder mehreren) unserer Give-Aways teilgenommen und nach dem Absenden der Teilnahme folgendes…

Eine Frage, die sehr oft in meiner Inbox landet ist „Wo ist meine Bestätigungsmail?“. Ihr habt an einem (oder mehreren) unserer Give-Aways teilgenommen und nach dem Absenden der Teilnahme folgendes angezeigt bekommen: „Vielen Dank für deine Teilnahme! Wir haben dir eine E-Mail zur Überprüfung deiner E-Mail-Adresse geschickt. Möchtest du auch unseren Newsletter abonnieren, vergiss bitte nicht, den Link in der E-Mail zu bestätigen. Solltest du innerhalb der nächsten fünf Minuten keine Mail erhalten, prüfe deinen Spam-Ordner.“

Aber es kommt keine E-Mail an. Weder in der Inbox, noch im Spam. Und ihr fragt euch: Nehme ich nun überhaupt an der Verlosung teil? Und dann sendet ihr mir eine E-Mail mit eben dieser Frage. Nachdem sich vermutlich mehrere von euch diese Frage stellen und nur ein Teil davon mir tatsächlich eine Mail schreibt, dreht sich dieser Kolumnenbeitrag zu „Aus der Redaktion.“ um die ausführliche Beantwortung der Frage „Wo ist meine Bestätigungsmail?“.

Keine Teilnahmebestätigung!

Zuallererst: Die angekündigte E-Mail ist keine Teilnahmebestätigung für die Verlosung! Die Teilnahmebestätigung bekommt ihr sofort, nachdem ihr den „Senden“-Button angeklickt habt. Sie beginnt wie schon oben beschrieben mit den Worten „Vielen Dank für deine Teilnahme!“. Wenn ihr diese Worte lest, seid ihr auf jeden Fall bei der Verlosung mit dabei.

Die Bestätigungsmail ist keine Mail zur Bestätigung eurer Teilnahme, sondern sie ist, wie auch oben beschrieben „eine E-Mail zur Überprüfung deiner E-Mail-Adresse“. Diese E-Mail wird von unserem System gesendet, um zu überprüfen, ob die eingetragene E-Mail-Adresse auch tatsächlich existiert und E-Mails empfangen kann.

Wozu ist das notwendig?

Wozu überhaupt eine Bestätigungsmail? Ganz einfach, weil wir so E-Mail-Adressen ausfiltern, vorrangig aus zwei Gründen. Einerseits um E-Mail-Adressen auszusortieren, die Tippfehler enthalten, was sehr oft vorkommt. Deshalb gibt es seit einiger Zeit unter dem Feld zur Eingabe eurer E-Mail-Adresse den Disclaimer „WICHTIG: Bitte stelle sicher, dass du eine gültige E-Mail-Adresse angegeben hast, deren Postfach du auch regelmäßig checkst. Ungültige E-Mail-Adressen sowie E-Mail-Adressen mit einem vollen Postfach, dem keine weiteren E-Mails zugestellt werden können, werden automatisch aus der Verlosung ausgeschlossen.“

Ein Tippfehler in einer E-Mail-Adresse führt dazu, dass Post an diese Adresse nicht zugestellt werden kann. Wenn eure Adresse eva.musterfrau@gmail.com ist und ihr tippt stattdessen evs.musterfrau@gmail.com, wird unser System durch den Versand unserer Bestätigungsmail darüber informiert, dass diese E-Mail-Adresse nicht existiert und sie wird automatisch aus dem System gestrichen.

Dasselbe passiert, wenn die Inbox der betreffenden E-Mail-Adresse voll ist. In diesem Fall ist zwar die Zusendung theoretisch möglich, aber praktisch nicht – eure Inbox weigert sich, neue Post anzunehmen und informiert uns auch dementsprechend. Auch in diesem Fall wird in Folge die betreffende E-Mail-Adresse aus unserem System entfernt.

Warum wird die E-Mail gleich entfernt?

Hierfür gibt es wiederum zwei Gründe. Einerseits wollen wir sicherstellen, dass bei einem Gewinn die GewinnerInnen sicher benachrichtigt werden können. Wenn aber die E-Mail-Adresse nicht korrekt ist, gibt es dazu keine Möglichkeit. Und nein, die Variante auf unserer Website zu posten „Andrea Müller aus Berlin hat gewonnen und möge sich melden“ ist keine Alternative – ich hoffe, das ist zumindest allen FreundInnen einer effizienten Arbeitsablaufgestaltung verständlich.

Auch wenn die Inbox voll ist, kann eine Gewinnbenachrichtigung nicht zugestellt werden, und bis auf wenige Ausnahmen bleibt eine volle Inbox voll, sprich nicht erreichbar. Deshalb werden auch E-Mail-Adressen mit einer vollen Inbox dahinter gleich entfernt.

Und nun zum vielleicht noch wichtigeren Grund der Löschung dieser E-Mail-Adressen aus unserem System. Immer wenn wir versuchen, eine E-Mail an eine E-Mail-Adresse zu senden, die keine Post annimmt, egal ob sie nicht existiert oder ob die Inbox voll ist (oder aus anderen Gründen), erzeugt der Mailserver zu dem die E-Mail-Adresse gehört eine Fehlermeldung. Und – ganz simpel gesagt – wenn zu viele Fehlermeldungen durch E-Mail-Versand unsererseits ausgelöst werden kann das dazu führen, dass die betreffenden Mailserver den Empfang von E-Mails durch The bird’s new nest komplett sperren.

Das bedeutet dann keine Mails mehr von uns, weder Newsletter noch Gewinnbenachrichtigungen noch die Möglichkeit, eure Mails an uns zu beantworten. Und dieses Szenario wollen wir natürlich auf jeden Fall vermeiden.

Mailserver says No!

Nach dem ersten Grund, dass die Bestätigungsmail nicht ankommt weil die E-Mail-Adresse nicht korrekt ist oder die Inbox voll ist, kann ein weiterer Grund für das Nicht-Ankommen der Bestätigungsmail sein, dass der zugehörige Mailserver Post von The bird’s new nest abfängt und nicht zustellt. Das führt dazu, dass die Bestätigungsmail nicht bis zu euch durchdringt, weder in der Inbox noch im Spam.

Eine mögliche Lösung ist, die E-Mail-Adressen newsletter@thebirdsnewnest.com und nest@thebirdsnewnest.com im E-Mail-Programm zu der Liste der sicheren Absender hinzuzufügen. Das sollte sicherstellen, dass sowohl der The bird’s new nest Newsletter als auch die Benachrichtigung bei einem Gewinn auf jeden Fall ankommt. So sollte unsere Post an euch auch nicht im Spam landen, sondern direkt in die Inbox zugestellt werden.

Eine andere Lösung ist, nicht die Adressen eurer Arbeitgeber zu verwenden. Die Mailserver von Unternehmen sind oft viel strenger, was den Empfang von E-Mails betrifft. Solltet ihr euren Job wechseln, erreichen euch unsere E-Mails und Newsletter auch nicht mehr. Wir würden daher generell empfehlen, eure private E-Mail-Adresse anzugeben und nicht die berufliche.

Das ist noch nicht alles!

