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Kategorie: Initiatives.

#xmaschallenge: Nachhaltiges Schenken zu Weihnachten

Das Weihnachtsgeschäft ist nicht nur für den Handel in vielen Branchen die wichtigste Zeit des Jahres. Im Schnitt geben Deutsche für Weihnachtsgeschenke rund 300, ÖsterreicherInnen sogar rund 400 Euro aus….

Das Weihnachtsgeschäft ist nicht nur für den Handel in vielen Branchen die wichtigste Zeit des Jahres. Im Schnitt geben Deutsche für Weihnachtsgeschenke rund 300, ÖsterreicherInnen sogar rund 400 Euro aus. Insgesamt werden zur Weihnachtszeit in beiden Ländern über 90 Milliarden Euro (!) für Geschenke ausgegeben.

Nachhaltiges Schenken steht bei den meisten Kaufentscheidungen noch nicht im Vordergrund. Aus Mangel an Zeit oder Ideen verschenken die meisten Menschen Gutscheine oder – noch unpersönlicher – Geld. Auch die klassischen Verlegenheitsgeschenke wie Parfum oder Socken sind für viele immer noch ein Weg heraus aus dem Geschenkedilemma. Dabei kann persönliches und natürlich auch nachhaltiges Schenken zu Weihnachten so einfach sein!

#xmaschallenge Blogparade

Die #xmaschallenge soll zu nachhaltigem Schenken motivieren und zugleich entsprechende Ideen und Inspiration liefern. Bis 23. Dezember 2017 könnt ihr mit eurem Blog bei der #xmaschallenge mitmachen und eure Artikel rund um nachhaltige Weihnachtsgeschenke veröffentlichen. Der Fantasie sind hier praktisch keine Grenzen gesetzt: Ob Ideen und Rezepte für DIYs, Inspiration für persönliche Geschenke, Geschäfte oder Online-Shops mit nachhaltigem Sortiment, nachhaltige Produkte wie Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik oder Kleidung aus nachhaltigen Materialien… Natürlich könnt ihr auch eure nachhaltige Wunschliste mit anderen teilen. Bitte achtet im Sinne eines schönen Weihnachten für alle nur darauf, dass alle eure Ideen ohne Tierisches auskommen, sprich neben nachhaltig auch vegan sind.

Mit dem zum Teil sehr großen Einfluss unserer Blogs können wir so Verantwortung gegenüber unserer Umwelt, aber auch gegenüber unseren LeserInnen übernehmen, die unserem Urteil und unseren Empfehlungen vertrauen. Als BloggerInnen können wir so auch unsere Reichweite nachhaltig und sinnvoll nutzen und so gemeinsam positive Veränderung bewirken.

Postet eure Blogbeiträge zur #xmaschallenge in den Kommentaren unter diesem Artikel und wir teilen ihn auf unserer Facebook-Seite!

Jeder kann mitmachen!

Nicht nur lesen, sondern auch mitmachen ist das Motto! Jedes Mal, wenn ihr im Zuge der Challenge handelt, könnt ihr dies – im optimalen Fall mit Bild – auf euren Social Media Profilen posten und so noch mehr Menschen dazu motivieren, zu Weihnachten nachhaltig zu schenken.

Auf ein nachhaltiges Weihnachten!

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Rob Greenfield – Ein Aktivist, der aus dem Rahmen fällt.

Erneut durfte ich einer fantastischen Veranstaltung der #kinodenktweiter-Reihe beiwohnen, bei der Helene Pattermann von Zero Waste Austria ein weiteres Mal ihre Finger im Spiel hatte. Der Dude von “nebenan” Rob Greenfield,…

Erneut durfte ich einer fantastischen Veranstaltung der #kinodenktweiter-Reihe beiwohnen, bei der Helene Pattermann von Zero Waste Austria ein weiteres Mal ihre Finger im Spiel hatte.

Der Dude von “nebenan”

Rob Greenfield, der “Dude Making A Difference”, ist ein Mann, der früher Millionär werden wollte und an den amerikanischen Traum glaubte. Er genoss es, Frauen aufzureißen, Bier in den klischeehaften “red cups” im Überfluss zu konsumieren und auch sonst ein ausgelassenes Studentendasein zu leben. Nach seinem Umzug nach San Diego begann er Dokumentarfilme, wie “The Story of Stuff” zu sehen, Bücher zum Thema zu lesen und das Gelernte in sein Leben zu integrieren. Rob erstellte eine To-Do-Liste und versuchte wöchentlich einen der Punkte umzusetzen. Je mehr Veränderung in sein Leben trat, desto glücklicher wurde er.

Mittlerweile steht Geld an letzter Stelle und Themen wie Müll, Energie, Wasser, Transport und Essen nehmen seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Rob ist ein Mann, der handelt anstatt große Sprüche zu reißen und seinen Besitz auf 111 Dinge reduziert hat. Er will aufzeigen anstatt belehren, erklären anstatt aufzwingen.

“If you change your perspective you can totally change the world around you.” (Rob, 2017)

Mehr zu den oben genannten Kategorien, sowie Tipps wie man seinen Konsum optimieren kann gibt es auf Robs Website zu lesen.

Rob Greenfield

Rob im Trashsuit

Projekte der extremen Art

Der Weg, den Rob eingeschlagen hat, zieht viele Mainstream-Medien in seinen Bann. Er versucht, Projekte auf die Beine zu stellen, die versprechen, viel Aufmerksamkeit zu erregen um von der informationsüberfluteten Gesellschaft bemerkt zu werden.

Sein vielleicht bekanntestes Projekt heißt “Trash Me”, im Zuge dessen er einen Monat lang ein Leben eines Durchschnittsamerikaners führte und den von ihm verursachten Müll am Körper in einem “Trash Suit” mit sich trug. Das Projekt “People are Good” sollte uns aufzeigen, dass Menschen im Normalfall gut handeln. Rob wollte von San Diego nach Panama reisen, ohne Geld und nur mit einem kleinen Rucksack voller Dinge. Dadurch war er auf die Hilfe anderer angewiesen. “The Food Waste Fiasco” führt uns in die Welt der Mülltonnen, wo täglich massenhaft noch brauchbare Lebensmittel entsorgt werden. Rob beschloss auch hier einzugreifen und wühlt sich regelmäßig durch Weggeworfenes, seine Funde verschenkt er. Mehr Details zu den oben genannten Projekten sowie viele weitere können in seinem Buch “Dude Making a Difference” nachgelesen werden.

Sein nächstes Projekt startet am 29. Mai 2017 und jeder kann daran teilnehmen. Rob wird mit allen Teilnehmern von New York nach Seattle radeln. Auf dem Weg werden sie Gärten verschönern, frisches Gemüse und Obst sowie wilde Blumen pflanzen. In 2018 wird Rob Greenfield in Folge versuchen, ein Jahr lang nur von seinem selbst kultivierten Essen zu leben. Auch hier wird es viele Workshops in Orlando in Florida geben, wo jeder teilnehmen kann.

Rob Greenfield

Rob und ich

Rob Hautnah

Nach Bea Johnson hatte ich nun die Ehre, Rob zu interviewen. Der Dude, wie es in seinem Buchtitel heißt, war locker, entspannt und genoss ein frisches Zero-Waste-Lauchsüppchen, während wir in der Lunzer’s Mass-Greißlerei ein kurzes Gespräch führten. Hier lest ihr das Interview leicht gekürzt und frei übersetzt.

Corinna: Vier Punkte zur Selbstoptimierung, die du einem Beginner empfehlen würdest?

Rob: Der erste Punkt wäre definitiv: Nimm öfter dein Rad und lass das Auto Zuhause. Ein sehr wichtiger Punkt in meinen Augen. Zwei wäre, mehr Obst und Gemüse zu essen und weniger Tierprodukte. Eine eher pflanzliche Ernährung mit vielen Getreidearten, Bohnen, Nüssen, Samen und weniger Eier und Milchprodukte. Drei wäre der Versuch, weniger Verpacktes und Verarbeitetes zu kaufen und mehr Vollwertiges. Nahrungsmittel ohne einer langen Liste von unverständlichen Wörtern als Inhaltsstoffe wäre das Ziel. Der letzte Punkt wäre Wegwerfartikel durch ein wiederverwertbares Produkt zu ersetzen. Zum Beispiel eine wieder auffüllbare Wasserflasche, die man immer dabei hat.

