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Schlagwort: Veganismus

Blogvorstellung: ClaudiGoesVegan oder die Tortilla, die etwas anderes werden wollte (mit Rezept!)

Im Blog ClaudiGoesVegan schreibt Claudia über ihr veganes Leben – ursprünglich war der Blog als Tagebuch auf dem Weg ins vegane Leben gedacht, aber wie es bei vielen Blogs der Fall ist, ist…

Im Blog ClaudiGoesVegan schreibt Claudia über ihr veganes Leben – ursprünglich war der Blog als Tagebuch auf dem Weg ins vegane Leben gedacht, aber wie es bei vielen Blogs der Fall ist, ist auch dieser mit seiner Besitzerin gewachsen. Und das sogar zu einem eigenen Buch! Im März 2012 hat Claudia ein vierwöchiges Rohvegan-Projekt gestartet, das als „Rohvegan – Mein 4-Wochen Selbstversuch“ veröffentlicht wurde. Außerdem ist Claudia Mitautorin der Bücher „Ab heute vegan“ und „Go vegan!“. Claudia ist vegane Beraterin – ich wusste bis jetzt ehrlich gesagt gar nicht, dass es solch einen Beruf gibt. Damit bietet sie persönliche und individuelle Beratung und begleitet euch in die vegane Lebensweise. Da ich persönlich zwar nicht vegan lebe, aber immer wieder versuche, Mahlzeiten vegan zu gestalten, was meiner Meinung nach anfangs ganz und gar nicht einfach ist, finde ich es gut, wenn man sich an jemanden wenden kann, der einem hilft. Generell finde ich es toll und wünschenswert, wenn man seine Leidenschaft auch beruflich ausüben kann.

Erwähnenswert finde ich auch das Aussehen des Blogs – das Titelbild mit dem Schaf auf Holzplatten und dem Post-it finde ich großartig, sowie die Absperrbänder mit der Aufschrift „Vegan scene – follow the white sheep“. Wenn man einen Blog kennen lernen will, klickt man oft einfach herum. Was mir dabei ins Auge gestochen ist, möchte ich euch jetzt näher vorstellen. Es ist ein Rezept für Mais-Schmarrn – was den Schmarrn so sympathisch macht, ist, dass er anscheinend gar nicht als Mais-Schmarrn gedacht war. Dieser Schmarrn sollte eigentlich eine Tortilla werden. Aber wie man so schön sagt, kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt.

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Für den Mais-Schmarrn braucht ihr:
200 g Maismehl
½ Packung Weinsteinbackpulver
Pfeffer
2 Esslöffel Currypulver
Schnittlauch
350 ml Wasser

Im Großen und Ganzen vermengt ihr jetzt alles und verrührt es gut – im Idealfall habt ihr jetzt schon den fertigen Teig. Für mich als Kochmuffel klingt das super einfach und vor allem: Zu schaffen. Diesen Teig bratet ihr dann einfach so wie Kaiserschmarrn in einer Pfanne an und zerteilt ihn in kleine Stücke, damit ihr ihn gut wendet könnt. Claudia hat den Mais-Schmarrn noch mit Tofu und Salat serviert, sieht sehr appetitlich aus.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen – ich bin dann mal in der Küche!

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Empfehlungen für kritische Leseratten Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich den Ernährungsratgeber “Peace Food“ von Rüdiger Dahlke vorstellen. Vergangenen Monat habt ihr bereits sein Kochbuch mit dem gleichen Titel…

Empfehlungen für kritische Leseratten

Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich den Ernährungsratgeber “Peace Food“ von Rüdiger Dahlke vorstellen. Vergangenen Monat habt ihr bereits sein Kochbuch mit dem gleichen Titel in meiner Kolumne kennengelernt. Informationen zum Autor und über das Konzept von „Peace Food“ finden sich ebenfalls im letzten Kolumnenbeitrag. „Peace Food“ ist 2013 im Gräfe und Unzer Verlag erschienen, ich bekam es als Geschenk von meinem Vater. Die essentielle Botschaft des Autors ist, dass Fleisch und Milchprodukte uns krank machen. Der heilsame Weg findet sich leicht in einer Ernährungsumstellung auf rein pflanzliche, vollwertige Kost. Dadurch bekommt der Körper alles, um körperlich und seelisch in Balance zu kommen.

Die „China Study“

Das Fundament zu dieser These liefert eine wissenschaftliche Studie von T. Colin Campbell. Die „China Study“ besagt: Je weniger tierisches Protein und Kasein ein Mensch zu sich nimmt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit für eine der folgenden Krankheiten: Krebs, Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten, Fettleibigkeit, Autoimmunerkrankungen, Osteoporose oder degenerative Gehirnerkrankungen. Stattdessen sollen Antioxidantien in ausreichendem Maß aufgenommen werden. Von verarbeiteten Lebensmitteln und raffinierten Kohlehydraten (Zucker oder Mehl) wird ebenso abgeraten.

Gleich zu Beginn wird auf die Fehler unseres Gesundheitssystems hingewiesen. Mediziner, Pharmazeuten und ähnliche Berufe profitieren von Krankheit. Am gesunden Menschen ist leider nichts zu verdienen. Nicht zuletzt deshalb sind auch viele Dinge rund um gesunde Ernährung wenigen Menschen bekannt und es kursieren viele Halbwahrheiten. Eine davon ist, dass der Mensch durch Milch seine Kalziumspeicher auffüllt – das Gegenteil ist der Fall.

