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Schlagwort: Selbstversuch

Seele 2.0 – Bauanleitung für deine Wunschwelt in drei Schritten

„Was du willst ist, was du kriegst“, sagte einst mein Freund. Und überall, wo ich diesen Spruch bringe, entsteht ein Gespräch. Manchmal eine Diskussion, teilweise auch Streit. Können wir uns…

„Was du willst ist, was du kriegst“, sagte einst mein Freund. Und überall, wo ich diesen Spruch bringe, entsteht ein Gespräch. Manchmal eine Diskussion, teilweise auch Streit.

Können wir uns wirklich unsere Wunschwelt herbeizaubern?

Lasst uns nachsehen. An einem Tag prallen mehrere Milliarden Eindrücke und Fakten auf uns ein. Allein das Wetter besteht schon aus einem komplexen Konstrukt von Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur und Luftbewegung. Dann all die Menschen und Medien, die um uns herum sind. Und dann noch unsere eigenen Gedanken. Kein Lebewesen würde das je überleben!

Unser Gehirn ist ein Sieb

Unser Gehirn hat eine Strategie entwickelt, mit dieser Menge an Informationen umzugehen: Es verwirft 99 Prozent davon. Alles, was nicht relevant ist und nicht verarbeitet werden kann, wird wieder aussortiert und dringt gar nicht erst in unser Bewusstsein ein. Wenn du dich also nicht ganz speziell für den heutigen Luftdruck interessierst, wird dieser Datenmüll bleiben, wo er hingehört.

Konstruktionsmechanismus

Eine andere faszinierende Fähigkeit unseres Gehirns besteht darin, aus wenig und aus unvollständiger Information ein komplettes Bild zu erzeugen, welches es uns erlaubt, Entscheidungen zu treffen oder uns im Raum zu bewegen. So können wir zum Beispiel auf Basis von Licht, Schatten und Geräuschen gut vorhersehen, wie ein Weg weiter geht, den wir nicht sehen, weil er hinter einer Kurve liegt. Wir erstellen für räumliche Orientierung eine sogenannte kognitive Karte, und wenn man dich jetzt bitten würde, eine Skizze von deinem jetzigen Ort oder von deinem letzten Urlaubsort zu erstellen, dann wärst du dazu in der Lage, mit mehr oder weniger Detailtiefe. Hierzu später mehr.

Bau dir eine Welt, wie sie dir gefällt

Jetzt stell dir vor, Tausende von Menschen gehen jeden Tag über dieselbe Kreuzung. Sehen alle das Gleiche? Messen alle dieser Kreuzung dieselbe Bedeutung bei? Wohl kaum! Zum einen siebt das Gehirn jedes Passanten all das aus, was nicht relevant ist, zum anderen werden bei jedem Menschen andere Details hinzu konstruiert, damit er sich in seiner Welt, auf seiner Mission, gut zurecht findet.

Wie kannst du dir nun eine Welt bauen, wie sie dir gefällt? Hole dir ruhig viel weißes Papier und bunte Stifte, wir können ja ein paar Minuten zusammen bauen, dann machst du selbst weiter, ok?

Als Schritt Nummer eins schlage ich vor, du bestimmst, was es in deiner Welt oft und viel gibt. Sonne, Obst, grüne Elektroautos – was fällt dir ein? Viele lächelnde Menschen? Viele zwitschernde Vögel? Wellenrauschen? Berggipfel? Kinder? Kühe? Schokolade? Notiere einfach alles, was dir in den Sinn kommt.

Schritt Nummer zwei: Markiere alles, was aus dieser Sammlung jetzt schon da ist. Einfach um zu sehen, zu wie viel Prozent deine jetzige Welt schon deiner Wunschwelt entspricht. Erledigt? Auf welchen Wert bist du gekommen? Egal, wie viel du bereits gefunden hast, stehe gern auf und haue dir die Fäuste in die Brust, als wärest du King Kong. Feiere dich als Frau oder Herr deines Lebens!

Schritt Nummer drei: Gehe suchen! Mit der kognitiven Karte deiner Wunschwelt unterwegs zu sein, ist wie die Stadt um dich herum neu entdecken! Oder weißt du, wie es im zweiten Stockwerk der Häuser in der Fußgängerzone aussieht? Viele verborgenen Schätze sind um uns herum positioniert, wir nehmen sie bloß nicht wahr, weil unser Hirn sie gemäß der vorherigen kognitiven Landkarte als nicht relevant aussortiert hat.

Zauber der Wahrnehmung

Eine fantastische Funktion unseres Gehirns solltest du noch kennen: Es kann zwischen real und ausgedacht nicht unterscheiden. Das ist der Grund, warum wir uns vor den Thrillern gruseln und richtig hohen Puls kriegen, wo doch die Monster nur in einem Flachbildschirm stecken. Nun gib dir selbst eine Einschätzung: Wie viel Potenzial steckt in deiner Wunschwelt-Karte? Kann diese dir so viel Inspiration und „gute Monster“ schicken, dass du den ganzen Tag am lächeln bist? Ist dein Vorstellungsvermögen schon erwachsen genug, sich die Wunschwelt in allen Farben und Geschmacksrichtungen zusammen zu stellen?

Wiederhole Schritte eins bis drei immer wieder, bis du dich daran gewöhnt hast, Dinge zu sehen, die du sehen willst. Du wirst dich wundern, wie schnell dein Gehirn sich darauf umstellt und dich von unnützen Informationen abschirmt. Und sollte es bei dir gut funktionieren, helfe auch anderen um dich herum, sich ihre Wunschwelt zu erschaffen!

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Im Glas keimt und sprosst es auch im tiefsten Winter

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn…

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn es nicht so viel frisches regionales Gemüse gibt, sehr lecker finde.

Was sind die Vorteile?

Keimlinge und Sprossen enthalten zahlreiche Vitamine – zum Beispiel Vitamin C in 35facher Menge im Vergleich zu den Samen -, Mineralstoffe die vom Körper besser verwertet werden können und sekundäre Pflanzenwirkstoffe. Und das nur nach ein paar Tagen mit etwas Wasser und Licht. Einfach, gesund und sehr lecker! Ihr werdet auch sehen, dass man beim Verkochen der Sprossen auch ganz schön kreativ werden kann, wenn man diese nicht nur über den Salat oder die Suppe streut. Ich berichte weiter unten, was ich schon so alles damit ausprobiert habe.

Was benötigt man?

Meine ersten Versuche habe ich mit einem größerem Becher aus stabilen Plastik gemacht, in dessen Boden ich Löcher gestoßen habe. Das hat bei den größeren Mungbohnen noch funktioniert, kleinere Samen wären allerdings durchgefallen. Insofern kann ich euch den Kauf eines Keimglases (erhältlich zum Beispiel von Alnatura) empfehlen. Hier sind die Löcher im abschraubbaren Deckel gleichmäßig kleiner und das Glas kann außerdem einfach gereinigt werden (angeblich ist es auch spülmaschinenfest). Alternativ ist es sicher möglich beim Selberbasteln ein Fliegengitter oder dergleichen über einem leeren Gurkenglas anzubringen.

Wie wird’s gemacht?

Beim Keimen und Sprossen gibt es folgende drei Phasen:
– Einweichphase: Die Bohnen, Linsen oder Samen werden zuerst mit Wasser abgespült und dann eingeweicht; dies dauert je nach Art nur kurz oder bis zu zwölf Stunden.
– Keimphase: Nach dem Einweichen das Wasser ausgießen und das Glas schräg stellen, sodass das überschüssige Wasser noch gut abtropfen kann und Luft dazu kommt. Die Sprossen zweimal am Tag mit frischem Wasser durchspülen. Ich mache das morgens gleich nach dem Aufstehen und abends nach dem Zähneputzen. Beim Spülen versuche ich das Glas auch etwas zu schütteln, so kommen immer andere Keimlinge oben zu liegen und es wachsen alle in etwa gleich schnell. Je nach Art des Saatguts kann nach drei bis acht Tagen geerntet werden.
– Ernte und Genussphase: Kein Stress mit dem Verzehren, in einem Gefäß im Kühlschrank halten die fertigen Sprossen vier bis fünf Tage, aber dann besser nicht mehr spülen, damit sie nicht zu nass sind und zu schimmeln beginnen (keine Sorge, das ist mir noch nie passiert).

