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    Life in plastic, it’s fantastic – Kann die Generation Plastik noch die Notbremse ziehen?

    Im Mai diesen Jahres las man in den Nachrichten, dass die EU-Kommission Einmalprodukte aus Plastik verbieten wolle. Dazu zählt sie Strohhalme, Rührstäbchen und Luftballonhalter – „Kampf dem Plastikmüll“! Doch es…

    Im Mai diesen Jahres las man in den Nachrichten, dass die EU-Kommission Einmalprodukte aus Plastik verbieten wolle. Dazu zählt sie Strohhalme, Rührstäbchen und Luftballonhalter – „Kampf dem Plastikmüll“! Doch es geht um viel mehr als nur Strohhalme und Rührstäbchen, auch wenn hier jedes Jahr Unmengen an Plastik alleine von Coffee-To-Go-Freunden verbraucht wird. Mittlerweile sollte bei jedem angekommen sein, dass die marine Verschmutzung durch Plastik, respektive Mikroplastik, verheerende Folgen hat. „In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen hunderttausende Teile Plastikmüll. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteile mit Plankton.“ (Quelle: wwf.de)

    Aber woher kommt der ganze Müll im Meer? Der größte Anteil der Müllzufuhr in die Ozeane erfolgt über Zuflüsse vom Land. Etwa ein Viertel direkt über Schifffahrt, Fischerei oder Arbeiten in und am Wasser. (Quelle: nabu.de) An Letzterem können wir Otto-Normal-Müllproduzenten natürlich nicht viel ändern, zumindest nicht direkt. Wenn wir den Konsum von Seefisch reduzieren, jedoch durchaus. „Ich werfe keinen Müll in Flüsse“, werdet ihr jetzt vielleicht denken. Das ist richtig, denn in Deutschland wird verhältnismäßig- sprich im Verhältnis zu vielen anderen Ländern –  wenig Müll direkt in die Flüsse geworfen. Der meiste „Flussmüll“ gelangt über Auswaschungen auf Mülldeponien, kommunale Abwässer und die Landwirtschaft in die Flüsse (Quelle: nabu.de). Wenn ihr nicht gerade Landwirte seid, betreffen euch nur die ersten beiden Punkte.

    „Leider benutzen die Menschen die Toiletten als Müllentsorgung.“

    Yvonne Friesch, Mitinhaberin von Sanitär Friesch in Tübingen, erzählt mir, was Menschen über die Toilette entsorgen: Tampons, Slipeinlagen, Binden, Kondome, Windeln, Kleidung, Spielzeug. „Leider benutzen die Menschen die Toiletten als Müllentsorgung“, so Friesch. „In Schulen sind es oft Kleider, Buchseiten oder Sportschuhe.“ Auf öffentlichen Toiletten würden sogar Spritzen über den Abfluss entsorgt. Selbst Bauschutt komme vor. Friesch rät auch von Duftsteinen in der WC-Schüssel ab, da die Plastikhalterungen sich nicht selten lösen und dann entweder die Rohre verstopfen oder in die Kanalisation gelangen. Derartiges Verhalten kann aber auch teuer werden kann, da sich in vielen Fällen zurückverfolgen lässt, in welche Toilette dieser Unrat geworfen wurde. „Da kann ganz schön was zusammen kommen“, warnt Yvonne Friesch.

    Wie kann man also seinen Müll soweit es geht reduzieren und möglichst ressourcenschonend leben? Im Supermarkt muss man sich gegenwärtig schwer wundern: Bananen und Gurken im Plastikmantel, Käse mit Folien zwischen den einzelnen Scheiben. Offenbar muss heute alles doppelt und dreifach verpackt werden. Auch geschälte und klein geschnittene Kartoffeln oder Kürbisse, eingeschweißt in Kunststofftüten schmiegen sich beinahe adaptiv an den phlegmatischen Konsumenten von heute.

    Foto: S. Selbert

    Auf verpackte Früchte kann man mit Sicherheit verzichten. Gerade bei größerem Obst oder Gemüse kann man das Etikett direkt aufkleben, statt umständlich eine Tüte um das Lebensmittel zu wickeln. In vielen Biomärkten gibt es mittlerweile Obst- und Gemüsenetze zu kaufen, die durchsichtig und vielfach verwendbar sind. Tatsächlich habe ich mit diesen Beuteln gute Erfahrungen gemacht, sie werden in jedem Supermarkt akzeptiert. Alternativen zum Obst und Gemüse aus dem Supermarkt bietet natürlich auch der Regionalmarkt, den es in jeder größeren Stadt gibt. Regionale Lebensmittel sind aufgrund der kurzen Transportwege aus ökologischer Sicht ohnehin begrüßenswert. In vielen Städten gibt es heutzutage sogenannte Unverpacktläden, in denen man entsprechend mit Behältern einkaufen geht, in die dann beispielsweise offene Nudeln eingefüllt werden können.

    Unverpacktladen Speicher, Tübingen. Foto: Ulrich Müller

    Kleine Füße, großer Abdruck

    Wer ein Baby zuhause hat stellt sehr schnell fest, dass vor allem durch Windeln und Feuchttücher doch viel mehr Müll anfällt als zuvor. Was aber die meisten Menschen übersehen, ist, dass nicht nur der Gebrauch von Windeln, Binden und Tampons zu viel Müll führt – laut BUND macht der Windelmüll in manchen Gemeinden bis zu zehn Prozent aus und im Schnitt verbrauchen Frauen weltweit ca. 45 Milliarden (!) Binden und Tampons pro Jahr –, sondern auch die Herstellung nicht gerade ressourcenschonend ist. Menstruationstassen und Stoffwindeln stellen hier eine Alternative dar. Oft wird damit argumentiert, dass Stoffwindeln zur Reinigung viel Wasser und Strom benötigen. Man muss jedoch in die Kalkulation mit einbeziehen, dass auch Wegwerfwindeln viel Wasser verbrauchen, eben in der Herstellung. Wo die Stoffwindel jahrelang und sogar noch beim nächsten Kind benutzt werden kann, landet die Wegwerfwindel nach einmaliger Benutzung in der Tonne. Zumindest wenn wir die Stoffwindel bei 60 Grad waschen und sie nicht jedes Mal danach in den Trockner werfen, haben wir einen um 40 Prozent reduzierten Energieverbrauch im Vergleich zu Wegwerfwindeln (Quelle: windelwissen.de). Und Müll (aber auch Geld!) haben wir allemal eingespart, vor allem da Stoffwindeln sich gut weiterverkaufen lassen. Und viel schöner sind sie dabei auch noch.

    Stoffwindel von milovia. Bild: Cat

    Man muss sich als frischgebackene Eltern auch fragen, ob Obstmus in Quetschbeuteln oder Plastikbechern wirklich notwendig ist oder ob man nicht einfach selbst einen Obstbrei herstellen und abpacken kann. Eigentlich geht das doch ganz schnell. So klein unsere Babys sind: Ihr ökologischer Fußabdruck ist, vor allem im ersten Jahr, ganz schön groß. Aber nicht immer spielt das Umfeld mit, wenn man Müll einsparen möchte. Erst neulich ging ich mit einem Baumwollbeutel in die Bäckerei, weil ich es unnötig finde, dass wir alle ein bis zwei Tage Brot in Papier- oder gar Plastiktütchen nach Hause tragen. Die Bäckereifachverkäuferin lehnte jedoch ab, sie dürfe den „aus hygienischen Gründen“ nicht anfassen. Warum sie Geld trotzdem anfassen darf, die Antwort blieb sie mir schuldig. Mittlerweile haben wir aber eine Bäckerei in der Nähe gefunden, die kein Problem mit unserem Stoffbeutel hat.

    Wenn man bewusst darauf achtet, was man alles in den Müll wirft, erkennt man schnell, worauf man problemlos verzichten könnte. Für viele Produkte gibt es beispielsweise Nachfüllpackungen. Auf eine Menge Plastik kann man auch verzichten, wenn man zum Einkaufen eigene Taschen und Beutel mitnimmt. Was in Plastik ist, kommt nicht in die Tüte. Bei anderen Dingen ist das leider noch nicht möglich. Trotzdem kann man sich fragen, ob man Joghurt in kleinen Plastikbechern kaufen muss oder nicht doch lieber solche in Mehrweggläsern nimmt. Muss man Getränke in PET-Flaschen kaufen, die ohnehin im Verruf stehen gesundheitsschädlich zu sein, oder sind Glasflaschen eine Alternative? Der Fairness halber muss man sagen, dass die größte Menge an Müll, der über die Abwässer ins Meer gelangt, nicht aus Ländern wie Deutschland stammt, in denen recycelt wird. Jedoch wurde unser Müll viele Jahre nach China exportiert und wer weiß schon, was dort mit ihm passiert ist? Nicht zuletzt werden schließlich auch durch die Herstellung von Kunststoffverpackungen jede Menge Rohstoffe und Energie verbraucht (Quelle: wwf.de). Aber auch wenn wir unseren Müll trennen und recyceln, sollten wir diesen Unmengen an Plastikmüll entgegenwirken, was im Coffee-To-Go-Zeitalter nicht allzu leicht erscheint.

