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Kategorie: Body. Soul.

Menschen, die die Welt verbessern: Auf einen Tee mit Andreas Vojta

Im zweiten Artikel meiner Serie „Menschen, die die Welt verbessern“, stelle ich euch Andreas Vojta vor – ein Mann, der in mehrerlei Hinsicht hervorragend ist. Aber lest selbst… Auf einen…

Im zweiten Artikel meiner Serie „Menschen, die die Welt verbessern“, stelle ich euch Andreas Vojta vor – ein Mann, der in mehrerlei Hinsicht hervorragend ist. Aber lest selbst…

Auf einen Tee mit Andreas Vojta, dem schnellsten Mann Österreichs

Bild: Doris

Es ist ein später Nachmittag an einem windigen Mittwoch im Februar 2020, an dem ich hier auf der Mariahilfer Straße stehe und beobachte, wie sich Andreas mit einer Frau und ihrem Kind schon einige Minuten lang über die Bilder unterhält, die auf den Bildschirmen des heutigen „Cube of Truth“ gezeigt werden. Ich und andere Passant*innen sehen eine betäubungslose Kastration von Ferkeln, sehen, wie Kälber und Schweine in Schlachthöfen getötet werden. Es ist nicht einfach, sich diese Bilder anzusehen. Ich spreche mit den Aktiven von „Anonymous for the Voiceless“ über die Übelkeit, die in mir hochkommt, wenn ich mir diese Videos ansehe.

Andreas, noch immer im Gespräch, ist nicht nur Profisportler, 36-facher Staatsmeister im Mittel- beziehungsweise Langstreckenlauf, sondern auch Aktivist bei „Anonymous for the Voiceless“. Zum Veganismus ist Andreas gekommen, weil er sich in den letzten Jahren vermehrt mit den Themen Umwelt- und Tierschutz sowie Nachhaltigkeit auseinandergesetzt hat. So wurde für ihn klar, dass individuelle Kaufentscheidungen immer auch einer Stimmabgabe bei einer Wahl gleichen. Diese Reflexionen bringen allerlei Fragen mit sich: Was sind meine Werte? Was ist mir wichtig? Wie soll diese Welt aussehen, wenn es nach mir geht? Was möchte ich unterstützen, was nicht?

Und so kam bei Andreas ein Prozess in Gang, der ihn zuerst zum Vegetarier und dann zum Veganer werden ließ. Bei dieser Veränderung ging es ihm nicht darum, seine sportliche Leistung zu verbessern, und doch bemerkte er bald nach der Umstellung positive Effekte in dieser Hinsicht. Vor allem, dass er schneller regeneriert und der Körper nach dem Essen nicht so belastet ist. Das und vieles anderes verrät mir Andreas vor der Demo bei einer Tasse Tee:

Doris: Hi Andreas, kannst du mir mal ein bisschen was über dich erzählen?

Bild: Wilhelm Lilge

Andreas: Ja, ich fang mal ganz vorne an. Ich bin Andreas Vojta, bin quasi Profi-Läufer kann man sagen, also ich renn hauptberuflich im Kreis, sag ich immer gern. Ich hab schon als Jugendlicher im Sportunterricht die anderen in meiner Klasse ohne Probleme überrunden können, und so bin ich zum Laufsport gekommen, den ich nun schon viele Jahre als Leistungssportler betreibe.

Wie kann ich mir dein Trainingspensum ungefähr vorstellen?

Ich mach halt Mittel-/Langstreckenlauf, früher mehr 1500 Meter, jetzt mehr Fokus auf 5.000 Meter, also das ist dann schon Langstrecke in der Bahn-Leichtathletik, und ja, die reine Trainingszeit ist nicht so viel. Ich sag mal acht, neun, zehn Stunden ist jetzt wirklich die Zeit, wo man läuft, also neun bis zwölf Einheiten pro Woche. In meinem Fall vom Umfang her so 120 bis 150 Kilometer.

Und wie geht’s dir da mit der Belastung? Also das muss der Körper ja auch aushalten.

Ja, natürlich, ein wichtiger Punkt ist halt, unabhängig von der Ernährung, Regeneration – Erholung für den Körper, das ist eigentlich der Schlüssel; dass man nach einer Belastung eine Entlastung hat, und entsprechend sich da wieder neu und im Optimalfall stärker aufbaut.

Wie war das bei dir mit der Umstellung auf vegan?

Das war im Mai 2018. Also ich war im Prinzip eineinhalb, zwei Jahre vegetarisch, seit 2016, und dann jetzt nicht ganz zwei Jahre vegan. Und ja, im Nachhinein betrachtet, das Beste wahrscheinlich, was ich je gemacht hab. Ich bin eigentlich von Haus aus mit der Einstellung reingegangen: Nährstoffe (ohne mich viel damit beschäftigt zu haben) sind da und da gleich, und wenn ich die hab, dann kann ich meine Leistung bringen. Daraufhin hab ich mich natürlich schon noch sehr viel eingehender mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt. Sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen, ist aber eigentlich für jeden zu empfehlen, nicht nur für Spitzensportler.

Welche Veränderungen hast du nach der Ernährungsumstellung bemerkt?

Was ich im Allgemeinen merke, und was man wahrscheinlich von vielen Leuten hört – unabhängig, ob Sportler oder nicht –, die vegan sind: ich regeneriere recht gut, ich fühle mich einfach viel schneller frisch. Als ich noch nicht vegan war, hab ich mich nach dem Mittagessen und dem Vormittagstraining oft schlapp gefühlt. Das hat sich jetzt mit der veganen Ernährung deutlich verbessert. Also da merkt man schon, der Körper ist einfach schneller wieder da und das hilft natürlich, ich kann besser trainieren, ich bin frischer in den Wettkämpfen. Es ist halt so im Spitzensport, wenn du ein halbes Prozent rausholen kannst, kann das einen Riesenunterschied machen, wenn ich auf 5.000 Meter fünf Sekunden schneller renne, das kann ein Unterschied zwischen Olympia-Teilnahme und irgendwo Mitläufer sein.

Wie bist du dann zum Tierrechtsaktivismus gekommen?

Bild: Doris

Wenn man sich damit beschäftigt und einem das wichtig ist, merkt man einfach, okay, selbst was zu tun und bei anderen wegzuschauen, das geht irgendwie nicht, genauso wie bei anderen Dingen, die ich als Ungerechtigkeit erachten würde. Wenn irgendjemand seinen Hund auf der Straße schlägt, würde ich auch nicht weitergehen, sondern sagen: „Hey, was machst du da?“ So bin ich dann zu „Anonymous for the Voiceless“ gekommen. Das Konzept hat mir einfach gefallen. Man zeigt auf der Straße den Leuten den Alltag beziehungsweise die Realität in der Tierindustrie. Wenn die Leute interessiert sind, bleiben sie stehen, und fragen vielleicht selber aktiv nach, dann informiert man sie darüber. Außerdem lernt man coole Leute kennen, was auch wichtig ist, gerade, wenn man vegan lebt, weil vielleicht im eigenen Freundes- oder Familienkreis (noch) nicht so viele vegan sind. Neben dieser Art von Street-Aktivismus versuche ich auch, über meine Präsenz als Sportler auf das Thema aufmerksam zu machen.

Vielen Dank für das spannende Interview und deinen Einsatz für die gute Sache! Alles Gute!

 

Dieses Interview haben wir noch in der Zeit vor Covid-19 geführt. Danach hat sich auch für Andreas die Saisonplanung natürlich radikal verändert. Er ließ sich dadurch aber nicht beirren, denn auch in Punkto Mentaltraining ist er top und geht seinen Weg entschieden und selbstbewusst weiter. Aktuell (November 2021) hat er seinen 45. (!!) Staatsmeistertitel gewonnen. Mehr Informationen über Andreas, seinen Trainingsalltag, und seine sportlichen Erfolge findet ihr auf seinen Webpräsenzen:

Facebook-Seite von Andreas Vojta
YouTube-Channel von Andreas Vojta

Mein erster Beitrag zur Serie „Menschen, die die Welt verbessern“ dreht sich um Silvia und die (zeitgemäße) Arbeit.

Kennt ihr Menschen, die die Welt verbessern und die auf The bird’s new nest vorgestellt werden sollten? Ich freue mich auf eure Tipps und Vorschläge!

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Zuerst Corona, dann Intensivstation und Gehirnblutung

Als meine Eltern Anfang diesen Jahres beide in der gleichen Woche an Covid verstorben sind, war das für mich einer der schlimmsten Momente in meinem Leben. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit…

Als meine Eltern Anfang diesen Jahres beide in der gleichen Woche an Covid verstorben sind, war das für mich einer der schlimmsten Momente in meinem Leben. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, den Tod der eigenen Eltern irgendwann zu erleben, sind die Art und Umstände wie dies passiert ist und dass beide fast gleichzeitig gestorben sind eine Erfahrung, die für mich nur schwer zu bewältigen war. Zum Glück hatte ich viel Unterstützung von meinem Partner und Freunden, nicht nur was die Verarbeitung des Schocks direkt nach ihrem Tod betrifft, sondern auch bei Dingen wie der Räumung der Wohnung meiner Eltern wurde ich tatkräftig unterstützt.

Trotz vieler helfender Hände hat es bis Ende Mai gedauert, bis die Wohnung gekündigt und zurückgegeben war. Der Wohnung ein letztes Mal Lebewohl zu sagen war nach Monaten des Aussortierens, Ausmistens und Aufräumens trotz aller Trauer eine Erleichterung. Eine Art Abschluss des Kapitels, eine Möglichkeit, wieder nach vorne zu blicken und langsam beginnen ein wenig Abstand zu gewinnen. Das Jahr hatte so schrecklich begonnen, deshalb konnte es jetzt ja nur noch bergauf gehen.

Um uns ein wenig von den letzten Monaten zu erholen, wollten mein Partner Daniel und ich uns nach der Wohnungsrückgabe und zur Feier meines Geburtstags eine Woche im Wohnwagon gönnen. Der Tod meiner Eltern, das Räumen der Wohnung und nicht zuletzt das gemeinsame Geschäft waren eine sehr stressige Mischung und eine Woche in einem autarken Tiny House – nur wir beide gemeinsam – war eine paradiesische Vorstellung.

Was dann passiert ist, damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Nicht unbedingt, weil ein schreckliches Ereignis im Jahr doch genug sein sollte oder weil es doch nicht schon wieder meine allerliebsten Menschen treffen kann. Sondern weil ich noch dabei war, mich zu erholen – den Tod der eigenen Eltern zu verkraften dauert, auch wenn es mit der Zeit tatsächlich leichter wird und sich der Schmerz immer mehr mit schönen Erinnerungen abwechselt.

Stress dieser Art hinterlässt auch Spuren. Auf einmal werden ganze Büschel an Haaren grau, man kann in der Nacht nur schlecht einschlafen, auch mit dem Durchschlafen gibt es Probleme. Die Energiereserven sind begrenzt, man ist schneller am Ende seiner Kräfte, schneller gereizt, schneller in Tränen aufgelöst. Es wird alles schnell zu viel. Bei Daniel bemerke ich in dieser Zeit immer wieder eigenartige Aussetzer. Nur ganz kurz, fast könnte man sie übersehen, wenn wir nicht laufend Tag und Nacht zusammen verbringen würden.

