Eco. Life. Style.

Schlagwort: vegan

Schlemmen in der Bio-Pizzeria Vero in Wien

Mein erster Beitrag auf The bird’s new nest handelt – wie soll es anders sein – von meiner absoluten Lieblings-Pizzeria, der bisher einzigen Bio-Pizzeria in Wien: Vero. Schon als ich das erste…

Mein erster Beitrag auf The bird’s new nest handelt – wie soll es anders sein – von meiner absoluten Lieblings-Pizzeria, der bisher einzigen Bio-Pizzeria in Wien: Vero. Schon als ich das erste Mal im Veros war, fühlte ich mich sofort willkommen. Das Ambiente ist überaus einladend, Blickfänger sind die vielen kleinen Lampen, der außergewöhnlich schöne, mit Mosaiken besetzte Pizzaofen und die Kunstwerke von Kawa Kafruschy, zusammen mit Hamdi Canan einer der beiden Geschäftsführer. Der Service ist herzlich, zuvorkommend und ich fühle mich immer, als würde ich bei Freunden einkehren. Vielleicht meint ihr ich übertreibe, aber ich komme, wenn ich an die Bio-Pizzeria Vero denke, einfach nur ins Schwärmen und wer mich einmal begeistert, wird mich nicht mehr so schnell wieder los.

10547760_1122297434487380_9088538195819964753_o

Alle Suppen, vier Salate und drei Pasta-Gerichte sind vegan und auch auf der Karte entsprechend gekennzeichnet. Außerdem gibt es drei pflanzliche Pizzen, unter anderem mit veganem Käse, die ich alle wärmstens empfehlen kann. Als veganen Nachtisch bietet das Vero eine „Nutella“-Pizza (mit veganem Bio-Aufstrich von Alnavit) zum süßen Abschluss, die zu meinen absoluten Favoriten zählt. Wer eine solche süße Pizza noch nie gegessen hat, sollte sie unbedingt probieren! Sämtliche Zutaten aller Speisen stammen übrigens aus biologischem Anbau.

Bio-Pizza

Ab und an werden auch Specials angeboten, die nicht auf der Karte stehen, zum Beispiel durfte ich kürzlich eine grandiose Kürbispizza genießen. Also keine Scheu und einfach mal nachfragen – mittlerweile bestelle ich nur noch nach Empfehlung! Für den Teig wird Bio-Dinkelsauerteig, wahlweise auch mit Bio-Dinkelvollkornmehl verwendet, welcher sehr gut sättigt, aber nicht schwer im Magen liegt wie man es sonst von den meisten Pizzen kennt. Man schmeckt und spürt, dass der neapolitanische Pizza-Meister Vincenzo sein Handwerk versteht und mit Freude ausübt. Vegane Weine von Weinbau Fürnkranz, Eistee von Charitea sowie weitere Bio-säfte und -bier und natürlich Bio-Kaffee und -tee runden das Speisenangebot ab. Besonders empfehlen kann ich für alle Weinliebhaber den Zweigelt von Weinbau Fürnkranz.

Kurzum im Veros gibt es mehr zu entdecken als „nur“ Pizza und das Restaurant ist immer wieder einen Besuch wert!

 

Bio-Pizzeria Vero
Währinger Gürtel 162/2 (Ecke Sobieskigasse)
1090 Wien

Gegenüber U6 Station Nußdorferstraße
Öffentliche Verkehrsanbindungen: U6, 37, 38, 35A, 37A

Geöffnet:
Montag bis Sonntag, 11 bis 24 Uhr (Warme Küche bis 23 Uhr)

Website: vero.co.at
Facebook: facebook.com/biopizzeriavero

2 Kommentare zu Schlemmen in der Bio-Pizzeria Vero in Wien

Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Das Ratatouille

Heute machen wir einen kulinarischen Ausflug nach Frankreich. Das Ratatouille passt ideal zum Sommer, weil die typischen Zutaten gerade jetzt Erntezeit haben und deshalb besonders frisch, günstig und regional verfügbar…

Heute machen wir einen kulinarischen Ausflug nach Frankreich. Das Ratatouille passt ideal zum Sommer, weil die typischen Zutaten gerade jetzt Erntezeit haben und deshalb besonders frisch, günstig und regional verfügbar sind. Vielleicht habt ihr gerade deshalb ein paar Auberginen, Zucchini und Paprika im Kühlschrank, die darauf warten verkocht zu werden.

Das Ratatouille

Das sollte immer dabei sein: Auberginen, Zwiebeln, Zucchini, Tomaten (frisch oder aus der Dose), Paprika, Öl, Salz und Pfeffer

Das kann dabei sein: Knoblauch, Kräuter, Kapern, jedes Gemüse, das ihr auch gerne in eurem Ratatouille hättet

Mögliche Beilagen: Nudeln, Kartoffeln, Reis, Bulgur, Maisgries…..

Zubereitung

Das Gemüse in mittelgroße Stücke schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und Gemüse darin braten. Mit Salz, Pfeffer, Kräutern und gegebenenfalls Knoblauch abschmecken.

Die Zutaten des Ratatouilles auf dem Titelbild sind Auberginen, Zwiebeln, Zucchini, Tomaten aus der Dose, Paprika, Kräuter, Kapern, Öl, Salz und Pfeffer. Guten Appetit!

Welche Zutat muss unbedingt in euer Ratatouille?