    Als ich neulich in einem Supermarkt einkaufen war, beschwerte ich mich an der Kasse darüber, dass dermaßen viel Obst in Plastik eingeschweißt war. (Oder waren die Verpackungen aus kompostierbarer Stärke? Für den Ottonormalkonsumenten leider kaum zu unterschieden.) Der Kassierer antwortete mir, dass er dies ebenfalls nicht gut heiße, sich jedoch überhaupt nichts ändern würde, so lange Menschen dieses Obst kaufen. Recht hat er! Tatsächlich liegt es an jedem einzelnen von uns. Nur, wenn wir über unser Konsumverhalten nachdenken und etwas daran ändern, denken die großen Konzerne um.

    Es ist fünf vor zwölf, vielleicht sogar nach zwölf und leider hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass man auf die Politik nicht wirklich zählen kann, was die Reduzierung von Plastikmüll anbelangt.

    Jetzt ist es unsere Aufgabe, bewusster einzukaufen, zu verzichten und umzudenken. Wenn wir es nicht für uns selbst tun, dann für unsere Kinder.

     

    Quellen:
    https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/
    https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/16805.html
    https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/kinder/stoffwindeln.html
    https://reset.org/act/nachhaltige-monatshygiene-kein-muell-der-regel
    https://www.windelwissen.de/stoffwindeln-wegwerfwindeln-umwelt/

    3 Kommentare zu Life in plastic, it’s fantastic – Kann die Generation Plastik noch die Notbremse ziehen?

    Die Crowdfunding-Erfolge von morgen – Vier WearFair-Projekte im Interview

    Am vergangenen Wochenende informierten sich in der Linzer Tabakfabrik bei der Nachhaltigkeitsmesse WearFair +mehr 2018 rund 14.000 BesucherInnen über fairen und nachhaltigen Lebensstil und Produkte. Vier der dort vorgestellten Projekte sind im Rahmen einer…

    Am vergangenen Wochenende informierten sich in der Linzer Tabakfabrik bei der Nachhaltigkeitsmesse WearFair +mehr 2018 rund 14.000 BesucherInnen über fairen und nachhaltigen Lebensstil und Produkte. Vier der dort vorgestellten Projekte sind im Rahmen einer Kooperation mit der Plattform wemakeit aktuell auch mit einer Crowdfunding-Kampagne online: die Bad Seeds Company – BSC, das Projekt almgrün Gemüse CSA, wild floriert sowie Schlüfer – ein Wohlfühlei von Spurenlos. Für The bird’s new nest hat Wolfgang den Organisator der WearFair Wolfgang Almer-Pfoser, die Projektbetreuerin bei wemakeit Sunita Maldonado sowie die ProjektinitiatorInnen zum Interview gebeten und zu ihren Visionen und Erfahrungen befragt.

    Wolfgang: Lieber Wolfgang, du bist der Geschäftsführer der WearFair. Erzähl doch kurz, was das ist und was die BesucherInnen am letzten Wochenende erwartet hat.

    Wolfgang Almer-Pfoser: Die WearFair +mehr ist Österreichs größte Messe für einen fairen Lebensstil. Bei uns stellen über 180 AusstellerInnen aus, die unsere ExpertInnen von Global2000, Südwind und dem Klimabündnis auf Herz und Nieren geprüft haben. So können sich unsere BesucherInnen wirklich 100 Prozent sicher sein, dass sie mit jedem Euro, den sie bei uns ausgeben, ein kleines bisschen die Welt retten.

    Welche Rolle kann Crowdfunding deiner Meinung nach im Bereich nachhaltiger, fairer Produkte spielen und wie unterstützt ihr hier als Messe?

    Wolfgang Almer-Pfoser: Crowdfunding kann hier wie in allen Zukunfts-Bereichen eine wichtige Rolle spielen, weil es die oft sehr behäbigen Gatekeeper wie Investoren oder Großhandel überspringt und sich direkt an die Endkunden wendet. Und nur die sollten entscheiden, ob ein Produkt Sinn macht oder nicht. Rund um die WearFair gibt es so viele faszinierende Menschen, die ständig neue, visionäre Ideen produzieren. Daher freut’s mich wirklich sehr, dass wir eine so schöne Kooperation mit wemakeit haben und dass sich vier wirklich tolle Projekte bei uns präsentieren konnten.

    Sunita, die von Wolfgang angesprochene Kooperation gibt es dieses Jahr bereits zum zweiten Mal. Welche Vorteile ergeben sich dadurch für die Projekte?

    Sunita Maldonado: Die ausgewählten Projekte erhalten bei der Vorbereitung und der Bekanntmachung ihrer Kampagne Unterstützung von wemakeit und der WearFair. Zudem hatten sie die Möglichkeit ihr Projekt live bei der WearFair zu präsentieren, was eine riesige Chance ist! Sie konnten den Besuchern ihre Produkte und Ideen direkt zeigen und erklären, wofür sie die Crowdfunding-Kampagne machen. Die BesucherInnen auf der anderen Seite hatten die Möglichkeit, die Produkte anzufassen und zu sehen, bevor sie diese über die wemakeit-Kampagne erstehen und konnten natürlich insbesondere auch die Menschen hinter dem Projekt kennen lernen. Sie wissen danach also genau, wer ihr neue Jeans produziert oder ihren nachhaltigen Blumenstrauß gebunden hat.

    Liebes Team der Bad Seeds Company, stellt euer Projekt bitte vor und erzählt doch kurz, warum ihr euch für Crowdfunding entschieden habt!

    Bad Seeds Company: Wir produzieren Jeans aus hundertprozentigem Hanf und machen dies in kleinen Familienschneidereien in Italien. Hanf ist mit Sicherheit der nachhaltigste Rohstoff und eine Produktion in nahegelegenen Familienbetrieben ein Beispiel an absolutem Fair Trade, dennoch ist dies in der heutigen Modebranche aus wirtschaftlicher Sicht die “schlechteste” Alternative, wo doch bekanntlich in entfernten Ländern zu Billigstpreisen und mit Fair Trade-Siegel produziert werden kann, wie uns selbst bereits von Kreditanstalten geraten wurde. Somit bleibt Crowdfunding wohl die Finanzierungsmöglichkeit schlechthin mit dem Vorteil auch gleich mit dem Kunden einen Kontakt zu schließen. Crowdfunding ist ein Finanzierungssystem im Einklang mit der Tätigkeit des Unternehmens. Verkauf und Finanzierung gehen dabei Hand in Hand und lassen den Unternehmer nicht in einer Bittsteller-Position verweilen.

    Liebe Michaela und Reingard, stellt euer Projekt almgrün Gemüse bitte kurz vor und erzählt uns, was ihr euch von der WearFair-Kooperation erwartet!

    almgrün Gemüse: Wir sind eine neue Gemüse CSA Mikrofarm im Almtal in Oberösterreich und wollen zeigen, dass “wachsen oder weichen” nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wenn es um zukunftsfähige Landwirtschaft geht. Wir kultivieren auf nur einem Hektar Land 70 verschiedene Gemüsearten und über 200 Sorten und werden kommende Saison schon über 60 Haushalte mit frischem, saisonalem Gemüse versorgen. Der Auftritt auf der Messe war für uns eine tolle Möglichkeit, viele aufgeschlossene Menschen für solidarisches Landwirtschaften und Mikrofarming zu begeistern. Für uns als Quereinsteigerinnen ist natürlich jeder zusätzliche Euro willkommen, da wir alles von Null aufbauen müssen. Und wenn uns die Crowd dabei unterstützt, die letzten Geräte, die wir noch für unsere umweltfreundliche Bewirtschaftung brauchen, zu finanzieren, können wir dafür rascher damit beginnen, andere dabei zu unterstützen, ihre eigene Mikrofarm zu gründen. Damit man bald wieder in jedem Dorf Gemüse aus der Region kaufen kann!