Gefühlt bemerke ich die Aussetzer eher als er selber, oder er lässt es sich nicht anmerken. Ich bitte ihn, zum Arzt zu gehen, für mich sind diese Episoden erschreckend, vor allem weil sie meinem Empfinden nach zunehmen. Zuerst fällt mit nur einmal die Woche auf, dass er plötzlich innehält, mitten in einer Bewegung, mitten im Gespräch, so als würde die Zeit stillstehen. Und kurz darauf läuft die Zeit weiter, so als wäre nichts passiert. Aber bevor ein Arzt konsultiert werden kann, ist doch noch so viel zu tun. Die Wohnung, das Geschäft, der Urlaub… Und irgendwann treten diese Anfälle täglich auf. Und doch sind sie so subtil, dass sie außer mir niemandem auffallen. Vielleicht war auch das einer der Gründe, weswegen ein Arztbesuch nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stand. Außerdem war bei Daniel die Hoffnung groß, dass der Urlaub das Stresslevel deutlich senken und diese Episoden von selbst wieder verschwinden würden. Denn ja, vielleicht war es wirklich nur der Stress?

Endlich im Wohnwagon angekommen wurde es aber nicht besser, sondern noch schlechter. Die Anfälle wurden deutlicher und kamen nun schon alle paar Stunden. Und mir wurde immer klarer, dass hier etwas definitiv nicht in Ordnung war. Und irgendwann war es dann für mich zu viel, Daniel machte immer mehr den Eindruck als würde er bei einer der nächsten Anfälle möglicherweise ohnmächtig werden und nach dem bisher größten Anfall, den ich mitbekommen hatte, habe ich die Rettung angerufen. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es Daniel da schon so schlecht ging, dass er froh war, dass ich Hilfe geholt habe.

Nach einer kurzen Untersuchung durch die Rettungssanitäter wurde er sofort in den Rettungswagen gepackt und ins nächstgelegene größere Krankenhaus gebracht. In der Erwartung, dass er dort untersucht und dann noch am selben Tag entlassen werden würde, bin ich mit dem Auto zu einem Park in der Nähe des Spitals gefahren, auch um dort per Handy erreichbar zu sein – beim Wohnwagon gab es kaum Handyempfang, was auch das Rufen der Rettung ziemlich problematisch gemacht hat. Vom behandelten Arzt wurde ich dann auch angerufen und noch einmal zu seinen Symptomen und anderen Details befragt. Später dann habe ich von Daniel Bescheid bekommen, dass er gerade diverse Untersuchungen durchläuft. Und dass er an diesem Tag nicht mehr entlassen werden würde. Nach Urlaub war mir definitiv nicht mehr, also habe ich die Entscheidung getroffen, zurück zum Wohnwagon zu fahren, unsere Sachen zu packen und zu Hause auf weitere Informationen zu warten. Irgendwann in der Nacht bin ich dann relativ erschöpft angekommen.

Bei Daniel wurde in Folge der Untersuchungen ein sehr großes Gewächs in der rechten Hirnhälfte festgestellt. So groß, dass es nicht nur die Anfälle ausgelöst, sondern auch schon die Mittellinie des Hirns verschoben und dieses hat anschwellen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war die einzige Lösung eine Operation, die möglichst bald durchgeführt werden sollte, aber da der Eingriff aufgrund der Umstände sehr komplex war, mussten die nächsten Tage entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden, ohne die ein solcher Eingriff gar nicht möglich wäre. Mir ist bis heute nicht klar, wie kompliziert die Operation eigentlich war, ob die Schwellung des Hirns und die Größe des Tumors stark erschwerende Umstände waren oder ob die Möglichkeit, alle Untersuchungen vorher durchführen zu können den Eingriff doch etwas weniger riskant gemacht haben. Auf mich haben die Tage vor der Operation auf jeden Fall den Eindruck gemacht als wäre alles unter Kontrolle und die Operation selber zwar nicht simpel, aber trotzdem erfolgsversprechend.

Die OP sollte einige Stunden dauern und ich nachher von der behandelnden Ärztin über den Verlauf informiert werden. Als zum erwarteten Zeitpunkt kein Telefonanruf kam, wurde ich nervös, wollte aber natürlich auch nicht gleich nachtelefonieren. Eine halbe Stunde später habe ich es nicht mehr aufgehalten, angerufen und die Information bekommen, dass die Operation noch andauert. Mir war nicht klar, ob das nun ein schlechtes Zeichen sein sollte oder es nicht doch normal sein könnte, wenn eine OP ab und zu länger dauert?

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich noch warten musste, bevor ich von der Ärztin angerufen wurde. Bei der Operation hätte es Komplikationen gegeben. Daniels Gehirn war doch stärker angeschwollen als vermutet und es sei zu einer Gehirnblutung gekommen. Er hat viel Blut verloren und liegt nun auf der Intensivstation im induzierten Tiefschlaf. Im Koma. Ob er wieder aufwacht? Es sieht nicht gut aus. Möglicherweise wird er die Nacht nicht überleben.

Was eine solche Nachricht mit einem macht ist nicht nur schwer zu beschreiben, ich glaube nicht, dass irgendwelche Worte ausreichen um jemanden begreifbar zu machen, was in einem solchen Moment passiert. Genauso wie ein Mensch kein Schmerzgedächtnis hat, können vielleicht auch Empfindungen dieser Art nur in ganz extremen Situationen ausgelöst werden. Zu sagen bekommen, dass der eigene Lebenspartner mit dem man den Rest seines Lebens verbringen wollte möglicherweise in einigen Stunden nicht mehr leben wird war unbeschreiblich schrecklich. Was ich mit dem Wort „emotionaler Schmerz“ beschreiben würde war so unerträglich, dass ich immer wieder das Gefühl hatte, diesen Zustand keine Sekunde länger aushalten zu können.

Meine Erinnerung an die darauffolgenden Tage ist ein Durcheinander von Telefonaten mit dem Krankenhaus – Daniel hatte die Nacht wie durch ein Wunder überlebt, aber der Gehirndruck war viel zu hoch -, stundenlanges Liegen im Bett – ich hatte kaum Kraft irgendetwas zu tun, auch nicht zu Essen – und endlose Tränen. Dann Besuche auf der Intensivstation. Daniel mit komplett verbundenem Kopf und Körper, in einer schrägen Liegeposition, gefühlt hunderte Schläuche im und am Körper, Unmengen an Monitore, Maschinen, künstliche Beatmung. Wie geht es dir? Hast du Schmerzen? Erkennst du mich, weißt du, wer ich bin? Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr. Ich berühre dich ganz vorsichtig an der Hand, spürst du das? Ich bin’s, ich bin bei dir.

In der Nacht kann ich nicht schlafen, ich bin ständig darauf gefasst, einen Anruf mit einer schlechten Nachricht aus dem Krankenhaus zu bekommen. So wie vor einigen Monaten meine Eltern betreffend. „Ihr Vater… er hat es leider nicht geschafft.“ Und ein paar Tage später: „Ihre Mutter ist leider auch gestorben.“ Jeden Tag kommt im Laufe des Vormittags ein Anruf von der diensthabenden Ärztin oder dem diensthabenden Arzt um mich über Daniels Zustand zu informieren. Der leider nicht besser wird, der Hirndruck sinkt nicht und auch die Blutung wird vom Körper nicht abgebaut. Möglicherweise muss nochmals operiert werden, um das Blut aus dem Kopf direkt abzusaugen, man will sich den Verlauf die nächsten Tage ansehen.

Tags darauf werde ich darüber informiert dass sich Daniels Zustand über Nacht so verschlechtert hat, dass er notoperiert werden musste um das Blut sofort abzusaugen. Leider hatte die OP nicht den gewünschten Effekt, die Werte sind nun noch schlechter und als ich in der Intensivstation neben seinem Bett stehe zeigt mir eine Ärztin die aktuellen Bilder und meint, dass man sich aufs Schlimmste gefasst machen muss.

Vor sieben Jahren hatte meine Mutter eine Gehirnblutung. Wodurch diese damals ausgelöst wurde und warum sie so massiv war haben wir nie erfahren, aber auch sie ist einige Wochen in künstlichem Tiefschlaf gelegen. Damals war es nicht nur schrecklich das mit zu erleben, sondern auch zu sehen wie sehr mein Vater darunter gelitten hat. Aber zumindest habe ich damals schon Tipps bekommen, wie man mit jemandem, der im Koma liegt, am besten umgehen sollte. Und zwar dass man mit der Person sprechen kann und soll, sie mag zwar das Gesagte vielleicht nicht zu 100 Prozent mitbekommen, aber dass mit einem gesprochen wird hat definitiv einen Effekt. Ob nun ein direktes (einseitiges) Gespräch oder Erzählungen, leichte Berührungen und andere positive Sinneseindrücke wie Musik können helfen, den Patienten positiv zu beeinflussen.

Auch wenn man mir quasi gesagt hatte, dass ich mir keine Hoffnungen mehr machen sollte, konnte ich definitiv nicht aufgeben. Ich habe also meine letzten Kräfte zusammengekratzt und mich nach dieser Hiobsbotschaft an Daniels Bett gesetzt und mit ihm gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn über alles liebe und ihn bitte zu mir zurückzukommen, wenn er das möchte. Ich habe ihm ganz deutlich gesagt: Du bist für mich das Wichtigste auf dieser Welt. Ich brauche dich. Bitte komm zu mir zurück!

 

Gerne hätte ich alles auf einmal niedergeschrieben, aber es ist fast Mitternacht, ich bin erschöpft und habe beim Schreiben auch die meiste Zeit geweint. Bevor es für mich zu viel wird, beende ich den Artikel hier, gehe ins Bett und schreibe ein anderes Mal weiter. Vielen Dank an alle, die schon bis hierhin gelesen haben!

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Empathie – Die Basis des Zusammenlebens von Mensch und Tier

Die meisten Kinder sind von Geburt an neugierig. Sie erkunden ihre Umgebung und sind an allen anderen Dingen und Lebewesen interessiert. Das ist Teil eines angeborenen Bedürfnisses: Die Welt kennen…

Die meisten Kinder sind von Geburt an neugierig. Sie erkunden ihre Umgebung und sind an allen anderen Dingen und Lebewesen interessiert. Das ist Teil eines angeborenen Bedürfnisses: Die Welt kennen zu lernen und die Wesen, mit denen sie diese Welt teilen. Es sind entscheidende Momente in der Entwicklung des Kindes, denn – abhängig von ihrer jeweiligen Erziehung und den Erfahrungen, die sie machen – entwickeln sich Empathie und emotionale Intelligenz. In unserer Gesellschaft unterliegen sowohl das soziale Umfeld als auch das Erziehungssystem dem Speziesismus, der den Mensch als ranghöchstes Lebewesen betrachtet. Alle anderen Lebewesen werden ihm als minderwertig untergeordnet, sie haben folglich nicht die gleichen Rechte. Während ihrer Kindheit wird den meisten Kindern auf indirekte und subtile Weise vermittelt, dass die einzige Rolle der Tiere auf unserer Welt darin besteht, vom Mensch in jedweder Form benutzt zu werden. Anzeichen von Zärtlichkeit oder Mitleid mit einem Tier – vor allem mit den so genannten Nutztieren – werden im Entwicklungsprozess vieler Kinder als Zeichen von Schwäche und Unreife abgetan.

