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Schlagwort: rohkost

Rohe Köstlichkeiten mitten in Wien: simply raw bakery (mit Rezept!)

Das Backen und Verzieren von Süßem ist für mich zu einer richtigen Sucht geworden. Kochen ist aber auch eine Leidenschaft von mir – kurz gesagt, ich verbringe sehr viel Zeit…

Das Backen und Verzieren von Süßem ist für mich zu einer richtigen Sucht geworden. Kochen ist aber auch eine Leidenschaft von mir – kurz gesagt, ich verbringe sehr viel Zeit in der Küche beziehungsweise auch auf regionalen Märkten, auf denen ich die Zutaten besorge. Wenn ich einkaufen gehe, achte ich darauf, regionale und auch saisonale Produkte zu kaufen. Gerne kaufe ich direkt bei Produzenten ein. Da wir einen Garten unser eigen nennen und mein Freund auch einen (kleinen) landwirtschaftlichen Betrieb hat, verwende ich natürlich bevorzugt unsere eigenen Produkte. Heraus kommen dabei neben typisch regionalen, saisonalen Speisen oftmals auch „Exoten“, dann ich probiere gerne Neues aus.

Meine Neugierde in Bezug auf Rohkost hat mich auch in die simply raw bakery in Wien geführt. Ich habe mich durch das Sortiment gekostet und eine Mitarbeiterin sowie die Besitzerin mit Fragen gelöchert. Auch die Atmosphäre in der Bakery hat mich beeindruckt. Es ist sehr gemütlich – die Sofas sind ein Hammer und die leise Musik im Hintergrund wirkt auf mich äußerst beruhigend. Das Personal ist sehr bemüht und gibt gerne Auskunft über die Speisen und deren Zubereitung.

simply raw bakery in Wien

Am 23. April 2014 hat die simply raw bakery in Wien eröffnet. Die Besitzerin der Bakery, Gabriele Danek, hat bereits 2010 die Rohkost-Welt für sich entdeckt. Nach der Absolvierung der Gastgewerbeprüfung und der Ausbildung zum „Raw Food Chef“ eröffnete die Quereinsteigerin diesimply raw bakery im Herzen Wiens.

simply raw bakery in Wien

in der simply raw bakery in Wien

Das Besondere an der simply raw bakery ist die Herstellung der Speisen in Gourmet Rohkost Qualität. Aus Früchten, Nüssen, Samen, Superfoods, Gemüse und Kräutern aus biologischer Landwirtschaft werden Gerichte gezaubert, die herkömmlichen Speisen in nichts nachstehen. So werden traditionelle Süßspeisen roh-köstlich interpretiert – Sachertorte, Marillenknödel, Kaiserschmarren und Gugelhupf.

Bei der Herstellung von Gourmet-Rohkost werden Lebensmittel zu keinem Zeitpunkt der Verarbeitung über eine Temperatur von 42 Grad erhitzt, gekocht oder gebacken. Durch diese Vorgehensweise bleiben alle Vitamine, Enzyme und Spurenelemente erhalten. Der menschliche Körper kann somit den besten Nutzen aus der Nahrung schöpfen. In der simply raw bakery sind alle Speisen laktose-, gluten- und zuckerfrei (es wird kein industrieller Zucker verwendet, sondern hausgemachte Dattelpaste und Agavensirup) sowie biologisch, sojafrei und vegan.

Schneefloeckchen in der simply raw bakery

In Handarbeit wird täglich frische Mandelmilch hergestellt, die zur Zubereitung von Speisen, aber auch für einige Kaffeevarianten verwendet wird. Es gibt aber nicht nur Süßes in der simply raw bakery. Auch kleine, nach Saison variable Snacks, Häppchen, Suppen und Tabouleh werden angeboten. Genauso wie Bruschetta, Nudeln und Lasagne kredenzt werden, natürlich in Rohkostqualität.

