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Schlagwort: Upcycling

Trash-Art – Wie aus Müll Einzigartiges wird

Beim Upcycling geht es darum, aus gebrauchten und alten Dingen etwas Neues, Hochwertigeres zu erschaffen. Thomas und Jany von „Trash-art“ haben dies auf ihre ganz eigene Art und Weise zu…

Beim Upcycling geht es darum, aus gebrauchten und alten Dingen etwas Neues, Hochwertigeres zu erschaffen. Thomas und Jany von „Trash-art“ haben dies auf ihre ganz eigene Art und Weise zu ihrer Berufung gemacht. Wo ich mich noch gefragt habe, was man denn aus Besteck oder alten Waschbrettern noch machen könnte, werden hier selbst aus DDR-Schätzen noch Unikate gefertigt. Die Auswahl ist schier grenzenlos, denn die beiden Kreativen scheuen keine Herausforderung.

Der Begriff „Trash-Art“ wurde erstmals in der bildenden Kunst etabliert und von Künstlern benutzt, die aus dem Abfall von billigen Massenprodukten und Müll einzigartige Collagen und Skulpturen bauten. Heute fließen die vielen unterschiedlichen Begriffe ineinander, Trash-Art kann im weitesten Sinne auch als Upcycling bezeichnet werden, wenn der verwendete Müll in der Verarbeitung aufgewertet wird.

Bei einem kurzen Interview hatte ich die Chance, ein bisschen hinter die Kulissen blicken zu dürfen, für ein persönliches Treffen war schlicht die Entfernung zu groß. Die Leidenschaft für Trash-Art, also die Kunst aus Müll etwas Neues und Nützliches zu machen, entwickelte sich bei beiden schon im Kindesalter. Alles, was andere wegwerfen wollten, wurde gesammelt. Die Affinität zu alten Häusern oder Fabriken, die zum Abriss freigegeben wurden, das Abblättern von Farbe und all die kleinen Details, die so ein altes Gemäuer ausmachen, all das spielt hier zusammen. Der Wegwerfgesellschaft trotzend wird so gut wie alles verwertet, was sie in die Finger bekommen.

Memoboard

Die Produkte

Bei einem Blick auf die Produkte bin ich, da ich ja selbst Upcyclerin bin, bei jedem einzelnen Stück mehr und mehr über die Machart und das einzigartige Design erstaunt. Der DaWanda-Shop der beiden beinhaltet nicht nur unglaubliche Lampen und Schlüsselbretter, sondern auch Dinge aus Emaille, für Küche, Bad und Wohnen, Dinge aus Glas, Schallplatten und Spitze. Selbst vor der Fotografie und alten Bildern wird nicht Halt gemacht. Dabei empfinde ich die Preise als höchst angemessen, für jeden Geldbeutel ist etwas dabei und fündig wird man auf alle Fälle, wenn man eine Leidenschaft für Antikes und Altes hat. Mein persönlicher Favorit sind die Memoboards.

Mein Fazit

Die beiden Künstler aus Leipzig haben es mit ihrer Müll-Kunst meiner Meinung nach geschafft, den Begriff Upcycling auf eine ganz neue Stufe zu heben. Während andere noch grübeln, wird hier schon gearbeitet. Seit Februar 2013 sind sie auf Facebook und DaWanda mit einer eigenen Seite beziehungsweise einem eigenem Shop vertreten. Eines ist sicher, mich haben sie als dauerhaften Fan und Kunden schon gewonnen! Falls ihr nun neugierig geworden seid, freuen sich die beiden Leipziger sicherlich über einen Besuch auf ihrer Seite.

Habt ihr denn schon einmal versucht, aus Müll etwas Neues zu basteln? Sind euch Taschen aus Tetra-Paks ein Begriff? Für einen Geldbeutel findet ihr hier eine passende Anleitung. Ich habe mich von Thomas und Jany inspirieren lassen und eine solche Tasche als nächstes Projekt in Planung.

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Das war die 1. MAKER WORLD – Messe rund ums Machen, Tüfteln und Gestalten!