Was habe ich in den wenigen Wochen schon ausprobiert?
– Mungbohnen: Der Klassiker, die sogenannte Sojabohnensprosse beim Asiaten. Diese werden zwölf Stunden eingeweicht und sind nach vier bis fünf Tagen erntebereit. Die grüne Schale schwimmt beim Abspülen teilweise oben im Glas, kann aber auch mitgegessen werden. Die Sprossen habe ich bei asiatischen Gerichten verwendet, aber auch auf Suppen, Salaten oder am Brot schmecken sie lecker.
– Linsen: Werden je nach Größe und Art zwei bis fünf Stunden eingeweicht und sind nach zwei bis vier Tagen bereit zum Ernten. Schmecken gut auf Suppen oder püriert als Aufstrich mit Gewürzen.
– Kichererbsen: Müssen zwölf Stunden eingeweicht werden und benötigen dann noch ungefähr drei bis vier Tage bis der Keimling in etwa doppelt so lange ist wie die Kichererbse. Achtung: Die Sprossen nicht roh essen, sie sind noch hart und enthalten außerdem noch einen Giftstoff. Um diesen abzubauen ist es ausreichend, die gesprossen Kichererbsen noch zehn bis fünfzehn Minuten im heißen Wasser zu blanchieren. Ich habe die gekochten, weichen Keimlinge mit Tahin (Sesampaste) und Gewürzen zu einem Hummus püriert.
– Sonnenblumenkerne: Müssen sechs Stunden eingeweicht werden. Danach drei bis vier Tage keimen lassen und öfters mit Wasser spülen. Mit den fertigen Keimlingen habe ich ein Sonnenblumenkern-Pesto (mit Basilikum und Würz-Hefeflocken) gemacht.
– Buchweizen: Nur ungefähr zwei Stunden einweichen, dann drei bis vier Tage keimen lassen. Die Sprossen schmecken eher süßlich und sind sehr weich, daher habe ich sie zusammen mit Sojajoghurt und Früchten in der Früh als Müsli gegessen.
– Leinsamen: Habe ich wie Kresse auf einem Teller vier bis fünf Tage mit etwas Küchenpapier großgezogen und als Keimlinge mit grünen Blättern gegessen.

Als nächstes möchte ich Alfalfa-Sprossen und Adzuki-Bohnen zum Sprossen bringen, ich bin schon gespannt!

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit anderen Keimlingen und Sprossen gesammelt?

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Meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung

Ich ernähre mich seit etwa zwei Jahren flexi-vegan, das heißt zu Hause und in der Arbeit (Stichwort Salat und Beilagen in der Kantine) esse ich vegan, aber wenn ich unterwegs…

Ich ernähre mich seit etwa zwei Jahren flexi-vegan, das heißt zu Hause und in der Arbeit (Stichwort Salat und Beilagen in der Kantine) esse ich vegan, aber wenn ich unterwegs bin, kann es auch mal etwas Vegetarisches sein. Doch von basischer Ernährung wusste ich bis vor einem Jahr noch gar nichts. Damals fing meine Freundin Ina an, sich aus gesundheitlichen Gründen damit zu beschäftigen. Sie legte immer wieder ein paar Wochen oder auch einzelne Tage basischer Ernährung ein. Ich fand das sehr interessant, aber der Gedanke, das selbst mal auszuprobieren, ist mir nicht direkt gekommen. Oder ehrlich gesagt, befürchtete ich auch, dass das für mich zu aufwendig wäre, so nach dem Motto „Ja was darf ich denn dann überhaupt noch essen?“. Als sie mich Ende letzten Jahres fragte, ob ich nicht im Januar für eine Woche basische Ernährung mitmachen wollte, habe ich dann trotzdem nicht lange überlegt – Ja!

Ja! Weil die Vorweihnachtszeit für mich in vielerlei Hinsicht ein ernährungsmäßiges Dauer-Sündigen war: Viel Alkohol (vor allem Glühwein und Punsch, und davon die nicht gerade wenig süßen Varianten, die es auf diversen Weihnachtsmärkten in München und Wien gibt), viele Kekse (selbstgebackene schon ab November, dann die von Mama, die von der Schwester meines Freundes Cj), und viel von allem Anderen, wie es zu Weihnachten eben so is(s)t. Ja! Also um zu „entschlacken“. Ja! Um etwas dazuzulernen über diese Art der Ernährung. Ja! Damit ich auch wieder mal neue Lebensmittel ausprobiere, andere Rezepte koche und etwas herumexperimentiere in der Küche.

Bei basischer Ernährung geht es darum, basische Lebensmitteln zu essen säurebildende zu vermeiden, das gilt auch für Getränke. So soll eine Übersäuerung abgebaut beziehungsweise vermieden werden mit dem Ziel, einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu erreichen. Für eine genauere Definition kann man in verschiedensten Büchern sowie im Internet viele, teils auch verwirrende Informationen finden. Mir geht es jetzt nicht darum zu schreiben, wie böse doch die sauren Lebensmitteln sind, und welche Krankheiten sie hervorrufen. Als ich das alles gelesen habe, musste ich mich ja schon fast fragen, wie ich mit all dem Teufelszeug in meiner Ernährung so gesund und zufrieden sein konnte.

Was könnten die gesundheitlichen Vorteile sein? Hier wird oft geschrieben, dass basische Lebensmittel reich an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien sind, das Immunsystem unterstützen, entzündungshemmend wirken und gut für den Darm sind. Das hört sich doch gut an! Vor der basischen Woche stellte sich für mich wieder die Frage, was ich essen darf. Was ist überhaupt basisch? Ich will euch eine kurze Übersicht über die wichtigsten Lebensmittelgruppen geben. Insgesamt kommt es auf einen Basenüberschuss an. Auch muss man nicht komplett alle säurebildenden Produkte weglassen, es gibt hier auch gesunde Ausnahmen.

Wie eine basische Ernährung aussieht

Bei einer rein basischen Ernährung zu vermeiden ist folgendes:
– Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte (Okay, das alles kannte ich schon von der veganen Ernährung und hatte Erfahrung im Ersetzen, also kein Problem.)
– Alkohol und Koffein (Ui, hier ist wohl Verzicht angesagt – oder eben für diejenigen, die es nicht so streng nehmen, geringere Mengen konsumieren.)
– Getreide (Oh nein! Also kein Brot, keine Pasta – dabei macht das doch glücklich. So hatte ich mich schon fast auf eine Woche grantig dreinschauen eingestellt und meinen Freund Cj mal vorgewarnt. Und eine Frage stellte sich sofort: Wie soll ich da satt werden und wie komme ich an meine heißgeliebten Kohlehydrate? Die Antwort folgt!)
– Schwarzer Tee, Früchtetee (Grüner Tee prinzipiell auch, ist jedoch gesund.)

Was bleibt übrig? Vereinfacht dargestellt, es gibt ein paar Ausnahmen, aber ich möchte euch nicht mit den Details verwirren:
– Obst: Jawohl, auch Orangen und sogar Grapefruits sind basisch, das soll mal einer verstehen, so sauer wie die Früchte teilweise schmecken. Generell ist sowohl frisches Obst als auch die getrocknete Form stark basisch wie zum Beispiel Rosinen und getrocknete Datteln.
– Gemüse und Salat in allen Arten und – Traraa! – hier kommen meine Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln (Zum Beispiel sind auch Pommes basisch, so kann man sich in einer Basen-Woche wenn es sonst gar nichts gibt, fast überall vor dem Hungertod retten!).
– Mandeln und folglich Mandelmus und Mandelmilch – das gibt es im Bio-Supermarkt und ist recht vielseitig auch für Saucen verwendbar.
– Sprossen und Keimlinge: Die Basen-Woche hab ich als Anregung genommen in einem Keimglas zu sprossen und keimen was das Zeug hält, aber das ist einen eigenen Artikel wert.
– Gewürze, die meisten zumindest.
– Agavensirup und Ahornsirup zum Süßen. Das gibt den Gerichten auch einen leckeren Geschmack.
– Kräutertee: Es gibt auch spezielle Basen-Tee Mischungen, frei nach dem Motto „Besser Basen-Tee als Blasen-Tee!“ – beide kenne ich und ersterer ist geschmacklich definitiv besser!

