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Schlagwort: Schnee

Grün im großen weißen Norden: Kalter Winter und warme Schokoladenerlebnisse

Kanada hatte es mir für den Anfang leicht gemacht. Die ersten beiden Tage meines Aufenthalts waren sehr mild, doch dann hatte der Winter meine Eingewöhnungsphase für lang genug befunden und…

Kanada hatte es mir für den Anfang leicht gemacht. Die ersten beiden Tage meines Aufenthalts waren sehr mild, doch dann hatte der Winter meine Eingewöhnungsphase für lang genug befunden und blies mit kräftigen Stößen Kälte und Schnee in das Land. Wenn es draußen schneit, ist das Fortkommen kaum möglich. Ich laufe konstant auf 20 cm platt getretenem Schnee und habe somit einen völlig unebenen Boden unter den Füßen. Zudem bläst einem mit etwas Pech der Schnee mitten ins Gesicht, sodass man nur nach unten schauen und hoffen kann, dass der Wind bald seine Richtung ändert.

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Genauso sahen die nächsten Tage meiner ersten Woche aus, aber stur wie ich bin, wollte ich trotzdem die Stadt erkunden. Gewappnet mit einem bis zur Nase hoch gezogenem Schal, Handschuhen und einer warmen Mütze zog ich los und erkundete die Straßen. In all seiner Härte ist der Winter auch wunderschön und lässt einen vor lauter zarter Anmut manchmal bloß staunen. Ich finde, Schnee bringt irgendwie jedes Mal wieder das Kind in einem zum Vorschein. Geht euch das auch so?

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Natürlich hatte ich mir ein paar interessante Anlaufstellen heraus gesucht, doch über die schönsten Dinge stolpert man meistens per Zufall. So erging es mir auch mit ChocoSol, ein kleiner unscheinbarer Laden, der mir das beste Schokoladenerlebnis meines Lebens bescheren sollte. ChocoSol ist ein kleiner handwerklicher Schokoladenbetrieb, der einen ganz besonderen sozialen Handel betreibt und Nachhaltigkeit sowie Qualität auf eine sehr hohe Stufe stellt. ChocoSol erhält den Kakao sowie verschiedene Gewürze direkt von Ureinheimischen des Urwaldes Selva Lacandona und den Bergen in Süd-Mexiko. Einer der Unternehmer von ChocoSol, Michael Sacco, hatte dort für eine Weile lang mit den Einheimischen zusammen gearbeitet und über den Kakaoanbau und dessen Weiterverarbeitung gelernt. In dieser Zeit entstand die Idee für ChocoSol. Der heutige Handel basiert also nicht nur auf geschäftlichen Interessen, sondern auf reziproken Beziehungen des gegenseitigen Lernens und vor allem Freundschaft.

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Im Schatten des Urwalds wird der Kakao angebaut und zwar in einer symbiotischen Beziehung zu anderen Pflanzen, die auch für die Schokolade verwendet werden. Die Valentinsschokolade, die man beispielsweise momentan kaufen kann, enthält Kakao, Vanille und Annatto. Der Annattostrauch (auch Lippenstiftbaum genannt) spendet den Kakaobohnen Schatten und der Kakao wiederum bietet der Vanille eine Gelegenheit zum Klettern (eventuell habe ich die Funktionen der Pflanzen vertauscht). So sind die drei Zutaten nicht nur im fertigen Produkt, sondern bereits während ihres Wachstums in perfekter Symbiose.

Die gesamte Herstellung findet in dem kleinen Laden in Toronto statt. Der Prozess von der Kakaobohne und anderen natürlichen Zutaten bis hin zur fertigen Schokolade dauert in etwa zweieinhalb Tage. Das Chocolatier-Team von ChocoSol verwendet traditionelle Verarbeitungstechniken für die Kakaobohnen. So kann man in der Küche beispielsweise ein Stein-Mahlwerk sehen. ChocoSol setzt auf Lokalität, möglichst geringe Verarbeitung, natürliche Zutaten, verschiedene Arten von Kakaobohnen und traditionelle Methoden. So ist die Schokolade auch zu 100% vegan.