Zum ersten Mal fand die MAKER WORLD statt, zum ersten Mal reiste ich ohne Mann und Kind ins Ausland und zum ersten Mal lernte ich Amateurfunker persönlich kennen! Ziemlich viele Premieren…

Zum ersten Mal fand die MAKER WORLD statt, zum ersten Mal reiste ich ohne Mann und Kind ins Ausland und zum ersten Mal lernte ich Amateurfunker persönlich kennen! Ziemlich viele Premieren für zwei Tage, aber beginnen wir diesen Messebericht mit Infos und Eindrücken hinter den Kulissen – doch erstmal einen Tag zuvor: Freitag. Die Anreise mit dem Auto war schon ein kleines Abenteuer, da wir fast zwei Stunden im Baustellen-Stau feststeckten und sich somit mein kompletter Zeitplan verschob. Anstatt mindestens vier Stunden vor Aufbauschluss am Gelände zu sein, halbierte sich diese Zeit. Doch dank meines Vaters und meiner Stiefmutter, die sich zum Glück die Zeit genommen und spontan einen Kurzurlaub eingeplant haben, um mir die Reise zur Messe zu ermöglichen, war der Aufbau meines Standes zum Glück noch in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Wir kamen bei der Halle zwei Stunden bevor sie geschlossen wurde an und mussten im Eiltempo aufbauen – ich war mehr als beeindruckt von der Größe, der Aufmachung und vor allem den anderen Ständen! Die Case Modder hatten ihren riesigen Bereich schon fertig aufgebaut und von meinem Stand aus hatte ich den perfekten Blick darauf. Mir gegenüber hatte sich Nadelstichs Kreativscheune aufgebaut und erntete meinen Neid und meine Anerkennung für die vielen tollen professionellen Näh-, Stick- und Plottermaschinen. Meine direkten Nachbarn waren die Pattern Company, zwei wirklich nette Damen mit denen ich Zeit hatte ein wenig zu tratschen. Zwei „alte Bekannte“, die ich von der Fair Cycle-Messe in München kannte, waren ebenfalls in meiner Nähe: Die WerkBox  und Nestbau Designstudio. Alles in allem war ich in einer Ecke, in die ich genau hinein passte: Zwischen Näherinnen und Maschinentechnikern. Am Freitag hatte ich Glück, den Aufbau meines Standes und des Workshop-Bereichs noch zu schaffen, denn Samstag war dafür keine Zeit mehr.

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Unser Hotelzimmer lag mitten in der malerischen Altstadt von Ravensburg und wer jemals diese wunderhübsche Stadt besucht hat, wird mir sicherlich zustimmen: Diese Stadt nennt sich nicht umsonst die „Stadt der Spiele“! Niedliche bunte Häuser mit nostalgischen, zum Teil bunten Fassaden und unterschiedlichsten Stilen reihten sich in engen, aber süßen Gassen aneinander. Leider hatte ich nicht die Zeit, die Stadt ausgiebig zu besichtigen, aber die wenigen Straßen, die ich sehen konnte, waren ein Traum und wären eine kleine Städtereise wert. Die Messe begann sowohl Samstag als auch Sonntag um neun Uhr und diese Uhrzeit nahmen die Besucher sehr genau. Punktgenau zur Eröffnung strömte ein gewaltiger Schwarm Menschen in die Halle und dieser Strom riss kaum ab. Bis auf kleine Zeitfenster von circa 15 Minuten zur Mittagszeit oder gegen Abend hin, war ein stetiger Besucherstrom zu verzeichnen. Insgesamt besuchten rund 17.000 Leute beide Messen! 

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Menschen jeden Alters, sowohl Deutsche, Österreicher, Schweizer, als auch Franzosen und englischsprachige Interessierte durfte ich an meinem Stand begrüßen. Es war zum Teil eine Herausforderung, sich zu verständigen. Zum Glück reichten meine Englisch-Kenntnisse aus, um die vielen Fragen rund um meine Produkte und Upcycling im Allgemeinen zu beantworten. Absolutes Highlight dieses Tages war der Auftritt der Funkenmarie, den ich zwar leider nur am Rande, aber doch mitbekommen habe. Eine Mischung aus fetziger Musik und dazu passenden Tanzbewegungen der Funkerin waren ein „elektrisierendes“ Erlebnis! Worüber ich mich auch sehr gefreut habe, war das rege Interesse an meinem Workshop. Ursprünglich hatte ich feste Zeiten eingeplant, doch das wurde schnell verworfen, da sich zu so unterschiedlichen Zeiten so viele Interessierte bei den Tischen versammelten, dass ich natürlich nicht nein sagen konnte. Es war ein Riesenspaß, denn nicht nur Kinder, sondern Besucher jeden Alters machten mit und das bis zum Schluss. Um 18 Uhr war für mich noch lange nicht Feierabend und so kam ich nach dem Abendessen und einem kurzen Telefonat mit meinem Mann über Skype im Hotel erst weit nach Mitternacht ins Bett.

