Eco. Life. Style.

Autor: Verena

Blogvorstellung: Veganwave (Rezept für Moussaka inside!)

Als passionierte Windsurferin macht Karin sich immer wieder auf die Suche nach der perfekten Welle, virtuell surft sie schon längst darauf: Veganwave heißt ihr Blog für vegane Rezepte, den sie zusammen mit…

Als passionierte Windsurferin macht Karin sich immer wieder auf die Suche nach der perfekten Welle, virtuell surft sie schon längst darauf: Veganwave heißt ihr Blog für vegane Rezepte, den sie zusammen mit Sille betreibt. Gemeinsam sammeln sie Informationen zu veganen Themen wie Backen, Kochen, Restaurantempfehlungen, Kleidung, Reisen und mehr und schwingen als Testköchinnen für euch die Kochlöffel.

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Die Seite ist vom Logo bis zu den professionellen Bildern (Achtung Food Porn Alarm! – die Gerichte sind so liebevoll zubereitet und präsentiert, dass man am liebsten in den Bildschirm hüpfen möchte) sehr stimmig und wertig gestaltet. Spannend ist unter anderem der Anspruch, traditionelle deutsche Gerichte zu veganisieren – und was könnte es in der deutschen Küche traditionelleres geben als Rouladen? Eben. Das – zumindest optisch schon sehr überzeugende – Ergebnis der Veganisierungsaktion seht ihr hier:

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Wem das Lust auf mehr macht, der kann unter den Rubriken Suppen und Vorspeisen, Dips und Aufstriche, Salate, Hauptgerichte, Beilagen und Desserts und Kuchen nach weiteren Leckereien Ausschau halten. Die Rezepte sind zudem auch alphabetisch geordnet und man sieht in der Übersicht sofort: Karin und Sille veganisieren nicht nur die deutsche Küche, sondern machen auch vor den kulinarischen Klassikern anderer Kulturen nicht halt. Die Burger -und Hot Dog-Variationen sehen zwar auch sehr schmackhaft aus, aber da ich absoluter Fan der griechischen Küche bin, habe ich euch für das Rezept in der heutigen Blogvorstellung das Moussaka mit Thymian-Polenta und Tzatziki ausgesucht:

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Zutaten für drei Personen

Moussaka:

2 mittelgroße Auberginen
2 bis 3 Scheiben Cheddar von Wilmersburger
1 große Zwiebel
2 TL Gemüsebrühepulver
2 Dosen feinstückige Tomaten (800 g)
1/2 Bund frischen Basilikum (zerpflücken)
Prise Cayenne Pfeffer
Salz
Pfeffer (frisch gemahlen)
Viel Olivenöl zum Braten

Polenta:

125 g Minuten-Polenta
500 ml Wasser
2 TL frische Thymianblättchen
Salz
Pfeffer (frisch gemahlen)
1 EL Alsan

Tzatziki:

6 EL Tzatziki
(Gemäß Rezept vorbereiten. Kann auch gut am Vortag hergestellt werden.)

Zubereitung

Moussaka:
Auberginen waschen und in ungefähr 0,5 Zentimeter breite Scheiben schneiden. Von beiden Seiten mit ganz viel Salz bestreuen und ungefähr zehn Minuten ruhen lassen. Die Auberginen abbrausen und mit einem Küchenpapier abtupfen. Jede Scheibe von beiden Seiten pfeffern und in einer beschichtete Pfanne mit viel Olivenöl circa zehn Minuten von beiden Seiten gut anbraten. Für die Sauce die Zwiebel schälen, waschen und grob hacken. Mit Olivenöl die Zwiebel in einem Topf anbraten, aber nicht braun werden lassen. Für rund fünf Minuten unter Rühren glasig werden lassen. Tomatenstücke, Gemüsebrühepulver und Gewürze hinzugeben. Das Ganze für ungefähr zehn Minuten köcheln lassen. Am Schluss die zerpflückten Basilikumblätter mit in die Sauce geben. Eine Auflaufform nehmen und die Hälfte der gebratenen Auberginen auf den Boden schichten. Cheddarstücke auf den Auberginen verteilen und danach die Hälfte der roten Sauce auf die Auberginenschicht geben. Danach die restlichen Auberginenscheiben auf die Saucenschicht legen, wieder mit Cheddarstücken belegen und mit der restlichen Sauce begießen. Die Moussaka für 40 bis 45 Minuten bei 200 Grad in den Backofen geben. Ungefähr 15 Minuten vor dem Servieren auskühlen lassen.