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Das Produkt, das dabei herauskommt, ist einzigartig gut. Ich muss ungelogen sagen, dass es die beste Schokolade ist, die ich je gekostet habe. Durch das Verarbeitungsverfahren kann man die Konsistenz der Zutaten erkennen. Sie hat etwas erdiges, natürliches. Der Geschmack ist voll, rund und wirklich unbeschreiblich gut. Neben der oben beschriebenen Geschmacksrichtung gibt es auch Schokolade mit Chili, eine mit Hanf, eine mit Kokos und sogar eine hundertprozentige Schokolade, die aber trotzdem eine Tafel ist.

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Der letzte Aspekt, der ChocoSol für mich zu einem besonderen Unternehmen macht ist der Gedanke der Nachhaltigkeit. Die Firma führt eine Zero-Waste Politik und möchte ihren Müll damit nahe bei Null halten. Die Kunden werden dazu eingeladen, selbst Behälter mitzunehmen, in die die Schokolade gepackt werden kann. Die Schalen der Kakaobohnen werden zum einem als sehr leckerer Tee verkauft, zum anderen dienen sie als äußerst effektiver Dünger im Garten. Alle anderen Pflanzenreste, die anfallen, wie etwa Minze, Chili und Kokos werden zusammen gemischt und auf dem Garagendach wieder angebaut oder an freudige Gärtner weitergegeben. Natürlich muss man den Kakao hierher transportieren, was unweigerlich mit CO2-Emissionen einhergeht. Aber vielleicht können wir Kakao in Maßen genießen.

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ChocoSol hat auf jeden Fall etwas von dem magischen Maya-Geist, der ihrer Schokolade innewohnt. In dem Laden geht es nicht um Kommerz, sondern um das Zelebrieren einer Gottesfrucht, die von den Azteken als heilig erachtet wurde. Und mir? Mir spendet die edle Schokolade in dieser kalten Zeit innere Wärme. Und ich bin inspiriert von der Arbeitsweise und wünsche mir, dass sich solche Unternehmensideen weiter verbreiten in unserer Welt. Beim nächsten Mal berichte ich euch von einer Food-Coop, von der ich jetzt ein Teil bin.

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Alles außer gewöhnlich: Alternative Weihnachtsmärkte in Wien

Geht es nach dem Angebot an Weihnachtsmärkten in Wien, dann könnte ich ab Mitte November nichts anderes tun, als von einem Punschstand zum Nächsten zu wanken. Ich finde Wien im…

Geht es nach dem Angebot an Weihnachtsmärkten in Wien, dann könnte ich ab Mitte November nichts anderes tun, als von einem Punschstand zum Nächsten zu wanken. Ich finde Wien im Advent immer zum Verlieben schön und freue mich wie eine Schneekönigin auf die nächsten Wochen –  vor allem auf das Angebot an alternativen Märkten fernab von Plastikkitsch, billig produzierten, überverzierten Kerzen aus den Nachbarländern oder Glühwein aus dem Pappkarton. Und damit ihr wisst, wovon ich schwärme, habe ich hier eine kleine Auswahl der feinsten Wiener Christkindlmärkte zusammen gestellt – denn gemeinsame Vorfreude ist doch immer noch am Schönsten.

Wandel*Werkstatt, 12. und 13. Dezember 2015

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch bei der Wandel*Werkstatt: Bei dem Markt geht es um Weihnachtsshopping mit gutem Gewissen, es werden unter anderem handgefertigte Ohrringe aus Pflanzen-Samen, Bio-Kleidung, Filz-Blumen oder Deko aus Recyclingmaterialien geboten.

Die „Gute-Laune-Stücke aus eigener Produktion“ kann man übrigens auch wörtlich nehmen und sich bei verschiedenen Werkstätten gleich selbst in der Schmuckherstellung oder Buchbinderei üben. Daneben werden regional Eingekochtes, Schnäpse, Maroni, Öle und Gewürze aufgetischt. Um es mit RinglRingl, die handgemachten Schmuck aus Südamerika herstellen, zu sagen:

So eine warme, familiäre Atmosphäre wie ich es noch bei keinem anderen Weihnachtsmarkt erlebt habe, Feierstimmung, schöne Bilder, tolle Aussteller, und die liebsten Kunden, die es gibt!

Wo: Wohnprojekt Wien, Krakauerstr. 19, 1020 Wien
Wann: 12. Dezember 2015, 13 bis 21 Uhr, 13. Dezember 2015, 10 bis 18 Uhr

Alle Informationen zu Musik, Werkprogramm und Kulinarischem findet ihr hier.