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Am Sonntag sollte es genau so weitergehen. Schlag neun Uhr strömten die Leute herein und waren eifrig dabei, sich zu informieren und interessierte Gespräche zu führen. Mein Highlight dieses Tages war die Zeit zwischen elf und halb zwölf Uhr, als ich die Ehre hatte die „MAKER Kiste“ zu verschönern. Diese Kiste war ein Gemeinschaftsprojekt aller Aussteller die daran teilnehmen wollten. Eine simple Holzkiste ging von Stand zu Stand und jeder „Maker“ konnte sich darauf mit seiner individuellen Art verewigen. Trotz eifriger Vorbereitung hätte ich die Zeit von 30 Minuten beinahe gesprengt, aber man will es schließlich perfekt machen. Ein weiteres Highlight war ein kleiner Ausflug noch vor neun Uhr mit einem Amateurfunker der mich am Stand besuchen kam. Dank ihm konnte ich einen kleinen Blick auf die HAM RADIO werfen, die mindestens genau so faszinierend aufgebaut war wie die MAKER WORLD und ich bin froh, dass ich diesen Eindruck mit nach Hause nehmen durfte. 

Von den vielen kurzen Gesprächen, die ich mit meinen Ausstellerkollegen führen konnte, erfuhr ich, dass die gute Stimmung und das positive Feedback der Besucher nicht nur meinem Stand galten. Die anderen Workshops waren ebenfalls sehr beliebt und gut besucht, die Menschen interessierten sich sehr fürs „mitmachen“ und „selbst ausprobieren“, was uns alle sehr freute und auch motivierte in dem, was wir tun. Alles in allem habe ich weder gröbere Pannen, noch andere Unfälle mitbekommen und meiner Ansicht nach lief alles nach Plan. Eine Tatsache, die für die Premiere einer Messe wirklich für das Organisationsteam spricht! Am liebsten hätte ich mich zweigeteilt, damit ein Teil von mir sich die Messe als Besucher ansehen hätte können. Da ich alleine war, konnte ich nur einmal eine schnelle Runde machen und muss sagen: Es war traumhaft schön aufgebaut, die Stände waren ansprechend dekoriert und jeder präsentierte seine individuellen Produkte auf seine ganz eigene Weise. So erfüllte jeder Aussteller auf seine persönliche Art das Motto der Messe: Machen, Tüfteln, Gestalten und keine kreative Einschränkung! 

Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr und hoffe, dass ich wieder dabei sein kann, denn so eine Messe ist definitiv eine Reise wert! 

Wenn ihr nächstes Jahr auch dabei sein wollt, findet ihr hier alle Informationen dazu: maker-world.de

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Was ist eigentlich… Upcycling?

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich in einer kleinen Serie auf jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederverwertens eingehen. Die meisten Menschen,…

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich in einer kleinen Serie auf jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederverwertens eingehen.

Die meisten Menschen, denen ich begegne, haben zwar schon von Recycling gehört, aber beim Thema Upcycling treffen mich tausend Fragezeichen. Gibt man das Wort bei Google ein, wird man nicht nur mit Links zu Homepages, sondern auch mit Bildern wahrlich überschwemmt! Totale Unwissenheit trifft Reizüberflutung. Dabei ist Upcycling gar nicht so neu, aber es ist erst seit kurzem unter dieser englischen Bezeichnung bekannter geworden.

Was also ist Upcycling jetzt genau?

Um es mit einem guten Zitat auszudrücken: „Es geht also nicht um die einfache Verbesserung des Recyclings, dass [sic!] in der Praxis oft ein Downcycling ist, sondern um ein UpCycling, UpSizing, also um echte Mehrwertschöpfung.“ (Johannes F. Hartkemyer: „Upcycling“, Seite 11)

Es hat also Ähnlichkeit zu Recycling, denn Abfall oder bereits verwendete Stoffe werden weiter verwendet, doch es ist noch besser, denn die Stoffe werden aufgewertet und das Endprodukt ist von höherer Qualität. Das klingt jetzt alles sehr schwammig und langweilig, aber macht einfach einmal den Selbstversuch und gebt das Wort „Upcycling“ in die Google-Suchleiste ein. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele Bilder und Anregungen ihr findet! Mit ein bisschen Kreativität kann man so einiges erschaffen und hilft ganz nebenbei, Müll zu vermeiden, beziehungsweise die Umwelt zu schonen, indem man weniger Müll produziert.

