Eco. Life. Style.

Autor: Edda

Meine Eltern sind tot, gestorben an Corona

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte,…

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte, sollte auch ich in Quarantäne, zehn Tage lang. Besagter Artikel entstand am Anfang meiner Quarantäne. Beide meiner Eltern waren im Krankenhaus, positiv auf Covid-19 getestet und insofern stabil, dass sie nicht künstlich beatmet werden mussten. Trotzdem war der Gesamtzustand alles andere als positiv, mindestens einmal täglich war ich mit dem betreffenden Krankenhaus in Kontakt. Ich war vor Ort, als mein Vater mit der Rettung abgeholt wurde und habe mir entsprechend große Sorgen um ihn gemacht: „Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. […] Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt.“

Trotzdem habe ich gehofft, dass er sich wieder erholen würde. Genauso wie meine Mutter, die in ihrem Leben schon so einige schwere Krankheiten überlebt hatte. Penicillin-Schock. Lungenembolie. Brustkrebs. Gehirnblutung. Wobei sie letztere leider zur Risikopatientin gemacht hat. Dazu kam, dass ihre Magensonde stark entzündet war, was keiner der beiden PflegerInnen der 24-Stunden-Pflege aufgefallen ist. Auch im Pflegekrankenhaus davor hatte man sich jahrelang geweigert, die Magensonde zu entfernen, obwohl sie nicht mehr nötig gewesen wäre. Meine Erlebnisse mit der „Pflegehölle Österreich“ sind aber einen eigenen Artikel wert.

Immer wieder liest man von über 100-Jährigen, die eine Corona-Infektion überlebt haben, also warum nicht auch meine Eltern? Doch egal wie viel Hoffnung man haben mag, die Angst ist ständig im Hintergrund: „Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss.“

Es tut uns sehr leid…

Und dann war es doch genau so, wie ich befürchtet hatte. Am Vormittag des 11. Januar 2021 klingelt mein Telefon: „Es tut uns sehr leid, Ihr Vater ist gerade gestorben.“ Diese Nachricht trifft mich wie ein schwerer Schlag und das ist nicht sprichwörtlich gemeint, mein ganzer Körper schmerzt, es tut furchtbar weh, überall. Gleichzeitig blockiert der Schmerz mein Gehirn, ich kann nicht klar denken, alles ist wie in Watte gehüllt. Was ist passiert? Gestern klang der Bericht aus dem Krankenhaus doch noch leicht optimistisch. Doch Corona war wohl einfach eine zu große Belastung für den 82-jährigen Körper meines Vaters. Ich kann es nicht fassen. Gerade noch habe ich mit ihm gesprochen, was wir dieses Jahr vorhaben. Was erledigt werden soll. Wobei ich helfen kann. Und jetzt ist er auf einmal weg.

Ich liege im Bett und weine. Kann nicht aufstehen. Kann nichts essen, keinen klaren Gedanken fassen. Gefühlt tagelang. Doch so lang kann es nicht gewesen sein, denn ich muss mich darum kümmern, wann mein Vater für die Bestattung freigegeben wird. Ein Bestattungsunternehmen suchen, das alles abwickelt. Wo und wie will mein Vater begraben werden? Ich weiß es nicht, das war eines der Dinge, die wir besprechen wollten. Dazu ist es aber nun nie gekommen.

Und was passiert nun mit meiner Mutter? Mein Vater war seit der Gehirnblutung meiner Mutter ihr Erwachsenenvertreter. Das würde wohl ich nun übernehmen. Wie nimmt es meine Mutter auf, dass ihr Mann, den sie seit ihrem 17. Lebensjahr kennt, verstorben ist? Kann ich mich ausreichend um meine Mutter kümmern? Wie wird sich die Covid-Erkrankung auf ihre so und so schon schwere Behinderung auswirken?

Die sozialen Medien…

An Schlaf ist nicht zu denken, gleichzeitig ist es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Mein Vater ist tot und das tut so unglaublich weh. Parallel dazu kommen weiterhin Reaktionen auf meinen Artikel über Social Media, Kommentare hier auf The bird’s new nest und E-Mails. Unmengen an liebevoller Anteilnahme, Besserungswünschen und anderen netten Worten, für die ich euch allen sehr, sehr dankbar bin. Doch dann gibt es auch einige wenige Kommentare, die sehr schmerzen, auch wenn sie deutlich in der Minderzahl sind. „Fake News“ ist eines davon, direkt beim Artikel. Ich finde keine Worte dazu, sondern lösche den Kommentar. Das kommt praktisch nie vor, aber in diesem Fall habe ich keine Kraft für etwas anderes.

Auf Facebook schreibt man mir, dass man mit einer Art von Kur die Corona-Erkrankung vermeiden kann, jemand anderer meint: „Wo soll jetzt das Problem liegen, deine Eltern werden bald wieder nach Hause kommen.“ Mir wird unterstellt, ich würde dafür bezahlt werden, diesen Beitrag zu schreiben – das war für mich wohl die widerlichste Reaktion auf den Artikel. Aber auch sonst nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. Worte wie „Plandemie“ fallen, „Corona-Diktatur“ oder „Regierungsgläubige“. Und ich sitze zu Hause und zu meinem Schmerz kommt die Fassungslosigkeit über die empathielose Selbstverständlichkeit, mit der man den Tod anderer Menschen als unbedeutend vom Tisch wischt.

Vier Tage später…

Am frühen Nachmittag des 15. Januar bekomme ich erneut einen Anruf. „Ihre Mutter ist nun leider auch verstorben.“ Meine Eltern sind tot. Gestorben an Corona, beide in der gleichen Woche. Ich bin ein Einzelkind, meine gesamte nähere Familie existiert somit nicht mehr. Das kleine bisschen Energie, das ich noch habe, benötige ich, um die Beerdigung meiner Eltern zu organisieren. Ich versuche alles so umzusetzen, wie ich glaube, dass es meine Eltern gewollt hätten. Viel Spielraum bleibt durch Corona so und so nicht. Und nun liegen meine Eltern gemeinsam in einem Grab am Wiener Zentralfriedhof, das Titelbild wurde am Tag der Beerdigung aufgenommen.

An die Tage nachdem auch meine Mutter verstorben ist kann ich mich kaum mehr erinnern. Möglicherweise ist das ein Schutzmechanismus des Körpers oder aber einfach nur ein Nebeneffekt des psychischen Stresses. Auch das Gedächtnis funktioniert nicht so richtig, ich merke mir viele Sachen nicht und konkrete Worte fallen mir nicht mehr ein. Und auch wenn ich damit rechnen musste, dass meine Eltern durch Corona sterben würden, hat mich ihr Tod gefühlt vollkommen unvorbereitet getroffen. Nun, über ein Monat danach, habe ich das erste Mal wieder die Kraft, darüber zu schreiben. Und darüber schreiben wollte ich auf jeden Fall. Einerseits, weil ich den ersten Artikel nicht einfach so stehen lassen wollte. Und andererseits weil ich durch die Reaktionen auf besagten Artikel davon überzeugt bin, dass ich definitiv nicht unter den Teppich kehren möchte, dass meine Eltern an Covid-19 gestorben sind.

Gestorben an Covid-19

Denn meine Eltern sind definitiv an Covid-19 gestorben, mein Vater war für sein Alter in einem normalen Gesundheitszustand und auch meine Mutter war, abgesehen von der Infektion, gesund in Anbetracht der anderen Umstände. Eine Infektion zusammen mit Corona ist definitiv keine gute Kombination, die Infektion selber hätte aber für sich alleine langfristig kein Problem dargestellt. Und noch etwas möchte ich klarstellen: The bird’s new nest ist meine Seite und ich bekomme generell für keinen der hier veröffentlichten Artikel etwas gezahlt. Wenn das der Fall ist, was nur äußerst selten vorkommt, sind sie als Werbung gekennzeichnet. Und definitiv keiner der beiden Artikel über meine Eltern sind von irgendjemandem gezahlt, genauso wenig wie es sich hierbei um „Fake News“ handelt.

Außerdem ist es mir egal, ob man daran glaubt, dass es sich um eine „Plandemie“, eine neue Form von Diktatur oder ähnliches handelt. Oder ob der Virus von einem Tier auf den Mensch übertragen wurde oder in einem Labor kreiert. Denn meine Eltern sind tot. Die Umstände machen ihren Tod für mich nicht weniger schmerzhaft und auch Menschen über 80 haben nicht nur ein Recht auf Leben, sondern sie hinterlassen auch Menschen, die um sie trauern, wenn sie sterben.