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Milch

In diesem Kapitel von „Peace Food“ wird erklärt, warum durch hohen Milchkonsum eine Übersäuerung des Körpers stattfindet. „70 Prozent der Knochenbrüche sind dem hohen Konsum von tierischem Eiweiß zuzuschreiben. Dieses erhöht den Säuregrad des Gewebes wie wenig anderes, und der Organismus muss diese Säure wieder neutralisieren, wozu er Kalzium aus den Knochen verwendet, was in der Konsequenz die Kalziumausscheidung im Urin erhöht.“ In Folge von schwachen Knochen kann Osteoporose entstehen.

Wer sich mit dem Thema Milch mehr auseinandersetzten möchte, dem kann ich diesen Kurzfilm empfehlen. Ich bevorzuge die Schulversion des Videos, denn sie bringt das Wichtigste auf den Punkt. Außerdem kommt sie gänzlich ohne Horrorszenen aus. Somit ist sie gut für Kinder und sensible Menschen geeignet.

Gewichtsreduktion

Trendartige Fettleibigkeit ist laut Dahlke auf große Mengen von raffinierten Kohlenhydraten, tierischen Protein und Fett zurückzuführen. Durch die beschriebene Ernährungsweise fällt es leicht, „sein Gewicht“ zu finden und auch zu halten. Dementsprechend verlieren Menschen mit deutlichem Übergewicht schnell Kilos und Schlanke wiederum bleiben nahezu unverändert. Unabdinglich ist natürlich die Aufnahme von vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln. Zusätzlich fordert diese Kost unseren Organismus mehr als eiweiß- und fettreiche. Sie regt den Stoffwechsel und ebenso unseren Bewegungsdrang an. Man fühlt sich vitaler und lebendiger, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, am Ende eines jeden ist das Wichtigste kurz zusammen gefasst. Außerdem sind darin 30 vegane Rezepte von Dorothea Neumayr enthalten. Neben einer Anleitung für „Gefüllte Kohlrabi“ kann man zum Beispiel auch „Pochierte Birnen mit Mandelschaum und Veilchenblüten“ nach kochen.

Ich hab das Buch mit Freude verschlungen. Man merkt, dass der Autor voll und ganz hinter seinen Aussagen steht. Die aufgestellten Behauptungen basieren auf wissenschaftlichem Hintergrund. Das Leid der Tiere wird auf nüchterne Art und Weise beschrieben – emotionslos und ungeschminkt. Allerdings bekommt Dahlke auch viel Kritik zu spüren – auch aus den eigenen Reihen. Er wird mit vielen Vorwürfen konfrontiert, seine Behauptungen werden in Frage gestellt. Nichtsdestotrotz kann ich es nur weiterempfehlen. Denn durch das Lesen dieses Buches wurde ich in meinem eingeschlagenen Weg einer pflanzlichen Ernährung bestärkt und bekam neuen Mut.

Was haltet ihr von Rüdiger Dahlke? Findet ihr die Kritik berechtigt oder befürwortet ihr ihn, da er sich letztendlich für eine gute Sache einsetzt?

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Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen

Heute möchte ich euch das Buch einer Autorin vorstellen, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Melanie Joy hat mir das letzte Stück Verbindung gegeben, um vegan zu werden. Ich…

Heute möchte ich euch das Buch einer Autorin vorstellen, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Melanie Joy hat mir das letzte Stück Verbindung gegeben, um vegan zu werden. Ich hatte bereits ein dreiviertel Jahr zuvor einen Teil des Films Earthlings gesehen – ich habe nur den ersten Teil geschafft, weil es zu schmerzhaft war, um weiter zu schauen – und in der Folge kaum noch Milchprodukte oder Eier konsumiert. Dann stolperte ich eines Tages über einen Online-Vortrag von Melanie Joy, in dem sie ihr Buch in kurzer Form zusammenfasst. Einen Tag später war ich vegan, ich konnte gar nicht anders. Kurze Zeit darauf durfte ich Melanie Joy dann auch persönlich kennen lernen und ihren Vortrag noch einmal live hören. Danach kaufte ich mir das Buch.

In ihrem Buch beleuchtet Melanie Joy die psychologischen Mechanismen hinter unserem Umgang mit Tieren. Was mich besonders angesprochen hat, ist ihr sanfter Umgang mit dem Leser und der Gesellschaft. Sie verurteilt nicht und führt keine Hetzjagd gegen Nicht-Veganer, sondern sie versucht zu erklären, wie es möglich ist, dass wir als gesamte Gesellschaft ein so gewalttätiges System tragen, ohne dies wirklich zu hinterfragen. Sie nennt dieses Glaubenssystem Karnismus. Joy ist studierte Psychologin und hat selbst Forschung zu dieser Fragestellung betrieben. Ihre These ist, dass wir unsere Verbindung und Empathie gegenüber sogenannten „Nutztieren“ abgeschaltet haben, während diese Verbindung bei Haustieren weiterhin vorhanden ist. Sie versucht über diese Verbindung mit unseren Haustieren, die empathische Verbindung zu den Nutztieren wiederherzustellen. Außerdem beschreibt sie die Umstände in Wirtschaft und Politik, die das Glaubenssystem des Karnismus im Einzelnen pflanzen und aufrechterhalten, während wir aufwachsen.