Um die Länge dieses Beitrages nicht ausufern zu lassen sei erwähnt, dass es wie so oft bei technischen Belangen zahlreiche weitere Gründe gibt, warum die Bestätigungsmail nicht ankommt und es den Rahmen sprengen würde, hier einen Versuch zu machen, alle aufzuzählen. Wichtig ist nur folgendes: Sobald bei einem unserer Give-Aways die Daten für eine Teilnahme in das Formular eingetragen und erfolgreich abgesendet worden sind, ist man auf jeden Fall bei der Verlosung mit dabei, wenn die eingegebene E-Mail-Adresse korrekt und die Inbox dieser nicht voll ist.

Auf die Teilnahme beim Gewinnspiel hat der Empfang der Bestätigungsmail keinen Einfluss, denn diese E-Mail ist nur dazu da, die E-Mail-Adresse für unser System zu bestätigen, es ist keine Teilnahmebestätigung zum Gewinnspiel selber. Diese Bestätigung wird angezeigt, gleich direkt nachdem man seine Teilnahme per Formular abgesendet hat. Nur wenn nach dem Absenden eine Fehlermeldung erscheint, hat die Teilnahme nicht funktioniert. In diesem Fall macht es Sinn, es einfach einige Zeit später nochmals zu probieren.

Eine letzte Frage noch!

Eine Frage, die ihr euch möglicherweise noch stellt: Warum fragt ihr nicht bei der Teilnahme am Give-Away gleich die Postadresse aller Personen ab und verschickt den Gewinn nach der Auslosung automatisch an die angegebene Adresse? Auch das hat – wer hätte es geahnt – zwei Gründe. Einerseits verstößt die Abfrage nach der Postadresse gegen die DSGVO. Denn wir benötigen ja nur die Adresse der GewinnerInnen um den Gewinn zuzusenden und nicht die Adressen aller anderen TeilnehmerInnen. Eine der Grundregeln der DSGVO ist, so wenig Daten wie nur unbedingt nötig abzufragen.

Der zweite Grund ist, die GewinnerInnen darauf aufmerksam zu machen, dass sie den Gewinn zugesendet bekommen werden. Es kommt schon jetzt öfters vor, dass ein Gewinn nicht zugestellt werden kann und wieder zu uns oder dem versendenden Unternehmen zurückkommt. Auch hier möchten wir im Sinne der Nachhaltigkeit und Zeitersparnis diese Fälle nicht noch weiter erhöhen.

 

Ich hoffe, die Frage „Wo ist meine Bestätigungsmail?“ wurde mit diesem Beitrag ausreichend beantwortet – solltet ihr noch weitere Fragen zu diesem oder anderen Themen rund um The bird’s new nest haben, schreibt einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag!

Und wie immer natürlich viel Spaß und Erfolg bei unseren Give-Aways!

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Aus der Redaktion. Der The bird’s new nest Adventskalender

Es ist Oktober und wie jedes Jahr sitze ich zu dieser Zeit an unserem größten Projekt, dem The bird’s new nest Adventskalender. Gestartet in 2016 findet unser Adventskalender nun schon…

Es ist Oktober und wie jedes Jahr sitze ich zu dieser Zeit an unserem größten Projekt, dem The bird’s new nest Adventskalender. Gestartet in 2016 findet unser Adventskalender nun schon zum fünften Mal statt. Höchste Zeit also, ihm einen Beitrag in meiner Kolumne „Aus der Redaktion.“ zu widmen!

Warum überhaupt ein Adventskalender?

Auch wenn ich warmes Wetter und Sonnenschein liebe, kann ich der kalten Jahreszeit trotzdem einiges abgewinnen. Insbesondere Weihnachten und der Adventszeit. Mit einem heißen Tee auf dem Sofa ein spannendes Buch lesen, warmen Punsch mit Freunden genießen, jede Menge Kekse futtern – mir fallen viele Gründe ein, weshalb ich den Winter mittlerweile lieb gewonnen habe.

Ein weiterer Grund waren aber auch Adventskalender. Die aus Papier, die ich in der Kindheit geliebt habe. Danach kamen die mit Schokolade und dann Tee-Adventskalender. Und in den letzten Jahren Online-Adventskalender nachhaltiger Marken, bei denen man jeden Tag Produkte aus ihrem Sortiment gewinnen konnte. Doch leider waren nicht alle diese Produkte vegan, deshalb habe ich mich nach einem Online-Adventskalender umgesehen, der mit nachhaltigen und veganen Produkten aufwarten konnte.

Wenn du es nicht findest, mach‘ es selbst!

Leider wurde ich nicht fündig und da war der nächste Gedanke auch nicht mehr weit: Wieso nicht selber einen Adventskalender gestalten, der wirklich nachhaltige Produkte hinter seinen Türchen versteckt, nämlich vegan, mit Lebensmitteln aus kontrolliert biologischer Produktion, zertifizierter Naturkosmetik und andere passenden Produkten. Wie lange es genau gedauert hat, den ersten Kalender in 2016 zu organisieren weiß ich nicht mehr, aber eines ist klar, selbst nach einigen Jahren „Übung“ dauert die Organisation des Kalenders jedes Jahr mehrere Monate.

Doch die Zeit ist es auf jeden Fall wert. Zu sehen, wie sich der Adventskalender über die Monate Stück für Stück entwickelt und sich dann am ersten Dezember die Türchen beginnen zu öffnen, ist jedes Jahr wieder ein Erlebnis. Auf den Kalender des letzten Jahres, den The bird’s new nest Adventskalender 2019, bin ich besonders stolz, denn die Balance zwischen Food, Beauty, Style und anderen Bereichen war, wie ich finde, sehr gelungen.

Stolz bin ich aber auch auf die Marken, die wir bis jetzt in unserem Adventskalender begrüßen durften. Dabei waren unter anderem Sonnentor, hessnatur, Santaverde, i+m NATURKOSMETIK BERLIN, recolution und ethletic, um nur einige zu nennen. In Kooperation mit diesen und weiteren Marken haben wir in den letzten Jahren alleine mit unserem Adventskalender Gewinne im Wert von insgesamt über 5.000 Euro verlost.

Hinter jedem Türchen versteckt sich… Inspiration!

Aber es geht nicht nur ums Gewinnen. Die Teilnahme an Gewinnspielen hat mir immer schon großen Spaß gemacht, ich wollte so aber auch gleichzeitig neue Marken und Produkte entdecken, bei denen ich in Punkto Nachhaltigkeit keine Kompromisse machen muss. Und genau das möchte ich auch mit unserem Adventskalender erreichen, nämlich Inspirationen für nachhaltige Weihnachtsgeschenke liefern, die nicht nur den Beschenkten freuen, sondern auch Tier und Umwelt. Und klar, viele Menschen schenken zu Weihnachten mittlerweile nichts mehr oder Zeit statt Zeug, aber auch für diese kann das Kennenlernen neuer nachhaltiger Marken eine Inspiration sein, in Zukunft zu diesen zu greifen und nicht zu ihrem konventionellen Pendant.

Was erwartet euch dieses Jahr?