Facts

Laut einer Statistik des Chelsea College of Art & Design in London werden mehr als eine Million Tonnen Textilien jedes Jahr weggeworfen, 25 Prozent davon werden recycelt oder upcycelt. Davon gehen alleine 70 Prozent in Second-Hand-Kleidung über und genauso viele Prozent der Weltbevölkerung nutzen diese. Die Kehrseite der Medaille: Es werden jährlich alleine in Großbritannien 2,15 Millionen Tonnen Kleidung und Schuhe pro Jahr konsumiert. Natürlich ist das nur eine Statistik unter vielen zum Thema Upcycling und Kleidung, aber es beweist doch, dass sich etwas tut in der Welt und wenn es nur kleine Schritte sind, dann sind es wenigstens diese.

Do it!

Was spricht dagegen, Gurken- oder Marmeladegläser als Aufbewahrung für Schrauben oder Knöpfe zu verwenden? Oder man näht sich aus der ausgedienten Hose eine Aufbewahrungstasche für die Wand, um Schlüssel, Postkarten oder ähnliches aufzubewahren. Um etwas aufwändiger zu denken – man kann sich auch seine Wohnzimmercouch komplett selbst aus Europaletten bauen. Die Kosten sind verschwindend gering im Vergleich zum Neukauf, man schont Ressourcen und betätigt sich kreativ.

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Bild: Magdalena & Lisa / weupcycle.com

Falls du jetzt hoch motiviert bist, etwas zu erschaffen, aber dir irgendwie die Ideen fehlen, keine Sorge. Das Internet ist voll von Ideen, lass dich einfach inspirieren! Probiere es doch mal hier: andersdenken.at/upcycling-kreativitaetstraining Hier finden sich mehr als 80 Upcycling-Ideen in Form von Bildern und Texten, die sicherlich jedem einen kleinen Denkanstoß verpassen. Oder du bleibst hier auf The bird’s new nest und suchst nach „DIY“, wo du laufend neue DIY-Projekte, auch zum Thema Upcycling findest.

Fazit

Upcycling kann ein wenig mehr als Recycling, ist für jeden zugänglich und in seiner kleinsten Form auch für jeden anwendbar. Man kann also mit vielen kleinen Schritten sein Zuhause schöner machen und dabei das gute Gefühl haben, selbst an der Idee und Gestaltung beteiligt gewesen zu sein und die Umwelt so ein bisschen entlastet zu haben. Gute Sache, oder?

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Recycling, Upcycling und Downcycling

An den Adventwochenenden stand ich mit meiner Upcycling-Ware auf einem Kunsthandwerksmarkt und geschätzt alle zehn Minuten kam die Frage: „Was ist denn das überhaupt?“ Oder der belustigt ausgerufene Satz: „Ach,…

An den Adventwochenenden stand ich mit meiner Upcycling-Ware auf einem Kunsthandwerksmarkt und geschätzt alle zehn Minuten kam die Frage: „Was ist denn das überhaupt?“ Oder der belustigt ausgerufene Satz: „Ach, das ist doch so neu-deutsch für Recycling, nicht?“ Am allerbesten hat mir aber gefallen: „Ach, das ist aber eine lustige Idee!“ Mindestens genauso viele Menschen blieben stehen und stellten Fragen, waren interessiert und erfreuten sich an der Kunst. Sie nahmen sich die Zeit um ein Gespräch aufzubauen und sich über Recycling, Upcycling und Downcycling auszutauschen. Viele Menschen sind noch nicht darüber informiert, worum es bei diesen nachhaltigen Systemen geht. Deshalb finde ich es wichtig, einmal zu erklären, was man unter diesen drei Begriffen versteht.