 

Alle weiteren schnellen, veganen Rezepte zur Vorratsverwertung findet ihr hier.

Keine Kommentare zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Das Ratatouille

Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Kalte Gurkensuppe

Heute stelle ich euch eine kalte Gurkensuppe als schnelles, veganes Rezept zur Vorratsverwertung vor. Es passt genauso wie Gazpacho sehr gut zur Sommerhitze und ist wieder eine quick and dirty Version, weil…

Heute stelle ich euch eine kalte Gurkensuppe als schnelles, veganes Rezept zur Vorratsverwertung vor. Es passt genauso wie Gazpacho sehr gut zur Sommerhitze und ist wieder eine quick and dirty Version, weil ich sowohl die Gurkenschalen als auch das Gehäuse mit den Kernen verwendet habe. Das wird in vielen Versionen ausgespart. Außerdem habe ich das Rezept veganisiert und Sojajoghurt in Kombination mit Weißbrot und Zitrone anstelle von Joghurt aus Kuhmilch verwendet.

Kalte Gurkensuppe

Das sollte immer dabei sein: Eineinhalb Salatgurken, eine Handvoll Minze, 200ml kalte Gemüsebrühe, 400g Sojajoghurt, ein bis zwei Scheiben Weißbrot, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Das kann dabei sein: Radieschen, Knoblauch, Olivenöl

Zubereitung

Gebt Gurken, Minze, Gemüsebrühe, Sojajoghurt und Weißbrot in einen Mixer oder eine Küchenmaschine. Falls ihr mit einem Pürierstab arbeitet, schneidet die Zutaten vorher klein. So lange mixen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Essig und Öl abschmecken, fertig ist die kalte Gurkensuppe.

Die Zutaten der Gurkensuppe auf dem Titelbild sind eineinhalb Salatgurken, eine Handvoll Minze, sieben Radieschen, 200ml kalte Gemüsebrühe, 400g Sojajoghurt, zwei Scheiben Weißbrot, Salz, Pfeffer, Zitronensaft.

Guten Appetit!

 

Alle weiteren schnellen, veganen Rezepte zur Vorratsverwertung findet ihr hier.

Keine Kommentare zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Kalte Gurkensuppe

Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Gazpacho

Das heutige Rezept der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung ist ein bisschen unflexibler als die beiden ersten – Nudelsalat und Gemüsepfanne -, dafür geht es in dieser quick…

Das heutige Rezept der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung ist ein bisschen unflexibler als die beiden ersten – Nudelsalat und Gemüsepfanne -, dafür geht es in dieser quick and dirty Version sehr schnell und ist ideal für die aktuelle Hitze. Das Gazpacho wirkt angenehm kühlend, ihr müsst nicht mal den heißen Herd anwerfen.

Gazpacho

Das sollte immer dabei sein: Vier große oder sechs kleine Tomaten, ein bis zwei gelbe und/oder rote Paprika, eine geschälte Salatgurke, Öl, Essig, Salz, Pfeffer

Das kann dabei sein: Eine Zwiebel (rot oder gelb), Knoblauch, Basilikum oder Koriander, eine Scheibe Weißbrot (oder Toast/Baguette), Chilischoten

Zubereitung

Halbiert die Tomaten und entfernt den grünen Strunk. Putzt die Paprika und schält die Gurke. Gebt diese Zutaten gegebenenfalls mit einer Scheibe Weißbrot (kann auch schon trockenes Brot sein), einer Zwiebel, Knoblauch, Kräutern und Chilischote in einen Mixer oder eine Küchenmaschine. Solltet ihr nur einen Pürierstab zur Hand haben, empfiehlt es sich, die Zutaten vorher klein zu schneiden. So lange mixen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl abschmecken, fertig ist das Gazpacho.

Die Zutaten des Gazpacho auf dem Titelbild sind sechs kleine Tomaten, eine gelbe Paprika, eine geschälte Salatgurke, zwei Scheiben trockenes Baguette, Basilikum, Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Guten Appetit!

Was ist euer liebstes Essen bei heißem Wetter?

1 Kommentar zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Gazpacho

Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Die Gemüsepfanne

Weil jede Menge Gemüse in meinem Kühlschrank liegt, geht Teil zwei der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung mit der flexiblen Gemüsepfanne weiter. Den ersten Teil, Nudelsalat, findet ihr…

Weil jede Menge Gemüse in meinem Kühlschrank liegt, geht Teil zwei der Serie über schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung mit der flexiblen Gemüsepfanne weiter. Den ersten Teil, Nudelsalat, findet ihr hier.

Das flexible Gemüsepfannenrezept

Das sollte immer dabei sein: Gemüse, Speiseöl, Gewürze

Das kann dabei sein: Obst, Nüsse, Kräuter, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne, gelbe oder rote Linsen, Keimlinge, Tofu, Seitan…

Auch gerne mit Sauce: Sojasauce, Pflanzensahne…

Mögliche Beilagen: Reis, Pasta, Kartoffeln, Couscous, Bulgur…

Zubereitung

Gewünschtes Gemüse putzen und schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und Gemüse hinzufügen. Im Öl anbraten und würzen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Sauce hinzuzufügen falls eure Gemüsepfanne eine braucht. Sonst reichen auch Öl und ein paar Löffel Wasser. Das Gemüse unter regelmäßigem Umrühren köcheln. Fertig ist die Gemüsepfanne.