Polenta:
Frischen Thymian waschen und die kleinen Blätter vom Stiel mit den Fingern abstreifen. Das Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen, den Thymian hinein geben und dann die Polenta einstreuen und mit einem Holzlöffel schnell umrühren, damit es keine Klümpchen gibt. Circa zwei bis drei Minuten weiter umrühren, dabei aufpassen, dass nichts anbrennt. Mit zunehmendem Rühren wird sie fester. Vom Herd nehmen und kräftig salzen und pfeffern und nochmals gut umrühren. In einer beschichteten Pfanne Alsan schmelzen (bitte nicht braun werden lassen). Polenta als sechs Taler formen (gegebenenfalls mit Hilfe von Vorspeisenringen) und von beiden Seiten bei mittlerer Hitze braun werden lassen (ungefähr zehn Minuten).

Guten Appetit!

 

Wie ihr seht, werden hier schon schwere Geschütze aufgefahren! Neben den Rezepten für vegane Köstlichkeiten aller Art teilt Veganwave im eigentlichen Blog aber auch noch unterschiedlichste Informationen rund um den veganen Alltag (neugierig, wo ihr vegane Printen herbekommt?), Produkttipps, Reise-und Eventberichte und vieles mehr mit euch. Folgen könnt ihr Veganwave natürlich auch auf Facebook. Surft doch mal vorbei!

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Blogvorstellung: Fair-Fashion.net – Eco Fashion with Style

„Nach bald 20 Jahren als Modejournalistin hatte ich dermaßen viele Infos über Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und dergleichen in der Textilbranche recherchiert, dass ich fast geplatzt wäre.“ – sprach Gerlind Hector und…

„Nach bald 20 Jahren als Modejournalistin hatte ich dermaßen viele Infos über Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und dergleichen in der Textilbranche recherchiert, dass ich fast geplatzt wäre.“ – sprach Gerlind Hector und gründete den Mode-Blog Fair-Fashion.net, der Fashion und gutes Gewissen auf einen Nenner bringen soll. Nach der Devise „Klasse statt Masse“ stellt das dreiköpfige Team um die diplomierte Mode-Designerin genauso hochwertige wie angesagte Kleidung, Schuhe und Accessoires unterschiedlichster Label vor. Auf euren Bildschirmen seht ihr dabei ausschließlich ausgesuchte Stücke, die den strengen Kriterien des Blogs standhalten: Transparenz, Ökologie und Herstellung nach sozialökonomischen Standards werden laut Gerlind bei der Suche nach neuen Teilen genauso geprüft wie ein individueller, anspruchsvoller und aktueller Look. Witzig: Dampf ablassen geht auch vegan – darüber hinaus findet ihr aber natürlich noch viele weitere vegane Stücke im Sortiment.

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Der professionell gestaltete und pur gehaltene Blog füllt unter „Styles“ die Kategorien „Women“, „Men“, Kids“, „Accessories“ und stellt euch zusätzlich aus verschiedenen Teilen einen „Look des Monats“ zusammen. Besonders userfreundlich: Unter jedem Kleidungsstück findet ihr einen „Buy Here“-Button, der euch direkt auf die entsprechende Seite im jeweiligen Shop verlinkt. Ergänzt wird das Angebot an Fashion durch drei weitere spannende Rubriken, die den Blog zum Magazin erweitern und allesamt zum Schmökern einladen. Unter „Stories“ werden kritische und informative Artikel zum Thema Konsumverhalten und Eco-Fashion eingestellt, aktuell findet ihr dort zum Beispiel einen Beitrag zur neuen Transparenz des Labes G-Star. Die Rubrik „People“ bringt euch über persönliche Interviews Menschen aus den unterschiedlichsten beruflichen Sparten näher – Hauptsache ist, sie sind interessant und inspirierend.

Mein Tipp: Unter der Rubrik „Service“ könnt ihr euch über anstehende Mode-Events informieren und über die unterschiedlichen Öko-Siegel aufklären lassen. Folgen könnt ihr Fair-Fashion.net natürlich auch auf Facebook .

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Blogvorstellung: Fuck Diet! Vegan desserts for cake monsters.