Das sind vier einfache Dinge, aber wenn wir einmal anfangen, sie zu verändern. dann werden sie Teil unseres Lebens.

Ich fing damals mit dieser Liste an und einige Dinge waren recht einfach umzusetzen, wie zum Beispiel eine Stofftasche anstatt einer Plastiktüte zu verwenden. Manches jedoch passiert nicht über Nacht, es braucht ein wenig Zeit. Manches kannst du somit sofort von der Liste streichen, anderes jedoch dauert seine Zeit und kann nicht so schnell umgesetzt werden – aber wenigstens hast du den ersten Schritt getan!

Das heißt du lebst vegan?

Hauptsächlich ernähre ich mich von pflanzlicher Kost. Ich würde jedoch nicht sagen, dass ich vegan or vegetarisch lebe. Ich schaue mir jedes Szenario an und versuche so umweltbewusst wie möglich zu essen. Ich versuche lokal einzukaufen, Verpackungen zu vermeiden und mich pflanzlich zu ernähren. Darauf liegt mein Fokus, denn wenn du dir Dinge genauer ansiehst und nicht nur auf die Bezeichnungen Wert legst, dann fängst du an, Fragen zu stellen: Ist Plastik vegan? Denn wenn du weißt, dass Millionen von Tieren jährlich durch Plastik sterben und die Idee eines veganen Lebensstils darauf beruht, dass keine Tiere zu Schaden kommen, du jedoch erkennst, dass Plastik Lebewesen gefährdet, und Billionen von Tieren durch fossile Brennstoffe oder durch Ölverschmutzung und den Klimawandel zu Grunde gehen – so musst du dich automatisch fragen: Ist Plastik vegan?

Und somit geht es für mich um die ökologischen Auswirkungen, die meine Taten erzeugen. Denn weniger Umweltbelastung führt in meinen Augen zu weniger toten Tieren.

Rob Greenfield

Von links nach rechts: Andrea Lunzer, Rob Greenfield, Helene Pattermann

Von links nach rechts: Andrea Lunzer, Rob Greenfield, Helene Pattermann

Diese Frage hast du teilweise bereits beantwortet, aber noch einmal präziser: Würdest du die Welt vegan machen, wenn du könntest?

Nein, würde ich nicht. Ich denke, dass vegan zu leben ein großer Schritt ist um einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen, jedoch ist es nicht die Lösung für jeden und überall auf der Welt. Und ich glaube nicht, dass Monokulturen jeglicher Art die Lösung sein können. Es kann sich nicht jeder auf der Welt gleich ernähren – nehmen wir die Küstenregionen Afrikas her: Wenn diese keinen Fisch hätten, würden sie einfach nicht existieren. Deshalb kann ich mir eine vegane Welt einfach nicht vorstellen, das ist nicht das Bild, das ich vor Augen habe.

Du hast während des Events im Gartenbaukino erwähnt, dass du dir vorstellen könntest, ein “verrückter Bürgermeister“ zu sein. Wie würde deine utopische Stadt aussehen?

Ich habe keine utopische Stadt vor Augen. Die Frage ist ziemlich abstrakt, denn um eine utopische Stadt aufzubauen, müssten die Städte, die wir jetzt haben, zu Grunde gehen und das ist keine sehr realistische Annahme. Wenn ich jedoch eine Stadt gründen würde, so würden wir unser Essen selbst produzieren, damit wir Lokales essen können. Wir würden auf eine Art leben, die keine Ressourcen verschwendet und alles verantwortungsvoll verwenden. Wir würden Dinge mehrmals verwenden. Es ginge mehr um lückenlose Kreisläufe. Wir hätten eine lokale Währung, damit alles auch in der Gemeinschaft bliebe, würden aber mehr Tauschhandel betreiben als nur zu kaufen. Wir würden in Gebäuden wohnen, die uns mit der Welt verbinden und nicht davon abgrenzen. Wir würden uns respektieren und wären nett zueinander. Wir würden Dinge teilen und nicht so viel Eigenes besitzen.

Abschließend ein Zitat, welches uns einen Anstoß geben soll. Es geht im Leben darum, kleine Veränderungen zum Positiven zu schaffen anstatt tatenlos zuzusehen:

“The message is actually, not to go to the extremes but rather what can we as individuals do to make the world more environmentally friendly and socially conscious.” (Rob, 2017)

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Der Verein „Die Haarspender“ im Interview

Letztes Jahr hatte ich große Lust, aus meiner Langhaar- eine Kurzhaarfrisur machen zu lassen. Da kam mir der Gedanke, dass ich mit meinen über 30 Zentimeter Haar, das ich loswerden…

Letztes Jahr hatte ich große Lust, aus meiner Langhaar- eine Kurzhaarfrisur machen zu lassen. Da kam mir der Gedanke, dass ich mit meinen über 30 Zentimeter Haar, das ich loswerden wollte, jemand anderen glücklich machen könnte. Google wusste Rat und hat mich zum Verein „Die Haarspender“ gebracht. Also habe ich kurzerhand für mich einen Termin zu einem gratis Haarschnitt und für The bird’s new nest ein Interview mit dem Vereinsgründer Thomas Möller vereinbart.

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Sonja: Was ist der Zweck des Vereins?

Thomas: Wir lassen Perücken aus Haarspenden fertigen und finanzieren die Herstellung mit Geldspenden, um Kindern, die durch Krebs oder Alopecia ihr eigenes Haar verloren haben, eine kostenlose Perücke zu ermöglichen.

Wer steht hinter dem Verein?

Gegründet wurde der Verein von mir, Holger Thomas Möller und Bettina Utczás, BA. Dazu kommen alle freiwilligen Helfer, wie auch unsere fast 70 Partnersalons in Deutschland und Österreich.

Wie finanziert sich der Verein und seit wann gibt es ihn?

Die Arbeit des Vorstandes ist ehrenamtlich, die Perücken und alle Vereinsaktivitäten werden durch Spenden ermöglicht. Gegründet wurde der Verein Ende Juli letzten Jahres, im August 2016 begann unsere offizielle Arbeit.

Warum hast du diesen Verein gegründet?

Als meine Mutter 1994 an Krebs erkrankte und ihre Haare verlor, kam mir der Gedanke, dass täglich sehr viele Menschen ihre Frisur von lang auf kurz verändern und dass man mit all diesen Haaren doch eigentlich sehr vielen Menschen helfen könnte. 2016 habe ich meine Idee umgesetzt.

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Wie finden Euch Menschen die Haare spenden wollen?

Meist findet man uns zuerst über unsere Facebook-Seite oder unsere Facebook-Gruppe. Unserer Vereins-Homepage wird ebenfalls immer bekannter, das freut uns sehr. Haarspender haben die Möglichkeit, im Headoffice unseres Vereins in Wien einen gratis Haarschnitt zu bekommen. Unsere Partnerfriseure in Österreich und Deutschland bieten Haarspendern ebenfalls einen Gratishaarschnitt an, und senden die Haarspende direkt an unseren Verein.

Welche Voraussetzungen müssen die Haarspenden erfüllen?

Aus optischen und technischen Gründen muss das gespendete Haar eine Mindestlänge von 27 Zentimeter aufweisen. Zusätzlich gehen noch einige Zentimeter bei Fertigung und Schnitt der Perücke verloren. Da wir derzeit nur Perücken für Mädchen herstellen und diese sich längeres Haar wünschen, sind Haarspenden von mehr als 40 Zentimeter Länge optimal.

Wie viele Perücken konntet ihr schon weitergeben?