So erzählt ein Bauer in dem Dokumentarfilm „Das friedliche Reich“: „Ich wuchs in einer Bauernfamilie auf und mir wurde als Kind beigebracht, dass die Tiere für unseren Gebrauch da sind und dass dies Teil eines natürlichen Kreislaufes von Geburt und Tod ist. Ich habe das geglaubt, aber ich dachte mir auch, dass das irgendwie keinen Sinn ergibt. Denn wir hatten auch Hunde und Katzen und ich hatte eine enge Beziehung zu meinen Hunden. Wir waren wie beste Freunde, wir haben alles zusammen gemacht, doch mit den Nutztieren war das nicht so. Ich wusste nicht warum und fragte meine Mutter. Sie sagte mir, dass es normal sei sich schlecht zu fühlen wenn man Tiere tötet, um sie zu essen. Aber man dürfe sich das nicht anmerken lassen, sondern für sich behalten. Und das letzte was ich wolle, sei doch wohl als schwach zu gelten.“

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Dieser Prozess von schon fast brutaler Dissoziation und Desensibilisierung, der den Kindern beigebracht wird, scheint auf den Bauernhöfen und im Viehgeschäft notwendig. Im kleinerem Maßstab geschieht es ebenso in der Erziehung der Großstadtkinder, die darüber hinaus weniger persönliche Erlebnisse mit Nutztieren haben. Alles läuft auf sehr subtile Weise ab. Beispielsweise lesen wir den Kindern Geschichten vor, die lächelnde und glückliche Nutztiere zeigen. Diese Nutztiere geben geradezu mit Dankbarkeit ihren Körper für das Produkt her, das aus ihnen gemacht wird. All die Grausamkeit, die Nutztiere tagtäglich erleiden, wird ausgelassen, das Wort „Tod“ niemals erwähnt. Es werden vage Begriffe benutzt, um sich auf bestimmte Körperteile zu beziehen, beispielsweise verwendet man „Lende“ statt „Kalbfleisch“, „Schinken“ anstelle von „Schweinekeule“. Darüber hinaus wird das tierische Endprodukt unkenntlich gemacht und das bis zu dem Punkt, der es unmöglich macht, eine Verbindung zwischen den Lebensmitteln aus dem Supermarkt und den Tieren, von denen sie stammen, herzustellen.

Am Ende gehen viele Kinder dann davon aus, dass die Milch von einem unendlichen Brunnen stammt und Schnittkäse oder Nuggets von einer Fabrik kommen, die wie Kekse oder Brot produziert werden, oder dass es Fischstäbchenfische gibt. Die Kinder werden älter und bleiben unwissend oder auch ignorant gegenüber der schmerzlichen Wahrheit, die die Nutztiere sowohl auf Bauernhöfen als auch in grösserer Massentierhaltung erleiden und vor der Bauern, Produzenten und deren Kinder die Augen verschließen (müssen). Denn für die meisten Menschen ist die Vorstellung untragbar, für den grausamen Tod eines anderen Lebewesens verantwortlich zu sein, wenn auch oft nur indirekt durch den Fleischkonsum. Hackbraten, Steak, Filet – sie sind alle hübsch dekoriert angerichtet und verschleiern so die Tatsache, dass vor uns ein totes Tier auf unserem Teller liegt, das wegen uns Schmerzen und Qualen erleiden musste.

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Tierrettungshöfe, Tierschutzhöfe und Gnadenhöfe stellen eine Alternative zu all dem dar. Sie zeigen uns eine bessere Welt. Tier und Mensch leben in Koexistenz, ohne einander in irgendeiner Weise zu schaden oder die Freiheit und Lebensqualität des anderen Lebewesens einzuschränken. Kinder lernen dort die Bedürfnisse und Eigenarten der sogenannten Nutztiere kennen. Sie lernen, mit ihnen zu fühlen, genauso wie sie es mit ihren Hunden und Katzen Zuhause tun. Und sie sehen, dass es einen anderen, unkonventionellen Weg gibt, der auf Respekt und gegenseitiger Wertschätzung basiert.

PädagogInnen und KinderpsychologInnen bestätigen die hohe Bedeutung des Erlernens von Empathie. Ein gesundes Einfühlungsvermögen ist die Basis für ausgewogene soziale Beziehungen und ein stabiles Selbstwertgefühl. Etwa im ersten Lebensjahr werden Kinder sich ihrer selbst bewusst und fangen an, andere Menschen von sich selbst zu unterscheiden. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr sind sie fähig zu verstehen, dass andere Lebewesen ihre eigenen Gefühle haben. Rund um das sechste Lebensjahr begreifen sie, dass andere Menschen ihre eigene Lebensgeschichte haben und dass diese ihre emotionalen Reaktionen beeinflusst. Mit etwa zehn Jahren können sie sich in die Lage anderer hinein versetzen und die Gefühle anderer Lebewesen verstehen. Diese gesamte Entwicklung wird durch einen grundlegenden Lernprozess bei Kindern stimuliert: Nachahmung. Bei der Kindererziehung sind daher nicht nur Erklärungen über richtig und falsch erforderlich, sondern vor allem müssen diese Erklärungen mit den Handlungen und Taten der Erwachsenen übereinstimmen.

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Die vegane Lebensweise ist für Tiere und Menschen der höchste Ausdruck für Gerechtigkeit, Respekt und Empathie und bringt Vorteile für Mensch, Tier und Umwelt. Unter den Studien, die Dr. Ernst W. Heinrich zusammengestellt hat, zeigt sich beispielsweise, dass die durchschnittliche Intelligenz veganer Kinder höher ist, als die von nicht vegan lebenden Kindern. Gründe dafür sind eine gesündere, weniger toxische Ernährung, was wesentlich für eine hohe intellektuelle Leistungsfähigkeit ist, sowie die Bildung einer intensiven Empathiefähigkeit. Die Basis dazu ist eine antispeziesistische Erziehung, die Tier und Mensch den gleichen Wert zuspricht, und den Kindern zeigt, wie man respektvoll mit anderen Lebewesen umgeht und zusammenlebt. Gerade die Entwicklung von Empathie im frühen Kindesalter ist eine Grundlage dafür, dass sie später einmal jedem Lebewesen mit Respekt und Aufrichtigkeit gegenüber treten.

Letztendlich ist das der Wegweiser in eine bessere Zukunft für uns alle.

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Crowdfunding für „Maha Maya Center of Consciousness“ – Die Gründerin des Sozialprojekts in Indien im Interview

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf von den Kolleg*innen der Crowdfunding-Plattform für Gemeinwohlprojekte, mit der Bitte um Inputs und Kontakte für ein sehr schönes und wichtiges Projekt: das Maha…

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf von den Kolleg*innen der Crowdfunding-Plattform für Gemeinwohlprojekte, mit der Bitte um Inputs und Kontakte für ein sehr schönes und wichtiges Projekt: das Maha Maya Center of Consciousness. In Kerala/Indien soll in den kommenden Monaten ein Zentrum für Frauen und Kinder, die Gewalt erlitten haben, entstehen. Denn eine misshandelte Frau gilt in Indien als wertlos – sie verliert das eigene Elternhaus, jegliche Form der Erwerbsmöglichkeit und somit den Schutz für ihre Kinder.

Dahinter steht die gebürtige Österreicherin mit indischen Wurzeln Parvati Reicher. Gemeinsam mit ihrer Team-Kollegin Andrea Mastny und vielen anderen Helfer*innen kümmert sich um den Aufbau und die Finanzierung des Zentrums. In einem gemeinsamen Workshop haben wir über Möglichkeiten der Verbreitung des Projekts gesprochen und ich habe angeboten, die Community von The bird’s new nest darüber zu informieren.

Wie die Idee entstand, worum es genau im Maha Maya Center of Consciousness gehen wird, warum sich Parvati auch an Unterstützer*innen in Österreich und Europa richtet und welche Rolle Permakultur und Nachhaltigkeit dabei spielen wird, erzählt die Gründerin im Crowdfunding-Interview mit The bird’s new nest.

Wolfgang: Liebe Parvati, du bist die Gründerin des Maha Maya Center of Consciousness in Indien. Wie kam es dazu?

Parvati: Zunächst mal ist es vermutlich meinen indischen Wurzeln zuzuschreiben, dass ich mich so stark nach Indien hingezogen fühle. Ich bin gebürtige Österreicherin, meine Mutter zur Hälfte Inderin. Auch meine Tochter ist ein indisches Mädchen. Die Einfachheit, die Spiritualität, die im Alltag einen ganz normalen Stellenwert hat, das sind Aspekte, die für mich immer sehr anziehend waren.

Seit sehr langer Zeit verbringe ich jährlich ein paar Monate in Indien. Ich habe viele Techniken der Meditation und des energetischen Arbeitens gelernt, Zeit im Ashram im Himalaya verbracht und bei vielen Schulprojekten mitgearbeitet. Dabei ging es immer um ganz Elementares, wie Schulutensilien, warmes Gewand für die Kinder, Trinkwasser organisieren usw.

Was dabei so immens erfüllend war, ist, dass man auf diese Weise mit so wenig so viel verändern kann. Vorbei an Bürokratie, unmittelbare Hilfe wo es wirklich notwendig ist.

Gründerin Parvati Reicher und ihr Team

Wolfgang: Unter anderem möchtest du dort Frauen und Kindern, die Gewalt erlitten haben, helfen. Wie genau?

Parvati: Zuerst bekommen die Frauen und Kinder, die wegen Misshandlungen ihr Zuhause verloren haben, ein ruhiges Heim, einen Raum und ein Bad für sich. Sie bekommen bei Bedarf medizinische Hilfe und kraftvolles vegetarisches Essen aus unserer Permakultur. Sie haben eine eigene Küche, in der sie sich ihr Essen selbst zubereiten können.

Ich selbst verlege meinen Wohnsitz nach Kerala in das Maha Maya Center, um für diese Frauen jederzeit da zu sein und um mit ihnen genau so zu arbeiten, wie ich es in den letzten 20 Jahren hier in Europa mit vielen Menschen gemacht habe. Ein ruhiger geregelter Tagesablauf, mit Kinderversorgung, für sich selbst Kochen, Körpertherapie und Meditation (HIAO Healing), Therapien und Ausbildung werden ihren Alltag ausmachen.

Schon jetzt gibt es hier in Österreich verschieden Therapeut*innen die sich gemeldet haben, um ihre Erfahrung anzubieten und eine Zeit lang im Maha Maya Center mitzuhelfen. Es sind Traumatherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und so weiter.

Es ist meine Absicht eine Schule zu bauen, damit die Kinder und möglicherweise ihre Mütter im gesicherten Rahmen Bildungsmöglichkeiten bekommen.

Wolfgang: Permakultur und bewusstes Leben spielen ebenfalls eine große Rolle. Welche?

Parvati: Wirklich ausheilen können wir alle nur, wenn wir achtsam mit uns werden. Dazu gehört das passende Umfeld, das was wir denken und selbstverständlich auch das was wir essen. Wenn wir das Leben an sich nicht lieben, werden wir nie dazu kommen uns selbst zu lieben. Ohne dieser Liebe gibt es keinen Selbstwert, keinen Sinn im Leben. Diese Erfahrung werden wir alle in unserer Permakultur machen. Alle die dort arbeiten, alle westlichen Menschen, die ins Retreat Center kommen und unbedingt die Frauen, die dort im Healing Home leben.