Und dann gibt es noch die guten leicht säuernden Lebensmitteln, die reich an gesunden Stoffen sind und auch verzehrt werden sollten:
– Nüsse: Alles außer Mandeln die ja basisch sind
– Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen und dergleichen
– Tofu und Sojaprodukte
– Hirse und Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen (Weißer Reis ist je nach Internet-Seite neutral; Vollkornreis säuernd, aber gesünder – einen Tod muss man wohl sterben.)

Meine basische Woche

Wie hab ich die basische Woche überlebt, was hab ich alles gegessen und getrunken? Ich will euch jetzt ein paar Beispiele für verschiedene Mahlzeiten geben. Mir hat es es Spaß gemacht, da auch zwei Freundinnen mitgemacht haben und wir uns in der Woche bei jeder von uns abends zum gemeinsamen Schlemmen getroffen haben. Das war wahrhaftig ein Genuss!

Frühstück:
Ich gehe nie ohne Frühstück aus dem Haus. Kurz nach dem Aufstehen will ich etwas essen, dann kann der Tag losgehen. Während der basischen Woche, in der ich ja auf mein herkömmliches Müsli verzichtet habe und auch kein Brot essen durfte, habe ich mir etwas anderes gesucht. Da für mich Obst oder Fruchtsaft alleine zu wenig sättigend sind, habe ich den Tag mit einem Hirsebrei in Mandelmilch gestartet. Dieser ist schnell zubereitet aus Hirseflocken (diese gibt es zum Beispiel von Alnatura), die man nur sehr kurz aufzukochen muss, es reichen auch ungefähr zwei Minuten in der Mikrowelle. Mit ein paar Rosinen (diese sind ja stark basisch), Obststücken und etwas Vanille oder Zimt verfeinert ist das ein schneller, guter Brei. Ein Glas frisch gepressten Orangensaft dazu und ein basisches Frühstück ist fertig.

Mittagessen:
In der Kantine in der Arbeit gab es für mich Salat mit Kürbiskernen, wie auch sonst des Öfteren. Allerdings dazu keine Semmel oder Brezel, stattdessen als Beilage dann Kartoffeln in diversen Formen. Hin und wieder auch einfach Gemüse und Reis mit Sojasauce verfeinert. Als ich mittags einmal mit einem Freund draußen essen war, waren wir statt beim Italiener bei dem es die Pasta geworden wäre, thailändisch Essen mit einem Gemüsecurry mit Kokosmilch und Reis. Es funktioniert also auch im Arbeitsumfeld. Am Wochenende zu Hause selbst zu kochen ist natürlich noch einfacher oder – falls möglich – etwas Vorgekochtes in die Arbeit mitzunehmen.

Zwischendurch:
Obst, Obst, Obst. Und für die Schreibtisch-Schublade statt der Bitterschokolade: Studentenfutter, getrocknete Datteln, Reiswaffeln, Mandeln zum Knabbern. Lecker und kalorienreich, so überlebe ich die langen Nachmittage.

Abends:
Hauptspeisen mit Gemüse und Kartoffeln (Pfannen, Aufläufe) in verschiedensten Variationen. Meine Freundin hat zum Beispiel Kartoffelpuffer und eine Gemüsepfanne (mit Pilzen, Zucchini und Karotten) gekocht und dazu einen Avocado-Dip (Guacamole) zubereitet; ein anderes Mal habe ich eine Süßkartoffel-Curry-Suppe gemacht, darüber ein paar frische Sprossen; dann sind Reisgerichte eine Option, wie zum Beispiel ein Fenchelrisotto – siehe auch mein Rezept Eli kocht vegan: Fenchel als Risotto – oder Gerichte mit Quinoa, sogar Burger kann man daraus machen. Auch Desserts sind nicht komplett verboten, so hab ich in der Woche einen leichten Schokopudding aus Chia-Samen und Seidentofu gesüßt mit etwas Ahornsirup zubereitet. Ein paar Tage später Rohkost-Muffins (*Piep-piep*, die haben mich dann doch sehr an Vogelfutter erinnert). Aber insgesamt hatte ich weniger das Bedürfnis nach etwas Süßem als sonst, wahrscheinlich war mein Bedürfnis schon durch das ganze Obst und die getrockneten Datteln gestillt.

Wie ging es mir während und nach der Woche?

Sehr gut. Ich habe mich wohl gefühlt und meine Haut ist auch etwas weicher geworden. Anfangs bin ich zwischendurch schnell wieder hungrig geworden und musste oft an Essen denken. Dann hab ich mir einen Vorrat an basischen Snacks für zwischendurch angelegt (siehe oben). Nach der Woche habe ich sogar beschlossen mit basischer Ernährung weiterzumachen, nicht mehr streng und ausschließlich. Aber ich esse doch vermehrt basische Nahrungsmittel, und vor allem wenn ich selbst koche, fällt mir das nicht schwer.

Einen kleinen Tipp zum Schluss für alle diejenigen, die jetzt motiviert sind und die basische Ernährung auch mal ausprobieren wollen: Denkt nicht ständig daran, was ihr alles nicht essen dürft, sondern eher daran, was ihr alles essen könnt. Probiert Gemüse- und Obstsorten aus, die ihr sonst nicht so oft esst. Kartoffeln und Süßkartoffeln sowie die Pseudogetreidearten wie Hirse, Quinoa und Amaranth sind gut für Hauptspeisen oder als Beilagen zum Sattwerden geeignet.

Viel Spaß und guten Appetit!

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Keine Plastiktüte, bitte!

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen. Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf…

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen.

Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf im Supermarkt zu benutzen, alle anderen Plastiktüten waren für mich aber in Ordnung. Ich nutzte sie als Mülltüten, machte mir wenig Gedanken und verdrängte das Problem in meinem Schrank voller Plastiktüten – auch wenn ich stets mehr Mülltüten als Müll hatte.

Mit dem „Plastikfasten“ setzte ein Umdenken bei mir ein. Zum ersten Mal ging ich in ein Buchgeschäft, ohne es mit einer Plastiktüte zu verlassen. (Ja, ich erkläre mich für schuldig. Ich bin besessen von Buchläden und sollte aus eigenem Schutz von ihnen fern gehalten werden.) Die Verkäuferin war so schnell, dass sie mir meine neueste literarische Errungenschaft in eine Tüte gepackt hatte, bevor ich etwas dagegen sagen konnte. Etwas zögerlich holte ich meinen Jutebeutel hervor und bat sie, das Buch heraus zu nehmen. Ich erklärte ihr, dass ich gerade „plastikfasten“ würde und die Tüte daher nicht annehmen könnte – ihre Reaktion: Unverständnis. „Aber dann wird das Buch doch nass“, entgegnete sie mir fast ein wenig vorwurfsvoll. Ich zeigte ihr wortlos meinen tropfenden Regenschirm, sie zuckte etwas beleidigt mit den Schultern und ich verließ den Laden mit hochroter Birne.

Diese Situation sollte sich in der Zukunft noch einige Male wiederholen. Meist sind die Verkäufer so routiniert und schnell, dass man sie bitten muss, die Ware wieder aus der Tüte zu nehmen. Das mache ich mittlerweile zum Glück, ohne dass es mir peinlich ist. Am Anfang versuchte ich noch, Leute von meiner Idee zu überzeugen und erzählte ihnen sofort und ungefragt, dass ich versuchen würde, ohne Plastik auszukommen. Damit traf ich zwar oft auf tolle Reaktionen, genauso häufig aber auch auf Unverständnis – gerade bei Personen, die sich eben noch nicht so sehr mit dem Thema Plastikmüll auseinandergesetzt haben. Vielleicht klingt „Plastikfasten“ für den einen oder anderen etwas zu extrem, vielleicht schwingt für sie auch der erhobene Zeigefinger mit – ich weiß es nicht. Was mir jedoch bewusst wurde: Man lässt die Verkäufer mit einem Fragezeichen im Gesicht, im schlimmsten Falle sogar mit dem Gefühl, unfreundlich behandelt worden zu sein, im Laden stehen. Genau das wollte ich verhindern.