    Lieber Wolfgang von Spurenlos, stell‘ euer Projekt bitte kurz vor und sag‘ uns, welche Erfahrungen ihr mit Crowdfunding gemacht habt, ihr habt ja bereits eine erfolgreiche Kampagne hinter euch!

    Spurenlos: Wir haben es uns zum Ziel gesetzt Einrichtungsstücke zu entwickeln, die nach ihrer Nutzung keine Spuren hinterlassen: Naturmaterialien wie Filz, Hanfseil, Massivholz setzten wir ein und verzichten konsequent auf Leim, Metalle und Kunststoffe. Im Frühling diesen Jahres haben wir bereits eine Crowdfunding-Kampagne für unseren Spurenlos-Hocker Dreiblatt erfolgreich abgeschlossen und diesen zur Serienreife entwickelt. Aktuell möchten wir unseren Schlüfer – ein Wohlfühlei für Kinder und Babys entwickeln und ebenfalls in Serie bringen. Die Kampagne auf wemakeit unterstützt uns dabei dieses Ziel zu erreichen!

    Liebe Lisa, bitte stelle euer Projekt wild floriert vor und beschreibe kurz, warum ihr euch zum Crowdfunding-Aufruf von wemakeit und der WearFair gemeldet habt!

    wild floriert: Wir sind drei motivierte Frauen mit einer Mission, die längst notwendig ist. Im konventionellen Blumenladen und Gartenbau wird Umweltschutz meist mit Füßen getreten. Wir lieben unseren Beruf, konnten es aber nicht länger verantworten, den Import – meist aus Drittländern – von Schnittblumen und Co. zu unterstützen. Zudem ist der Torfabbau, welcher als Substrat für Topfpflanzen gängig ist, ein völlig unvertretbares Übel. Chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind ebenfalls ständige Begleiter. Unsere Motivation war und ist es, Alternativen zu finden. Die wildflorie gibt es nun seit zwei Jahren, ständig optimieren wir unsere Ansätze. Damit wir unsere Ideologie verbreiten und auf uns aufmerksam machen können, brauchen wir ordentliches Werbematerial: Broschüren und Webseite sind das Ziel. Denn der Konsument gehört informiert, den meisten ist nicht bewusst, dass es Möglichkeiten als Alternative gäbe.

    Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim Crowdfunding!

     

    Ihr könnt die Projekte im Rahmen der Kooperation noch einige Wochen unterstützen, weitere Informationen zu den Projekten findet ihr im WearFair-Channel auf wemakeit.

    Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

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    Aus der Redaktion. FOMO – ich doch nicht! Oder doch?

    Vor einiger Zeit hat sich ein neues Wort aus dem englischen Sprachraum bei uns etabliert – FOMO, die „fear of missing out“, zu deutsch die Angst, etwas zu verpassen. Die…

    Vor einiger Zeit hat sich ein neues Wort aus dem englischen Sprachraum bei uns etabliert – FOMO, die „fear of missing out“, zu deutsch die Angst, etwas zu verpassen. Die tolle Party am Wochenende, der angesagte Kinofilm, die neue Serie, über die alle reden. Dabei sein ist alles, und wer nicht dabei ist, der hat etwas verpasst. Was? Wer weiß, vielleicht das erste Gespräch mit dem nett aussehenden Typen auf der Party, die superwitzige Spielerunde, die spontan nach dem Kino stattfand oder die regelmäßigen Treffen zum Serien sehen, auf denen dann gleich noch zig andere Dinge ausgemacht wurden. Alles verpasst!

    FOMO, das hatte ich als Teenager oder in meinen frühen Zwanzigern. Aber jetzt? Sicher nicht, denn ich lebe meinen eigenen Rhythmus. Ein Abend in der Badewanne statt der Party, ein spannendes Buch statt des Kinobesuchs, eine Yogasession die Woche anstelle der Serienrunde. Ich bin zufrieden und habe keine Angst, etwas zu verpassen. Dachte ich. Und dann stieß ich in einer Facebook-Gruppe auf eine Diskussion über eine Einladung zu einem Event eines meiner liebsten nachhaltigen Marken. Gefühlt war die ganze Welt eingeladen, nur ich nicht. Aber warum? Bin ich zu wenig Influencer, zu wenig trendy? Wie gerne wäre ich auf das Event gegangen. Vor meinem geistigen Auge lief ein Film ab, was ich alles verpassen würde: Interessante neue Kontakte im Unternehmen, spannende Gespräche mit Bloggerkollegen, das Schmieden weiterer Pläne… Und dann wurde mir klar, meine FOMO im beruflichen Bereich ist enorm.

    Gerne wäre ich bei allen Events dabei, auf denen es sich um Nachhaltigkeit und Veganismus dreht. Egal ob Messen, Blogger-Events, Barcamps, selbst im nachhaltigen Bereich finden am laufenden Band Veranstaltungen statt. Wenn ich eingeladen bin und aus zeitlichen Gründen nicht zusagen kann, steigt mein Stresslevel stark an, denn sofort kommen mir alle möglichen Dinge in den Kopf, die ich verpassen könnte. Und wenn ich zu Events, die wunderbar zu The bird’s new nest passen würden nicht eingeladen bin, frage ich mich manchmal stundenlang, wieso wir für diese Marke nicht attraktiv sind.

    Wer nun aber glaubt, es gehe nur um Events und Unternehmenskontakte, dem kann ich sagen: Nein, mein FOMO betrifft auch noch ganz andere Bereiche! Zu Beginn von The bird’s new nest habe ich sehr viele Artikel geschrieben, mittlerweile komme ich eher selten dazu, zumindest im Vergleich damit, wie viel ich gerne schreiben würde. Stattdessen notiere ich mir die Themen, über die ich schreiben will, damit ich sie aufgreifen kann, sobald ich wieder Zeit habe. Und sehe in meinem Kopf alle anderen Medien darüber schreiben. Egal ob es um „Swedish Death Cleaning“ geht oder ähnliche Trends, bestimmte Themen sind irgendwann einfach nicht mehr interessant. Und so habe ich das Gefühl, ich verpasse die Chance, zeitgerecht über relevante Themen zu schreiben. Was einer der Gründe war, mich jetzt an diesen Beitrag zu setzen, auch wenn das Thema FOMO schon ein alter Hut ist, möchte ich mir nicht laufend selber verbieten zu schreiben, weil etwas anderes – Buchhaltung, Haushalt, Mails – wichtiger ist. Denn das hat in erster Instanz überhaupt dazu geführt, dass ich immer weniger dazu gekommen bin, die Themen, die mir am Herzen liegen in Worte zu fassen.

    Neben Event- und Themen-FOMO habe ich noch viele andere berufliche FOMOs parat. Eine wichtige Anfrage zu übersehen. Auf einen Kooperationsaufruf nicht schnell genug zu reagieren. Eine Blogger-Kooperation nicht mitzubekommen. Und noch so vieles mehr. Allem voran ist es für mich unangenehm gewesen, zu erkennen, dass ich vor FOMO alles andere als gefeit bin. Und noch unangenehmer, es vor anderen zuzugeben. Obwohl zumindest ersteres ein wichtiger Schritt ist, eine Lösung zu finden. Denn FOMO kostet Kraft und Energie. Und ignoriert die Tatsache, dass man nicht alles machen und überall dabei sein kann. Sowie die tollen und spannenden Projekte, an denen man zur Zeit arbeitet. Aber bis ich behaupten kann „FOMO – ich doch nicht!“ wird es doch noch eine Weile lang dauern.

    Kennt ihr FOMO im beruflichen Bereich? Wie geht ihr damit um? Ich freue mich auf eure Tipps in den Kommentaren!

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    Gibt es auch Nachhaltigkeit beim Thema Selbstwert?

    Ja! Und genau darum plädiere ich für einen Selbstwert auf 10! Damit wir nicht Opfer des Glaubens „Mir wurde leider nicht so viel Selbstwert in die Wiege gelegt!“ bleiben ,…

    Ja! Und genau darum plädiere ich für einen Selbstwert auf 10! Damit wir nicht Opfer des Glaubens „Mir wurde leider nicht so viel Selbstwert in die Wiege gelegt!“ bleiben , sondern wir aktiv diese Sache mit dem Selbstwert „in Ordnung“ bringen. Denn wie der Begriff schon besagt, der Selbst-Wert ist der Wert, den wir uns selbst geben. Da stellt sich dann natürlich schon die erste Frage: Warum um Himmels Willen, geben wir uns dann selbst oft so einen niedrigen Selbst-Wert?

