Eco. Life. Style.

Kategorie: Knowledge.

Wie nachhaltig ist der Konsum von exotischen Früchten?

Bananen, Kiwis, Ananas, Mangos, Kakis und weitere Tropenfrüchte gehören heute zum Standardsortiment jedes Supermarktes. Die süßen Früchte sind beliebt, gesund und eine willkommene Abwechslung zu Äpfeln und Birnen. Besonders Veganer…

Bananen, Kiwis, Ananas, Mangos, Kakis und weitere Tropenfrüchte gehören heute zum Standardsortiment jedes Supermarktes. Die süßen Früchte sind beliebt, gesund und eine willkommene Abwechslung zu Äpfeln und Birnen. Besonders Veganer essen teilweise sehr viel Obst, darunter auch die süßen Exoten. Eine vegane Lebensweise wird oftmals mit einer großen Entlastung für die Umwelt gleichgesetzt. Doch ist das wirklich so, wenn exotische Früchte regelmäßig auf den Teller kommen? Schließlich reisen sie von weit her zu uns und der Transport verursacht CO2-Ausstoß.

Die Saisonalität

Die Antwort auf die Frage ist nicht ganz simpel. Viele Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Zunächst einmal ist nicht jede Tropenfrucht gleich. Während Bananen, Papayas, Mangos, Ananas, Passionsfrüchte und Kokosnüsse ganzjährig Saison haben, wachsen andere exotische Früchte nur in bestimmten Perioden im Jahr. Dazu gehören beispielsweise Wassermelonen, Orangen, Mandarinen und Kiwis. Trotzdem sind Früchte dieser letzteren Kategorie oftmals das ganze Jahr über im Handel erhältlich. Das liegt daran, dass sie zu verschiedenen Zeiten im Jahr aus anderen Regionen stammen. Während die Wassermelone in den Sommermonaten beispielsweise in der relativ nahen Türkei angebaut wird, importiert man sie in Wintermonaten aus Südamerika. Dieser Obstsaison-Kalender hilft beim saisonalen Einkauf von heimischen und exotischen Früchten. Der Kalender zeigt auch, dass man einige Früchte zwar ganzjährig importieren kann, diese dann aber aus anderen Ländern kommen. Mit diesen Informationen kann man exotische Früchte in der Zeit kaufen, in der sie aus näheren Ländern importiert werden können. Hilfreich ist übrigens auch, auf die Saison der regionalen Obstsorten zu achten. So kann ein deutscher Apfel, der über Monate im Kühlhaus gelagert wurde, eine schlechtere Klimabilanz haben, als eine Wassermelone, die gerade Saison in der Türkei hat oder gar ein Apfel aus Chile. Auch geheizte Gewächshäuser sorgen für eine negative Bilanz.

Das Transportmittel

Neben der Länge des Transportweges gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie die bunten Tropenschätze ihren Weg zu uns finden: Per Schiff oder per Flugzeug. Da die Schiffsfracht weniger CO2-Emissionen verursacht als das Flugzeug, hat es auf den ersten Blick den Anschein, dass der Flugtransport wesentlich umweltschädlicher ist. Allerdings ist das nicht der einzige Schadstoff, der beim Vergleich zwischen Schiff und Flugzeug relevant ist.

Schiffe werden in der Regel mit Schweröl betrieben, das einen sehr hohen Anteil an Schwefel und toxischen Metalloxiden hat. Außerdem stoßen Schiffe eine Menge Feinstaub aus. Die Rußpartikel, Schwefel- und Stickoxide bergen nicht nur erhebliche gesundheitliche Risiken, sondern wirken sich auch sehr negativ auf die Umwelt aus. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu) gibt an, dass jedes Jahr in Europa circa 50.000 Menschen als Folge von Schiffsemissionen vorzeitig sterben. Für die Umwelt bedeuten Schwefeloxide saurer Regen und Stickoxide eine Versauerung der Böden. Zudem fördern Rußpartikel den Klimawandel. Wenn die dunklen Partikel sich auf den Eisflächen ablagern, wird durch die dunklere Oberfläche mehr Wärme absorbiert und somit die Schmelze vorangetrieben.

Das Schiff ist damit also nicht klimafreundlicher als das Flugzeug, sondern eher schädlicher. Das liegt vor allem daran, dass im Schiffsverkehr bisher keine strengen Regelungen eingeführt worden sind. Während strikte Schadstoff-Grenzwerte für Autos und LKWs Pflicht sind, liegt der maximale Schwefelgehalt im Schifftreibstoff bei 3,5 Prozent und ist damit 3.500 mal höher als im Diesel-Benzin für Autos. Eine gute Nachricht ist, dass die Grenzwerte in den kommenden Jahren verschärft werden sollen. Ab 2015 soll der Schwefelgrenzwert in Schwefelkontrollgebieten, wozu auch Nordsee und Ostsee gehören, von 1 Prozent auf 0,1 Prozent gesenkt werden. Bis 2020 soll auch der Grenzwert in Nicht-Schwefelkontrollgebieten von 3,5 Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt werden. Allerdings gibt es jetzt bereits weitere Maßnahmen, die die Schadstoffemissionen erheblich verringern könnten. Der Nabu fordert, dass wie oben beschrieben schwefelärmere Treibstoffe eingesetzt werden. Außerdem verlangen sie einen Stickoxid-Katalysator und einen Rußpartikelfilter. Bei Befolgung dieser drei Forderungen könnte man die Emissionen von Stickoxiden um 97 Prozent reduzieren und den von Ruß um 99 Prozent. Bisher wurden diese allerdings nicht umgesetzt.

Überseeimporte sind also im Allgemeinen nicht klimafreundlich zu bestreiten. Ob eine Obstsorte per Schiff oder Flugzeug zu uns gebracht wird, hängt oft von dem Reifeverhalten der Früchte ab. Flugobst hat den Vorteil, dass es bereits frühreif gepflückt werden kann, was relevant für Früchte ist, die nicht mehr viel nachreifen, nachdem sie geerntet wurden. Außerdem gibt es bestimmte exotische Früchte, die schnell verderben und aus diesem Grund primär mit dem Flugzeug importiert werden. Das sind beispielsweise Litschis, Baby-Bananen, Sternfrüchte, Physalis und Passionsfrüchte. Des Weiteren besteht der Irrglaube, dass sonnengereiftes Flugobst mehr Vitamine enthält und besser schmeckt als seine früher gepflückten und eingeschifften Kollegen. Diese Auffassung wurde allerdings in einer Studie der technischen Universität in Berlin widerlegt.

Früchte, die bedenkenlos nachreifen, werden oft auf dem Wasserweg zu uns gebracht. Hierzu zählen unter anderen Bananen, Papayas, Sapotillen, Kakis und Cherimoya. Andere Früchte, die kaum nachreifen – das sind unter anderem Ananas, Mangos und Rambutane – werden in der Regel eingeflogen, oder, um die Schifffahrt zu überstehen, mit einer großen Menge Fungizide behandelt. Einige Organisationen, wie die Unternehmen Tropenkost oder Kipepeo, probieren für den weiten Transportweg einen Kompromiss zu finden, indem sie für den Früchteimport nur ungenutzten Gepäckraum in Passagierflugzeugen verwenden. Damit müssen nicht extra Frachtflugzeuge für die Früchte fliegen. Das Problem an dieser Methode ist allerdings, dass mit jedem zusätzlichen Gewicht die Schadstoffemissionen des Fluges höher sind und der Umweltvorteil somit gegen Null geht. Deshalb setzt sich zum Beispiel das Unternehmen Tropenkost aktiv für Klimaschutzmaßnahmen ein, um seine Früchte klimaneutral anbieten zu können.

Vom (Super-)Markt nach Hause

Sowohl Flugzeug als auch Schiff sind aktuell keine klimafreundlichen Transportmittel. Die Umweltbilanz der gekauften Tropenfrüchte wird aber nochmals im nicht zu vernachlässigen Maß durch die persönliche Wahl des Transportmittels zum Einkaufen bestimmt. Wer mit dem Auto zum Supermarkt fährt, hat in etwa die gleichen Klimaauswirkungen verursacht, wie eine Packung Flugobst. Der Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß macht also einen großen Unterschied.

Monokulturen und soziale Aspekte

Wie bei anderen Produkten auch, ist der Anbau tropischer Früchte von der Problematik der Monokulturen betroffen, die keine nachhaltige Landwirtschaft zulassen. Ananas beispielsweise werden häufig auf diese Weise angebaut und mit einer großen Menge Pestizide und Insektizide behandelt. Diesen sind wir Konsumenten ausgesetzt, doch noch viel mehr das Trinkwasser vor Ort und die Menschen, die auf den Plantagen arbeiten. Neben den gesundheitlichen Problemen, sind auch die sozialen Bedingungen der Obstpflücker meist verheerend.