Die so genannten Superfoods, Goji-Beeren, Chia-Samen, Kakao-Nips und Kakao-Puder, sind auch in der Bakery erhältlich. Die Superfoods zeichnet ihr hoher Anteil an Antioxidantien aus, welche Fänger von freien Radikalen sind. Alle angebotenen Speisen können auch mitgenommen werden. Von diesem Angebot machte ich auch gleich Gebrauch, nachdem ich vor Ort schon ordentlich zugelangt habe. Ich gönnte mir ein traumhaftes, cremiges Tiramisu und einen Caffè Latte mit Mandelmilch. Die Creme des Tiramisus zerging regelrecht auf der Zunge, das Kakao-Puder obendrauf rundete den Geschmack ab. Um ehrlich zu sein, ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass es sich dabei um Rohkost handelt. Die in der Geschenkbox mitgenommenen Rohkost-Kugeln und die Bounty-Variation haben zu Hause keinen Tag überlebt – mein Gusto war einfach zu groß.

Tiramisu und Caffè Latte in der simply raw bakery

In Zukunft werde ich die simply raw bakery öfters besuchen. Ich kann nur jedem empfehlen, vorbeizuschauen und in die Welt der Rohkost einzutauchen – es zahlt sich auf jeden Fall (nicht nur geschmacklich) aus.

Weitere Informationen findet ihr unter simplyrawbakery.at und auf Facebook: ‪www.facebook.com/simplyrawbakery 

Die simply raw bakery befindet sich in der Drahtgasse 2/Am Hof in 1010 Wien. Sie hat von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Bakery ist aber auch am Biobauermarkt Freyung am Freitag und Samstag jeweils von 9 bis 18 Uhr anzutreffen.

Da ich von den rohen Köstlichkeiten so begeistert war, habe ich Gabriele nach einem Rezept gefragt. Die Glückskugeln passen übrigens perfekt zur Winterzeit finde ich, denn es ist Zimt darin.

Glueckskugerl nach einem Rezept der simply raw bakery

Glückskugeln (Rezept für ca. 30 Stück)

¼ Tasse Orangensaft
1 Tasse Datteln
2 Tassen gemahlene Mandeln
1 Teelöffel Zimt
1 Teelöffel Vanille
1 Prise Salz
Kokosflocken oder gemahlene Nüsse zum Wälzen

Datteln eine Stunde in Orangensaft einweichen. Mit einem starken Mixer zu Dattelpaste verarbeiten, restliche Zutaten dazugeben und gut durchmischen. Mit der Hand Kugeln formen und in den Kokosflocken oder gemahlenen Nüssen rollen. Mindestens drei Stunden kühl stellen – genießen!

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Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 2

Nachdem ihr im ersten Teil von den ersten Tagen meiner Reise in Kalifornien lesen konntet, geht es jetzt weiter gegen Norden. Als nächstes fahren wir nach Point Reyes, einer Halbinsel an…

Nachdem ihr im ersten Teil von den ersten Tagen meiner Reise in Kalifornien lesen konntet, geht es jetzt weiter gegen Norden.

Als nächstes fahren wir nach Point Reyes, einer Halbinsel an der kalifornischen Pazifikküste in Marin County nordwestlich von San Francisco. Dass das Point Reyes Lighthouse, der Leuchtturm im National Seashore, der windigste Ort der nordamerikanischen Pazifikküste ist, glaube ich gerne – fast wäre ich mit dem Wind aufs Meer davongeflogen. Immerhin hatten wir Glück, die Wahrscheinlichkeit für Nebel, bei dem die Sicht auf weniger als drei (!) Meter sinkt ist hier extrem hoch, wir hatten jedoch klare Sichtverhältnisse. Wir haben die Aussicht auf die Küste und das Meer genossen, nur die Wale die hier eigentlich oft vorbeischwimmen, haben sich gerade versteckt gehalten.

Unsere Unterkunft, ein nettes Bed & Breakfast hatte einen schönen Garten mit zwei Zwergponys, zutrauliche aber verfressene „minature horses“ wie uns der Besitzer erklärte – und meinen Apfelbutzen haben die beiden dann bekommen, bei diesen Blicken wird jeder schwach. In einem anderen Teil des Gartens fand sich ein Whirlpool, energiemäßig ist es zwar absolut verschwenderisch diesen ständig auf gefühlte 50 Grad zu heizen, aber es war angenehm darin zu liegen, nachdem der Wind uns durchgeblasen hatte.