Wenn ihr gerade dabei seid abzunehmen, dann lest jetzt bitte nicht weiter. Ich bin mir sehr sicher, ihr werdet es bereuen. Denn Nina sch*** auf Diäten und wendet sich in…

Wenn ihr gerade dabei seid abzunehmen, dann lest jetzt bitte nicht weiter. Ich bin mir sehr sicher, ihr werdet es bereuen. Denn Nina sch*** auf Diäten und wendet sich in ihrem englischsprachigen Blog Fuck Diet! dezidiert an Kuchenmonster – cake monsters. Deshalb muss ich euch diesen Blog natürlich auch gleich vorstellen. Alleine von der Abbildung eines ihrer aktuellen Rezepte, ich möchte es fast „Werk“ nennen, dem Grandmas‘ Vegan Peach Coconut Cream Cake, kann ich mich nur sehr schwer losreißen – vom Cream Cheese Chocolate Pudding Pie fange ich gleich gar nicht erst an.

Rezepte, die mit „Grandma’s“ (also „Großmutters“) betitelt sind, erhaschen sowieso schnell meine Aufmerksamkeit, denn sie versprechen meist kulinarische Sünden allerfeinster Güte – die Weihnachtskekse meiner Oma haben Weihnachten immer ausschließlich deshalb (üb)erlebt, weil sie mit viele Liebe und deshalb in größeren Mengen hergestellt wurden. Wo war ich? Ach ja, bei Nina. Nina Bacinger, um genau zu sein. Das Backen scheint also schon im Namen angelegt. Auf ihrem veganen Blog, der als Projekt für ihre Bachelor-Arbeit begann, postet sie regelmäßig einfache und ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, mit welchen ihr euch und euren Nächsten Köstlichkeiten der Kategorien Brownies, Kuchen, Fruchtkuchen, Muffins und Pies zubereiten könnt.

Ansonsten ist über Nina leider (noch) gar nicht so viel herauszufinden auf der Seite ihres noch sehr jungen Blogs, der auch noch nicht allzu viele Rezepte umfasst, aber auf umso mehr davon hoffen lässt.

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Deshalb habe ich ihr ein paar neugierige Fragen gestellt:

Verena: Auf deinem Blog erfährt man noch gar nicht so viel über dich. Magst du dich hier mit ein paar Zeilen unseren LeserInnen vorstellen?

Nina: Hallo liebe The bird’s new nest Leser und Leserinnen, mein Name ist Nina, ich bin 26 und betreibe seit Mai 2014 fuckdiet.com. Ich habe bisher in vier Ländern gelebt, zwei wenig zusammenhängende Studien absolviert und verbringe momentan viel Zeit in einer Digitalagentur.

Verena: Wie kam es von der Bachelor-Arbeit zum Blog-Projekt?

Nina: Auf lange Sicht soll Fuck Diet! auch als Kochbuch verlegt werden. Der Blog ist einerseits für mich die Chance, mich wieder mit den Rezepten der Bachelor-Arbeit zu befassen und sie anzupassen und auch mein bestehendes, veganes Dessert-Repertoire zu erweitern. Ich hoffe vor allem auf viele Leser, die sich auch mal an den Rezepten probieren und Feedback geben, wie es ihnen damit ergangen ist, was schmeckt und was nicht.

Verena: Warum ist die Seite auf Englisch gehalten?

Nina: Ich fände es schade, die Rezepte nur auf den deutschen Sprachraum zu begrenzen, vor allem, weil viele meiner veganen Freunde aus dem Ausland kommen.

Verena: Du beschreibst den Blog als ein Projekt, das sich noch im Entwicklungsstadium befindet. Wie stellst du dir die künftige Entwicklung deines Blogs vor?

Nina: Also ich möchte da noch ein paar optische Tweaks (Anmerkung: Optimierungen) machen und überlege, ein Social Media Profil für Fuck Diet! anzulegen.

Verena: Woher nimmst du die Rezeptideen?

Nina: Von den vielen, leider nicht veganen Desserts, die ich so esse. Ich denke mir dann immer: „Das muss doch auch vegan gehen!“. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Rezepte auf meinem Blog wirklich simpel sind und natürliche Produkte wie Bananen oder Leinsamen statt Eiern beinhalten – aus einer Avocado wird da auch schnell mal ein Schokopudding. Es ist alles nicht so kompliziert, man muss nur die Tweaks kennen.

 

Schaut euch doch mal auf Fuck Diet! um und lasst euch inspirieren – oder wie Nina es vorschlägt: „Give it a try and bake yourself or your vegan friend a cake – who knows… you might really like it.“

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Blogvorstellung: Wo geht’s zum Gemüseregal? (mit Rezept!)