Um ökologische und sozial faire Konditionen zu schaffen, ist es also sehr wichtig beim Kauf von Tropenfrüchten auf fairen Handel und biologische Produkte zu achten. Der faire Handel verbessert die Lebensbedingungen der Bauern und Plantagenarbeiter, während das EG-Öko Zertifikat den Verzicht von künstlichen Düngemitteln, Fungiziden und Insektiziden verlangt. Außerdem müssen in den Anbaufeldern auch andere Pflanzen angesiedelt werden, die einer Monokultur entgegenwirken. Nature & More beispielsweise bietet Bio-Früchte an und setzt sich für nachhaltige und soziale Projekte ein, die die Produkte klimaneutral machen sollen.

Tropenfrüchte in Relation

Bedeuten diese Informationen, dass man nun am besten keine exotischen Früchte mehr kauft? Darum soll es nicht gehen, denn der Kauf der süßen Tropenschätze ist eine bedeutsame Einnahmequelle für die Bauern vor Ort, sofern die Arbeitsbedingungen fair sind. Gerade im Winter können exotische Früchte den Körper mit Vitaminen versorgen. Es ist darüber hinaus wichtig, die Umweltauswirkungen von Tropenfrüchten in Relation zu anderen Lebensmitteln zu setzen. Obst im Allgemeinen trägt nämlich bei weitem nicht so viel zu Klimaschäden bei wie Fleisch- und Milchprodukte. Neben der Belastung von Wasser und Böden erzeugt die tierische Lebensmittelindustrie wesentlich mehr Treibhausgase als der Anbau von pflanzlichen Produkten. Von den gesamten direkten Treibhausgas-Emissionen, die unsere Ernährung verursacht, werden beinahe 70 Prozent durch tierische Lebensmittel verursacht, wie eine Studie des WWF zeigt. Im Vergleich dazu ist Obst bloß für einen Anteil von 6,2 Prozent verantwortlich. Zudem entstehen durch den Anbau von Lebensmitteln indirekte Emissionen, da Landflächen in Ackerland umgewandelt werden. Auch für die indirekten Emissionen ist maßgeblich der Konsum von tierischen Produkten ursächlich.

Selbst Veganer, die regelmäßig exotische Früchte essen, haben also trotzdem einen erheblich kleineren ökologischen Fußabdruck im Bereich Lebensmittel als Fleischesser, bei denen nicht so viele exotischen Früchte auf den Teller kommen. Obst und Gemüse spielen in der Klimabilanz eine vergleichsweise sehr geringe Rolle. Dennoch bedeutet das nicht, dass man Obst ohne Bewusstsein für die Umwelt konsumieren sollte. Denn positive Auswirkungen hat die Wahl von saisonal-regionalen Obstsorten trotzdem.

Nachhaltiger Genuss

Einige einfache Regeln, zusammengefasst aus diesem Artikel, können beim nachhaltigen Konsum von exotischen Früchten helfen:

Regionalität und Saisonalität: Im Sommer gibt es regionales Obst in Hülle und Fülle, von Kirschen über Erdbeeren bis hin zu Pfirsichen und Nektarinen. Zu dieser Jahreszeit kann man also relativ gut auf exotische Früchte verzichten. In der restlichen Zeit sollte man Früchte wählen, die von ihrer Saison her gerade aus näheren Ländern importiert werden können oder im Idealfall aus dem Heimatland stammen.

Transport: Momentan scheint das Flugzeug klimafreundlicher zu sein als der Schifftransport. Im Bezug auf Verbesserung der Umstände können wir als Verbraucher Unternehmen wählen, die einen klimafreundlichen Transport unterstützen.

Weg zum Supermarkt: Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Lebensmittelladen zu fahren, wirkt sich positiv auf die Klimabilanz aus.

Bio und fair: Um Pestizidbelastung, Monokulturen und soziale Missstände zu verhindern, ist es wichtig auch beim Kauf von exotischen Früchten nach Bio- und Fair Trade-Zertifizierungen Ausschau zu halten.

Maßvoller Genuss: Zur Nachhaltigkeit gehört auch ein wenig Verzicht. Erdbeeren im Winter braucht niemand und es muss auch nicht jeden Tag eine Mango in den Smoothie kommen.

Selbst anbauen: Einige exotische Früchte können auch in unseren Breiten wachsen. Eine Kiwi im eigenen Garten garantiert ein unschlagbare Ökobilanz.

 

Quellen:
Balz, Friedrich, Pieper, Oeliger, & Rieger (2014). Luftschadstoffemissionen von Containerschiffen: Abhilfe durch saubereren Schiffsdiesel und wirksame Abgastechnik möglich – kaum Auswirkungen auf Transport- und Produktpreise. Naturschutzbung Deutschland (NABU) e.V.
Hillmer: Die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel. Abendblatt, abgerufen von: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1344620/Die-Klima-Bilanz-unserer-Lebensmittel.html
Noleppa (2012). Klimawandel auf dem Teller. WWF Deutschland.
http://www.oeko-fair.de
Richtlinie des europäischen Parlaments und des Rates (2008): Zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt (Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie). 164/19.
http://www.umweltnetz-schweiz.ch

2 Kommentare zu Wie nachhaltig ist der Konsum von exotischen Früchten?

Warum verhalten wir uns (nicht) nachhaltig?

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem…

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem wissen wir, dass wir nicht alle gleich viel vom Kuchen abbekommen, also konsumieren, können. Vor allem aber widerspricht der Alltag unserer Überflussgesellschaft dem aktuellen Leitbild, nachhaltiger zu leben und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Doch können wir Lebenszufriedenheit auch aus immateriellen Quellen gewinnen? Der Umweltpsychologe Prof. Dr. Marcel Hunecke meint: Ja. Im Auftrag von Denkwerk Zukunft suchte er nach psychischen Ressourcen für eine Lebenszufriedenheit, die ganz unabhängig von den materiellen Seiten des Lebens wirksam ist.*

Die sechs psychischen Ressourcen für subjektives Wohlbefinden

In Anlehnung an Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie entwickelte Hunecke seine Genuss-Ziel-Sinn-Theorie. Laut dieser Theorie stehen uns drei Strategien zur Verfügung, um ein zufriedenes Leben zu führen: Genusserleben, das Erreichen von Zielen und Sinn. Hunecke identifiziert sechs psychische Ressourcen, die diese Strategien ermöglichen. Sie lauten Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinngebung, und Solidarität.

Die ersten drei Ressourcen sind nach Hunecke fundierend, das heißt, wesentlich für eine starke Persönlichkeit. Eine solche Persönlichkeit kann demnach genießen, hat Selbstvertrauen und ist überzeugt davon, das, was sie sich vornimmt, auch erfolgreich realisieren zu können. Die letzten drei Ressourcen sind zielgebend und ermöglichen eine Orientierung der Person an immateriellen Zufriedenheitsquellen. So sollte eine Person, die nachhaltig leben möchte, eine achtsame Grundhaltung entwickeln. Das heißt, sie sollte sich der eigenen Bedürfnisse und Empfindungen bewusst sein, wie auch die der anderen Menschen und Lebewesen. Zudem sollte sie motiviert sein, den Sinngehalt unterschiedlichster Lebenssituationen zu ergründen. Und sie muss soziale Verantwortung übernehmen wollen. Laut Hunecke stützen sich diese sechs Ressourcen gegenseitig, so dass eine weniger ausgeprägte Ressource durch andere Ressourcen kompensierbar ist.