Die Zutaten der Gemüsepfanne auf dem Titelbild sind Karotten, Kohlrabi, Räuchertofu, Kartoffeln, Sojasauce und Salz.

Guten Appetit!

Was ist eure kreativste Gemüsepfannenkreation?

1 Kommentar zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Die Gemüsepfanne

Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Der Nudelsalat

Um Lebensmittel möglichst effizient und ohne Zeitdruck verarbeiten zu können, sollten schon beim Einkauf einige Regeln beachtet werden. Dazu gehört unter anderem das Checken der Vorräte vor dem Gang in…

Um Lebensmittel möglichst effizient und ohne Zeitdruck verarbeiten zu können, sollten schon beim Einkauf einige Regeln beachtet werden. Dazu gehört unter anderem das Checken der Vorräte vor dem Gang in den Supermarkt, eine darauf basierende Einkaufsliste, das Widerstehen von Lockangeboten und vor allem nie hungrig einkaufen zu gehen. Weil wir alle nur Menschen sind, kann es trotzdem passieren, dass schrumpelig werdendes Gemüse im Kühlschrank liegt, der Räuchertofu fast abgelaufen ist, oder schon fünf Packungen Nudeln im Vorratsschrank schlummern, weil ihr einfach zugreifen musstet, als die Bio-Vollkorn-Nudeln um 25 Prozent preisgesenkt waren.

In einer mehrteiligen Serie möchte ich euch einfache vegane Rezepte vorstellen, in denen Vorräte schnell und köstlich verwertet werden. Nudelsalat ist aktuell eines meiner Lieblingsgerichte. Vor allem deshalb, weil das Luxusproblem vieler nicht kombinierbar erscheinender Zutaten gelöst werden kann.

Das flexible Nudelsalatrezept

Das sollte immer dabei sein: Nudeln, Öl, Balsamico oder sonstiges Dressing

Das kann dabei sein: Jegliches Gemüse (gegebenfalls gekocht), Avocados, Obst (zum Beispiel Äpfel), Nüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Küchenkräuter, Wildkräuter…

Zubereitung

Nudeln kochen und abkühlen lassen (mit kaltem Wasser übergießen oder gekochte Reste vom letzten Pastagericht verwerten), Gemüse und gewünschte weitere Zutaten hinzufügen, mit Öl und Balsamico oder gewünschtem Dressing würzen und abschmecken.

Die Zutaten des Nudelsalats auf dem Titelbild sind Vollkornfarfalle, Cocktailtomaten, Räuchertofu, in Scheiben geschnittene und in Öl gebratene Champignons, Petersilie, Salatkörner, Rotkleeblüten, Balsamico, Olivenöl, Salz.

Guten Appetit!

Was ist eure kreativste Nudelsalat-Kombination?

Keine Kommentare zu Schnelle, vegane Rezepte zur Vorratsverwertung: Der Nudelsalat

EARTHLINGS – Schau es dir an!

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über…

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik

Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über den Film EARTHLINGS schreiben wolle. Im Idealfall jemand, der Fleisch isst und nicht Vegetarier oder Veganer ist. In diesem Moment hätte man es ja schon ahnen können. Tat ich aber nicht und nun sitze ich hier. Suche Worte für einen Film, den man in die Welt hinaus schreien muss. Man sollte die Zuschauer ein wenig vorbereiten auf das, was sie erwartet. Vielleicht. Denn dein Fleisch kommt nicht vom Heile-Welt-Bauernhof!

Worum geht es in Earthlings?

Der ungefähr 95 Minuten dauernde Dokumentarfilm lässt sich in mehrere Kapitel aufteilen:

Haustiere
Was passiert mit streunenden, ausgesetzten und abgegebenen Haustieren?

Nahrung
Woher kommt das Fleisch, welches wir als Nahrung zu uns nehmen? Wie wird es produziert?

Kleidung
Wie werden Leder und Pelz hergestellt?

Unterhaltung
Was haben Sea World und der Zirkus von nebenan mit EARTHLINGS zu tun?

Wissenschaft
Welche Experimente werden für Kosmetikhersteller, Pharmaunternehmen und die Verkehrsforschung durchgeführt?

Es dreht sich alles um den tatsächlichen, realen Umgang des Menschen mit Tieren. Nicht um das schöne Bild, das wir ständig in der Werbung sehen. Keine endlosen Weidegründe mit wenigen Kühen, sondern eng zusammengepferchte Kühe, Schweine und Hühner sind die Realität. Leider ist das immer noch eine Beschönigung der Zustände.

Bevor ich weiter auf den Film eingehen möchte, will ich dir noch kurz drei Fragen mit auf den Weg geben:
Sind Tiere minderwertig?
Ab wann ist ein Tier ein Lebewesen?
Ab wann empfinden Tiere Schmerzen, Leid und Angst?

Du wirst verstörende Bilder zu sehen bekommen. EARTHLINGS wird als „Dicke Berta“ der Veganer gegen die Fleischesser beschrieben. Als das schwerste Geschütz, das gegen die Gegner aufgefahren werden kann. Das ist zwar durchaus richtig aber andererseits ist es von den tatsächlichen Anschuldigungen her noch relativ wertungsfrei. Dich werden Bilder erwarten wie fast verhungerte Hunde, die lebend in eine Müllpresse geworfen werden. Hunde werden vor deinen Augen eingeschläfert. Tiere werden aus Kostengründen einfach vergast, weil es bei der Masse an Tötungen nicht mehr möglich ist, alle per Spritze einzuschläfern. Ich bin ehrlich: Das sind noch die harmloseren Bilder.