Wie definiert sich eigentlich Recycling, Upcycling und Downcycling?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zuerst herausfinden, wie das klassische Recycling definiert wird. Grundsätzlich beschreibt dieses Wort das Verwertungsverfahren, durch das Abfälle zu weiterverwendbaren Stoffen oder Materialien werden. Das schließt auch organische Stoffe ein. Rein gesetzlich spricht man erst von Recycling wenn das verwendete Ausgangsmaterial zuvor wirklich Abfall war, zum Beispiel Papiertaschentücher, die zu 100 Prozent aus recyceltem Papier hergestellt werden.

Jetzt zu dem Verfahren, das noch am wenigsten bekannt ist: Downcycling. Davon spricht man, wenn das Material bei der Wiederverwertung nicht mehr die ursprüngliche Qualität erreichen kann. Trotzdem ist es genauso wichtig wie Recycling oder Upcycling, denn die Stoffe werden trotz allem weiterverwendet, wenn auch mit Qualitätseinbußen. Ein Beispiel wären hier Kunststoffflaschen. Bei vertretbarem Aufwand sind sie weiter verwendbar, jedoch nicht unbegrenzt und wie schon erwähnt mit Qualitätsverlust.

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Bild: Shirley / pixabay.com

Last but not least, Upcycling. Hierbei werden Abfallprodukte oder durch ihre bisherige Verwendung nutzlos gewordene Stoffe oder Materialien durch bestimmte Verfahren aufgewertet und zu qualitativ hochwertigeren Stoffen oder Endprodukten gemacht. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, Upcycling kann mit so gut wie jedem Material betrieben werden. Zur Zeit sehr beliebt und ein passendes Beispiel: Möbelstücke aus Europaletten.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Im Grunde genommen ist es aber egal, was man tut, Hauptsache man tut irgendetwas! Ob es nun Upcycling, Downcycling oder Recycling heißt, jedes Wiederverwertungssystem ist wichtig und sollte ausgeschöpft werden. Dabei kann man auch sehr kreativ sein, die Umwelt schützen und Neues erschaffen, entweder für den Eigengebrauch oder, wie es schon sehr viele tun, zum Weiterverkauf.

Natürlich reichen drei so kurze Absätze nicht, um die komplette Thematik hinter den drei Verfahren komplett zu beschreiben, darum wird es in weiterer Folge von mir noch detailliertere Artikel zu den einzelnen Themen geben. Schließlich ist es nicht nur wichtig, Gutes zu tun, sondern auch wichtig zu wissen, wie man es tut!

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Bonner Comebacks: Aus alt macht neu

Aus-alt-macht-neu-Konzept. Die kleingeschriebene Zeile in der U-Bahn von Bonn, von deren Existenz ich bis vor ein paar Tagen noch nicht einmal gewusst habe, zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. 2007 haben…

Aus-alt-macht-neu-Konzept. Die kleingeschriebene Zeile in der U-Bahn von Bonn, von deren Existenz ich bis vor ein paar Tagen noch nicht einmal gewusst habe, zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. 2007 haben sich die Stadtwerke Bonn entschlossen, statt 25 neue Bahnmodelle die ältesten Fahrzeuge wieder zu beleben. Da wurde die letzten Jahre in den eigenen Werkstätten geschraubt, entkernt, demontiert, Fahrerkabinen vergrößert und alle Züge mit Energie sparenden Antrieben versorgt: Kurz, keine Schraube der B-Wagen aus den Jahren 1974 bis 1977 blieb auf der anderen. Heraus kam das “Comeback des Jahres”, wie die lokalen Zeitungen die Jungfernfahrt dieser re- oder besser gesagt upcycelten Stadtbahnwagen im März euphorisch gefeiert haben.

Aus alt macht neu: Vor dieser Herausforderung standen wohl nicht nur die Bonner Öffis, es ist eine Idee, mit der sich die ganze Stadt beschäftigen muss(te). Was ist denn eigentlich aus Bonn geworden, fast 15 Jahre, nachdem es seine Identität als deutsche Hauptstadt verloren hat?

