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    Schweine und Schweinebauern in der kalkulierten Strukturtragödie

    Geringes Einkommen und schlechte Haltungsbedingungen gehören dazu – den wahren Preis für billiges (Schweine-)Fleisch bezahlen Menschen und Tiere hinter den Fleischproduktionskulissen. Für Schweinehalter „ist eine sehr schwierige Zeit“, sagt Schweinebauer…

    Geringes Einkommen und schlechte Haltungsbedingungen gehören dazu – den wahren Preis für billiges (Schweine-)Fleisch bezahlen Menschen und Tiere hinter den Fleischproduktionskulissen.

    Für Schweinehalter „ist eine sehr schwierige Zeit“, sagt Schweinebauer Bernhard Seidl, er hält 540 Mastschweine in seinem konventionell geführten Betrieb in Oberösterreich. Existenzangst, Identitätskrisen und die gesellschaftliche Geringschätzung trüben die Freude an seiner Arbeit als Landwirt. „Das Produkt wird nicht mehr wertgeschätzt, die menschliche Arbeit nicht fair entlohnt“, so der Schweinebauer. Trotz hohem Bedarf an Schweinefleisch ist die Anzahl der Schweinehalter in Österreich in den vergangenen 20 Jahren von 112.080 auf 26.075 (2015) geschrumpft.

    Eine Frage der Haltung

    Im knallharten System der Fleischproduktionskette zählt allein Masse und Preis, Big-Player dominieren den Markt, Interessensvertretungen halten still oder starten Image-Aktionen. Doch „keiner traut sich neue Wege anzudenken und zu gehen. Man müsste querdenken“, erklärt Schweinebauer Seidl „günstig hat immer einen Haken“.

    Konventionelle Schweinezucht- und Schweinemastanlage in Österreich | Bild: IST/Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken

    Konventionelle Schweinezucht- und Schweinemastanlage in Österreich | Bild: IST/Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken

    Ob bäuerlicher Familienbetrieb oder Agrarindustrie – billiges Fleisch bedeutet intensive Tierhaltung: Hohe Subventionen, niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, viele Tiere auf wenig Raum, geschlossene Stallsysteme, Vollspaltenböden, betäubungslose Kastrationen, Akkordschlachtungen…

    Intensivtierhaltung, auch Massentierhaltung genannt „beginnt dort, wo sich Tiere aufgrund der Haltungsbedingungen nicht mehr nach ihrer Art verhalten können“, sagt Anton Sutterlüty von der Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken. Fleischqualität und Regionalität allein sagen nichts über die Haltungsform aus.

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    Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

    Globale Schlachtplatte

    Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP sind radikale Schritte im vorherrschenden Stil. Mit massiv gesenkten Transportkosten werden die Standortvorteile Österreichs getilgt . „Im Supermarkt liegt dann billiges Schweinefleisch aus den USA. Die Frage ist, wie lange es dauert bis österreichische Bauern nicht mehr konkurrenzfähig sind“, verdeutlicht Steffen Nichtenberger von Greenpeace Österreich. „Österreichische Standards werden durch den Preisdruck sinken, nicht morgen, aber übermorgen.“

    Schweinebauer Seidl ist über die Entwicklungen ebenfalls besorgt: „Wer diese Freihandelsabkommen nicht als Bedrohung sieht, verschließt die Augen vor der Realität.“  Sutterlüty verweist auf die strukturelle Selbstzerstörung: „Große Konzerne werden immer größer und reicher, während die Kleinen verschwinden. Die Ausweitung des Marktes, führt zu weiterem Bauernsterben“.

    Mit TTIP werden zudem „mühsam erkämpfte Tierschutzstandards erst aufgeweicht und letztlich auflöst“, gibt Harald Hofner, Präsident von pro-tier, dem Verband der österreichischen Tierschutzorganisationen, zu bedenken. „Das Hochhalten des Tierschutzes ist schon innerhalb der Europäischen Union schwer genug. TTIP wird mittelfristig jede politische Tierschutzarbeit verunmöglichen.“

    Ferkel in einer Aufzuchtanlage in Deutschland | Bild: PETA Deutschland e.V.

    Ferkel in einer Aufzuchtanlage in Deutschland | Bild: PETA Deutschland e.V.

    Der Ag-Gag-Import

    Erfolgreich importiert wurden von der Agrarpolitik bereits „Ag-Gags“ (agriculture gags), also Rechtstexte, die das aktive Interesse an den Produktionsbedingungen kriminalisieren. Der Blick in den Stall wird zur Verwaltungsstraftat erklärt, so beispielsweise im Entwurf zur österreichischen Schweinegesundheitsverordnung und im geltenden Betretungsverbot in Oberösterreich. Laut BefürworterInnen dieser Rechtstexte zum „Schutz von landwirtschaftlichem Eigentum“, wolle man dadurch unerwünschte Recherchen in Tierproduktionbetrieben verhindern.

    Als Rechtfertigung wird von InteressensvertreterInnen häufig der Schweinestall mit dem privaten, bäuerlichen Wohnzimmer gleichgesetzt. Doch ist das öffentliche Interesse an landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen tatsächlich mit Voyeurismus vergleichbar?

    Lippenbekenntnisse bei Konsumverhalten

    Geht es um das eigene Konsumverhalten behaupten viele Menschen auf hohe Standards bei Herstellung und Haltungsbedingungen Wert zu legen. Mit den tatsächlichen Verkaufszahlen stimmen diese persönlichen Konsumtheorien jedoch nicht überein. „Der Markt fordert was anderes als die Lippenbekenntnisse“, so Seidl.