11 - point reyes-zwergpony

12 point reyes - lighthouse

13 point reyes - sea

15 point reyes sea 1 (2)

Ein weiterer Höhepunkt war dann die Fahrt entlang des Highway 1 nach Mendocino und weiter die kalifornische Pazifikküste hinauf. Wir haben immer wieder Pausen eingelegt, um entlang der Küste zu spazieren und von den Felsen aufs Meer zu schauen. Zum Glück war zu dieser Zeit touristisch sehr wenig los, und so konnten wir nachmittags auch relativ alleine durch Mendocino schlendern, die schönen Holzhäuser bewundern und entlang der Küste spazieren. Abends haben wir bei Frankie’s gegessen – hier wusste ich von der Happy Cow App, dass die Pizzen nicht nur mit frischen, biologischen Zutaten gemacht werden und richtig lecker schmecken, sondern dass es nach Wunsch auch veganen Käse gibt. Da wir Riesenhunger hatten, haben CJ und ich uns gemeinsam die größte Pizza bestellt, er wollte die Jalapeno-Ziegenkäse Hälfte, ich eine mit Basilikumpesto (statt der Tomatensauce – eine gute Idee, die ich mir merken werde), Spinat, veganem Käse und anderen Zutaten.

18 mendocino-pizza

17 mendocino sunset

Die Küste bei Mendocino hat uns so gut gefallen, dass wir in der Früh laufen gegangen sind – da war es nicht so windig, und wir konnten auf kleinen Wegen entlang der Küste und am Sandstrand joggen. Von diesem führt auch ein Fluss weiter ins Landesinnere, wo es einen sehr schönen, etwas breiteren Weg gab.

16 mendocino sea

Vielleicht das kulinarische Highlight des Urlaubs war ein Stopp beim leider mittlerweile geschlossenen Living Light Café in Fort Bragg, ein paar Kilometer von Mendocino entfernt. Dieses vegane Rohkostcafé war Teil des Living Light Culinary Institute, das vegane Rohkost-Kochkurse und dergleichen veranstaltet. Ich hätte total gerne einen Kurs besucht, aber da wir relativ spontan gereist sind, hat sich das leider nicht ergeben. Bei den Speisen ist uns die Wahl schwer gefallen, und so haben wir für die Fahrt gleich mehrere Leckereien mitgenommen: Einen Dream Bar Brownie, einen Lemon Bar Brownie (dieser wurde als erstes verzehrt bevor ich ans Foto knipsen dachte und hat vorzüglich gemundet – mit einer nussigen Teigschicht und einer hellgelben Zitronencreme), einen Carrot Chia Muffin und eine Cinnamon Roll. Von der Optik her hätte ich nicht gedacht, dass diese leckeren Süßigkeiten roh sind. Bei den Muffins fand ich auf dem Flyer des Living Light Cafes die folgenden Zutaten: Äpfel, Karotten, Datteln, Kokosnuss, Walnüsse, Chia, Gewürze – klein geraffelt und zusammengedrückt, das werde ich mal nachkochen. Die Cinnamon Roll bestand aus Mandeln, Rosinen, Datteln, Pekannüsse, Agavensaft, Leinsamen, Feigen und Gewürzen und ist mit einer Kokosnuss-Vanille-Creme dekoriert. Diese hohe Rohkost-Kochkunst, vor allem mit der Verzierung, könnte meine Fähigkeiten und Geduld doch übersteigen.

20 - chocolate brownie

21 - mendocino carrot muffin

22 - mendocino cinnamon roll

Wie es entlang der Fahrt des Highway 1 weitergeht, erfährt ihr in der Fortsetzung.

Habt ihr Erfahrungen mit Rohkost Desserts? Was hat euch am besten geschmeckt?