Wie bei den Plastikbestandteilen in Einmachglasdeckeln, einem Thema meines letzten Kolumnenbeitrags, komme ich daher auch diesmal zu einem eher pragmatischen Schluss. Ich sage einfach: „Nein, danke. Ich habe schon so schrecklich viele Plastiktüten zu Hause.“ Aus irgendeinem Grund scheint diese Aussage ein wahrer Eisbrecher zu sein. Fast immer entgegnen mir die Verkäufer, dass es ihnen genauso geht. Oft schließt sich daran sogar eine wirklich konstruktive Diskussion an.

Das ist auch mein Tipp an alle, die es mir gleich tun wollen. Wenn man selber ohne Plastik auskommen will, setzt man sich selbstverständlich sehr damit auseinander und denkt viel daran. In dem ganzen Eifer will man seine Überzeugung natürlich an andere weitergeben – man muss nur sehr aufpassen, dass man nicht zu übereifrig daher kommt, sonst wird die Diskussion oft bereits im Keim erstickt. Ein vorsichtiges Herantasten über ein recht unverfängliches Thema wie „Wir haben viel zu viele Plastiktüten zu Hause.“ funktioniert oft besser als den Leuten ins Gesicht zu sagen „Ich lebe ohne Plastik“.

Wie seht ihr das, ist es euch auch schon einmal so gegangen, zum Beispiel auch bei den Themen Vegetarismus und Veganismus? Würdet ihr genauso handeln oder bevorzugt ihr eine offensivere Herangehensweise?

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Heilfasten, Teil 2/2: Verschiedene Methoden auf einen Blick

Anschließend an Heilfasten, Teil 1/2: Was ist es, was kann es und was hatte ich davon? geht es in diesem Artikel um die gängigsten Fastenmethoden. Ich möchte euch einen kleinen…

Anschließend an Heilfasten, Teil 1/2: Was ist es, was kann es und was hatte ich davon? geht es in diesem Artikel um die gängigsten Fastenmethoden. Ich möchte euch einen kleinen Überblick geben, wie viele unterschiedliche Arten zu Fasten es gibt und dass Fasten nichts mit einer „Null-Diät“ zu tun hat. Trotz allem muss nochmals erwähnt werden: Fasten ist für den Körper eine enorme Belastung. Bevor man im Selbstversuch fastet, ist der Besuch beim Arzt und ein gründlicher Gesundheitscheck Pflicht!

Heilfasten nach Buchinger
Die Buchinger-Methode ist die bekannteste und auch am häufigsten angewendete Fastenkur. Sie ist in der Durchführung einfach, man muss keine zusätzlichen Präparate kaufen und bei ärztlicher Begleitung kann sie bis zu 40 Tage angewendet werden. Allerdings wird sie mit der Zeit sehr eintönig und schwer durchzuhalten, das ist zumindest meine Erfahrung. Grundsätzlich folgt diese Methode dem klassischen Fastenablauf. Während der Fastenzeit wird nur Flüssigkeit aufgenommen. Über den Tag verteilt müssen es mindestens drei Liter sein, wobei man morgens Kräutertee oder Wasser, Mittags Gemüsesäfte oder Gemüsebrühe, nachmittags wieder Kräutertee und abends Obstsäfte oder Gemüsebrühe zu sich nehmen darf. Die Auswahl ist somit recht groß, nur auf die Inhaltsstoffe sollte geachtet werden, sollte man die Obst- oder Gemüsesäfte nicht selbst pressen. Von Fertiggerichten (Fertigsuppen) wird aber generell abgeraten, da sie zu viele chemische Zusätze enthalten und somit dem Fastengedanken der Körperreinigung entgegenstehen. Im Gegensatz zu Nulldiäten oder anderen Fastenmethoden nimmt man bei bei der Methode nach Buchingen Kalorien durch die Flüssigkeiten auf und belastet den Körper somit weniger.

Vorteile: Studien beweisen, dass durch die Buchinger-Methode einige Krankheiten gelindert beziehungsweise geheilt werden konnten. Trotz Fastenkur darf man klare Gemüsesuppe essen, das macht das Durchhalten leichter. Die Fastenkur kann so lange durchgeführt werden, wie man möchte (höchstens 40 Tage), Lebensmittel für die Aufbautage sind leicht zu bekommen.

Nachteile: Diese Fastenmethode wird mit der Zeit eintönig.

Die F.-X.-Mayr-Kur
Benannt nach seinem Erfinder, Franz Xaver Mayr, einem Kurarzt der unter anderem in der Steiermark und Wien praktiziert hat und der der festen Überzeugung ist, dass ein gesunder Körper nur mit einem gesunden Darm funktionieren kann. Begonnen hat alles mit der bekannten Milch-Semmel-Diät: „Die Milch-Semmel-Diät ist eine Fastenkur, die Verdauungsprobleme beheben, den Darm entlasten und seine Selbstreinigungskräfte anregen soll. Dazu werden harte Brötchen oder trockene Semmelscheiben mit etwas Milch extrem lange und intensiv gekaut.“ Mittlerweile wurde das Konzept auf der Basis neuester schulmedizinischer Erkenntnisse überarbeitet und erweitert und bietet mit der F.-X.-Mayr-Kur eine ganzheitliche Ernährungsumstellung die über das Fasten hinausgeht. Die Kur kann in Heilkliniken durchgeführt werden, es finden sich aber auch Literatur und Anleitungen im Internet für eine Kur zu Hause. Hierbei beginnt man mit einem ausführlichen Programm zur inneren Säuberung, Entgiftung und Heilung des Körpers durch einen persönlichen Kurfahrplan, der genau angibt was und wann man essen darf. Das Grundgerüst des Fastenplans ist zwar der gleiche wie beispielsweise bei der Buchinger-Methode (Aufbautage, Fastenbrechen), jedoch zielt die F.-X.-Mayr-Kur darauf ab, eine langfristige Ernährungsumstellung herbeizuführen. Zusätzlich sind Bauchmassagen um die Verdauung anzuregen vorgesehen.

Vorteile: Kein reines Heilfasten, sondern eine ganzheitliche Ernährungsumstellung. Relativ einfach durchzuführen.

Nachteile: Man muss sich streng an die vorgegebenen Pläne halten.

Hildegard von Bingen-Fasten
Die Bedeutung Hildegards von Bingen (*1098, † 1179) lässt sich schlecht in einzelne Kategorien zwängen, da sich das Weltbild seit der Zeit der Aufklärung stark verändert hat. In ihrer Zeit waren bedeutende Personen sogenannte Universalgelehrte. Hildegard von Bingen gilt allgemein als Person, die durch eigene Denkansätze neue Impulse setzte und damit einen umfassenden Blickwinkel auf verschiedenste medizinische oder auch politische Themen setzte. Sie beschäftigte sich nicht nur mit Medizin und Biologie, sondern auch mit Religion, Politik und Musik. Bei der Hildegard von Bingen-Fastenmethode bedient man sich an einem Minimum des klassischen Fastenablaufes und ersetzt das durch eigens hergestellte Fastenprodukte. Bei einer Kur die drei bis sieben Tage dauern kann, ist es vorgeschrieben keine feste Nahrung zu sich zu nehmen und viel zu trinken. Dabei bietet die Marke Hildegard von Bingen eigene Produkte für das Heilfasten an. Somit ist es nur möglich, diese Methode durchzuführen, wenn man sich zuvor die benötigten Produkte zulegt.

Vorteile: Gute Anleitungen und Literatur, die Dauer von sieben Tagen ist gut einzuhalten und die Methode ist abwechslungsreich.