Abgesehen davon wird es für die Frauen oder ihre heranwachsenden Kinder die Möglichkeit geben, eine Ausbildung zur Bio-Gärtner*in zu machen und sich damit eine Selbstständigkeit – zum Beispiel in einer Community mit anderen Frauen des Zentrums – aufzubauen. Dies ist eine Möglichkeit, wie sie sich ein Leben außerhalb des Maha Maya aufbauen können.

Wolfgang: Was planst du noch in deinem Center? Es soll ja auch ein Seminarzentrum entstehen.

Parvati: Genau genommen plane ich nicht, sondern es entsteht gerade. Ich konnte das Grundstück erwerben und die Fundamente werden gebaut. Jetzt braucht es die Finanzierung, um wirklich bauen zu können. Das Seminarzentrum ist für Menschen gedacht, die mit ihrer Yogagruppe, Qi Gong, Tanzgruppe und ähnlichem – also alles rund um die Klärung des eigenen Seins – ins Zentrum kommen.

Ich vermiete also einen Teil des gesamten Grundes, den Retreat-Teil an Lehrer*innen, die mit ihrer Gruppe kommen, um in Indien zu unterrichten und die Wurzeln der Spiritualität zu erfahren. Es werden Lehrer*innen sein, die ihren Schüler*innen anbieten, sich für zwei oder drei Wochen von allem zu lösen, um sich ganz auf ihre Praxis einzulassen.

Im Zentrum finden die Gruppen einen wunderschönen Seminarraum, liebevoll eingerichtete Zimmer und vegetarische Verpflegung. Mit diesen Einnahmen werde ich zum einen das Zentrum refinanzieren und zum anderen das Healing Home erhalten und weiter aufbauen.

Die unterschiedlichen Bereiche im Maha Maya Center

Wolfgang: Über die Crowdfunding Plattform der Genossenschaft für Gemeinwohl kann man dein Projekt unterstützen. Erzähl‘ doch noch mehr darüber!

Parvati: Wie schon gesagt war es mir möglich, das 10.000 Quadratmeter große Grundstück zu erwerben. Dann suchte ich nach einer Möglichkeit der Finanzierung und habe von der Gemeinwohl-Genossenschaft erfahren. Mir wurde bewusst, dass es zum Projekt passt, wenn viele mithelfen, es entstehen zu lassen.

Zum einen soll im Zentrum vielen Menschen geholfen werden und somit darf es auch durch viele Menschen entstehen. Zum anderen unterstreicht es die Tatsache, dass es wieder mehr darum gehen kann, dass wir alle zusammen helfen, um die Menschlichkeit als höchste Religion zu erfahren und somit zu einem höheren Miteinander gelangen.

Gemeinwohl bietet neben der Plattform die rechtlichen Grundlagen, sodass die Geldgeber, die leihen oder spenden, ganz wie sie wollen, sich bestens informieren können und einen Vertrag bekommen. Die Tatsache, dass man sich wirklich beweisen muss, um das Gemeinwohlsiegel zu erhalten, erzeugt auf beiden Seiten Vertrauen, ohne das so etwas natürlich nicht umsetzbar wäre.

Wolfgang: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Noch bis Ende Juni 2021 könnt ihr die Crowdfunding-Kampagne für das Maha Maya Center of Consciousness unterstützen und mithelfen, das Healing Home für indische Frauen und Kinder, das Retreat Center und den Permakulturgarten aufzubauen. Parvati und Andrea freuen sich über jeden Support – also gerne das Projekt teilen oder die Pressemeldung an relevante Kontakte weiterleiten.

Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

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Meine Eltern sind tot, gestorben an Corona

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte,…

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte, sollte auch ich in Quarantäne, zehn Tage lang. Besagter Artikel entstand am Anfang meiner Quarantäne. Beide meiner Eltern waren im Krankenhaus, positiv auf Covid-19 getestet und insofern stabil, dass sie nicht künstlich beatmet werden mussten. Trotzdem war der Gesamtzustand alles andere als positiv, mindestens einmal täglich war ich mit dem betreffenden Krankenhaus in Kontakt. Ich war vor Ort, als mein Vater mit der Rettung abgeholt wurde und habe mir entsprechend große Sorgen um ihn gemacht: „Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. […] Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt.“

Trotzdem habe ich gehofft, dass er sich wieder erholen würde. Genauso wie meine Mutter, die in ihrem Leben schon so einige schwere Krankheiten überlebt hatte. Penicillin-Schock. Lungenembolie. Brustkrebs. Gehirnblutung. Wobei sie letztere leider zur Risikopatientin gemacht hat. Dazu kam, dass ihre Magensonde stark entzündet war, was keiner der beiden PflegerInnen der 24-Stunden-Pflege aufgefallen ist. Auch im Pflegekrankenhaus davor hatte man sich jahrelang geweigert, die Magensonde zu entfernen, obwohl sie nicht mehr nötig gewesen wäre. Meine Erlebnisse mit der „Pflegehölle Österreich“ sind aber einen eigenen Artikel wert.

Immer wieder liest man von über 100-Jährigen, die eine Corona-Infektion überlebt haben, also warum nicht auch meine Eltern? Doch egal wie viel Hoffnung man haben mag, die Angst ist ständig im Hintergrund: „Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss.“

Es tut uns sehr leid…

Und dann war es doch genau so, wie ich befürchtet hatte. Am Vormittag des 11. Januar 2021 klingelt mein Telefon: „Es tut uns sehr leid, Ihr Vater ist gerade gestorben.“ Diese Nachricht trifft mich wie ein schwerer Schlag und das ist nicht sprichwörtlich gemeint, mein ganzer Körper schmerzt, es tut furchtbar weh, überall. Gleichzeitig blockiert der Schmerz mein Gehirn, ich kann nicht klar denken, alles ist wie in Watte gehüllt. Was ist passiert? Gestern klang der Bericht aus dem Krankenhaus doch noch leicht optimistisch. Doch Corona war wohl einfach eine zu große Belastung für den 82-jährigen Körper meines Vaters. Ich kann es nicht fassen. Gerade noch habe ich mit ihm gesprochen, was wir dieses Jahr vorhaben. Was erledigt werden soll. Wobei ich helfen kann. Und jetzt ist er auf einmal weg.

Ich liege im Bett und weine. Kann nicht aufstehen. Kann nichts essen, keinen klaren Gedanken fassen. Gefühlt tagelang. Doch so lang kann es nicht gewesen sein, denn ich muss mich darum kümmern, wann mein Vater für die Bestattung freigegeben wird. Ein Bestattungsunternehmen suchen, das alles abwickelt. Wo und wie will mein Vater begraben werden? Ich weiß es nicht, das war eines der Dinge, die wir besprechen wollten. Dazu ist es aber nun nie gekommen.

Und was passiert nun mit meiner Mutter? Mein Vater war seit der Gehirnblutung meiner Mutter ihr Erwachsenenvertreter. Das würde wohl ich nun übernehmen. Wie nimmt es meine Mutter auf, dass ihr Mann, den sie seit ihrem 17. Lebensjahr kennt, verstorben ist? Kann ich mich ausreichend um meine Mutter kümmern? Wie wird sich die Covid-Erkrankung auf ihre so und so schon schwere Behinderung auswirken?

Die sozialen Medien…

An Schlaf ist nicht zu denken, gleichzeitig ist es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Mein Vater ist tot und das tut so unglaublich weh. Parallel dazu kommen weiterhin Reaktionen auf meinen Artikel über Social Media, Kommentare hier auf The bird’s new nest und E-Mails. Unmengen an liebevoller Anteilnahme, Besserungswünschen und anderen netten Worten, für die ich euch allen sehr, sehr dankbar bin. Doch dann gibt es auch einige wenige Kommentare, die sehr schmerzen, auch wenn sie deutlich in der Minderzahl sind. „Fake News“ ist eines davon, direkt beim Artikel. Ich finde keine Worte dazu, sondern lösche den Kommentar. Das kommt praktisch nie vor, aber in diesem Fall habe ich keine Kraft für etwas anderes.

Auf Facebook schreibt man mir, dass man mit einer Art von Kur die Corona-Erkrankung vermeiden kann, jemand anderer meint: „Wo soll jetzt das Problem liegen, deine Eltern werden bald wieder nach Hause kommen.“ Mir wird unterstellt, ich würde dafür bezahlt werden, diesen Beitrag zu schreiben – das war für mich wohl die widerlichste Reaktion auf den Artikel. Aber auch sonst nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. Worte wie „Plandemie“ fallen, „Corona-Diktatur“ oder „Regierungsgläubige“. Und ich sitze zu Hause und zu meinem Schmerz kommt die Fassungslosigkeit über die empathielose Selbstverständlichkeit, mit der man den Tod anderer Menschen als unbedeutend vom Tisch wischt.

Vier Tage später…

Am frühen Nachmittag des 15. Januar bekomme ich erneut einen Anruf. „Ihre Mutter ist nun leider auch verstorben.“ Meine Eltern sind tot. Gestorben an Corona, beide in der gleichen Woche. Ich bin ein Einzelkind, meine gesamte nähere Familie existiert somit nicht mehr. Das kleine bisschen Energie, das ich noch habe, benötige ich, um die Beerdigung meiner Eltern zu organisieren. Ich versuche alles so umzusetzen, wie ich glaube, dass es meine Eltern gewollt hätten. Viel Spielraum bleibt durch Corona so und so nicht. Und nun liegen meine Eltern gemeinsam in einem Grab am Wiener Zentralfriedhof, das Titelbild wurde am Tag der Beerdigung aufgenommen.

An die Tage nachdem auch meine Mutter verstorben ist kann ich mich kaum mehr erinnern. Möglicherweise ist das ein Schutzmechanismus des Körpers oder aber einfach nur ein Nebeneffekt des psychischen Stresses. Auch das Gedächtnis funktioniert nicht so richtig, ich merke mir viele Sachen nicht und konkrete Worte fallen mir nicht mehr ein. Und auch wenn ich damit rechnen musste, dass meine Eltern durch Corona sterben würden, hat mich ihr Tod gefühlt vollkommen unvorbereitet getroffen. Nun, über ein Monat danach, habe ich das erste Mal wieder die Kraft, darüber zu schreiben. Und darüber schreiben wollte ich auf jeden Fall. Einerseits, weil ich den ersten Artikel nicht einfach so stehen lassen wollte. Und andererseits weil ich durch die Reaktionen auf besagten Artikel davon überzeugt bin, dass ich definitiv nicht unter den Teppich kehren möchte, dass meine Eltern an Covid-19 gestorben sind.

Gestorben an Covid-19

Denn meine Eltern sind definitiv an Covid-19 gestorben, mein Vater war für sein Alter in einem normalen Gesundheitszustand und auch meine Mutter war, abgesehen von der Infektion, gesund in Anbetracht der anderen Umstände. Eine Infektion zusammen mit Corona ist definitiv keine gute Kombination, die Infektion selber hätte aber für sich alleine langfristig kein Problem dargestellt. Und noch etwas möchte ich klarstellen: The bird’s new nest ist meine Seite und ich bekomme generell für keinen der hier veröffentlichten Artikel etwas gezahlt. Wenn das der Fall ist, was nur äußerst selten vorkommt, sind sie als Werbung gekennzeichnet. Und definitiv keiner der beiden Artikel über meine Eltern sind von irgendjemandem gezahlt, genauso wenig wie es sich hierbei um „Fake News“ handelt.