    Meine Lieblingsantwort ist: Weil uns die Wirtschaft manipuliert. Denn umso unfähiger wir uns fühlen, desto öfter fallen wir in einen Kaufrausch, um dies zu verstecken. Umso „hässlicher“ wir uns selbst erleben, desto mehr Produkte bis hin zu optimierenden Operationen, kaufen wir zu. Und umso weniger wir „charakterlich wert“ sind, desto leichter glauben wir, was uns die Konsumgesellschaft an Minderwertigkeitsgefühlen suggeriert. Und dann kaufen wir wieder. Immer in der Hoffnung, dass…

    Darum sehe ich beim Thema Selbstwert folgendes als die zwei wichtigsten Grundsätze:
    1. Investiere so lange in die Höhe deines Selbstwerts, bis du dich nachhaltig bei 10 ansiedelst. Und zwar unabhängig davon, was in deinem Leben für Dinge passieren. Sprich ob du die Arbeit verlierst, die Beziehung in Brüche geht, du zehn Kilo zunimmst oder ob sich dem Alter entsprechend Falten im Gesicht niederlegen. Sodass du so sicher zu dir selbst und zu deinem Wert stehst, sodass du unabhängig von den Herausforderungen im Außen innerlich auf 10 bleibst. Gemäß dem Motto: Ich bin. Also bin ich wertvoll!
    2. Steige aus jeglicher medialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gehirnwäsche aus! Egal wer dir suggerieren will, du seist nicht gut genug, du seist nicht schön, nicht erfolgreich, nicht liebenswert genug, mache dir bewusst, das Ziel dahinter heißt: Konsumenten erzeugen!

    „Ich bin. Also bin ich wertvoll!“ Sieben Tipps, warum du nichts leisten musst, um wertvoll zu sein!

    Wenn du in der Schule gute Noten hast, dann…
    Wenn du brav im Haushalt mithilfst, dann…

    …bist du wertvoll! So lernen wir als Kinder schon, wir sind nur wertvoll, wenn wir dies und das geleistet haben. Und weil wir so brave Kinder waren, sind wir auch so brave Erwachsene. Zwar nicht im außen in der Gesellschaft. Nein, da wehren wir uns und rufen „Ich funktioniere sicher nicht!“ oder „Mit mir doch nicht!“. Aber wenn wir dann zuhause sind, alleine, dann packen wir genau dieses Muster wieder aus:

    Wenn ich fünf Kilos abgenommen habe, dann…
    Wenn ich ein Haus, einen BMW und einen Swimmingpool habe, dann…

    …bin ich wertvoll! Weil jetzt mit diesen Kilos, die ich (noch) habe, bin ich einfach zu dick. Und dick ist nicht wertvoll! Und mit den Status-Symbolen, die ich mir bis jetzt erarbeitet habe, kann ich höchstens mit meinem Hausmeister mithalten, obwohl der schon einen BMW fährt. Also vertagen wir unser Leben auf später:

    Wenn ich in der Pension bin, dann…
    Wenn ich endlich alles erledigt habe, dann…

    …bin ich wertvoll, weil dann habe ich alles geschafft, das ich mir für mein Leben vorgenommen habe. Nur blöde, wenn ich doch nicht alles gemacht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Was dann? Bin ich dann immer noch nicht wertvoll genug? Nein, denn dann muss ich wenigstens den Garten in seinen Bestzustand bringen. Die Wohnung perfekt sauber in Schuss halten…

    Seht ihr, wohin dieser Mechanismus des „Immer noch nicht genug!“ führt? Ins Land der Wertlosigkeit! Und im Land der Wertlosigkeit könnt ihr schuften, abnehmen, verdienen so viel ihr wollt, denn eines bleibt immer gleich: Es ist nie genug! Also, wo geht es zum Ausgang?

    Bild: pixabay.com / jill111

    Du musst nichts leisten, um wertvoll zu sein. Darum sage ich:
    1. Du „bist“. Und alleine das „Sein“ ist ein sehr wertvoller Zustand!
    2. Jeder Grashalm, deine Katze, jeder Baum, dein Nachbar, deine Kollegin ist wertvoll, alleine deshalb, weil sie „ist“. Deine Kollegin ist vielleicht wertvoll für dich, weil sie so nett ist. Und dein Nachbar ist vielleicht wertvoll für dich, weil er so schwierig ist. So oder so, du bekommen eine Lernchance, in deiner Persönlichkeit zu wachsen und dazu zu lernen. Also ist jeder und jedes wertvoll.
    3. Der Selbstwert setzt sich aus mindestens zwei Säulen zusammen: Das „Leisten“ und das „Sein“. Beim „Leisten“ kennen wir uns alle aus: Möglichst viel! Möglichst schnell! Möglichst oft! Und das am besten in jedem Bereich! Inzwischen sogar auch schon beim Aussehen! Wir haben eines gelernt in unserer Kindheit und in unserem Erwachsenenleben: Leistung ist immer gut! Beim „Sein“ sieht es schon anders aus. Da gibt es die Faulenzer, die Nichts-Tuer, die Schmarotzer… Wir kennen alle diese Begriffe, die verwendet werden, um zum Ausdruck zu bringen, dass es sich um ein wertloses „Subjekt“ unserer Gesellschaft handelt! Das Problem dabei: Wenn wir Menschen nie „Seins“-Zeiten haben, werden wir krank: Depression, Burn-Out, Sinnlosigkeitsgefühle…
    4. Unsere Leistungsgesellschaft sitzt in einer Sackgasse! Weil wir unsere zweite Säule für Selbstwert verloren haben. Wenn es einmal im Beruf, im „Leisten“, nicht so gut läuft, dann kann uns die zweite Säule nicht mehr auffangen: Spazieren gehen, Freunde treffen, Urlaub machen, malen, Sport betreiben sind für viele wertlose Zeitvertreibe. Wäre die Säule des „Sein“ gesellschaftlich gesehen wertvoll, dann könnten wir uns dort auftanken, ausruhen, auffangen lassen, wenn das Leisten zu viel wird.
    5. Wir Menschen laden im „Sein“ unsere Batterien für das „Leisten“ wieder auf. Wenn das Aufladen unserer Batterien als wertlos verbrachte Zeit gilt, dann haben wir ein Problem. Weil wir dann unsere „Maschine“ fahren und fahren, ohne sie jemals aufzutanken. Und was passiert? Sie bleibt stehen. Manchmal für immer!
    6. Gehe in die Selbst-Verantwortung: Gebe dem „Sein“ wieder einen Wert! Wenn unsere Leistungsgesellschaft in einer Einbahnstraße steckt, steige aus diesem Zug aus. Und sorge für dich! Schreite in eine Welt, in der das „Sein“ wieder Wert hat!
    7. Denn du bist bereits wertvoll, so wie du bist! Und wenn die Gedanken „Naja, aber fünf Kilos schon…“ oder „Ein BMW wäre doch…“ kommen, erinnere dich:

    Du bist, also bist du wertvoll! 

    3 Kommentare zu Gibt es auch Nachhaltigkeit beim Thema Selbstwert?

    Einfach leben – Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil

    Es gibt Bücher, die will man einfach gut finden. Das Cover passt, die Beschreibung ist ansprechend, die Meinungen im Umfeld (natürlich von der Filterblase) sind positiv. Manchmal muss man dann…

    Es gibt Bücher, die will man einfach gut finden. Das Cover passt, die Beschreibung ist ansprechend, die Meinungen im Umfeld (natürlich von der Filterblase) sind positiv. Manchmal muss man dann aber feststellen, dass die Vorfreude größer war als das tatsächliche Erlebnis. „Einfach Leben – der Guide für einen minimalistischen Lebensstil“ von Lina Jachmann (Knesebeck Verlag, 2017 erschienen, 240 Seiten mit 200 farbigen Abbildungen, Softcover) ist so ein Buch. Es deckt viele spannende Themen ab, mit denen ich und viele andere täglich zu tun haben. Von Naturkosmetik über Ausmisten bis plastikfreier leben oder Achtsamkeit. Die Gestaltung des Buchs ist sehr ansprechend, minimalistisch gehalten und im Magazinstil mit vielen Fotos gefüllt. Die Autorin ist Kreativdirektorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Lifestyle und Zeitgeist.

    Minimalismus ist seit einigen Jahren ein relativ bekanntes Prinzip: Mehr Platz für die wichtigen Dinge schaffen durch Ausmisten von Überflüssigem und einem bewussten Umgang mit Konsumgütern. Dadurch entsteht mehr Überblick, weniger Reizüberflutung und eine neue Wertschätzung für die Dinge, die man besitzt. Mehr Momente statt Sachen. Weniger Dinge, mehr Qualität.