Nachteile: Kauf der entsprechenden Produkte kann zu grösseren Ausgaben führen.

Suppenfasten und Molkefasten
Diese beiden Fastenmethoden sind als die einfachsten zu bezeichnen und bei der Vielzahl von Methoden auch die bekanntesten. Beim Suppenfasten gibt es mehrere verschiedene Anleitungen, von einfachem Fasten mit Hühnersuppe oder Gemüsesuppe zu aufwändigerem Fasten mit Hafercremesuppe oder Basensuppe. Oft wird die Methode auch für Gewichtsverlust beworben. Durch die Einnahme von Gemüsesuppen und ähnlichem wirkt man einem Vitamin- und Eisenmangel entgegen und belastet den Körper nicht so stark wie bei anderen Methoden.

Vorteile: Trotz Fasten kann man eingeschränkt essen, die Suppen sättigen.

Nachteile: Hat wenig mit Heilfasten zu tun, Suppen in der Herstellung aufwendig.

Beim Molkefasten oder Molkekur nimmt man hauptsächlich Molke als Hauptflüssigkeit zu sich. Zusätzlich ist die Einnahme von Wasser, Obstsäften und Sauerkrautsaft erlaubt. Molke wirkt durch die Milchsäurebakterien leicht abführend, sodass man den Körper meist ohne zusätzliche Hilfsmittel entleeren kann. Wie beim Suppenfasten wird diese Methode weniger als Heilfastenmethode angesehen, sondern mehr als Mittel um relativ schnell ein paar Kilos zu verlieren und den Körper zu „erleichtern“.

Vorteile: Die Milchsäure und der Milchzucker in der Molke wirken abführend und das erleichtert den Darm.

Nachteile: Recht einseitig was den Geschmack angeht, wenn man ausschließlich Molke trinkt.

Bei einiger Recherche finden sich noch weitere unterschiedliche Fastenmethoden aber im Grunde genommen laufen sie alle nach demselben Schema ab. So kann jeder für sich selbst die passende Methode finden, bei der er sich wohlfühlt und seine Ziele erreicht. Wichtig ist, dass man sich darüber im Klaren sein sollte, dass Heilfasten nichts mit Gewichtsabnahme zu tun hat und man es nur in Absprache mit einem Arzt durchführen sollte.

Habt ihr noch Fragen zum Heilfasten? Oder seid ihr vielleicht neugierig auf mehr geworden? Lasst uns in den Kommentaren darüber austauschen!

 

Quellen:
http://www.richtig-heilfasten.de/buchinger-fasten.html
http://www.heilfasten.de/
http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Diaeten/Milch-Semmel-Diaet/
http://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen
http://www.gofeminin.de/abnehmen/fasten-heilfasten-abnehmen-entgiften-d6154x29433.html
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/coach/tid-23177/1-tag-dienstag_aid_56894.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Molke-Fasten
http://www.richtig-heilfasten.de/molkefasten-was-ist-das.html

Keine Kommentare zu Heilfasten, Teil 2/2: Verschiedene Methoden auf einen Blick

Die Inspektorin: Das No-Poo-Experiment der Inspektorin

Heute erzähle ich euch von einem Experiment, von dem nur sehr wenige wissen, dass ich es gewagt habe. Es handelt sich um das „No-Poo-Experiment“. Vielleicht habt ihr schon von diesem…

Heute erzähle ich euch von einem Experiment, von dem nur sehr wenige wissen, dass ich es gewagt habe. Es handelt sich um das „No-Poo-Experiment“. Vielleicht habt ihr schon von diesem Trend aus den USA gehört. Die Bezeichnung „Poo“ leitet sich von Shampoo ab. Wie der Titel des Experiments vermuten lässt, soll die Reinigung von Haaren und Kopfhaut ohne ebendieses erfolgen. Ich kam zu diesem Trend durch meine langanhaltenden Kopfhautprobleme. Meine Kopfhaut war meistens, genauso wie meine Haare, viel zu trocken, nach drei Tagen fettig und neigte zu Schuppen. Selbst ein Besuch bei einer Hautärztin konnte nicht helfen. Sie verschrieb mir ein Shampoo und meinte, dass ich eben so veranlagt sei, da könne man nichts machen. Mit der Aussicht nur noch Shampoos aus Apotheken verwenden zu können wollte ich mich nicht zufrieden geben. Also habe ich mich im Internet über allgemeine Informationen, Hausmittel und geeignete Pflege für irritierte Kopfhaut umgesehen und bin schnell auf interessante Informationen gestoßen.

Shampoos, egal ob medizinische aus der Apotheke oder herkömmliche aus der Drogerie, können demnach die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen und sogar schuppenverstärkend wirken, weil sie die Kopfhaut austrocknen. Mein Naturfriseur erklärte mir sogar, dass in vielen Shampoos mehr Tenside als in Geschirrspülmittel enthalten seien. Nachdem mein Haupt bestimmt nicht so schmutzig wie eine frisch benutzte Pfanne ist, schien es mir sinnvoll, nach Alternativen Ausschau zu halten. Dabei bin ich zuerst auf Lavaerde gestoßen. Völlig seifenfrei reinigt sie Haar und Kopfhaut. Natürlich war ich zuerst skeptisch – wer massiert sich schon gern mit Wasser angerührte Erde in Haar und Kopfhaut, selbst wenn sie noch so hochwertig ist? Außerdem hatte ich Angst so die Abflussrohre zu verstopfen. Aber schon nach drei Anwendungen war ich überzeugt. Meine Haare fetteten erst nach fünf Tagen nach, mein Schuppenproblem wurde besser und die Abflussrohre funktionierten weiterhin hervorragend. Meine leichte Naturwelle kam ebenfalls wieder, was ich auch darauf zurückführte, dass die Lavaerde Silikone aus den Haaren wäscht.

Irgendwann bin ich dann auch über auf Tipp gestoßen, Haar und Kopfhaut mit einer – Sorry, liebe Veganer – Wildschweinborstenbürste zu reinigen. Ungefähr 100 Bürstenstriche täglich, die auch die Kopfhaut massieren, tragen zur alternativen Reinigung bei. Dadurch wird die Kopfhaut entschlackt, von Schuppen befreit und überschüssige Nährstoffe werden vom Haaransatz bis in die Haarspitzen gebürstet, was einen weiteren natürlichen Pflegeeffekt hat. Diese Kopfhautmassage ist äußerst angenehm und effektiv.

Den Durchbruch zu einer komplett lavaerde- und shampoofreien Phase brachte ein Besuch beim Naturfriseur. Der meinte, dass Haare ja eigentlich auch nur mit Wasser ausreichend gereinigt seien, Shampoo braucht man nicht zwangsläufig. Er empfahl ein bis zwei Mal pro Woche eine gute Pflege für mindestens eine Stunde einwirken zu lassen, mit kühlem Wasser auszuspülen und anschließend mit einer ebenfalls kühlen Wasser-Essig-Mischung nachzuspülen, um die Pflege besser im Haar einzuschließen. Dafür reicht ein kleiner Löffel Essig auf einen halben Liter Wasser. Wenn das sogar ein Friseur empfiehlt, wollte ich unbedingt ein shampoofreies Leben testen, und siehe da, auch das hat funktioniert. Ich war restlos begeistert, weil Haar und Kopfhaut sich immer mehr erholt haben. Geld, um mich durch verschiedenste Shampoos zu testen, habe ich auch gespart und die Umwelt durfte sich über weniger Abfall und Tenside in den Gewässern freuen.

Der einzige Nachteil an der komplett shampoofreien Zeit war für mich, dass mindestens gute eineinhalb Stunden für die Haarpflege aufgewendet werden mussten, daher ging ich dazu über, meine Haare wieder mit einem seifenfreien Shampoo von Alverde zu waschen. Die Wildschweinborstenbürste ist aber geblieben und hält Haar und Kopfhaut weiterhin fit.

Was haltet ihr vom No-Poo-Trend? Habt ihr No-Poo schon einmal probiert? Habt ihr auch ein paar Geheimtipps auf Lager, was Haare betrifft, die ihr mit uns teilen wollt?