Wie geht es mir?

Die direkte Zeit nach dem Tod meiner Eltern war eine der schlimmsten Zeiten in meinem Leben, aber jeder weitere Tag hilft, etwas Abstand zu gewinnen. Trotzdem ist etwas mehr als ein Monat nicht genug, um nicht bei einem Gedanken an meinen Vater oder meine Mutter die Tränen kommen zu spüren, auch sonst fühlt man sich emotional nicht unbedingt stabil. Den Umständen entsprechend würde ich aber sagen, dass es mir „ok“ geht. Vielleicht bin ich aber auch nur gut im Verdrängen, denn seit einigen Tagen habe ich massive Verspannungen in der Schulter, die zu einem eingeklemmten Nerv geführt haben. Extrem starke Schmerzen und äußerst eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten sind die Folge. Ohne Schmerzmittel könnte ich das hier nicht schreiben, aber der Rat des Arztes war, den Arm weiterhin so gut es geht zu benutzen, was ich hiermit tue.

Abgesehen von den emotionalen Auswirkungen hat der Tod der eigenen Eltern noch andere Folgen. So muss deren Wohnung geräumt werden, und das erste Mal in eine leere Wohnung zu kommen, wo einem sonst immer der Vater zur Begrüßung entgegenkam ist genauso schmerzhaft wie die vielen Dinge in Händen zu halten, an denen Erinnerungen haften. Da war es fast schon Glück im Unglück, dass mir mein Bausparvertrag aufgrund von zu hoher Zinsen gekündigt wurde, denn sonst hätte ich die über 7.000 Euro, die das Begräbnis meiner Eltern gekostet hat nicht so einfach zahlen können. Der Grabstein ist hier noch nicht einmal inkludiert, das sind dann wohl noch einmal mindestens 3.000 Euro. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein muss, seine Eltern zu verlieren um dann zu realisieren, dass man sich das Begräbnis nicht leisten kann. Uns das war in unserem Fall nur ein stilles Begräbnis, also kein Pfarrer, keine Aufbahrung, kein Leichenschmaus – aufgrund von Corona alles keine Option.

Zurück zu Corona…

Ich habe mich bei meinen Eltern nicht angesteckt, und die Quarantäne ordnungsgemäß zehn Tage lang befolgt. Einen Bescheid für die Quarantäne, genauso wie eine Aufhebung dieser habe ich nie bekommen. Genauso wenig wie irgendeine Anfrage zu Contact Tracing. Schließlich waren mit meinem Vater insgesamt mindestens acht Personen in Kontakt, als er schon erkrankt war. Interessiert hat das die österreichischen Behörden offenbar nicht. Aus meiner Sicht ist es also nicht nur der Fall, dass Contact Tracing nicht funktioniert, es existiert schlichtweg nicht, zumindest nicht in Wien.

Ich habe zudem gleich von zwei Ärztinnen, die mit meinem Vater zu tun hatten die Aufforderung zur Quarantäne erhalten, aber wie schon geschrieben nie eine offizielle Aufforderung einer Behörde, also funktioniert auch in diesem Bereich etwas absolut nicht. Dass so auch nicht nachvollziehbar war, wo sich meine Eltern angesteckt haben ist unter diesen Umständen auch nicht mehr verwunderlich. Ich habe selber während und auch nach der Quarantäne Tests durchgeführt und kann so zumindest relativ sicher ausschließen, dass ich der Überträger gewesen bin. Das ist aber in Anbetracht der Umstände nur ein geringer Trost.

Nachdem ich nun meine Eltern an Corona verloren habe, schmerzt es mich noch mehr auf Facebook zu lesen, wie sich Menschen darüber lustig machen, wenn jemand Angst vor Corona hat. Ja, ich hatte auch Angst vor Corona. Um konkret zu sein hatte ich Angst, dass sich Menschen in meinem Umfeld, die mir wichtig sind, sich damit anstecken und daran sterben. Was auch passiert ist. Trotzdem finden es wohl einige Menschen, die selber vermutlich nicht zur Risikogruppe gehören, sehr unterhaltsam, wenn sich jemand deshalb Sorgen macht. Genauso wenig haben Menschen, die Corona nicht ernst nehmen, selber vermutlich niemanden aus ihrem nähesten Umfeld an dieser Krankheit verloren.

Vielen Dank für das Lesen dieses langen Artikels! Auch möchte ich mich bei den tatsächlich hunderten Menschen bedanken, die mir auf vielen Wegen Nachrichten gesendet haben. Ich habe nicht mit so einer riesigen Menge gerechnet und war sehr berührt über das viele Mitgefühl, das mir und meinen Eltern entgegengebracht wurde. Genauso möchte ich hier mein Mitgefühl für all jene ausdrücken, die jemanden durch Covid-19 verloren haben. Danke auch an all jene, die meinen ersten Artikel geteilt haben, auch wenn der Ausgang letzten Endes leider kein guter war.

 

Bernhard Nikolaus Pascher *15.04.1938 †11.01.2021

Edda Helga Ingeborg Pascher *10.09.39 †15.01.2021

160 Kommentare zu Meine Eltern sind tot, gestorben an Corona

Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende…

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende Umschreibungen. Außerdem ist es für mich einfacher nicht ewig nach dem perfekt passenden Titel zu suchen, denn es ist unangenehm genug überhaupt darüber zu schreiben. Warum ich es dann trotzdem tue? Weil ich – nicht zuletzt durch The bird’s new nest – viel auf Social Media unterwegs bin und jeden Tag eine gehörige Dosis von „Corona existiert nicht“, „…ist weniger gefährlich als eine Grippe“, „…wird durch die Medien nur hochgespielt“ und so vieles andere lese.

Und weil ich zu den naiven Menschen gehört habe, die dachten, Corona trifft nur andere. Die, die sich weigern, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die, die Corona nicht ernst nehmen. Die, die ständig unter Menschen sind. Zusätzlich beruhigt so eine Sichtweise ein wenig, denn wenn es nur „die Unvorsichtigen“ trifft, dann kann man selber und in Folge die eigene Familie nicht betroffen sein, richtig? „Falsch!“ ist das einzige, das ich dazu sagen kann.

Covid-19 existiert und es kann jederzeit Menschen treffen, die vor wenigen Tagen noch absolut fit waren. Was genau dieser Virus mit Menschen anrichten kann, habe ich mit eigenen Augen gesehen. Auch wenn man die Erzählungen von Angehörigen Erkrankter oder aus dem Gesundheitswesen kennt, ist es erst wirklich real, wenn man selber seine engsten Familienmitglieder betroffen sieht.

Meine Eltern…

Meine Eltern sind beide Anfang 80, also nicht mehr die Jüngsten. In Anbetracht dessen, dass meine Großmutter väterlicherseits aber erst eine Woche vor ihrem 100. Geburtstag gestorben ist und die Schwester meiner Mutter zur Zeit mit über 90 noch sehr fit ist, ist unsere Familie generell mit hohem Alter gesegnet. Anfang 80 ist für mich also kein Todesurteil, sondern verspricht unter normalen Umständen in unserer Familie noch gut zehn bis 20 Jahre.

Beide meiner Eltern haben Corona ernst genommen, MNS getragen, mein Vater war nur sehr selten außer Haus, meine Mutter sitzt im Rollstuhl und ist praktisch immer zu Hause. Aber möglicherweise hätten sie noch strenger sein müssen, mein Vater FFP2-Masken und Handschuhe tragen sollen, wann immer er die Wohnung verlässt. Und natürlich waren sie mit anderen Personen in Kontakt, den Pflegerinnen meiner Mutter, den Ansprechpersonen der Pflegeorganisationen, dem Hausarzt und mit mir, nachdem ich meine Eltern in vielen Dingen unterstütze. Wie sie sich angesteckt haben, bei wem, wann und wo das passiert ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Mein Vater war bis vor ein paar Tagen für einen über 80-Jährigen noch sehr fit, sowohl geistig als auch körperlich. Bis die Pflegerin meiner Mutter mich an einem der letzten Tage in der Früh angerufen hat, dass es meinem Vater schlecht gehe. Er antwortet auf Fragen nur wirr, hat sich eingenässt und kann nicht selbstständig aufstehen. Mein erster Gedanke war: Schlaganfall. Und das natürlich ein Grund, sofort die Rettung zu rufen. Diese war auch in kurzer Zeit vor Ort, konnte aber außer stark erhöhtem Blutdruck nichts Auffälliges finden. Aufgrund des generellen Eindrucks wurde er aber trotzdem ins Krankenhaus gebracht.