Durch ihre nicht-urteilende und durchleuchtende Art hat es Melanie Joy geschafft, den Zugang zu meiner Empathie zu erreichen. Dadurch, dass ich Melanie Joy auch persönlich kennen lernen durfte, habe ich zu spüren bekommen, dass sie auch als Mensch so empathisch und urteilsfrei ist, wie sie schreibt. Sie ist jemand, der mich wirklich inspiriert hat und ich kann ihr Werk „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“ nur jedem Leser empfehlen.

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Scott Jurek: Eat & Run

Im Januar dieses Jahres habe ich Scott Jureks Buch gelesen, oder besser gesagt verschlungen. Schon der Titel hat mich angesprochen – ich laufe auch gerne, zwar keine Ultras, aber immerhin…

Im Januar dieses Jahres habe ich Scott Jureks Buch gelesen, oder besser gesagt verschlungen. Schon der Titel hat mich angesprochen – ich laufe auch gerne, zwar keine Ultras, aber immerhin normale Marathondistanzen sowie Bergläufe und ich ernähre mich auch vegan (zu Hause ausschließlich, sonst flexi-vegan). In „Eat & Run“ schreibt Scott Jurek über seine Kindheit und Jugend, darüber wie er zum Laufsport gekommen ist, wie sich seine Leidenschaft weiterentwickelt hat, wie er immer wieder und immer weiter gelaufen ist und wie er dabei auf vegane Ernährung gekommen ist.

Mit fesselnden Worten gelingt es Scott Jurek den Leser in seinen Bann zu ziehen und an seinen Abenteuern bei den längsten und härtesten Rennen teilhaben zu lassen. Man kann förmlich die Anstrengungen und Hitze mitfühlen, sowie die Schönheit der geschilderten Natur mit genießen und sich mit ihm freuen, wenn er einen Lauf gewinnt. Scott Jurek schreibt über seine schwerkranke Mutter, sein hartes Leben zwischen Laufsport, Studium und Geldverdienen, aber auch über seine Freunde und jene Menschen, die ihn motiviert und inspiriert haben. Die Ernährung kommt im Buch immer wieder nebenbei vor, zum Beispiel was er an neuen Nahrungsmitteln gerade ausprobiert, beeinflusst von seinen Reisen und Erfahrungen. Am Ende jeden Kapitels stellt Scott Jurek eines seiner veganen Lieblingsrezepte vor. Ein paar davon, wie den Chia-Pudding, habe ich schon ausprobiert – einfach zu machen und schmeckt sehr lecker. Ein persönlich geschriebenes, sehr lesenswertes Buch ist Scott Jurek gelungen. Nicht nur für Läufer empfehlenswert!

Hier geht es zu Scotts Website: scottjurek.com

 

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Rückblick: Veggieworld 2014 in Wiesbaden

Als mich vor ein paar Wochen meine Freundin Ina spontan fragte, ob ich nicht Lust hätte zur Veggieworld nach Wiesbaden mitzufahren, überlegte ich nicht lange: Ja! Von dieser Messe für…

Als mich vor ein paar Wochen meine Freundin Ina spontan fragte, ob ich nicht Lust hätte zur Veggieworld nach Wiesbaden mitzufahren, überlegte ich nicht lange: Ja! Von dieser Messe für Veganer und Rohköstler, bei der es um nachhaltiges Genießen geht, hatte ich schon gelesen, aber aufgrund der Entfernung (von München sind es noch ungefähr 400 Kilometer) nicht wirklich daran gedacht hinzufahren. Doch gemeinsam mit Freundinnen als Wochenendausflug war das eine perfekte Idee!

Auf die Messe habe ich mich vorbereitet, indem ich mir ein paar Produkte, die ich einmal probieren wollte, auf einer Liste zusammengeschrieben habe. Wenn man Lebensmittel im Internet bestellt, ohne sie vorher getestet zu haben, kann es ja durchaus sein, dass sie bald ganz hinten im Vorratsschrank landen. Daher wollte ich die Gelegenheit zur ausgiebigen Verkostung pflanzlicher Lebensmittel nutzen. Ehrlich gesagt war ich auch gespannt herauszufinden, wie die anderen Messebesucher so sind, nämlich quer durch alle Altersklassen, vor allem jüngeres studentisches Publikum und auffallend wenige im klassischen „Öko-Look“. Da sieht man schon, vegetarisch, vegan oder Rohkost liegt im Trend und ist längst über ein Randgruppendasein hinweg. Auch Bobos und Hipster legen Wert auf nachhaltige Ernährung!

Jetzt aber mal zur Messe an sich: Ich war überwältigt vom riesigen Angebot. Es gab über 80 Aussteller in drei großen Hallen. Das Spektrum reichte von veganen und Rohkost-Lebensmitteln (der größte Anteil) und Nahrungsergänzungsmitteln über Natur-Kosmetik bis hin zu Küchengeräten (wie zum Beispiel Entsafter für die Herstellung von Smoothies, die man auch gleich verkosten konnte) sowie ökologischer Kleidung. Für die interessierten Veggie-Novizen gab es Informationsstände, wie zum Beispiel einen Stand des Vebu (Vegetarierbund Deutschland), an denen man sich die Vorteile der fleischlosen Ernährung erläutern lassen konnte. Beispiel gefällig? Vielleicht zieht das ja bei Männern: Wer vegan lebt spart so viel C02, dass er Porsche statt Passat fahren darf, ohne sich dabei als Umweltsünder fühlen zu müssen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass man viele der Lebensmittel gleich probieren konnte. Leider hatte ich vorher im Hotel schon gefrühstückt, aber frei nach dem Motto „ein bisserl was geht immer“ – gerade wenn es so lecker ist – habe ich dann doch ganz schön oft zugegriffen. Nach der Anordnung der Stände wurden dann herzhafte Snacks, vielfältige Tofu- und Fleischersatzprodukte und Aufstriche verkostet, zwischendurch süße Rohkost-Knabbereien, Schokoladen und Pralinen genascht – eine unglaubliche Vielfalt. Mittagessen konnte ich leider nicht mehr, obwohl es auch vegane Döner gegeben hätte.