Die drei fundierenden Ressourcen stärken

Die Genussfähigkeit

Wie erwähnt, ist die Genussfähigkeit eine wesentliche Ressource für subjektives Wohlbefinden. Dabei stehen uns einerseits sinnlich-körperliche Genüsse zur Verfügung, andererseits ästhetisch-intellektuelle. Nur allzu oft nehmen wir diese Genussquellen in unserem Alltag aber nicht wahr. Wir verschlingen die Mittagsjause, werfen das neue Shirt nach drei Mal Tragen in den Schrank, weil wir schon ein neues im Auge haben, laufen morgens auf dem Weg zur Arbeit blindlings an Frühlingswiesen oder buntem Herbstlaub vorbei. Würden wir weniger konsumieren, wenn wir aus den Genussquellen, die uns tagtäglich umgeben, mehr Wohlbefinden ziehen könnten – wenn wir all diese Ereignisse überhaupt als Genussquellen wahrnehmen würden? Hunecke behauptet: ja, und fordert: Intensität statt Quantität. Die positiven Emotionen, die uns ein genussvolles Leben beschert, belohnen uns zudem rückwirkend für unser nachhaltiges Handeln. Auf The bird’s new nest findet ihr übrigens die unterschiedlichsten Möglichkeiten euer Genusszentrum anzuregen und dabei nachhaltig zu handeln – von schnell und einfach selbstgemachten saisonalen Rezepten bis hin zu ökologischer Mode, wenn es doch mal Shopping sein soll.

flowers-276014_640

Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Selbstakzeptanz

Die Selbstakzeptanz beschreibt das „fundamentale Annehmen der eigenen Person mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften“. Wer seine persönlichkeitsspezifischen Stärken wahrnimmt, kann auch seine persönlichkeitsspezifischen Schwächen leichter akzeptieren. Dies ist wesentlicher Bestandteil eines stabilen Selbstwerts, der uns wiederum unabhängiger von sozialen Vergleichsprozessen macht: Haben wir einen stabilen Selbstwert, müssen wir nicht konsumieren, um unserem Umfeld Wohlstand und Zugehörigkeit zu signalisieren. Wir können uns dem Konsumdruck leichter entziehen. Wie lässt sich nun die Selbstakzeptanz stärken? Indem wir uns beispielsweise überholte Glaubenssätze bewusst machen, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeignet haben, und uns davon verabschieden. Meist haben diese Überzeugungen die Form „man muss“ oder „man darf nicht“ – ein typisches Beispiel dafür ist: „Man darf keine Fehler machen“.

Die Selbstwirksamkeit

Umgangssprachlich meist mit „Selbstvertrauen“ benannt, beschreibt die Selbstwirksamkeit die Überzeugung, schwierige Situation im Leben erfolgreich meistern zu können: „Ich werde es schaffen“. Erfolgserfahrungen stärken das Selbstvertrauen. Wir können uns diese Erfolgserfahrungen verschaffen, indem wir uns das übergeordnete Ziel in kleinere Etappen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit aufteilen. Einzelerfolge motivieren uns, das übergeordnete Ziel zu erreichen. Unser Selbstvertrauen wächst. Allerdings hat das per se noch wenig mit nachhaltigem Lebensstil zu tun – wir können voller Selbstvertrauen hauptsächlich materiellen Wohlstand erzielen wollen. Wie lässt sich Selbstvertrauen also nachhaltigkeitsbezogen stärken und nutzen? Laut Hunecke, indem man den Menschen handlungsbezogenes Wissen zu diesem Thema vermittelt und ihnen Handlungsmöglichkeiten verschafft – eine Ansatz, den auch The bird’s new nest vertritt, indem es vielfältiges Wissen zusammenführt, aber auch Möglichkeiten bietet, sich sozial und ökologisch zu engagieren.

Die drei zielgebenden Ressourcen stärken

Die Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, „absichtsvoll und nicht wertend die Aufmerksamkeit ganz auf den aktuellen Augenblick zu richten“. Trainieren lässt sie sich durch Meditation und Übungen zur Körperwahrnehmung. Ziel ist, unser Alltagsbewusstsein einzuschränken. Es ist gekennzeichnet durch automatisierte Gedankengänge wie unsere alltäglichen Erwartungen, Pläne, Aufgaben, Interpretationen. Damit ist es also auf Vorgänge gerichtet, die im Außen passieren (werden) oder passiert sind. In einem achtsamen Zustand richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Jetzt: Einerseits nach Innen, wenn wir uns den eigenen (Körper-)Empfindungen zuwenden. Andererseits auf den gegenwärtigen Moment, wenn wir wahrnehmen, was um uns herum passiert, ohne das Wahrgenommene zu bewerten oder weiter darüber nachzudenken. Achtsamkeit reduziert Stress und steigert das subjektive Wohlbefinden – vor allem, wenn unsere automatisierten Gedankengänge negativ sind. Darüber hinaus führt sie zu einem erweiterten Bewusstsein für Sinnfragen und steigert das Mitgefühl. Sie zeigt dem Menschen auf, welche Bedürfnisse und Werte wirklich wichtig für ihn sind. Das Streben nach materiellen Werten stellt sich dabei meist zu Gunsten von weniger selbstbezogenen Werten ein.

meditation-17798_640

Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Sinngebung

In den alltäglichen Erfahrungen, die wir im Leben machen, einen Sinn zu finden, heißt, in diesen Erfahrungen eine Bedeutung zu erkennen und sie zu bewerten. Diese Bedeutung oder Bewertung ist meist mit einem positiven Gefühl verbunden. Dazu ist es notwendig, sich überhaupt erst einmal auf Sinnsuche zu begeben, über sich und die Erfahrungen, die man macht zu reflektieren und sich die eigenen Werte und Lebensziele bewusst zu machen. Das gibt uns ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Biografie und steigert unser Wohlbefinden. Meist finden wir bei solchen Reflexionsprozessen den Sinn unserer Lebenserfahrungen nicht im Materiellen oder unseren Einzelinteressen, sondern in sozialen Beziehungen und gesellschaftlich wichtigen Werten, wie beispielweise der Gerechtigkeit, Toleranz oder eben dem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Die Solidarität

Wenn wir eine solidarische Haltung einnehmen, bedeutet das, dass wir für das Wohlergehen anderer Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Dazu gehört auch eine Portion Selbstwirksamkeit – wir müssen überzeugt sein, dass unser Handeln in Interaktion mit Gleichgesinnten zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. Die Solidarität ist jene psychische Ressource, die dafür sorgt, dass wir unser Handeln auch tatsächlich auf andere Personen ausrichten als uns selbst. Solidarisches Handeln belohnt uns mit dem positiven Gefühl, dazu zu gehören, und aktiviert Vertrauen und Sicherheitsgefühle. Wichtiger ist aber, dass kollektives Handeln zur einer Erreichung gemeinsamer, aber auch unterschiedlicher, in jedem Fall prosozialer, Interessen und Ziele führt. Damit ist die Solidarität die einzige der hier vorgestellten psychischen Ressourcen, die nicht nur von uns selbst und unserer Reflexion abhängt, sondern in Interaktion mit anderen Menschen eingeübt werden muss. Zum Beispiel beim Verfassen eines Artikels für The bird’s new nest – so wie ich das hier gerade mache.

Sozialer Einfluss

Je mehr Menschen sich aktiv an einem Umdenken beteiligen, desto eher kann sich ein Wertewandel in Richtung nachhaltiger und ressourcenschonender Lebensweise entwickeln, den die Menschen selbst steuern. Jedoch gibt Hunecke zu bedenken, dass individuell richtiges Verhalten in den falschen Strukturen für den Einzelnen meist zu aufwändig ist, um dauerhaft aufrecht erhalten zu werden. Auch auf politischer und ökonomischer Ebene muss also ein solcher Wertewandel gestaltet und ermöglicht werden. Der Sozialwissenschaftler Robert Cialdini bestätigt in seinen Studien zu nachhaltigem Verhalten immer wieder die Wichtigkeit von sozialen Normen, also dem Wissen darum, wie sich die meisten anderen Menschen in einer Situation verhalten. So lässt uns beispielsweise die Information, dass andere Leute es auch tun, am ehesten dazu verleiten, selbst zu Hause Energiesparmaßnahmen zu ergreifen, oder der Umwelt zuliebe im Hotel sparsamer mit den Handtüchern umzugehen.

Es zeigt sich also, dass die persönliche Entwicklung eines jeden Einzelnen zum Wohlergehen unserer Gesellschaft beitragen kann. Welche Erfahrungen habt ihr mit den beschriebenen psychischen Ressourcen gemacht? Könnt ihr die Überlegungen bestätigen?

 

* Anmerkung: Gefühle der Unzufriedenheit und Frustration gehören zu jedem Leben dazu. Auch schlechte Laune hat ihren Sinn, denn sie zeigt uns auf, wo wir unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte zu wenig beachten und unsere Belastungsgrenzen ausreizen. Eine Möglichkeit, dem mit mehr Widerstandskraft zu begegnen, soll hier aufgezeigt werden.

 

Quellen:
Dieser Artikel basiert auf:
http://www.denkwerkzukunft.de/downloads/reportpsychologicalresources.PDF
Einen umfassenden Einblick in das Thema bietet auch das Buch:
http://www.oekom.de/nc/buecher/neuerscheinungen/buch/psychologie-der-nachhaltigkeit.html
Folgende weitere Studien wurden zitiert:
Nolan, J.M., Schultz, P. W., Cialdini, R.B., Goldstein, N.J. & Griskevicius, V. (2008). Normative social influence is underdetected. Personality and Social Psychology Bulletin, 34, 913-923.
ReGoldstein, N. J., Cialdini, R. B., & Griskevicius, V. (2008). A room with a viewpoint: Using social norms to motivate environmental conservation in hotels. Journal of Consumer Research, 35, 472-482.