Ich kannte manche Bilder bereits aus anderen Kampagnen, doch bei EARTHLINGS musste ich mehrfach schlucken. Erst hofft man, es seien Einzelfälle. Doch das sind sie nicht. Der Film berichtet von immer wiederkehrenden Vorfällen – oft aus Kostengründen

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Aufnahmen des Bullen, der mit aufgeschlitzter Kehle in seinem eigenen Blut auf dem Boden um seine letzten Augenblicke kämpft. Oder das Tier, welchem man in die Augen mit den langen Wimpern schauen kann, nachdem ihm bei lebendigem Leibe der Pelz vom Körper gerissen wurde. Die Affen, denen in Versuchslaboren bewusst Hirnverletzungen zugefügt werden, um deren Auswirkungen erforschen zu können.

Wirklich, keine schönen Aufnahmen. Doch gerade wenn du FleischesserIn, PelzträgerIn oder begeisterte/r ZirkusbesucherIn bist erwarte ich eines von dir: Schau es dir an!

Ich bin, wie gesagt, selbst Konsument von Fleisch, trage im beruflichen Alltag Lederschuhe und fand Delfin-Shows toll. Genau aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass man weiß, unter welchen Umständen all dies entsteht. denn wenn du es nutzt, solltest du auch wissen, woher es kommt.

Earthlings und die KZ-Vergleiche

In der WAZ werden mehrfach die Vergleiche mit einem Konzentrationslager kritisiert. Holocaust, Rinderzucht, andere Verbrechen. Alles irgendwie das selbe. Denn zu Beginn des Films werden Aufnahmen einer großen Rinderfarm kurz nach Bildern eines Konzentrationslagers gezeigt. Anschließend bekommt der Zuschauer weitere Verbrechen zu sehen, diesmal wieder an Menschen. Wo und aus welchen Gründen diese geschehen sind bleibt offen. Konzentrationslager, nicht genauer benannte Menschenrechtsverletzung und Massentierhaltung in einer Szene. Das wirkt nicht nur wie ein billiger Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen, sondern ist auch gefährliche Gleichmacherei.

Denn die politische Verfolgung von Millionen Juden hat rein gar nichts damit zu tun, dass Menschen viele Tiere als günstige Nahrungsquelle ausnutzen. Der Holocaust, Rinderzucht, irgendwelche anderen Verbrechen. Bei Earthlings ist das alles irgendwie das selbe. Das ist schade.“

Ich kann verstehen, wenn man im ersten Moment unverständlich den Kopf schüttelt. Verbrechen an Menschen können nicht den gleichen Stellenwert haben wie Verbrechen an Tieren. Doch trotzdem muss ich in ein paar Punkten widersprechen. Greift man zurück auf den Anfang der Dokumentation, findet man dort die Definitionen von Sexismus, Rassismus und Spezieismus. In der NS-Zeit Deutschlands wurden Juden getötet, weil sie Juden waren. In der heutigen Zeit werden Tiere getötet, weil sie Tiere sind. Das eine ist Rassismus, das andere Spezieismus.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, habe ich die Definition von Konzentrationslagern herausgesucht: Als Konzentrationslager wurden bisher verschiedene Haftorte in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Zeiten bezeichnet. Die lateinische Wortherkunft bedeutet sammeln, zusammenziehen oder zusammenlegen. Passt leider besser, als uns lieb sein dürfte. Ich halte es nicht unbedingt für einen „billigen Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen“, sondern für eine Darstellung von den unvorstellbaren Zahlen an Lebewesen die damals wie heute vernichtet wurden. Ich kann mir zum Beispiel nicht die Menge von fünf Millionen Menschen vorstellen. Wie soll ich mir dann die Menge von 66 Millionen Tieren vorstellen, die jeden Tag von Menschen getötet werden. Jeden Tag? Für mich ist das unvorstellbar viel. Das kann nur mit einer Tötungsmaschinerie ablaufen. Und so schließt sich der Kreis zu den KZs.

Mein persönliches Fazit: Ansehen!

Ich finde den Film gut. Sehr gut sogar. Was mir gefällt ist die Tatsache, dass es wirklich eine Dokumentation ist und keine direkte Anklage. Bei Interviews, Dokus und Vorträgen zum Thema Ernährung driftet es leider manchmal schnell in eine Anklage ab. Zuschauer bekommen das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Bei Earthlings kam mir das nicht so vor. Das mag auch an dem Satz zum Schluss liegen: Make the connection.

Earthlings für Kinder und Jugendliche? Zu Beginn des Films wird gesagt, dass man den Film auch seinen Kindern zeigen kann. Damit hätte ich, bei meiner Tochter mit neun Jahren, noch Bauchschmerzen. Ich denke den Film sollte man frühestens mit zwölf, besser aber erst mit 16 Jahren sehen. Sicherlich kann und sollte man das Thema „Woher kommt mein Essen?“ bei passender Gelegenheit ansprechen, doch solche Bilder müssen für unter 16jährige nicht unbedingt sein. Wo der Film aber gut hin passen würde, wäre im schulischen Bereich der Oberstufe. Man kann damit mehrere gesellschaftliche sowie politische Themen ansprechen.