Wir haben 2016 drei Perücken an Kinder in Deutschland und Österreich vergeben, zwei Kinder hatten Alopecia und ein Kind war an Krebs erkrankt.

Wie funktioniert die Produktion einer Perücke, wie lange dauert sie und wie viele Haarspenden werden für eine Perücke benötigt?

Bei einer Länge von 35 Zentimeter Haaren benötigt man ca. 280 bis 300 Gramm. Jeder gespendete Zopf hat durchschnittlich 40 bis 160 Gramm. Es ist also sehr unterschiedlich, von zwei sehr dicken bis sieben dünnen Zöpfen sind alle Zusammenstellungen möglich. Wir suchen in unserem Headoffice in Wien aus den Haarspenden passende Zöpfe zusammen und senden diese mit Größenangaben zu unserem Partner nach Asien, wo die Perücken gefertigt werden. Jedes einzelne Haar wird von Hand in ein Gewebe gezogen und verknotet. Dieser Prozess alleine dauert gut 30 Tage pro Perücke. Nach Fertigstellung kommen die Perücken dann wieder zurück nach Wien, wo sie bis dato an Kinder in Österreich und Deutschland vergeben werden.

Wie viel kostet die Herstellung einer Perücke?

Die Herstellung kostet rund 400 bis 450 Euro.

Wie finden euch Kinder, die eine Echthaarperücke benötigen?

Wir haben Kontakte zu Vereinen in Deutschland und Österreich und in entsprechenden Facebook-Gruppen. Darüber hinaus arbeiten wir mit onkologischen Abteilungen in verschiedenen Krankenhäusern zusammen. Es ist auch möglich, direkt auf unserer Webseite ein Antragsformular für eine Perücke auszufüllen und zu senden.

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Welche Voraussetzungen müssen Kinder, die eine Perücke benötigen erfüllen?

Wir vergeben Perücken an Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren. Weil wir in erster Linie Kindern und Familien helfen wollen, die sich eine Echthaarperücke um 2.000 bis 3.000 Euro nicht so einfach leisten können, ermitteln wir im Gespräch mit den Eltern ob eine „Bedürftigkeit“ besteht.

Wie können euch Partnerfriseure erreichen?

Auf unserer Homepage befinden sich die Kontaktdaten zu uns. Wir sind auch über Facebook erreichbar.

Wie können euch Haarspenden erreichen?

Haarspenden kommen von Privatpersonen oder auch über unsere Partnersalons an unser Vereinspostfach in Wien: Die Haarspender, Postfach 006, A-1239 Wien.

Wie können euch Geldspenden erreichen?

Geldspenden erreichen uns direkt über folgendes österreichisches Spendenkonto: Name: „Die Haarspender“, IBAN:  AT13 1400 0110 1000 9083, BIC: OPSKATWW Auf unserer Webseite gibt es zusätzlich die Möglichkeit über Paypal oder mit Kreditkarte zu spenden.

Vielen Dank für das Interview und deinen Einsatz, Thomas!

 

Wenn ihr noch mehr über „Die Haarspender“ wissen wollt, schaut doch einfach mal auf der Homepage und der Facebook-Seite vorbei – vorab schon ein großes Dankeschön an alle, die sich für eine Haarspende entscheiden! Auch Friseursalons, die Interesse haben, den Verein als Partner zu unterstützen sind herzlich willkommen, sich bei diesem zu melden.

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Warum ihr nicht ehrenamtlich in Waisenhäusern oder Kinderheimen arbeiten solltet

Jedes Jahr reisen rund zehn Millionen Menschen weltweit in ein anderes Land um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein großer Teil dieser Gruppe arbeitet mit Kindern in Familien-Ersatz-Situationen, wie zum Beispiel Waisenhäuser oder…

Jedes Jahr reisen rund zehn Millionen Menschen weltweit in ein anderes Land um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein großer Teil dieser Gruppe arbeitet mit Kindern in Familien-Ersatz-Situationen, wie zum Beispiel Waisenhäuser oder Kinderheime. Die gut gemeinte Hilfe kann den Kindern jedoch in vielerlei Hinsicht schaden. Deshalb empfehle ich jedem, sein Geld, seine Zeit und Mühe an anderer Stelle einzusetzen. Ansonsten verschlimmert ihr die Situation der Kinder vor Ort.

Eine Reise als ehrenamtlicher Helfer zu einem Projekt mit Kindern beinhaltet Risiken, die sich lange über den eigentlichen Aufenthalt hinweg auswirken. Die folgenden Meinungen sind meine eigenen, basieren aber auf solider wissenschaftlicher Forschung. Hier sind vier Gründe, weshalb ich jedem kategorisch abrate, ehrenamtlich in Waisenhäusern zu arbeiten.

1. Ehrenamtliche Arbeit normalisiert unerwünschten Kontakt mit Kindern

In den Niederlanden kann man nicht einfach so in eine Kindertagesstätte hineinwandern. Das wurde beschlossen, um Menschen mit schlechten Absichten daran zu hindern, die Kinder in ihrer schutzbedürftigen Position auszunützen. In anderen Ländern ist der Zugang zu Kindern leichter. Ehrenamtliche Arbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen hilft Menschen, die diese Arbeit aus zweifelhaften Motiven machen möchten, den Zugang zu Kindern zu erleichtern und normalisieren. Betrachte deine eigene Reise und multipliziere sie mit hunderttausend. Jetzt stelle dir vor, wie leicht es ist, sich in einer Gruppe dieser Größe zu verstecken. Das ist genau der Grund, weshalb Kinderbetreuung in den Niederlanden von so viel Paranoia umgeben ist. Ehrenamtliche Arbeit in Waisenhäusern ermöglicht Missbrauch.

2. Ehrenamtliche Arbeit stört die Bindung

Kinder bauen relativ schnell Bindungen auf. Eine sichere Bindung zu einem anderen Menschen schafft die Voraussetzung für Glück und mentale Gesundheit. Kinder in Waisenhäusern kämpfen im Vorhinein meistens schon mit unsicheren Bindungen – das letzte, das diese Kinder brauchen, ist eine weitere unsichere Bindung. Ihr werdet euch vielleicht denken: „Was machen diese drei Wochen im Leben eines Kindes denn schon für einen Unterschied?“ Jedoch ist ehrenamtliche Arbeit eine gut geölte Maschinerie und ein neues Gesicht folgen auf ein weiteres – und das sehr rasch. Bei so vielen wechselnden Personen fragt man sich zu recht: Wer unterhält hier wen? Ehrenamtliche Arbeit ist dazu da, den Interessen der Kinder zu dienen. Im Falle der vielen kurzen Anwesenheiten schadet eure Arbeit den Kindern aber mehr, als sie nützt.

3. Unzureichendes Wissen und Qualifikation

Die meisten Ehrenamtlichen haben keine entsprechende Ausbildung für den Bereich, in dem sie aushelfen. Das ist weniger schlimm, wenn sie eine Wand bemalen, als wenn sie mit einem Kind in Berührung kommen. In den Niederlanden erlauben wir nur Menschen mit jahrelanger Erfahrung und spezieller Ausbildung, mit Kindern zu arbeiten. Kinder sind – verständlicherweise – sehr viel komplizierter als ein Malerpinsel und ein schlechte Betreuung hat einen viel schwereren und dauerhaften Effekt. Es ist verständlich, dass Menschen sich gerne ausprobieren wollen, um herauszufinden was ihnen liegt und was sie gerne tun. Aber eine Welt, in der Waisenhäuser als Experimentierfeld für Ehrenamtliche herhalten müssen, und so nicht die nötige Betreuung und das wichtige stabile Umfeld bieten, sind – schlichtweg gesagt – äußerst uncool.