2 Kommentare zu Warum verhalten wir uns (nicht) nachhaltig?

Was ist eigentlich… Downcycling?

Mit diesem Artikel über Downcycling ist die Serie zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling komplett. Hier findet ihr die Artikel zu Recycling und Upcycling. Recycling kennt jeder, bei Upcycling wird…

Mit diesem Artikel über Downcycling ist die Serie zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling komplett. Hier findet ihr die Artikel zu Recycling und Upcycling.

Recycling kennt jeder, bei Upcycling wird man von Informationen nur so überschwemmt, aber was genau soll Downcycling sein? Ist es überhaupt notwendig für jede Kleinigkeit einen eigenen Begriff zu definieren? Ich sage: Das ist Ansichtssache. Sicherlich macht es eine Definition einfacher, wenn jeder Vorgang eine eigene Bezeichnung hat. Leider führt es aber auch bei vielen zu reichlich Verwirrung. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, lies einfach weiter.

Was also ist Downcycling jetzt genau?

Sucht man im World Wide Web nach dem Begriff, findet man aus dem deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Ergebnisse die sich rein mit Downcycling beschäftigen. Meist wird es nur der Vollständigkeit halber in Artikeln über Upcycling oder Recycling erwähnt, es macht fast den Eindruck, dass Downcycling unnötig wäre. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn ohne Downcycling würde es keine Verwertung von Plastik ergo Kunststoff geben. Beim Downcycling werden Rohstoffe wiederverwertet, jedoch sinkt die Qualität des Rohstoffes. Bei Papier werden die Fasern verkürzt so dass das recycelte Papier nicht mehr an die Qualität von neuem Papier herankommt. Bei Kunststoff ist es ähnlich, so dass es eigentlich als Downcycling bezeichnet werden müsste. Und auch wenn die Qualität leidet, ist es nicht weniger wichtig als Upcycling.

Facts

Warum ist Downcycling also genauso wichtig? Bei Kunststoff schon alleine aus dem Grund, dass dieser 400 bis 1.000 Jahre braucht, um zu verrotten. Bei der Menge an Kunststoff, die täglich produziert und auch weggeworfen wird, kommt es auf jede Flasche an, die wiederverwertet wird. Bereits jetzt schwimmt so eine große Menge Kunststoff im Meer, dass sich daraus eine eigene Insel gebildet hat, die geschätzt so groß ist, wie die 16-fache Fläche Österreichs. So viel zum Kunststoff, doch wie sieht es mit anderen Rohstoffen aus? Um die 250 Kilogramm Papier verbraucht ein Österreicher durchschnittlich pro Jahr und Kopf, Tendenz steigend. Das klingt im Vergleich zu den USA mit 335 Kilogramm pro Kopf zwar wenig, doch sind es trotzdem 24 Prozent des durchschnittlichen Mülls, den wir pro Jahr produzieren. Es findet bereits ein Umdenken statt, recyceltes (eigentlich downcyceltes) Toilettenpapier ist nur eines von vielen Beispielen, doch leider schreckt der manchmal höhere Preis von nachhaltigen Produkten viele noch ab.

Do it!

Um selbst tätig zu werden, reichen schon ein paar einfache Regeln aus. Beispiel Papier: Doppelseitig ausdrucken oder bereits bedrucktes Papier auf der Rückseite nochmals verwenden. Beispiel Plastikflaschen: Am besten gar nicht kaufen, aber manche Dinge gibt es leider nicht im Glas. Also kann man den Bedarf reduzieren und dann zumindest richtig recyceln. Am Besten in den gelben Sack und fest zusammendrücken, um Platz zu sparen. Downcycling lässt sich leider nicht so wie Upcycling in den eigenen vier Wänden betreiben, aber die Industrie ist schon sehr gut bei der Sache.

Fazit

Auch wenn es unnötig erscheint, für jede kleinste Tätigkeit eine eigene Bezeichnung zu finden, so ist Downcycling doch eine wichtige Form des Recyclings und sorgt dafür, dass Rohstoffe trotz Qualitätsverlust, weiter verwendet werden können. Um auch beim Einkauf auf Nummer sicher zu gehen hilft es, auf diverse Gütesiegel zu achten. Für nachhaltige Waldwirtschaft steht das FSC Gütesiegel und der Blaue Engel garantiert die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards.

Kanntet ihr Downcycling schon vor diesem Artikel und wenn ja, wusstet ihr was es bedeutet? Wenn nein, findet ihr es wichtig, dass es diesen Begriff gibt oder eher unnötig? Achtet ihr aktiv auf Müllvermeidung? Ich freue mich über eure Kommentare, lasst uns ein bisschen diskutieren!

 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling
http://en.wikipedia.org/wiki/Downcycling
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def … definition
http://www.econcept.org/index.php?optio … &Itemid=29
http://www.umweltberatung.at/papierverb … -weiter-an

1 Kommentar zu Was ist eigentlich… Downcycling?

Posteo: Nachhaltige E-Post

Hand hoch, wer sich schon einmal gefragt hat, ob elektronische Post überhaupt noch nachhaltiger sein kann. Die Transportwege sind denkbar kurz, beim Absender türmen sich weder Papierknödel noch leere Tintenpatronen…

Hand hoch, wer sich schon einmal gefragt hat, ob elektronische Post überhaupt noch nachhaltiger sein kann. Die Transportwege sind denkbar kurz, beim Absender türmen sich weder Papierknödel noch leere Tintenpatronen oder kaputte Kugelschreiber und selbst wenn der Empfänger die Nachricht wegwirft, landet sie nicht als Abfallprodukt im Müll. Das klingt doch ganz gut. Aber wie so oft im Leben geht es immer noch ein bisschen besser.

In diesem Fall macht es Posteo ein bisschen besser. Der deutsche E-Mail-Anbieter legt größten Wert auf Nachhaltigkeit und bietet seinen Kunden leicht zu bedienende E-Mail-Accounts, die nichts an Funktionalität vermissen lassen. Posteo wird zu 100% mit Ökostrom von Greenpeace Energy betrieben. Der Einsatz von effizienter Hardware und die Verwendung von Recyclingpapier geben einen zusätzlichen Pluspunkt auf der grünen Liste. Das Tüpfelchen auf dem i bildet der nachhaltige Umgang mit den Finanzen des Unternehmens. Das Firmenkonto wurde bei der sozial-ökologischen GLS-Bank eingerichtet, die das Geld ausschließlich zur Finanzierung sozialer und ökologisch wertvoller Projekte verwendet. Die Rücklagen des Unternehmens liegen bei der Umweltbank, die mit diesen wichtige Umweltprojekte fördert. Wer hätte gedacht, dass elektronische Post so viele Facetten der Nachhaltigkeit haben kann?

Posteo hat sich allerdings nicht nur Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Sicherheit und Datenschutz sind dem Unternehmen nicht weniger wichtig. Die gesamte Seite ist werbefrei, eine Anmeldung kann ohne Angabe persönlicher Daten erfolgen. Egal von wo aus man seine E-Mails abrufen möchte, jeder Zugriff erfolgt verschlüsselt. Posteo bietet allen Nutzern die Möglichkeit auch Adressbücher und Kalender zu verschlüsseln. Wer also auf der sicheren Seite sein möchte, ist mit diesem Anbieter sehr gut beraten.

Ich habe vor wenigen Wochen mein E-Mail-Postfach zu Posteo verlegt. Sowohl die Einrichtung als auch die Benutzung des Postfachs sind kinderleicht. Posteo ermöglicht auch einen „Nachsendeauftrag“ vom alten E-Mail-Provider zum neuen Konto. Ich habe diesen Service nicht in Anspruch genommen, da ich ganz gut auf die 87 Werbe- und Spam-Mails verzichten kann, die Tag für Tag in meinem alten Postfach eintrudeln. Mein Fazit nach der kurzen Zeit: Ich bin absolut zufrieden mit meiner Entscheidung und kann jedem, dem seine Datensicherheit am Herzen liegt und der außerdem Wert auf Nachhaltigkeit legt, den Umstieg zu Posteo nur empfehlen. Ja, es kostet etwas. Einen knackigen Euro pro Monat. Kurz habe ich überlegt, ob ich tatsächlich Geld für etwas ausgeben möchte, das an so vielen Ecken und Enden gratis angeboten wird. Ja, ich will. Denn nur weil ich kein Geld in die Hand nehme, um etwas zu bezahlen, heißt das noch lange nicht, dass eine Leistung nicht trotzdem ihren Preis hat.