Beim Stand von Taifun, einem Hersteller von veganen Lebensmitteln aus Soja, gab es verschiedenste Tofu-Arten in Pfannen angeröstet und mit exotischen Gewürzen zubereitet. Die kulinarischen Ideen, zum Beispiel Tofu mit gerösteten Sesamkörnern aufzupeppen oder Seidentofu als Mango-Lassi zuzubereiten, hätten jedem Inder Konkurrenz machen können. Apropos Inder – Govinda, ein Hersteller von Naturkost, hatte Produkte im Angebot, die mich schon seit Längerem interessieren, wie Erdmandeln (nussähnliche Knollen) und diverse Rohkost-Snacks. Hier gab es auch Hanf-Proteinpulver, das ich für meinen Freund mitgenommen habe, da es die Muskelregeneration nach dem Sport auf pflanzliche Weise fördert. Angeblich ist bei dem Pulver (leider) keine berauschende Wirkung zu erwarten – Erfahrungsbericht folgt. Auf meiner Liste für die Messe befand sich auch Kokosöl, angeblich das gesündeste aller Öle aufgrund der darin enthaltenen Laurinsäure. Es hat unter ca. 25°C feste Form und wird erst beim Erhitzen ein flüssiges Öl. Hier wusste ich bei der Verkostung sofort, dass ich den feinen Kokos-Geschmack mag, und kaufte gleich die Großpackung. Ich freue mich schon auf diverse asiatische Speisen und Smoothies, die ich damit verfeinern werde. Und falls ich mich an Rohkost-Pralinen heranwagen sollte, kommt das Kokosöl sicherlich auch zum Einsatz. Sogar äußerlich als Creme angewandt soll es bei trockener Haut gut wirken.

Das einzige, was bei der Messe so gar nicht meinen Geschmack getroffen hat, war Spirulina, eine Art Algenpulver in Lutschtablettenform. Der nette Vertreter beim Stand meinte, dass ich die Tablette schön langsam im Mund zergehen lassen sollte. Doch egal wie gesund das Zeugs auch sein mag, beim Geschmack alleine wurde mir schon übel und so habe ich schnell das Weite gesucht und die Tablette unauffällig entsorgt.

Ich kann die Veggieworld jedem, der sich für Ernährung interessiert und gerne neue Sachen ausprobiert, empfehlen. Hier ist der Link zur Messe – bei den meisten Ausstellern kann man auch online Produkte kaufen.

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Ein Monat vegan – und jetzt?

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres –…

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres – ein sonniger Tag, den ich wie so oft mit einer lieben Freundin Sonne tankend auf ihrem Balkon verbrachte. Wie häufig zuvor unterhielten wir uns über die schönen Dinge des Lebens: Unsere Katzen, Menschen, die wir schätzen, gemeinsame Erinnerungen und Pläne und natürlich auch Essen. Sie, die Vegetarierin, und ich, die von Steak mit Chicken Wings und Spareribs als Beilagen schwärmte. Ein Gespräch wie so oft zuvor. Die gleichen Ansätze, die gleichen Argumente. „Bio. Artgerecht. Glücklich.“ Und am Ende dann ein Satz, der noch Tage später wirken sollte: „Aber es ist ja trotzdem tot.“ So einfach, so banal und so wirkungsvoll. Es dauerte keine Woche, bis ich beschloss ebenfalls Vegetarierin zu werden.

Die Umstellung fiel mir überraschend leicht. Ich fühlte mich gesund und fit. In meiner Begeisterung habe ich sämtliche Artikel, Studien, Erfahrungsberichte, Forenbeiträge und Blogs gelesen, die auch nur irgendwie in Verbindung mit der vegetarischen Lebensweise standen. Immer wieder streifte ich dabei das Thema Veganismus. Ganz unverständlich war es mir zu Beginn, die von Kindesbeinen an gelernten Denkweisen noch zu fest verankert. Wie soll man auch allen Ernstes ohne Milch und Käse überleben können? Ohne Eier? Oder gar ohne Schokolade? Das ist ja schlichtweg unmöglich! Mit diesen Gedanken versuchte ich die leise Stimme zu überzeugen, die mir immer wieder einflüsterte, dass da irgendetwas nicht stimmen könne. Nice try, könnte man sagen. Die Stimme wurde lauter, das Jahr ging dem Ende zu. Der Genuss beim Verspeisen von Käse und Ei wollte sich auch nicht mehr so recht einstellen. Es war ein guter Zeitpunkt, von alten Gewohnheiten abzugehen und Neues zu probieren. Der Entschluss war gefasst, im Januar würde ich einen veganen Probemonat einlegen!