Eure Inspektorin

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selber. machen. denken

Stell dir vor, du hast zu einem gemütlichen Filmabend eingeladen, sogar irgendwo einen Beamer organisiert um das echte Kinofeeling zu kreieren. Chips und Dips und Popcorn stehen bereit, die DVD…

Stell dir vor, du hast zu einem gemütlichen Filmabend eingeladen, sogar irgendwo einen Beamer organisiert um das echte Kinofeeling zu kreieren. Chips und Dips und Popcorn stehen bereit, die DVD ist mittels Konsensentscheidung (Oh, dazu bald einmal mehr) ausgewählt und alle warten gespannt. Und dann – die DVD hakt, obwohl sie ganz neu ist. Muss am Player liegen. Drei andere Menschen versuchen es, aber die beste Technikaura bringt nichts, der Player ist kaputt. „Weiß irgendjemand auf die Schnelle, wie der repariert werden könnte?“ „Äh, nee. Musste halt zu Mediamarkt, aber da kannste dir dann auch gleich nen Neuen kaufen.“ Deine Gäste sind ganz cool mit der Sache und entscheiden, dann eben noch feiern zu gehen. Dir hat das ganze Ding aber ordentlich die Laune strapaziert. „Ja, nächstes Mal dann, aber wie kann es denn sein, dass so ein kleines technisches Teufelsding mich so zum Narren macht? Wahrscheinlich hängt nur irgendwo ein Kabel schief, aber was weiß ich schon. Und überhaupt, warum weiß ich das nicht? Und was hat mir technischer Fortschritt und Spezialisierungswahn noch alles abgenommen?“

„Wieso genommen? Uns ist heute doch so viel möglich, daran war nie zu denken, nicht mal in den Science-Fiction-Romanen unserer Kindheit. Computer, die so einfach zu bedienen sind, dass so gut wie alle Menschen diese nutzen können; die Möglichkeit für Familien und Freunde über unfassbar weite Entfernungen miteinander in Kontakt zu bleiben; die Welt zu entdecken, ohne dafür Jahre auf Schiffen unterwegs zu sein; unabhängig von Ort und Zeit miteinander zu kommunizieren, Gleichgesinnte zu finden und sich zu organisieren; Autos, die mit Strom oder Mais fahren; kleine Minicomputer, die alles Wichtige deines Lebens in deiner Hosentasche speichern können; stylische Klamotten, die mensch sich auch leisten kann; die Möglichkeit auch um 22 Uhr noch dein neues Lieblingsobst für das morgige Frühstück kaufen zu können – du verstehst was ich meine?“

„Ja, ich verstehe. Und trotzdem! Ganz abgesehen von den Produktionsbedingungen und der Chemie auf meiner Haut, lasse ich mir von H&M vorschreiben, was für Klamotten ich tragen kann. Ich treffe eine Wahl aus einer nicht von mir getroffenen Wahl und manchmal ist das ein echt beschissener Kompromiss. Ich kann mit dir reden, egal, wo auf der Welt du und ich gerade sind. Das ist großartig, aber auch Google und die NSA und was weiß ich noch wer, wissen wo wir sind und wo wir hinwollen. Maracuja ist eindeutig das leckerste Obst, das ich kenne, aber ich hab keine Ahnung wie die Apfelsorte heißt, die bei mir vorm Haus steht. Ich bin superfroh darüber, dass auch meine Mama durch die intuitive Oberfläche ihres Betriebssystems gern die Möglichkeiten des Internets nutzt und Spaß daran hat, Neues zu entdecken, aber mir wird mulmig bei dem Gedanken, dass weder sie noch ich wirklich verstehen und kontrollieren können, was da in diesen Datennetzen wirklich abgeht.
Ich fühle mich manchmal echt machtlos! Ich muss darauf vertrauen, dass da Menschen (oder Dinge?) am Werk sind, die es gut mit mir und der Welt meinen, die mir helfen, wenn das Fernlicht meines Autos kaputt ist, die meinen DVD-Player reparieren und mich nicht zu einem Neukauf überreden, nur weil es für sie rentabler ist. Ich bin so verstrickt in die Strukturen in meinem Alltag und erlebe Bedürfnisse und Wünsche als meine, die mir in einigen lichten Momenten doch eher fremd vorkommen. Ich will das nicht mehr.

Ich hab Bock. Ich hab Bock selber zu denken. Ich will Dinge verstehen und selber machen können. Ich möchte anderen mein Wissen weitergeben können, anstatt mich zu freuen, dass ich mehr weiß, mehr kann und vielleicht sogar mehr Chancen habe als sie. Und was ich nicht verstehen kann, bin ja nu keen Superbrain, das will ich zumindest immer mal wieder kritisch hinterfragen oder schauen, ob ich darauf in meinem Leben und in meinem Glücklichsein wirklich so angewiesen bin. Ich mag Ohnmacht und Unmündigkeit nicht. Ich hab doch eine Stimme und graue Zellen zum Denken und eine Bauch-Herz-Connection für das wirklich Wichtige. Und ich hab Bock auf andere Menschen, die sich auch Fragen stellen, die selber denken und lernen wollen und denen das Leben auf diesem Planeten am Herzen liegt, denn ich glaube gemeinsam geht da was; mehr als ich mir allein vorstellen kann. So stell‘ ich mir übrigens Demokratie vor. Wieso Herrschaft? Es geht um Selbstermächtigung, Teilhabe und Gerechtigkeit.“ „Klingt voll nach ’nem Plan. Du solltest darüber schreiben.“ Mach ich! Hier. Für euch. Und nun gehen wir feiern und beim nächsten Mal gibt es eine gepflegte Runde Munchkin.

Dies war Ausgabe 1 der Kolumne Anie will selber. machen . denken

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Heilfasten, Teil 1: Was ist es, was kann es und was hatte ich davon?

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens…

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff „Entschlacken“ ist wissenschaftlich nicht begründbar. […] Heilfasten kann aber ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein.“ Im Gegenzug dazu schreibt die Autorin der Seite heilfasten.de, Tonia, aus ihrer eigenen Erfahrung: „Der Körper befreit sich während einer Heilfasten-Kur von allem, was ihm schadet. Giftstoffe und Schlacken werden beim Heilfasten ausgeschieden. Man könnte also auch sagen, dass das Heilfasten den eigenen inneren Arzt auf den Plan ruft und Stauungen und Blockaden auf allen Ebenen löst. Viele chronische Gesundheitsprobleme lassen sich durch regelmäßiges Heilfasten bessern oder sogar völlig heilen.“

Was also steckt hinter dem Ganzen? Ist Fasten ein Mittel, um Gewicht zu reduzieren oder den Körper zu entgiften? Oder beides? Oder ist es nur unnötige Quälerei, schlimmer noch, Geldmacherei der Heilfastenkuranstalten? In diesem Artikel möchte ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung erzählen, was Heilfasten ist, wie es funktioniert und warum ich es selbst regelmäßig mache(n muss). In einem weiteren Artikel werde ich zur besseren Übersicht die bekanntesten Fastenmethoden vorstellen und ihre Vor- und Nachteile analysieren.

Um mit meiner persönlichen Erfahrung zu beginnen, möchte ich euch zunächst erzählen, wie es dazu kam, dass ich mit dem Fasten begonnen habe. Ich führe es selbst in regelmäßigen Abständen durch, weil ich eine Autoimmunkrankheit habe. Diese äußert sich so, dass meine Immunzellen sich an Hand- und Fußgelenken gegen meine Haut wehren und ich fürchterlich juckende, sich durch das Kratzen vermehrende, rote Ausschläge bekomme. Ohne Behandlung kann sich das bis zu Hautkrebs ausweiten. Die Schulmedizin hatte auch nach zweieinhalbjähriger Behandlung versagt und ich suchte nach einer anderen Methode. Durch eine alternative Therapie über vier Monate habe ich mit natürlichen Mitteln meinen Körper komplett entgiftet. Anschließend habe ich fünf Tage gefastet und das hat den gewünschten Erfolg gebracht. Meine Haut hat sich erholt, die Ausschläge gehen zurück oder verheilen langsam. Darum führe ich es seitdem in regelmäßigen Abständen (mit ärztlicher Begleitung) durch.