Außerdem ist es mir egal, ob man daran glaubt, dass es sich um eine „Plandemie“, eine neue Form von Diktatur oder ähnliches handelt. Oder ob der Virus von einem Tier auf den Mensch übertragen wurde oder in einem Labor kreiert. Denn meine Eltern sind tot. Die Umstände machen ihren Tod für mich nicht weniger schmerzhaft und auch Menschen über 80 haben nicht nur ein Recht auf Leben, sondern sie hinterlassen auch Menschen, die um sie trauern, wenn sie sterben.

Wie geht es mir?

Die direkte Zeit nach dem Tod meiner Eltern war eine der schlimmsten Zeiten in meinem Leben, aber jeder weitere Tag hilft, etwas Abstand zu gewinnen. Trotzdem ist etwas mehr als ein Monat nicht genug, um nicht bei einem Gedanken an meinen Vater oder meine Mutter die Tränen kommen zu spüren, auch sonst fühlt man sich emotional nicht unbedingt stabil. Den Umständen entsprechend würde ich aber sagen, dass es mir „ok“ geht. Vielleicht bin ich aber auch nur gut im Verdrängen, denn seit einigen Tagen habe ich massive Verspannungen in der Schulter, die zu einem eingeklemmten Nerv geführt haben. Extrem starke Schmerzen und äußerst eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten sind die Folge. Ohne Schmerzmittel könnte ich das hier nicht schreiben, aber der Rat des Arztes war, den Arm weiterhin so gut es geht zu benutzen, was ich hiermit tue.

Abgesehen von den emotionalen Auswirkungen hat der Tod der eigenen Eltern noch andere Folgen. So muss deren Wohnung geräumt werden, und das erste Mal in eine leere Wohnung zu kommen, wo einem sonst immer der Vater zur Begrüßung entgegenkam ist genauso schmerzhaft wie die vielen Dinge in Händen zu halten, an denen Erinnerungen haften. Da war es fast schon Glück im Unglück, dass mir mein Bausparvertrag aufgrund von zu hoher Zinsen gekündigt wurde, denn sonst hätte ich die über 7.000 Euro, die das Begräbnis meiner Eltern gekostet hat nicht so einfach zahlen können. Der Grabstein ist hier noch nicht einmal inkludiert, das sind dann wohl noch einmal mindestens 3.000 Euro. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein muss, seine Eltern zu verlieren um dann zu realisieren, dass man sich das Begräbnis nicht leisten kann. Uns das war in unserem Fall nur ein stilles Begräbnis, also kein Pfarrer, keine Aufbahrung, kein Leichenschmaus – aufgrund von Corona alles keine Option.

Zurück zu Corona…

Ich habe mich bei meinen Eltern nicht angesteckt, und die Quarantäne ordnungsgemäß zehn Tage lang befolgt. Einen Bescheid für die Quarantäne, genauso wie eine Aufhebung dieser habe ich nie bekommen. Genauso wenig wie irgendeine Anfrage zu Contact Tracing. Schließlich waren mit meinem Vater insgesamt mindestens acht Personen in Kontakt, als er schon erkrankt war. Interessiert hat das die österreichischen Behörden offenbar nicht. Aus meiner Sicht ist es also nicht nur der Fall, dass Contact Tracing nicht funktioniert, es existiert schlichtweg nicht, zumindest nicht in Wien.

Ich habe zudem gleich von zwei Ärztinnen, die mit meinem Vater zu tun hatten die Aufforderung zur Quarantäne erhalten, aber wie schon geschrieben nie eine offizielle Aufforderung einer Behörde, also funktioniert auch in diesem Bereich etwas absolut nicht. Dass so auch nicht nachvollziehbar war, wo sich meine Eltern angesteckt haben ist unter diesen Umständen auch nicht mehr verwunderlich. Ich habe selber während und auch nach der Quarantäne Tests durchgeführt und kann so zumindest relativ sicher ausschließen, dass ich der Überträger gewesen bin. Das ist aber in Anbetracht der Umstände nur ein geringer Trost.

Nachdem ich nun meine Eltern an Corona verloren habe, schmerzt es mich noch mehr auf Facebook zu lesen, wie sich Menschen darüber lustig machen, wenn jemand Angst vor Corona hat. Ja, ich hatte auch Angst vor Corona. Um konkret zu sein hatte ich Angst, dass sich Menschen in meinem Umfeld, die mir wichtig sind, sich damit anstecken und daran sterben. Was auch passiert ist. Trotzdem finden es wohl einige Menschen, die selber vermutlich nicht zur Risikogruppe gehören, sehr unterhaltsam, wenn sich jemand deshalb Sorgen macht. Genauso wenig haben Menschen, die Corona nicht ernst nehmen, selber vermutlich niemanden aus ihrem nähesten Umfeld an dieser Krankheit verloren.

Vielen Dank für das Lesen dieses langen Artikels! Auch möchte ich mich bei den tatsächlich hunderten Menschen bedanken, die mir auf vielen Wegen Nachrichten gesendet haben. Ich habe nicht mit so einer riesigen Menge gerechnet und war sehr berührt über das viele Mitgefühl, das mir und meinen Eltern entgegengebracht wurde. Genauso möchte ich hier mein Mitgefühl für all jene ausdrücken, die jemanden durch Covid-19 verloren haben. Danke auch an all jene, die meinen ersten Artikel geteilt haben, auch wenn der Ausgang letzten Endes leider kein guter war.

 

Bernhard Nikolaus Pascher *15.04.1938 †11.01.2021

Edda Helga Ingeborg Pascher *10.09.39 †15.01.2021

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Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende…

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende Umschreibungen. Außerdem ist es für mich einfacher nicht ewig nach dem perfekt passenden Titel zu suchen, denn es ist unangenehm genug überhaupt darüber zu schreiben. Warum ich es dann trotzdem tue? Weil ich – nicht zuletzt durch The bird’s new nest – viel auf Social Media unterwegs bin und jeden Tag eine gehörige Dosis von „Corona existiert nicht“, „…ist weniger gefährlich als eine Grippe“, „…wird durch die Medien nur hochgespielt“ und so vieles andere lese.

Und weil ich zu den naiven Menschen gehört habe, die dachten, Corona trifft nur andere. Die, die sich weigern, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die, die Corona nicht ernst nehmen. Die, die ständig unter Menschen sind. Zusätzlich beruhigt so eine Sichtweise ein wenig, denn wenn es nur „die Unvorsichtigen“ trifft, dann kann man selber und in Folge die eigene Familie nicht betroffen sein, richtig? „Falsch!“ ist das einzige, das ich dazu sagen kann.

Covid-19 existiert und es kann jederzeit Menschen treffen, die vor wenigen Tagen noch absolut fit waren. Was genau dieser Virus mit Menschen anrichten kann, habe ich mit eigenen Augen gesehen. Auch wenn man die Erzählungen von Angehörigen Erkrankter oder aus dem Gesundheitswesen kennt, ist es erst wirklich real, wenn man selber seine engsten Familienmitglieder betroffen sieht.

Meine Eltern…

Meine Eltern sind beide Anfang 80, also nicht mehr die Jüngsten. In Anbetracht dessen, dass meine Großmutter väterlicherseits aber erst eine Woche vor ihrem 100. Geburtstag gestorben ist und die Schwester meiner Mutter zur Zeit mit über 90 noch sehr fit ist, ist unsere Familie generell mit hohem Alter gesegnet. Anfang 80 ist für mich also kein Todesurteil, sondern verspricht unter normalen Umständen in unserer Familie noch gut zehn bis 20 Jahre.

Beide meiner Eltern haben Corona ernst genommen, MNS getragen, mein Vater war nur sehr selten außer Haus, meine Mutter sitzt im Rollstuhl und ist praktisch immer zu Hause. Aber möglicherweise hätten sie noch strenger sein müssen, mein Vater FFP2-Masken und Handschuhe tragen sollen, wann immer er die Wohnung verlässt. Und natürlich waren sie mit anderen Personen in Kontakt, den Pflegerinnen meiner Mutter, den Ansprechpersonen der Pflegeorganisationen, dem Hausarzt und mit mir, nachdem ich meine Eltern in vielen Dingen unterstütze. Wie sie sich angesteckt haben, bei wem, wann und wo das passiert ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Mein Vater war bis vor ein paar Tagen für einen über 80-Jährigen noch sehr fit, sowohl geistig als auch körperlich. Bis die Pflegerin meiner Mutter mich an einem der letzten Tage in der Früh angerufen hat, dass es meinem Vater schlecht gehe. Er antwortet auf Fragen nur wirr, hat sich eingenässt und kann nicht selbstständig aufstehen. Mein erster Gedanke war: Schlaganfall. Und das natürlich ein Grund, sofort die Rettung zu rufen. Diese war auch in kurzer Zeit vor Ort, konnte aber außer stark erhöhtem Blutdruck nichts Auffälliges finden. Aufgrund des generellen Eindrucks wurde er aber trotzdem ins Krankenhaus gebracht.

Dort wurde er elf Stunden lang durchgecheckt, aber nicht auf Covid-19 getestet, da keine Krankheitssymptome wie Husten, Fieber oder anderes ersichtlich waren. Ich wurde mehrmals angerufen und es wurde nachgefragt, ob er immer so desorientiert und langsam wäre. Ich habe immer wieder versichert, dass er – abgesehen von den normalen Einschränkungen, die man mit Anfang 80 erwarten würde – vor wenigen Tagen noch absolut fit war. Am Abend wurde ich letzten Endes informiert, ich könne meinen Vater abholen.

In der Notaufnahme fand ich meinen Vater noch immer extrem verwirrt vor, er hatte sich wieder eingenässt und machte insgesamt einen schlechten Eindruck. Rückwirkend betrachtet hätte ich wohl darauf bestehen sollen, ihn nochmals durchzuchecken, aber ich war so schockiert von dem Anblick, dass ich meinen Vater nur noch nach Hause bringen und ihn in sein Bett packen wollte. Insgeheim in der Hoffnung, dass es ihm nach einer erholsamen Nacht besser gehen könnte.

…haben Corona…

Am nächsten Tag wollte ich seinen Hausarzt um einen Hausbesuch bitten, um ihn nochmals von jemandem ansehen zu lassen, der ihn in einem gesunden Zustand kennt. Leider war der Arzt auf Urlaub und bis ich eine Vertretung erreichen konnte, war der Tag quasi schon wieder vorüber, aber zumindest ein Termin für nächsten Nachmittag vereinbart. Es war zwar nicht geplant, dass ich hier anwesend hätte sein sollen, aber irgendetwas hat mich am nächsten Tag spontan ins Auto steigen lassen.

Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. Für die Ärztin natürlich ein Grund, gleich die Rettung zu rufen. Verwundert wurde dann noch festgestellt, dass beim Krankenhausaufenthalt kurz davor kein Covid-Test gemacht wurde, auch wenn die restlichen Befunde alle keine Auffälligkeiten gezeigt haben.