Was hat der Film für Auswirkungen auf mein Konsumverhalten? Da ich schon seit einiger Zeit bewusster auf meinen Konsum achte, ändert sich bei mir langsam etwas. Manche Bilder bleiben im Gedächtnis und kehren auch wieder wenn man zum Beispiel vor der Wurst- oder Käsetheke steht. Dann schaue ich mich eher nach vegetarischen Alternativen um. Mein Fleischkonsum ist nicht komplett eingestellt. Allerdings entwickle ich eine Neugier auf vegetarische bzw. vegane Produkte, mit der ich vorher nicht gerechnet hätte. Auch der Gedanke mich vegetarisch zu ernähren wird immer konkreter.

Privat trage ich kein Leder oder Pelz. Beruflich bin ich aber leider zu Lederschuhen verpflichtet. Daher werde ich mich beim nächsten Kauf von Schuhen auch nach Kunstleder umschauen. Noch besser wäre es natürlich, wenn die jetzigen noch möglichst lange halten. Im Großen und Ganzen hat EARTHLINGS bei mir also eine bewusstere Wahrnehmung meines Konsumverhaltens hervorgerufen.

Nun bist du gefragt! Was denkst du über den Film? Lass es mich wissen und schreibe doch ein Kommentar!

13 Kommentare zu EARTHLINGS – Schau es dir an!

Pionierinnen der neuen Eiszeit: Veganista-Eis zum Selbermachen

Schon länger rufen es die Spatzen von den Dächern und nun ist es endlich so weit: Die Schwestern Cecilia Havmöller und Susanna Paller haben Anfang Mai ihr erstes Buch herausgebracht. Eigentlich…

Schon länger rufen es die Spatzen von den Dächern und nun ist es endlich so weit: Die Schwestern Cecilia Havmöller und Susanna Paller haben Anfang Mai ihr erstes Buch herausgebracht. Eigentlich führen die beiden seit 2013 sehr erfolgreich ihr Eisgeschäft Veganista in der Neustiftgasse in Wien und haben im Dezember 2014 sogar einen zweiten Shop in der Margaretenstraße eröffnet. Man möchte meinen, dass man damit beruflich bereits voll ausgelastet ist. Aber nein, über die Wintermonate ist das 160 Seiten Werk „Veganista – Pionierinnen der neuen Eiszeit“ entstanden.

Nachdem ich nicht in Wien wohne und daher nur sehr selten in den Genuss eines Veganista-Eises komme, war ich natürlich begeistert, als ich davon erfahren habe. So kann ich endlich wann immer ich möchte mein eigenes veganes und 100% natürliches Eis zu Hause herstellen. Ob mir das auch tatsächlich gelingt?

Los geht’s mit dem Eisgenuß

Als ich das Buch endlich in meinen Händen gehalten habe, war ich noch skeptisch. Mit so wenigen und einfachen Zutaten soll man wirklich so tolles Eis zaubern können? Um das auszuprobieren musste aber zuerst eine Sorte ausgesucht werden. Nach kurzer Überlegung – denn das Buch ist wirklich über und über voll mit herrlichen Rezepte für Sorten wie Brownie, Vanille, Haselnuss, Banane, Basilikum, Mango oder Zitrone-Melisse – fiel die Entscheidung auf Cookie.

Buch_02_low

Das Rezept für Cookie-Eis klingt sehr einfach, die exotischsten Zutaten sind 0,5 Gramm Johannisbrotkernmehr und 0,5 Gramm Guarkernmehl. Zum Glück findet man diese zwei Produkte mittlerweile aber in jedem Reformhaus oder Biomarkt. Bleibt also nur noch das Problem, ein halbes Gramm abzuwiegen. Nachdem dieser Punkt aber der gemeinsame Nenner aller Rezepte ist und ich ohnehin eine Feinwaage zur Kosmetikherstellung brauchen könnte, habe ich auch hier nicht lange überlegt und so bin ich nun Besitzerin eine löffelförmigen Feinwaage für zirka 20 Euro.

Eismaschine – Ja oder Nein?

Die nächste Herausforderung: Brauche ich eine Eismaschine oder reicht ein Tiefkühler aus um gutes Eis selber herzustellen? Diesem Problem hat Susanna, die „Köchin“ der beiden Schwestern, ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem alle Vor- und Nachteile erläutert werden. Ich kann euch daher beruhigen, man benötigt nicht zwingend eine Eismaschine, aber das Ergebnis wird mit einer solchen garantiert besser. Der große Vorteil einer Eismaschine ist, dass diese das Eis während des Gefrierprozesses kontinuierlich rührt und so viel Luft in die Masse eingearbeitet wird. Dadurch wird es besonders fluffig und es bilden sich keine groben Eiskristalle.

Nachdem meine Küche einfach nicht genügend Platz für eine Eismaschine bietet, bleibt mir also vorläufig nur die Möglichkeit, das Eis von Hand herzustellen. Nachdem alle fehlenden Utensilien und Zutaten eingekauft waren, ging es ran an das Rezept. Auch beim zweiten Mal durchlesen war es ganz simpel. Kokos- und Sojamilch abwiegen und vermischen. In einem anderen Gefäß Zucker, Salz, Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl abwiegen und gut vermischen. Nun werden die festen Stoffe langsam mit einem Mixer in die flüssige Mischung eingemixt.