4. Ehrenamtliche Arbeit unterstützt ein fehlendes Pflegesystem

Da Waisenhäuser für ehrenamtliche Helfer so beliebte Ziele sind und dadurch so viel Hilfe und finanzielle Unterstützung erhalten, entwickeln sich Alternativen nur sehr langsam. Warum haben wir in den Niederlanden keine Waisenhäuser? Vor langer Zeit fanden wir heraus, dass Pflegefamilien oder direkte Unterstützung von Familien für das Kind viel besser sind. In Ländern, die nicht so viel Geld in solche Systeme investieren können, wird ein System, das durch diese Art von Tourismus Geld einbringt, nicht so schnell geändert oder abgeschafft werden. Da wir aber wissen, dass dieses System nicht funktioniert, haben wir die Verantwortung, es nicht zu unterstützen. Mit ehrenamtlicher Arbeit in einem Waisenhaus oder Kinderheim unterstützt ihr dieses System sowohl direkt als auch indirekt. So verhindert ihr die Entwicklung eines besseren Systems.

Heutzutage haben schon viele ehrenamtliche Helfer die falsche Überzeugung aufgegeben, die Welt retten zu können. Das ist eine wunderbare Entwicklung. Darüber hinaus solltet ihr zusätzlich sicher stellen, dass durch eure Anwesenheit nicht noch mehr Schaden entsteht. Bei ehrenamtlicher Arbeit in Waisenhäusern oder Kinderheimen ist dies praktisch unmöglich, daher rate ich jedem absolut davon ab, dies zu unterstützen.

Die Organisation „Better Volunteering. Better Care.“ hat eine Petition gegen Waisenhaus- und Kinderheim-Tourismus gestartet. Vielen Dank für eure Unterschrift!

 

Dieser Artikel wurde auf Oneworld.nl erstveröffentlicht. Vielen Dank an Moni für die Übersetzung!

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Weniger Plastik ist Meer – Plastikkonsum reduzieren

Der Plastikpegel im Meer steigt im Minutentakt um eine weitere Tonne Plastikmüll an – eine extreme Bedrohung für Meeresbewohner wie Wale und Delfine. Besonders problematisch: Plastik verrottet nicht einfach, sondern…

Der Plastikpegel im Meer steigt im Minutentakt um eine weitere Tonne Plastikmüll an – eine extreme Bedrohung für Meeresbewohner wie Wale und Delfine. Besonders problematisch: Plastik verrottet nicht einfach, sondern zersetzt sich im Laufe der Zeit immer weiter in Kleinstteilchen (Mikroplastik), die noch leichter in die marine Nahrungskette gelangen.

Aber was geht das mich an? Ich werfe meinen Müll doch nicht ins Meer?

Stimmt, aber nur teilweise. Denn rund 80 Prozent des Abfalls im Meer stammt ursprünglich vom Land – und 80 Prozent davon bestehen aus Plastik. Aufgrund der hohen Lebensdauer von Kunststoffen, kann prinzipiell jedes Plastik, das hierzulande „konsumiert“ wird, irgendwann im Meer landen. Ein weiterer erschreckender Fakt: Bereits im Jahr 2050 wird mehr Plastik als Fische im Meer sein, wenn wir unser Verhalten nicht schleunigst überdenken!

Meeresströmungen treiben den Plastikmüll in großen Müllstrudeln zusammen. Der Bekannteste ist wohl der „Great Pacific Garbage Patch„, der mittlerweile flächenmäßig die Ausmaße von Mitteleuropa angenommen hat. In Strömungsgebieten, in denen Müllstrudel entstehen, ist das Wasser aber naturgemäß auch sehr nährstoffreich, was viele Meeresbewohner dorthin lockt. Anfang diesen Jahres strandete ein Dutzend Pottwale an deutschen Küsten. In Ihren Mägen fand man haufenweise Plastikmüll, darunter unter anderem Fischernetze, einen Plastikeimer und die Abdeckung eines Autos. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie fatal die Folgen unseres Plastikkonsums für das Ökosystem Meer sind.

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Wie kann ich meinen Plastikkonsum im Alltag reduzieren?

Beim Einkaufen
Verwende eine Stofftasche anstelle von Plastiktüten. Jährlich verbraucht jeder Deutsche 76 Plastiktüten, das macht insgesamt sechs Milliarden Tüten für eine durchschnittliche Verwendungsdauer von 25 Minuten! Im EU-Vergleich steht Deutschland damit ganz schön schlecht da.

Obst und Gemüse kannst du in Netze oder Beutel aus Stoff packen und so beispielsweise auf dem Wochenmarkt ganz verpackungsfrei einkaufen gehen. Mittlerweile gibt es auch einige Supermärkte, die dir Waren zum Selbstabfüllen und ohne unnötige Umverpackungen anbieten. Eine Liste der plastikfreien Supermärkte in Deutschland und Österreich findest du hier.

Unterwegs
Auch beim Kaffeekonsum sind die Deutschen nicht sonderlich nachhaltig, so landen jede Stunde 320.000 (!) Coffee to go Becher im Müll. Eine Menge, die sich ganz leicht reduzieren lässt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Da das Leitungswasser in Deutschland eine sehr gute Qualität hat, kannst du es dir zuhause bedenkenlos in Glasflaschen füllen und mitnehmen, anstatt unterwegs teures Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Dein Essen kannst du in Metalldosen transportieren oder Gläser mit Suppen und Salat befüllen.

Kosmetik und Hygieneartikel
Viele Körperpflegeprodukte, wie beispielsweise Seifen oder Shampoos, kann man in fester Form oder an Refillstationen kaufen. Peelings – sofern es sich nicht um zertifizierte Naturkosmetik handelt – solltest du eher meiden, da sie in der Regel schädliches Mikroplastik enthalten. Das gilt auch für einige Zahnpastasorten. Alternativen sind hier selbst hergestellte Peelings, zum Beispiel aus Zucker und Olivenöl, sowie ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe des Produkts. Um beim Zähneputzen auf unnötiges Plastik zu verzichten, kannst du auf Bambuszahnbürsten zurückgreifen. Bambus ist besonders nachhaltig, da er einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe unserer Erde ist.

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Mutige Journalisten

Vor 40 Jahren – ich war wohl gerade zehn Jahre alt – waren mein Bruder und ich bei meiner Schwester (damals schon 19 Jahre alt) zu einer gemütlichen Fahrt mit…

Vor 40 Jahren – ich war wohl gerade zehn Jahre alt – waren mein Bruder und ich bei meiner Schwester (damals schon 19 Jahre alt) zu einer gemütlichen Fahrt mit einem Mann eingeladen, der ein Auge auf sie geworfen hatte. Er war der Chef eines Autohandels und wir fuhren an diesem Tag in einem wunderschönen roten Cabrio. Wir fühlten uns richtig cool! Jahre später gestand unsere Schwester uns den Grund für diesen Ausflug: Sie schätzte den Mann zwar als sehr nett ein, doch ihr gefiel die Idee nicht, dass er irgendetwas versuchen könnte, ganz abgesehen davon, sie in der Enge des Wagens zu berühren. Es war diese Erinnerung die mir wieder einfiel, als ich mit meinem Gruppenpartner Floris ein Interview beendete, das wir für Project Cape Town letzte Woche geführt hatten. Der Gedanke an eine “dritte Partei” um “Ärger zu vermeiden”.

Wir wollten wissen, wo die Kosten hinflossen, die Ehrenamtliche für ihr Arrangement zahlten. Der Beschluss stand fest, wir würden so lange fragen, bis wir zum Kern der Sache vorgedrungen waren. Wir suchten und fanden Ehrenamtliche des teuersten Volunteering Unternehmens und darüber hinaus einem der größten Player im Voluntourism-Markt von ganz Südafrika.

Wir waren gut vorbereitet. Unser Mittel um an den Kern der Sache zu gelangen: Ein Tortendiagramm. Sehr viele Organisationen benutzen diesen visuellen Trick um Transparenz zu simulieren, doch es bleibt was es ist: Ein Trick.

NikoCurry

“40% gehen an die Unterkünfte und die Versorgung, 30% in das Projekt, 25% an das Management und die Organisation und die übrigen 5% sind Spenden für das Projekt!”, erklärt eine Organisation anhand ihres Tortendiagramms. Doch in einem anderen Kreisdiagramm wurden die Kategorien komplett anders verteilt: “70% Organisationskosten.” Was beinhaltet diese Zahl, was schließt sie aus?