    Beim (Schweine-)Fleisch zählt auch für die Konsumierenden vor allem eines: Billig, billiger, am billigsten. Völlig entfremdet scheinen die Vorstellungen der Konsumenten und Konsumentinnen von den realen Herstellungsbedingungen zu sein. „Es ist ein Fehler, dass Möbelhäuser Schnitzel für 2,90 Euro anbieten, denn zu diesem Preis ist keine Produktion möglich“, erklärt Seidl. „Mit der Kaufentscheidung hat der Konsument in der Hand wohin der Weg geht. Wären die Menschen bereit faire Preise zu bezahlen, könnte auch die Haltungsbedingungen verbessert werden.“

    Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

    Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

    In Österreich wurden vergangenes Jahr 5.414.000 Schweine geschlachtet, von ihrem Fleisch isst durchschnittlich jede(r) 39 Kilo im Jahr, 98 Prozent stammen aus konventioneller Produktion, nur knapp zwei Prozent aus alternativen Betriebsformen, wie biologischer Landwirtschaft.

    Mutige Alternativen

    „Am schönsten im Zusammenleben mit den Schweinen ist es, Zeit in der Herde zu verbringen“, erklärt Bio-Freiland-Bäuerin Elfriede Sonnleitner, auf ihrem Bio-Freilandhof Simandl in Oberösterreich leben 124 Mangalitza-Wollschweine. „Die Schweine in ihrer Lebendigkeit zu sehen, sie in ihrem Sein und Tun zu beobachten“, genießt die Bäuerin besonders “wenn sie herkommen, grunzen und sich streicheln lassen.“

    In der konventionellen Produktion werden Mastschweine bereits vor dem ersten Zahnwechsel getötet, „diese Tiere sind zum Schlachtzeitpunkt noch Kinder mit dem Gewicht von Erwachsenen“, so Sonnleitner. Die Bio-Freiland-Haltung ist „eine Alternative zur Massentierhaltung. Wir wollen den Tieren mit Würde begegnen, ihnen Bewegungsraum und Zeit zum wachsen lassen. Interessierte sind am Hof willkommen, Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung sind uns wichtig“.

    Was in der trügerischen Fleischreklame bloß Wohlfühl-Werbetaktik ist, gehört am Simandlhof zum Konzept: Gras, Frischluft, Sonnenlicht, Platz und soziale Kontakte. „Wenn wir schon Tiere essen, dann sind wir ihnen ein artgerechtes Leben schuldig“, so Sonnleitner.

    Mangalitza-Schweine am Simandl-Hof | Bild: Sonnleitner

    Töten und töten lassen

    Kein leichtes Thema für die Schweinebäuerin ist die Tötung der Tiere „es ist ein Unterschied ob ein Tier stirbt oder aktiv getötet wird.“ Also ganz direkt gefragt: Wie fühlt es sich an zu sehen, wie die Tiere, mit denen man selbst Zeit verbracht hat und die man aufwachsen gesehen hat, vertrauensvoll in den Transporter [1] steigen, der sie auf ihre letzte Reise, hin zum Schlachter bringt? „Es spürt sich sehr schräg an, tut uns weh und wirft viele Fragen auf“, erklärt Sonnleitner. Der Bäuerin hilft bei diesem innerlichen Konflikt der Artenschutzgedanke: „Würden wir sie nicht essen, würde es sie gar nicht geben. Wir tragen zu neuem Leben bei und gönnen ihnen das Aufwachsen; das Essen und Schlachten ist in diesem Kreislauf mit eingebunden.“

    Bild: EstudioWebDace / pixabay.com

    Bild: EstudioWebDace / pixabay.com

    Hartnäckiges Tellerdilemma

    Reportagen und Berichte über die Zustände in der Massentierhaltung und Fleischproduktionskette [3] schockieren und das Interesse der Menschen am Wohl der Tiere scheint zu steigen. Doch trotz Empörung und Mitgefühl genießen wir die „ach so armen Tiere“ in Form von Schweinebraten und Steak, warum? „Keiner will, dass Tiere gequält werden, doch es gibt hier eine kognitive Dissonanz. Es besteht eine Kluft zwischen Einsicht und Umsetzung“, erklärt der katholische Theologe und Ethik-Professor Kurt Remele. „Es findet eine Verdrängung der Problematik statt.“

    Aber wenn die Tiere ein schönes, artgerechtes Leben haben, ist es doch ethisch unproblematisch diese Tiere für den eigenen kulinarischen Genuss zu töten bzw. töten zu lassen. „Ein häufiges Argument, aber Tiere sind nicht für den Menschen da. Sie werden für die Fleischproduktion instrumentalisiert, ihr Eigenwert und Wille zum Leben wird nicht wahrgenommen“, so der Ethik-Professor.

    Die christliche Tierethik „findet schöne, hehre Worte; würdevoll wird über Tiere geschrieben, aber es fehlt an konkreten Konsequenzen“, kritisiert Remele. Eine neue christliche Tierethik [2] müsse auf schwammige Formulierungen verzichten und sich aussprechen trauen, was nicht alle hören wollen, Remele selbst geht dabei mutig voran: „Wenn eine Ernährung ohne das Töten von Tieren möglich ist, bezweifle ich, dass wir das Recht haben Tiere zu züchten, um diese zu töten.“

     

    Eine Kurzversion des Artikels ist erschienen in: Information-Diskussion Nr. 286, „ESSEN – Leichte Kost oder schwer verdaulich?“, Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Oberösterreich, Juli 2016

    [1] Laut Angaben der Simandl Website werden die Tiere mit Futter auf den Tiertransporter gelockt, der sie zur Hofschlachtung bei einem anderen Landwirt bringt.
    [2] Remele, Kurt, Die Würde des Tieres ist unantastbar. Eine neue christliche Tierethik, 2016
    [3] www.schlachthofskandal.at

    2 Kommentare zu Schweine und Schweinebauern in der kalkulierten Strukturtragödie

    Jagdliches Spiel zur Förderung der Gewaltakzeptanz bei Kindern

    Abknallen, Erschießen, Töten – eine kulturelle Praxis erfordert die Sozialisierung des Nachwuchses.  „Kindchen, schieß‘ doch mal das Wildschwein nieder!“ Den kleinen Gästen am „Fest der Natur 2016“ in Linz (Organisation: Ressort…

    Abknallen, Erschießen, Töten – eine kulturelle Praxis erfordert die Sozialisierung des Nachwuchses.