Alle wichtigen Informationen zu Posteo findet ihr hier.

Kennt ihr Posteo schon? Oder gibt es gar ähnliche Anbieter, die mir noch nicht untergekommen sind? Ich warte gespannt auf eure Meinungen und Tipps!

6 Kommentare zu Posteo: Nachhaltige E-Post

ARCHE NOAH – Rettet die Vielfalt

Heute möchte ich euch eine Organisation vorstellen, die wirklich Vorbildcharakter hat, und zwar ARCHE NOAH. Nein, hier werden keine Tiere eingesammelt und vor der großen Sintflut gerettet. Es handelt sich…

Heute möchte ich euch eine Organisation vorstellen, die wirklich Vorbildcharakter hat, und zwar ARCHE NOAH. Nein, hier werden keine Tiere eingesammelt und vor der großen Sintflut gerettet. Es handelt sich hierbei um einen gemeinnützigen Verein, der sich für die Artenvielfalt der Kulturpflanzen und den Erhalt und die Verbreitung alter Sorten und das Wissen darum einsetzt.

Diese Vielfalt ist aus vielen Gründen so wichtig zu erhalten. Vielfalt in der Landwirtschaft macht den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln verzichtbar, denn sie hilft Störungen in den Agrar-Ökosystemen abzufedern. Je vielfältiger, desto stabiler. Diese Ertragssicherheit nutzt vor allem auch uns Menschen. In Zeiten des Klimawandels ist dies besonders wichtig. Ganz ohne Genmanipulation können wir von den lokal angepassten Pflanzentypen und deren Eigenschaften profitieren. Auch finden Allergiker in den tausenden Pflanzenarten genügend Alternativen, um sich zu ernähren. Des Weiteren fördern Staaten, die kleine und regionale Pflanzensorten und den Samentausch zulassen, die Unabhängigkeit. Somit entstehen keine Saatgutmonopole, die nur zum Nachteil für Bauern und Konsumenten sind.

Zu guter Letzt ist Vielfalt Genuss und Lebensqualität. Wer schon einmal in eine saftig-aromatische Tomatenrarität vom Bauernmarkt gebissen hat, sich bei einer Sortenausstellung durch die Geschmacksvielfalt alter Apfelsorten gekostet hat oder seltene Sorten aus eigenem Anbau genießen konnte, kennt den Unterschied und weiß, was auf dem Spiel steht.

ARCHE NOAH entstand auf Initiative von GärtnerInnen, BäuerInnen und JournalistInnen, die das Saatgut als Grundlage der Ernährung buchstäblich wieder in die eigenen Hände nehmen wollten. Denn: Seit 1900 ist die Vielfalt unserer Kulturpflanzen durch die Industrialisierung der Landwirtschaft weltweit dramatisch – um etwa 75 Prozent – zurückgegangen! Heute gefährden Gentechnik, Saatgut-Monopole, Klimawandel und immer noch Kriege dieses kostbare Erbe.

ARCHE NOAH hält dem eine positive Vision und zahlreiche Aktivitäten entgegen. Alles steht unter dem Motto „Kulturpflanzenvielfalt kann nur durch ihre Nutzung lebendig erhalten werden.“. Gesagt, getan! Im Niederösterreichen Schiltern hat die ARCHE NOAH einen Schaugarten gegründet. Hier werden die verschiedensten Sorten angebaut und großgezogen. Von hier aus werden auch die Jungpflanzen beziehungsweise das Saatgut verkauft. Geöffnet hat der Schaugarten von April bis Oktober (Montags ist geschlossen) und zwischendurch gibt es immer wieder themenbezogene Veranstaltungen. Veranstaltungen und Märkte finden aber nicht nur in Schiltern statt, sondern in ganz Österreich und teilweise sogar in Deutschland.

Jeder von uns kann seinen Teil zur Verbreitung der Saatenvielfalt beitragen, indem wir einfach einmal über den Tellerrand hinausschauen. Es muss nicht immer dasselbe Obst oder Gemüse sein. Habt ihr schon einmal eine „Green Zebra“-Tomate gegessen? Oder eine Stachelgurke? Und es gibt noch viel mehr zu entdecken. Davon kann sich jeder selbst überzeugen, denn man staunt nicht schlecht, wenn man beispielsweise vor etwa sieben Metern Tomatenpflänzchen in unzähligen Sorten steht und nur noch sagen kann: „Ich wollte eigentlich nur ein paar Tomaten haben…“. Aber zum Glück gibt es immer einige GärtnerInnen, die einem mit gutem Rat zur Seite stehen, Pflegetipps inklusive.

Und damit möglichst viele Menschen die Saatenvielfalt verbreiten können, bietet ARCHE NOAH nicht nur das passende Saatgut an, sondern veranstaltet auch immer wieder Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen. Ob Saatgutvermehrung, der richtige Schnitt für Beeren und Obst oder das Gärtnern im Topf – für alle Zielgruppen ist etwas dabei. Wer nicht gleich ein Seminar buchen möchte, kann sich auch in einem der zahlreichen Bücher schlau lesen, die von oder in Kooperation mit ARCHE NOAH erschienen sind. Ob Sortenhandbuch, Kochbuch, Handbuch Bio-Balkongarten und viele mehr – auch hier ist für jeden etwas dabei. Und aus eigener Erfahrung kann ich hier nur eine Empfehlung aussprechen.

Dass es tatsächlich nicht um Profit geht, kann man auch an der Tatsache erkennen, dass man sein Saatgut selbst herstellen kann. Denn wer rechtzeitig Saatgut aufhebt, braucht im Jahr darauf keines mehr kaufen, sondern verwendet einfach sein eigenes wieder. Theoretisch braucht man also eine Pflanze nur ein Mal zu kaufen und kann immer wieder pflanzen. Das funktioniert aber nur, wenn man vorher nicht alles aufisst.

Nachhaltig ist ARCHE NOAH vor allem, weil ihre Pflanzen ausschließlich biologisch und gentechnikfrei sind, aber auch ein anderes Detail sticht auf der Homepage sofort ins Auge: Umweltfreundlich wirbt ARCHE NOAH dafür, über die Mitfahrbörse gemeinsam zum Schaugarten zu fahren statt alleine. Nachahmenswert!

 

Nähere Infos:
Internet: arche-noah.at
Online-Shop: shop.arche-noah.at

Keine Kommentare zu ARCHE NOAH – Rettet die Vielfalt

Die Inspektorin: Das kann man noch verwenden!

In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft ist es für viele Menschen selbstverständlich geworden nicht mehr Einwandfreies einfach wegzuwerfen oder Dinge zu kaufen, die nach einmaliger Verwendung dazu bestimmt sind im Müll zu…

In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft ist es für viele Menschen selbstverständlich geworden nicht mehr Einwandfreies einfach wegzuwerfen oder Dinge zu kaufen, die nach einmaliger Verwendung dazu bestimmt sind im Müll zu landen. Zum Glück gibt es schon einige Gegenbewegungen wie zum Beispiel die Upcycler, die Ausrangiertes einem komplett neuen Zweck zuführen, oder Reparaturnetzwerke, die kaputte Geräte günstig wieder in Gang bringen und auf diesem Weg den Lebenszyklus einer Waschmaschine verlängern. Meiner Meinung nach ist der Wegwerftrend sehr respektlos gegenüber unseren Ressourcen und den Menschen die unsere Rohstoffe veredeln. Wir nehmen vorhandene Ressourcen als selbstverständlich hin, was mit Sachen geschieht, wenn wir sie wegwerfen, ist vor allem jenen, die alles mit dem Restmüll entsorgen, herzlich egal. Daher versuche ich in meinem Alltag kaputte Dinge die ich noch verwenden will reparieren zu lassen. Dinge, die in einem Durchschnittshaushalt im Müll landen würden, einem sinnvollen Zweck zuzuführen und Sachen die sowieso im Müll landen würden erst gar nicht zu kaufen. Mit den folgenden Beispielen hoffe ich dich zur Weiterverwendung, Reparatur oder Nichtkauf von Dingen zu inspirieren.