Üblicherweise hängen an den pflanzlichen Bewohnern von Gemüseregalen ja leider keine Rezeptvorschläge. Das ist beim virtuellen Gemüseregal von Franzi ganz anders: Die 29 Jahre alte, vegane (fast – wenn nur…

Üblicherweise hängen an den pflanzlichen Bewohnern von Gemüseregalen ja leider keine Rezeptvorschläge. Das ist beim virtuellen Gemüseregal von Franzi ganz anders: Die 29 Jahre alte, vegane (fast – wenn nur der Ziegenkäse nicht wäre) Gemüseliebhaberin aus dem Norden Deutschlands stellte vor knapp vier Jahren ihren veganen Rezepteblog ins Netz, und der präsentiert vom Auberginen-Tofu-Burger bis zum Spargel-Erdbeer Salat so ziemlich alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Die Zusammenstellung der Zutaten ist kreativ und zumeist einfach nachzubereiten und findet sich so sicherlich nicht in jedem Kochbuch. Belohnt wird Franzis kulinarische Freigebigkeit daher auch mit monatlich über 10.000 Besuchern.

Besonders angenehm in der Gestaltung des Blogs ist die Bereitstellung von Kategorien, angefangen mit „Allgemein“ über „Gemüsekiste“, „Hauptgerichte“ und „Rohkost“ und vielen mehr bis hin zum „Winter“. Für die Rubrik „Weihnachtsspecials“ hatte sie die nette Idee, ein paar Gastblogger dazu einzuladen, ihre liebsten Spezialitäten aus der festlichen Jahreszeit zu teilen – dieses Konzept könnte Franzi in meinen Augen auch für die drei verbliebenen Jahreszeiten gerne übernehmen! So kann der hungrige User sich gezielt durch die wunderschön bebilderten Rezepte suchen oder sich auch einfach nur assoziativ beziehungsweise von A bis Z treiben lassen. „Schön bebildert“ meine ich übrigens auch so wie ich es sage, denn Franzi ist im Hauptberuf Fotografin – Hochzeitsfotografin, um genau zu sein – und weiß sehr genau, was sie da tut. Überzeugt euch selbst davon – sieht dieser sommerliche Nudelsalat nicht köstlich aus?

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Ich selbst könnte mich wahrscheinlich nur schwer entscheiden – der sommerliche Nudelsalat oder die scharfe Ziegenkäse-Pasta, beide Gerichte gehören nachgekocht und sind laut Franzi auch noch „Ratz Fatz fertig!“ -, doch für Franzi steht das Lieblingsrezept dieses Sommers bereits fest:

Kunterbunter sommerlicher Nudelsalat mit gegrillten Tomaten

Zutaten (Vier Portionen bei kleinem Hunger):

200g Pasta nach Wahl
1 große Hand voll Rucola
10 Cherrytomaten
2 Scheiben Brot
10 Blätter Basilikum
Olivenöl
Balsamico
Etwas Rohrohrzucker
Grobes Meersalz

Die Pasta wie vorgegeben kochen. In der Zwischenzeit den Rucola und die Basilikumblätter gründlich waschen und klein schneiden. Die Tomaten waschen, halbieren und auf ein Backblech legen. Mit einer Prise Zucker bestreuen und ungefähr zwei Esslöffel Balsamicoessig über die Tomatenhälften geben. Das Backblech nun für ungefähr zehn Minuten bei 200 Grad Celsius und Ober-/Unterhitze mit Grillfunktion in den Ofen geben. Die fertigen Nudeln durch ein Sieb abschütten und in einem Topf mit etwas Olivenöl vermischt abkühlen lassen.

Das Brot in kleine mundgerechte Stücke schneiden und in Olivenöl schön knusprig braten. Den Rucola und den Basilikum nun in eine große Schüssel geben, die Nudeln dazu und mit Olivenöl und Balsamico, sowie grobem Meersalz abschmecken. Die fertigen und warmen Tomaten und das geröstete Brot über den Salat geben und gut miteinander vermengen. Fertig ist der kunterbunte sommerliche Nudelsalat mit gegrillten Tomaten.

Guten Appetit – ihr wisst ja nun wo’s hier zum Gemüseregal geht!

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Warum verhalten wir uns (nicht) nachhaltig?