Dort wurde er elf Stunden lang durchgecheckt, aber nicht auf Covid-19 getestet, da keine Krankheitssymptome wie Husten, Fieber oder anderes ersichtlich waren. Ich wurde mehrmals angerufen und es wurde nachgefragt, ob er immer so desorientiert und langsam wäre. Ich habe immer wieder versichert, dass er – abgesehen von den normalen Einschränkungen, die man mit Anfang 80 erwarten würde – vor wenigen Tagen noch absolut fit war. Am Abend wurde ich letzten Endes informiert, ich könne meinen Vater abholen.

In der Notaufnahme fand ich meinen Vater noch immer extrem verwirrt vor, er hatte sich wieder eingenässt und machte insgesamt einen schlechten Eindruck. Rückwirkend betrachtet hätte ich wohl darauf bestehen sollen, ihn nochmals durchzuchecken, aber ich war so schockiert von dem Anblick, dass ich meinen Vater nur noch nach Hause bringen und ihn in sein Bett packen wollte. Insgeheim in der Hoffnung, dass es ihm nach einer erholsamen Nacht besser gehen könnte.

…haben Corona…

Am nächsten Tag wollte ich seinen Hausarzt um einen Hausbesuch bitten, um ihn nochmals von jemandem ansehen zu lassen, der ihn in einem gesunden Zustand kennt. Leider war der Arzt auf Urlaub und bis ich eine Vertretung erreichen konnte, war der Tag quasi schon wieder vorüber, aber zumindest ein Termin für nächsten Nachmittag vereinbart. Es war zwar nicht geplant, dass ich hier anwesend hätte sein sollen, aber irgendetwas hat mich am nächsten Tag spontan ins Auto steigen lassen.

Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. Für die Ärztin natürlich ein Grund, gleich die Rettung zu rufen. Verwundert wurde dann noch festgestellt, dass beim Krankenhausaufenthalt kurz davor kein Covid-Test gemacht wurde, auch wenn die restlichen Befunde alle keine Auffälligkeiten gezeigt haben.

Das war jetzt auf jeden Fall anders. Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt. Und dann kam das Wort: Covid-Verdachtsfall. Und ich dachte mir nur: Das kann doch nicht sein! Noch vor zwei Tagen als quasi gesund entlassen, oder zumindest gesund genug um nicht stationär aufgenommen zu werden und nun als Covid-Verdachtsfall ins Krankenhaus? Aber vielleicht ist der Test ja negativ, wobei ich beim Zustand meines Vaters schon einige Parallelen zu Erzählungen von schweren Corona-Verläufen erahnt habe.

Nach fast zwei Stunden warten erfuhr ich dann das Ergebnis, dass mich aber schon nicht mehr überrascht hat – positiv auf Covid-19 getestet. Und auch bei ein paar anderen Dingen war ich klüger. Die Desorientiertheit und geistige Verwirrung meines Vaters war möglicherweise eines der vielfältigen eher seltenen Symptome einer Covid-19 Erkrankung. So wie es komplett symptomlose Menschen gibt, greift bei anderen der Virus Bereiche im Körper an, die normalerweise davon nicht betroffen sind. Hätte man das im Krankenhaus wissen müssen? Eigentlich ja. Aber wem möchte man in diesen Zeiten einen Vorwurf machen, in dem Krankenhäuser überfüllt und das Personal so und so schon lange vor Corona in vielen Fällen komplett überlastet ist?

Nun war es an mir, meiner Mutter beizubringen, dass mein Vater mit Corona im Krankenhaus liegt. Aber auch sie war lethargischer als sonst und das Essen vor sich am Tisch wurde nicht angerührt. Genauso wie mein Vater in den Tagen davor hatte sie keinen Appetit. Die Anweisung der Ärztin: Wenn sie Fieber oder Husten bekommt, rufen Sie die Rettung. Hustenreiz war aber keiner festzustellen und auch kein Fieber, also gab es zumindest etwas Hoffnung, dass meine Mutter sich nicht angesteckt hatte.

…und ich…

Aber was nun mir mir? Ich hatte in den Tagen davor meinen Vater umgezogen, beim Gehen gestützt, zu Trinken gegeben und einiges mehr. Würde bei mir jetzt auch ein Corona-Test gemacht? Getestet wird, so wurde ich gleich aufgeklärt nur, wenn ich Symptome zeige. Und gleich von zwei Ärzten wurde ich angewiesen, mich in Quarantäne zu begeben, zehn Tage lang. Und ja, es gäbe Menschen, die zwar keine Symptome haben, aber diese vortäuschen, damit sie getestet werden und das könne ich natürlich auch tun, aber nachdem es kein Freitesten aus der Quarantäne gibt, wäre es zumindest hier nicht zielführend. Kein Freitesten bedeutet, dass die Quarantäne immer zehn Tage dauert, egal ob in der Zwischenzeit ein Corona-Test ein negatives Ergebnis zeigt. Das liegt an der langen Inkubationszeit – zumindest war das mein Verständnis. Sollte ich aber Symptome zeigen, dann solle ich mich für eine Testung melden.

Vor einiger Zeit noch hätte man sich über zehn Tage zu Hause gefreut. Schließlich ist zu Hause immer etwas zu tun. Wenn man aber über den Tag beschäftigt ist mit Telefonaten betreffend der Eltern, Sorgen um sie und dann noch auf mögliche eigene Symptome achten soll, ist das weit entfernt von irgendeiner Basis für Produktivität. Die Nacht darauf war auch alles andere als erholsam, an Schlaf war kaum zu denken.

Am nächsten Morgen kam schon die nächste Hiobsbotschaft: Meine Mutter hat Fieber. Also wurde zum dritten Mal in wenigen Tagen die Rettung gerufen und meine Mutter ebenso als Covid-Verdachtfall ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig überraschend kam auch hier nach einigen Stunden die Information über einen positiven Covid-Test. Nun liegen meine Eltern im gleichen Krankenhaus in der gleichen Abteilung, dem Corona-Bereich. Die Prognose ist wie immer bei Corona unklar, genauso wie ob ich in den nächsten Tagen Symptome zeigen werde. Wie in vielen anderen Fällen kann man hier nur abwarten und – mein Mittel für solche Situationen – sich ablenken.

…bin in Quarantäne

Und das mache ich mit Arbeit am Computer, Hausarbeit beschäftigt mein Gehirn leider nicht ausreichend. Und wie schon eingangs angesprochen bin ich hier auch viel in Social Media unterwegs. Schon zu Beginn der Corona-Krise fand ich Aussagen wie „Corona-Maßnahmen schränken meine Grundrechte ein“ oder „Es betrifft ja eh nur alte Menschen“ absolut rücksichtslos. Denn niemand hat ein recht darauf, andern zu schaden, die Freiheit jedes Menschen geht immer nur so weit bis die Freiheit eines anderen beschnitten wird. Und Corona betrifft nicht nur alte Menschen, die Risikogruppen entsprechen insgesamt rund 40 Prozent der Bevölkerung.

Wo ich mich vor einiger Zeit aber nur geärgert habe, wird mir nun regelrecht schlecht, wenn ich lese, wie Menschen Corona als kaum gefährlich, die Maßnahmen als übertrieben und Menschen, die sich an diese halten als hysterisch oder regierungskonform bezeichnen. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich jeden Tag zu lesen bekomme. Aber ich möchte mich aus Social Media auch nicht zurückziehen, denn das ändert an der Situation auch nichts. Im Gegenteil möchte ich all jenen, die immer wieder posten: „Kennt denn jemand von euch jemanden, der an Corona erkrankt ist? Ich nicht!“ entgegenschreien: „Ja, jetzt kennt ihr jemanden, meine Eltern! Und ich habe keine Ahnung ob sie das überleben werden. Und wie sie das überleben werden. Ob neben meiner schon schwerbehinderten Mutter nun auch mein Vater aufgrund der Hirnschäden durch Corona geistig so stark eingeschränkt sein wird, dass er kein selbst bestimmtes Leben mehr führen können wird.“

Aber ich schreie niemanden an, sondern schreibe diesen Artikel. Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne. Ich weiß jetzt, wie Corona aussehen kann. Wie es aussieht, wenn der eigene Vater mit dem Tod ringt. Und dass ich diese Qualen niemandem wünsche. Genauso wenig wie nicht zu wissen ob man die eigenen Eltern je lebendig wieder sehen wird. Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss. Und nicht nicht zuletzt sich zu fragen, ob man selber krank wird. Solange ich aber fit bin, werde ich diesen Artikel teilen. Jedes Mal, wenn ich wieder lesen muss, dass es Corona nicht gibt, dass es harmlos ist, dass die Maßnahmen enden sollen.