     „Kindchen, schieß‘ doch mal das Wildschwein nieder!“

    Den kleinen Gästen am „Fest der Natur 2016“ in Linz (Organisation: Ressort für Naturschutz (FPÖ) und Genussland Oberösterreich) wurden am Stand des OÖ Landesjagdverbandes Gewehre mit Gummiband-Schieß-Vorrichtung aus Holz angeboten und dazu eingeladen Wildschweine und Hirsche (ebenfalls aus Holz) abzuschießen.

    Schießstand für Kinder am „Fest der Natur“. Aussteller: OÖ Landesjagdverband

    Ein unverfängliches Spiel? Der Anschein von Harmlosigkeit und Sanftmut verstärkt sich durch ein Malbuch mit dem Titel „Wir malen was lebt in Wald und Flur“ und eine Fototafel, diese zeigt einen älteren Jäger, der gemeinsam mit einer jungen weiblichen Person, im Beisein eines Hundes, ein Bäumchen pflanzt.

    „Es ist in Ordnung andere Lebewesen mit Waffen zu verletzen.“

    Die Präsentation des Kinder-Schießstandes und die Aufforderung zum Töten-Spielen mit Waffen erzeugt und bestätigt soziale und ethische Normativitäten. Die Einführung von Kindern in die gebräuchliche Gewaltpraxis und die Verwendung von Waffen erfolgt spielerisch und mit dem Anspruch auf Selbstverständlichkeit. Vermittelt wird, dass die Gewaltausübung an Lebewesen und die Benutzung von Schusswaffen als „normal“, „unproblematisch“ und „gesellschaftlich anerkannt“, gilt und zu akzeptieren ist.

    Waffenattrappe und Tiere aus Holz zum Töten-Spielen

    Stell sich die Frage: Was hat die Einladung zum Waffengebrauch und Töten-Spielen auf einer „familienfreundlichen“ Veranstaltung des Landes Oberösterreich zu suchen?

    9 Kommentare zu Jagdliches Spiel zur Förderung der Gewaltakzeptanz bei Kindern

    #ThisIsMyEurope: Rasmus Bitsch, ein Däne in Südafrika

    Vor dem Hintergrund der europäischen Turbulenzen habe ich mich auf die Mission begeben, europäische Werte und Anliegen zu identifizieren. In der Interview-Serie #ThisIsMyEurope spreche ich mit Menschen rund um den Kontinent und versuche herauszufinden,…

    Vor dem Hintergrund der europäischen Turbulenzen habe ich mich auf die Mission begeben, europäische Werte und Anliegen zu identifizieren. In der Interview-Serie #ThisIsMyEurope spreche ich mit Menschen rund um den Kontinent und versuche herauszufinden, was für sie „Europa“ bedeutet. Dieses Mal treffe ich mich mit Rasmus, einem Dänen in Südafrika.

    Vor zwei Jahren zog der Däne Rasmus Bitsch (29) nach Kapstadt in Südafrika. Derzeit ist er Mitbetreiber einer Produktionsfirma für audiovisuelle Medien und arbeitet freiberuflich als Journalist für skandinavische Medien. Als wir über Skype miteinander diskutieren, was es heißt, ein Europäer im Ausland zu sein, fasst er seine Ängste in Worte: „Ich bin immer noch sehr für Europa, aber für diese EU? Nicht so wirklich.“ Sein Umzug hat sein Gefühl von Identität beeinflusst. „Je weiter man von Dänemark weggeht, umso Europäischer fühlt man sich. Dänemark bedeutet hier nicht viel. Das ist das Schicksal all jener, die aus kleinen europäischen Ländern kommen. Hier in Kapstadt ist Europäisch nur eine Ortsbezeichnung.“

    Rasmus hat gemischte Gefühle diese Europäische Identität betreffend: „Für mich wurde der Begriff Europa immer komplizierter je älter ich wurde. Ich bin zu der Zeit aufgewachsen, als Osteuropa sich geöffnet hat. Wir waren als Familie auf Urlaub, sind mit dem Auto durch ehemals sozialistische Länder gefahren. Es war aufregend, auch für meine Eltern, die während des kalten Krieges aufgewachsen sind und diese Orte zum ersten Mal gesehen haben.“ Seine frühen Reisen und Erasmus-Auslandsaufenthalte gaben ihm eine europäische Mentalität. “Im skandinavischen Kontext gesehen komme ich aus der Mittelschicht. Mein Vater war Bauer, meine Mutter ist Krankenschwester. Ich bin die erste Generation mit diesem Zugang zu Europas Mobilität und Möglichkeiten.”