    Bild: Verena

    Das Buch beginnt mit dem „How-to“-Minimalismus und empfiehlt vor dem Ausmisten ein Ziel vor Augen zu haben, welches man sich am besten bildlich gestaltet. Wie sollen die Räume in der Wohnung/im Haus aussehen? Wie würde ich mich wohlfühlen? Um in das grundlegende Prinzip, das Downsizing oder auch Ausmisten, einzusteigen, kann man eine kleine Monats-Challenge machen, in der für jeden Tag eine Aufgabe gestellt wird. Oder ich visualisiere über einen Zeitraum, welche Plätze und Orte in der Wohnung wirklich genutzt werden.

    Minimalismus bezieht sich aber nicht nur auf die Auswahl von Besitz um einen herum. Es ist auch ein Lebensstil. Wir lernen in Homestories einige minimalistisch lebende Menschen kennen, die einen besonderen Wohnsitz wie ein Hausboot oder einen Bauwagen gewählt haben und einen Ausschnitt aus ihrem Leben zeigen oder in den Bereichen Mode, Kosmetik oder Ernährung minimalistische Ansätze verfolgen und in Interviews darüber berichten. Das Buch ist in die vier Kapitel „Mode“, „Körper“, „Wohnen“ und „Lifestyle“ unterteilt. Gespickt sind die Seiten mit Links, Buchempfehlungen oder weiterführenden Tipps. Durchgängig ist alles reich bebildert und am Ende finden wir eine kompakte Übersicht an weiterführenden Seiten, Blogs und Shopempfehlungen.

    Bild: Verena

    Das Konzept Minimalismus ist etwas schwierig zu fassen, es geht einerseits um den Abschied von Ballast, aber „Einfach leben“ packt unter dieses Stichwort so viele Themen, die für mich eher zu einem „umweltbewussten, nachhaltigen Leben“ gehören. (Unter dem Begriff „Einfach leben“ findet man u.a. auf Wikipedia dazu noch mehr Begriffe, die mit Minimalismus in Verbindung gebracht werden).

    Es tauchen in diesem Buch sehr viele Themen und Produkte auf, die in der an Minimalismus interessierten Zielgruppe beliebt sind, dies aber für meinen Geschmack etwas zu undifferenziert. Ich finde es als Leserin natürlich toll, wenn bei einem fokussierten Lebensstil auch Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommt und beispielsweise DIY-Rezepte für Pflegeprodukte angeboten werden. Es wirkt auf mich allerdings etwas zu willkürlich und oberflächlich. Wie ein Versuch, so viele Reizthemen in ein Buch zu packen, wie möglich. Da werden Kosmetikprodukte abgebildet, aber nicht erläutert, warum genau diese Produkte empfohlen werden. Mir ist klar, dass Minimalismus und ein bewusstes, achtsames Leben Hand in Hand gehen. Aber mir fehlen bei vielen Punkten Quellen, wie zum Beispiel bei der Empfehlung zum Ölziehen. Gleichzeitig wird zu viel Werbung gemacht – für Unternehmen, für Apps, für Shops. So entwickelt sich Minimalismus zu einer neuen Form der LOHAS. „Einfach leben“ lässt alles super easy, clean und locker erscheinen. Ich hätte mir hier unbedingt mehr kritische Aspekte gewünscht, zum Beispiel beim Thema Verhütung mit NFP.

    Bild: Verena

    Insbesondere EinsteigerInnen in das Thema werden hier eine Fülle an möglichen Lebensentwürfen, Produkten und Konzepten finden, die sicherlich Lust auf ein bewusstes, geordnetes Leben machen. Aber ist man nur dann bewusst und fokussiert, wenn man ausmistet und Öko-Produkte kauft? Mir fehlt hier die gesellschaftliche Vision, denn das Buch lässt streckenweise den Eindruck gewinnen, dass Minimalismus vor allem für einen ausgewählten Kreis aus privilegierten BesserverdienerInnen eine Lösung ist, aus ihrem schnelllebigen Alltag auszubrechen. Minimalismus als Wohlfühlgarantie, so wird es den LeserInnen vermittelt.

    Bild: Verena

    Einige der vorgestellten MinimalistInnen sind eher Gutverdiener, die sich dann mal eben das Haus auf dem Land oder das schick designte Hausboot kaufen können. Versteht mich nicht falsch, bewusster Konsum und nachhaltige Produkte sind wichtig, aber der Sinn von Nachhaltigkeit geht weiter. Minimalismus sollte nicht nur ein Trend sein, sondern das Individuum und die Gesellschaft umfassen. Um wirklich etwas zu ändern reicht es eben nicht nur, wenn ich es mir stylisch und ordentlich bequem mache. Der Guide geht nicht wirklich tiefer und differenziert auf grüne Themen ein, erklärt keine komplexeren Zusammenhänge oder ökologische Themen, lediglich beim Thema Mode wird auch die gesellschaftliche Relevanz von Minimalismus aufgezeigt.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe hier ein paar hilfreiche Inspirationen erhalten. Themen wie Capsule Wardrobe, Zero Waste Tools oder nachhaltige Mode kommen nicht zu kurz. Viele Hinweise kann man sich aber auch durch diverse Zeitschriften, Blogs und über Instagram holen. Zum Blättern und eben für Neulinge auf den Gebieten der Nachhaltigkeit und des Minimalismus ist es ein reiches Sammelsurium an Ideen und Konzepten. Wer sich aber tiefergehend mit diesen auseinandersetzen möchte, könnte unter Umständen etwas enttäuscht werden.

    Vielen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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    Crowdfunding für nupro – Wer gewinnt den dmSTART! Contest?

    Aktuell rittern im Rahmen des dmSTART! Contests 20 Projekte aus den Bereichen Bio-Food, Kosmetik, Hygiene, Reinigung und Baby um die Gunst der Crowd. Die drei Projekte, die nach Ablauf der Finanzierungsphase ihr…

    Aktuell rittern im Rahmen des dmSTART! Contests 20 Projekte aus den Bereichen Bio-Food, Kosmetik, Hygiene, Reinigung und Baby um die Gunst der Crowd. Die drei Projekte, die nach Ablauf der Finanzierungsphase ihr Fundingziel auf Startnext erreicht haben und die meisten UnterstützerInnen begeistern konnten, bekommen die Möglichkeit, einen Lieferantenvertrag mit dm abzuschließen und mit ihrem Produkt einen Listungsplatz in bis zu 2.000 dm-Märkten und/oder im dm-Onlineshop zu erhalten.

    Auch Christian Fenner und sein Team nutzen diese Chance, um für ihren Proteinshake nupro Geld zu sammeln und Aufmerksamkeit zu erzeugen. In der Projektbeschreibung heißt es dazu: „nupro hilft Dir deine Speicher nach dem Sport wieder aufzufüllen und ist für Dich da, wenn mal keine Zeit für eine ausgewogene Mahlzeit ist. Mit drei leckeren Sorten aus pflanzlichen Proteinen und hochwertigen Ballaststoffen ist im Handumdrehen ein leckerer, gesunder Shake zubereitet. nupro ist jedoch mehr als nur gut für Dich. Die Verpackung kommt komplett ohne Plastik aus und für jede Box werden drei Bäume in Madagaskar gepflanzt. Sei Teil unserer Bewegung für eine gesündere und grünere Welt!“

    Mit dem nachhaltigen Schoko-Riegel nucao haben Christian und seine KollegInnen bereits eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne hinter sich und auch dieses Mal ist die Fundingschwelle bereits erreicht. Wie es dazu kam und welche Visionen Christian und sein Team verfolgen, erzählt er im Crowdfunding-Interview mit The bird’s new nest.

    Wolfgang: Gemeinsam mit deinen Partnern hast du den Proteinshake nupro entwickelt. Erzähl doch kurz, was das Besondere daran ist.

    Christian: nupro ist kurz gesagt der erste 100 Prozent nachhaltige Proteinshake. Nachhaltigkeit ist aber zugegebenermaßen ein etwas überstrapaziertes Wort. Wir meinen es trotzdem ernst damit. nupro ist aus pflanzlichen, ressourcenschonenden Proteinquellen in Bioqualität, verpackt in einer kompostierbaren Folie und für jede im Handel verkaufte Box pflanzen wir drei Mangroven in Madagaskar. Der Proteinshake ist für Menschen, die fit und bewusst unterwegs sind und ab und zu ihre Ernährung sinnvoll ergänzen möchten. Mit unseren leckeren und besonderen Sorten Pumpkin Chai und Kakao Zimt soll es auch noch möglichst viel Spaß machen.