Danke für das Lesen. Für eure Zeit. Und danke all jenen, die Rücksicht auf andere nehmen, auch wenn sie sich selber dadurch einschränken müssen.

87 Kommentare zu Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne

8 Jahre The bird’s new nest!

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Am 1. Januar 2013 ist The bird’s new nest als Facebook-Seite gestartet, am 1. Januar 2014 wurde das Vogelnest zu einem Online-Magazin. Und am…

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Am 1. Januar 2013 ist The bird’s new nest als Facebook-Seite gestartet, am 1. Januar 2014 wurde das Vogelnest zu einem Online-Magazin. Und am 1. Januar 2021 ist The bird’s new nest acht Jahre alt geworden.

Wir sind acht!

Acht Jahre, in denen unglaublich viel passiert ist – hinter den Kulissen des Vogelnests hat sich eine Werbeagentur entwickelt, ich und in Folge das Vogelnest wurden komplett vegan, es gab einen umfassenden Relaunch mit neuer Technik und neuem Design und unser Adventskalender ist mittlerweile das Highlight jeden Jahres. Abgesehen davon habe ich Unmengen spannender Menschen kennen gelernt, konnte vieles ausprobieren und lernen und mich und The bird’s new nest acht Jahre lang weiter entwickeln.

Seit dem Start von The bird’s new nest als Online-Magazin haben uns über eine Million Menschen besucht und uns so rund 2,5 Millionen Klicks beschert. Fast 75 Prozent unserer LeserInnen kommen aus Deutschland, ein Fünftel aus Österreich und der Rest aus der Schweiz und anderen Ländern. Lesen könnt ihr bei uns zur Zeit rund 850 Artikel von fast 100 AutorInnen zu allen Bereichen rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Rückblick auf 2020

2020 war wirklich kein einfaches Jahr, sowohl beruflich als auch privat gab es jede Menge Herausforderungen. Das führte auch dazu, dass die Zeit, die ich in The bird’s new nest investieren konnte im letzten Jahr relativ gering war. Umso erstaunter war ich, als ich beim Schreiben des Jahresrückblickes entdeckt habe, dass 2020 unser bis dato erfolgreichstes Jahr war. Dasselbe gilt für unseren Adventskalender, der alle bisherigen Rekorde gebrochen hat. Ein Grund zur Freude zum Abschluss dieses fordernden Jahres!

Ideen, Pläne und Co.

Für 2020 gab es viele Pläne, umgesetzt wurde davon leider kaum etwas. Am Anfang des Jahres bin ich Mitinhaberin des Einzelhändlers Friendly im niederösterreichischen Maria Enzersdorf geworden und Corona hat uns so sehr gefordert, dass daneben kaum mehr Zeit und Energie für das Vogelnest geblieben ist. Abgesehen von dem jährlichen Adventskalender, denn diesen wollte ich auf jeden Fall umsetzen, was mir Dank der Unterstützung meiner Teammitglieder bei Friendly – Daniel, Silvia und Sophie – auch gelungen ist, vielen Dank dafür an euch!

Einige der vielen Ideen und Pläne für The bird’s new nest werden sich sicher in 2021 umsetzen lassen, aber nachdem die nächste Zeit für mich schwer planbar wird, wird das eine oder andere wenn wohl eher spontan angegangen werden. An erster Stelle stehen hier für mich auf jeden Fall die vielen Themen auf meiner To-Write-About-Liste, generell möchte ich mich wieder mehr dem Schreiben widmen.

Nichts verpassen!

Wenn ihr regelmäßig Artikelvorschläge präsentiert bekommen, keines unserer Give-Aways verpassen und über alle Neuigkeiten im Nest informiert sein wollt, ist unser Newsletter das Richtige für euch. Schließt euch den fast 16.000 Empfängern unserer Newsletter-Familie an und bekommt einmal die Woche Post von mir – oft auch mit sehr persönlichen Worten.

Unsere neuen Beiträge sowie weitere News und Informationen zum Thema Nachhaltigkeit findet ihr auf unserer Facebook-Seite. Auf Instagram hingegen gibt es nicht nur Infos zu den neuesten Artikeln, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen und mehr Privates von mir. Auf Pinterest und unserem Twitter-Account findet ihr – ganz straight forward – unsere neuesten Beiträge.

Ein riesiges achtfaches Dankeschön geht an dieser Stelle an alle LeserInnen, AutorInnen und alle anderen, die The bird’s new nest in der einen oder anderen Form unterstützt haben. Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger und präsenter, The bird’s new nest wird dank euch allen dazu weiterhin seinen Teil beitragen.

Happy Birthday an uns alle!

7 Kommentare zu 8 Jahre The bird’s new nest!

Rückblick auf 2020: Nachhaltigkeit, das Thema des Jahres

2020 war ein herausforderndes Jahr, das viele von uns privat wie beruflich an unsere Grenzen gebracht hat. Doch wie immer im Leben steckt in jeder Krise eine Chance und im…

2020 war ein herausforderndes Jahr, das viele von uns privat wie beruflich an unsere Grenzen gebracht hat. Doch wie immer im Leben steckt in jeder Krise eine Chance und im Jahr von Corona war das vor allem ein stark gestiegenes Interesse an Nachhaltigkeit in allen Bereichen, das wir auch bei The bird’s new nest deutlich gespürt haben.

So wurde 2020 für uns zum erfolgreichsten Jahr seit dem Start in 2013, was mich trotz der Strapazen des letzten Jahres unglaublich freut. Denn unsere LeserInnen für einen nachhaltigen Lebensstil zu begeistern und über Nachhaltigkeit in all ihren Facetten zu informieren ist der Antrieb und die Motivation hinter The bird’s new nest.

Wir freuen uns: Eine halbe Million Klicks

2020 war für The bird’s new nest das reichweitenstärkste Jahr seit unserem Start vor acht Jahren. Mit rund 517.000 Klicks wurden wir in den letzten zwölf Monaten über eine halbe Million Mal angeklickt, insgesamt haben fast 225.000 Personen unsere Seite besucht. In Anbetracht dessen, dass dieses Jahr auf Grund der äußeren Umstände vergleichsweise wenig Zeit ins Vogelnest investiert wurde, ist das eine wunderbare Entwicklung und jede Menge Motivation für 2021.

Das jährliche Highlight: Der The bird’s new nest Adventskalender

Unser Adventskalender hat dieses Jahr zum fünften Mal seine Türchen geöffnet und ist mittlerweile ein fixer Bestandteil von The bird’s new nest. Der The bird’s new nest Adventskalender 2020 wurde mit Abstand unser bisher meistbesuchter Kalender – kein Wunder bei den vielen fantastischen veganen und nachhaltigen Gewinnen, die hinter allen Türchen versteckt waren.

Auf kaum einem anderen Weg lassen sich in so kurzer Zeit so viele neue nachhaltige Marken und Unternehmen kennen lernen und Inspirationen für nachhaltige Weihnachtsgeschenke sowie langfristige Alternativen zu konventionellen Produkten finden. Was vor fünf Jahren als spontane Idee gestartet ist, ist nun jedes Jahr das größte Projekt im Vogelnest.

Meistgelesen in 2020

Unser beliebtester Artikel im letzten Jahr war Lebender Weihnachtsbaum mit Liefer- und Abholservice, gefolgt von Veganer Rhabarberkuchen. Auf dem dritten Platz findet sich Über 30 Möglichkeiten, Eier in Rezepten zu ersetzen. Zu Lesen gibt es bei uns natürlich um einiges mehr: Rund 850 Artikel zu allen Themen rund um Nachhaltigkeit sind zur Zeit bei uns online!

Social Media und der geheime Star im Vogelnest

Auf Facebook haben wir von euch über 13.100 Likes erhalten, auf Instagram sind uns 3.600 Follower auf den Spuren. Vertreten sind wir auch auf Twitter und Pinterest. Der wirkliche Star und eure liebste Möglichkeit, über Neues im Nest, unsere Beiträge und aktuellen Give-Aways informiert zu werden ist aber unser Newsletter. Fast 16.000 LeserInnen erhalten wöchentlich Post aus dem Vogelnest!