24 Türchen mit täglichem Gewinnspiel warten im The bird’s new nest Adventskalender 2020 auf euch, hinter jedem Türchen verstecken sich nachhaltige und vegane Gewinne im Wert von jeweils über 50 Euro – insgesamt gibt es Preise im Gesamtwert von rund 1.500 Euro zu gewinnen! Außerdem gibt es hinter vielen Türchen zusätzlich Aktions- und Promocodes für die jeweiligen Online-Shops. In rund zwei Wochen kann ich mehr verraten, damit ihr den Kalender sicher nicht verpasst, könnt ihr euch in unseren Newsletter eintragen.

Jetzt ist es aber erstmal wieder Zeit, mich an den Computer zu setzen, denn das eine oder andere ist noch zu tun bis es dann wieder heißt: Türchen, öffne dich!

 

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KUNST HALLT NACH: Radikalkunst für Kunstsammler

Ein Schwein steigt vom Kreuz und greift zum Bolzenschneider. In dieser Kolumne seht ihr Radikalkunst. Die erste Bronzeskulptur von Künstler und Tierrechtsaktivist Chris Moser. Mit Bolzenschneider, Panzerknackermaske und schelmischem Lächeln…

Ein Schwein steigt vom Kreuz und greift zum Bolzenschneider. In dieser Kolumne seht ihr Radikalkunst. Die erste Bronzeskulptur von Künstler und Tierrechtsaktivist Chris Moser.

Mit Bolzenschneider, Panzerknackermaske und schelmischem Lächeln steht die Schweinefigur aufrecht und mit voller Entschlossenheit auf einem Sockel mit der Aufschrift: total liberation. Das erste in Bronze gegossene Werk Chris Mosers ist für den Künstler selbst „in vielerlei Hinsicht ein ganz persönlicher Abriss meines Schaffens“. Das liegt wohl auch daran, dass das Werk einige Referenzpunkte zu seiner Person, seinem Ouvre und seiner Haltung aufweist.

Das Leid durchbrechen

Den Anstoß für die Entstehung des Bronzegusses total liberation war eine Anfrage des Kunstgießmeisters Walter Rom. Dieser war so begeistert von Mosers Werk schweINRI, dass er die Skulptur in Bronze gießen wollte. schweINRI ist im Jahr 1999 entstanden und zeigt ein gekreuzigtes Schwein. Im aufrecht hängendem Schweinekörper stecken Messer und Gabel, die daran erinnern, dass Schweine meist ausschließlich zum menschlichen Verzehr geboren und getötet werden. Neben dem Besteck dringen auch Spritzen in die Haut des Schweins ein. Hier nimmt Moser Bezug auf Tierversuche und die Nutzung von Schweinen im medizinischen Bereich.

Die Schweinefigur am Holzkreuz repräsentiert ein Wesen, das hilflos dem menschlichen Zugriff auf seinen Körper ausgeliefert ist. Dem Unterdrücker ergeben, blickt es mutlos zu Boden. Für Moser wäre es „inhaltlich problematisch gewesen, dieses gekreuzigte Schwein, diese Manifestation des Leidens derart monumental und unverrückbar in Bronze zu gießen“. Deshalb entwickelte er das Werk weiter und das leidende Schwein hat im Werk total liberation seine Opferrolle verlassen. Es wurde zur selbstbewusst, kämpferischen Akteurin. Das Schwein steht auf zwei Beinen, träckt eine Maske über den Augen, die sonst nur Menschen tragen und hält einen Bolzenschneider in den Händen. Hier findet eine Anthropomophisierung, also eine Art von Vermenschlichung statt. Mit dieser Darstellungsform wird die schweinliche Selbstermächtigung betont. Neben der Schweinefigur selbst, bringt auch der Bolzenschneider eine Geschichte mit.

Chris Moser, total liberation, Bronze, Gußform, Gipsmodell, 2019

Chris Moser, total liberation, Bronze, Gußform, Gipsmodell, 46 x 17,5 cm, 2019

Polizeibericht mit Bolzenschneider

Der „Wiener Neustädter Tierschutzprozesses“ brachte Polizeiberichte zu Tage, in denen Chris Moser als „der Bolzenschneider“ bezeichnet wurde. Bei der Hausdurchsuchung, die im Zuge seiner Verhaftung im Jahr 2008 stattfand, wurde aus dem Werkzeug in seinem Atelier ein Bolzenschneider beschlagnahmt. Der Beiname „Bolzenschneider“ fand später auch Einzug in die Abschlussberichte des Gerichts. Der Bildhauer Chris Moser wird darin mit „alias ‚der Bolzenschneider‘“ betitelt. Die damalige Richterin Arleth thematisierte Mosers Werkzeug in der Gerichtsverhandlung und fragte ihn, warum er überhaupt einen Bolzenschneider besitze. Im Dokumentarfilm Der Prozess (Gerald Igor Hauzenberger, 2011) erzählt Chris Moser von dieser Episode seines Lebens. Die Szene untergräbt alle Missdeutungen, indem der Künstler mit Bolzenschneider in den Händen eine Baustahlgittermatte für eine Kunstinstallation schneidet. Er braucht den Bolzenschneider für die Arbeit an seinen Kunstwerken. Moser wurde von allen Anklagepunkten freigesprochen und den Bolzenschneider, der sich lange Zeit in der Asservartenkammer der Polizei befand, hat er mittlerweile zurückbekommen.

Chris Moser in der Kunstgießerei Rom in Kundl

Chris Moser in der Kunstgießerei Rom in Kundl

In Bronze gegossen

In Zusammenarbeit mit der Kunstgießerei Walter Rom aus Kundl in Tirol sind die Bronzefiguren von total liberation entstanden. Die Gießerei wird seit 1928 als Familienbetrieb geführt. Kunstgießer Walter Rom erlernte das Giesserhandwerk im Betrieb seiner Eltern. Die Firma hat sich auf die Restaurierung denkmalgeschützter Bronzeskulpturen spezialisiert. Gearbeitet wird mit dem Wachsausschmelzverfahren bei größeren und mit Keramikschalenformverfahren bei kleineren Formen, beispielsweise Büsten, Skulpturen und Reliefe.

Die Skulptur total liberation ist in kleiner Auflage entstanden und kann käuflich erworben werden. Oder wie Chris Moser mit einem Augenzwinkern betont: „ENDLICH! Chris Mosers RADIKALKUNST fürs Kaminsims in den Salons besserbetuchter Bewunder_Innen seiner wegweisenden Kunst!“

Chris Moser beim Anfertigen des Gipsmodells für den Bronzeguss. Am rechten Unterarm trägt er seine Forderung in die Haut tätowiert.

Chris Moser beim Anfertigen des Gipsmodells für den Bronzeguss. Am rechten Unterarm trägt er seine Forderung in die Haut tätowiert.

Eindringlich

Aktuell arbeitet der Künstler an einer weiteren Serie von Bronzefiguren. Er betont, dass trotz der Arbeit mit Bronze, seine Werke „nicht durch den Materialwert, sondern den künstlerischen Wert und seine Aussage“ definiert werden sollen. Den Schriftzug total liberation trägt Chris Moser auch als Tattoo in der eigenen Haut. Und damit schließt sich der Kreis auch zu seiner Haltung. Mit künstlerischer Eindringlichkeit verhandelt Moser in seiner Kunst vorherrschende Unterdrückungsstrukturen. Er fordert die Überwindung dieser gewaltvollen Ausbeutungssysteme und hat dies nun auch in Bronze verewigt.