    Wunde Punkte

    Rasmus macht klar, dass er einer der wenigen ist, der sich an diesen „Früchten“ bedient. „Diese europäischen Vorteile und ihre Mentalität sind nicht überall verbreitet. Sie sind nichts für die Arbeiterklasse oder die ältere Generation. Diese machen sich eher Sorgen um ihre Eigenständigkeit und haben das Gefühl, dass Brüssel zu weit weg ist um sie zu verstehen oder sich um sie zu kümmern.“ Rasmus merkt einen weiteren wunden Punkt der Union an. “Europa hatte sicherlich wesentliche Unterstützung, doch es war immer ein Elite-Projekt. Es wurde von Politikern entwickelt, aber sie haben es nie zu einem Europa „der Menschen“ gemacht.“ Nach Rasmus’ Ansicht erklärt das die derzeitige Krise. „Die Menschen waren schon immer sehr vorsichtig bei einem Europa, in dem für sie entschieden wird. Nationale Politiker haben die Integration arrangiert, sich aber nie der Wählerschaft versichert. Aus diesem Grund hat jedes kleine Problem das Potential, Europa in eine Krise zu stürzen.“ Das erklärt auch den Erfolg der Anti-EU-Agenda der Dänischen rechtsgerichteten Parteien. Sie haben die Stimmung nicht geschaffen, sondern sie genützt. Als Ergebnis darf mittlerweile keine Regierungspartei zu „europäisch“ sein. Die Realpolitik hält Europa als Geisel.“

    In Südafrika zu leben hat Rasmus eine andere Persepktive auf Europa aus der Ferne gegeben. „Hier in Kapstadt gibt es eine starke anti-koloniale Stimmung. In diesem Hinblick gleicht das Beantworten der Frage, was es bedeutet Europäisch zu sein, einem Kampf der Identitäten. Europa bedeutet viele Dinge. Es geht hauptsächlich darum, welche Idee gerade am meisten vorangetrieben wird. Das selbe gilt für seine Werte. Hier gibt es eine dunkle Seite, Faschismus und Rassismus sind ebenso Europäische Werte.“ In Südafrika ist es offensichtlich, dass Europa eine destruktive Rolle in der Geschichte des Landes gespielt hat. Das so direkt zu erleben hat einen Eindruck hinterlassen: „Es hat mich mein Erbe hinterfragen lassen. Die wichtigste Lehre daraus ist, dass wir nicht die Guten sind. Für jemanden aus Dänemark ist das die normale Perspektive. Aber es ist viel komplexer als das.”

    Xenophobie

    Rasmus hat das Gefühl, dass es schwer sein wird Europa zu retten, solange die Leute enttäuscht sind. „Seit der Krise in Griechenland bin ich skeptisch, was die Zukunft der Union betrifft. Aber ich bin absolut für Europa.“ Europäer in Südafrika zu sein hat auch seine Vorteile. „Als Europäer wirst du fast überall nett aufgenommen. In Südafrika nutze ich das zu meinem Vorteil. Du bist neutral, du gehörst in eine andere Kategorie. Und die Menschen mögen Europäischen Fußball.“ Was zu seltsamen Situationen führen kann. „In Südafrika gibt es diese unterschwellige Fremdenfeindlichkeit. Da war dieser Mann auf der Strasse, der gerufen hat, dass „alle Ausländer gehen müssen“. Als ich ihn gefragt habe, meinte er, das würde mich nicht betreffen, denn ich wäre Europäer. Innerhalb von zehn Sekunden wechselte er von glühendem Hass dazu über, mich über das Dänische Fußballteam auszufragen. Ich kann dir sagen, das war eine sehr seltsame Unterhaltung…“

    Rasmus ist ein Produzent bei Sound Africa. Hört euch hier seine afrikanischen Non-Fiction Audio-Projekte an!

     

    Dieses Interview ist Teil 4 der Serie #ThisIsMyEurope von Reinier Vriend und wurde auf Oneworld.nl erstveröffentlicht. Lest alle weiteren Interviews auf The bird’s new nest. Vielen Dank an Moni für die Übersetzung!

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    Vegan Homemade – Tofu, Seitan und Co. selber machen

    Inzwischen gibt es ja wirklich unzählige vegane Kochbücher. Und dann gibt es noch die Zero Waste Bewegung, die auf selbstgemachte Dinge und so viel Müllreduktion wie möglich setzt. „Vegan Homemade…

    Inzwischen gibt es ja wirklich unzählige vegane Kochbücher. Und dann gibt es noch die Zero Waste Bewegung, die auf selbstgemachte Dinge und so viel Müllreduktion wie möglich setzt. „Vegan Homemade – Meine Grundrezepte für Tofu, Seitan, Pflanzenmilch, Käse, Nudeln und Co.“ ist in diesem Sinn ein besonderes Buch, denn es ist ein veganes Grundrezeptbuch, das den Gedanken von Selbermachen nochmals ganz neu betrachtet. Die Autorin Lisa Pfleger ist eine bekannte Selbstversorgerin und stellt in ihrem Buch einfache, bodenständige Grundrezepte für allerlei Leckeres vor.

    Die Rezepte sind so geschrieben, als würde euch eine Freundin ihr neuestes Lieblingsrezept erzählen. Lisa Pfleger beschreibt auf den ersten Seiten, warum es sich lohnt, Fertigprodukte einfach selbst zu machen. Nach einer kurzen Einführung, in der sie erklärt, warum bio nicht teuer sein muss und Selbermachen günstig ist, starten wir mit der ersten Rubrik „Milchiges“. Hier lesen wir von selbstgemachter Pflanzenmilch und „Käse“ aus  Nüssen, Kokosschlagsahne und Mandelmussoße.