Dass 2020 ein so erfolgreiches Jahr für The bird’s new nest werden würde, war für mich komplett unerwartet. Umso mehr möchte ich mich bei allen LeserInnen bedanken, die uns im letzten Jahr besucht, Artikel geteilt, geliked, kommentiert oder The bird’s new nest auf anderen Wegen unterstützt haben. Ein genauso großer Dank geht an alle AutorInnen und GastautorInnen, die mit Leidenschaft für ein nachhaltiges Leben Artikel verfasst, sowie an alle, die hinter den Kulissen mitgeholfen haben, sei es fotografisch, technisch oder auf andere Weise. Vielen Dank für eure Unterstützung und euren Einsatz!

Ich freue mich sehr auf das nächste Jahr – auf ein wunderbares gemeinsames 2021!

Keine Kommentare zu Rückblick auf 2020: Nachhaltigkeit, das Thema des Jahres

DIY vegane Naturkosmetik: Gingerbread Bodyscrub

DIY liegt nach wie vor im Trend und zu Weihnachten bietet sich außerdem an, seine Liebsten mit etwas Selbstgemachtem unter dem Weihnachtsbaum zu überraschen. Deshalb habe ich für euch zwei…

DIY liegt nach wie vor im Trend und zu Weihnachten bietet sich außerdem an, seine Liebsten mit etwas Selbstgemachtem unter dem Weihnachtsbaum zu überraschen. Deshalb habe ich für euch zwei DIYs für vegane Naturkosmetik, mit denen ihr euch oder auch anderen die Weihnachszeit verschönern könnt.

Gemeinsam mit Sabine von makeupbine darf ich euch heute das Rezept für ein Gingerbread Bodyscrub präsentieren. Das Rezept ergibt rund 250g, ist ca. sechs Monate lang haltbar und eignet sich auch super als Last Minute Geschenk, da es sehr schnell herzustellen ist.

Innere Werte

200g brauner Rohrohr-Zucker
Bis zu 50ml neutral riechendes Öl (z.B. Sonnenblume, Kokos, Mandel)
1-2 TL geriebene Mandeln
1/4-1/2 TL Lebkuchengewürz oder geriebener Zimt, Nelke, Anis, Muskat…

So wird’s gemacht

Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Zusammen mit etwas Öl nun zu einer homogenen Masse verrühren und danach in ein sauberes Schraubglas abfüllen.

Mit einem Löffel die gewünschte Menge entnehmen, unter der Dusche einmassieren und anschließend abspülen. Abgestorbene Hautschüppchen werden dabei vom Zucker und den Mandelpartikel entfernt, durch den sanften Massageeffekt wird die Durchblutung der Haut angeregt. Zusätzlich sorgt die Gewürzmischung für einen wärmenden und durchblutungsfördernden Effekt. Durch den Ölanteil lässt sich das Peeling nicht nur leichter anwenden, sondern man steigt sozusagen auch schon eingecremt aus der Dusche.

 

Vielen Dank an Sabine für das Rezept! Sabine Burggraf ist Grüne Kosmetik-Pädagogin und Make up-Artist. In Workshops, Beratungen und auf ihrem Blog zeigt sie Erwachsenen und Kindern wie man vegane Naturkosmetik schnell und einfach selber herstellen kann. Dabei lässt sie sich von Beauty Rezepten aus Großmutters Zeit inspirieren und legt bei der Umsetzung Wert auf einfache Zubereitung und Verwendung von frischen Pflanzen und Zutaten aus dem Küchenregal. Tanja hat einen von Sabines Workshops besucht und hier darüber berichtet.

Weitere Infos zum Workshop: makeupbine.com/p/blog-page_10.html

 

Lust auf etwas Sommer im Winter? Hier findest du unsere DIY-Kosmetik für den Sommer: Beruhigendes Lavendel-TonicApres Sun Bodylotion mit Kokos und Bodypeeling mit Zitrone und Rosmarin.

4 Kommentare zu DIY vegane Naturkosmetik: Gingerbread Bodyscrub

Rabattcodes für nachhaltige Marken und Unternehmen

Der The bird’s new nest Adventskalender 2020 hat uns wie auch schon letztes Jahr viele Rabattcodes für Online-Shops von nachhaltigen Marken und Unternehmen beschert. Zusätzlich gibt es weitere Rabattaktionen, die…

Der The bird’s new nest Adventskalender 2020 hat uns wie auch schon letztes Jahr viele Rabattcodes für Online-Shops von nachhaltigen Marken und Unternehmen beschert. Zusätzlich gibt es weitere Rabattaktionen, die schon vor unserem Adventskalender gestartet sind und Gutscheincodes, die außerhalb von The bird’s new nest gefunden werden können. Und weil das mittlerweile so viele sind, dass es nicht mehr so leicht ist, den Überblick zu behalten, ist es nun Zeit für eine Auflistung aller Rabattcodes für nachhaltige Marken und Unternehmen.

Warum einen Rabattcode nutzen? Der Code muss bei einer Bestellung natürlich nicht verwendet werden – The bird’s new nest ist übrigens in keinem Fall an den Umsätzen beteiligt oder bekommt irgendeine Art von Provision -, die Rabattcodes sind dazu da, um euch die Entscheidung für einen nachhaltigen Einkauf zu erleichtern. Egal, ob ihr nun andere oder einfach nur euch selber beschenken wollt. Ihr könnt die Codes natürlich auch gerne an andere interessierte Personen weitergeben.

Hier findet ihr alle mir bekannten Rabattcodes für nachhaltige Marken und Unternehmen sortiert nach Datum:

15. Januar 2021

Code „GGs20TBNN“: Rabatt von zehn Prozent auf alle Produkte im GG’s True Organic Online-Shop.

31. Januar 2021

Code „LOVECO-BIRD“: Rabatt von zehn Prozent auf alle Einkäufe im Online-Shop von LOVECO. Mindestbestellwert ist 75 Euro, der Code ist nicht mit anderen Gutscheinen kombinierbar und nicht in den LOVECO Läden in Berlin, sondern nur im Online-Shop gültig.

 

Kennt ihr noch weitere Rabattcodes für nachhaltige Marken und Unternehmen? Postet sie gerne in die Kommentare, diese Liste wird regelmäßig upgedated.

Keine Kommentare zu Rabattcodes für nachhaltige Marken und Unternehmen

DIY vegane Naturkosmetik: „Gute Besserung“ Kräuter-Badesalz

DIY liegt nach wie vor im Trend und zu Weihnachten bietet sich außerdem an, seine Liebsten mit etwas Selbstgemachtem unter dem Weihnachtsbaum zu überraschen. Deshalb habe ich für euch zwei…

DIY liegt nach wie vor im Trend und zu Weihnachten bietet sich außerdem an, seine Liebsten mit etwas Selbstgemachtem unter dem Weihnachtsbaum zu überraschen. Deshalb habe ich für euch zwei DIYs für vegane Naturkosmetik, mit denen ihr euch oder auch anderen die Weihnachtszeit verschönern könnt.

Gemeinsam mit Sabine von makeupbine darf ich euch heute das Rezept für ein „Gute Besserung“ Kräuter-Badesalz präsentieren. Das Rezept ergibt rund 500g, ist ca. ein Jahr lang haltbar und eignet sich auch super als Last Minute Geschenk, da es sehr schnell herzustellen ist.

Innere Werte

500g Totes Meer Badesalz oder Meersalz
1 EL getrocknete Kräuter wie z.B. Thymian, Salbei, Majoran
5 Tropfen ätherisches Eukalyptusöl in Bio-Qualität

So wird’s gemacht

Die Kräuter mit den Fingern klein bröseln und in eine Schüssel geben. Danach das Salz und das ätherische Öl hinzufügen und alles gut vermischen. Die Mischung in ein sauberes Schraubglas abfüllen und nach Bedarf weihnachtlich dekorieren.

Das Badesalz wird einfach ins laufende Badewasser geleert. Das Wasser sollte während des Badens ca. 37°C haben, die Badedauer idealerweise 20 Minuten betragen. Totes Meer Badesalz ist seit dem Altertum bekannt für seine reinigende und regenerierende Wirkung durch die enthaltenen Mineralien und Spurenelemente. Die bei Erkältungsbeschwerden bewährten Kräuter erleichtern das Durchatmen und können das Immunsystem unterstützen und stärken.