So viel zu „Es war einmal“. Es war also einmal ich, die ich beschlossen hatte, alte Muster aufzugeben. Meinen Probemonat läutete ich zu Silvester ein. Ein veganes Feiertagsmenü musste her. Nach stundenlangem Kochbuch wälzen konnte ich einen Spicy Chili Burger mit Rosmarinkartoffeln und Kartoffel-Karotten-Rösti und als Dessert weißes Schokomousse servieren. Die Begeisterung war groß, die Erleichterung über das gelungene Festmahl ebenso. Gut zu wissen, dass man ganz hervorragende vegane Feiertagsmenüs zaubern kann. Schade allerdings, dass nicht jeder Tag ein Feiertag ist. Vor Mitternacht mussten dann doch noch einige Schokokekse dran glauben. Nur für den Fall, dass ich den ganzen Januar über ohne Schokolade überstehen müsste.

Der Alltag und seine Tücken

Natürlich habe ich jedem, den es interessiert hat (oder auch nicht), von meinem Probelauf schon im Vorfeld erzählt. Es gab viel Zuspruch, noch mehr Neugierde und wunderbarerweise nur ganz wenig Skepsis und Kopfschütteln. Während der letzten vier Wochen habe ich viele wertvolle Tipps erhalten und das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt. Das Essen zu Hause war wie erwartet kein Problem, tagsüber im Büro sah es da schon anders aus. Auf meine Anfrage bei unserem Caterer, ob es denn vegane Menüs gäbe, bekam ich die äußerst unbefriedigende Antwort: „Haben wir nicht, planen wir auch nicht.“ Aha. Danke. Nun gut, dann muss es anders gehen. Dann wird eben daheim vorgekocht. Gesagt, getan. Dummerweise fiel mir meine tolle Jause, die zu Hause in meinem Kühlschrank auf mich wartete, recht häufig erst wieder ein, als ich schon hungrig im Büro saß. Es klebt nun also seit einigen Tagen ein Zettel an der Wohnungstür, der mich an mein Essen erinnert. Für den Fall, dass auch der kluge Zettel nicht hilft, habe ich allerdings mittlerweile einen großen Vorrat an Vollkornbrot und Aufstrichen in meiner Schreibtischschublade.

Das Essen zu Hause wie auch im Büro stellte sich als relativ einfach durchzuführende Mission heraus. Restaurant- und Kaffeehausbesuche bereiteten mir aber dennoch ein wenig Sorgen. Weitgehend zu Unrecht. In jedem Restaurant, das ich besuchte, wurde mir eine fabelhafte vegane Speise aufgetischt. Entweder, weil es bereits eine Auswahl in der Karte gab, oder weil das Küchenpersonal kreativ und hilfsbereit war. Ich konnte gar nicht glauben, dass Pizza ohne Käse so lecker sein kann! Einzig auf Desserts musste ich häufig verzichten. Was aber viel schlimmer und für mich ganz und gar unverständlich war und ist, ist die Tatsache, dass es in vielen Kaffeehäusern, Bars und anderen Lokalen keine Sojamilch gibt. Ich trinke nur selten Kaffee, treffe mich aber wirklich gerne mit Freunden um eben das zu tun. Das ist ein Event, das muss zelebriert werden! Wie bitte soll ich einen Espresso ohne Milch zelebrieren und mich dann entspannt zurück lehnen? Selbst mit Mini-Schlucken ist die Tasse in allerhöchstens zehn Minuten leer. Sich länger Zeit zu lassen funktioniert auch nicht, weil der Kaffee dann kalt wird. Zelebrieren geht anders! Glücklicherweise gibt es aber doch einige Lokale, die nicht nur Pflanzenmilch, sondern ab und zu auch vegane Süßspeisen im Angebot haben. In den letzten vier Wochen habe ich einige entdeckt, die ich in Zukunft sicher häufiger besuchen (und natürlich auch darüber berichten) werde. Dort kann ich meinen Caffè latte nämlich gebührend feiern und ganz entspannt den Tag genießen.

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Bild: Jennifer / flickr.com

Der Januar ist vorbei. Und jetzt?

Jetzt ist Februar. Ich habe mir vier Wochen lang überlegt, wie ich mich denn fühlen würde, wenn der Probemonat vorbei wäre. Gesünder? Dünner? Besser? Der Erleuchtung einen Schritt näher? Würde ich mich voller Freude auf eine Käseplatte stürzen und als Nachtisch ein Glas Schokocreme auslöffeln, wenn vier Wochen voller Verzicht vergangen wären? Nichts von alledem. Ich bin gleich gesund oder ungesund, gleich dünn oder dick und gleich weit von der Erleuchtung entfernt wie vor einem Monat. Ich bin auch nicht besser. Weder besser als ich es vorher war, noch besser als irgendjemand anderer es ist. Achtsamer bin ich allerdings geworden. Achtsamer mit meinem Essen (Eh klar, wenn man überall das Kleingedruckte lesen muss), aber auch achtsamer mit anderen Menschen. Ich habe so viel Verständnis und Zuspruch erhalten. Mir ist aber auch Unsicherheit begegnet. „Jetzt kann ich beim Essen gar nicht mehr neben dir sitzen. Du findest mich jetzt bestimmt nicht mehr sympathisch. Wahrscheinlich glaubst du jetzt, ich bin ein schlechter Mensch.“ Liebe alle Menschen, die ihr mir im letzten Monat unsicher gegenübergetreten seid: Ich mag euch noch immer, genieße eure Gesellschaft weiterhin und nein, ich halte euch nicht für schlechte(re) Menschen. Ich erwarte auch nicht, dass sich jeder in meiner Gegenwart vegan oder vegetarisch ernährt. Ihr genießt euer Schnitzel oder Brathuhn? Wunderbar! Dann freut euch und seid dankbar, dass euch dieser Genuss gewährt wird. Ob die Herkunft eures Genussobjekts in Ordnung ist oder nicht, habe nicht ich zu entscheiden.