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    Auch Deftiges kommt nicht zu kurz, es folgen Rezepte zu Seitan, Bratlingen und Tofu, natürlich alles selbst hergestellt. Was ich hier toll finde: Es gibt oft eine schnelle, einfache Variante und dann die etwas herausfordernde, die mehr Übung bedarf. Im Kapitel „Eingemachtes“ lesen wir unter anderem über die leckersten Aufstriche, sowohl süß als auch salzig und diverse Pflanzenhonige – sprich zur Herstellung sind keine Bienen nötig. Feinschmecker sollten sich das Kapitel „Würziges“ nicht entgehen lassen, denn hier findet ihr eure neue Lieblingsgewürzmischung für eure Pflanzenmilch oder aromatisierte Essige und Öle.

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    Mein Lieblingskapitel ist das rund um Teig. Von Strudelteig zu Brot bis zu Kuchen, einfache Rezepte ohne viel Aufwand ziehen sich auch hier durch. Last, but not least gibt es noch einige inspirierende Tipps für schnelle Gerichte und tolle Snacks.

    Fazit: In „Vegan Homemade – Meine Grundrezepte für Tofu, Seitan, Pflanzenmilch, Käse, Nudeln und Co.“ sind über 200 tolle, schnelle Grundrezepte versammelt, die euch das vegane Leben vereinfachen. Es macht Lust, vieles einfach einmal selbst auszuprobieren. Besonders gelungen sind die weiterführenden Tipps mit Empfehlungen der Autorin und das Leseband, das für mich zu einem guten Kochbuch dazugehört.

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    Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Gazpacho

    Das heutige Rezept der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung ist ein bisschen unflexibler als die beiden ersten – Nudelsalat und Gemüsepfanne -, dafür geht es in dieser quick…

    Das heutige Rezept der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung ist ein bisschen unflexibler als die beiden ersten – Nudelsalat und Gemüsepfanne -, dafür geht es in dieser quick and dirty Version sehr schnell und ist ideal für die aktuelle Hitze. Das Gazpacho wirkt angenehm kühlend, ihr müsst nicht mal den heißen Herd anwerfen.

    Gazpacho

    Das sollte immer dabei sein: Vier große oder sechs kleine Tomaten, ein bis zwei gelbe und/oder rote Paprika, eine geschälte Salatgurke, Öl, Essig, Salz, Pfeffer

    Das kann dabei sein: Eine Zwiebel (rot oder gelb), Knoblauch, Basilikum oder Koriander, eine Scheibe Weißbrot (oder Toast/Baguette), Chilischoten

    Zubereitung

    Halbiert die Tomaten und entfernt den grünen Strunk. Putzt die Paprika und schält die Gurke. Gebt diese Zutaten gegebenenfalls mit einer Scheibe Weißbrot (kann auch schon trockenes Brot sein), einer Zwiebel, Knoblauch, Kräutern und Chilischote in einen Mixer oder eine Küchenmaschine. Solltet ihr nur einen Pürierstab zur Hand haben, empfiehlt es sich, die Zutaten vorher klein zu schneiden. So lange mixen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl abschmecken, fertig ist das Gazpacho.

    Die Zutaten des Gazpacho auf dem Titelbild sind sechs kleine Tomaten, eine gelbe Paprika, eine geschälte Salatgurke, zwei Scheiben trockenes Baguette, Basilikum, Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Guten Appetit!

    Was ist euer liebstes Essen bei heißem Wetter?

    2 Kommentare zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Gazpacho

    Selbstversorgung auf kleinstem Raum

    Vielleicht kennt ihr das: Alle um euch herum haben einen Garten oder fachsimpeln über ihre Erdbeeren auf dem Balkon; ihr selbst habt aber weder einen grünen Daumen noch viel Platz? Dann…

    Vielleicht kennt ihr das: Alle um euch herum haben einen Garten oder fachsimpeln über ihre Erdbeeren auf dem Balkon; ihr selbst habt aber weder einen grünen Daumen noch viel Platz? Dann ist „Selbstversorgung auf kleinstem Raum“ genau das Richtige für euch! Ich selber bin auch noch nicht besonders bewandert, was Gärtnern angeht und habe „nur“ eine Dachterrasse, daher passt das Buch sehr gut zu mir.

    Das Buch kommt gleich zur Sache und startet direkt mit einem witzigen Test, der einem ungefähr die Richtung zeigt, in die es beim Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern gehen könnte. Es hat kein kompliziertes Konzept sondern präsentiert zahlreich bebilderte Übersichtsseiten zu allen möglichen Pflanzen: Salate, Sprossen, Keime, Tomaten, Kohl, Kartoffeln, Beeren, Kernobst, Kräuter, Kletterpflanzen, Scharfes, Rüben, Zwiebel und Teekräuter. All diese leckeren Sachen werden hier thematisch sortiert vorgestellt.

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    Zwischendurch habt ihr immer gleich die wichtigsten Tipps zu Anbau, Aufziehen und Pflege vor euch, sodass kein langwieriges Recherchieren nötig ist. Wenn man will, kann man sofort mit dem Aussäen beginnen, denn die Rubrik „Ach so geht das“ erklärt einem die Basics des Gärtnerns wenn es ums Aussäen, Einpflanzen, Gießen, Düngen und Pflegen geht.

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    Neben Know-How zu Pflanzen gibt es auch einige schöne Kreativideen rund ums Grün. Zum Beispiel Rezepte mit Zutaten aus dem eigenen Selbstversorgergarten oder für wohltuende Bäder, aber auch für eigene Tees und Bastelideen. Da das Buch ja vor allem zeigen will, wie Gärtnern auf wenig Platz möglich ist, gibt es viele tolle und sehr kreative Ideen, zum Beispiel was man alles als Blumentopf verwenden kann: Einen alten Autoreifen, einen Pflanzsack und vieles mehr. Auch Themen wie Upcycling oder Urban Gardening wird das Buch gerecht.