Vielen Dank an Sabine für das Rezept! Sabine Burggraf ist Grüne Kosmetik-Pädagogin und Make up-Artist. In Workshops, Beratungen und auf ihrem Blog zeigt sie Erwachsenen und Kindern wie man vegane Naturkosmetik schnell und einfach selber herstellen kann. Dabei lässt sie sich von Beauty Rezepten aus Großmutters Zeit inspirieren und legt bei der Umsetzung Wert auf einfache Zubereitung und Verwendung von frischen Pflanzen und Zutaten aus dem Küchenregal.

 

Hier findest du unsere DIY-Kosmetik für den Sommer: Beruhigendes Lavendel-TonicApres Sun Bodylotion mit Kokos und Bodypeeling mit Zitrone und Rosmarin.

2 Kommentare zu DIY vegane Naturkosmetik: „Gute Besserung“ Kräuter-Badesalz

Über 30 Möglichkeiten, Eier in Rezepten zu ersetzen

Warum auch immer man auf den Konsum von Eiern verzichten möchte, eine Frage stellt sich auf jeden Fall: Wie soll ich ohne Eier kochen oder backen? Für all jene unter…

Warum auch immer man auf den Konsum von Eiern verzichten möchte, eine Frage stellt sich auf jeden Fall: Wie soll ich ohne Eier kochen oder backen? Für all jene unter uns, die vegan leben ist diese Frage leicht zu beantworten, schließlich stehen Eier genauso wie alle anderen Produkte tierischen Ursprungs nicht mehr auf dem Speiseplan. Doch auch vegan lebende Menschen kennen vermutlich nicht alle Möglichkeiten, Eier zu ersetzen.

Eier haben verschiedene Funktionen in einer Speise. Ob ein Kuchen locker und saftig werden und schön aufgehen soll, ob die Kekse mürbe werden, ob Sauce gebunden oder Teig zusammen gehalten werden soll – Eier sind Multitalente. Doch was Eier können, können viele andere Lebensmittel auch. Das Geheimnis? Man muss wissen, welche Eigenschaften der jeweilige Ersatz haben soll und schon ist kochen und backen ohne Ei keine Hexerei mehr.

Die folgenden Aufgaben können Eier in Rezepten erfüllen:

Binden: Durch das Erhitzen während des Kochen oder Backen verlieren Eier ihre flüssige Konsistenz und werden fest. So werden alle Zutaten miteinander verbunden. Auch mittels Emulsion können Zutaten gebunden werden, besonders solche, die normalerweise nur schwer zu verbinden sind wie Öl und Essig. Diese Aufgabe übernimmt Eigelb, es macht Fette wasserlöslich. Falls ein Rezept nur Eiweiß benötigt, wird dieses nicht zum Emulgieren der Zutaten genutzt. Wenn ein Rezept viel auf Wasser basierende Flüssigkeit sowie reichlich Öl oder andere Fette benötigt dient das Ei in diesem Fall als Emulgator.

Aufgehen: Diese Aufgabe können Treibmittel wie Backpulver, Natron oder Hefe übernehmen. Wenn das Rezept aber säurehaltige Inhaltsstoffe wie Buttermilch, Essig oder Zitronensaft benötigt, übernehmen Eier diese Aufgabe. Eigelb alleine unterstützt das Aufgehen nicht, da es zu viel Fett enthält.

Feuchtigkeit: In Rezepten ohne oder mit nur sehr wenig Flüssigkeit wirken Eier als Feuchtigkeitsspender. Falls in einem Rezept sehr wenig Flüssigkeit verwendet wird, sorgt das Ei vermutlich dafür, dass das fertige Produkt austrocknet. Eiweiß alleine liefert keine Feuchtigkeit.

Verdicken: Vor allem in Saucen und Pudding werden Eier für die nötige Dichte und Cremigkeit verwendet.

Farbe und Geschmack: Eigelb sorgt für die typisch gelbe Färbung von Speisen, in denen größtenteils Ei enthalten ist. Auch in einigen Nudelsorten sowie in Gebäck ist Eigelb ein Geschmacksgeber.

 

All diese Aufgaben können auch von den folgenden über 30 Lebensmitteln übernommen werden. Wer schon etwas Übung hat kann auch eine Kombination von Produkten verwenden, um unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.

Obst und Gemüse

Diverse Obst- und Gemüsesorten können püriert als Ei-Ersatz dienen, Teig wird so sowohl gebunden, als auch locker und saftig. Neben den im Anschluss erwähnten Bananen, Apfelmus, Kürbismus und Tomatenmark kann prinzipiell jede Obst- und Gemüsesorte als Ei-Ersatz dienen, es eignen sich zum Beispiel auch Zwetschgen/Pflaumen, Birne oder Mango. Wenn das jeweilige Püree einen hohen Flüssigkeitsanteil besitzt, kann bei Bedarf die restliche Flüssigkeit etwas reduziert werden. Sollte der Teig durch das Püree schwerer und fester geworden sein, kann für eine lockerere Konsistenz zusätzlich noch ein halber Teelöffel Backpulver helfen. Je nach verwendeter Menge kann der Eigengeschmack des Obstes oder Gemüses sich im Aroma des Backwerks widerspiegeln, was aber üblicherweise keinen Nachteil darstellt. Am besten lassen sich mit Obst- und Gemüsepüree bis zu drei Eier ersetzen.

Bananen

Bananen sind eine der beliebtesten Substitutionen für Eier in Süßspeisen. Ein Ei wird durch die Hälfte einer möglichst reifen Banane ersetzt, wobei die Konsistenz des Teiges beeinflusst werden kann, indem man die Banane entweder püriert oder auch nur – zum Beispiel mit einer Gabel – fein oder etwas grober zerdrückt. Geeignet ist diese Methode für Rezepte bis zu vier Eier, je mehr Bananen enthalten sind, umso stärker wird die bananige Geschmacksnote. Ein Klassiker ist das Bananenbrot, in dem die Banane nicht nur Zweitbesetzung ist, sondern äußerst erfolgreich die Hauptrolle spielt.

Apfelmus

Auch Apfelmus eignet sich als Ei-Ersatz für Süßes, die Konsistenz passt optimal zu feuchterem Teig. Zwei bis vier Esslöffel (60 bis 80 Milliliter/Gramm) entsprechen einem Ei. Im Gegensatz zu Bananen ist Apfelmus relativ geschmacksneutral, der Apfelgeschmack geht durch das Backen fast vollständig verloren. Wenn das Apfelmus gesüßt ist, kann bei Bedarf die Zuckermenge entsprechend angepasst werden. Am besten eignet sich Apfelmus für Rezepte mit bis zu zwei Eiern. Mit Apfelmus zubereitet werden zum Beispiel diese Vollwert-Chiaplätzchen.

Kürbismus

Kürbismus eignet sich sowohl für Süßigkeiten, als auch für Herzhaftes, wobei Kürbis meistens einen charakteristischen Geschmack hinterlässt. Es empfiehlt sich daher, Kürbis als Ei-Ersatz nur in Backwaren zu verwenden, deren Aroma gut mit Kürbis harmoniert. Anstelle eines Eis können wie auch bei Apfelmus zwei bis vier Esslöffel (60 bis 80 Milliliter/Gramm) weiches, gut püriertes Kürbismus verwendet werden. Wie gut Kürbis mit Schokolade harmoniert, könnt ihr mit diesen Kürbis-Brownies ausprobieren.

Tomatenmark

Für pikante Speisen kann auch ein Esslöffel Tomatenmark anstelle von Ei verwendet werden.

Stärke

Mehl oder anderes Stärkehaltiges wie Kartoffel, Reis, Semmelbrösel (Paniermehl) oder Haferflocken dienen sowohl zum Binden als auch zum Verdicken. Zusätzlich sind diese Optionen geschmacksneutral und können daher sowohl für Süßigkeiten als auch für Pikantes verwendet werden. Stärke eignet sich optimal für alle Rezepte, die einen hohen Ei-Anteil benötigen. Sollte im Rezept schon viel Flüssigkeit enthalten sein, kann das Wasser auch weglassen werden. Wenn sehr viele Eier ersetzt werden, könnte es wiederum nötig sein, den Anteil der anderen Flüssigkeiten etwas zu erhöhen. Generell gilt: Ein bis zwei Esslöffel Stärke mit zwei bis drei Esslöffel Wasser mischen um ein Ei zu ersetzen.