Wer Interesse daran hat eine Bronzefigur zu erwerben, nimmt am besten direkt mit dem Künstler Kontakt auf.

@chris.moser.radikalkunst
www.radikalkunst.net

Chris Moser in der Kolumne KUNST HALLT NACH:

Affe oder Mensch? Chris Mosers Skulptur „artgerecht“
Bist du ein Homo ABER? – Radikalkunst von Chris Moser
Lähmende Endlosschleifen durchbrechen – Radikalkunst von Chris Moser

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KUNST HALLT NACH: Schau dir diese Vulva an!

Faltig und kraftvoll befreit sich das weibliche Genital von patriarchalen Bewertungsstrategien. Ein Festival für die Vulva. Berühmteste Vulva der Kunstgeschichte Die wohl berühmteste Vulva der Kunstgeschichte hinterließ Maler Gustave Courbet…

Faltig und kraftvoll befreit sich das weibliche Genital von patriarchalen Bewertungsstrategien. Ein Festival für die Vulva.

Berühmteste Vulva der Kunstgeschichte

Die wohl berühmteste Vulva der Kunstgeschichte hinterließ Maler Gustave Courbet im Werk „Der Ursprung der Welt“. Er, der männliche Künstler, eröffnet den geschockten Betrachter*innen von damals (s)einen Blick auf die intime Zone eines weiblichen Körpers. Zu sehen ist der Unterleib einer am Rücken liegenden, nackten Frau. Der seitlich abgelegte Schenkel eröffnet den Blick auf die dunkel behaarte Vulva. Die äußeren Vulvalippen (1) sind leicht gerötet, der kleine Spalt lässt das Innenliegende und eine zarte Erregung erahnen. Skandalös im Jahr 1866.

Gut 150 Jahre später – weniger skandalös, aber durchaus provokativ – widmet die Galerie „Die Schöne“ der Vulva ein eigenes Festival: Das Vulva Festival „Look at this Vulva! Ein unverschämter Blick“.

Im Fokus der Gruppenausstellung steht nicht der männliche, häufig sexualisierende Blick, sondern die Auseinandersetzung mit dieser omnipräsenten und dennoch tabuisierten Körperzone der Frau*. Grafisch abgebildet, bildhauerisch geformt, wortreich besprochen, interessiert betrachtet oder ganz konkret in künstlerische Aktionen mit einbezogen.

Olja Grubic, Flower Bouquet, Foto: Jacqueline Korber

Vulvische Eröffnung

Sie steckte sich eine kleine Kunststoffvase in die Vagina und arrangierte darin einen Blumenstrauß. Mit der Performance Flower Bouquet eröffnete die Künstlerin Olja Grubic das Vulva Festival.

Mit nacktem, nach oben gestreckten Unterleib und geöffneten Beinen lag die Künstlerin am Rücken, ihre Füße stützte sie an einem Fensterbrett ab. Nachdem sie in ihre Vagina ein kleines Gefäß einführte, steckte sie nach und nach Grashalme und eine rote Orchidee hinein. Sie arrangierte einen Blumenstrauß und band einen kleine Masche um die Stängel, womit der Vorgang abgeschlossen war. Danach hob sie den Blumenstrauß aus der kleinen Kunststoffvase und entfernte auch diese selbst aus der Körperöffnung zwischen ihren Schenkeln. Grubic verbeugte sich und übergab den Blumenstrauß an die Veranstalterin Nina Fountedakis.

Olja Grubic, Flower Bouquet, Foto: Jacqueline Korber

Grubics Performance erinnert daran, dass der weibliche Unterleib ein Ort ist, an dem Neues entsteht, die Vagina eine Verbindung zwischen Außen und Innen schafft. In ihren Zeichnungen still life zeigt die Künstlerin grafisch minimalistisch dargestellte Vulven in schwarz weiß, die fleischlich und lebendig wirken. Nicht nur klassisch phallische Obst und Gemüsesorten, wie Bananen oder Gurken stecken in den Vaginas, auch Wassermelonenstücke oder mehrere Karotten gleichzeitig.

Olja Grubic, Still Life, Foto: Jacqueline Korber

Zwischen Klitoris und Penis

Stefanie Grübls Kleinplastiken zeigen „realistisch geformte Genitalmodelle aus Gips-Modelliermasse“. In den bunten Objekten, lässt die Künstlerin Grauzonen kategorischer Geschlechterdefinition plastisch in Erscheinung treten. Ihre plastischen Darstellungen von „vielfältige Vulven, erigierte und nicht-erigierte Penisse sowie intergeschlechtlichen Genitalien“ dienen auch als Anschaungsmaterialien in der sexualpädagogischen Arbeit.

Vielfältige Vulven und Penisse

Stefanie Grübl, Vielma, Foto: Jacqueline Korber

„Vielfalt sicht- und begreifbar machen“ lautet das Motto von vielma. In der Galerie der Schöne zeigte Grübl auch einen Vulva, die sich aufgrund der Geburt eines Kindes verändert hat. Auf dem Zettelchen beschreibt sie in klassischer wissenschaftlicher Manier, was das Modell zeigt: Vulvamodell mit Dammnaht (Darstellung einer Geburtsverletzung) / VULVA with PERINEAL SUTURE.

Vulvamodell

Stefanie Grübl, Vielma, Vulva mit Dammnaht, Foto: Jacqueline Korber

Vulva Vulva an der Wand

Wie vielfältig Frau-Sein aussehen kann, zeigt Jacqueline Korber im Werk Ich bin nicht so schön wie du, ich bin so schön wie ich. Die Installation aus schwarz/weiß Fotografien zeigt nackte Frauenkörper unterschiedlichen Alters und in verschiedenen Formen. „Das Vergleichen und Bewerten führt hier nicht zur Abwertung des eigenen oder anderen, sondern zur liebevollen Wertschätzung von beidem.“(2) An unsichtbaren Fäden hingen je zwei aneinander geklebte Fotografien von der Decke der Galerie und drehten sich in den Luftzügen, die von Bewegungen der Betrachter*innen erzeugt wurden.

Jacqueline Korber, ich bin nicht so schön wie du, ich bin so schön wie ich, Foto: Jacqueline Korber

Zwischen den weißen Pobackenabdrücken funkelt ein goldener Vulvaabdruck. „Mit ihren Fingern strich sie die goldene Farbe auf ihre Vulvalippen und setzte sich aufs Leinen“, erzählt Jacqueline Korber über die Entstehung des Werks Footprints of Joy „die Farbe Gold steht für Wertvolles und besonders Ehrwürdiges“.

Jacqueline Korber, Footprints of Joy, Foto: Jacqueline Korber

Soviel Vulva und kein Porno

Den Besucher*innen bot das Vulva Festival ein vielseitiges Programm zur wertschätzenden Auseinandersetzung mit dem weiblichen Genital. Kunst von zeitgenössischen Künstler*innen eröffneten neue Denk-, Sichtweisen und Wahrnehmungsweisen. Empowerment auf vielen Ebenen. Viva la Vulva!

Alle Infos zum Vulva-Festival 2019

Konzept und Organisation: Nina Fountedakis
25. – 29.6.2019 in der Galerie Die Schöne, Wien

(1) Es wird bewusst das Wort Vulvalippen anstatt „Schamlippen“ gebraucht. Zum Thema Viva la Vulva – Endlich Schluss mit Scham! sprach FRO-Redakteurin Astrid Dober  in der Radiosendung FROzine auf Radio FRO.