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    Der Begriff Selbstversorgung betrifft aber lediglich selbstangebaute Lebensmittel, falls jemand noch etwas anderes erwarten sollte. Wenn dann doch einmal etwas nicht so klappt wie es sollte, zum Beispiel weil Schädlinge sich über das Grün hermachen, dann hat das Buch auch hier immer einen Tipp parat.

    Ganz toll finde ich auch, dass alte und besondere Sorten vorgestellt werden, man lernt so noch einiges neu kennen. Insgesamt ist „Selbstversorgung auf kleinstem Raum“ also ein vor allem für Gärtner-Neulinge sehr empfehlenswertes Buch, das die Basics des Gärtnerns toll erklärt. Wer jedoch tiefer in die Materie einsteigen möchte, braucht ein anderes Buch.

    38 Kommentare zu Selbstversorgung auf kleinstem Raum

    Da sitzt ein Schwein am Sofa! Nachhal(l)tige Kunst von Hartmut Kiewert

    Schweine auf Sofas, Teppichen und Parkettböden – diese Bilder irritieren nicht nur kurzfristig die Wahrnehmung, sie haben das Potenzial unsere Sichtweise nachhaltig zu verändern. Künstler Harmut Kiewert befreit die Schweine…

    Schweine auf Sofas, Teppichen und Parkettböden – diese Bilder irritieren nicht nur kurzfristig die Wahrnehmung, sie haben das Potenzial unsere Sichtweise nachhaltig zu verändern.

    Künstler Harmut Kiewert befreit die Schweine aus „den menschengemachten Ausbeutungsarchitekturen“ und zeigt sie „an Orten, an denen sie üblicherweise nicht vorkommen, weil sie hinter den Wänden der Mastanlagen und Schlachthöfen verborgen bleiben“.

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    Hartmut Kiewert, Sight Unseen 2, 2016, Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm

    Soziale Konstrukte in Frage stellen

    Dabei geht es nicht um die Vermenschlichung von Schweinen oder ein Plädoyer „für Schweine als ‚Haustiere'“, sondern der „Irritationsmoment, das Disparate der gezeigten Situation“ wird genutzt, um „die Kategorie ‚Nutztier‘ in Frage zu stellen“, so der Künstler.

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    Hartmut Kiewert, Parkett II, 2011, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm

    Diese Kunst hat den Mut gesellschaftsrelevante Themen aufzugreifen und mit emanzipatorischer Kraft bezieht sie Stellung zu den thematisierten Problematiken. Für den herrschaftskritischen Künstler sollte „die Beziehung von Menschen zu Schweinen frei von Herrschaft und Ausbeutung sein und immer auf freiwilliger Basis geschehen“. Für die Realität bedeutet das: „Menschen sollten aufhören Schweine zu züchten, gefangen zu halten und zu töten.“

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    Hartmut Kiewert, Nest, 2013, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm

    Kiewerts Werkserie Utopia ist „die Verbildlichung einer möglichen, friedlichen Koexistenz und Interaktion auf Augenhöhe zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren“.

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    Hartmut Kiewert, Café, 2016, Öl auf Leinwand, 134 x 200 cm

    Folgende drei Bilder hängen an meinen vier Wänden – über dem Sofa, beim Schreibtisch und in der Diele. Momentan sind es Poster – doch ich träume von den Originalen.

    Emanzipatorische Kunst trifft Kunstgeschichte

    Mit den Werke Im Freien und Evolution of Revolution verknüpft Kiewert seine Utopia mit kunsthistorischen Elementen. Im Jahr 1863 wurde der Maler Èduardo Manet vom französischen Salon zurückgewiesen, als er sein Gemälde Frühstück im Freien vorstellte, auf dem er eine nackte Frau mit bekleideten Männer auf einer Wiese Picknicken lässt.

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    Édouard Manet, Frühstück im Freien, 1863, Öl auf Leinwand, 208 × 264 cm | Bild: Public Domain

    Über 150 Jahre später rüttelt Kiewert an den herrschenden Konventionen, wenn in seinem Bild Im Freien „die Schweine nicht in der Kühltasche, sondern am Gehweg anzutreffen sind“.

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    Nackte Frauenhaut wird in Kiewerts emanzipatorischer Kunst bedeckt. So auch im Bild Evolution of Revolution, es zeigt eine Neuinterpretation von Eugéne Delacroixs Die Freiheit führt das Volk an von 1830.

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    Eugène Delacroix, Die Freiheit führt das Volk an, 1830, Öl auf Leinwand, 260 x 325 cm | Bild: Public Domain

    Im Werk wird neben Schwein, Rind, Lamm und Geflügel auch das durch Edoardo Kac berühmt gewordene GFP Bunny (2000) aus der Knechtschaft des Menschen befreit. Der grüne Hase steht hier nicht als Symbol für BioArt, sondern repräsentativ für jegliche Verwendung von Tieren in der Kunst.

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    Hartmut Kiewert, Evolution of Revolution, 2012, Öl auf Leinwand, 180 x 225 cm

    Schweinerealitäten thematisieren

    Es hat mich sehr berührt, als ich die dargestellte Szene zum ersten Mal sah und den dazugehörigen Werktitel las. Heute hängt diese Darstellung direkt über meinem Schreibtisch, sie motiviert und inspiriert mich dazu vorherrschende Schweinerealitäten zu erkennen, mich zu empören, Fragen zu stellen und darüber zu schreiben.