Das war jetzt auf jeden Fall anders. Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt. Und dann kam das Wort: Covid-Verdachtsfall. Und ich dachte mir nur: Das kann doch nicht sein! Noch vor zwei Tagen als quasi gesund entlassen, oder zumindest gesund genug um nicht stationär aufgenommen zu werden und nun als Covid-Verdachtsfall ins Krankenhaus? Aber vielleicht ist der Test ja negativ, wobei ich beim Zustand meines Vaters schon einige Parallelen zu Erzählungen von schweren Corona-Verläufen erahnt habe.

Nach fast zwei Stunden warten erfuhr ich dann das Ergebnis, dass mich aber schon nicht mehr überrascht hat – positiv auf Covid-19 getestet. Und auch bei ein paar anderen Dingen war ich klüger. Die Desorientiertheit und geistige Verwirrung meines Vaters war möglicherweise eines der vielfältigen eher seltenen Symptome einer Covid-19 Erkrankung. So wie es komplett symptomlose Menschen gibt, greift bei anderen der Virus Bereiche im Körper an, die normalerweise davon nicht betroffen sind. Hätte man das im Krankenhaus wissen müssen? Eigentlich ja. Aber wem möchte man in diesen Zeiten einen Vorwurf machen, in dem Krankenhäuser überfüllt und das Personal so und so schon lange vor Corona in vielen Fällen komplett überlastet ist?

Nun war es an mir, meiner Mutter beizubringen, dass mein Vater mit Corona im Krankenhaus liegt. Aber auch sie war lethargischer als sonst und das Essen vor sich am Tisch wurde nicht angerührt. Genauso wie mein Vater in den Tagen davor hatte sie keinen Appetit. Die Anweisung der Ärztin: Wenn sie Fieber oder Husten bekommt, rufen Sie die Rettung. Hustenreiz war aber keiner festzustellen und auch kein Fieber, also gab es zumindest etwas Hoffnung, dass meine Mutter sich nicht angesteckt hatte.

…und ich…

Aber was nun mir mir? Ich hatte in den Tagen davor meinen Vater umgezogen, beim Gehen gestützt, zu Trinken gegeben und einiges mehr. Würde bei mir jetzt auch ein Corona-Test gemacht? Getestet wird, so wurde ich gleich aufgeklärt nur, wenn ich Symptome zeige. Und gleich von zwei Ärzten wurde ich angewiesen, mich in Quarantäne zu begeben, zehn Tage lang. Und ja, es gäbe Menschen, die zwar keine Symptome haben, aber diese vortäuschen, damit sie getestet werden und das könne ich natürlich auch tun, aber nachdem es kein Freitesten aus der Quarantäne gibt, wäre es zumindest hier nicht zielführend. Kein Freitesten bedeutet, dass die Quarantäne immer zehn Tage dauert, egal ob in der Zwischenzeit ein Corona-Test ein negatives Ergebnis zeigt. Das liegt an der langen Inkubationszeit – zumindest war das mein Verständnis. Sollte ich aber Symptome zeigen, dann solle ich mich für eine Testung melden.

Vor einiger Zeit noch hätte man sich über zehn Tage zu Hause gefreut. Schließlich ist zu Hause immer etwas zu tun. Wenn man aber über den Tag beschäftigt ist mit Telefonaten betreffend der Eltern, Sorgen um sie und dann noch auf mögliche eigene Symptome achten soll, ist das weit entfernt von irgendeiner Basis für Produktivität. Die Nacht darauf war auch alles andere als erholsam, an Schlaf war kaum zu denken.

Am nächsten Morgen kam schon die nächste Hiobsbotschaft: Meine Mutter hat Fieber. Also wurde zum dritten Mal in wenigen Tagen die Rettung gerufen und meine Mutter ebenso als Covid-Verdachtfall ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig überraschend kam auch hier nach einigen Stunden die Information über einen positiven Covid-Test. Nun liegen meine Eltern im gleichen Krankenhaus in der gleichen Abteilung, dem Corona-Bereich. Die Prognose ist wie immer bei Corona unklar, genauso wie ob ich in den nächsten Tagen Symptome zeigen werde. Wie in vielen anderen Fällen kann man hier nur abwarten und – mein Mittel für solche Situationen – sich ablenken.

…bin in Quarantäne

Und das mache ich mit Arbeit am Computer, Hausarbeit beschäftigt mein Gehirn leider nicht ausreichend. Und wie schon eingangs angesprochen bin ich hier auch viel in Social Media unterwegs. Schon zu Beginn der Corona-Krise fand ich Aussagen wie „Corona-Maßnahmen schränken meine Grundrechte ein“ oder „Es betrifft ja eh nur alte Menschen“ absolut rücksichtslos. Denn niemand hat ein recht darauf, andern zu schaden, die Freiheit jedes Menschen geht immer nur so weit bis die Freiheit eines anderen beschnitten wird. Und Corona betrifft nicht nur alte Menschen, die Risikogruppen entsprechen insgesamt rund 40 Prozent der Bevölkerung.

Wo ich mich vor einiger Zeit aber nur geärgert habe, wird mir nun regelrecht schlecht, wenn ich lese, wie Menschen Corona als kaum gefährlich, die Maßnahmen als übertrieben und Menschen, die sich an diese halten als hysterisch oder regierungskonform bezeichnen. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich jeden Tag zu lesen bekomme. Aber ich möchte mich aus Social Media auch nicht zurückziehen, denn das ändert an der Situation auch nichts. Im Gegenteil möchte ich all jenen, die immer wieder posten: „Kennt denn jemand von euch jemanden, der an Corona erkrankt ist? Ich nicht!“ entgegenschreien: „Ja, jetzt kennt ihr jemanden, meine Eltern! Und ich habe keine Ahnung ob sie das überleben werden. Und wie sie das überleben werden. Ob neben meiner schon schwerbehinderten Mutter nun auch mein Vater aufgrund der Hirnschäden durch Corona geistig so stark eingeschränkt sein wird, dass er kein selbst bestimmtes Leben mehr führen können wird.“

Aber ich schreie niemanden an, sondern schreibe diesen Artikel. Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne. Ich weiß jetzt, wie Corona aussehen kann. Wie es aussieht, wenn der eigene Vater mit dem Tod ringt. Und dass ich diese Qualen niemandem wünsche. Genauso wenig wie nicht zu wissen ob man die eigenen Eltern je lebendig wieder sehen wird. Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss. Und nicht nicht zuletzt sich zu fragen, ob man selber krank wird. Solange ich aber fit bin, werde ich diesen Artikel teilen. Jedes Mal, wenn ich wieder lesen muss, dass es Corona nicht gibt, dass es harmlos ist, dass die Maßnahmen enden sollen.

Danke für das Lesen. Für eure Zeit. Und danke all jenen, die Rücksicht auf andere nehmen, auch wenn sie sich selber dadurch einschränken müssen.

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Leona Games – Spielerisch die Welt verändern

Leona Games ist ein soziales Spieleunternehmen aus Berlin, das 2018 mit dem Ziel gegründet wurde, mit einzigartigen Bildungsspielen für Kinder, Jugendliche und Familien den Spielemarkt, die Gesellschaft und vielleicht sogar…

Leona Games ist ein soziales Spieleunternehmen aus Berlin, das 2018 mit dem Ziel gegründet wurde, mit einzigartigen Bildungsspielen für Kinder, Jugendliche und Familien den Spielemarkt, die Gesellschaft und vielleicht sogar die Welt zu verändern.

Was sind Bildungsspiele?

Bildungsspiele verbinden Spiel, Spaß und Bildung miteinander, denn Spiele können weit mehr als nur unterhalten. Lerninhalte jeglicher Art können am Besten über Spiel und Spaß vermittelt werden, egal ob es sich bei den Lernenden um Kinder oder Erwachsene handelt. Leona Games möchte mit ihren Spielen über relevante Themen aufklären, die uns als Gesellschaft alle betreffen und dabei zum Nachdenken und Handeln anregen.

Wichtige und interessante Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Vielfalt und Diversität finden sich nicht nur thematisch – altersgerecht und altersübergreifend vermittelt – in den Spielen wieder, sondern bilden die Grundlage der Vision und Werte des Spieleunternehmens. So bieten die Spiele eine optimale Grundlage dafür, Menschen miteinander zu verbinden, einen Austausch zu ermöglichen und spielerisch gemeinsam zu lernen.

Leona Games und Nachhaltigkeit

Alle Spiele werden umweltschonend mit regionalen Rohstoffen aus nachhaltigem Anbau in Deutschland produziert. Leona Games sieht es als unsere gemeinsame Verantwortung, die Umwelt zu schützen und unseren Planeten zu erhalten. Als Unternehmen ist es sich dieser Verantwortung besonders bewusst, weshalb sich Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht nur thematisch in den Spielen wiederfinden.

Die Druckpartner von Leona Games sind Vorreiter im sauberen Spieledruck, bereits seit 1996 investieren sie in erneuerbare Energien – die Spiele werden ausschließlich mit grünem Strom aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie produziert. In allen Spielen wird gänzlich auf Komponenten aus Plastik verzichtet, lediglich die Einschweißfolie der einzelnen Spiele enthält Plastikanteile, für welche recyceltes Plastik verwendet wird.

Die Herstellung der Spiele erfolgt in Deutschland. Rohstoffe und Materialien, die dafür verwendet werden stammen aus regionalem Anbau aus einem Umkreis von 250 Kilometer um das Produktionswerk der Partner. Das Holz und Papier stammt aus lokaler und nachhaltiger Forstwirtschaft mit FSC- oder PEFC-Zertifikat, die Verarbeitung des Holzes erfolgt ebenfalls lokal, Abfallprodukte werden direkt zur Energieerzeugung verwendet oder zu organischem, umweltschonenden Brennmaterial verarbeitet. Alle genutzten Farben und Lacke sind wasserbasierend und ungiftig.

Leona Games und Diversität

Menschen sind unterschiedlich. Spiele und Bücher sollten das auch so widerspiegeln. Die Erfahrung von Leona Games bisher war, dass sie sich selbst in keinem der gängigen Spiele wiederfinden konnten. Gar keine Repräsentation zu erleben oder mit stereotypisierenden Darstellungen aufzuwachsen schadet schon früh dem Selbstbild und dem Demokratieverständnis von Kindern. Leona Games möchte unsere Gesellschaft so darstellen, wie sie ist, divers und vielfältig. So zeigen die Spiele die Vielfalt unserer Gesellschaft auf und stellen vor allem jene Menschen dar, die ansonsten nur selten Repräsentation erfahren.

Die Spiele von Leona Games

Bee Good

Helft den Bienen zurück zum Bienenstock zu kommen! Unterstützt sie dabei, Blumen und Nektar zu finden, um sich für ihren langen Weg zu stärken und zu überleben.

Im Spiel erfahrt ihr von der Bedeutung der Biene für unser Ökosystem und erhaltet konkrete Hinweise und Informationen, wie wir zum Erhalt der Bienen beitragen können. Gemeinsam gilt es Hindernisse wie Monokulturen, Betonwüsten und Gifte zu überwinden, um alle Bienen zu retten.

Leona Games spendet einen Euro pro Spiel an die Initiative „Deutschland summt!“

Family Coloring Book

Familien in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt! Das Malbuch zeigt ein breites Spektrum des Zusammenlebens und ermöglicht, sich während dem Ausmalen ganz achtsam über Gemeinsamkeiten auszutauschen.