Die Mülltüte oder auch das „Mistsackerl“

Mein Inspektorinnenherz blutet, wenn ich sehe, dass sich jemand Müllsäcke kauft, vor allem dann, wenn sie aus Plastik sind. Warum bloß kauft jemand diese einmal verwendbaren Säcke, wenn sie doch Jahrzehnte zum Verrotten brauchen? Müllbeutel sind meiner Meinung nach eine der sinnlosesten Anschaffungen überhaupt. Dabei gibt es vielleicht auch bei dir zu Hause Müllsackerl, die auf den ersten Blick gar keine sind. Ich verwende gerne Sackerl, in denen Toilettenpapier verkauft wird als Mistsack weiter. Sie halten mehr aus als man ihnen zutrauen würde. Auch übervoll mit Müll bleiben sie stets dicht und schaffen immer den Weg bis zur Mülltonne. Ein weiteres gut getarntes Mistsackerl sind Säcke in denen Blumenerde verpackt ist. Einfach den leeren Blumenerdesack am oberen Ende gerade abschneiden und schon hast du eine sehr robuste Mülltüte. Falls du ein Haustier besitzt, das Heu, Katzenstreu oder ähnliches benötigt, könnte das auch eine ergiebige Mistsackquelle sein. Die verlässlichsten Mistsacklieferanten könnten deine Freunde werden. Falls sie dein Vortrag über die Problematik von Plastikmüll nicht dazu bekehren konnte, künftig mit Jutesack einkaufen zu gehen, kannst du diesen Umstand zu deinem Vorteil nutzen. Bitte sie einfach, dir ihre überschüssigen Plastik- und Papiersäcke zu geben und schon hast du einen Mistsackvorrat, der gut und gerne ein Jahr reichen wird. Am meisten freut sich die Umwelt natürlich, wenn wir erst gar keine Plastiksäcke produzieren. Ein Mülleimer der gut mit Zeitungspapier ausgelegt wird, ist wohl eine der besten Alternativen, um Müll umweltschonend zu sammeln.

Schraubgläser

Viele Nahrungsmittel sind in Schraubgläser verpackt. Lange Zeit habe ich die leeren Gläser ohne nachzudenken zur Altglassammlung gegeben, bis mir auffiel, dass sie eine hervorragende Alternative zu Tupperwarebehältern sein könnten. Seitdem hebe ich die Schraubgläser auf und verwende sie als Behälter beim Einfrieren von Nahrungsmitteln, für selbstgemachte Aufstriche, Joghurt, getrocknete Hülsenfrüchte, Nudeln…

Schuhe

Der Winter ist vorbei und die Schuhsohlen unserer Lieblingsstiefel abgelaufen? Falls du die Schuhe auch noch im nächsten Winter verwenden willst, könntest du bei einem Schuster in deiner Nähe nachfragen ob sich eine Reparatur noch lohnen und wieviel sie kosten würde. Auf diese Art habe ich meine Lieblingsstiefeletten schon durch drei Winter gerettet, einen vierten machen sie mindestens noch mit.

Reparaturnetzwerke

Das Reparaturnetzwerk der Wiener Umweltberatung ist ein Verzeichnis von Reparaturbetrieben. Vom Fahrradmechaniker bis zur Handyrettung ist hier so gut wie alles zu finden. Genutzt habe ich diesen Service vor zwei Jahren, als meine Nähmaschine keine durchgängige Naht mehr zustande brachte. Plötzlich riss der Faden alle zehn Zentimeter ab. Schnell war ein Nähmaschinenmechaniker gefunden, der die Maschine sogar gratis reparierte. Seitdem läuft sie wieder einwandfrei. Google doch einfach beim nächsten Mal nach einem Reparaturbetrieb bevor du ein Gerät entsorgen willst.

Einfrieren

Nachdem pro Haushalt durchschnittlich ein hoher Prozentsatz gekaufter Lebensmittel im Hausmüll landet, ist das Thema Essensverwertung zwar einen eigenen Artikel wert, dennoch will ich kurz eine sehr einfache Möglichkeit aufzeigen, die die Lebensdauer von Nahrungsmittel verlängert, nämlich das gute alte Einfrieren. Vielleicht dachtest du beim Wocheneinkauf ja noch, dass du jeden Tag daheim essen wirst und hast deshalb viel Frischgemüse gekauft. Wegen des schönen Frühlingswetters hast du spontan die meisten Wochentage außer Haus verplant. Also wird auch außer Haus gegessen. Friere das Gemüse ein, das schlecht werden könnte, weil du es diese Woche doch nicht isst. Schneide vorher am besten alles so, wie du es beim Kochen weiterverarbeiten willst. Wenn du die Nahrungsmittel verkochen willst, nimm sie einfach am Vorabend oder am Morgen aus dem Gefrierfach und lasse die Zutaten im Kühlschrank auftauen. Auf diese Weise wirst du beim Kochen sogar Zeit sparen.

Gebrauchtes von anderen annehmen

Lass dir doch einfach was schenken! Ein Freund mistet gerade Bücher aus und es ist was für dich dabei? Sag dankend ja zu diesem Geschenk, es wäre doch schade, wenn es auf dem Müll landen würde. Es könnte gut sein, dass es nach dir noch jemand anderes lesen will und du schenkst das Buch dann nochmal weiter. Vielleicht macht eine Freundin,die genau deine Kleidergröße hat, gerade Frühjahrsputz im Kleiderschrank und bietet dir die Klamotten an, die ihr nicht mehr gefallen? Sag auch hier dankend ja wenn etwas dabei ist, das dir gefällt. Irgendwann wirst auch du wieder ausmisten, spätestens dann kannst du ihr etwas von dir anbieten. Es macht aber auch großen Spaß gebrauchte Kleidung zu shoppen. Die gibt es mittlerweile nicht mehr nur in verstaubten Second-Hand-Läden. Gebrauchte Kleidung zu kaufen und verkaufen ist mittlerweile hip geworden, was man an den Namen dieser Shopping-Events erkennt. Vielleicht gibt es ja auch schon in deiner Nähe einen Fashionflohmarkt oder Happy-Shit-Shopping. Das Shoppen wird dir viel mehr Spaß machen als in Läden mit neuen Sachen, wenn du dabei daran denkst, dass du die bei der Produktion verwendeten Ressourcen wertschätzt, weil du sie weiterverwendest. Rufe dir auch die 2.700 Liter Wasser, die allein bei der Produktion eines neuen T-Shirts verbraucht werden, ins Gedächtnis. Immerhin wird so ein neues Shirt weniger verkauft, womit theoretisch viele Liter an Wasser gespart werden. Google doch einfach mal nach einem Second Hand Shopping-Event in deiner Nähe. Du wirst überrascht sein auf welche modischen Schätze du stoßen wirst.

Solaruhr

Fast jeder hat sie, eine Armbanduhr. Viele laufen mit Batterie, einige mit Automatik und einige mit Sonnenlicht. Als ich vor drei Jahren eine neue Uhr anschaffen musste, weil die alte endgültig ausgedient hatte, wollte ich unbedingt eine, die keine Batterien braucht um, nicht unnötig Müll zu verursachen. Dabei habe ich zuerst nach Automatikuhren gesucht, die aber eher teuer und zu groß für mein schmales Handgelenk waren. Nach längerer Recherche bin ich auf Solaruhren gestoßen. Eine Solaruhr lädt sich über das Ziffernblatt mit Energie auf. Das passiert während man sie trägt und Licht zum Ziffernblatt kommt, es kann aber auch nicht schaden sie im Sommer ab und zu in die Sonne zu legen, damit sich die Energiereserven wieder komplett aufladen.

Was machst du in deinem Alltag um Müll zu reduzieren? Achtest du beim Kauf neuer Geräte darauf, dass sie auch ohne Batterien funktionieren? Verwendest du Dinge anderwärtig die in den meisten Haushalten im Müll landen würden? Ich bin gespannt auf deine Tipps.

 

Hier ein paar Links um dich zu noch mehr Müllvermeidung inspirieren zu lassen:
Eva-Melinas Kolumne: Mein (fast) plastikfreies Leben
Reparaturnetzwerk der Wiener Umweltberatung: reparaturnetzwerk.at
2.700 Liter Wasser für ein T-Shirt: orf.at/stories/2167277/2167405

Keine Kommentare zu Die Inspektorin: Das kann man noch verwenden!