Was die Bonner im Sommer tun? Das Leben am Rhein und im Grün genießen, was sonst?! Foto: Doris

Was die Bonner im Sommer tun? Das Leben am Rhein und im Grün genießen, was sonst?! Foto: Doris

Statt der erwarteten, ausgestorbenen Betonklötze empfangen mich schicke Stadthäuser mit fein säuberlichem Blumengesteck an den Fenstern. Wo früher die deutsche Verwaltung zugange war, haben Institutionen der UNO oder auch die Zentrale von Fairtrade einen Hauch des Internationalen gebracht. Nicht steife Anzugträger mit Aktentaschen und forschem Schritt bevölkern die überschaubare Innenstadt, sondern junges, lässiges Publikum – noch haben sie keine Ferien, die Studenten. Statt fadem Grau-in-Grau begrüßt mich Bonn mit viel Grün, auf dem sich die Leute an Sommertagen wie diesen gern breit machen, pflastersteinigen Fußgängerzonen – und natürlich dem Rhein. An der Uferpromenade wird gejoggt und flaniert oder Rad gefahren, je nach Belieben, sicher aber die viel besprochene Geselligkeit der Rheinländer in den Biergärten unter Beweis gestellt. Von denen gibt es übrigens entlang der Promenade so viele, dass man es nie bis ins 82 km entfernte Koblenz schafft, auch wenn das theoretisch möglich wäre. Doch ein “Bönnsch”, wie das Bier hier in Bonn genannt wird, geht immer. Soviel habe ich schon gelernt…

Wer mit dem Bönnsch in der Hand am Rhein entlang radelt... Foto: Doris

Wer mit dem Bönnsch in der Hand am Rhein entlang radelt… Foto: Doris

Manchmal komme ich “zufällig” an Orte, die mich positiv überraschen. Bonn und die Region, deren Siebengebirge die Einheimischen ob ihres Erholungswerts zum Schwärmen bringt, zählen dazu. Gezielt auf meine “Bucket-List” hätte ich die Stadt, die schon wegen ihrer leichten Begehbarkeit das Dörfliche nicht abstreifen kann (will sie es?), aber nicht gesetzt. Damit bin ich wohl nicht allein.

“Wir möchten die Reisenden anziehen, die sich bisher nicht für Bonn interessiert haben”, erklärt mir Thomas Lenz, seines Zeichens PR-Berater des “BaseCamp Young Hostel”. Was hier im in die Jahre gekommenen Industrieviertel entstanden ist, ist ein einzigartiges Konzept, nicht nur für die rund 307.500 Einwohner-Stadt am Rhein, sondern weltweit: Inspiriert von einem Teil des Berliner Hüttenpalast ist vor Kurzem das Base Camp entstanden. Ein …  ja, was ist denn überhaupt?

Indoor-Camping, Event-Camping, Übernachten in historischen Wohnwägen – die Namen tragen der Idee kaum Rechnung. „Wir sind eine schlafbare Kunstinstallation„, beschreibt es Lenz, der mich gemeinsam mit seinem Kollegen Clemens Brecht durch die frühere Parfüm-Lagerhalle führt. Wo vor einigen Jahren noch Lancôme seine Düfte gestapelt hat, strahlen jetzt 15 Campingwägen um die Wette. Rockabillies, Hausboot, Flowerpower, Safari, …. – wer hier übernachten möchte, der hat die Wahl der Qual. Jeder der alten Wägen, die – klischeegerecht – vor allem aus Holland und Osteuropa importiert worden sind, trägt einen sprechenden Namen.

Safari, Jägerhütte oder Drag Queen? Welchen nehm ich denn heute? Foto: Doris

Safari, Jägerhütte oder Drag Queen? Welchen nehm ich denn heute? Foto: Doris

Und nicht nur das: Die Film-Plastikerin Marion Seul hat die Campingwägen in bewohnbare Kulissen verwandelt. Stilecht hat die Bonnerin, die dem Namen ihres Unternehmens „Blendwerk Werkstatt – Atelier Für Unbeschaffbares“ alle Ehre machtRequisiten – oder vielmehr Einrichtung – vom Flohmarkt und Trödler geholt. “Es geht um die Liebe zum Detail”, erzählt sie mir, die heute zufällig ebenfalls im BaseCamp vorbeischaut. Es ist ihr erster Tag nach dem Segelurlaub – ihrem ersten seit fünf Jahren – und schon geht sie wieder frisch ans Werk, denn noch ist die Dekoration der Airstreams ausständig. Auch den kleinen “Schrebergärten”, die vor jedem Wagen zu finden sind, fehlt der letzte Schliff.