(2) Victoria Windtner, Texte zu den Werken im Portfolio Jacqueline Korber, 2019

(3) Weitere Kolumne zum Thema: Vulva Vulva! Das geniale Genital als Kunstobjekt gegen das Schubladen-Denken

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Aus der Redaktion. Happy Birthday to me!

Ich bin 40! Das zu schreiben fühlt sich – wenig überraschend – etwas eigenartig an. Gerade erst war ich noch 30, gefühlt würde ich mich irgendwo um Mitte 20 ansiedeln….

Ich bin 40! Das zu schreiben fühlt sich – wenig überraschend – etwas eigenartig an. Gerade erst war ich noch 30, gefühlt würde ich mich irgendwo um Mitte 20 ansiedeln. Und doch habe ich nun schon seit 40 Jahren mein Leben gelebt. Ich lege nicht viel Wert auf meinen Geburtstag, für mich ist es in erster Linie eine Möglichkeit, Zeit gemeinsam mit lieben Menschen zu verbringen. Trotzdem möchte ich mir zum 40er gratulieren, als Anerkennung und Rückblick auf die letzten 40 Jahre.

Fühle ich mich alt? Keineswegs, auch wenn mich mittlerweile niemand mehr jünger als 30 schätzen würde – diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. Das vorrangige Gefühl ist Dankbarkeit, dafür dass ich zur Zeit sehr zufrieden mit meinem Leben bin. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich an einem Punkt bin, an dem ich nichts mehr ändern möchte. Sondern dass ich weiß, in welche Richtung ich gehen und was ich (ver)ändern will. Genauso wie das Wissen, dass ich Veränderung bewirken kann, auch wenn es manchmal viel Zeit und Geduld braucht.

Neben Dankbarkeit ist da aber auch das Gefühl des Stolzes. Dass ich heute hier sitze habe ich mit viel Arbeit erreicht. Und damit meine ich nicht die Arbeit an The bird’s new nest, meiner Selbstständigkeit oder ähnlichem. Sondern die Arbeit an mir selber. Mit 13 Jahren war ich das erste Mal in therapeutischer Behandlung, und viele Jahre lang waren schwere Depressionen, Panikattacken, eine generalisierte Angststörung und Selbstmordgedanken meine Begleiter. Aber da war auch noch etwas anderes, nämlich der Wille trotzdem immer wieder weiter zu machen, immer wieder aufzustehen, nie aufzugeben.

Warum ich über all dies noch nie auf The bird’s new nest geschrieben habe? Weil ich selber noch zu sehr an diesen Themen zu arbeiten hatte – gut 15 Jahre in therapeutischer Behandlung haben mir nicht nur sehr geholfen, sondern mir vermutlich auch mein Leben gerettet. Trotzdem lerne ich jeden Tag dazu, stehe vor neuen – oder alten – Problemen und das kostet mitunter viel Energie. Energie, die ich benötigt hätte, um schon früher darüber zu schreiben. Doch genauso wie Tag für Tag vergeht und auf einmal ist man in seinem 41. Lebensjahr angekommen, bewältigt man Herausforderung für Herausforderung und der Wunsch zu sich selber zu stehen und anderen Mut auf ihrem Weg zuzusprechen wird grösser als die Angst, von anderen aufgrund der eigenen Unzulänglichkeiten verurteilt zu werden.

Und so erlaube ich es mir nicht nur, nein, ich verdiene es sogar mir selber zuzujubeln! Du hast es bis hierher geschafft! Du hast dich selber kennen gelernt, dich lieben gelernt, gelernt deine Gefühle wahrzunehmen und sie anzuerkennen. Du bist deinen Träumen gefolgt, hast dich deinen Ängsten gestellt und deine Ziele beharrlich verfolgt. Und ja, du machst noch immer Fehler. Kämpfst mit Panikattacken. Bist erschöpft von Gefühlsschwankungen. Könntest so vieles besser machen. Aber wenn man selber sein größter Kritiker ist, dann sollte man zumindest auch sein bester Freund sein.

Deshalb rufe ich mir in Gedanken zu: Happy Birthday to me! Auf die nächsten 40 Jahre! Auf die Zukunft, auf mich!

Alles Gute zum 40. Geburtstag, Edda!

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Aus der Redaktion. FOMO – ich doch nicht! Oder doch?

Vor einiger Zeit hat sich ein neues Wort aus dem englischen Sprachraum bei uns etabliert – FOMO, die „fear of missing out“, zu deutsch die Angst, etwas zu verpassen. Die…

Vor einiger Zeit hat sich ein neues Wort aus dem englischen Sprachraum bei uns etabliert – FOMO, die „fear of missing out“, zu deutsch die Angst, etwas zu verpassen. Die tolle Party am Wochenende, der angesagte Kinofilm, die neue Serie, über die alle reden. Dabei sein ist alles, und wer nicht dabei ist, der hat etwas verpasst. Was? Wer weiß, vielleicht das erste Gespräch mit dem nett aussehenden Typen auf der Party, die superwitzige Spielerunde, die spontan nach dem Kino stattfand oder die regelmäßigen Treffen zum Serien sehen, auf denen dann gleich noch zig andere Dinge ausgemacht wurden. Alles verpasst!

FOMO, das hatte ich als Teenager oder in meinen frühen Zwanzigern. Aber jetzt? Sicher nicht, denn ich lebe meinen eigenen Rhythmus. Ein Abend in der Badewanne statt der Party, ein spannendes Buch statt des Kinobesuchs, eine Yogasession die Woche anstelle der Serienrunde. Ich bin zufrieden und habe keine Angst, etwas zu verpassen. Dachte ich. Und dann stieß ich in einer Facebook-Gruppe auf eine Diskussion über eine Einladung zu einem Event eines meiner liebsten nachhaltigen Marken. Gefühlt war die ganze Welt eingeladen, nur ich nicht. Aber warum? Bin ich zu wenig Influencer, zu wenig trendy? Wie gerne wäre ich auf das Event gegangen. Vor meinem geistigen Auge lief ein Film ab, was ich alles verpassen würde: Interessante neue Kontakte im Unternehmen, spannende Gespräche mit Bloggerkollegen, das Schmieden weiterer Pläne… Und dann wurde mir klar, meine FOMO im beruflichen Bereich ist enorm.

Gerne wäre ich bei allen Events dabei, auf denen es sich um Nachhaltigkeit und Veganismus dreht. Egal ob Messen, Blogger-Events, Barcamps, selbst im nachhaltigen Bereich finden am laufenden Band Veranstaltungen statt. Wenn ich eingeladen bin und aus zeitlichen Gründen nicht zusagen kann, steigt mein Stresslevel stark an, denn sofort kommen mir alle möglichen Dinge in den Kopf, die ich verpassen könnte. Und wenn ich zu Events, die wunderbar zu The bird’s new nest passen würden nicht eingeladen bin, frage ich mich manchmal stundenlang, wieso wir für diese Marke nicht attraktiv sind.