World Art Bazar, 21. November bis 24. Dezember 2015

Für alle, die ihn schon kennen – sorry, ich bin manchmal eine Spätzünderin: Schon ab 21. November (und bis einschließlich 24. Dezember) kann man in der Fortuna Galerie ungewöhnliche, fair gehandelte Geschenke aus aller Welt ergattern. Nicaragua, Peru, Ägypten, Indien, Kenia, Vietnam – die Liste der ProduzentInnen und Waren liest sich wie eine Reise durch die Welt, wie man sie selbst wohl nicht besser hinbekommen könnte. Und das Beste an diesen individuellen Geschenken: Nicht nur, dass sie sonst niemand hat, man unterstützt noch dazu den fairen Handel. Ach, ich weiß jedenfalls, wo mich meine Einkaufslust demnächst hin treibt.

Wo: Fortuna Galerie, Berggasse 21, 1090 Wien
Wann: 21. November bis 24. Dezember 2015, Mo bis Sa: 11 bis 19 Uhr, 24. Dezember, 11 bis 14 Uhr

Adventmarkt und Weihnachtsschau in den Blumengärten Hirschstetten, 19. November bis 20. Dezember 2015

Zum 13. Mal blüht der Blumengarten Hirschstetten auch im Advent auf: Wie jedes Jahr steht der Christkindlmarkt unter einem Motto: Diesmal wird zu „Süße Weihnachtszeit“ eingeladen. In den über 40 weihnachtlich geschmückten Buden werden vor allem Bio-Ware und regionale Köstlichkeiten angeboten, daneben gibt es handgemachten Christbaumschmuck, Spielzeug aus Holz und vieles mehr.

Wo: Blumengärten Hirschstetten, Quadenstraße 15, 1220 Wien
Wann: Do bis So, 10 bis 20 Uhr sowie Mo, 7., und Di, 8. Dezember 2015 von 10 bis 20 Uhr

Weitere Informationen rund um den Adventmarkt und die Weihnachtsschau in den Blumengärten Hirschstetten findet ihr hier.

Akademie Wintermarkt, 18. bis 20. Dezember 2015

Die Studierenden der Akademie der bildenden Künste Wien sorgen immer wieder für großartige Veranstaltungen. Eine solche ist der Wintermarkt, der von 18. bis 20. Dezember das ehemalige Semperdepot rockt. Buchstäblich, denn neben einem Kunst- und Designmarkt der Kreativen und angehenden Profi-Künstler gibt es noch DIY-Workshops und Konzerte. Das Ganze bei freiem Eintritt, versteht sich!

Wo: Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien (= Semperdepot), Lehargasse 8, 1010 Wien
Wann: 18. bis 20. Dezember, Uhrzeit steht noch nicht fest

Weitere Informationen zum Programm des Akademie Wintermarkt findet ihr in Kürze auf deren Facebook-Seite.

lights WUK Designmarkt, 4. bis 6. Dezember 2015

Leider nur drei Tage lang kann man im WUK den chilligsten Indoor-Weihnachtsmarkt der Stadt genießen. „lights“, eine Initiative des Werkstättenbereichs im WUK zur Förderung junger Labels und innovativer Produkte, gibt es heuer schon zum zehnten Mal. Die rund 40 Labels zeigen Textiles von Kopf bis Fuß, Schmuck, Accessoires zum Anziehen und für die eigenen vier Wände, Taschen, Keramik, Seifen, Gewand und Stofftiere für Babys und Kleinkinder, Papierwaren aller Art und und und. Natürlich lässt sich die Designware auch kaufen, klar.

Bei freiem Eintritt kann man sich außerdem auf die Sofa-Ecke im WUK zurückziehen und etwas zu Essen oder selbst gemachten Soli-Punsch genießen sowie sich im WUK Hof beim mobilen Maroni-Stand von WUK bio.pflanzen an der frischen Luft entspannen. Wie immer auch mit DJs und Live-Musik!

Wo: Projektraum WUK (Stiege 4, Halbstock), Währinger Straße 59, 1090 Wien
Wann: 4. bis 6. Dezember 2015, Freitag und Samstag jeweils 14 bis 21 Uhr, Sonntag 14 bis 20 Uhr

Weitere Informationen plus Programm zum „lights“ findet ihr hier.

lights 2012 im WUK. Foto: WUK

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