Die einzige Sache, die diese unterschiedlichen Diagramme gemeinsam haben, ist ihr psychologisches Ziel: Die Organisation oder Firma als vertrauenswürdig darzustellen. Doch was passiert, wenn du das Geld, das du bezahlt hast, anhand der angegebenen Prozentangaben aufteilst – kommen dir die Zahlen dann immer noch angemessen vor? Außerdem wollten wir den Ehrenamtlichen subtil Fragen über das fehlende Stück des Kuchens stellen: Den Gewinn!

Doch wir, mutige Journalisten die wir waren, hatten mit einer Sache nicht gerechnet: Die Chefin der Organisation gesellte sich gerne zu uns. “Ich hoffe, Sie haben kein Problem damit, wenn ich während des Interviews bei meinen Mädchen bleibe?” Das war Michelle. Ich erwähnte sie in einem meiner früheren Artikel. Vor fünf Jahren hat sie selbst als Ehrenamtliche gestartet und jetzt leitet sie das “Hostel” der Organisation. Sie ist der perfekte Botschafter: Absolut überzeugt von der Mission des Unternehmens und höchstwahrscheinlich vollkommen unwissend über dessen Profit.

Die ehrenamtlichen Helfer, drei junge Mädchen aus Australien, Kanada und den Niederlanden, hatten nicht das leiseste Interesse daran, unserem Weg durch die Aufteilung der Tortendiagramm-Stücke zu folgen. “Wir mögen keine Tortendiagramme, das ist zu 08/15.” Michelle nickte zustimmend mit einem Lächeln auf den Lippen.

Tatsächlich war es auch Michelle, die uns aufklärte und zugleich für ihre Mädchen antwortete: “Für uns zählt die Qualität der Organisation, nicht das Geld. Wir sind überzeugt von dem Guten, das wir tun und (es tut mir sehr leid, dass ich das so sagen muss, aber) es ist nicht so wichtig, dass es mehr kostet als das Projekt des nächstbesten Kerls.”

Plötzlich waren wir nicht mehr so mutig, unfähig die Konversation mit unseren scharfen Fragen aufrecht zu erhalten. Sie wollten nicht dabei mitmachen, die einzelnen Tortenstücke zu zerteilen. Frustriert verließen wir das Schlachtfeld, davon überzeugt, dass alles ganz anders gelaufen wäre, wenn Michelle nicht anwesend gewesen wäre. Zu Recht rieben sich unsere Kollegen an uns auf: Warum nutzten wir nicht unsere Kraft als Journalisten und fuhren fort Fragen zu stellen? Wir schulden ihnen noch immer eine Antwort. Wir sind nicht die mutigen Journalisten, nicht ein kleines Stück.

Volunteer Correct, Project Cape Town: Bold journalists

Forty years ago – I must have been ten years old – my brother and I were invited to join my sister (already 19 years old) on a leisurely ride, together with a man who was quite obviously after her. He was the boss of a car dealership and we rode that day in a beautiful red convertible. How cool we felt that day! Years later my sister confessed why we were taken along: she thought the man was nice enough, but didn’t like the idea of him making a pass, let alone touch her in the confines of the car. It is this memory that came back to me when my group member Floris and I finished an interview that we carried out for Project Cape Town last week. It was the memory of having a ‚third party‘ present to ‚avert danger‘.

We wanted to know where the costs that volunteers pay for their arrangement really went. And we had decided we would really keep asking questions and get to the bottom of it! We had scouted out volunteers of the most expensive volunteer company we could find, and above all, one of the biggest players in the South African voluntourism market.

We were well prepared. Our instrument with which to cut to the heart of it: the pie chart. Often an organisation uses this visual trick to seem transparent towards volunteers, but it’s just that: a trick.

“40% goes to room and board, 30% goes to the project, 25% goes to the management and organization and the remaining 5% area project donation!”, states one organisation in their pie chart. But in another pie chart, the categories are divided completely different: “70% organisational costs.” What does that include and exclude?

The only thing that the different pie charts share is their psychological aim: make the company or organization seems trustworthy. But what if you start dividing the money you have paid towards the percentages mentioned, do those amounts still seem reasonable? And of course we we would subtly like to ask the volunteers about the missing piece of the pie: the profits!

But we, bold journalists that we are, had not counted on one thing: the boss of the volunteers happily joined us. “I hope you don’t mind me staying with my girls during the interview?” That was Michelle. I mentioned her here before in my previous post. Five years ago she had started as volunteer, and now she runs the organization’s ‚hostel‘. She’s the perfect ambassador: an absolute believer in the company’s mission, and probably unaware about the amount of profit for the company.

The volunteers, three young girls from Australia, Canada and the Netherlands, had not the slightest intent to follow us down the path of the partition of the pies: “We don’t like pie charts, we think it’s too cookie-cutter.” Michelle intently nodded agreement, a smile on her face.

It was Michelle who eventually explained it to us, representing her girls: “For us it is about the quality of the project and not about the money. We’re convinced about the good we do and (I’m very sorry to say so, but) it is not that important that it costs a bit more than the next guy’s project.”

Suddenly we weren’t that bold anymore, unable to pepper the conversation with our sharp questions. They didn’t want to join us dividing the pies. Frustrated, we left the battle field, convinced that everything would have gone completely differently if Michelle hadn’t been there. Rightfully so, our colleagues rubbed in our failure: why didn’t we use our power as journalists and kept questioning? We still owe them an answer. We aren’t those bold journalists yet. Not by a long shot.

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Ehrenamtliches Arbeiten mit Kindern

Wie schnell die Zeit vergeht! Vor wenigen Tagen erst sind wir hier in Kapstadt gelandet und jetzt geht es schon fast wieder nach Hause. Doch das letzte Video, das wir gemacht…

Wie schnell die Zeit vergeht! Vor wenigen Tagen erst sind wir hier in Kapstadt gelandet und jetzt geht es schon fast wieder nach Hause. Doch das letzte Video, das wir gemacht haben, hat eine Explosivität in sich, die uns mit einem Knall verabschiedet!

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Für dieses Video haben wir uns über ehrenamtliche Arbeit mit Kindern befasst, ein sehr heißes Thema. Nicht nur, weil die Arbeit mit Kindern der grösste Bereich des Volunteering ist, sondern auch, weil belegt ist, dass es vielen Kindern schadet, denen es eigentlich helfen sollte. Für das Video begaben wir uns zum Masicgine Waisenhaus um einen Sozialarbeiter, einen Mitarbeiter und einen Volunteer zu interviewen. Dieses spezielle Waisenhaus sah wirklich gut aus! Die Kinder hatten ihre eigenen Betten und viel Platz zum Spielen. Auch waren die Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit. Als wir mit Lydia sprachen, die seit 25 Jahren dort arbeitet, erzählte sie uns wunderschöne und rührende Geschichten über ihre Fürsorge und Liebe zu den Kindern. Es brachte uns alle zum Weinen.

Um die tägliche Realität des Waisenhauses von einer anderen Perspektive zu betrachten, sprachen wir auch mit Experten. Prof. Lauren Wilde ist eine Psychologin, die sich viel mit Anpassungsproblemen beschäftigt. Eines der Probleme ist, dass das Verhalten von Kindern, die verletzt wurden, nicht von jedem zu erkennen ist. Mit Prof. Harry Garuba hatten wir jemanden, der uns darüber informierte, wie die Verwendung von dunkelhäutigen Kinder in Werbungen mit der Kolonialgeschichte zusammenhängt. Es machte uns klar, wie das selbstverständliche Zeigen von afrikanischen Kindern – von Brangelina’s Adoptionen bis hin zu Kindern in Bono’s Weihnachtslied – auf schädlichen Klischees aufbaut.