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    Hartmut Kiewert, Wir verlassen die Erde, 2012, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm

    Denkst du künstlerische Werke können unsere Sichtweise auf „Nutztiere“ verändern?

     

    Website des Künstlers Hartmut Kiewert
    Statement des Künstlers zu Theorie und Praxis seiner Maltechnik
    Kolumnenbeitrag: Herrschaft und Gewalt im Fadenkreuz – Hartmut Kiewerts “Gewährsmänner”

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    The Glow – Naturkosmetik selber machen

    Ein natürlicher Teint, der von sich aus strahlt. Das ist der „Glow“, der inzwischen fast schon gehyped wird. Eigentlich ist er nur ein Zeichen von achtsamer Lebensführung und gesundem Körper,…

    Ein natürlicher Teint, der von sich aus strahlt. Das ist der „Glow“, der inzwischen fast schon gehyped wird. Eigentlich ist er nur ein Zeichen von achtsamer Lebensführung und gesundem Körper, dennoch kann auch hier ein wenig durch die richtige Pflege nachgeholfen werden. Dabei will das DIY-Buch „The Glow – Naturkosmetik selber machen“ helfen.

    „The Glow“ startet mit einigen Basics zum Thema: Warum sollte ich Naturkosmetik selber herstellen? Welchen Hauttyp habe ich und welche Rohstoffe brauche ich, um selbst Kosmetik zu rühren? Wie wirken bestimmte Pflanzenöle und was muss ich bei ätherischen Ölen beachten? Das Buch macht dabei klar, dass eine gesunde Haut nur durch eine ganzheitliche Pflege entstehen kann, die Ernährung, Entspannung und andere relevante Lebensbereiche mit einschließt.

    Nach einigen Sicherheitshinweisen und allgemeinen Informationen zur Ausrüstung startet dann der Rezeptteil. Hier finden sich über 35 Rezepte für Gesicht, Körper und Wellness. Was fehlt? Genau, es gibt keine Rezepte für die Haare. Sehr schade! Auch dekorative Kosmetikrezepte gibt es keine, bis auf einen Tinted Lip Balm. Das wäre mal richtig spannend gewesen!

    Aber jetzt zum Eingemachten: Wir finden unter den Rezepten zum Beispiel einen sanften Oil Cleanser, viele verschiedene Gesichtsmasken oder auch Body Oils. Dazu Deodorants, Rasieröl und Badeprodukte. Die Rezepte sind nicht alle vegan, aber es gibt fast immer eine Alternative zu nicht-veganen Inhaltsstoffen.

    the glow innen rezept

    An sich sind die Rezepte relativ einfach umzusetzen und die Inhaltsstoffe sind nicht extravagant (à la Hobbythek) und über die bekannten Naturkosmetikrohstoffe-Websites erhältlich. Diese sind am Ende des Buches auch abgedruckt. Jedes Rezept ist ausführlich beschrieben und mit zusätzlichen Wissenstipps ausgestattet. Selbst die Anwendung und Haltbarkeit sind genau angegeben.

    Insgesamt beinhaltet „The Glow“ einfache und wirksame Rezepte, darunter aber auch einige, die schon altbekannt sind – zum Beispiel Lippenbalsam aus Bienenwachs oder Bodyscrub aus Meersalz. Was mich etwas stört: Das Cover ist total ansprechend, innen ist das Buch aber eher in einem 80er Jahre Stil gehalten. Zudem wird oft von „Chemie“ in konventioneller Kosmetik gesprochen. Die Natur besteht aber ebenso aus Chemie, daher ist das meiner Meinung nach nicht ganz richtig ausgedrückt. Außerdem bin ich kein Freund des häufig auftauchenden „Detox“-Begriffs.

    Dennoch ist das Buch sehr zu empfehlen, man sollte sich aber bewusst sein, dass man im Internet teilweise genauso gute Rezepte findet. Wer aber Einsteigerwissen kompakt zusammengefasst und ansprechend bebilderte Selberrühr-Rezepte sucht, liegt mit „The Glow – Naturkosmetik selber machen“ richtig.

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    We need you! Filmvorführungen zu Massentierhaltung am Stephansplatz

    Vielleicht habt ihr uns ja schon einmal gesehen – wir sind fast jeden Samstag Abend auf dem Stephansplatz in der Wiener Innenstadt, um auf einer großen Leinwand Filme aus Massentierhaltungen vorzuführen. Der Verein…

    Vielleicht habt ihr uns ja schon einmal gesehen – wir sind fast jeden Samstag Abend auf dem Stephansplatz in der Wiener Innenstadt, um auf einer großen Leinwand Filme aus Massentierhaltungen vorzuführen. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) veranstaltet diese abendlichen Kundgebungen an rund 30 Samstagen im Jahr. Am späteren Abend, wenn keine Kinder mehr unbeaufsichtigt unterwegs sind, werden aktuelle Szenen aus heimischen Schlachthäusern gezeigt. Schweine und Rinder, die mit Elektrotreibern gequält werden, Schweine, die in den CO2-Kammern, wo sie betäubt werden, heftige Erstickungskämpfe erleiden und vieles mehr.