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem…

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem wissen wir, dass wir nicht alle gleich viel vom Kuchen abbekommen, also konsumieren, können. Vor allem aber widerspricht der Alltag unserer Überflussgesellschaft dem aktuellen Leitbild, nachhaltiger zu leben und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Doch können wir Lebenszufriedenheit auch aus immateriellen Quellen gewinnen? Der Umweltpsychologe Prof. Dr. Marcel Hunecke meint: Ja. Im Auftrag von Denkwerk Zukunft suchte er nach psychischen Ressourcen für eine Lebenszufriedenheit, die ganz unabhängig von den materiellen Seiten des Lebens wirksam ist.*

Die sechs psychischen Ressourcen für subjektives Wohlbefinden

In Anlehnung an Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie entwickelte Hunecke seine Genuss-Ziel-Sinn-Theorie. Laut dieser Theorie stehen uns drei Strategien zur Verfügung, um ein zufriedenes Leben zu führen: Genusserleben, das Erreichen von Zielen und Sinn. Hunecke identifiziert sechs psychische Ressourcen, die diese Strategien ermöglichen. Sie lauten Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinngebung, und Solidarität.

Die ersten drei Ressourcen sind nach Hunecke fundierend, das heißt, wesentlich für eine starke Persönlichkeit. Eine solche Persönlichkeit kann demnach genießen, hat Selbstvertrauen und ist überzeugt davon, das, was sie sich vornimmt, auch erfolgreich realisieren zu können. Die letzten drei Ressourcen sind zielgebend und ermöglichen eine Orientierung der Person an immateriellen Zufriedenheitsquellen. So sollte eine Person, die nachhaltig leben möchte, eine achtsame Grundhaltung entwickeln. Das heißt, sie sollte sich der eigenen Bedürfnisse und Empfindungen bewusst sein, wie auch die der anderen Menschen und Lebewesen. Zudem sollte sie motiviert sein, den Sinngehalt unterschiedlichster Lebenssituationen zu ergründen. Und sie muss soziale Verantwortung übernehmen wollen. Laut Hunecke stützen sich diese sechs Ressourcen gegenseitig, so dass eine weniger ausgeprägte Ressource durch andere Ressourcen kompensierbar ist.

Die drei fundierenden Ressourcen stärken

Die Genussfähigkeit

Wie erwähnt, ist die Genussfähigkeit eine wesentliche Ressource für subjektives Wohlbefinden. Dabei stehen uns einerseits sinnlich-körperliche Genüsse zur Verfügung, andererseits ästhetisch-intellektuelle. Nur allzu oft nehmen wir diese Genussquellen in unserem Alltag aber nicht wahr. Wir verschlingen die Mittagsjause, werfen das neue Shirt nach drei Mal Tragen in den Schrank, weil wir schon ein neues im Auge haben, laufen morgens auf dem Weg zur Arbeit blindlings an Frühlingswiesen oder buntem Herbstlaub vorbei. Würden wir weniger konsumieren, wenn wir aus den Genussquellen, die uns tagtäglich umgeben, mehr Wohlbefinden ziehen könnten – wenn wir all diese Ereignisse überhaupt als Genussquellen wahrnehmen würden? Hunecke behauptet: ja, und fordert: Intensität statt Quantität. Die positiven Emotionen, die uns ein genussvolles Leben beschert, belohnen uns zudem rückwirkend für unser nachhaltiges Handeln. Auf The bird’s new nest findet ihr übrigens die unterschiedlichsten Möglichkeiten euer Genusszentrum anzuregen und dabei nachhaltig zu handeln – von schnell und einfach selbstgemachten saisonalen Rezepten bis hin zu ökologischer Mode, wenn es doch mal Shopping sein soll.

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Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Selbstakzeptanz

Die Selbstakzeptanz beschreibt das „fundamentale Annehmen der eigenen Person mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften“. Wer seine persönlichkeitsspezifischen Stärken wahrnimmt, kann auch seine persönlichkeitsspezifischen Schwächen leichter akzeptieren. Dies ist wesentlicher Bestandteil eines stabilen Selbstwerts, der uns wiederum unabhängiger von sozialen Vergleichsprozessen macht: Haben wir einen stabilen Selbstwert, müssen wir nicht konsumieren, um unserem Umfeld Wohlstand und Zugehörigkeit zu signalisieren. Wir können uns dem Konsumdruck leichter entziehen. Wie lässt sich nun die Selbstakzeptanz stärken? Indem wir uns beispielsweise überholte Glaubenssätze bewusst machen, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeignet haben, und uns davon verabschieden. Meist haben diese Überzeugungen die Form „man muss“ oder „man darf nicht“ – ein typisches Beispiel dafür ist: „Man darf keine Fehler machen“.