Hätte ich jetzt eine Eismaschine, müsste ich die Mischung für etwa zwei Stunden in den Kühlschrank geben und dann in die Eismaschine. So aber habe ich die Mischung gleich in das Gefrierfach gegeben und immer wieder gut umgerührt, um die Masse so cremig wie möglich zu halten. Anfangs ist diese noch ziemlich flüssig, je fester sie wird, desto öfter rühre ich sie um. Anfangs alle halben Stunden und dann etwa alle 15 Minuten. Nach rund zwei bis drei Stunden ist das Eis dann genußbereit. Kurz bevor das Eis komplett fertig ist, werden die Cookies zerbröselt und in die Eismasse gemischt. Das steht im Rezept leider nicht so genau definiert und daher habe ich die Cookies bei meinem ersten Versuch viel zu früh dazu gemischt, mit dem Ergebnis, dass das Eis letzten Endes leider mehr wie ein Brownie-Eis ausgesehen hat. Geschmeckt hat es aber genauso wie ich Cookie von Veganista kenne. Lecker! Und jetzt weiß ich auch was der besondere Beigeschmack ist, den ich bisher nicht zuordnen konnte. Es ist Kokosmilch. Seither ist diese Sorte zu meinen Favoriten aufgestiegen.

eiskreation_low

Mein Fazit

Auf dieses Buch habe ich definitiv gewartet, ohne es vorher gewusst zu haben. Die Rezepte sind speziell zum Nachmachen für zu Hause und für kleine Eismaschinen kreiert worden und somit bin ich sicher, dass auch die anderen Sorten so gut gelingen wie mir mein Cookie-Eis. Außerdem werden in dem Buch nicht nur Rezepte für Eissorten beschrieben, sondern auch für Toppings wie Himbeersauce, süßes Popcorn oder Schoko-Fudge und es wird verraten, wie Inbetweeners (Eis-Sandwiches) gemacht werden. Wer möchte, kann sogar seine Brownies und Cookies für die dazugehörigen Eissorten selber machen und verarbeiten.

Buch_03_low

Neben den vielen Rezepten und Tipps gibt es nach einem sehr lieben Vorwort von Christoph Maria Herbst für alle Fans aber auch ein bisschen Hintergrundinformationen zu den beiden Schwestern und wie sie zu ihrem Eisgeschäft gekommen sind. Man erfährt zum Beispiel, dass Cecilia überhaupt nicht gerne Eis macht, dafür umso lieber isst und sich um Geschäftliches kümmert. So hat sie ihre kleine Schwester überredet mit ihr gemeinsam ein Geschäft zu eröffnen, da Susanna liebend gerne Eis produziert, aber nichts mit dem geschäftlichen Part zu tun haben möchte. Ein gelungenes Team.

Bestellinformationen

Veganista – Pionierinnen der neuen Eiszeit
Cecilia Havmöller, Susanna Paller
160 Seiten, broschiert
Format: 17 x 22 cm
Verlag: Freya; 1. Auflage 2015
ISBN-13: 978-3-99025-188-1
Preis: EUR 16,90 (A, D)

5 Kommentare zu Pionierinnen der neuen Eiszeit: Veganista-Eis zum Selbermachen

Tübingen – Studieren in Grün oder: Was die jüngste Stadt Deutschlands so besonders macht

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so…

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so schön sein soll, denn ich verband mit der Stadt immer hartes Studium, Einbahnstraßen und besetzte Hippiehäuser. In den Semesterferien wehten die Steppenhexen durch die Innenstadt, weil alle Studenten zu ihren Eltern gefahren waren. Ich, deren Eltern ab dem zweiten Semester im Ausland lebten, war gefühlt der einzige Mensch. Der Mensch, dessen Schritte einsam durch die kopfsteingepflasterte Altstadt hallten. Tübingen – von meinen Freunden und mir liebevoll Trübingen genannt – dieses grauenvoll langweilige Tor zur Albhölle. Wir fragten uns, warum wir nicht hip sein konnten und bereuten, dass wir uns aufgrund unserer postabiturialen Abnabelungsproblematik nicht vernünftigerweise in Berlin, Hamburg, München oder einer anderen coolen Stadt beworben hatten. Stattdessen wollten wir lieber in erreichbarer Nähe des Elternhauses bleiben und saßen somit in diesem schwäbischen Kehrwochenprovinzkaff fest, in dem man resignierend dankbar klatschte, weil irgendwann ein H&M eröffnete. Wir saßen in dieser Stadt, die durch ausländische Studenten, die in riesigen steinernen Vagina-Skulpturen hängen bleiben, in die internationalen Medien gelangt war.