    Wie kommt man auf die Idee einen pflanzlichen Proteinshake zu produzieren?

    Durch unser erstes Produkt nucao setzen wir uns natürlich viel mit gesunder Ernährung auseinander und reden mit vielen Menschen darüber – ob auf Messen mit unseren Kunden oder unter Gründern in der Food-Startup-Szene. Wir haben für uns selbst einfach gemerkt, dass wir nach dem Sport manchmal gerne eine Stärkung hätten, die wir mit gutem Gewissen zu uns nehmen. Und die nicht nur auf Proteine ausgelegt ist, sondern auf eine ganzheitliche Versorgung – also auch mit Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Hinzu kommt, dass es kein Proteinshake auf dem Markt gibt, der unseren Ansprüchen bei the nu company gerecht wird. Oft sind synthetische Zutaten im Spiel und immer sind sie in Plastik oder Alu verpackt. Das wollten wir ändern.

    Ihr habt für die Serienproduktion eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gelauncht. Welche Ziele verfolgt ihr dabei?

    Wir haben zwei Ziele mit dieser Kampagne. Mit dem ersten Ziel wollen wir finanziell den Markteintritt erreichen, mit allem was dazu gehört. Dazu ist die erste Schwelle von 20.000 Euro ausreichend, um die erste Zutaten-Bestellung mit akzeptablen Preisen zu tätigen und die Verpackungsmaterialien zu beschaffen. Bei unserem eigentlichen Ziel von 50.000 Euro können wir dann einen satten Launch hinlegen, inklusive Marketingbudget für Messen, Online-Werbekampagnen und einen vorsichtigen Start im deutschen Einzelhandel. Das zweite Ziel ergibt sich aus dem dmSTART! Contest. Denn mit unserer Kampagne battlen wir uns gleichzeitig mit 19 anderen Start-ups, um in Deutschlands dm-Regale zu gelangen. Die drei Start-ups mit den meisten Unterstützern erhalten diese Chance. Das ist natürlich ein riesiger Ansporn.

    Vor zwei Jahren habt ihr schon mal euren Snack-Riegel nucao via Crowdfunding finanziert. Inwiefern hilft euch diese Kampagne jetzt bei nupro?

    In der Konzeptionierung und der Strategieerarbeitung hat uns die erste Kampagne natürlich geholfen. Man weiß besser, wie man seine Community aktiviert und begeistert. Trotzdem muss ich sagen, dass das meiste genauso schwierig wie bei der ersten Kampagne ist – man muss bei Null anfangen was Kreativität und Innovation angeht.

    Ihr unterstützt mit eurem Projekt auch die Aufforstungsinitiative edenprojects.org. Wie wichtig ist euch ein gesamtheitlicher Ansatz in Bezug auf Nachhaltigkeit?

    Der ganzheitliche Ansatz ist das Herz unseres Unternehmens. Direkter Handel bei kritischen Rohstoffen wie Kakao, Bioqualität, Ökostrom in der Produktion, eine plastikfreie Verpackung – das alles sind Bausteine für nachhaltiges Wirtschaften. Wir wollten jedoch mehr als den Fußabdruck möglichst gering zu halten. Wir wollten die Bilanz zum Positiven wenden. Deshalb haben wir einem Hebel gesucht, der das möglich macht – und haben uns dafür entschieden Bäume zu pflanzen. Als soziales Start-up verpflichten wir uns, dass die soziale und grüne Bilanz immer positiv ist – die Wirtschaftlichkeit ist natürlich überlebenswichtig, muss sich aber danach einreihen.

    Bild: edenprojects.org

    Wenn ihr eure Kampagne erfolgreich abgeschlossen habt, wie geht es dann weiter? Was sind die nächsten Schritte?

    Wir werden hoffentlich viele, viele Pakete packen und mit dm über die Einlistung sprechen. Das wäre der Traum. Danach geht es darum, die Marke nupro ordentlich zu positionieren und nucao nicht aus den Augen zu verlieren. Die größte Herausforderung besteht darin eine Marke aufzubauen, denen Menschen vertrauen. Wenn das gelingt können wir zeigen, dass Kapitalismus auch anders funktioniert und die Welt besser machen kann.

    Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

     

    Noch bis 14. September 2018 könnt ihr nupro auf Startnext unterstützen, weitere Informationen zu den Projekten von Christian findet ihr auf der Webseite von nucao.

    Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

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    Crowdfunding für UMS EGG – Das innovative ComebEGG des Greißlers

    Vor ein paar Wochen habe ich durch Zufall das Projekt UMS EGG auf Startnext entdeckt, damals noch in der Startphase – also der Feedbackphase vor dem Crowdfunding-Launch. Ich fand die…

    Vor ein paar Wochen habe ich durch Zufall das Projekt UMS EGG auf Startnext entdeckt, damals noch in der Startphase – also der Feedbackphase vor dem Crowdfunding-Launch. Ich fand die Idee super, als gemeinwohl-orientierte Dorfgenossenschaft ein Geschäft zu eröffnen und bin gleich Fan des Projekts geworden. Prompt bedankte sich Barbara Gruber aus dem Projektteam via Direktnachricht bei mir und bat mich, UMS EGG weiterzuempfehlen. Weil ich solch ein Engagement im Rahmen von Crowdfunding-Projekten immer wieder bemerkenswert finde und mich „das innovative ComebEGG des Greißlers“ selbst interessiert, habe ich angeboten sie zu interviewen. Wie es zur Projektidee kam, welche Visionen die LosensteinerInnen verfolgen und warum sie sich für Crowdfunding entschieden haben, erzählt Barbara im Crowdfunding-Interview mit The bird’s new nest.

    Wolfgang: Liebe Barbara, ihr wollt in Losenstein als gemeinwohlorientierte Dorfgenossenschaft einen Laden eröffnen. Wie kam es dazu?

    Barbara: In Losenstein gab es bis vor einigen Jahren noch einen kleinen Nahversorger, der von vielen Leuten in und um Losenstein gut genutzt und für sein regionales und Bio-Sortiment sehr geschätzt wurde. Nach der Eröffnung eines Supermarktes am Ortsrand musste das Geschäft leider zusperren. Eine Gruppe engagierter LosensteinerInnen hat daraufhin die Initiative für einen neuen Laden gestartet, mit neuem Konzept und frischen Ideen.

    Euer Projekt nennt ihr „UMS EGG – Die Zukunft des Nahversorgers“. Was ist eure Vision?

    Mit dem Pionierprojekt „UMS EGG“ wollen wir uns aktiv gegen das Greißlersterben und für lebendige Ortskerne einsetzen. Unser Geschäft soll nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit für Menschen in und um Losenstein sein, als Pilotprojekt kann es auch Inspiration und Motivation für andere Gruppen und Gemeinden sein. Wir sind davon überzeugt, dass Kunden und Lieferanten vom Genossenschaftsprinzip gleichermaßen profitieren können und diese Form der Zusammenarbeit Zukunft hat.

    Besondere Highlights bei unserem Konzept ist die 24-Stunden-Einkaufsmöglichkeit für Mitglieder mit speziellem Zutrittssystem und Selbstbedienungskasse, ein Großteil der Produkte soll aus der Region kommen und auch möglichst verpackungsarm verkauft werden. Mittels modernem Logistikkonzept wollen wir außerdem den Verderb von Lebensmitteln auf ein Minimum reduzieren.

    Als eine der Finanzierungsvarianten habt ihr euch für Crowdfunding entschieden. Warum?

    Die Crowdfunding-Plattform bietet uns einerseits die Möglichkeit, Menschen mit ähnlichen Interessen und Visionen auf unser Projekt aufmerksam zu machen, andererseits haben wir so auch die Möglichkeit, Warengutscheine und Abos mit einer lukrativen Verzinsung an zukünftige Kunden zu verkaufen. Damit können wir die Erstausstattung des Geschäfts mit Waren finanzieren.

    Wie habt ihr euch auf die Kampagne vorbereitet? Welche Aktionen habt ihr geplant?

    Unsere Initiative zum Aufbau des Konzepts läuft bereits seit mehr als einem Jahr, in dem sich das Projektteam unter anderem mit einer Umfrage im Ort, Besichtigungen und Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Initiativen und mit der Gründung der Genossenschaft beschäftigt hat. Auf die Crowdfunding-Kampagne im Speziellen haben wir uns mit dem Dreh diverser Videos, der Zusammenstellung der Dankeschöns und Infoveranstaltungen, Flugblättern et cetera vorbereitet.

    Richtet ihr euch nur an regionale UnterstützerInnen oder können auch andere teilnehmen?