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Grün im großen weißen Norden

Ankunft, Shopping-Unlust und Feel Good Guru Und auf einmal stehe ich da. Soweit entfernt von zu Hause wie noch nie zuvor, verwirrt durch den Jetlag und mit einem schlechten Gewissen…

Ankunft, Shopping-Unlust und Feel Good Guru

Und auf einmal stehe ich da. Soweit entfernt von zu Hause wie noch nie zuvor, verwirrt durch den Jetlag und mit einem schlechten Gewissen wegen der Emissionen der Flugreise. Zielort Toronto erreicht. Hier werde ich also die nächsten sechs Monate verbringen. Ich hieve meinen schweren Koffer in den Bus, nachdem ich zuvor planlos am Flughafen nach der Haltestelle gesucht hatte. Erleichtert lasse ich mich auf den Sitz fallen und bin froh, bald angekommen zu sein. Die ersten Tage darf ich bei einer Freundin unterkommen, bis ich ein Zimmer gefunden habe. Als ich bei ihr eintreffe, möchte ich eigentlich nur noch ins Bett. Es ist erst 21 Uhr, aber nach deutscher Zeit drei Uhr morgens. Die ersten Stunden kann ich gut schlafen, doch ab vier Uhr morgens liege ich wach. Und während ich so da liege, denke ich darüber nach, wie mein Leben hier wohl werden wird. Ich denke an all die grünen Ecken, die ich in Toronto erkunden möchte. Die veganen Restaurants, von denen ich gelesen habe. Die biologische Food Coop, die Meditation, Community Gardening, biologische Märkte. Vor meiner Ankunft habe ich recherchiert, wo ich überall hin möchte. Als es fünf Uhr ist und ich immer noch nicht einschlafen kann, stehe ich auf. Der Jetlag wird sich über die nächsten Tage schon ausschleichen.

Der erste Tag startet und meine Freundin hat mir angeboten, dass wir gemeinsam über die Queen Street schlendern. Dort solle es viele kleine Läden geben, sagt sie. Ich stimme zu und wir laufen los. Zum Glück ist das Wetter derzeit sehr mild. Es sind bloß minus fünf Grad. Doch das soll sich in den nächsten Tagen ändern. Bis zur Queen Street laufen wir etwa eineinhalb Stunden. Als wir angekommen sind, zieht mich meine Freundin von Laden zu Laden. Ich hatte kleine alternative, lokale, vielleicht auch Second-Hand-Läden erwartet. Stattdessen handelt es sich um Kleiderläden, die teilweise relativ teure Designermode verkaufen. Ich stelle fest, wie wenig Reiz das „Shopping“ auf mich ausübt. Obwohl viele Sachen stark reduziert sind, habe ich keine Intention irgendetwas zu kaufen. Seit ich eine konsumreduzierende und nachhaltige Einstellung habe, hat sich irgendwie einiges geändert. Früher hätte ich neugierig in den Läden gewühlt und sicherlich etwas gekauft oder wäre zumindest in Versuchung geraten. Heute sehe ich die ganzen Ressourcen, die für dieses Kleidungsstück verwendet wurden, die Pestizide und Chemikalien, die unmenschlichen Produktionsumstände und die fehlende Notwendigkeit für noch einen weiteren Pullover. Ja, vielleicht werde ich im Laufe meines Aufenthalts noch etwas brauchen. Ich bin ja bloß mit einem Koffer nach Kanada gekommen und werde ein halbes Jahr hier verbringen. Aber wenn sich das herausstellt habe ich mir vorgenommen, nach einem Second-Hand Laden zu suchen oder nach einem Geschäft, das Bio-Kleidung verkauft. Trotzdem genieße ich den Tag. Die Sonne scheint, es macht mir nichts aus auf meine Freundin zu warten, ich erkunde die neue Umgebung und freue mich einfach, dass ich den Tag gemütlich verbringen kann.