Als wir das Material bearbeiteten, hatten wir unsere eigene Diskussion darüber, was wir einfügen und was wir weg lassen sollten. Sollten wir Kinder zeigen oder nicht? Da uns die Probleme nun bekannt waren, beschlossen wir, ihre Gesichter unkenntlich zu machen. Doch wir waren alle weiterhin sehr emotional bei der Bearbeitung des Materials. All das, weil wir unsere eigene Schlussfolgerung gefunden hatten: Selbst wenn Menschen Gutes tun wollen, das große Ganze ist sehr komplex. Ganz besonders für die Kinder, die vernachlässigt und verlassen wurden und nie eine Wahl bekommen hatten. Was unsere Diskussion noch intensiver machte, war das Beisein von Lindo, einem unserer ansässigen Teilnehmer. Da er aus der Township Khayelitsha kommt, hat er sehr viele dieser Dinge miterlebt. Es war gut, seine Ansichten zur Situation und das Video auf seine Weise zu sehen.

Was haben mir meine Erfahrungen als ehrenamtlicher Filmemacher gebracht? Ich fand meine Nike-Schuhe nicht mehr, ich lernte nicht, wie eine afrikanische Frau zu tanzen und ich hatte kein traditionelles afrikanisches Essen gegessen. Aber abgesehen davon habe ich ein paar Worte in Xhosa gelernt, viele neue Menschen kennen gelernt und habe sehr viele interessante, wundervolle und emotionale Geschichten gehört. Außerdem sah ich einige atemberaubende Landschaften, erklomm den Table Mountain und war Bungeejumpen von der höchsten Brücke der Welt! Das war so cool!

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Unsere letzten Tage hier sind angebrochen und niemand denkt mehr an etwas anderes. Manche von uns fahren nach Hause und mieten sich ein Auto um zu reisen und manche bleiben einfach und verbringen die letzten Tage entspannt. Aber wir sind uns alle einig: Die Tage vergingen zu schnell! Um uns also gebührend zu verabschieden, hier nun der Film über die Gefahren bei der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern.

Volunteer Correct, Project Cape Town: The dangers of volunteering with children

How time has passed so fast. Not long ago did we land in Cape Town, and now we’re almost on our way home. But the last video we’ve made had the explosiveness in it to send us off with a bang!

For this video, we looked at volunteering with children, a really hot topic. Not only because most volunteering happens with children, but also because there is proof that it regularly damages the children it is supposed to help. For the video, we went to the Masicgine orphanage to interview a social worker, a staff member and a volunteer. This particular orphanage looked really good! The children had their own beds, with a lot of places to play. Also the staff members were so nice and helpful. When we talked with Lydia, who has been working at the orphanage for 25 years, she told us beautiful stories about her care and love of the children… We all had to cry.

To put the everyday reality of the orphanage into perspective, we spoke with experts. Prof. Lauren Wilde is a psychologist who knows everything about attachment problems. One of the things is that the behaviour of hurt children can not be seen by everyone. With Prof. Harry Garuba, we were informed about how using images of black children in commercials is related to the colonial history. It made clear how much of the normal way of showing African children – from Brangelina’s adopting of children to Bono’s christmas song – is built on harmful cliches.

When editing this item we had our own discussion about what to include and leave out. Should we show children in our item or not? Informed about the problems, we decided we will blur all the faces of the children. But we were still a little emotional when we were editing this item. All because we had found our own conclusion: even though people want to do good, everything is still really complex. Especially for the children, who were neglected, abandoned and never asked for any of what they face. What made our discussion more real, was that we were joined by Lindo, one of our local particpants. As he is from the township Khayelitsha, he sees a lot of these things happen. It was good to see the situation and the video from his eyes as well.

So what did I get from my experience as a volunteer filmmaker? I didn’t find my Nikes back, I didn’t learn to dance like an African woman and I didn’t eat the real African food. But besides that I have learnt some words in Xhosa, met a lot of new people and heard a lot of interesting, wonderful and emotional stories. I also saw some amazing landscapes, went up at the Table mountain and went bungeejumping from the highest bridge of the world! I feel so cool!

The last days of our stay are here and everybody is thinking about it. Some of us are getting home, renting a car to travel and some of us are staying here to relax the last days. But we all agreed: those days went by so soon! So to show you out with great goodbye, enjoy our film about the dangers of volunteering with children.

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Ein Zuhause abseits von Zuhause

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat….

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat. Obwohl sie selbst gerade mal 30 Jahre alt ist, hat sie „ihre Mädchen“ mit einer mütterlichen Art im Blick. Die erwähnten Mädchen sind ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber zur gleichen Zeit auch unsere Befragten und kommen von drei verschiedenen Übersee-Kontinenten. Beim Interview wollten wir genaueres über ihre Arbeit erfahren. Aber Mami, die für die Muttergesellschaft arbeitet, blieb am Tisch mit ihrem wachsamen Blick und ruinierte das Interview. Es muss sich um Mutterliebe gehandelt haben, jedoch mit Selbstgefälligkeit und dem Drang zu beschützen. So blieben all die interessanten Entdeckungen, auf die wir hofften, unausgesprochen. „Wir versuchen ein Zuhause abseits von Zuhause zu errichten.“, sagte die Ehrenamtlichen-Mutter. Ihre Kinder nickten einstimmig.

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Ein Zuhause abseits von Zuhause. Einer meiner Projektteilnehmer bedacht die Idee mit Spott: „Puh, wenn die Organisation sich um jedes unserer Bedürfnisse kümmert, wie viel Abenteuer bleibt dann noch dabei, auf der anderen Seite der Welt zu sein? Wäre es dann nicht einfacher, im eigenen Land ehrenamtlich zu arbeiten?“ Ist es nicht das Ziel, bis ans Ende der Welt zu reisen um von Zuhause weg zu kommen? Um frei zu sein? Um seinen eigenen Weg zu gehen! Um dich selbst kennen zu lernen! Und ist das nicht das komplette Gegenteil von der Idee, irgendwo anders ein neues Zuhause zu finden?

Ein Zuhause abseits von Zuhause. Seltsam genug, ist es eine Situation in der sich nicht nur unsere Interviewpartner befinden. Es zählt für uns genauso. Nolens volens – willig oder widerwillig? Unser Hostel in Observatory, Kapstadt – „The Green Elephant“ – ist unser Zuhause weit weg von Zuhause geworden. Ein gemütlicher Platz mit einigem Angebot. Das Schaukeln des Schaukelstuhls klingt überzeugend und es ist sehr angenehm, dass wir eine Bar haben, wo der freundliche Barkeeper örtlich hergestelltes Bier serviert.

Eine Woche lang bist du hier, und dir wird klar, dass du den Kochplatz täglich beschlagnahmst um für 15 Leute zu kochen, jede Biersorte probiert hast, jeden in dem kleinen, wie ein Cockpit aussehenden, Büro kennst, der dich hinein lässt sobald du an der Außentür läutest. Du bist mit allen Barkeepern befreundet, hast herausgefunden wo das WLAN am besten funktioniert und kennst alle anderen beim Vornamen. Dann weißt du, dass du das Zuhause weit weg von Zuhause gefunden hast. Ja, das fühlt sich gut an.

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Die Menschheit ist beides, mondän und flexibel. Und wenn du nach einem langen, harten Arbeitstag auf den Feldern der Kapstadt-Ehrenamtlichenindustrie mit einem kalten Bier da sitzt, dann akzeptierst du diesen Fakt nicht nur, du weißt ihn sogar zu würdigen. Der mondäne Mensch passt sich der Situation an. In diesem Video wird klar, wie. Würdest du gerne in einer Schule helfen, aber dort Fachwissen vermissen? Es gibt genug andere Dinge zu tun, die wichtig sind. Zum Beispiel Bücher einzubinden.

