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Schlagwort: Wertschätzung

Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Empfehlungen für kritische Leseratten: Das Wunder der Selbstliebe „Wer sich selbst liebt, der findet liebe Freunde, lebt Partnerschaft auf einer nährenden Ebene, ist erfolgreicher und lebt gesünder. Wer sich selbst…

Empfehlungen für kritische Leseratten: Das Wunder der Selbstliebe

„Wer sich selbst liebt, der findet liebe Freunde, lebt Partnerschaft auf einer nährenden Ebene, ist erfolgreicher und lebt gesünder. Wer sich selbst liebt, den liebt das Leben.“ Das klingt doch schon einmal nach einem vielversprechenden Buch, nicht? Und genau darum handelt es sich bei „Das Wunder der Selbstliebe – Der geheime Schlüssel zum Öffnen aller Türen“ von Bärbel und Manfred Mohr. Ich bekam das Buch von einer mir nahe stehenden Person anlässlich meiner Matura geschenkt und bin seither sehr begeistert davon. Da das sensible Thema Selbstliebe gerne mal in den Hintergrund rückt und in Vergessenheit gerät, ist es eine Lektüre, die man mehrmals lesen kann und soll. Die Autorin machte ihr Hobby zum Beruf und schrieb viele „Wunsch“-Bücher, Kinderbücher und Beziehungsratgeber. Sie starb kurz nach Fertigstellung dieses Buches. Ihr Mann Manfred führt ihr Werk weiter.

Das Wunder der Selbstliebe, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, bietet sich für all jene an, die das Gefühl haben, sich selbst (zu) wenig zu lieben oder Probleme damit haben, ihren Körper anzunehmen, wie er ist. Durch aufklärende Worte und simple Übungen bildet das Buch die ideale Basis. Denn vergebens sind die – oft unbewussten – Anstrengungen, die Zuneigung anderer zu erringen. Umso ertragreicher ist die Arbeit an der Liebe und Akzeptanz der eigenen Person. Der Erfolg stellt sich schnell ein und auch das Umfeld verändert sich. Exemplarisch dafür möchte ich kurz die erste Übung des Buches beschreiben. Sie heißt „Selbstliebe-Spiegel-Übung“, ist eigentlich sehr einfach und trotzdem anspruchsvoll. Man stellt sich nackt vor einen Ganzkörperspiegel und liebt und akzeptiert sich selbst. Schritt für Schritt kann man sich ein Körperteil herauspicken, das einem besonders gut gefällt und sich so langsam vorarbeiten. Zum Beispiel: „Meine großen Augen gefallen mir, die Haare sind auch okay. Die Taille sieht ganz gut aus. Und ja, die blassen Beine, ich liebe euch auch – zumindest ein bisschen.“ Mit jedem Mal kann man so ein Stück seines Körpers mehr anerkennen und wertschätzen. Ihr werdet sehen, nach einiger Zeit kann man sogar den Problemzonen etwas Positives abgewinnen – „Meine große Nase entspricht zwar nicht dem gängigen Schönheitsideal, dafür kann ich bestens mit ihr atmen und riechen“.

Sehr gut gefällt mir ein im Buch abgedruckter Test, durch den man sich selbst einschätzen kann. Die genialsten Fragen sind meiner Meinung nach folgende:
• Kannst du dich alleine in ein Kaffeehaus setzen und etwas trinken?
• Angenommen, ein enger Verwandter, der dir sonst immer zum Geburtstag gratuliert, hat es diesmal vergessen. Was schließt du daraus?
• Ein bekannter Choleriker schreit dich vor versammelter Mannschaft an und macht dir ungerechtfertigt Vorwürfe. Wie geht es dir dabei?

Wer die Gründe bei sich selbst sucht, bloß weil der Geburtstag vergessen wurde oder sich doch ein bisschen schuldig fühlt nach der Standpauke des Cholerikers, der hat Handlungsbedarf. Wobei, zugegebenermaßen, haben wir den nicht alle? Ich glaube kaum, dass es viele Menschen gibt, die sich selbst in angemessenem Maße lieben. Kann man sich überhaupt zu viel lieben?

Nein sagen – aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie viel Überwindung es kostet, jemandem eine Bitte abzuschlagen und gezielt zu verneinen. Allzu oft nehme ich mich einer Aufgabe an, damit andere entlastet werden, zum Leidwesen meiner Zeiteinteilung und Entspannung. Gute Laune bleibt nicht zu selten auf der Strecke. In dem Buch wird genau dieses Phänomen angesprochen und gepredigt, öfter in sich hinein zu horchen und abzuwiegen, ob man instinktiv „Ja“ oder „Nein“ sagt. Ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn meine Antwort zu meinem Gunsten ausfällt. Folgende Frage, die auch in der Lektüre aufgeworfen wird und die wir uns oftmals gar nicht stellen: Was will ich eigentlich? Alleine sich darüber bewusst zu werden, das kann schon wahre Wunder bewirken und unseren Fokus wieder auf essentielle Dinge richten.

Über dieses Zitat stolperte ich in dem Buch, da es mir so gut gefällt, möchte ich es euch hier nicht vorenthalten: „Wenn uns etwas aus dem gewohnten Geleise wirft, so denken wir, alles sei verloren. Aber dabei beginnt doch nur etwas Neues und Gutes.“ Leo N. Tolstoi

Abschließend möchte ich euch – neben dem Rat, das Buch zu lesen – noch diese Affirmation mit auf den Weg geben:

„Ich liebe mich selbst, egal ob es sonst noch einer tut. Ich liebe mich genauso wie ich bin. Auch wenn ich nicht alles gut finde, was ich tue, liebe ich mich immer selbst, trotz allem und mit allem was ich bin.“

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Nadine sucht das Glück: Glück ist unsterblich

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme…

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme ich mir die Zeit, die Menschen in meiner Umgebung still zu beobachten und mich an ihrem Glück zu erfreuen. Auch als unbeteiligter Außenstehender ist es schön mit anzusehen, wenn die Augen vor Freude leuchten und sich Zufriedenheit in den Gesichtern breit macht.