    Als zukünftige KundInnen und NutzerInnen des Geschäfts in Losenstein richten wir uns natürlich in erster Linie an regionale UnterstüterInnen. Gleichzeitig merken wir aber, dass sich viele Menschen in unterschiedlichen Regionen für unser Projekt interessieren und wir hier in gewisser Weise auch Pionierarbeit leisten. Natürlich freuen wir uns daher über jede Unterstützung, in welcher Form auch immer.

    Ich habe gesehen, ihr habt sehr viele unterschiedliche Dankeschöns. Welche Goodies erwarten die UnterstützerInnen?

    Unsere Goodies reichen von Einkaufstaschen über T-Shirts und Schmankerlpakete – die wir gerne auch versenden -, aber auch Erlebnis- und Einkaufsgutscheine sind erhältlich. Es ist praktisch für jeden etwas dabei, für zukünftige KundInnen genauso wie für Unterstützer unserer Idee.

    Nach dem erfolgreichen Ende der Kampagne, wie soll es dann weitergehen mit dem Projekt?

    Unser Ziel ist es, im Herbst/Winter 2018 das Geschäft möglichst schuldenfrei zu eröffnen. Bis dahin stehen noch Umbauarbeiten, Förderansuchen, Verträge mit Lieferanten/Produzenten und vieles mehr am Programm.

    Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche euch eine lebendige Dorfgemeinschaft und natürlich viel Erfolg!

     

    Noch bis 23. September 2018 könnt ihr UMS EGG auf Startnext unterstützen, weitere Informationen findet ihr auf der Homepage von UMS EGG.

    Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

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    Gemeinsam leben, gemeinsam arbeiten: Die Gründer von Doli Bottles im Interview

    Der heißeste Tag des Jahres liegt gerade hinter uns und das Wetter gibt eine Auszeit damit wir uns etwas von der Hitze erholen können, bevor der Sommer uns mit erneuter…

    Der heißeste Tag des Jahres liegt gerade hinter uns und das Wetter gibt eine Auszeit damit wir uns etwas von der Hitze erholen können, bevor der Sommer uns mit erneuter Wucht wieder ins Schwitzen und zum Stöhnen bringt. Etwas, dass ich an solchen Tagen immer an meiner Seite habe ist Wasser, denn bei diesen hohen Temperaturen geht ohne regelmäßiges Trinken bei mir gar nichts. Unterwegs habe ich deshalb fast immer Wasser bei mir – in den letzten Jahren hat sich um schicke, nachhaltige Trinkflaschen ja ein regelrechter Hype entwickelt. Bei Doli Bottles handelt es sich um genau solche nachhaltigen Glasflaschen, die schon beim ersten Blick durch ihren unverwechselbaren Style punkten. Ein anderer Pluspunkt ist, dass sie im Vergleich zu anderen Glasflaschen deutlich leichter und auch kompakter sind, was das Mitnehmen merkbar vereinfacht.

    Ich durfte Sarina und Anatoli, die Gründer von Doli Bottles interviewen und habe ihnen nicht nur Fragen zu ihren Bottles, sondern auch zu ihrer Beziehung gestellt, denn die beiden arbeiten nicht nur zusammen, sondern sind auch privat ein Paar:

    Edda: Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für ein Interview genommen habt! Wollt ihr euch unseren LeserInnen kurz vorstellen?

    Sarina: Wir sind Sarina und Anatoli, die Gründer von Doli. Wir arbeiten und leben zusammen in Düsseldorf. Etwas zu bewegen und durch unser Handeln positiv zu verändern, treibt uns an.

    Wie seid ihr auf die Idee zu Doli Bottles gekommen?

    Anatoli: Nach unserem gemeinsamen BWL-Studium sind wir einige Monate durch Asien gereist und haben dort atemberaubende Landschaften gesehen – aber leider auch immer wieder Landschaften und vor allem Strandabschnitte voller Plastikmüll.

    Sarina: Auf einem Bootsausflug mussten wir zusehen, wie Plastikmüll achtlos von der Crew über Bord geworfen wurde und dann auf dem Wasser in dieser eigentlich so wunderschönen Kulisse umher trieb. Diese Eindrücke haben uns nicht mehr losgelassen. Wir wollten etwas verändern und Plastikflaschen aus unserem Leben verbannen. Die Idee: Eine schadstofffreie, hochwertige Trinkflasche aus Glas, die vor allem optisch überzeugen sollte!

    Wie lange hat es von der Idee zur finalen Umsetzung gedauert?

    Anatoli: Wir haben über sechs Monate mit Zeichnungen, Formen und 3D-Drucks getüftelt bis wir schließlich die Doli Trinkflasche kreiert hatten, die wir uns vorgestellt haben. Auch die Suche nach einem geeigneten Produzenten, der uns bei der Entwicklung unterstützt und damit auch ein gewisses Risiko auf sich nimmt, war eine Herausforderung und hat einige Wochen gedauert. Wir haben dabei immer sehr stark auf unser Bauchgefühl gehört und das war rückblickend auch genau der richtige Weg. Am Anfang unserer Firmengründung haben wir beide noch Vollzeit gearbeitet, sodass wir immer nur nach Feierabend und am Wochenende an unserer Idee arbeiten konnten.

    Was unterscheidet die Doli Bottles von anderen wiederbefüllbaren Flaschen zum Mitnehmen?

    Anatoli: Unsere Doli Bottles bestehen aus handgefertigtem Borosilikatglas, welches härter und leichter als normales Glas ist und sich perfekt für kalte, aber auch heiße Getränke eignet. Das geschmacksneutrale Glas garantiert vor allem, dass die eingefüllten Getränke immer so schmecken, wie sie schmecken sollen und keinen Nachgeschmack nach Plastik, Alu oder dem Apfelsaft von letzter Woche haben.

    Sarina: Wir achten besonders darauf, dass unsere Doli aus qualitativ hochwertigen und langlebigen Materialien ohne Schadstoffe hergestellt wird. So können wir garantieren, dass jede Doli den hohen Ansprüchen unserer Kunden gerecht wird. Das Glas der Doli Bottles ist von lebensmittelechtem Silikon umhüllt, welches zum einen das Glas vor leichten Stößen schützt, die Doli sicher in der Hand liegen lässt und vor allem auch super stylisch aussieht. Uns ist besonders wichtig, dass eine Doli Trinkflasche nachhaltig und kein Wegwerfprodukt ist. Deshalb haben wir darauf geachtet, dass alle Einzelteile getauscht und bei Bedarf ersetzt werden können. So garantieren wir, dass unsere Kunden lange Spaß mit ihrer Doli Trinkflasche haben.

    Ihr arbeitet nicht nur zusammen, sondern seid auch ein Paar. Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich?

    Sarina: Unsere Erfahrungen diesbezüglich sind durchweg positiv. Wir verbringen gerne Zeit miteinander und sind nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit ein super Team geworden. Wir kennen einander sehr gut und wissen um die Stärken und Schwächen des anderen. Gerade in stressigeren Zeiten ist das gegenseitige Vertrauen und die Verlässlichkeit unglaublich wertvoll. Da ein eigenes Business auch extrem viel Zeit in Anspruch nimmt, ist es besonders schön, dass wir diese Zeit zusammen verbringen können und jeder Verständnis für eine Spätschicht hat.

    Was könnt ihr anderen Paaren raten, die gerne gemeinsam ein Business starten wollen?

    Anatoli: Wir raten anderen Paaren Unterschiede als Mehrwert wahrzunehmen und nicht als Problem. Jeder bringt andere Ideen ein und denkt anders über Dinge und das ist toll so. Auch wenn es dadurch zu Diskussionen kommt – es hat uns schon so oft geholfen Dinge von verschiedenen Seiten zu beleuchten, um dann zusammen zu einer super Lösung zu kommen. Jeder sollte die Möglichkeit haben sich auf seine Stärken zu fokussieren.

    Vielen Dank für das Interview!

     

    Die Doli Bottles gibt es in vielen wunderschönen Farben, aber auch in einer Tropica Edition. Zusätzlich findet ihr im Shop alle Ersatzteile und Doli Trinkhalme aus Glas.

    Weitere Informationen zu Doli Bottles findet ihr hier: doli-bottles.com
    Hier geht es zur Facebook-Seite von Doli Bottles: facebook.com/dolibottles
    Und hier zu ihrem Instagram Account: instagram.com/dolibottles

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    Warum ich Veganer nicht leiden kann. Ein Gespräch.