Home away from home

Last week we interviewed a British lady who transformed herself within five years from a young blonde volunteer into a house mom of the minihostel that belongs to one of South Africa’s larger volunteer companies. Although she is barely 30 years old herself, she oversaw ‚her girls‘ with a motherly air. The girls we are mentioning here were her volunteers, but at the same time they were our interview targets. The girls arrived from three different continents overseas. By interviewing them, we wanted to know specifics about the business. But mummy, working for the mother holding, remained at the table, and with her watchful eye, she destroyed our interview. It must have been the love of a mother, but impregnated with a smug air and need to protect. So all the exciting finds we were aiming for remained unspoken. “We are trying to create a home away from home here” said the volunteer mom. The volunteers nodded in unison.

A home away from home. One of my fellow project participants regarded the idea with scorn: “Whew, if the volunteer company takes care of every single one of our needs, how much of an adventure is staying at the other side of the world that way? Wouldn’t it be easier to volunteer at home this way?” Is it not the aim to travle to the end of the world to be away from home? To be free? To go your own way! To get to know yourself! And isn’t that diametrically opposed to the idea of simply finding a new home elsewhere?

A home away from home. Funnily enough, it isn’t something that only our interview targets have ended up with. It counts for us as well. Nolens volens? Our hostel in Observatory, Cape Town – The Green Elephant – has become our home away from home. A cozy spot with a high concentration of facilities. The swinging of the swinging chair is convincing, and it is very convenient that we have a bar, where a friendly bartender serves local craft beer.

A week in, you realise that you’ve confiscated the kitchen space while cooking for 15 people on a daily base, tried every type of beer, got to know everyone in the little cockpit shaped office who buzzes you in when you ring the doorbell, have become friends with all the bartenders, have figured out where the WIFI signal works best, and know the other guests on a first name basis. And thats when you figure out that you’ve found a ‚home away from home‘. And boy, does it feel good.

Mankind is both mundane and flexible. With a cold one after a long day out in the fields of the Capetonian volunteer industry you don’t just accept that fact, but you appreciate it. Mundane man adjusts to the situation. In this video it becomes clear how. Would you want to volunteer in a school, but miss the expertise? There are many things you can do that are still valuable. Like covering books, for example.

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Was denken die Einheimischen?

Normalerweise fühlen sich Menschen gesund und energiegeladen, wenn sie in tropische Gegenden reisen. Aber seit ich hier in Kapstadt bin, sind meine Ohren zu und meine Nase läuft ununterbrochen. Vielleicht…

Normalerweise fühlen sich Menschen gesund und energiegeladen, wenn sie in tropische Gegenden reisen. Aber seit ich hier in Kapstadt bin, sind meine Ohren zu und meine Nase läuft ununterbrochen. Vielleicht liegt es am Klima aber möglicherweise liegt es auch daran dass ich mich von Weißbrotsandwich mit Cheddar und Erdnussbutter ernähre.

Das gesamte „Project Cape Town“ Abenteuer fängt an sich ganz normal anzufühlen: Das frühe Aufstehen, die Arbeitsabläufe, die vielen Menschen um einen herum und lange Gespräche über Gott und die Welt. Das Abenteuergefühl lässt nach und der Alltag holt dich ein. Wenn ich aber am Pool mit einem Glas Weißwein in der Hand entspanne, dabei meine Musik höre, begreife ich wieder wie fantastisch es ist, hier zu sein. Die ersten Videobeiträge sind gemacht und die positiven Schwingungen verbreiten sich. Alle sind stolz auf ihre Videos und voll motiviert, mehr davon und noch Besseres zu produzieren.

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Aber gestern war einer dieser offiziellen Dreckstage: Es hat sich angefühlt, als ob nichts funktionieren würde. Das Auto wollte nicht starten, die Kommunikation hat gestreikt und ich hab mich gefühlt, als hätten wir die ganze Nacht nicht geschlafen. (Wie bei einem Workaholic, der nicht arbeiten durfte.) Aber ich muss betonen, dass ich hier auch so viele wundervolle, interessante, traurige und kraftvolle Geschichten erfahren habe. Selbst Lisa, die sonst immer durch Clubs und Bars zieht, ist froh, um zehn Uhr Abends im Bett sein zu können, weil die Erfahrungen Zeit zum Verarbeiten brauchen. Natürlich gibt es auch Zeit für Spaß: Wir sind zur Robben Insel gefahren und haben den Tafelberg bestiegen. Was für eine unglaubliche Aussicht! Welche dramatischen, unerwarteten Ereignisse stattfanden, darüber wird euch Niko zweifellos in seinem nächsten Beitrag informieren.

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Das erste Thema, das wir fertig bearbeitet haben, war die Meinung der Südafrikaner über Volunteering. Wir sprachen mit Ansässigen über den “Voluntourism” und kamen zu dem Schluss, dass sie nicht wirklich wussten, worum es dabei ging. “Sie sind hier wegen dem Krieg, um erste Hilfe zu leisten und gegen die Korruption zu helfen, richtig?” Zuerst hielten wir das Ganze für einen Scherz, aber es war durchaus Ernst gemeint. Wir zeigten ihnen daraufhin ein Werbevideo einer ehrenamtlichen Organisation. Ihre Reaktion: “Menschen, die eine Vermittlungsfirma bezahlen, um hier her zu kommen und zu arbeiten, anstatt dafür bezahlt zu werden?” Es dauerte eine Weile bis sie es verstanden. Aber auch uns hat es die Augen geöffnet: Wir hatten keine Ahnung, dass unsere Ansichten über das was wir tun, so drastisch auseinander gehen!

Möchtest du erfahren wie Südafrikaner ehrenamtliche Arbeit im Ausland sehen? Dann sieh dir das Video an.

Volunteer Correct, Project Cape Town: How South Africans see Volunteering

Usually people feel extremely healthy and energetic when transported to tropical conditions. But since I’ve been here in Cape Town, my ears are closed and I sniffle all the time. Maybe it is because of the climate, but possibly it is because of eating only white bread sandwiches with cheddar cheese and peanut butter.

The whole Project Cape Town adventure starts to feel so normal: the early mornings, the workflow, having everyone around all the time and the long talks about anything you can imagine. The adventure part is fading, and the grind is kicking in. But sometimes when I am relaxing at the pool with a glass of white wine in my hand, while listening to my music, I suddenly realize again it is just so fantastic to be here. The first video items are done and the positive vibe is going on and on and on. Everybody is proud of their videos and very motivated to produce more and better.

But yesterday was officially an off day. Just a day that felt like it never started. The car did not work, the communication went wrong and I felt like we didn’t sleep at all that night. (I felt like a workaholic who is being kept away from work.) But I really need to say that I see and hear so many interesting, beautiful, sad and powerful stories. Even Lisa, the person who is always in the club or in the pub, is happy to be in bed by 22.00, because all the experiences need time to sink in. Of course there is time for fun as well: we went to Robben Island and we climbed the table mountain. What an incredible view, and dramatic unexpected events that Niko undoubtedly will update you on in his next post.

The first story that we finished, is about the perspective of South-Africans on volunteering. When we talked with some local people about voluntourism we came to the conclusion that they really didn’t know anything about the business that is going on. ‘’They come here for the war and first aid and to help with corruption, right?’’ For a second we thought it was a joke, but it was a serious response. We showed them the promotion video of a commercial volunteer company. Their reaction: “Volunteers who pay an intermediate company to come and work instead of getting paid?” It took a while for them to understand this. It really opened our eyes as well: we had no clue that our views of what we are here to do differed so much!

Do you want to know how South Africans see international volunteers? Check out my video!

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Die Kunst der Videobearbeitung

Als ich mich für Volunteer Correct beworben habe, habe ich Schreiben als eine meiner Fähigkeiten in meinem Lebenslauf angegeben. Mir macht Schreiben Spaß und ich weiß mich auszudrücken. Aber hier,…

Als ich mich für Volunteer Correct beworben habe, habe ich Schreiben als eine meiner Fähigkeiten in meinem Lebenslauf angegeben. Mir macht Schreiben Spaß und ich weiß mich auszudrücken. Aber hier, beim „Project Cape Town“, sehe ich mich einer neuen Herausforderung gegenüber: Videos zu machen! Das heißt, filmen und bearbeiten. Beim Schreiben spielt man mit den eigenen Worten. Bei der Videobearbeitung spielt man mit den Worten anderer. Beides erzählt Geschichten, aber das ist das erste Mal in meinem Leben, dass es sich anfühlt wie… Journalismus! Man beginnt mit einem Plan, die Botschaft stark und eindringlich zu vermitteln und dadurch echte Aufmerksamkeit zu bekommen.