Vergangene Woche habe ich eine Konferenz besucht. Ich habe ein buntes Sammelsurium an Menschen vorgefunden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen, Alte und Junge, Männer und Frauen, Studenten, Experten, Interessierte und Vortragende. Ein bunt gemischter Haufen, der sich aufgrund einer gemeinsamen Leidenschaft zusammengefunden hat. So viele Glücksmomente habe ich dort erlebt, dass gar nicht alle in Erinnerung geblieben sind. Von manchen ist nur noch die Ahnung vorhanden, dass es sie gab. Manche sind ganz präsent und bringen mich noch immer zum Lächeln.

Viele Teilnehmer sind in Gruppen angereist, manche allein oder zu zweit. Beinahe alle haben im Laufe der Konferenz alte Freunde getroffen und neue Freundschaften geschlossen. „Schön, dass du da bist.“, „Ich freue mich, dich zu sehen.“, „Wie gut, dass wir uns kennen gelernt haben.“, diese Sätze hab ich oft gehört, begleitet von Umarmungen, Schulterklopfen und freudestrahlenden Gesichtern. So simpel diese Worte auch sind, so gut tut es, sie zu hören. An allen Ecken und Enden wurden die Köpfe zusammengesteckt und über Gott und die Welt geredet. Man schwelgte in gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Tage, schmiedete Pläne, besprach neue Projekte. Es wurde gescherzt und gelacht, über Fauxpas der letzten Konferenz geschmunzelt und ganz nebenbei noch gut gegessen und getrunken. Die Wiedersehensfreude, die neuen Bekanntschaften und die gemeinsame Leidenschaft sorgten für eine wundervolle Atmosphäre.

Die Vortragenden stammten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Allen gemein war die Begeisterung. Ich habe Referenten gesehen, die gefühlte 120 Jahre alt waren. Vor Menschen zu sprechen, die ihr größtes Interesse teilen und über Jahre angesammeltes Wissen weitergeben zu können, zauberte vielen von ihnen ein Leuchten in die Augen. So viel Engagement, so viel Liebe zum Detail, so viele angeregte Diskussionen habe ich miterleben dürfen. „Wenn jemand meine Arbeit fortführen würde, das wäre ein großes Glück.“ Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Wenn man viele Jahre Energie und Zeit in ein Projekt investiert, sich immerwährend Gedanken macht, wie man es noch besser machen könnte und ständig Lösungen für die kleinsten Probleme sucht, dann steckt viel Herzblut darin. Wenn nun Andere, Jüngere sich dieses Projekts annehmen und es weiter entwickeln, mit eigenen Ideen schmücken und ihre eigene Begeisterung darin einbringen, dann ist das tatsächlich ein großes Glück. Dann ist man ein Glied in einer Kette, die nicht endet. Man ist unvergessen und unsterblich. Ein bisschen zumindest.

Einer dieser Referenten wurde ob seiner Verdienste besonders geehrt. Junge und alte Kollegen haben gemeinsam eine Festschrift für ihn verfasst. Ein Glück für den Geehrten, der voller Stolz auf seine Arbeit blicken darf. Der die Anerkennung von Fremden und Freunden genießen kann und die Gewissheit hat, etwas Wichtiges geleistet zu haben. Ein Glück auch für den Freund, der die Ehrung verkünden und das Buch überreichen durfte. „Du hast Großes vollbracht. Ich bin stolz auf dich.“ Das einem Freund sagen zu können, ihm im eigenen Namen und (wie in diesem Fall) im Namen vieler anderer seine Wertschätzung aussprechen zu dürfen, fühlt sich wundervoll an. Auch diese Anerkennung macht unvergessen.

Andere Referenten waren genauso unerfahren und jung wie ich. Einige waren genauso nervös wie ich, andere konnten ganz gelassen auftreten. Jeder einzelne hat seinen Vortrag mit Bravour gemeistert und durfte sich über den Applaus der Zuhörer freuen. Vor so vielen Menschen zu stehen, die sich für das gleiche Thema begeistern und vielleicht zum ersten Mal eine eigene Theorie vorzustellen oder ein selbst entwickeltes Projekt zu präsentieren ist aufregend. Wenn aus diesem Vortrag eine Diskussion entsteht, ist das umso aufregender. Wenn einem danach wohlwollend auf die Schulter geklopft wird und man ein „Das hast du gut gemacht.“ hört, dann ist man glücklich. Glücklich über den eigenen Mut, über das gute Gelingen, über das Lob der Gleichgesinnten.

Benjamin Franklin hatte Recht. Es sind die kleinen Glücksmomente, die zählen. Jeder einzelne für sich und alle in ihrer Summe sind der Grund für strahlende Augen, lachende Gesichter, zufriedenes Zurücklehnen. Diese kleinen Momente sind es, die die Menschen und das Glück unsterblich machen. Für mich waren es die Gespräche mit Menschen, die mir wieder oder zum ersten Mal begegnet sind. Mit ihnen allen teile ich eine Erinnerung, die uns gemeinsam unsterblich macht.

Seid ihr auch der Meinung, dass es die kleinen Momente sind, die zählen? Habt auch ihr das Gefühl, dass solche Momente unsterblich machen? Oder seht ihr das ganz anders? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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