Die Selbstwirksamkeit

Umgangssprachlich meist mit „Selbstvertrauen“ benannt, beschreibt die Selbstwirksamkeit die Überzeugung, schwierige Situation im Leben erfolgreich meistern zu können: „Ich werde es schaffen“. Erfolgserfahrungen stärken das Selbstvertrauen. Wir können uns diese Erfolgserfahrungen verschaffen, indem wir uns das übergeordnete Ziel in kleinere Etappen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit aufteilen. Einzelerfolge motivieren uns, das übergeordnete Ziel zu erreichen. Unser Selbstvertrauen wächst. Allerdings hat das per se noch wenig mit nachhaltigem Lebensstil zu tun – wir können voller Selbstvertrauen hauptsächlich materiellen Wohlstand erzielen wollen. Wie lässt sich Selbstvertrauen also nachhaltigkeitsbezogen stärken und nutzen? Laut Hunecke, indem man den Menschen handlungsbezogenes Wissen zu diesem Thema vermittelt und ihnen Handlungsmöglichkeiten verschafft – eine Ansatz, den auch The bird’s new nest vertritt, indem es vielfältiges Wissen zusammenführt, aber auch Möglichkeiten bietet, sich sozial und ökologisch zu engagieren.

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Bild: geralt / pixabay.com

 

Die drei zielgebenden Ressourcen stärken

Die Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, „absichtsvoll und nicht wertend die Aufmerksamkeit ganz auf den aktuellen Augenblick zu richten“. Trainieren lässt sie sich durch Meditation und Übungen zur Körperwahrnehmung. Ziel ist, unser Alltagsbewusstsein einzuschränken. Es ist gekennzeichnet durch automatisierte Gedankengänge wie unsere alltäglichen Erwartungen, Pläne, Aufgaben, Interpretationen. Damit ist es also auf Vorgänge gerichtet, die im Außen passieren (werden) oder passiert sind. In einem achtsamen Zustand richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Jetzt: Einerseits nach Innen, wenn wir uns den eigenen (Körper-)Empfindungen zuwenden. Andererseits auf den gegenwärtigen Moment, wenn wir wahrnehmen, was um uns herum passiert, ohne das Wahrgenommene zu bewerten oder weiter darüber nachzudenken. Achtsamkeit reduziert Stress und steigert das subjektive Wohlbefinden – vor allem, wenn unsere automatisierten Gedankengänge negativ sind. Darüber hinaus führt sie zu einem erweiterten Bewusstsein für Sinnfragen und steigert das Mitgefühl. Sie zeigt dem Menschen auf, welche Bedürfnisse und Werte wirklich wichtig für ihn sind. Das Streben nach materiellen Werten stellt sich dabei meist zu Gunsten von weniger selbstbezogenen Werten ein.

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Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Sinngebung

In den alltäglichen Erfahrungen, die wir im Leben machen, einen Sinn zu finden, heißt, in diesen Erfahrungen eine Bedeutung zu erkennen und sie zu bewerten. Diese Bedeutung oder Bewertung ist meist mit einem positiven Gefühl verbunden. Dazu ist es notwendig, sich überhaupt erst einmal auf Sinnsuche zu begeben, über sich und die Erfahrungen, die man macht zu reflektieren und sich die eigenen Werte und Lebensziele bewusst zu machen. Das gibt uns ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Biografie und steigert unser Wohlbefinden. Meist finden wir bei solchen Reflexionsprozessen den Sinn unserer Lebenserfahrungen nicht im Materiellen oder unseren Einzelinteressen, sondern in sozialen Beziehungen und gesellschaftlich wichtigen Werten, wie beispielweise der Gerechtigkeit, Toleranz oder eben dem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Die Solidarität

Wenn wir eine solidarische Haltung einnehmen, bedeutet das, dass wir für das Wohlergehen anderer Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Dazu gehört auch eine Portion Selbstwirksamkeit – wir müssen überzeugt sein, dass unser Handeln in Interaktion mit Gleichgesinnten zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. Die Solidarität ist jene psychische Ressource, die dafür sorgt, dass wir unser Handeln auch tatsächlich auf andere Personen ausrichten als uns selbst. Solidarisches Handeln belohnt uns mit dem positiven Gefühl, dazu zu gehören, und aktiviert Vertrauen und Sicherheitsgefühle. Wichtiger ist aber, dass kollektives Handeln zur einer Erreichung gemeinsamer, aber auch unterschiedlicher, in jedem Fall prosozialer, Interessen und Ziele führt. Damit ist die Solidarität die einzige der hier vorgestellten psychischen Ressourcen, die nicht nur von uns selbst und unserer Reflexion abhängt, sondern in Interaktion mit anderen Menschen eingeübt werden muss. Zum Beispiel beim Verfassen eines Artikels für The bird’s new nest – so wie ich das hier gerade mache.