Ökologische Internetsuche mit Ecosia

Seit langer Zeit bereits benutze ich als Startseite die, wie ich finde, wunderbare Suchmaschine Ecosia – auffindbar unter ecosia.org. Sie ist eine willkommene Alternative zum populären Giganten. Ecosia verfolgt nachhaltige…

Seit langer Zeit bereits benutze ich als Startseite die, wie ich finde, wunderbare Suchmaschine Ecosia – auffindbar unter ecosia.org. Sie ist eine willkommene Alternative zum populären Giganten. Ecosia verfolgt nachhaltige Ziele und spendet 80 Prozent der Einnahmen für Aufforstungsprojekte in Brasilien. Die restlichen 20 Prozent werden nicht minder interessant für die Kohlenstoffdioxid-Neutralisation und die Begleichung laufender Rechnungen verwendet. Der Gedanke hinter der CO2-Neutralisation ist, die von Ecosia verursachten Emissionen auszugleichen, indem das tree-planting project in Burkina Faso in Afrika unterstützt wird. Zu den Emissionen gehören die Ausstöße der Büros, der Stromverbrauch der Server bis hin zu den Endgeräten der Nutzer. Und das ergibt am Ende des Tages ganz schön hohe Schätzungen: 0,7g pro Suchanfrage. Für Ecosia bedeutet das 14 Tonnen CO2-Ausstoß bei 20 Millionen Suchanfragen pro Monat! Darüber, aber auch zu anderen spannenden Themen rund um Ecosia, gibt es auf der Homepage Videos mit ausführlichen Beschreibungen, es werden häufige Fragen beantwortet und das Team stellt sich vor.

Pro Suchanfrage werden ungefähr 0,5 Cent durch Suchanzeigen, also Werbeeinschaltungen, eingenommen. Derzeit wird alle 35 Sekunden ein Baum durch Ecosia gepflanzt, summa summarum wurden bislang 293.607 Bäume gesetzt! Ein gepflanzter Baum kostet ungefähr einen US-Dollar. Mir persönlich gefällt auch gut, dass jeder Nutzer selbst ablesen kann, wie viele Bäume durch seine Hilfe bereits gepflanzt wurden. Bei mir sind es gerade 336. Abgesehen davon besteht die Möglichkeit, einige Einstellungen wie Sprache, Art der Suchergebnisse und Ähnliches individuell einzurichten. Dadurch, dass zusätzlich auf die Ergebnisse großer Suchmaschinen und Drittanbieter zurückgegriffen wird, erhält jeder Nutzer eine große Auswahl an angebotenen Internetseiten. Wie sich unschwer erkennen lässt, bin ich von dieser grünen Suchmaschine angetan und kann sie jedem von euch nur ans Herz legen! Denn wer pflanzt nicht gerne Bäume durch die simple Suche im Internet? Ausprobieren lohnt sich.

1 Kommentar zu Ökologische Internetsuche mit Ecosia

Aller guten Dinge sind fünf. Teil 1: Nützlich-nachhaltige Apps für dein Smartphone

Ich werde euch hier fünf Mal fünf spannende, lustige, nützliche oder schöne Dinge vorstellen. Los geht es mit dem ersten Teil. Hier erfahrt ihr, welche Apps keinesfalls auf eurem Smartphone…

Ich werde euch hier fünf Mal fünf spannende, lustige, nützliche oder schöne Dinge vorstellen. Los geht es mit dem ersten Teil. Hier erfahrt ihr, welche Apps keinesfalls auf eurem Smartphone fehlen dürfen. Ihr findet die Apps jeweils für Android- oder Applegeräte und sie sind alle kostenlos.

1. Saisonkalender von appmagine

Die App zeigt an, wann welches Obst und Gemüse in unseren Breitengraden geerntet wird und somit frisch erhältlich ist. Um saisonale Lebensmittel zu finden, kann entweder das aktuelle Datum oder ein beliebiger Monat ausgewählt werden. Es wird zwischen über 70 heimischen und importierten Sorten unterschieden. Nicht alle importierten Obst- und Gemüsesorten sind ganzjährig erhältlich. Die App zeigt auf, was, wann in welchen Mengen verfügbar ist und ob heimisch oder importiert. Somit kann man einfach planen und einkaufen. Saisonale Produkte sind aufgrund des grossen Angebots oft günstiger und die Qualität durch die kurzen Transportwege besser, die Umwelt freut sich auch!

2. Kosmetik ohne Tierversuche von kosmetik-vegan.de

Die App bietet eine Liste der gängigsten Kosmetikfirmen. Diese ist alphabetisch geordnet oder kann auch mit Hilfe einer Suchfunktion verwendet werden. Unterschieden werden die Firmen mittels einer Ampel zwischen rot (= Achtung Tierversuche) und grün (= tierversuchsfrei). Über das Menü „Hilfe“ können die Kriterien, nach denen die Produkte bewertet wurden, eingesehen werden. Falls weitere Informationen zu einer Firma gewünscht sind, kann bei roten und grünen Produkten das Infosymbol angewählt werden. Grüne Produkte tragen ausserdem einen Vermerk, wenn sie ganz oder teilweise vegan oder vegetarisch sind. So könnt ihr mit gutem Gewissen einkaufen gehen und findet euch sofort im Produktewirrwarr zurecht.

3. Such Dich Grün von DeTeMedien GmbH

Die App zeigt dir Bioläden in deiner Umgebung an. Ich bin sicher, dass auch einer der knapp 4.500 Shops der Datenbank in deiner Nähe ist, den du bisher nicht kanntest. Es können unter anderem Bilder hochgeladen, die Geschäfte bewertet und mit dem Barcodescanner Produkte für weitere Informationen direkt eingelesen werden. Die App beinhaltet ausserdem spannende Bio-News und Informationen zu den unzähligen Biosiegeln. Diverse Inhalte können auch über Facebook oder Twitter geteilt werden, damit auch deine Freunde über den grünen Lifestyle informiert sind.

4. Codecheck von codecheck.info

Über 15 Millionen Produkte des täglichen Bedarfs befinden sich in der Datenbank: Lebensmittel, Kosmetikprodukte oder auch Alltagsgegenstände wie beispielsweise Klebstoffe, Putzmittel, Tiernahrung oder Kugelschreiber. Das gewünschte Produkt kann mit der Suche oder einfach über den Barcodescanner über die Kamera des Smartphones gefunden werden. Die Inhaltsstoffe werden aufgelistet und es wird jeweils angegeben, ob diese empfehlenswert sind oder nicht. Allergieauslösende oder hormonell wirksame Stoffe werden genauso wie ethisch umstrittene Inhaltsstoffe rot oder orange angegeben, empfehlenswerte hell- oder dunkelgrün. Die Begründung der Einordnung kann gegliedert nach Einsatz, Herkunft und Bemerkung nachgelesen werden.

5. FddB von fddb.info

FddB steht für Fooddatenbank und ist ein bekanntes Online-Ernährungstagebuch. Seit einiger Zeit sind gewisse Funktionen auch praktisch per App verfügbar. Nachdem man sich registriert hat, gibt man Grösse, Gewicht und sportliche Aktivitäten ein, um sein Profil zu vervollständigen. FddB berechnet dann den täglichen Kalorienbedarf um sein Gewicht zu halten oder abzunehmen. Nach jeder Mahlzeit wählt man aus der riesengrossen Datenbank die gegessene Menge aus und überträgt sie in sein Tagebuch. Im Diätbericht kann die Gewichtsveränderung grafisch dargestellt werden. Total praktisch für alle, die abnehmen oder den Überblick über die konsumierten Lebensmittel behalten möchten.

Im nächsten Teil zeige ich euch, welche fünf natürlichen, puren Produkte nicht mehr aus meinem Kosmetikschrank wegzudenken sind.

2 Kommentare zu Aller guten Dinge sind fünf. Teil 1: Nützlich-nachhaltige Apps für dein Smartphone

Die Inspektorin: Das No-Poo-Experiment der Inspektorin

Heute erzähle ich euch von einem Experiment, von dem nur sehr wenige wissen, dass ich es gewagt habe. Es handelt sich um das „No-Poo-Experiment“. Vielleicht habt ihr schon von diesem…

Heute erzähle ich euch von einem Experiment, von dem nur sehr wenige wissen, dass ich es gewagt habe. Es handelt sich um das „No-Poo-Experiment“. Vielleicht habt ihr schon von diesem Trend aus den USA gehört. Die Bezeichnung „Poo“ leitet sich von Shampoo ab. Wie der Titel des Experiments vermuten lässt, soll die Reinigung von Haaren und Kopfhaut ohne ebendieses erfolgen. Ich kam zu diesem Trend durch meine langanhaltenden Kopfhautprobleme. Meine Kopfhaut war meistens, genauso wie meine Haare, viel zu trocken, nach drei Tagen fettig und neigte zu Schuppen. Selbst ein Besuch bei einer Hautärztin konnte nicht helfen. Sie verschrieb mir ein Shampoo und meinte, dass ich eben so veranlagt sei, da könne man nichts machen. Mit der Aussicht nur noch Shampoos aus Apotheken verwenden zu können wollte ich mich nicht zufrieden geben. Also habe ich mich im Internet über allgemeine Informationen, Hausmittel und geeignete Pflege für irritierte Kopfhaut umgesehen und bin schnell auf interessante Informationen gestoßen.