    Ich habe kürzlich ein sehr interessantes Gespräch auf Facebook mitverfolgt, in dem es darum ging, dass Veganer radikal seien. „Warum sind Veganer denn radikal?“, habe ich mich neugierig in das…

    Ich habe kürzlich ein sehr interessantes Gespräch auf Facebook mitverfolgt, in dem es darum ging, dass Veganer radikal seien. „Warum sind Veganer denn radikal?“, habe ich mich neugierig in das Gespräch eingeklingt. „Weil sie Bilder von Tierquälerei zeigen.“, war die Antwort. Etwas verwirrt war ich unsicher, wie ich diese Antwort interpretieren sollte. Radikal ist kein schönes Wort. Konkret bedeutet es, mit Rücksichtslosigkeit und Härte vorzugehen. Es ist also soweit nachzuvollziehen, dass man jemanden, den man radikal nennt, nicht unbedingt leiden kann. Aber was genau hat das nochmals mit Bildern von Tierquälerei zu tun? Ich frage nach.

    Die Antwort: „Veganer posten auf Facebook Bilder aus Schlachthöfen oder ähnliches, mit dem Kommentar, dass Fleischesser daran Schuld wären.“ „Aber das ist doch auch so…“, schießt es mir in den Kopf. Gäbe es keinen Fleischkonsum, dann gäbe es keine Schlachthäuser. „Aber die Bilder aus Schlachthöfen zeigen doch die Realität.“, sage ich. „Ja, aber ich will diese Bilder nicht sehen.“, bekomme ich als Antwort. „Aus meiner Sicht handelt es sich hier um das pure Teilen von Informationen. Ich verstehe, dass diese Bilder sehr unangenehm anzusehen sind. Aber ich halte es für wichtig, dass Informationen über Missstände jeglicher Art verbreitet werden.“, lege ich meinen Standpunkt dar. „War ja klar, dass du das sagst.“, wird mir zurückgeworfen.

    „Natürlich.“, denke ich mir. Und danke im stillen dem Internet, denn ohne die Informationen, die ich über Facebook bekommen habe, wäre ich vermutlich noch immer Vegetarier, weil ich einfach nicht wusste, wie problematisch Milch- und Eiproduktion sind. Und dann erinnere ich mich daran zurück, wie unangenehm es mir war, die Informationen darüber zu sehen und zu lesen und dass auch ich wütend wurde. Ich dachte doch schon, dass ich etwas Gutes tue mit einem vegetarischen Leben. Und dann diese Information! Stimmt das überhaupt? Wird das nicht nur aufgebauscht? Oder sind das vielleicht sogar Lügen? Ich war traurig, frustriert und verfluchte innerlich die Menschen, die mir das Bild meines aus meiner Sicht rücksichtsvollen und ökologischen Lebensstils zerstört hatten.

    Ich wollte herausfinden, was hinter diesen Behauptungen steckt und begann zu recherchieren. Und erfuhr Dinge wie Qualzuchten, Kükenschreddern, Antibiotikamissbrauch und noch so vieles mehr. Und war entsetzt. Wieso informierte niemand über diese Themen? Dann erinnerte ich mich aber, doch ab und zu darüber gelesen zu haben. Der eine Zeitungsbericht, die eine Doku im Kino, die eine Fernsehsendung. Doch ich hatte das alles verdrängt, denn ich war der Meinung, dass das mit mir nicht wirklich etwas zu tun hatte. Denn ich wollte das alles doch nicht, wie sollte es also mit mir zusammenhängen?

    Lange Rede, kurzer Sinn, nun bin ich selber Veganer. Und stehe auf der anderen Seite. Auf der Seite, die versteht, warum solche Informationen geteilt werden. Und die es wichtig findet, so viele Menschen wie möglich darüber zu informieren. Und es dafür hinzunehmen, als Spinner, radikal und noch zig anderes bezeichnet zu werden. Aber ich verstehe auch die Seite meines Gegenübers. Die, auf der ich früher stand. Und hoffe, dass irgendwann auch die Neugier dieser Menschen überwiegt und sie erkennen, dass sie mit diesen Bildern zu tun haben. Und dass das auch bedeutet, dass das eigene Handeln relevant ist. Dass die eigenen Entscheidungen einen Unterschied machen. Dass es möglich ist, etwas zu ändern. Und vielleicht verstehen sie mich dann eines Tages auch.

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    Now! Gelassen leben im Hier und Jetzt

    Lebensratgeber gibt es viele. Nur wenige befassen sich wirklich intensiv mit Entspannung, Wohlbefinden oder Entschleunigung. Das Buch „NOW! Gelassen leben im Hier und Jetzt!“ ist der erste von drei Bänden, der…

    Lebensratgeber gibt es viele. Nur wenige befassen sich wirklich intensiv mit Entspannung, Wohlbefinden oder Entschleunigung. Das Buch „NOW! Gelassen leben im Hier und Jetzt!“ ist der erste von drei Bänden, der diese Themen wunderbar bodenständig aufgreift und mit Yoga-Elementen verbindet. Mit bodenständig meine ich, dass das Werk weitgehend ohne esoterische Anschauungen auskommt. Die Inhalte gehen eher in Richtung Selbstfürsorge und Gesprächstherapie, die Autorinnen selbst sind Yogalehrerin und Achtsamkeitstrainerin. Der Alltagsbegleiter für ein bewusstes und gelassenes Leben soll zeigen, wie man trotz äußerer Hektik zu seiner inneren Mitte findet.

    Karin Furtmeier, die Yogalehrerin, begleitet seit Jahren Menschen auf dem Weg zu mehr Präsenz, Lebensfreude und Gelassenheit. Sie hat bereits mehrere erfolgreiche Bücher zum Thema verfasst. Heike Mayer ist Achtsamkeitslehrerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und IFS-Therapeutin und leitet Kurse in Meditation und Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Auch sie ist erfolgreiche Autorin – in ihren Büchern, wie in den Kursen, steht die Vermittlung von Gelassenheit, Entschleunigung und Lebensfreude im Zentrum.

    Wie auf dem Buchcover beschrieben, ist das Buch in drei Teile geteilt: Yoga, Achtsamkeit und Vertrauen ins Leben. Man muss es nicht an einem Stück lesen, sondern kann sich auch einzelne Kapitel oder Themen nach Belieben herauspicken. Neben ermutigenden Texten enthält es viele Übungen, die man zuhause selbst praktizieren kann, zum Beispiel für Meditation oder Stressbewältigung. Alle Achtsamkeits- und Yogaübungen wurden von den Autorinnen speziell für dieses Buch so konzipiert, dass sie direkt im Alltag ausgeführt werden können und ohne Vorkenntnisse jederzeit anwendbar sind. Stresssituationen, endloses Grübeln und Anspannung können so aufgelöst werden. Aus der so gewonnenen inneren Ruhe soll neues Vertrauen ins Leben und in die eigene Kraft entstehen. Die 160 Seiten mit zahlreichen Fotos und Illustrationen sind im beliebten Magazin-Stil aufgemacht. „NOW!“ ist voller ansprechender Bilder, Zitate und mutmachenden Sprüchen, die zum Ziel des Buches beitragen sollen: zu helfen, leichter durchs Leben zu gehen.

    Der erste Teil zum Thema Achtsamkeit beantwortet die Frage, was denn Achtsamkeit überhaupt bedeutet, wie man im Alltag achtsam sein kann und bringt konkrete Ideen zur Umsetzung. Im Yoga-Teil begegnen mir viele Übungen, die ich bereits aus der Yoga-Praxis kenne. Es wird beschrieben, welche positiven Eigenschaften diese auf unseren Körper und Geist hat. Yoga als Hilfe zu mehr Gelassenheit und Entspannung, das ist der Zusammenhang zu den beiden anderen Themen. Im letzten Teil „Vertrauen ins Leben“ geht es vorrangig um Entspannung, Stressabbau und mehr Gelassenheit. Auch hier wechseln sich kurze Input-Texte zu verschiedenen Themen mit Übungen ab.

    Die „NOW!“-Bücher gefallen mir außerordentlich gut, sie sind keineswegs nur für Fans der positiven Psychologie oder für Yoga-Liebhaber geeignet, sondern sprechen meiner Meinung nach eine große Bandbreite von Menschen an. Einen Pluspunkt gibt es für das liebevolle, aber trotzdem übersichtliche und ruhige Layout.

    Schon erschienen sind in dieser Reihe die Bücher „NOW! Jetzt sorg ich gut für mich“ und „NOW! Lebe wild, frei und wunderbar„. Im September diesen Jahres wird das nächste Buch veröffentlicht: „NOW! Am liebsten geht es mir gut!„.

    Vielen Dank an den Scorpio Verlag für das Rezensionsexemplar!

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