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Schlagwort: Mode

SALE – im LENTOS Linz: Nur mehr für kurze Zeit!

Kennt ihr das Gefühl, wenn man* mit der besten Freundin stundenlang durch Boutiquen zieht und in aufregenden Probiersessions Zeit und einfach alles vergisst? In der Ausstellung INES DOUJAK – SALE…

Kennt ihr das Gefühl, wenn man* mit der besten Freundin stundenlang durch Boutiquen zieht und in aufregenden Probiersessions Zeit und einfach alles vergisst?

In der Ausstellung INES DOUJAK – SALE im Lentos Kunstmuseum erlebte ich ein Revival dieses Gefühls. Mitten im großen Saal des LENTOS laden Kleiderstangen mit Röcken, Kleidern, Overalls und Mänteln aus tollen Stoffen und in stylischen Schnitten zum Anprobieren ein und die Museumshalle verwandelt sich noch bis 21. Mai 2018 in einen Pop-up Store.

Neben Probiersession-Feeling erzeugt Ines Doujak mehrfach angenehme Gefühle, die aber bei genauerer Betrachtung der Werke ins Stocken geraten. Die österreichische Künstlerin vernäht das Offensichtliche mit komplexen Sinnebenen und chiffriert das Politische auf modische Weise.

Ines Doujak, Karneval

Schmutzige Geheimnisse, blutende Pferde, freche Plünderer, brennende Nähmaschinen, gequälte Affen und dreckige Ideologien. In ihren Werken verwebt Doujak künstlerische Praxis mit kritischen Labels und formuliert mit Nadelstichen ihre vielschichtige Kritik unter anderem an der Modeindustrie. Textiler Zwirn verstrickt mit metaphorischen Fäden, die es zu entwickeln gilt.

Das Saalheftchen benennt das politische Feld der Globalisierung und daraus resultierende Konsequenzen: #Freihandelsabkommen, #Transportkosten, #Ausbeutung, #Rassismus, #Tierqual.

Ines Doujak, Kriminalaffe

Jedes Werk könnte Ausgangspunkt sein, um Fragen zu konkreten Entwicklungen in Gesellschaft und Politik zu eröffnen. Doch ich schließe an dieser Stelle und empfehle den Besuch der Ausstellung: SALE – nur mehr für kurze Zeit im Lentos Linz.

Ausstellungsansicht, großer Saal im LENTOS Kunstmuseum Linz

Danke an mein zauberhaftes Fotomodell Jasmin Maria David!

INES DOUJAK – SALE
LENTOS Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz

Über Pfingsten geöffnet!

Kuratorin: Hemma Schmutz

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Der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt – und wir waren dabei!

Am Samstag, den 15. März 2014, fand in der Mödlinger Stadtgalerie der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt statt. Nachdem ich die ersten vier Male leider verpasst hatte, wollte ich ihn mir diesmal…

Am Samstag, den 15. März 2014, fand in der Mödlinger Stadtgalerie der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt statt. Nachdem ich die ersten vier Male leider verpasst hatte, wollte ich ihn mir diesmal auf keinen Fall entgehen lassen. Und so war ich letzten Endes nicht nur einmal, sondern quasi drei Mal vor Ort. Einerseits als Verkäuferin mit einem eigenen Stand, zusammen mit Moni, die mit Niika Fashiondesign Upcycling-Unikate fertigt. Andererseits als Käuferin, denn ich war natürlich sehr neugierig, ob der Fashionflohmarkt meinen Erwartungen und Vorstellungen gerecht wird. Und zu guter Letzt war ich auch als Redakteurin anwesend, um mit meinem Fotoapparat bewaffnet Eindrücke und Erlebnisse in den Artikel zu fassen, den ihr nun lest.

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Bild: Edda P.

Der Fashionflohmarkt startete um zehn Uhr, als Verkäuferinnen waren wir schon um acht Uhr anwesend, was aber im Vergleich zu anderen Flohmärkten, wo man schon um sechs Uhr startet noch eine sehr angenehme Zeit war. Eine halbe Stunde lang wurde alles zu Verkaufende ausgeladen, und um halb neun war Einlass, um sich einen Tisch zu sichern. Als Flohmarkt-Ungeübte konnten wir im ersten Stock der Stadtgalerie nichts ergattern, dafür fanden wir im zweiten Stock einen sehr schönen und großen Platz mit einem tollen Blick über die Galerie nach unten. Bis zehn Uhr konnten wir dann den vom Fashionflohmarkt zur Verfügung gestellten Stand mit unserer Kleidung und Accessoires bestücken. Schon währenddessen wurden die Stände der Nachbarn in Augenschein genommen, auch von mir. Fast hätte ich schon den ersten Kauf getätigt, eine traumhafte Jacke bei einer Standkollegin, noch mit Preisschild (45 Euro). Mir wurde sie um 20 Euro angeboten und hätte sie mir gepasst, hätte ich sie sofort erstanden, aber leider war sie etwas zu eng.