Was mich betrifft, werde ich meine Ernährung wohl weiterhin so gestalten, wie ich es im letzten Monat getan habe. Ich spüre weder Verzicht noch Versuchung. Neugier und Vorfreude sind die Gefühle, die meinen Gemütszustand am besten beschreiben. Neugier und Vorfreude auf unbekannte Nahrungsmittel, spannende Rezepte, überraschend auftauchende Lokale und neue Weggefährten.

Es ist Februar und ich bin nicht vegan. Ich brauche kein Label, um zu sein wer ich bin. Ich bin ich und ich ernähre mich weitgehend pflanzlich. Und wenn ich irgendwann das Verlangen nach einem Stück Milchschokolade oder einem Brot mit Honig haben sollte, dann werde ich das auch essen. Und ich werde genießen, mich bedanken und trotzdem kein schlechter Mensch sein. So endet auch meine Geschichte mit einem „und sie lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Denn genau das gedenke ich zu tun.

Habt ihr eure Ernährung auch schon einmal komplett umgestellt? Ernährt ihr euch vegan? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller…

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller Überraschungsgäste ein Sieben-Gänge-Menü inklusive passender Weinbegleitung auf den Tisch zaubern. KüchengöttInnen. Ich gehöre nicht zu dieser Spezies. Deshalb stapeln sich in meiner kleinen Küche unzählige Kochbücher. Kurz vor Weihnachten hat sich ein neuer Stapel gebildet: Vegane Kochbücher. Über eines davon – Vegan Guerilla – möchte ich gerne meine Gedanken mit euch teilen.

Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche. Ein Kochbuch, das aus einem privaten Food-Blog entstanden ist. Rezepte, die sich eine Studentin zu ihrem höchstpersönlichen Genuss ausgedacht hat. Bilder, die im eigenen Wohnzimmer ohne viel Chichi geknipst wurden. Ein Buch, das mich sofort angesprochen hat – sympathisch und einladend. Und das noch dazu auf 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt ist. Herz, was willst du mehr? Die Autorin, Sarah Kaufmann, schreibt in ihrem Vorwort, dass sie die Frage „Vegan – was kannst du denn dann noch essen?“ als Ansporn versteht, alle möglichen Gerichte zu veganisieren und sich neue Rezepte auszudenken. Wunderbar! Denn auch ich stelle mir die Frage „Vegan, was kann ich denn dann eigentlich noch essen?“.

Sarah Kaufmann gibt in ihrem Buch Antworten auf diese Frage. Und was für welche! Bunte, abwechslungsreiche, fantasievolle, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassende, leckere Antworten! Von Quinoa-Mango-Seitan-Salat, über Quiche Lorraine und Süßkartoffelburger, bis hin zu Nussecken und Cake Balls findet man in Vegan Guerilla alles, was das vegane Feinschmeckerherz begehrt. Die Autorin hat in ihrem Buch Rezepte veröffentlicht, die leicht nachzukochen sind. Die Zutaten sind in beinahe jedem Super- oder Biomarkt erhältlich, außergewöhnliches Zubehör wird nicht benötigt. Vegan Guerilla ist ein Kochbuch für jedermann. Spaß am Kochen und ein wenig Experimentierfreude vorausgesetzt.

Ich gestehe, ich habe erst ein Rezept ausprobiert. Erdnuss-Bananen-Cookies. Ganz recht, Kekse. Warum? Weil Kekse der Härtetest sind. Suppen, Salate und Hauptspeisen haben mich schon auf den Bildern überzeugt. Aber Kekse! Können vegane Süßspeisen denn wirklich so toll sein? Geht das denn? Wenn es um Süßigkeiten geht, wird der innere Schweinehund laut. Denn daran könnte eine Ernährungsumstellung scheitern. Bei mir zumindest. Wenn also die Kekse überzeugen, kann ja nichts mehr schief gehen. Ich habe sie also nachgebacken. In Mamas Omni-Küche, die eigentlich nicht für veganes Backen ausgerichtet ist. Und siehe da, alles war vorhanden (nur die Erdnüsse musste ich durch Mandeln ersetzen, aber hey, ich bin halt ein Freigeist). Erster Pluspunkt. Der Aufwand hielt sich in Grenzen. Alle Zutaten in einer Schüssel mixen, kleine Fladen formen und ab ins Backrohr damit. Dann noch schnell die Füllcreme rühren, die fertigen Kekse auskühlen lassen, mit der Creme zusammenkleben und draußen kaltstellen. Großartig, so mag ich das. Noch ein Pluspunkt.

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Bild: Nadine

Keine Stunde später waren sie fertig. Meine ersten, selbstgebackenen, veganen Kekse. Doppeldecker-Cookies mit Schoko-Bananen-Cremefüllung. Schon während des Zusammenklebens haben die Herren des Hauses heimlich Kekshälften stibitzt. Natürlich nur, um ihrer Aufgabe als Geschmacksjuroren ordentlich nachkommen zu können. Und sie waren sich einig: Die besten Après-Christmas-Cookies überhaupt. Eine Küchengöttin bin ich zwar noch immer nicht, aber mit Vegan Guerilla bin ich dem Küchenolymp schon einen Schritt näher.

Wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, könnt ihr Vegan Guerilla direkt über compassion media bestellen. Sarahs Blog mit vielen tollen Rezepten findet ihr hier: Vegan Guerilla

Der innere Schweinehund liegt übrigens satt in einer Ecke und träumt von veganem Schokomousse. Das steht nämlich als nächstes auf meiner „To-Cook-List“. Darüber und über meine vegane Probezeit im Jänner werde ich aber ein anderes Mal berichten.

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Eisen – Warum Spinat ein schlechter Eisenlieferant und Eisenmangel kein Vegetarierproblem ist

Man liest immer häufiger von der Volkskrankheit Eisenmangel. Und davon, dass dieser hauptsächlich durch einseitige, mangelhafte Ernährung bei Vegetariern und Veganern ausgelöst wird. Wenn man bedenkt, wie wenig vegetarisch und…

Man liest immer häufiger von der Volkskrankheit Eisenmangel. Und davon, dass dieser hauptsächlich durch einseitige, mangelhafte Ernährung bei Vegetariern und Veganern ausgelöst wird. Wenn man bedenkt, wie wenig vegetarisch und vegan lebende Leute in Europa wohnen, können diese kaum schuld an einer Volkskrankheit sein. Eisenmangel entsteht vor allem bei einer einseitigen, unausgewogenen Ernährung oder bei Blutverlust. Er betrifft Fleischesser genauso wie Vegetarier oder Veganer!

Warum Eisen?

Die wichtigste Funktion des Eisens ist die Blutbildung. Das Blut ermöglicht den Transport des lebenswichtigen Sauerstoffs in die Organe und das Gewebe. Aber nicht nur die blutbildenden Zellen sind auf ausreichend Eisen (Funktionseisen) angewiesen, sondern über hundert weitere Körperfunktionen, wie beispielsweise die Energieproduktion in den Zellen oder die Hormonbildung. Das Funktionseisen kann, im Gegensatz zum Speichereisen (Ferritin) und Hämeisen (im Hämoglobin), im Blut nicht direkt nachgewiesen werden. Wenn es bedingt durch einen starken Eisenmangel zu einer Blutarmut kommt, spricht man von einer Eisenmangelanämie.

Bioverfügbarkeit – Die Eisenmenge, die vom Körper effektiv verwertet werden kann

Bioverfügbarkeit „Häm-Eisen“ (Fe2+): ca. 15 bis 35 Prozent
Bioverfügbarkeit „Nicht-Häm-Eisen“ (Fe3+): ca. 2 bis 20 Prozent

Biochemisch unterscheidet man zwischen zwei- und dreiwertigem Eisen, sprich Eisen kommt in der Nahrung in zwei Formen vor: Zweiwertiges Eisen, das als Bestandteil des Blutfarbstoffs nur in Fleisch und Fisch vorkommt, besitzt eine höhere Bioverfügbarkeit als das dreiwertige Eisen, das sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Man spricht auch von „Häm-Eisen“ im Fleisch (Fe2+) oder „Nicht-Häm-Eisen“ (Fe3+) in allen anderen Lebensmitteln. Das Häm-Eisen im Fleisch wird vom Körper besser aufgenommen (= höhere Bioverfügbarkeit). Weil pflanzliche Quellen das schlechter verwertbare „Nicht-Häm-Eisen“ enthalten, müssen Veganerinnen theoretisch etwa die doppelte Menge an Eisen aufnehmen. Erwachsenen Veganern und Veganerinnen nach der Menopause wird empfohlen, etwa 20 Milligramm (mg) täglich zu sich zu nehmen. Frauen vor der Menopause haben aufgrund der Menstruation einen etwas höheren Tagesbedarf (25 – 30 mg). Erwachsene Männer, die regelmäßig Fleisch essen, benötigen etwa 10 mg Eisen am Tag, Frauen etwa 15 mg. Für Kinder und Schwangere gelten diese Werte nicht.

Bild: Yvonne

Stoffe, die die Eisenaufnahme hemmen oder fördern

Eine optimale Eisenaufnahme erreicht man mit gleichzeitiger Aufnahme von Vitamin C. Das ist auch der Grund, warum viele Eisenpräparate ebenfalls Vitamin C enthalten. Fördernd sind auch weitere organische Säuren wie Weinsäure, Apfelsäure, Zitronensäure, Fructose oder Milchsäure. Die beiden grössten Hemmer für die Eisenaufnahme sind Koffein (in Kaffee, Tee, Kakao, Energy-Drinks, Cola-Getränken etc.) und Milchprodukte! Außerdem hemmt die Oxalsäure die Eisenaufnahme im Darm sehr stark. Oxalsäure kommt vor allem in Spinat, Rhabarber und Kakao vor. Phosphate in Fleisch, Käse oder Lebensmittelzusätzen, säurehemmende Medikamente oder die gleichzeitige Einnahme von Magnesium, Calcium oder Zink beeinträchtigen die Eisenaufnahme ebenfalls.

Symptome eines Eisenmangels

Wer unter Eisenmangel oder Eisenmangelanämie leidet, kann unter anderem folgende Symptome haben: Haarausfall, Probleme mit der Wärmeregulierung („Mir ist ständig kalt.“), ausgeprägte Müdigkeit, Leistungsschwäche, Atemnot, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Blasse Haut/Schleimhäute, Unterschenkelödeme (Wasser in den Beinen), Depressionen, brüchige Nägel, Hohlnägel, Mundwinkelrhagaden, brennende Zunge etc.