Stärkemehl

Stärkemehl ist unter anderem als Mondamin oder Gustin bekannt. Üblicherweise stammt der Stärkeanteil aus Weizen, es kann aber auch Mais oder Kartoffel enthalten sein.

Sojamehl

Sojamehl in der Variante vollfett ist eine weitere Option. Obwohl Stärkemehl generell geschmacksneutral ist, wird Sojamehl manchmal nachgesagt, trotzdem einen charakteristischen Nachgeschmack zu hinterlassen.

Maisstärke

Je ein Esslöffel Maisstärke und ein Esslöffel Wasser ersetzen ein Ei.

Kichererbsenmehl

Statt einem Ei kann ein Esslöffel Kichererbsenmehl verrührt mit zwei Esslöffel Wasser verwendet werden.

Johannisbrotkernmehl

Ein Teelöffel Johannisbrotkernmehl verrührt mit 40 Milliliter Wasser ersetzt ein Ei. Johannisbrotkernmehl bindet übrigens auch ohne dass es erhitzt wird.

Pfeilwurzelmehl

Als Ei-Ersatz nimmt man pro Ei drei Esslöffel Pfeilwurzelmehlstärke, verrührt mit einem Esslöffel Wasser.

Kartoffelpüree

In pikanten Gerichten können zwei bis drei Teelöffel Kartoffelpüree anstelle eines Eis hinzugefügt werden. Verwendet werden kann sowohl selber zubereitetes Kartoffelpüree – auch aus Süßkartoffeln -, als auch eines aus der Tüte.

Reis

Ein Ei kann auch durch zwei bis drei Teelöffel Reis ersetzt werden.

Semmelbrösel

Mit zwei bis drei Teelöffel Semmelbrösel kann jeweils ein Ei ersetzt werden.

Haferflocken

Zwei bis drei Teelöffel gekochte Haferflocken oder Schnellkoch-Haferflocken ersetzen ein Ei.

Samen

Samen eignen sich sowohl zum Binden als auch zum Emulgieren. Die Samen werden fein gemahlen, am besten in einem Mixer oder einer Küchenmaschine, da eine Kaffee- oder Gewürzmühle verkleben könnte.

Leinsamen

Ein bis zwei Esslöffel frisch gemahlene Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser gemischt ersetzt ein Ei. Die Mischung muss ja nach Menge bis 30 Minuten ruhen, bis sie eine dicke, geleeartige Konsistenz hat. Fertig gemahlene Leinsamen sind nicht sehr empfehlenswert, da die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Saat schnell oxidieren. Leinsamen haben einen leicht nussigen Geschmack und eignen sich deshalb besonders für herzhafteres Gebäck.

Chia-Samen

Wie auch bei Leinsamen ersetzen ein bis zwei Esslöffel frisch gemahlene Chia-Samen mit drei Esslöffeln Wasser gemischt ein Ei. Auch hier die Mischung 30 Minuten ruhen lassen, falls das Ei im Rezept als Triebmittel verwendet wird, kann nach Bedarf noch etwas Backpulver hinzugefügt werden. Im Gegensatz zu Leinsamen haben Chia-Samen aber keinen Eigengeschmack.

Flohsamen

Ein bis zwei Esslöffel Flohsamen werden frisch gemahlen mit 200 Milliliter kaltem Wasser im Mixer vermischt. Die Mischung dann rund zehn Minuten ruhen lassen.

Sojaprodukte

In Sojabohnen ist wie auch in Eiern viel Lecithin enthalten, deshalb eignen sich Sojaprodukte sehr gut als Ei-Ersatz. Über Sojamehl als Ei-Ersatz ist weiter oben unter „Stärke“ zu lesen.

Tofu

Mit Tofu können Eier in Gerichten ersetzt werden, in denen diese den Großteil des Rezeptes ausmachen. Ein Ei kann durch rund 60 Gramm fein pürierten weichen Tofu, ungewürzt und nicht geräuchert, ersetzt werden. Für Rührei/Eierspeise wird fester Tofu zerbröselt und angebraten, Kala Namak – weitere Informationen dazu gibt es weiter unten unter „Gewürze“ – sorgt für den typischen Ei-Geschmack.

Seidentofu

Der weiche Seidentofu eignet sich zum Binden, als Emulgator und für Feuchtigkeit für süße als auch herzhafte Speisen. 50 bis 60 Gramm Seidentofu, cremig gerührt oder püriert, ersetzen ein Ei. Manchmal wird Seidentofu ein leichter Eigengeschmack nachgesagt, was möglicherweise auch von der verwendeten Menge abhängt.

Soja-Joghurt

Soja-Joghurt bindet den Teig und macht ihn schön saftig. Ein Ei wird gegen einen Esslöffel Soja-Joghurt ausgetauscht.

Soja-Sahne/-Schlagobers

Gebäck kann anstelle von Ei vor dem Backen mit einer Mischung aus einem Esslöffel Soja-Sahne/-Schlagobers und einem Esslöffel Öl bestrichen werden.

Soja-Sauerrahm/Saure Sahne

Ein Ei lässt sich auch mit rund 60 Gramm Soja-Sauerrahm/Saure Sahne ersetzen.

Nüsse

Nussmus

Auch mit Nussmus lässt sich Teig binden. Drei Esslöffel Mandel-, Cashew- oder Erdnussmus ersetzen ein Ei. Der Eigengeschmack ist je nach Nussart unterschiedlich, Erdnuss hinterlässt den stärksten Beigeschmack, was sich aber durchaus positiv auf das Gekochte oder Gebackene auswirken kann.

Kokosmilch

Kokosmilch ist geeignet, um dem Teig Feuchtigkeit zu geben. 60 Milliliter dienen als Ersatz für ein Ei.

Gewürze

Kurkuma

Wer Gerichten die typische Gelbfärbung von auf Eiern basierenden Speisen verleihen will, kann dies mit Hilfe von Kurkuma bewerkstelligen. Eine Prise des Gewürzes, das auch tatsächlich als Färbemittel verwendet wird, ist ausreichend – für den Geschmack kann aber natürlich auch mehr hinzugefügt werden.

Kala Namak

Wer den typischen Geschmack von Eiern mag, kann seine Speisen mit Kala Namak (auch Schwarzsalz genannt) würzen.

Backpulver und Natron

Backpulver oder Natron sorgen dafür, dass Teig aufgeht. Sie unterscheiden sich chemisch, funktionieren aber auf die gleiche Weise, wobei in Backpulver Natron enthalten ist. Natron reagiert mit den säurehaltigen Inhaltsstoffen im Rezept und setzt Kohlendioxid frei. Dadurch geht der Teig auf. Backpulver geht gleich zwei Mal doppelt auf, einmal wenn es feucht wird, ein zweites Mal wenn es erhitzt wird.

Backpulver

Backpulver ist eine vorgefertigte Mischung aus Natron, Stärke sowie einem Säuerungsmittel. Pures Backpulver eignet sich optimal als Ei-Ersatz für Rezepte, die nur ein Ei benötigen. Ein halber bis ein Teelöffel ist hier ausreichend. Für das Ersetzen von mehr als einem Ei können ein bis zwei Teelöffel Backpulver, zwei bis vier Teelöffel Wasser und ein bis zwei Teelöffel Öl – bei Bedarf noch ein bis zwei Teelöffel Mehl – vermengt werden.

Natron und Essig

Eine Alternative zu Backpulver ist Natron und Essig. Ein Ei wird hier mit einem Esslöffel Essig und einem Teelöffel Natron ersetzt. Der Essiggeschmack verflüchtigt sich komplett.

Anderes

Ei-Ersatz-Pulver

Ei-Ersatz-Pulver gibt es in verschiedenen Varianten – um Vollei zu ersetzen oder auch nur für die Substitution von Eigelb oder Eiweiß. Üblicherweise enthält dieser Ei-Ersatz in Pulverform Stärke aus Mais oder Kartoffeln sowie Mehle wie Lupinen-, Tapioka- oder Johannisbrotkernmehl. Das Pulver wird je nach Anleitung mit Wasser angerührt.