Wer nun aber glaubt, es gehe nur um Events und Unternehmenskontakte, dem kann ich sagen: Nein, mein FOMO betrifft auch noch ganz andere Bereiche! Zu Beginn von The bird’s new nest habe ich sehr viele Artikel geschrieben, mittlerweile komme ich eher selten dazu, zumindest im Vergleich damit, wie viel ich gerne schreiben würde. Stattdessen notiere ich mir die Themen, über die ich schreiben will, damit ich sie aufgreifen kann, sobald ich wieder Zeit habe. Und sehe in meinem Kopf alle anderen Medien darüber schreiben. Egal ob es um „Swedish Death Cleaning“ geht oder ähnliche Trends, bestimmte Themen sind irgendwann einfach nicht mehr interessant. Und so habe ich das Gefühl, ich verpasse die Chance, zeitgerecht über relevante Themen zu schreiben. Was einer der Gründe war, mich jetzt an diesen Beitrag zu setzen, auch wenn das Thema FOMO schon ein alter Hut ist, möchte ich mir nicht laufend selber verbieten zu schreiben, weil etwas anderes – Buchhaltung, Haushalt, Mails – wichtiger ist. Denn das hat in erster Instanz überhaupt dazu geführt, dass ich immer weniger dazu gekommen bin, die Themen, die mir am Herzen liegen in Worte zu fassen.

Neben Event- und Themen-FOMO habe ich noch viele andere berufliche FOMOs parat. Eine wichtige Anfrage zu übersehen. Auf einen Kooperationsaufruf nicht schnell genug zu reagieren. Eine Blogger-Kooperation nicht mitzubekommen. Und noch so vieles mehr. Allem voran ist es für mich unangenehm gewesen, zu erkennen, dass ich vor FOMO alles andere als gefeit bin. Und noch unangenehmer, es vor anderen zuzugeben. Obwohl zumindest ersteres ein wichtiger Schritt ist, eine Lösung zu finden. Denn FOMO kostet Kraft und Energie. Und ignoriert die Tatsache, dass man nicht alles machen und überall dabei sein kann. Sowie die tollen und spannenden Projekte, an denen man zur Zeit arbeitet. Aber bis ich behaupten kann „FOMO – ich doch nicht!“ wird es doch noch eine Weile lang dauern.

Kennt ihr FOMO im beruflichen Bereich? Wie geht ihr damit um? Ich freue mich auf eure Tipps in den Kommentaren!

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ANIMAL UTOPIA – Hoffnungsvoll nach vorne malen

Das Buch ANIMAL UTOPIA beleuchtet das künstlerische Schaffen von Maler Hartmut Kiewert und schenkt Hoffnung ohne die Realität zu verklären. Kunst mit gegenwärtigen Praktiken verknüpfen Im Vorwort eröffnet Publizistin und…

Das Buch ANIMAL UTOPIA beleuchtet das künstlerische Schaffen von Maler Hartmut Kiewert und schenkt Hoffnung ohne die Realität zu verklären.

Kunst mit gegenwärtigen Praktiken verknüpfen

Im Vorwort eröffnet Publizistin und Journalistin Hilal Sezgin die Auseinandersetzung mit Kiewerts Gemälden anhand ihrer assoziativen Betrachtung. Sie stellt klare Bezüge her zwischen den utopischen Malereien Kiewerts, den realen Praktiken der Tierproduktionsindustrie und den Verhaltensweisen von Schweinen. Das Gemälde Herbst (2012) erinnert Sezgin an ein reales Ereignis, das sich 1959 in Australien ereignete. Beim Unfall eines Tiertransporters mit Schweinen konnten „etliche von ihnen entkommen und bildeten im Namadgi National Park eine beständige Population“. (ANIMAL UTOPIA, 12)

Bild: Harmut Kiewert, Herbst, Öl auf Leinwand, 60 x 100 cm, 2012

Was-wäre-Wenn in Bild und Text

Mit Worten bringt Sezgin auf Papier, was Kiewert mit Pinseln auf der Leinwand festhält, wenn sie beschreibt, was alles möglich wäre, wenn ein Schwein den gegenwärtigen Haltungssystem entkommen könnte. „Schweinemütter würden sich bequem hinlegen, um ihre Jungen zu säugen. Sie würden ihnen Nester in kleinen, mit Laub gepolsterten Gruben anlegen und müssten die Nase nicht in traurigen Ersatzhandlungen über den leeren Spaltenboden schieben.“ (ANIMAL UTOPIA, 13)

Kiewerts Gemälde spielen laut Sezgin „mit einem Was-wäre-wenn, aber es ist kein naives Was-wäre-wenn, sondern eines, in dem Absperrungen und Schranken und Wunden noch sichtbar sind.“

Bild: Hartmut Kiewert, Nest, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm, 2013

Kunstgeschichte schreiben

Die Texte zu Kiewerts Werken hat Kunsthistorikerin und Herausgeberin der Fachzeitschrift Tierstudien, Jessica Ullrich, verfasst. Ullrich beschreibt Werke und die künstlerische Entwicklung Kiewerts, stellt kunsthistorische Bezüge her, vollzieht eine Einordnung der bildlichen Darstellungen in Kiewerts Werkkomplex und zeichnet ein ausführliches Porträt seines Schaffens. Auf vermittelnde Art eröffnet Ullrich den Rezipient*innen den Zugang zu Kiewerts Kunst.

Bild: Hartmut Kiewert, Randstreifen, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, 2015

Kunst als Medium der Hoffnung

Am Ende des Textteils, bevor der 100-seitige Farbbildteil beginnt, verweist Jessica Ullrich auf die Bedeutung des Begriffs Utopie und präsentiert zwei Begriffsdefinitionen. Die des Philosophen Max Horkheimer, für ihn ist Utopie „die Kritik dessen, was ist und die Darstellung dessen, was sein soll“ und die Definition des Philosophen Ernst Bloch, für ihn steht Utopie für das „Denken nach vorn“. (ANIMAL UTOPIA, 85) Die Essenz von Kiewerts künstlerischer Postition fasst Ullrich an mehreren Textstellen und konstatiert zu guter Letzt: „Die auf seinen Tableaus realisierten Ziele einer imaginierten, aber sich tatsächlich gesellschaftlich vorbereitenden Revolution der Tier-Mensch-Beziehung sind Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Spezies. Und so bleibt auch für Hartmut Kiewert der Geist der Utopie dem Prinzip Hoffnung verbunden.“ (ANIMAL UTOPIA, 85)

ANIMAL UTOPIA ist eine Künstlermonografie mit gesellschaftlicher Relevanz. Ausführlich und erkenntnisreich gelingt die Auseinandersetzung mit herrschafts- und gesellschaftskritisch Kunst. Kunst, die den Mut hat sich den tief verwurzelten karnisitischen und speziesistischen Denktraditionen in der Gesellschaft kritisch gegenüber zu stellen.

ANIMAL UTOPIA
Verlag compassion media, 2017
Hardcover, 28 Euro
ISBN 978-3-9816425-6-8

Website des Künstlers Hartmut Kiewert
Statement des Künstlers zu Theorie und Praxis seiner Maltechnik

Vielen Dank für das Rezeptionsexemplar an compassion media!

ANIMAL UTOPIA ist hier erhältlich.