Das Family Coloring Book liefert auf 34 liebevoll gestalteten Seiten kreativen Ausmalspaß für die ganze Familie. Es fördert die Feinmotorik und regt zu Gesprächen über unterschiedliche Familienmodelle an.

Family Memo

Menschen sind unterschiedlich, Familien sind vielfältig und Spiele sollten das auch sein! Lasst uns achtsam in einen Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede kommen.

Das Family Memo thematisiert die Vielfalt und Diversität von Familien altersübergreifend. Die liebevoll gestalteten Memo-Karten zeigen verschiedene Altersgruppen, Geschlechter, Religionen und Familienmodelle und lassen so erahnen, wie vielfältig Familien sein können.

Noch mehr Informationen zu Leona Games und den Spielen findet ihr auf der Website von Leona Games.

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Neue Studie: Was nervt am meisten an der Periode?

Wir von der erdbeerwoche bemühen uns mit Aufklärung und Humor das Verhältnis Menstruierender zur ihrer Periode zu verbessern. Aber auch uns ist klar: Allmonatlich zu bluten macht nicht immer Spaß….

Wir von der erdbeerwoche bemühen uns mit Aufklärung und Humor das Verhältnis Menstruierender zur ihrer Periode zu verbessern. Aber auch uns ist klar: Allmonatlich zu bluten macht nicht immer Spaß. Wir haben uns gefragt, was denn die größten Herausforderungen für Menschen mit Menstruationshintergrund sind und wie Frauen im Alltag mit ihrer Regel umgehen. Außerdem für uns interessant: Welche Periodenprodukte werden regelmäßig verwendet und wie steht es mit der Zufriedenheit damit? In unserer Umfrage unter mehr als 2.000 Menstruierenden haben wir Spannendes herausgefunden.

Unglaublich: 98 Prozent der Befragten leiden unter Menstruationsbeschwerden

Diese Zahl übertrifft sämtliche bisherige Studien zu diesem Thema, welche meist von 70 bis maximal 90 Prozent betroffenen Frauen ausgehen. Ganz oben im Schmerzranking (siehe Titelbild): Bauchschmerzen (63 Prozent) gefolgt von Stimmungsschwankungen (36 Prozent). Schmerzen allgemein sind gleichzeitig die größte Herausforderung unserer Befragten, dazu gesellen sich eine starke Blutung und ein unregelmäßiger Zyklus.

Wie gehe ich während der Arbeit mit meiner Periode um?

43 Prozent der Berufstätigen sind schon einmal aufgrund starker Schmerzen während der Periode von ihrem Job ferngeblieben. Mit dem Chef darüber zu sprechen ist für die meisten Befragten allerdings kein Thema. Erst elf Prozent haben Perioden-Beschwerden beim Vorgesetzten schon einmal angesprochen. Mit kostenlosen Produkten vor Ort, einem insgesamt offeneren Umgang mit dem Thema (und dadurch auch mehr Akzeptanz und Verständnis) sowie nach Möglichkeit flexibleren Arbeits- und Pausenzeiten beziehungsweise Home Office, ist MitarbeiterInnen bereits geholfen.

Produktzufriedenheit bei Zero-Waste Produkten am höchsten

Das häufigste Menstruationsprodukt ist nach wie vor der Tampon, in der erdbeerwoche-Community (600 von 2.165 Befragten) wurde dieser aber bereits von der Menstruationstasse überholt! Die Hälfte der Nutzerinnen von müllfreien Periodenprodukten wie der Menstruationstasse oder Stoffbinde sind sehr zufrieden mit ihrem Produkt, in der Vergleichsgruppe der Einwegbinden und Tampons sind das nur 19 Prozent. Zeit also, nachhaltige Produkte auszuprobieren!

Wichtig: Hände waschen vor dem Tampon-Wechsel

Schockierend ist, dass sich nur 42 Prozent aller Befragten immer vor dem Wechseln ihres Menstruationsprodukts die Hände waschen. 15 Prozent sagen sogar, dass sie das nie tun! Unsere Bitte an alle Menstruierenden: Wascht euch immer die Hände, bevor es ans Wechseln geht. Die Schleimhaut im Intimbereich nimmt Bakterien besonders gut auf, dadurch kann beispielsweise eure Scheidenflora durcheinander geraten und Intiminfektionen begünstigen.

Jede sechste Frau entsorgt Tampon oder Binde über die Toilette

Jede sechste Frau entsorgt ihre Monatshygiene teilweise oder immer über die Toilette. Bei jungen Mädchen ist diese Zahl noch extremer: Laut einer Umfrage der erdbeerwoche 2017 unter 1.100 Jugendlichen entsorgen 83 Prozent der Mädchen ihre Monatshygiene über das WC. Das ist nicht nur ein großes Umweltproblem, sondern auch besonders schwierig für Kläranlagen. Beispielsweise sind in Wien ungefähr 20 Prozent der Störstoffe in der Kläranlage Monatshygieneprodukte. Richtige Entsorgung von Menstruationsprodukten ist genauso wichtig wie die sonstige korrekte Mülltrennung unseres Abfalls.

PERIODS FOR FUTURE: Wasser schützen – Mistkübel nützen!

Wir von der erdbeerwoche setzen uns zusammen mit der Wasser-Jugendplattform Generation Blue des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und dm drogeriemarkt für die korrekte Entsorgung von Hygieneprodukten ein. Damit geben wir Schulen konkrete Handlungsanleitungen, um das Problem früh aufzugreifen und zum Thema aufzuklären. Weitere Informationen zum Thema Entsorgung sowie einen Aufklärungsfilm auf YouTube mit der bekannten österreichischen Influencerin Lifestylena gibt es hier: Flutsch & Weg? Was darf ins Klo?

Und wer noch mehr Informationsbedarf zum Thema Menstruation und den damit verbundenen Produkten hat, dem sei unsere digitale Lernplattform READY FOR RED ans Herz gelegt. In über 70 interaktiven Spielen und Videos kann hier alles rund um die Periode erforscht werden. Schulen können aktuell die Plattform kostenlos im Unterricht einsetzen (Registrierung für Lehrende), Privatpersonen können im erdbeerwoche-Shop einen Zugang erwerben. Beim Kauf einer Packung Organyc Biotampons, Binden oder Slipeinlagen gibt es einen kostenlosen Zugang zu READY FOR RED mit dazu!

 

Informationen zur erdbeerwoche-Umfrage

Die Umfrage wurde im August 2020 als anonyme Umfrage unter 2.165 Frauen durchgeführt. 65 Prozent der Befragten waren unter 26 Jahren, 24 Prozent zwischen 26 und 35 Jahren und elf Prozent älter als 35. 600 der Befragten beziehen regelmäßig Informationen der erdbeerwoche.

Über die erdbeerwoche

Die erdbeerwoche bietet seit 2011 Aufklärung sowie intelligente und nachhaltige Lösungen rund um das Thema Menstruation. Dazu gehören ein auf nachhaltige Monatshygiene spezialisierter Online-Shop, eine digitale Lernplattform über Menstruation für Jugendliche sowie diverse Forschungs- und Aufklärungsprojekte.

Quellen und Weiterführende Links:
erdbeerwoche-Umfrage 2020 unter 2.165 Frauen: erdbeerwoche Menstruations-Umfrage 2020
erdbeerwoche-Umfrage 2017 unter 1.100 Jugendlichen: READY FOR RED Umfrage 2017

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Menschen, die die Welt verbessern: Silvia und die (zeitgemäße) Arbeit

– „Tätigkeiten (…) mit Widmung (machen), sodass wir wirklich Platz darin haben.“ – In dieser Artikel-Serie auf The bird’s new nest möchte ich über Menschen schreiben, die mich besonders inspirieren,…

– „Tätigkeiten (…) mit Widmung (machen), sodass wir wirklich Platz darin haben.“ –

In dieser Artikel-Serie auf The bird’s new nest möchte ich über Menschen schreiben, die mich besonders inspirieren, weil sie die Welt auf ihre eigene Art und Weise verbessern. Weil sie andere Wege gehen, weil sie ihre eigenen Wege gehen. Wege, die sich für sie Sinn-voll anfühlen, auch wenn sie anstrengend, da wenig ausgetreten, sein mögen. Ich möchte über jene Menschen schreiben, die gegen den Strom schwimmen, die sich trauen, anders zu sein. Die Vorreiter*innen, Vorbilder sind. Die uns zeigen, was man mit einem Leben bewirken kann. Die optimistisch sind, die ihre Energie für Dinge einsetzen, die anderen dienen.

Einer dieser Menschen ist Silvia. Silvia ist eine Frau, die wahrnimmt, wie unser kapitalistisches Arbeits- und Gesellschaftssystem Menschen zermürben kann. Wie es Menschen und ihre Arbeitskraft im Sinne der Profitmaximierung unterjocht. Silvia ist eine Frau, die verstanden hat, dass es Zeit ist, anders zu denken, anders zu handeln und anders zu leben. Die den Mut und den Eigensinn hat, dies auch zu tun. Die die Weisheit hat, zu spüren, wie wichtig es ist, ihr Leben nach ihren Werten, ihren Talenten und ihren Fähigkeiten auszurichten. Zu ahnen, was sie durch ihr (Anders-)Sein beiträgt. Zu leben, wie es sich für sie stimmig anfühlt. Auch wenn dies bedeutet, dass ihr Weg, den sie beschreitet, ein anderer ist. Ein Weg, auf dem sie so manche Hürden erwarten. Auf dem sie immer wieder anhält, sich umblickt, es wagt, inne zu halten, bis sich ein neuer Wegweiser auftut.

Silvia ist ein Schreiberling, eine Querdenkende, ein Naturmensch, ein Pferdemensch. Ihr literarisches Talent wird zum Beispiel in einem wissenschaftlichen Beitrag – der sich übrigens wie ein Kurzroman liest – in einem Forschungsband deutlich, den ich mir von ihr zum Lesen ausborgen durfte. Sie lebt ihre besondere Fähigkeit, sich mit der Natur zu verbinden. Diese Fähigkeit behält sie nicht nur für sich – obwohl es sie des Öfteren auch alleine in die Natur, auf die Berge hinaufzieht –, sondern teilt sie auch mit anderen, wenn sie zum Beispiel im Rahmen der „Waldläuferbande“ Kindern spielerisch Wälder und Natur näherbringt, oder auf Wildniscamps, wo es möglich wird, zu erleben, wie es ist, mit und in der Natur zu sein – mit ihren Kreisläufen, ihren Witterungen, wo auch mal im Regen getollt wird, wo Erde gefühlt wird.

Gemeinsam mit anderen schafft Silvia Orte des Wohlbefindens, der Verbundenheit; wie in dem Frauenkreis, den sie im ihrem Wohnort organisiert. Auch im regionalen Foodcoop ist sie aktiv, um regionale Lebensmittelversorgung zu unterstützen. Den Rasen vor dem Haus, in dem sie wohnt, hat sie zu einem bunten Garten transformiert, der vielen Menschen leckeres und gesundes Obst und Gemüse spendet und für Insekten, Vögel und andere Tiere wie Igel und Schlangen ein nahrhaftes Zuhause geworden ist.