Agar-Agar

Für Rezepte, in denen nur Eiweiß benötigt wird, kann als Ersatz Agar-Agar verwendet werden. Agar-Agar ist eine Alge, die auch als Geliermittel benutzt wird und sich ähnlich wie Eiweiß aufschlagen lässt. Ein Teelöffel Agar-Agar gemischt mit einem Teelöffel Wasser ergibt den Ersatz für ein Ei. Die Mischung wird aufgeschlagen und muss dann im Kühlschrank ruhen, danach wird sie nochmals aufgeschlagen. Agar-Agar ist geschmacksneutral.

Bohnen- oder Kichererbsenwasser

Das Abtropfwasser von Bohnen oder Kichererbsen in der Dose ist ein perfekter Ersatz für Eiweiß. Es lässt sich wie Eiweiß aufschlagen und auch genauso verwenden. Beim Panieren können die Eier durch eine Mischung von Abtropfwasser und normalem Wasser ersetzt werden.

Kein Ei

Wenn die Eier im Rezept nicht als Bindemittel benötigt werden, den Teig nur luftiger machen oder ihm mehr Flüssigkeit geben sollen, kann auf die Eier auch verzichtet werden. Wenn der Teig zu trocken ist, kann man mit Wasser oder Pflanzenmilch nachhelfen.

 

Viel Erfolg beim Kochen und Backen und guten Appetit!

Vermisst ihr in dieser Auflistung ein Lebensmittel? Welchen Ei-Ersatz könnt ihr besonders empfehlen? Schreibt eure Tipps in die Kommentare!

8 Kommentare zu Über 30 Möglichkeiten, Eier in Rezepten zu ersetzen

Über erreichte und zukünftige Ziele – Interview mit blogheim.at

Interviews sind eine spannende Sache, einerseits weil man nicht weiß, welche Fragen gestellt werden, andererseits weil das Beantworten vieler Fragen zum Innehalten und Reflektieren einlädt. So auch bei meinem Interview…

Interviews sind eine spannende Sache, einerseits weil man nicht weiß, welche Fragen gestellt werden, andererseits weil das Beantworten vieler Fragen zum Innehalten und Reflektieren einlädt. So auch bei meinem Interview mit blogheim.at, der Heimat der österreichischen Blogszene.

Wer also wissen möchte, worin meiner Meinung nach der Unterschied zwischen einem Blog und einem Online-Magazin liegt, ob ich finde, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ inzwischen überstrapaziert wird oder welche Ziele ich mit The bird’s new nest schon erreicht habe und noch gerne erreichen möchte, erfährt dies alles und noch mehr im Interview.

Ansonsten kann ich blogheim.at für alle österreichischen BloggerInnen empfehlen – vernetzt euch, tauscht euch aus oder werft einen Blick auf das spannende Ranking der Topblogs in Österreich.

Vielen lieben Dank an Jürgen von blogheim.at für die interessanten Fragen!

 

Frühere Interviews durfte ich unter anderem ProntoPro, Julia Burget sowie den Online-Magazinen diezeitschrift.at und Make Yourself Move geben.

1 Kommentar zu Über erreichte und zukünftige Ziele – Interview mit blogheim.at

Leona Games – Spielerisch die Welt verändern

Leona Games ist ein soziales Spieleunternehmen aus Berlin, das 2018 mit dem Ziel gegründet wurde, mit einzigartigen Bildungsspielen für Kinder, Jugendliche und Familien den Spielemarkt, die Gesellschaft und vielleicht sogar…

Leona Games ist ein soziales Spieleunternehmen aus Berlin, das 2018 mit dem Ziel gegründet wurde, mit einzigartigen Bildungsspielen für Kinder, Jugendliche und Familien den Spielemarkt, die Gesellschaft und vielleicht sogar die Welt zu verändern.

Was sind Bildungsspiele?

Bildungsspiele verbinden Spiel, Spaß und Bildung miteinander, denn Spiele können weit mehr als nur unterhalten. Lerninhalte jeglicher Art können am Besten über Spiel und Spaß vermittelt werden, egal ob es sich bei den Lernenden um Kinder oder Erwachsene handelt. Leona Games möchte mit ihren Spielen über relevante Themen aufklären, die uns als Gesellschaft alle betreffen und dabei zum Nachdenken und Handeln anregen.

Wichtige und interessante Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Vielfalt und Diversität finden sich nicht nur thematisch – altersgerecht und altersübergreifend vermittelt – in den Spielen wieder, sondern bilden die Grundlage der Vision und Werte des Spieleunternehmens. So bieten die Spiele eine optimale Grundlage dafür, Menschen miteinander zu verbinden, einen Austausch zu ermöglichen und spielerisch gemeinsam zu lernen.

Leona Games und Nachhaltigkeit

Alle Spiele werden umweltschonend mit regionalen Rohstoffen aus nachhaltigem Anbau in Deutschland produziert. Leona Games sieht es als unsere gemeinsame Verantwortung, die Umwelt zu schützen und unseren Planeten zu erhalten. Als Unternehmen ist es sich dieser Verantwortung besonders bewusst, weshalb sich Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht nur thematisch in den Spielen wiederfinden.

Die Druckpartner von Leona Games sind Vorreiter im sauberen Spieledruck, bereits seit 1996 investieren sie in erneuerbare Energien – die Spiele werden ausschließlich mit grünem Strom aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie produziert. In allen Spielen wird gänzlich auf Komponenten aus Plastik verzichtet, lediglich die Einschweißfolie der einzelnen Spiele enthält Plastikanteile, für welche recyceltes Plastik verwendet wird.

Die Herstellung der Spiele erfolgt in Deutschland. Rohstoffe und Materialien, die dafür verwendet werden stammen aus regionalem Anbau aus einem Umkreis von 250 Kilometer um das Produktionswerk der Partner. Das Holz und Papier stammt aus lokaler und nachhaltiger Forstwirtschaft mit FSC- oder PEFC-Zertifikat, die Verarbeitung des Holzes erfolgt ebenfalls lokal, Abfallprodukte werden direkt zur Energieerzeugung verwendet oder zu organischem, umweltschonenden Brennmaterial verarbeitet. Alle genutzten Farben und Lacke sind wasserbasierend und ungiftig.

Leona Games und Diversität

Menschen sind unterschiedlich. Spiele und Bücher sollten das auch so widerspiegeln. Die Erfahrung von Leona Games bisher war, dass sie sich selbst in keinem der gängigen Spiele wiederfinden konnten. Gar keine Repräsentation zu erleben oder mit stereotypisierenden Darstellungen aufzuwachsen schadet schon früh dem Selbstbild und dem Demokratieverständnis von Kindern. Leona Games möchte unsere Gesellschaft so darstellen, wie sie ist, divers und vielfältig. So zeigen die Spiele die Vielfalt unserer Gesellschaft auf und stellen vor allem jene Menschen dar, die ansonsten nur selten Repräsentation erfahren.

Die Spiele von Leona Games

Bee Good

Helft den Bienen zurück zum Bienenstock zu kommen! Unterstützt sie dabei, Blumen und Nektar zu finden, um sich für ihren langen Weg zu stärken und zu überleben.

Im Spiel erfahrt ihr von der Bedeutung der Biene für unser Ökosystem und erhaltet konkrete Hinweise und Informationen, wie wir zum Erhalt der Bienen beitragen können. Gemeinsam gilt es Hindernisse wie Monokulturen, Betonwüsten und Gifte zu überwinden, um alle Bienen zu retten.

Leona Games spendet einen Euro pro Spiel an die Initiative „Deutschland summt!“

Family Coloring Book

Familien in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt! Das Malbuch zeigt ein breites Spektrum des Zusammenlebens und ermöglicht, sich während dem Ausmalen ganz achtsam über Gemeinsamkeiten auszutauschen.

Das Family Coloring Book liefert auf 34 liebevoll gestalteten Seiten kreativen Ausmalspaß für die ganze Familie. Es fördert die Feinmotorik und regt zu Gesprächen über unterschiedliche Familienmodelle an.

Family Memo

Menschen sind unterschiedlich, Familien sind vielfältig und Spiele sollten das auch sein! Lasst uns achtsam in einen Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede kommen.

Das Family Memo thematisiert die Vielfalt und Diversität von Familien altersübergreifend. Die liebevoll gestalteten Memo-Karten zeigen verschiedene Altersgruppen, Geschlechter, Religionen und Familienmodelle und lassen so erahnen, wie vielfältig Familien sein können.

Noch mehr Informationen zu Leona Games und den Spielen findet ihr auf der Website von Leona Games.

1 Kommentar zu Leona Games – Spielerisch die Welt verändern

Was möchtest du finden?