Irgendwann entdecke ich auf der Straße dann doch einen Liebling. Es geht allerdings nicht um Kleidung, sondern um Essen. Als wir Feel Good Guru betreten, fühle ich mich sofort aufgehoben und verstanden. Schon der Untertitel hat mich voll und ganz überzeugt: „Hyper-local super-awesome organic plant-powered food“. Feel Good Guru ist ein veganes Imbisslokal, das seine Zutaten teils selbst im Garten und sogar im Lokal anbaut, und teils von lokalen Bauern bezieht. Das Unternehmen möchte so wenig Wasser und Müll wie möglich verbrauchen. Alle Zutaten sind biologisch und die Speisekarte ist weitestgehend rohköstlich, sehr grün und sehr gesund. Kurz gesagt also genau das Essen, das ich jeden Tag essen möchte. Neben unterschiedlichsten grünen Smoothies gibt es viele Salate, Gemüse-Spaghetti, Sprossen im Mangold-Wrap, rohköstliche Falafel, roh-vegane Desserts und vieles mehr. Ich bin hellauf begeistert und kann mich kaum entscheiden, weil einfach die gesamte Speisekarte gut klingt.

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Letztendlich wähle ich das Avocado-„Käse“-Sandwich. Klingt erst einmal nicht so gesund, oder? Tatsächlich besteht das Brot allerdings aus getrockneten Tomaten und Sprossen. Ich bin hin und weg. So etwas möchte ich auch machen können. Ich nehme mir vor, hierfür auf jeden Fall ein Rezept heraus zu finden. Aber wahrscheinlich benötigt man dafür ein Dörrgerät, womit man Essen schonend trocknen kann, welches mir hier natürlich nicht zur Verfügung steht. Gefüllt ist das leckere Sprossenbrot mit Avocado, Cashewcreme, Tomaten, Salat, Sprossen und veganem, selbst gemachten, Senf. Es schmeckt wie ein Gedicht. Sitzgelegenheiten gibt es leider insgesamt nur vier, aber wir haben Glück und schauen direkt auf den verschneiten Park gegenüber, in dem sich vier schwarze Eichhörnchen tummeln. Gurkenwasser gibt es gratis dazu. Mein erster Tag in Toronto hat gleich mit einer tollen Entdeckung angefangen. Ich freue mich über die nächsten Teile meines Abenteuers im großen weißen Norden. Bei meinen nächsten grünen Erlebnissen in Kanada entführe ich euch unter anderem in einen eiskalten Winter und zum besten Schokoladengenuss, den ich je hatte.

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Rückblick: Veggieworld 2014 in Wiesbaden

Als mich vor ein paar Wochen meine Freundin Ina spontan fragte, ob ich nicht Lust hätte zur Veggieworld nach Wiesbaden mitzufahren, überlegte ich nicht lange: Ja! Von dieser Messe für…

Als mich vor ein paar Wochen meine Freundin Ina spontan fragte, ob ich nicht Lust hätte zur Veggieworld nach Wiesbaden mitzufahren, überlegte ich nicht lange: Ja! Von dieser Messe für Veganer und Rohköstler, bei der es um nachhaltiges Genießen geht, hatte ich schon gelesen, aber aufgrund der Entfernung (von München sind es noch ungefähr 400 Kilometer) nicht wirklich daran gedacht hinzufahren. Doch gemeinsam mit Freundinnen als Wochenendausflug war das eine perfekte Idee!

Auf die Messe habe ich mich vorbereitet, indem ich mir ein paar Produkte, die ich einmal probieren wollte, auf einer Liste zusammengeschrieben habe. Wenn man Lebensmittel im Internet bestellt, ohne sie vorher getestet zu haben, kann es ja durchaus sein, dass sie bald ganz hinten im Vorratsschrank landen. Daher wollte ich die Gelegenheit zur ausgiebigen Verkostung pflanzlicher Lebensmittel nutzen. Ehrlich gesagt war ich auch gespannt herauszufinden, wie die anderen Messebesucher so sind, nämlich quer durch alle Altersklassen, vor allem jüngeres studentisches Publikum und auffallend wenige im klassischen „Öko-Look“. Da sieht man schon, vegetarisch, vegan oder Rohkost liegt im Trend und ist längst über ein Randgruppendasein hinweg. Auch Bobos und Hipster legen Wert auf nachhaltige Ernährung!