Jeder Wagen hat einen kleinen Garten vor der Wagentür. Foto: Doris

Jeder Wagen hat einen kleinen Garten vor der Wagentür. Foto: Doris

Für Außenstehende wie mich ist dieser Work-in-progress nicht wahrnehmbar. Da strahlt der prunkvoll überladene Wagen “Drag Queen”, der in Kinderaugen gern als pinker Prinzessinnenwagen durchgeht (ja, eigene Assoziationen sind erlaubt), innen und außen mit Glitter-Glamour als gäbe es kein Morgen. Gegenüber übt sich “Zen” in Askese, buddhistische Gebetsfahnen sind sein einziger Schmuck. Und beim Anblick des Weltenbummler-Campers, der ganz in Stadt- und Landkarten gehüllt ist, schlägt mein Reiseherz höher. Entschieden, der wäre meiner!

MEINER. Der Weltenbummler. Foto: Doris

MEINER. Der Weltenbummler. Foto: Doris

Wie gut, dass Geschmäcker und Ansprüche unterschiedlich sind, denke ich mir, als mich Thomas Lenz zu den zwei Zügen führt. Hier lässt sich in Schlaf- oder Liegewägen das nachempfinden, was ich schon bei meiner Anreise von Wien nach Bonn im Zug live erlebt habe: Eine Übernachtung auf engstem Raum mit Sardinengefühl und Ohrschutzpflicht. Perfekt… vielleicht nicht für mich, dafür aber für Schulklassen oder Jugendgruppen. “Anders als in einer Herberge mit Zimmern auf mehreren Stockwerken können hier Aufsichtspersonen alle im Blickfeld haben”, macht mir Lenz klar, “und die Schüler erleben pures Abenteuer.” Wie zum Beispiel, wenn sie – wie schon passiert – die Halle mit den Rollschuhen erobern, die eigentlich zu Deko-Zwecken auf einem Camper-Dach montiert waren.

Schlafen in der Bahn? Das habe ich live, andere buchen dafür das BaseCamp. Foto: Doris

Schlafen in der Bahn? Das habe ich live, andere buchen dafür das BaseCamp. Foto: Doris

Gut, dass man im BaseCamp flexibel ist: Eine Einstellung, die es nicht nur bei Jugendgruppen, sondern auch für Veranstaltungen braucht. Dass die Räumlichkeit, die technisch alle Stücke spielt, für Events taugt, hat sie bereits unter anderem bei der Social Bar unter Beweis gestellt. Weitere Gelegenheiten werden sicher folgen: “Wir sind überrascht, wie viele Bonner Interesse an unserem Platz haben”, wundert sich Lenz über Schaulustige, die noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier Ende des Monats zu Besuch kommen, oder über lokale Familien, die samt Kind & Kegel hier Auszeit von ihrer Heimatstadt nehmen.

Ein Abenteuerspielplatz ist das BaseCamp auch draußen. Außerdem können die Wohnwägen auchfür Events z.B. dorthin gefahren werden. Foto: Doris

Ein Abenteuerspielplatz ist das BaseCamp auch draußen. Außerdem können die Wohnwägen auch für Events z.B. dorthin gefahren werden. Foto: Doris

Sprachs, und zeigt mir die Toiletten und Badezimmer, die in der Halle eingebaut wurden – wie es sich für einen “echten” Campingplatz gehört. Eher außergewöhnlich für einen eben solchen ist hingegen die Putzfrau, die in dem Moment mit weißer Bettwäsche ihr Rollwägelchen an mir vorbei zieht. “Darf ich ein Foto machen?” Die Dame mit Migrationshintergrund versteht meine Frage nicht, doch ein Anruf bei ihrem Sohn hilft: Ja, freilich, übersetzt dieser, und schon wirft sie sich in Pose. Schön platziert vor dem originalen Trabi-Zelt, das auf dem Kult-Wagen angebracht ist. Auch darin kann man natürlich übernachten.

Eine Putzfrau auf dem Campingplatz? Das BaseCamp ist eben anders. Foto: Doris

Eine Putzfrau auf dem Campingplatz? Das BaseCamp ist eben anders. Foto: Doris

Die Führung geht weiter – ins zweite Geschoß, wo allmorgendlich auf neu renovierten Schreinerbänken mit sündteurer Glasdecke das Frühstücksbuffet serviert wird. An der Wand stehen alte knatschblaue Kinostühle, die einem ehemaligen Bonner Filmtheater entnommen wurden und wohl genauso weggeworfen worden wären wie die mit ihren 10 Jahren fast schon „antiquen“-TV-Bildschirme. Hier sind auch diese wieder zu etwas gut, und sei es “nur” zur Deko der Küche.