Neckarfront. Foto: Werner Arnold

Nachdem ich mit dem Studium endlich fertig und somit aus Tübingen weggezogen war, fing ich aus unerklärlichen Gründen plötzlich an, diese Stadt zu vermissen. Ich vermisste es, im Sommer auf der Neckarmauer zu sitzen und ein Eis der besten Eisdiele Tübingens zu essen. Nachts im Stocherkahn – und Stocherkähne gibt es nur in Tübingen – zu liegen, dabei die Sterne zu beobachten, den leisen Wellen des Neckars zu lauschen und einfach mit Freunden durch die Nacht zu quatschen. Mir fehlte, schnell und sicher mit dem Fahrrad zu Kommilitonen zu fahren. Völlig problemlos. Na ja gut, völlig ist übertrieben – immerhin hat Tübingen auch durch seine Hügel einen gewissen Bekanntheitsgrad auf Youtube erlangt (Stichwort: Tübingen, warum bist du so hügelig). Vielleicht lag es auch daran, dass ich durch einen Zufall nun wirklich auf der Alb gelandet war, sprich: das Tor zur „Albhölle“ hatte ich durchschritten. Trotzdem begann ich langsam zu verstehen, was an Tübingen „so schee“ ist und warum man auf der Alb meinte, ich käme aus der „Ökostadt“…

Die Neckarmauer

Tübingen liegt 35 Kilometer südlich von Stuttgart und hat rund 85.000 Einwohner, deren Altersdurchschnitt mit 39 Jahren der niedrigste in ganz Deutschland ist. An der Uni Tübingen gibt es fast 30.000 Studenten aller Fachrichtungen, die sich im Sommer in den Cafés der Stadt tummeln. Zwar befand sich Tübingen im Jahr 2013 auf Rang 6 der teuersten Städte Deutschlands, was die Mietpreise betrifft. Die Stadt hat aber dennoch einiges vorzuweisen, was sie für junge Menschen attraktiv macht. Hierzu gehört beispielsweise die gute Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel, was unter anderem der Arbeit des Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), der dazu steht, ein „Öko-Spießer“ zu sein, zu verdanken ist. Da dieser aber nur der OB Tübingens und nicht derjenige der angrenzenden Städte ist, hört die gute Infrastruktur leider mit dem Ortsschild auf. Will man aus Tübingen raus, braucht man Zeit und gute Nerven. Ich spreche aus Erfahrung, ich bin immerhin drei Jahre gependelt. Aber das empfindet natürlich jeder anders.

Autos kommen nicht weit

Das Französische Viertel wurde vom Spiegel unlängst als grüne Hölle bezeichnet. Ja genau, das Französische Viertel, wo gutsituierte Erstlings-Mütter zu ihrem handgewalkten Dinkelschrot-Brötchen Soja-Latte trinken, während ihre Kinder gut betreut untergebracht sind. Familienfreundlichkeit schreibt man in Tübingen groß. Immerhin hat die Stadt die höchste Betreuungsquote für Kleinkinder in Baden-Württemberg vorzuweisen. Die an moderne Wohnhäuser angrenzenden kontrastiven Wagenburgen prägen das Bild des Französischen Viertels. Studenten wohnen hier wenige. Die finden sich eher im Stadtteil Waldhäuser-Ost, kurz: WHO. Schön ist es dort allerdings nicht, außer wenn man die trist-grauen Hochhäuser nicht von außen betrachtet, sondern hineingeht und von dort die Aussicht über Tübingen genießt. In Anbetracht der Mietpreise sind diese Wohnblöcke allerdings für viele die einzige Möglichkeit, in Tübingen zu wohnen. Wer zum WHO mit dem Fahrrad fährt, ist natürlich schon ein fortgeschrittener Tübinger. Normale Menschen nehmen hier den Bus. Das Semesterticket ist ebenfalls bezahlbar, auch wenn es jedes Jahr teurer wird (2005: 35,10 Euro, 2015: 78,90 Euro). Dennoch, diese 13 Euro im Monat kann man verschmerzen.

Innenstadt. Foto: Werner Arnold

Als Autofahrer kommt man in Tübingen ohnehin nicht weit. Als Fahrradfahrer hat man es umso leichter. Beim Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) landet Tübingen in der Gruppe von Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern landesweit auf dem ersten Platz der fahrradfreundlichsten Städte. Bundesweit steht die Stadt auf Rang sechs von 100 Städten ähnlicher Größe. Und so habe sogar ich, als beispiellose Repräsentantin der schwäbischen Liebe zum Automobil, mir in Tübingen ein Fahrrad zugelegt. Und dann nochmal eines. Und nochmal eines. Denn hier kommen Fahrräder leider auch mal abhanden. Meine wurden beide aus einer verschlossenen Tiefgarage gestohlen. Aber in Tübingen ist man da nicht so. Man gibt ja gerne! Das zeigt sich auch darin, dass man in Tübingen jederzeit kistenweise Sachen auf die Straße stellen kann. Versehen mit einem „Zu verschenken“ Zettel findet hier wirklich alles schnell neue Besitzer. Modernes Recycling. Verschenken statt wegwerfen. In keiner anderen Stadt habe ich das in so ausgeprägter Form erlebt.

Veni, vidi, vegi – ich kam, sah und… aß vegetarisch!

Aber zurück zum Fahrrad, mit dem ich locker in die Innenstadt komme, wo ich mich mit Freunden zum Kaffeetrinken treffen kann. Soja-Cappuccino versteht sich, denn in Tübingen haben Vegetarier und Veganer ein leichtes Leben. Mehrere Bioläden verteilen sich über die Stadt und auch vegane Cafés gibt es, wie beispielsweise das Vegi in der Kornhausstraße. Den besten veganen Hotdog bekommt man übrigens bis spät in die Nacht im Rock and Dog in der Mühlstraße. Daneben befindet sich der Imbiss Kasvis, welcher ausschließlich vegane Leckereien verkauft.

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Das Tübinger Nachtleben bietet vor allem gemütliche Kneipen und Bars. Und unter uns: wer seine gekleiderkreiselten Prada-High-Heels präsentieren möchte, findet sicher im Top 10 in der Südstadt ein paar Claqueure.