Jetzt aber mal zur Messe an sich: Ich war überwältigt vom riesigen Angebot. Es gab über 80 Aussteller in drei großen Hallen. Das Spektrum reichte von veganen und Rohkost-Lebensmitteln (der größte Anteil) und Nahrungsergänzungsmitteln über Natur-Kosmetik bis hin zu Küchengeräten (wie zum Beispiel Entsafter für die Herstellung von Smoothies, die man auch gleich verkosten konnte) sowie ökologischer Kleidung. Für die interessierten Veggie-Novizen gab es Informationsstände, wie zum Beispiel einen Stand des Vebu (Vegetarierbund Deutschland), an denen man sich die Vorteile der fleischlosen Ernährung erläutern lassen konnte. Beispiel gefällig? Vielleicht zieht das ja bei Männern: Wer vegan lebt spart so viel C02, dass er Porsche statt Passat fahren darf, ohne sich dabei als Umweltsünder fühlen zu müssen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass man viele der Lebensmittel gleich probieren konnte. Leider hatte ich vorher im Hotel schon gefrühstückt, aber frei nach dem Motto „ein bisserl was geht immer“ – gerade wenn es so lecker ist – habe ich dann doch ganz schön oft zugegriffen. Nach der Anordnung der Stände wurden dann herzhafte Snacks, vielfältige Tofu- und Fleischersatzprodukte und Aufstriche verkostet, zwischendurch süße Rohkost-Knabbereien, Schokoladen und Pralinen genascht – eine unglaubliche Vielfalt. Mittagessen konnte ich leider nicht mehr, obwohl es auch vegane Döner gegeben hätte.

Beim Stand von Taifun, einem Hersteller von veganen Lebensmitteln aus Soja, gab es verschiedenste Tofu-Arten in Pfannen angeröstet und mit exotischen Gewürzen zubereitet. Die kulinarischen Ideen, zum Beispiel Tofu mit gerösteten Sesamkörnern aufzupeppen oder Seidentofu als Mango-Lassi zuzubereiten, hätten jedem Inder Konkurrenz machen können. Apropos Inder – Govinda, ein Hersteller von Naturkost, hatte Produkte im Angebot, die mich schon seit Längerem interessieren, wie Erdmandeln (nussähnliche Knollen) und diverse Rohkost-Snacks. Hier gab es auch Hanf-Proteinpulver, das ich für meinen Freund mitgenommen habe, da es die Muskelregeneration nach dem Sport auf pflanzliche Weise fördert. Angeblich ist bei dem Pulver (leider) keine berauschende Wirkung zu erwarten – Erfahrungsbericht folgt. Auf meiner Liste für die Messe befand sich auch Kokosöl, angeblich das gesündeste aller Öle aufgrund der darin enthaltenen Laurinsäure. Es hat unter ca. 25°C feste Form und wird erst beim Erhitzen ein flüssiges Öl. Hier wusste ich bei der Verkostung sofort, dass ich den feinen Kokos-Geschmack mag, und kaufte gleich die Großpackung. Ich freue mich schon auf diverse asiatische Speisen und Smoothies, die ich damit verfeinern werde. Und falls ich mich an Rohkost-Pralinen heranwagen sollte, kommt das Kokosöl sicherlich auch zum Einsatz. Sogar äußerlich als Creme angewandt soll es bei trockener Haut gut wirken.

Das einzige, was bei der Messe so gar nicht meinen Geschmack getroffen hat, war Spirulina, eine Art Algenpulver in Lutschtablettenform. Der nette Vertreter beim Stand meinte, dass ich die Tablette schön langsam im Mund zergehen lassen sollte. Doch egal wie gesund das Zeugs auch sein mag, beim Geschmack alleine wurde mir schon übel und so habe ich schnell das Weite gesucht und die Tablette unauffällig entsorgt.

Ich kann die Veggieworld jedem, der sich für Ernährung interessiert und gerne neue Sachen ausprobiert, empfehlen. Hier ist der Link zur Messe – bei den meisten Ausstellern kann man auch online Produkte kaufen.

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