Bevor man sich ins Heilfasten stürzt, geht es zuallererst zum Hausarzt – vorausgesetzt man möchte es zu Hause machen. Geht man auf eine Fastenkur in eine Heilanstalt ist es natürlich etwas anderes, aber wir gehen jetzt davon aus, dass wir zu Hause fasten möchten. Gesundheitlich muss man topfit sein, denn der Körper steht die Anstrengung einer Fastenkur sonst nicht durch. Leidet man unter bestimmten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Herz-Gefäß-Erkrankungen oder ähnlichem, ist der Gang zum Arzt Pflicht! Es kann sonst sehr gefährlich sein und das wäre absolut nicht zielführend.

Ein kurzer Überblick über den Ablauf beim Fasten

Während dieser Zeit sind besonderer Stress oder große Anstrengungen (Umzug, wichtige Projekte im Job) zu vermeiden, da das Fasten für den Körper eine enorme Anstrengung bedeutet. Zusätzlich muss man dafür sorgen, regelmäßig – am besten jeden zweiten Tag – Stuhlgang zu haben, da man sonst eine Darminfektion riskiert. Es gibt verschiedene natürliche Mittel die abführend wirken (zum Beispiel Buttermilch, Molke, Sauerkrautsaft, Zitronen-Drink, Apfelessig). Sollten diese nicht zum gewünschten Ergebnis führen, kann man auch zu stärkeren Mitteln greifen (zum Beispiel Rizinusöl, Faulbaumtee, Glaubersalz, Bittersalz). In jedem Fall ist es ratsam, es auf dem natürlichen Weg zu versuchen.

Allgemein teilt sich das Heilfasten in vier Phasen auf. Während der Vorbereitung in der ersten Phase stellt man den Körper durch leichte Kost und Verzicht auf Genussmittel langsam auf die verminderte Nahrungsaufnahme ein. An den Fastentagen in der zweiten Phase reinigt sich der Körper von Innen. Begonnen mit der Haut zieht sich der Reinigungsprozess immer weiter bis zum Darm. Um diesen Weg zu bestreiten, braucht es mindestens fünf Fastentage. Im Anschluss daran folgt das sogenannte Fastenbrechen, die dritte Phase. An diesem Tag bricht man das Fasten ab und startet mit bestimmten Lebensmitteln, je nach Methode, langsam wieder mit dem Essen. Danach beginnen die Aufbautage, also die vierte Phase, bei denen man sich mit kleinen Portionen wieder langsam an eine normale Nahrungsaufnahme gewöhnt. In der Regel sagt man, die Aufbautage sollten mindestens ein Drittel der Fastenzeit andauern, zum Beispiel folgen auf 21 Fastentage sieben Aufbautage. Sport ist ein wichtiger Bestandteil des Fastens, da der Körper in dieser Zeit natürlich an seine Reserven geht, baut er auch Muskelmasse ab. Um dem entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, nur sanfte Übungen zu machen um den Organismus nicht unnötig zu belasten. Sportarten wie zum Beispiel Yoga, aber auch Autogenes Training oder Meditation sind erlaubt und erwünscht. Natürlich kann es trotz der vielen Vorbereitung und sorgsamer Planung zu Komplikationen kommen, das nennt man Fastenkrise. Symptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Übelkeit oder Hautausschläge können auftreten. Darum ist es ratsam vor dem Fasten ein Blutbild machen zu lassen, um Nährstoffmängel aufzudecken oder eine Übersäuerung festzustellen. Der Verzicht auf Koffein und Nikotin schon vor dem Fasten kann ebenfalls solchen Symptomen entgegenwirken.

Natürlich gibt es auch negative Seiten des Fastens. Es können Nebenwirkungen auftreten, die man nicht unterschätzen sollte. (Siehe auch: apinchofhealth.com/very-low-calorie-diets/research-into-the-dangers-of-very-low-calorie-diets.php oder gesundheit.de/ernaehrung/diaeten/fasten/fasten-wirksamkeit-nebenwirkungen-bewertung) Kreislaufstörungen, Azidose, Hypotonie, Gicht oder Herzrhythmusstörungen sind Symptome, die durch verschiedene Prozesse im Körper auftreten könnten und verhindert oder vermieden werden können, wenn man schon vor dem Fasten zum Arzt geht. Darum ist dies gerade für Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen sehr wichtig.

Wie man sieht, heißt Fasten nicht einfach nichts zu essen. Es steckt viel Vorbereitung und geistige Einstellung dahinter und nicht für jeden ist es die richtige Methode, um mit seinem Körper „ins Reine zu kommen“. In jedem Fall muss man mit sich selbst immer umsichtig umgehen, denn: „Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Ávila)

Habt ihr schon einmal gefastet? Aus welchem Grund und habt ihr eure Ziele damit erreicht? Welche Methode kennt ihr und würdet ihr sie empfehlen? Ich freue mich über eure Kommentare!

Quellen:
http://heilfastenkur.de/
http://www.heilfasten.de/cms/front_content.php?idcat=171

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wo steckt überall Plastik drin? Einstieg in die Verwirrung.

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als…

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als ich zu Hause meine Ausbeute näher begutachtete, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen: Ich bin reingelegt worden!

Aber jetzt noch einmal ganz von vorne. Mein erstes Ziel als plastikmeidende Konsumentin waren natürlich diverse Bioläden und Supermärkte. Entschlossen griff ich zu Pappschachteln, Papierbeuteln und Gläsern. Soweit so gut. Zu Hause angekommen wollte ich mich sofort über eine Packung Sojageschnetzeltes hermachen. Also riss ich die Pappschachtel auf und fand – drei Mal dürft ihr raten – in Plastik eingeschweißtes Soja. Mein Frust war riesig. Statt Verpackung zu sparen (früher griff ich immer zu Soja-Geschnetzeltem aus der Plastikverpackung), hatte ich doppelt so viel Müll produziert. Gleiches passierte mir bei drei weiteren Packungen. Immerhin hatte ich eines gelernt: Wenn man sicher gehen will, dass ein Produkt in einer Pappschachtel nicht doch noch eine zusätzliche Plastikschicht enthält, muss man es ordentlich schütteln. Der eine oder andere mag euch dabei vielleicht komisch anschauen, aber daran gewöhnt man sich – oder ihr fangt einfach mit der Packung in der Hand zu tanzen an. Das ist eine lohnenswerte, von mir erprobte Alternative.

Auch bei vermeintlichen Papierverpackungen muss man aufpassen. Einige sind innen noch mit einer Plastikfolie beschichtet. Das kommt zum Beispiel bei einigen Produkten wie Zucker, Tee oder Buchweizen vor. Dies kann man im Vorfeld leider ganz schwer feststellen. Wenn man die Verpackung ein wenig knautscht, hört man es unter Umständen. Auch ein Sichtfenster aus Plastik kann ein Hinweis darauf sein. Man muss allerdings aufpassen, dass man nichts kaputt macht, sonst muss man dafür zahlen. Oft hilft daher nur die Devise „Lerne aus deinen Fehleinkäufen!“ und der Vorsatz, die überflüssige Verpackung wenigstens zur Entsorgung im entsprechenden Laden zu lassen. In den meisten Supermärkten kann man Papier und Plastik in Recycling-Containern verstauen. Dann müssen sich die Betreiber mit dem Müllproblem auseinandersetzen. Wenn das viele Kunden machen, müssen die Supermärkte im Zweifelsfall sogar höhere Müllgebühren zahlen – und beim Geld hört für die meisten Unternehmen bekanntlich der Spaß auf.