Silvia lebt ein Leben, das sich nicht in normative Formen pressen lässt. Sie steigt aus dem kapitalistischem Hamsterrad aus – beziehungsweise ist sie in selbiges nie wirklich eingestiegen –, das unsere Umwelt verbraucht und Wälder zu Geldscheinen konvertiert, um sich selbst zu leben und um eine Vorbotin und -denkerin für Neues zu sein. Dazu arbeitet sie mit anderen Anders-Denker*innen im „Institut für zeitgemäße Arbeit“ zusammen. Es handelt sich dabei um einen „Think-Feel-Do-Tank“, dessen ungewöhnlicher Name bewusst gewählt wurde. In diesem Institut soll eben nicht nur intellektuell reflektiert werden. Man soll auch ins Handeln, ins Fühlen kommen. Jeder kann dabei mitmachen, zum Beispiel beim vom Institut veranstalteten Wanderseminar „WanderZeit“, das übrigens bald wieder im Wienerwald stattfinden soll.

Das Institut für zeitgemäße Arbeit stellt uns die Frage: „Was und wie arbeitest du, wenn für dein Auskommen gesorgt ist?“, und ruft uns somit auf zu reflektieren, was unsere eigenen Werte sind, abgetrennt von dem, was uns das kapitalistische System verkaufen will, unabhängig davon, wie unser Leben von plutokratischen Scheindemokratien beeinflusst wird, losgelöst davon, wie parteiische Medien auf uns einwirken wollen. Es lädt uns zu dem Gedankenexperiment ein, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen, das vielerorts prophezeit wird, jetzt bereits da sei. Dass es uns bereits möglich ist, frei zu wählen, wie wir unsere Lebenszeit verwenden wollen.

In ihren Blog-Beiträgen lässt uns Silvia ein Stück weit in ihre (Er)Lebenswelt blicken. Um ihr (Er)Leben ein Stück weit mit uns zu teilen, beschreibt sie darin mutig Auszüge aus ihren Erfahrungen und reflektiert diese in ihrem gesellschaftlichen Kontext. Silvia betont den Wert alltäglicher Reproduktionsarbeit, die in unserem System geringgeschätzt wird, für die Qualität unseres Seins jedoch essentiell ist: „Das heißt, mir, mit und für die Menschen in meinem Umfeld einen Alltag gestalten, so dass wir uns darin wohlfühlen. Die Dinge wie Kochen, Waschen, Putzen, Zeit miteinander verbringen, sich gegenseitig in emotionalen Prozessen begleiten, Essen, et cetera. Einfach das Leben wahrnehmen. Tätigkeiten nicht nur „schnell schnell“ machen, sondern mit Widmung, sodass wir wirklich Platz darin haben.“

Silvia beschreibt etwas, das sich auch in buddhistischer Achtsamkeit wiederfindet. Eine Praxis, die der Schnelligkeit unserer westlichen Welt, dem Leistungsdruck, all dem, das uns überfordert und auf Dauer auslaugt und krank macht, eine „Widmung“ entgegenstellt. Ein „Zeit-Nehmen“. Was ist das für ein Luxus geworden, in unserer Gesellschaft, dass jemand Zeit und Energie für einen hat? Wie schwer ist es für uns, die Karriereleiter, an die wir uns klammern, los zu lassen, uns auf die Erde zu setzen, durch Wälder zu wandern, in Bergseen und -flüssen zu baden, und zu reflektieren, was wirklich wichtig ist im Leben? Was für eine Kraft kostet es, sich nicht zu bemühen, sich einzufügen in das System, und sich stattdessen zu fragen: „Tut es gut, was ich mache? – Mir, und anderen?“

Kennt ihr Menschen, die die Welt verbessern und die auf The bird’s new nest vorgestellt werden sollten? Ich freue mich auf eure Tipps und Vorschläge!

 

Weiterführende Links
Weißengruber, Silvia. (2015) „Arbeit und Kritik: Versuche alternativer Lebenspraktiken im Neoliberalismus“, Marburg: Jonas Verlag.
Gespräch mit Silvia: „Über das Verständnis von Arbeit: Alternativen zur klassischen Erwerbsarbeit. Mit Silvia Weißengruber. Kulturanthropologische Gespräche #3
Institut für zeitgemäße Arbeit

38 Kommentare zu Menschen, die die Welt verbessern: Silvia und die (zeitgemäße) Arbeit

KUNST HALLT NACH: Radikalkunst für Kunstsammler

Ein Schwein steigt vom Kreuz und greift zum Bolzenschneider. In dieser Kolumne seht ihr Radikalkunst. Die erste Bronzeskulptur von Künstler und Tierrechtsaktivist Chris Moser. Mit Bolzenschneider, Panzerknackermaske und schelmischem Lächeln…

Ein Schwein steigt vom Kreuz und greift zum Bolzenschneider. In dieser Kolumne seht ihr Radikalkunst. Die erste Bronzeskulptur von Künstler und Tierrechtsaktivist Chris Moser.

Mit Bolzenschneider, Panzerknackermaske und schelmischem Lächeln steht die Schweinefigur aufrecht und mit voller Entschlossenheit auf einem Sockel mit der Aufschrift: total liberation. Das erste in Bronze gegossene Werk Chris Mosers ist für den Künstler selbst „in vielerlei Hinsicht ein ganz persönlicher Abriss meines Schaffens“. Das liegt wohl auch daran, dass das Werk einige Referenzpunkte zu seiner Person, seinem Ouvre und seiner Haltung aufweist.

Das Leid durchbrechen

Den Anstoß für die Entstehung des Bronzegusses total liberation war eine Anfrage des Kunstgießmeisters Walter Rom. Dieser war so begeistert von Mosers Werk schweINRI, dass er die Skulptur in Bronze gießen wollte. schweINRI ist im Jahr 1999 entstanden und zeigt ein gekreuzigtes Schwein. Im aufrecht hängendem Schweinekörper stecken Messer und Gabel, die daran erinnern, dass Schweine meist ausschließlich zum menschlichen Verzehr geboren und getötet werden. Neben dem Besteck dringen auch Spritzen in die Haut des Schweins ein. Hier nimmt Moser Bezug auf Tierversuche und die Nutzung von Schweinen im medizinischen Bereich.

Die Schweinefigur am Holzkreuz repräsentiert ein Wesen, das hilflos dem menschlichen Zugriff auf seinen Körper ausgeliefert ist. Dem Unterdrücker ergeben, blickt es mutlos zu Boden. Für Moser wäre es „inhaltlich problematisch gewesen, dieses gekreuzigte Schwein, diese Manifestation des Leidens derart monumental und unverrückbar in Bronze zu gießen“. Deshalb entwickelte er das Werk weiter und das leidende Schwein hat im Werk total liberation seine Opferrolle verlassen. Es wurde zur selbstbewusst, kämpferischen Akteurin. Das Schwein steht auf zwei Beinen, träckt eine Maske über den Augen, die sonst nur Menschen tragen und hält einen Bolzenschneider in den Händen. Hier findet eine Anthropomophisierung, also eine Art von Vermenschlichung statt. Mit dieser Darstellungsform wird die schweinliche Selbstermächtigung betont. Neben der Schweinefigur selbst, bringt auch der Bolzenschneider eine Geschichte mit.

Chris Moser, total liberation, Bronze, Gußform, Gipsmodell, 2019

Chris Moser, total liberation, Bronze, Gußform, Gipsmodell, 46 x 17,5 cm, 2019

Polizeibericht mit Bolzenschneider

Der „Wiener Neustädter Tierschutzprozesses“ brachte Polizeiberichte zu Tage, in denen Chris Moser als „der Bolzenschneider“ bezeichnet wurde. Bei der Hausdurchsuchung, die im Zuge seiner Verhaftung im Jahr 2008 stattfand, wurde aus dem Werkzeug in seinem Atelier ein Bolzenschneider beschlagnahmt. Der Beiname „Bolzenschneider“ fand später auch Einzug in die Abschlussberichte des Gerichts. Der Bildhauer Chris Moser wird darin mit „alias ‚der Bolzenschneider‘“ betitelt. Die damalige Richterin Arleth thematisierte Mosers Werkzeug in der Gerichtsverhandlung und fragte ihn, warum er überhaupt einen Bolzenschneider besitze. Im Dokumentarfilm Der Prozess (Gerald Igor Hauzenberger, 2011) erzählt Chris Moser von dieser Episode seines Lebens. Die Szene untergräbt alle Missdeutungen, indem der Künstler mit Bolzenschneider in den Händen eine Baustahlgittermatte für eine Kunstinstallation schneidet. Er braucht den Bolzenschneider für die Arbeit an seinen Kunstwerken. Moser wurde von allen Anklagepunkten freigesprochen und den Bolzenschneider, der sich lange Zeit in der Asservartenkammer der Polizei befand, hat er mittlerweile zurückbekommen.

Chris Moser in der Kunstgießerei Rom in Kundl

Chris Moser in der Kunstgießerei Rom in Kundl

In Bronze gegossen

In Zusammenarbeit mit der Kunstgießerei Walter Rom aus Kundl in Tirol sind die Bronzefiguren von total liberation entstanden. Die Gießerei wird seit 1928 als Familienbetrieb geführt. Kunstgießer Walter Rom erlernte das Giesserhandwerk im Betrieb seiner Eltern. Die Firma hat sich auf die Restaurierung denkmalgeschützter Bronzeskulpturen spezialisiert. Gearbeitet wird mit dem Wachsausschmelzverfahren bei größeren und mit Keramikschalenformverfahren bei kleineren Formen, beispielsweise Büsten, Skulpturen und Reliefe.

Die Skulptur total liberation ist in kleiner Auflage entstanden und kann käuflich erworben werden. Oder wie Chris Moser mit einem Augenzwinkern betont: „ENDLICH! Chris Mosers RADIKALKUNST fürs Kaminsims in den Salons besserbetuchter Bewunder_Innen seiner wegweisenden Kunst!“

Chris Moser beim Anfertigen des Gipsmodells für den Bronzeguss. Am rechten Unterarm trägt er seine Forderung in die Haut tätowiert.

Chris Moser beim Anfertigen des Gipsmodells für den Bronzeguss. Am rechten Unterarm trägt er seine Forderung in die Haut tätowiert.

Eindringlich

Aktuell arbeitet der Künstler an einer weiteren Serie von Bronzefiguren. Er betont, dass trotz der Arbeit mit Bronze, seine Werke „nicht durch den Materialwert, sondern den künstlerischen Wert und seine Aussage“ definiert werden sollen. Den Schriftzug total liberation trägt Chris Moser auch als Tattoo in der eigenen Haut. Und damit schließt sich der Kreis auch zu seiner Haltung. Mit künstlerischer Eindringlichkeit verhandelt Moser in seiner Kunst vorherrschende Unterdrückungsstrukturen. Er fordert die Überwindung dieser gewaltvollen Ausbeutungssysteme und hat dies nun auch in Bronze verewigt.

Wer Interesse daran hat eine Bronzefigur zu erwerben, nimmt am besten direkt mit dem Künstler Kontakt auf.

@chris.moser.radikalkunst
www.radikalkunst.net

Chris Moser in der Kolumne KUNST HALLT NACH:

Affe oder Mensch? Chris Mosers Skulptur „artgerecht“
Bist du ein Homo ABER? – Radikalkunst von Chris Moser
Lähmende Endlosschleifen durchbrechen – Radikalkunst von Chris Moser

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