Einmal im BaseCamp, einmal in der Bonner Innenstadt - Telefonzellen werden hier zu Bücherkästen. Foto: Doris

Einmal im BaseCamp, einmal in der Bonner Innenstadt – Telefonzellen werden hier zu Bücherkästen. Foto: Doris

Oder um wie die knallrote Telefonzelle im Zwischengeschoß als Bücherregal herzuhalten – eine Idee, mit der das Base Camp übrigens einmal Bonn zitiert. Denn auch dort wurde in deutscher Pragmatik ein unnötig gewordenes Geschenk der britischen Insel zu einer Tauschbörse für gebrauchte Bücher umfunktioniert.

Das Pappsatt macht genau das - und passt genau in den Vorgarten des BaseCamps. Foto: Doris

Das Pappsatt macht genau das – und passt genau in den Vorgarten des BaseCamps. Foto: Doris

Nach ein paar Stunden muss ich mich vom BaseCamp verabschieden, nicht aber vom Upcycling-Konzept: Vor den Toren der früheren Lagerhalle steht das “Pappsatt“Damit hat sich der ehemalige Manager aus der Versicherungsbranche, Peter Genske, seinen Kindheitstraum Traum erfüllt: Neben seinem Catering-Geschäft hat er einen mobilen Burgerladen eröffnet – und als Autodidakt einen ausrangierten US-amerikanischem Vorbild Schulbus mit Küche (Zimmer, Kabinett) ausgestattet. Mit Fleisch von einem Bonner Partner, überraschend frischen Brötchen – ebenfalls von einem regionalen Bäcker –, selbst gemachten Pommes und würzigem VeggieBurger (me-me-me) erfreut er seit acht Wochen nicht nur Passanten und Vorbeifahrer, die nach Bonner Tradition schon einmal zwanzig Minuten vor geschlossenem Schranken auf die Bahn und somit die Überquerung der Schienen warten. Auch die Gäste des Base Camps sowie des angrenzende Bonnox Boarding House & Hotel, das dem gleichen Besitzer gehört, sind nur die ersten, durchaus zufriedenen Probeesser: Bald wird der Ansturm noch größer, denn gegenüber werden in Kürze täglich 300 – 400 Arbeiter auf der Großbaustelle erwartet. Was als Industriegebiet eher heruntergekommen ist, soll nämlich zu einem hippen Wohnviertel werden und scharrt als nächstes “Comeback des Jahres” schon in den Startlöchern. Wie war das noch einmal mit dem Bonner Aus-alt-macht-neu-Konzept?

Was sonst noch so in Bonn passiert ist und was entsteht, wenn 28 Reiseblogger auf einem Raum versammelt sind, lest Ihr hier >>

Offenlegung: Danke an die Region Bonn für die Einladung, unser erstes Treffen der offenen Plattform für deutschsprachige Reiseblogger bei Euch abhalten und die Gegend erkunden zu können! Die Meinungen und Ansichten in der Geschichte bleiben meine eigenen.

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Munio Candela Sojawachskerze

Eine Flasche Wein, knisterndes Holz und Kerzenschein… …das alles findet ihr in der Sojawachskerze von Munio Candela. Die Kerze befindet sich in einer ehemaligen Weinflasche und hat einen Holzdocht, der…

Eine Flasche Wein, knisterndes Holz und Kerzenschein…

…das alles findet ihr in der Sojawachskerze von Munio Candela. Die Kerze befindet sich in einer ehemaligen Weinflasche und hat einen Holzdocht, der ein knisterndes Geräusch verursacht, als würde man am Kaminfeuer sitzen. Die Sojawachskerze ist CO2-neutral, rußfrei und enthält keinerlei Schadstoffe. Jede Kerze ist außerdem frei von synthetischen Roh-, Farb- und Duftstoffen.

Die Sojawachskerze von Munio Candela findet ihr hier im Lilli Green Shop in drei verschiedenen Düften: Ingwer, Kakao und Rose.

Wie gefällt euch dieses Upcycling-Produkt? Welche der drei Duftnoten würdet ihr wählen?

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