Blutwerte checken

Es ist wichtig, seine Blutwerte regelmäßig überprüfen zu lassen. Um einen Eisenmangel feststellen zu können, muss sowohl Funktionseisen (meist Standard) als auch der Eisenspeicher (Ferritin) getestet werden. Unterschiedliche Testlabors haben teilweise etwas unterschiedliche oder veraltete Richtwerte. Dennoch sollte man beachten, dass Eisenwerte unter 50 µg/l behandelt werden sollten – vor allem dann, wenn Symptome auftreten. Daher ist es immer ratsam, sich eine Kopie der Blutuntersuchungsauswertung geben zu lassen. Bei einem Mangel sollte aufgrund der oben genannten Punkte unter ärztlicher Aufsicht supplementiert werden. Mit Tabletten oder bei einer Eisenmangelanämie mit Infusionen. Diese sind teuer und nicht komplett nebenwirkungsfrei, aber generell besser verträglich als Tabletten und werden mittlerweile von etlichen Krankenkassen übernommen.

Ärzte raten aus gutem Grund von der unkontrollierten Einnahme von selbst gekauften Eisenpräparaten ab. Eisen ist nicht wasserlöslich und kann auch überdosiert werden. Es gibt neben Eisenmangel auch eine Eisenspeicherkrankheit, die Hämochromatose. Diese muss ebenfalls ärztlich behandelt werden, weil sich dabei überschüssiges Eisen in den Organen ablagert und zu Gewebeschäden oder Vergiftungserscheinungen in Herz, Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangdrüse, Leber und den Gelenken führen kann. Oft reicht bei einem Mangel eine einmalige Infusionsserie aus, um diesen in den Griff zu bekommen. Auch Veganer können danach versuchen, ihre Werte mit ihrer Ernährung und allenfalls veganen Präparaten im Normbereich zu halten.Es gibt mittlerweile empfehlenswerte Spezialisten auf dem Gebiet der Eisenmangelbehandlung: eisenzentrum.org

 

Bild: PDPics / pixabay.com

Eisenhaltige Lebensmittel

Wenn ein Eisenmangel festgestellt wurde, gibt es kaum eine Chance, die Speicher über die Nahrung wieder zu füllen. Alles, was über den Tagesbedarf heraus geht, gelangt in den Eisenspeicher. Unter dem Strich bleibt oft kaum etwas übrig, wenn man den Tagesbedarf mit dem Eisengehalt der zu sich genommenen Lebensmitteln vergleicht.

In der folgenden Liste sind einige pflanzliche Lebensmittel aufgeführt. Dabei beschränkt sich die Angabe auf den Eisengehalt. Möglicherweise enthaltene Stoffe, die die Eisenaufnahme fördern oder hemmen, wurden dabei nicht berücksichtigt. Der Eisengehalt ist ein Richtwert und jeweils in mg pro 100g angegeben:

Aprikosen, getrocknet 4
Datteln 3
Erbsen 5
Haferflocken 4,2
Hirseflocken 9
Ingwer 11
Johannisbeeren schwarz 1,3
Kardamom 100
Kürbiskerne 12
Mandeln 4
Melasse (Zuckerrübensirup) 15
Minze, getrocknet 87,5
Mohn 9,5
Petersilie getrocknet 97,8
Petersilie frisch 3,3
Pfifferlinge 6,5
Quinoa 10,8
Rote Beete/Rüben 1
Spinat 2,7
Süßholz 41
Tofu 6
Traubensaft 0,3
Weizenkleie 16
Zimt 38

Und als Vergleich noch einige tierische Lebensmittel, ebenfalls in mg/100g:
Austern 5,8
Blutwurst 6,4
Hühnereigelb 7,2
Kalbsleber 7,9
Lachs 0,7
Putenfleisch 3
Schweineleber 22
Rindfleisch 3

Eine übersichtliche Liste gibt es hier: eisenhaltigelebensmittel.de

Quellen:
http://www.eisenzentrum.org/ez/daten/in … age568.htm
http://www.vegan.ch/vegan-leben/gesund-leben/eisen/
http://www.lzlauftreff.ch/pdf/herunterl … mangel.pdf

1 Kommentar zu Eisen – Warum Spinat ein schlechter Eisenlieferant und Eisenmangel kein Vegetarierproblem ist

Vegan for Fit von Attila Hildmann

Die vegane Ernährungsweise liegt voll im Trend – nicht zuletzt aufgrund des großes Erfolges der Bücher von Attila Hildmann, wie zum Beispiel Vegan for Fit. Vegan for Fit ist kein Kochbuch…

Die vegane Ernährungsweise liegt voll im Trend – nicht zuletzt aufgrund des großes Erfolges der Bücher von Attila Hildmann, wie zum Beispiel Vegan for Fit.

Vegan for Fit ist kein Kochbuch im ursprünglichen Sinn, obwohl es jede Menge leckere Rezepte enthält. Attila Hildmann will die Leser mit der 30-Tage-Challenge herausfordern, sich 30 Tage lang vegan zu ernähren um die positiven Auswirkungen selbst zu erleben. Das Buch enthält außerdem Erfahrungsberichte und Vorher-Nachher-Fotos zahlreicher Teilnehmer der 30-Tage-Challenge.

Das Buch Vegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge findet ihr hier: vegan-for-fit.de

Wer von euch kennt Vegan for Fit schon oder hat sogar das Buch zu Hause?

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