 

Wer jetzt gleich noch mehr über einzelne Kunstwerke und Hartmut Kiewerts Kunst lesen möchte, sei auf folgende KUNST HALLT NACH Kolumnen verwiesen:
Kunst verändert den Blick – ANIMAL UTOPIA

Da sitzt ein Schwein am Sofa – Nachhalltige Kunst von Hartmut Kiewert

Herrschaft und Gewalt im Fadenkreuz – Hartmut Kiewerts Gewährsmänner

 

Was magst du an Kunstbüchern/Katalogen besonders?

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Aus der Redaktion. Back to the roots!

In meinem letzten Kolumnenbeitrag zu Aus der Redaktion. habt ihr erfahren, warum diese Kolumne so lange pausiert hat und was sich sonst bei mir hinter den Kulissen getan hat. Heute…

In meinem letzten Kolumnenbeitrag zu Aus der Redaktion. habt ihr erfahren, warum diese Kolumne so lange pausiert hat und was sich sonst bei mir hinter den Kulissen getan hat. Heute geht es nun nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft und meine Pläne für The bird’s new nest.

DAS Projekt

Dazu muss ich aber noch einmal ausholen und einige Monate zurückreisen – genauer gesagt in den November letzten Jahres. Denn da wurde unsere Agentur vom Team einer sehr bekannten Persönlichkeit wegen eines Projektes kontaktiert. Nach einem ersten Treffen in personam war für uns klar, dass es sich bei der Anfrage um ein sehr spannendes Thema mit einem großen Potenzial handelt. Nicht zu sprechen von dem deutlich größeren Budget im Vergleich zu ähnlichen Projekten. Dazu käme noch ein Boost in Bekanntheit für unsere Agentur, denn die Kooperation mit einer so bekannten Person hätte uns auch entsprechend in die Medien gebracht.

Klingt alles super, oder? Nun, wie alles im Leben hat auch diese Anfrage zwei Seiten. Durch die Größe des Projekts wären wir voll ausgelastet gewesen und hätten dieses Jahr einerseits für die Agentur keine weiteren Aufträge annehmen können, andererseits hätte ich auch die Zeit, die in The bird’s new nest fliesst stark reduzieren müssen. Dagegen stand eine Vollauslastung für mindestens ein Jahr ohne sich über neue Projekte oder Finanzen den Kopf zerbrechen zu müssen. Die Konsequenz war also klar: Entweder das eine oder das andere, beides zusammen war nicht möglich.

Die Entscheidung

Es war also nötig, eine Entscheidung zu treffen, und wofür ich mich entschieden habe ist offensichtlich, oder? Die finanzielle Sicherheit und die Bekanntheit, die das große Projekt versprochen hätte war äußerst verlockend. Abgesehen davon, dass es mir enormen Spaß macht, an solchen Themen vom Start weg mitzuarbeiten und etwas von Grund auf aufzubauen. Trotzdem haben wir uns letzten Endes gegen das Projekt entschieden. Der für mich entscheidende Faktor war, dass das Thema Nachhaltigkeit in diesem Fall nicht im Vordergrund stehen würde und ich realisiert habe, dass meine Leidenschaft für diesen Bereich einerseits der Antrieb war, unsere Agentur zu gründen um nachhaltige Unternehmen zu unterstützen und andererseits meine restliche Zeit und Energie in The bird’s new nest zu stecken um möglichst viele andere Menschen dafür zu begeistern.

Das war aber nicht die einzige Entscheidung, die im Zuge der Überlegungen zu dieser Anfrage gefallen ist. Bei den vielen Gedanken zu Für und Wider ist mir klar geworden, wie wichtig mir meine eigenen Projekte sind und dass ich wieder bewusst mehr Zeit und Energie in diese investieren möchte. Denn auch wenn es sich um eigene Unternehmungen handelt, schleicht sich unweigerlich irgendwann Routine ein. Oder man verliert den Fokus. Oder beides. Mir wurde klar, dass es Zeit ist für einen Relaunch. Und zwar so richtig! Eine Art Lebens-Relaunch, bei dem ich mich wieder darauf besinne, was mir im Leben wirklich wichtig ist, was ich im Leben erreichen möchte und mit wem und was ich meine Zeit verbringe. Das hat in erster Instanz zu einem erneuten Interesse an Minimalismus und zu einer Mega-Ausmist-Aktion meiner Wohnung geführt, die noch immer läuft – und zu einigem anderen, das ist aber Material für einen anderen Artikel. Und zu der Erkenntnis, dass es Zeit ist, The bird’s new nest zu relaunchen. Nach vier Jahren kann unser Eco.Life.Style.Magazine. eine Überarbeitung vertragen, und nachdem ich kein Freund von halben Sachen bin wird alles neu. Logo, Seite, Konzept – alles wird hinterfragt und bei Bedarf erneuert.

Back to the roots!

Nach diesem Beschluss erlebte ich einen Schwung an Energie und Motivation, der mir gezeigt hat, dass diese Entscheidung die richtige war. So heißt es nun zurück zu den Wurzeln, zu dem, was mir wirklich am Herzen liegt. Und das ist und bleibt The bird’s new nest! Die Relaunch-Phase ist offiziell gestartet, in Kürze wird es auch einen Beitrag im News-Bereich mit weiteren Infos geben, in dem ihr euer Feedback und eure Wünsche deponieren könnt.

Ich freue mich nicht nur sehr auf das neue neue Nest, sondern auch darüber, dass ich mich nicht in einem vermeintlich verlockenden Projekt verloren, sondern für mich die richtige Entscheidung getroffen habe!

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KUNSTSTRASSE IMST mit Radikalkünstler Chris Moser

Die KUNSTSTRASSE IMST zeigt heuer die Chris Moser Ausstellung „Radikalkunst: Perspektivenwechsel – vom Objekt zum Subjekt“. Mosers neueste Skulptur „artgerecht“ ist in Imst das erste Mal öffentlich zu sehen. Das Kunst-…

Die KUNSTSTRASSE IMST zeigt heuer die Chris Moser Ausstellung „Radikalkunst: Perspektivenwechsel – vom Objekt zum Subjekt“. Mosers neueste Skulptur „artgerecht“ ist in Imst das erste Mal öffentlich zu sehen. Das Kunst- und Kulturevent KUNSTSTRASSE IMST in Tirol präsentiert heuer über 60 Künstler*innen an mehr als 20 Schauplätzen.[1] Am 1. Dezember 2017 um 18 Uhr wird die KUNSTSTRASSE IMST von der Tiroler Kulturlandesrätin Dr. Beate Palfrader eröffnet und damit auch die Ausstellung des Bildhauers Chris Moser.

Chris Moser Ausstellung

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Stadtcafes am Imster Stadtplatz 10 zeigt die Ausstellung Radikalkunst: „Perspektivenwechsel – vom Objekt zum Subjekt“ plastische und grafische Arbeiten von Bildhauer Chris Moser. Unter dem diesjährigen Event-Motto „Selbstdarstellung und andere Inszenierungsstrategien“ vollzieht der Künstler eine selbstreflexive Auseinandersetzung mit eigenen „Grenzerfahrungen“.