In unserer Gruppe haben wir an einem Beitrag über den Spaßfaktor beim “Voluntourism” gearbeitet: Wie passt die ehrenamtliche Arbeit derer, die von außerhalb nach Kapstadt kommen, mit den anderen Erwartungen der Ehrenamtlichen zusammen? Und was wird von den Firmen erwartet, die zwischen den Ehrenamtlichen und den jeweiligen Arbeitsstätten vermitteln? Wir haben sowohl Ehrenamtliche als auch die Manager einiger Agenturen interviewt und haben über 75 Minuten Filmmaterial. Wie bringt man das in einem Film von nur sieben Minuten Länge unter?

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Nach dem Filmen, waren wir vier Teammitglieder der Meinung, dass wir einige gute Zitate, bedeutungsvolle Fakten und Meinungen von den Befragten erhalten hatten. Aber wie erstellt man eine Storyline in die das alles hineinpasst? Einerseits entsteht sie in deinem Kopf, während du die brauchbaren Teile des Interviews auswählst. Tatsächlich war die Geschichte schon in unserem Kopf noch bevor wir zu filmen begonnen haben. Bis zu einem gewissen Punkt weiß man, was die Leute sagen werden und auch, was du hören willst. Aber schlussendlich ist man total erstaunt darüber wie die Befragten die Geschichte, die man sich vorgestellt hatte, noch besser formulieren, als man es sich erhofft hatte. Ich befand mich in der Zwickmühle, was die Reihenfolge betrifft, in der sich die Geschichte entwickeln sollte: Beginnt man mit seiner eigenen Geschichte und fügt die Antworten der interviewten Personen hinzu? Oder distanziert man sich von den Aussagen und baut damit seine eigene Geschichte auf? Im Endeffekt wird es ein bisschen von beidem sein, und wir wussten, wir wollten den Zusammenhang von Spaß und ehrenamtlicher Arbeit zeigen.

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Dann beginnst du mit der Videobearbeitung am Computer. Du nimmst die vielversprechendsten Teile der Interviews und schneidest sie grob auf 15 Minuten Material zusammen. Bis hierhin gab es keinerlei Überraschungen, obwohl ich keine Erfahrung mit dieser Art von Arbeit hatte. Aber dann taten sich mir ein paar seltsame Einblicke auf: Die Fragmente konnten komplett alleine, ohne Zusammenhang bestehen. Dir wird klar, dass der Zuschauer deines Films nicht weiß, was vor und nach dieser einen Szene gesagt wird. Es wird noch besser (oder schlimmer?): Du kannst die einzelnen Bruchstücke beliebig kombinieren und die Leute sagen plötzlich das, was du sie sagen lassen willst.

Während der Arbeiten an unserem Film, in Übereinstimmung mit unserer Story, konzentrierten wir uns mehr darauf, das touristische Konsumverhalten der Ehrenamtlichen zu zeigen, als das eigentliche Ziel von ehrenamtlichen Touristen: Die ehrenamtliche Arbeit. In einer Szene erzählte ein junger Mann, der in einem Kinderheim arbeitet, über die Kinder dort: “Sie lieben die Ehrenamtlichen.” In der nächsten Szene, die keine zehn Minuten danach aufgenommen wurde, fügte er hinzu: “Wir brachten sie zu McDonald’s und kauften ihnen ein Happy Meal!”

Beim Schneiden und Zusammenfügen der einzelnen Szenen, hast du die Gelegenheit, die Aussagen der Befragten zu verstärken: “Sie lieben die Freiwilligen, wir brachten sie zu McDonald’s.” Wenn du diese Aussagen zusammenfügst, was tust du dann in Wahrheit? Hilfst du der Wirklichkeit ein bisschen nach, so dass es besser klingt, oder täuscht du deine Seher?

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Während wir also an unseren Beiträgen arbeiteten und mitbekamen, wie die anderen Gruppen an den ihren arbeiteten, sahen wir die jeweiligen Projekte entstehen. Und wir alle haben herausgefunden, dass weniger mehr ist: Videobearbeitung ist Schneiden und Kombinieren, und bis zu einem gewissen Punkt… etwas komplett Neues, komplett Anderes zu kreieren. Es ist einfach, so eine Realität zu erschaffen. Natürlich weiß jeder im Großen und Ganzen wie Videojournalismus funktioniert, wir lesen alle Zeitung und sehen fern. Aber es fühlt sich ganz anders an, wenn du auf der anderen Seite stehst. Für mich war es das erste Mal, sehr seltsam und aufregend.

Viel Vergnügen mit unserem Resultat!

The art of editing

When I applied for Volunteer Correct, I put writing as a skill on my CV. I enjoy writing and I know how to write. But here, working for „Project Cape Town“, I face a new challenge: making videos. That means filming and EDITING. Writing is playing with your own words. Editing is playing with words of others. Both are storytelling, but for the first time in my life it really feels like… journalism! Start out with a strategy and tactics about how to make the message strong and persuasive. And how to get real attention.

In our group we worked on a video item about the role of fun in “voluntourism”: how does the work of volunteers coming to Cape Town from abroad match with the other objectives of the volunteers? And how is this anticipated by companies that intermediate between volunteers and their volunteering placements? We interviewed volunteers and the managers of some agencies and ended up with more than 75 minutes of film. How to bring it down to a film of seven minutes, and no more than that?

After the filming, the four of us thought some really good quotes and some meaningful facts and opinions were put forward by the people we interviewed. But how do you compose a storyline in which all of these fit? In a way, the storyline is in your head while you pick the useful parts of interview. In fact, the storyline was already in our head before shooting the raw material. To a certain extent you know what people will say and also… what you want to hear. But in the end you’re thrilled to see your subjects formulate that imagined story even better than you hoped for. I encountered a compelling dilemma about the order in which a story develops: do you start with your own ‘story’ and fill it with the answers of the people that are being interviewed? Or do you depart from what your subject has to say and build ‚your‘ story with that? The truth will likely be a bit of both, and we knew we wanted to show how fun and volunteering are intertwined.

Then you start editing on the computer. You take out the most promising fragments of the interviews and bring the material back to 15 minutes. Up to here no surprises about the process, even though I have had no experience with this kind of work at all. But then I got some weird insights during the process of editing. The fragments suddenly seemed to be able to stand on their own. You realize that the viewers of your film are not aware of what is said before and after. And it even gets better (or worse?): you can combine fragments and that way you suddenly are able to let the people tell just you what you want!

In the makeing of the film, in accordance with our ’story‘, we were aiming on catching the volunteers focusing far more on their touristic consuming behaviour than about their supposedly primary goal: the volunteering work. In one fragment, a boy working in a children’s home said about the children he was taking care of : ‘they love volunteers’. In another fragment, in reality more then ten minutes after this mentioned fragment, he also said ‘we took them to McDonald’s and gave them a happy meal’.

Cutting the fragments and combining them the way you want, gives you the opportunity to make it stronger: ‘They love volunteers. We took them to McDonald’s. When you put them together like this, what is it you are really doing: pushing reality a little bit, so that it sounds even better? Or are you fooling your audience?

As we worked on our items and saw the other groups work on theirs at the same time, we saw each other’s products come to life. And all of us began to experience that you really can tell more with less: editing is cutting and combining and, to a certain extent….. making something totally new, totally different. It is easy to create reality by editing. Of course, we all generally know how video journalism works in advance, we all read papers and watch TV. But it feels very different when you’re on the other side. For me, it was for the first time. Very strange and exciting.

Please enjoy the result of what we made!

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