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Der zweite große Schock kam für mich, als mir ein Bekannter davon erzählte, dass selbst meine geliebten Glasverpackungen nicht gänzlich ohne Plastik auskommen. Die meisten Deckel enthalten nämlich PVC. Das könnt ihr an der Gummierung auf der Innenseite des Deckels erkennen. Der einzige mir bekannte Hersteller, der darauf verzichtet, ist Zwergenwiese. Deren Aufstriche, Saucen und Senf-Sorten kann man also zum Glück reuelos genießen.

Aber was mache ich mit den restlichen Gläsern? Diese Frage quälte mich noch einige Tage. Das Problem ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht 100 Prozent plastikfrei bekommt. Seien es Speiseöl-Flaschen, die eine Gießvorrichtung aus Plastik haben, Essigessenz-Reiniger mit Plastikkappe oder mein geliebtes Kokosfett im Glas mit PVC im Deckel – manchmal findet man leider einfach keine vollkommen perfekte Alternative. Aus diesem Grund beschloss ich, mich zwar weiterhin nach Produkten umzusehen, deren Verpackungen gänzlich ohne Plastik auskommen und so viel wie möglich selbst herzustellen, aber ich drücke in den oben genannten Fällen gezwungenermaßen auch einmal ein Auge zu. Schade, dass es für die Verpackungsbestandteile keine Kennzeichnungspflicht gibt. Immerhin kann man Gläser und Flaschen wunderbar wiederverwenden – zum Beispiel als Soßen- und Speisenbehälter, als Windlicht oder um seine eigenen Limonaden, Smoothies oder Kräuteröle zu machen.

Wie seht ihr das? Haltet ihr meinen Kompromiss für faul? Und wie erkennt ihr, ob eine Verpackung tatsächlich plastikfrei ist? Vielleicht habt ihr ja noch den einen oder anderen Tipp für mich parat.

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wieso, weshalb, warum

Leben ohne Plastik – wie soll das denn gehen? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Jahren ziemlich oft gestellt. Denn seit Anfang 2013 versuche ich ohne Plastikverpackungen auszukommen. Das klappt nicht…

Leben ohne Plastik – wie soll das denn gehen? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Jahren ziemlich oft gestellt. Denn seit Anfang 2013 versuche ich ohne Plastikverpackungen auszukommen. Das klappt nicht immer, aber immer öfter – und genau davon soll meine Kolumne handeln.

Ihr fragt euch, wie man auf so etwas kommt? Fangen wir einmal ganz von vorne an: Von Bananen in Plastikfolie und einzeln verpackten Chipstüten bis hin zu kostenlosen Plastiktüten, der Verpackungswahnsinn ist mir immer schon sauer aufgestoßen. Mein zugegeben etwas fauler Kompromiss: Die schlimmsten Auswüchse zu vermeiden und brav mit Jutebeutel einkaufen zu gehen, sonst aber nicht weiter über mein Handeln nachzudenken. Plastikverpackungen komplett zu vermeiden wäre mir nie in den Sinn gekommen – bis ich Werner Bootes Film Plastic Planet und eine Dokumentation über die österreichische Familie Krautwaschl und ihr Leben ohne Plastik sah.

Argumente gegen Plastik gibt und gab es immer schon viele – erinnert ihr euch an die „Jute statt Plastik“-Bewegung in den Siebzigern? -, aber selten wurden sie mir so deutlich vor Augen geführt wie in Plastic Planet. Die für mich wichtigsten Auswirkungen auf Umwelt und Mensch habe ich hier zusammengefasst:

Plastik verursacht Müll – egal wie man es drehen und wenden will. Selbst wenn man seinen Plastikmüll brav trennt, wird er nie komplett recycelt. In Deutschland und Österreich liegt die Recyclingquote zwar vergleichsweise hoch, doch selbst hierzulande werden laut Angaben der Europäischen Umweltagentur nur 62 beziehungsweise 63 Prozent recycelt – im Rest der EU ist es noch deutlich weniger. Trotz aller Recyclingbemühungen gelangt auch in unseren Gefilden immer noch genug Müll in die Umwelt – und genau damit beginnt das größte Problem: Plastik braucht einfach elendig lange um sich vollständig zu zersetzen. Als besonders schockierendes Beispiel führt einem das zum Beispiel der „Great Pacific Garbage Patch“ vor Augen, ein gigantischer Müllteppich im Nordpazifik. Die einzelnen Plastik-Bestandteile dieses Teppichs werden zum größten Teil von Land über die Flüsse hier hin gespült – viele legale und illegale Mülldeponien liegen in unmittelbarer Nähe zu Flüssen. Die Größe des „Great Pacific Garbage Patch“ wird auf einen Umfang von 700.000 bis 15.000.000 Quadratkilometer geschätzt. Man muss fast fragen: Wen wundert es, wenn zum Beispiel selbst eine kleine Plastikflasche bereits sage und schreibe 400 Jahre benötigt, um abgebaut zu werden? Plastiktüten, Netze und andere Kunststoffartikel kommen auf eine ähnlich lange Zeit und stellen eine große Gefahr für Meerestiere dar, die sich in ihnen verfangen und dort qualvoll verenden können.

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Bild: Thue / wikipedia.org

Besonders problematisch ist dabei, dass sich das Plastik in allerkleinste Nanopartikel auflöst – das so genannte Mikroplastik. Vor diesen winzigen Plastikteilen, die im Übrigen auch in Kosmetika und Zahnpasta zu finden sind, gibt es kein Entrinnen, noch nicht einmal Kläranlagen bekommen die Mini-Teilchen aus dem Wasser gefischt. Letztendlich landen sie in den Mägen von Vögeln oder Meerestieren, die daran auf schmerzhafte Weise verenden können – und finden dann durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten indirekt auch wieder den Weg in die Mägen der Menschen.

Noch ein wichtiger Punkt dürfte uns zu denken geben: Die vielen Zusatzstoffe im Plastik wirken toxisch auf Umwelt und Mensch. Sie lassen sich praktisch im Blut jedes Einzelnen von uns nachweisen und wirken ähnlich wie Hormone, weshalb sie das natürliche Hormonsystem empfindlich stören können. Unfruchtbarkeit, Übergewicht und sogar Krebs werden damit in Verbindung gebracht. Sind das fürs Erste genug Argumente?

Nachdem ich mich zum ersten Mal so bewusst mit diesen Fakten auseinandergesetzt hatte, war ich erschüttert. Viele Dinge hatten mir insgeheim gedämmert, aber selten hatte ich mein eigenes Verhalten so stark damit in Verbindung gebracht. Umso mehr beeindruckte es mich, mit welchem Tatendrang die besagte Familie Krautwaschl Plastik aus ihrem Alltag verdrängte. Auf einmal wusste ich: Es geht auch ohne Plastik. Am nächsten Tag ging ich in den Supermarkt, sah all die „liebevoll“ verpackten Dinge und ich wusste: Mir reicht’s!

So startete mein Projekt: Sechseinhalb Wochen wollte ich in der Fastenzeit auf Plastikverpackungen verzichten. Dafür gibt es „in Fachkreisen“ sogar schon einen Begriff: Plastikfasten. Die Resonanz meines Umfeldes war enorm. Auf all die neugierigen Fragen aus allen Ecken der Welt wollte ich unbedingt ausführlich antworten – und so entstand mein englischsprachiger Blog ingloriousplastics. Hier berichte ich über meine Erfahrungen, teile Tipps, Tricks sowie Koch- und Backrezepte.

Wie ihr seht: Das Plastikfasten hat mein Leben nachhaltig verändert. Das Thema hat mich auch nach dem „Fastenbrechen“ weiter beschäftigt und nach einer kurzzeitigen Rückkehr in alte Muster war ich mir sicher, ich möchte auch weiterhin so plastiklos wie möglich leben. Um meine Erfahrungen und Tipps noch stärker zu teilen und um euch einen ganz persönlichen Einblick in meinen chaotischen Alltag zu geben, möchte ich euch in meiner Kolumne „Mein (fast) plastikfreies Leben“ mit auf die Reise nehmen. Vielleicht wollt ihr in diesem Jahr auch einmal Plastikfasten? Könntet ihr euch das vorstellen?

Ich freue mich schon auf eure Kommentare!

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