    Die Reaktionen darauf sind geteilt. Einige Passenten ignorieren das Gezeigte, andere regen sich auf, wieder andere denken nach, und die, die letzteres schon getan haben, beglückwünschen den VGT zu dieser Aktion! Das Problem unserer Gesellschaft und ihres Umgangs mit Tieren ist die massive Verdrängung der Realität. Die Werbung belügt uns über die wahren Bedingungen der Massentierhaltung, und die meisten von uns lassen sich natürlich auch gerne belügen. Das bezieht sich auch auf andere Konsumbereiche wie zum Beispiel Kleidung, die von „modernen Menschensklaven“ in „Sweatshops“ genäht wird. Im Fall der Nutztiere und unserer Ernährung sind die mit Abstand meisten leidensfähigen Individuen betroffen. Jedes Jahr werden 65 Milliarden Nutztiere geboren, im Vergleich dazu nur 0,15 Milliarden Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, als Nutztier auf diesem Planeten geboren zu werden, ist somit über 400 Mal größer als die als Mensch auf die Welt zu kommen!

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    Wir haben Glück gehabt und sind Menschen geworden – das noch dazu in einem der reichsten Länder der Welt. Wie es den weniger glücklichen menschlichen und nichtmenschlichen Mitbewohner(inne)n auf der Erde geht, können wir durch unser Konsumverhalten mitbestimmen. Um die Realität zu verändern, anstatt sie zu verdrängen, muss man sie also zuerst einmal kennen. Wenn wir schockiert sind über die Grausamkeiten, und diese im nächsten Moment durch unser Konsumverhalten aktiv finanziell unterstützen, dann sollte uns dieser Widerspruch dämmern. Und aus dieser Erkenntnis ergibt sich oft eine positive Veränderung unserer Lebensgewohnheiten. Der Sinn der Filmvorführungen am Stephansplatz ist demnach, solche Bewusstseins-Mechanismen anzuregen!

    Wenn ihr Lust habt, uns bei dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen oder euch das Ganze einfach einmal nur anzuschauen wollt: Der VGT sucht für diese seit 2006 stattfindenden Kundgebungen mit Filmvorführung und Infostand immer Leute, die den Stand betreuen oder Flyer verteilen. Fünf Millionen Menschen passieren jedes Jahr die Vorführungen – ihr könnt so mit eurem Mitwirken einen wesentlichen Beitrag leisten, das Leben vieler Menschen und Tiere zu verändern!

    Neugierig geworden? Einfach einmal vorbeischauen, Hallo sagen und Fragen stellen. Oder gleich direkt hier an die Organisatoren wenden.

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    Pink Elephant Cooking – Vegane Rezepte und Yogi-Weisheiten

    Yoga ist derzeit eines der Trendthemen überhaupt. Ich mache selber auch Yoga, aber längst nicht so ausgiebig und auch nur als kleine Entspannungsroutine an so manchem Abend. Bei Pink Elephant…

    Yoga ist derzeit eines der Trendthemen überhaupt. Ich mache selber auch Yoga, aber längst nicht so ausgiebig und auch nur als kleine Entspannungsroutine an so manchem Abend. Bei Pink Elephant Cooking war ich mir daher erst unsicher, ob ich die „Yogi-Weisheiten“ wie es im Titel heißt, gut finden würde. Aber keine Sorge, diese Befürchtungen lösten sich in Luft auf. Exotische und einfallsreiche vegane Rezepte gepaart mit einem dezent verrückten, aber wundervollen Design machen dieses Buch zu einem wahren Vergnügen!

    Ernährung ist mehr als nur Nahrungsaufnahme, das wird auch im ersten Kapitel des Buches deutlich. Lebensmittel geben auch Lebensenergie und wirken sich unterschiedlich auf unser Befinden aus. Die Kochphilosophie der Autoren des Buches, zwei Yogis, besteht aus regionalen und saisonalen aber auch exotischen Zutaten, die sie dann Fair Trade kaufen. Zudem ist der „Pinki Style“, wie sie ihre Küche nennen, vegan (sie selbst nutzen aber Honig), zuckerfrei (aber mit natürlichen Süßungsmitteln), sojafrei (bis auf kleine Ausnahmen) und rohkostreich. Mit „Raw“ und „Superfood“-Symbolen sind die jeweiligen Besonderheiten eines Rezeptes auch gekennzeichnet.

    pink elephant cooking burger

    Als nächstes folgt eine Auflistung der Basics, die man in seiner Vorratskammer haben sollte und dann kann’s auch schon losgehen mit den Rezepten. Der Rezept-Teil startet mit der wichtigsten Mahlzeit des Tages, nämlich mit Frühstücksideen! Neben Porridge und Shakes gibt es auch herzhafte Rezepte für Reis oder kleine Gemüsetörtchen. Ich könnte mich nie an ein herzhaftes, nicht-süßes Frühstück gewöhnen, aber man kann diese Rezepte ja auch am Mittag zubereiten. Weiter geht es mit „Yogi on the Road“, also schnellen Snacks, Dips und Aufstrichen wie zum Beispiel Chashew Cheese oder Mangoketchup. In der Mitte angekommen bekommen wir noch eine kleine Einführung in das Züchten von Keimlingen. Mit diesem Wissen können wir die Gerichte des Rohkost- und Salate-Kapitels in Angriff nehmen.

    fudgeasana

    Als nächstes folgt noch eine tolle Auswahl an Hauptspeisen und „Kochen für Freunde“, wie Tacos oder diverse Suppen. Zum Abschluss noch einige süße Highlights wie zum Beispiel „Ganesha Sweets“, die mir allerdings nicht gelungen sind, da sie nicht zusammen hielten. Dafür sind die „Peanut Butter Fudgeasanas“ sehr lecker und einfach gemacht.

    Insgesamt sind die Rezepte wirklich easy nachzumachen. Die ganze Aufmachung des Buches – Papier, Cover und Illustration – begeistern mich total und motivieren mich, das Kochbuch immer wieder in die Hand zu nehmen!

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