„Die Trennung zwischen künstlerischem Subjekt, mir als Künstler und dem künstlerischen Objekt, meinen Kunstwerken war klar und deutlich.
Am 21. Mai 2008 wurde diese klare Trennung von staatlichen Repressionsbehörden nachhaltig verwischt.
Vom Subjekt zum Objekt.
Plötzlich betrafen mich meine künstlerischen Themen selber. Repression: Nicht weiterhin ein abstraktes Schreckgespenst, sondern meine Realität.
Gefangenschaft: Nicht weiterhin erschütternde Ahnung, sondern eigene Erfahrung.
Unrecht: Nicht weiterhin nur von außen bekämpft, sondern plötzlich von Innen wahrgenommen.“

Chris Moser war Angeklagter im sogenannten Tierschutzprozess und wurde freigesprochen (aus bewiesener Unschuld, rechtskräftig). Die verschwommenen Grenzen hinsichtlich seiner eigenen Person, dem Künstler und dem Angeklagten Moser korrespondieren in Werken wie „artgerecht“ mit den Identitätskonstruktionen und Bedeutungsproduktionen der menschlichen Spezies in Abgrenzung zum „Tier“. Mehr Bilder von „artgerecht“ findet ihr in meiner Kolumne KUNST HALLT NACH.

Chris Moser, artgerecht, 2017

Rahmenprogramm zur Moser Ausstellung bei der KUNSTSTRASSE IMST

#Eröffnung: Am 1. Dezember um 18 Uhr am neugestalteten Platz vor der Sparkasse in Imst

#Lesung: Am 3. Dezember ab 14 Uhr liest der Künstler und Autor Chris Moser aus seinem aktuellen Buch „Viva la rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand!“ (Kyrene Verlag).[1]

#Film: Am internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, ab 14 Uhr wird im Zuge der Ausstellung der preisgekrönte Dokumentarfilm „Der Prozess“ von Gerald Igor Hauzenberger gezeigt. Der Film dokumentiert staatliche Maßnahmen der Repression gegen zivilen Ungehorsam von Tierrechtsaktivist*innen. Chris Moser, ehemaliger Angeklagter des sogenannten „Wiener Neustädter Tierschutzprozesses“, wird im Film porträtiert. Im Anschluss an den Film wird über zivilen Ungehorsam und Verantwortung, sowie die wichtige Rolle der Kunst im täglichen Widerstand diskutiert.

#Performance: Eine konsumkritische Performance mit dem Titel „maßlos, übertrieben & geschmacklos wie der Konstumterror selbst!“, ist in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe ein/aus entstanden und wird  am 16. Dezember ab 14 Uhr im öffentlichen Raum gezeigt.

Öffnungszeiten

Sehen kann man/frau die Chris Moser Personale und alle weiteren Ausstellungen der Imster Kunststrasse 2017 an folgenden Wochenenden: 2. und 3. Dezember, 8. bis 10. Dezember, 16. und 17. Dezember jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Hier findet ihr das ganze Programm der KUNSTSTRASSE IMST

Organisiert wird die KUNSTSTRASSE IMST vom Kulturreferat der Stadt gemeinsam mit dem Kulturbüro, dem Organisationsteam von Pro Vita Alpina und dem Kulturverein Freiraum Imst organisiert.

Vielen Dank an Chris Moser für die zur Verfügung gestellten Fotografien!

Chris Moser lebt und arbeitet als Künstler, Buchautor und politischer Aktivist in Tirol.
Künstlerische Medien: Bildhauerei, Grafik, Collage/Assemblage
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Affe oder Mensch? Chris Mosers Skulptur „artgerecht“

Ein Kopf – zwei Gesichter. Chris Moser übersetzt einen lang anhaltenden und komplexen Diskurs in eine Skulptur, die unkompliziert und ausdrucksstark Position bezieht. Das Werk „artgerecht“ ist bald in Imst…

Ein Kopf – zwei Gesichter. Chris Moser übersetzt einen lang anhaltenden und komplexen Diskurs in eine Skulptur, die unkompliziert und ausdrucksstark Position bezieht. Das Werk „artgerecht“ ist bald in Imst zu sehen, hier ein kleiner Vorgeschmack.

Die Gipsbüste zeigt eine Figur mit zwei Gesichtern. Das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines Schimpansen, die an den Hinterköpfen ineinander verschmolzen sind und so eine Einheit bilden. Unter dem Hals formt sich die Skulptur zu einem runden Sockel, der am unteren Ende die Aufschrift trägt: „…artgerecht ist nur die freiheit ist artgerecht ist nur die freiheit ist argerecht ist nur die freiheit ist artgerecht….“[1]

Chris Moser, artgerecht, 2017

Chris Moser, artgerecht, 2017

Radikale Verbundenheit

Die Frage, wer denn nun wen anblickt, beziehungsweise, ob das Tier zurückblickt, den Menschen anblicken kann, wird hier ad absurdum geführt. In der Verschmelzung von Mensch und Tier hin zu einem hybriden Wesen provoziert Moser eine tiefgreifende In-Frage-Stellung der ohnehin unscharfen und verschwommenen Speziesgrenze in künstlerischer Form und verweist auf die Verbundenheit von Mensch und Tier.

Mit Verbundenheit, im wissenschaftlichen Kontext, beschäftigt sich Susanna Magdalena Karr in ihrer Publikation „Verbundenheit. Zum wechselseitigen Bezogensein von Menschen und Tieren“ (Neofelis Verlag), in dem sie schreibt: „Das Anerkennen der Verbundenheit als Gegebenheit fordert weitreichende Revisionen im Umgang mit anderen Lebensformen. So wird die Kategorisierung aller nicht-menschlichen Lebewesen als „Material“ oder „Produkt“ fallen müssen.“

Frei von Überlegenheitsgefühlen

Problematisiert wird die vom Menschen selbst auferlegte Superiorität in der Tierwelt, seine Überlegenheits- und Allmachtsgefühle, die ähnlich wie bei Rassismus und Sexismus auf Ab- und Ausgrenzung beruhen, um Diskriminierung zu legitimieren und zu forcieren. Die Dekonstruktion dieser veralteten kategorialen Grenzen befreit in erster Linie den Menschen selbst und macht Hierarchisierung und stures Beharren auf menschlicher, männlicher, oder weißer Dominanz überflüssig. Chris Moser Werk „artgerecht“ ist bei der KUNSTSTRASSE IMST erstmals öffentlich zu sehen.

Chris Moser, hier beim Modellieren der Skulptur artgerecht, 2017

Vielen Dank an Chris Moser für die zur Verfügung gestellten Fotografien und die Möglichkeit der Erstveröffentlichung!

Chris Moser lebt und arbeitet als Künstler, Buchautor und politischer Aktivist in Tirol.
Künstlerische Medien: Bildhauerei, Grafik, Collage/Assemblage
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Neueste Publikation: Chris Moser, Viva la Rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand, 978-3-902873-58-3, Kyrene Verlag, 2016 – gelesen von Victoria Windtner.

[1] Mich erinnert der Spruch an das Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen“, von Publizistin und Philosophin Hilal Sezgin. Sezgin tritt für einen liberalen Islam ein und engagiert sich für die Rechte von Tieren. Der Spruch ist nach Auskunft von Chris Moser jedoch schon viel älter als das Buch.
[2] Chris Moser in meiner Kolumne: KUNST HALLT NACH: Bist du ein Homo ABER? – Radikalkunst von Chris Moser; Lähmende Endlosschleifen durchbrechen – Radikalkunst von Chris Moser

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