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Bild: geralt / pixabay.com

Sozialer Einfluss

Je mehr Menschen sich aktiv an einem Umdenken beteiligen, desto eher kann sich ein Wertewandel in Richtung nachhaltiger und ressourcenschonender Lebensweise entwickeln, den die Menschen selbst steuern. Jedoch gibt Hunecke zu bedenken, dass individuell richtiges Verhalten in den falschen Strukturen für den Einzelnen meist zu aufwändig ist, um dauerhaft aufrecht erhalten zu werden. Auch auf politischer und ökonomischer Ebene muss also ein solcher Wertewandel gestaltet und ermöglicht werden. Der Sozialwissenschaftler Robert Cialdini bestätigt in seinen Studien zu nachhaltigem Verhalten immer wieder die Wichtigkeit von sozialen Normen, also dem Wissen darum, wie sich die meisten anderen Menschen in einer Situation verhalten. So lässt uns beispielsweise die Information, dass andere Leute es auch tun, am ehesten dazu verleiten, selbst zu Hause Energiesparmaßnahmen zu ergreifen, oder der Umwelt zuliebe im Hotel sparsamer mit den Handtüchern umzugehen.

Es zeigt sich also, dass die persönliche Entwicklung eines jeden Einzelnen zum Wohlergehen unserer Gesellschaft beitragen kann. Welche Erfahrungen habt ihr mit den beschriebenen psychischen Ressourcen gemacht? Könnt ihr die Überlegungen bestätigen?

 

* Anmerkung: Gefühle der Unzufriedenheit und Frustration gehören zu jedem Leben dazu. Auch schlechte Laune hat ihren Sinn, denn sie zeigt uns auf, wo wir unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte zu wenig beachten und unsere Belastungsgrenzen ausreizen. Eine Möglichkeit, dem mit mehr Widerstandskraft zu begegnen, soll hier aufgezeigt werden.

 

Quellen:
Dieser Artikel basiert auf:
http://www.denkwerkzukunft.de/downloads/reportpsychologicalresources.PDF
Einen umfassenden Einblick in das Thema bietet auch das Buch:
http://www.oekom.de/nc/buecher/neuerscheinungen/buch/psychologie-der-nachhaltigkeit.html
Folgende weitere Studien wurden zitiert:
Nolan, J.M., Schultz, P. W., Cialdini, R.B., Goldstein, N.J. & Griskevicius, V. (2008). Normative social influence is underdetected. Personality and Social Psychology Bulletin, 34, 913-923.
ReGoldstein, N. J., Cialdini, R. B., & Griskevicius, V. (2008). A room with a viewpoint: Using social norms to motivate environmental conservation in hotels. Journal of Consumer Research, 35, 472-482.

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Umwelt(schutz)psychologie – Äh, wat für’n Ding?

PsychologInnen sind angeblich besonders neugierige Menschen. Das stimmt natürlich nicht. Niemals. Es ist reiner Zufall, dass wir überall mitmischen (wollen). Zumindest überall dort, wo es etwas über den Menschen zu…

PsychologInnen sind angeblich besonders neugierige Menschen. Das stimmt natürlich nicht. Niemals. Es ist reiner Zufall, dass wir überall mitmischen (wollen). Zumindest überall dort, wo es etwas über den Menschen zu erfahren gibt. Die relativ junge Disziplin der Umweltpsychologie (auch: ökologische Psychologie) beispielsweise, befasst sich mit Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen. Die Umwelt wirkt sich auf den Menschen aus, der Mensch wiederum gestaltet und beeinflusst seine Umwelt. Unter Umwelt wird dabei nicht nur die natürliche Umwelt – die Natur – verstanden. Gemeint ist damit auch die soziokulturelle Umwelt. Darunter fallen Städte, Gebäude, der Arbeitsplatz und vieles mehr.

Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt

Wer in einer Großstadt lebt, ist permanentem Lärm und Schadstoffemissionen ausgesetzt – was macht das mit uns? Ab welchen Grenzwerten ist unsere Gesundheit tatsächlich gefährdet? Wie muss eine Umgebung aussehen, die uns entspannt und zufrieden macht? Wie ein Arbeitsplatz, der unserer Konzentration zu gute kommt? Wirkt es sich zum Beispiel unterschiedlich auf meine Leistungsfähigkeit aus, ob ich meine Mittagspause im Park oder in der Kaffeeküche verbringe?* Wie kann eine Stadt seniorengerecht gestaltet werden?

Gerade auch im Zuge der Etablierung erneuerbarer Energien ergeben sich vielfältige psychologisch relevante Fragestellungen: Wie akzeptiert sind diese neuen Technologien innerhalb der Bevölkerung? Welche Verantwortlichkeiten ergeben sich für KonsumentInnen, Energieanbieter und InvestorInnen? Irgendjemand muss für all diese und noch viel mehr Fragen die Antworten finden. Wie das konkret von statten gehen kann, veranschaulicht das Forschungsprojekt EmoMap der österreichischen KollegInnen des Netzwerks Psychologie und Umwelt in Wien.

EmoMap – oder wie angewandte Forschung aussehen kann

Für neugierige Forscherlein sind Smartphone-Apps natürlich ein Traum, der auch den Teilnehmenden einen gewissen Spaßfaktor garantiert. Interessierte mit Android-Handy konnten sich die EmoApp herunterladen (das Projekt lief von Januar 2011 bis März 2013). Aufgabe war es, mit Hilfe der App den aktuellen Standort im Freien emotional zu bewerten. Auf Basis dieser Daten werden Emotionskarten erstellt, die anzeigen, wie Orte beziehungsweise Gegenden von Menschen empfunden werden. Die emotionsbezogenen Daten könnten künftig auch in Navigationssysteme eingebunden werden, um individuell angepasste Routen zu erstellen. Wenn ihr also in Zukunft beim Spazieren gehen häufiger eurem neuen Schwarm begegnen wollt, oder euren Diätplan den vielen lockenden Konditoreien, Eissalons und Feinkostgeschäften in der Umgebung zum Trotz durchzuziehen gedenkt – UmweltpsychologInnen könnten es möglich machen.

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Bild: danigeza / pixabay.com

UmweltpsychologInnen bleiben mit ihren interdisziplinär gesammelten Erkenntnissen also nicht im Elfenbeintürmchen sitzen: Sie geben ihr Wissen weiter, ihre Disziplin ist anwendungsorientiert. So beraten sie nicht nur Entscheidungstragende in Politik und Wirtschaft, sondern arbeiten auch mit Kindern und Jugendlichen, um deren ökologische Kompetenzen zu erweitern. Auf diese Weise können sie in die skizzierten Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen konstruktiv eingreifen – oder es zumindest versuchen. Lest euch dazu gerne weitere Informationen auf bdp-gus.de/up/psy/beruf.htm durch, wenn ihr an den beruflichen Möglichkeiten in diesem Feld interessiert seid.

Informationsquellen rund um das Thema Umweltpsychologie

Weiterführende Informationsquellen zum Wissenschafts- und Arbeitsbereich der Umweltpsychologie, sowie zu Netzwerken und Communitys mit umweltpsychologischem Interessenschwerpunkt, findet ihr in den Quellenangaben unten. Eine gute Zusammenfassung interessanter Links ist beispielsweise ipu-ev.de/links-vernetzung.

Als Arbeitsbereich steht dieses Feld PsychologInnen mit einem Bachelor-, Master – oder Diplomabschluss offen. Ein spezifisches Masterprogramm in Umweltpsychologie/Mensch-Technik-Interaktion wird zumindest an der Universität Magdeburg angeboten. An der Universität in Kassel kann im Bachelor of Science in Psychologie das Modul Umweltpsychologie absolviert werden. Vereinzelt werden umweltpsychologische Lehrveranstaltungen als Teil bestimmter Module (oft in der Sozialpsychologie) angeboten, zum Beispiel an der Universität Freiburg.

 

*Ja, das tut es übrigens. Pflanzen am Arbeitsplatz oder Bäume vor dem Fenster wirken sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Schon kurze Aufenthalte im Grünen entlasten uns. Die im Alltag ständig geforderte gerichtete Aufmerksamkeit, die anstrengend für uns ist, weil wir für deren Aufrechterhaltung Ablenkungen verhindern müssen, ist in der Natur nicht notwendig.

 

Quellen:
fg-umwelt.de
bdp-gus.de/up/psy/index.htm
umweltpsychologie.at

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