Shampoos, egal ob medizinische aus der Apotheke oder herkömmliche aus der Drogerie, können demnach die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen und sogar schuppenverstärkend wirken, weil sie die Kopfhaut austrocknen. Mein Naturfriseur erklärte mir sogar, dass in vielen Shampoos mehr Tenside als in Geschirrspülmittel enthalten seien. Nachdem mein Haupt bestimmt nicht so schmutzig wie eine frisch benutzte Pfanne ist, schien es mir sinnvoll, nach Alternativen Ausschau zu halten. Dabei bin ich zuerst auf Lavaerde gestoßen. Völlig seifenfrei reinigt sie Haar und Kopfhaut. Natürlich war ich zuerst skeptisch – wer massiert sich schon gern mit Wasser angerührte Erde in Haar und Kopfhaut, selbst wenn sie noch so hochwertig ist? Außerdem hatte ich Angst so die Abflussrohre zu verstopfen. Aber schon nach drei Anwendungen war ich überzeugt. Meine Haare fetteten erst nach fünf Tagen nach, mein Schuppenproblem wurde besser und die Abflussrohre funktionierten weiterhin hervorragend. Meine leichte Naturwelle kam ebenfalls wieder, was ich auch darauf zurückführte, dass die Lavaerde Silikone aus den Haaren wäscht.

Irgendwann bin ich dann auch über auf Tipp gestoßen, Haar und Kopfhaut mit einer – Sorry, liebe Veganer – Wildschweinborstenbürste zu reinigen. Ungefähr 100 Bürstenstriche täglich, die auch die Kopfhaut massieren, tragen zur alternativen Reinigung bei. Dadurch wird die Kopfhaut entschlackt, von Schuppen befreit und überschüssige Nährstoffe werden vom Haaransatz bis in die Haarspitzen gebürstet, was einen weiteren natürlichen Pflegeeffekt hat. Diese Kopfhautmassage ist äußerst angenehm und effektiv.

Den Durchbruch zu einer komplett lavaerde- und shampoofreien Phase brachte ein Besuch beim Naturfriseur. Der meinte, dass Haare ja eigentlich auch nur mit Wasser ausreichend gereinigt seien, Shampoo braucht man nicht zwangsläufig. Er empfahl ein bis zwei Mal pro Woche eine gute Pflege für mindestens eine Stunde einwirken zu lassen, mit kühlem Wasser auszuspülen und anschließend mit einer ebenfalls kühlen Wasser-Essig-Mischung nachzuspülen, um die Pflege besser im Haar einzuschließen. Dafür reicht ein kleiner Löffel Essig auf einen halben Liter Wasser. Wenn das sogar ein Friseur empfiehlt, wollte ich unbedingt ein shampoofreies Leben testen, und siehe da, auch das hat funktioniert. Ich war restlos begeistert, weil Haar und Kopfhaut sich immer mehr erholt haben. Geld, um mich durch verschiedenste Shampoos zu testen, habe ich auch gespart und die Umwelt durfte sich über weniger Abfall und Tenside in den Gewässern freuen.

Der einzige Nachteil an der komplett shampoofreien Zeit war für mich, dass mindestens gute eineinhalb Stunden für die Haarpflege aufgewendet werden mussten, daher ging ich dazu über, meine Haare wieder mit einem seifenfreien Shampoo von Alverde zu waschen. Die Wildschweinborstenbürste ist aber geblieben und hält Haar und Kopfhaut weiterhin fit.

Was haltet ihr vom No-Poo-Trend? Habt ihr No-Poo schon einmal probiert? Habt ihr auch ein paar Geheimtipps auf Lager, was Haare betrifft, die ihr mit uns teilen wollt?

Eure Inspektorin

5 Kommentare zu Die Inspektorin: Das No-Poo-Experiment der Inspektorin

Was ist eigentlich… Recycling?

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich nach dem Thema Upcycling nun in der Serie über jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederproduzierens…

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich nach dem Thema Upcycling nun in der Serie über jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederproduzierens auf Recycling eingehen.

Recycling kennt jeder, zumindest hat jeder dieses Wort schon einmal gehört. Was schießt einem als Erstes durch den Kopf, wenn man an Recycling denkt? Große Müllpressen, Sammelstellen oder die Leergutannahme im heimischen Supermarkt? Vielleicht sogar der eigene Mülleimer? Ja, Recycling beginnt schon im eigenen Haushalt, das ist vielen leider nicht bewusst. Warum das so ist, und wie die Kette weitergeht, klären wir jetzt.

Was also ist Recycling genau?

Vor der Industrialisierung bestand Recycling schlicht aus der Wiederverwertung von Gülle und Ernteresten als Düngemittel oder dem Umwandeln von Lumpen zu Papier. Doch seit die Menge an Müll immer mehr anstieg und die Menschen nach den Weltkriegen zu größerem Wohlstand gelangten, wurde es notwendig, Deponien und Müllsammelplätze zu errichten, da Wiederverwertung damals nicht durchgeführt wurde. Erst 1970/80 wurde das Bewusstsein für Mülltrennung und Recycling wieder entdeckt und nach und nach wurden Systeme entwickelt, um auch in großen Städten eine gewisse Stabilität beim Recycling zu erreichen.

Facts about Austria

In der Gesamtrecyclingquote ist Österreich schon seit Jahren auf einem der Spitzenplätze im europäischen Ranking. Unter anderem ist dafür die ARA (Altstoff Recycling Austria) verantwortlich, die wohl bekannteste Recyclingfirma. Mehr als 85% der gesammelten Verpackungen werden verwertet und zu neuen Verpackungen verarbeitet. Der Rest wird als Brennstoff für zum Beispiel Fernwärme verbraucht. Auch bei der Verwertung von biologischen Abfällen belegt Österreich mit einer Quote von 33% im Bereich der kommunalen Abfälle einen europäischen Spitzenwert. Natürlich geht der Nachhaltigkeitsgedanke an vielen Firmen nicht vorbei und so werben Marken wie beispielsweise Vöslauer mit Umweltschutz durch Abfallvermeidung.

Artikel 1.2 recyclingstation

Bild: Moni

Do it!

Große Firmen tun es, doch wie bei vielen Bereichen im Leben heißt es: „Kleinvieh macht auch Mist!“ Also liegt es an uns, dem „kleinen Mann“, mit richtiger Mülltrennung und im besten Fall Müllvermeidung etwas Gutes für die Umwelt und für das eigene Bewusstsein zu tun. Das beginnt beim Einkauf und geht im täglichen Leben weiter: Plastikmüll so gut es geht vermeiden und den Müll richtig trennen. Je genauer jeder Einzelne seine Abfälle trennt, umso besser funktioniert das Abfallsystem! Plastik zu vermeiden ist insofern wichtig, da es als Kunststoff mehrere hundert bis tausend Jahre benötigt, um zu verrotten.

Ein paar Tipps für die Praxis:
– Beim Einkauf darauf achten, wie das Produkt verpackt ist. Kann man die Verpackung wieder verwenden? Ist es recycelt oder nachhaltig produziert?
– Einkaufstaschen wiederverwenden. In manchen Geschäften kann man recycelte Stoffbeutel kaufen und wenn diese kaputt gehen, kostenlos austauschen!
– In der Küche eine kleine Recyclingstation einrichten (wenn es der Platz zulässt) und einfach mal sammeln um zu sehen, wie viel Müll man innerhalb von beispielsweise einer Woche oder einem Monat produziert und dann analysieren was man vermeiden oder einschränken könnte.
Last, but not least:
– In einem Laden einkaufen, in dem man das Verpackungsmaterial selbst mitbringen darf beziehungsweise zur Verfügung gestellt bekommt wie zum Beispiel in Lunzers Maß-Greißlerei.

Fazit

Im Vergleich zum Upcycling, bei dem man sich kreativ ausleben kann, ist Recycling vielleicht langweiliger, aber trotzdem wichtig und nicht schwer umzusetzen. Ein bisschen bewusster einkaufen und vielleicht zweimal hinschauen bei Verpackungsmaterialien schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Ein kleiner Schritt für jeden einzelnen ist ein großer Schritt für ein nachhaltigeres Leben. Und mal ganz ehrlich, nerven euch die Mengen an Kunststoffverpackungen, Dosen und sonstigen vermeidbaren Verpackungsmaterialien nicht auch, genauso wie die ständige Diskussion: „Wer trägt jetzt endlich den Müll runter?“

Wer bringt bei euch den Müll aus dem Haus und was tut ihr um weniger davon zu produzieren? Ich freue mich auf Kommentare!

4 Kommentare zu Was ist eigentlich… Recycling?

Was möchtest du finden?