Auch in Tübingen ist nicht alles im grünen Bereich: Die Affenversuche

2014 erlangte die Stadt durch einen Bericht bei Stern TV traurige Berühmtheit. Es war die Rede von barbarischen Versuchen an Rhesusaffen, die an drei Tübinger Instituten stattfinden. Untermauert wurde dieser Vorwurf durch Videoaufnahmen, die heimlich gedreht worden waren. Tübingen ist eine der letzten vier deutschen Städte, in denen diese Versuche noch durchgeführt werden. In allen anderen Städten wurden sie abgeschafft und von den Behörden wegen ihrer Grausamkeit verboten. Gerade eine Stadt, in der so viele Querulanten und Freidenker unterwegs sind, spürt die Konsequenzen. Einige Wochen nach der TV-Ausstrahlung zog ein großer Demonstrationszug mit 1.200 Teilnehmern durch die Stadt. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat hiernach das Max-Planck-Institut durchsuchen lassen. Der Verdacht: Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Wie die Sache ausgeht, ist ungewiss.

Tübingen erlebt sein blaues Wunder

Nichtsdestotrotz bleibt Tübingen in vielen Köpfen eine Ökostadt. „Tübingen macht blau“ lautet das Motto einer Klimaschutzkampagne, die 2008 von Boris Palmer ins Leben gerufen wurde. 10 % weniger CO2 bis 2010 war das Ziel und alle Bürgerinnen und Bürger sollten dabei helfen. Das Resultat sind 18 % weniger CO2 pro Kopf im Jahr 2013 gegenüber 2006, 10.000 Ökostrom-Kunden der Stadtwerke Tübingen, immer mehr Menschen, die Carsharing betreiben und vieles mehr. Das neue Ziel sind weitere 25 % bis 2022.

Die bunte Mischung

Ich für meinen Teil finde Tübingen keinesfalls grün. Für mich ist Tübingen bunt. Ob Hippies, Snobs, Punks, Hipster, Akademiker, Nerds oder Dinkelschrotmütter, in keiner anderen Stadt sind mir so unterschiedliche Menschen begegnet, die trotzdem ein Miteinander geschaffen haben, in dem sich jeder wohl fühlt. Und welcher andere Oberbürgermeister führt seinen Wahlkampf schon vor Ort beim Wähler in einer Studenten-WG?

Neckarfront

Ich freue mich jedenfalls auf den Sommer und auf ein Eis, das ich dann auf der Neckarmauer sitzend genießen kann, während zu meinen Füßen die Stocherkähne über das Wasser fahren. Im Winter komme ich dann nochmal, zur chocolART – Deutschlands größtem Schokoladenfestival. Natürlich nur, wenn die Witterung zulässt, dass es die Postkutsche von der Alb nach Tübingen schafft.
Die darf ja auch in die Umweltzonen.

12 Kommentare zu Tübingen – Studieren in Grün oder: Was die jüngste Stadt Deutschlands so besonders macht

Vegane Karotten-Ingwer-Suppe

Im Winter trinke ich sehr gerne Ingwer-Tee. Ich mag den würzig-wärmenden Geschmack und bin auch überzeugt davon, dass ich dank des Tees schon so manche Grippe- und Erkältungswelle in der Arbeit…

Im Winter trinke ich sehr gerne Ingwer-Tee. Ich mag den würzig-wärmenden Geschmack und bin auch überzeugt davon, dass ich dank des Tees schon so manche Grippe- und Erkältungswelle in der Arbeit gesund überstanden habe. (Ingwer wirkt antibakteriell und antiviral.) Aber auch bei meinen Gerichten verwende ich gerne Ingwer, ein alter Klassiker ist meine Karotten-Ingwer-Suppe. Diese ist nicht nur sehr einfach und schnell zubereitet, sondern auch sehr schnell gegessen. Vor allem wenn man von einem Winterspaziergang ausgekühlt, hungrig und durstig nach Hause kommt, ist dieses Rezept perfekt.

Zutaten:

500 g Karotten
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
Ein Stück Ingwer
Etwas Öl z.B. Kokosöl
600 ml Gemüsebrühe
200 ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer und nach Geschmack Chilipulver, Currypulver

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch in Stückchen schneiden, die Karotten in etwas größere Stücke zerkleinern, da die Suppe sowieso fein püriert wird. Den Ingwer schälen und fein würfeln – hier ist es wichtiger, dass man keine Fasern in der Suppe hat. Öl in einer Pfanne erwärmen, die Zwiebelstücke anrösten, und wenn sie glasig werden die Karotten- und Knoblauchstückchen dazugeben und weiter braten. Wenn sich das Gemüse bräunt, mit Gemüsebrühe ablöschen und köcheln lassen. Die Kokosmilch dazugeben und mit den Gewürzen verfeinern. Nach Geschmack etwas Chilipulver oder auch Currypulver dazu geben und nach etwa zwanzig Minuten mit den Stabmixer fein pürieren.

Die Suppe könnt ihr vor dem Servieren mit einem Klecks Sojasahne verzieren, oder auch mit Kürbiskernöl, das harmoniert gut mit der scharfen Würze des Ingwers und der Chilis.

Einen guten Appetit!

5 Kommentare zu Vegane Karotten-Ingwer-Suppe

Was möchtest du finden?