Plötzlich war es auch schon zehn Uhr und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Massen in die Stadtgalerie eingefallen sind. Natürlich ist bei Flohmärkten immer viel los, aber das war gigantisch – auch der zweite Stock wurde sofort gestürmt. Der Vormittag verging wie im Flug, nicht nur aufgrund der vielen Leute, sondern auch, weil zuerst ein Ex-Arbeitskollege von mir hereingeschneit ist, und uns danach noch zwei weitere Redakteurinnen von The bird’s new nest, Sonja und Elisabeth, besucht haben – alle waren von der Größe des Fashionflohmarktes und den vielen Leuten sehr beeindruckt. Auf dem Foto seht ihr Sonja, Moni und mich bei unserem Stand, aufgenommen wurde es von Elisabeth.

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Bild: Elisabeth J.

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Bild: Edda P.

Sonjas Mann war wie einige andere Männer etwas enttäuscht, dass keine Männerkleidung angeboten wurde, aber dafür gab es reichlich für uns Mädels. Bei den meisten Ständen wurde Kleidung angeboten, von gebraucht, aber in Ordnung, bis zu ungetragen mit Preisschild war alles vorhanden. Genauso vielfältig war die Auswahl an Marken. Von Klassikern wie H&M und Orsay bis zu Mango und Zara über Esprit, Even & Odd, Topshop bis zu Designermarken war wirklich alles vertreten, was das Herz eines Fashion Victims höher schlagen lässt. Einige Stände hatten auch Kosmetik im Programm, auch hier war von alverde über Essie bis zu MAC wirklich alles zu finden.

Natürlich gab es auch Schuhe und Accessoires wie Taschen, Schmuck und Schals. Alles in allem eine Riesenauswahl, leider konnte ich mich immer nur kurz umsehen, weil ich meinen Stand nicht verwaisen lassen wollte. Um die Mittagszeit nahmen die Menschenmassen etwas ab, eine ideale Gelegenheit für alle, die Samstags gerne etwas länger schlafen oder am Vortag zu heftig gefeiert haben, denn das Angebot war auch am Nachmittag immer noch riesig und der Fashionflohmarkt ist für mich der einzige Flohmarkt, bei dem es sich lohnt, auch am Nachmittag noch vorbeizuschauen – für das Stöbern und Aussuchen sollte man sich auf jeden Fall einiges an Zeit nehmen, denn eine Auswahl wie hier findet man selten.

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Bild: Isabella Lopez Photography

Was aber den Flohmarkt für mich neben der Fülle an Fashion zu einem Highlight gemacht hat, war zum ersten der DJ, der den ganzen Tag über absolut geniale Musik aufgelegt hat und so für eine super Stimmung in der ganzen Stadtgalerie gesorgt hat. Daumen hoch für DJ Andy! Wer ein Päuschen einlegen und sich für eine weitere Runde Fashionflohmarkten fit machen wollte, konnte sich direkt neben den Verkaufsständen an der Bar mit Kaffee oder anderen Getränken und Snacks eine Stärkung holen. Fashionflohmarkt mit Kaffee, wie genial ist das denn? Aber es geht noch weiter! Einer der Stände war ein Nagelsalon, bei dem man sich seine Nägel machen lassen konnte. Bei einem weiteren Stand konnte man sich von Isabella Lopez Photography fotografieren lassen und so gleichzeitig an einem Gewinnspiel – einem kompletten Fotoshooting mit Haarstyling und Make-up – teilnehmen. Und zu guter Letzt gab es auch einige Stände von Schmuckdesignern, bei denen ich ganz am Schluss des Fashionflohmarktes schwach geworden bin. Seht euch die Fotos von den Teilen von R & R Schmuck an, kleine, bunte Macarons-Anhänger. How cute is that?

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Bild: Edda P.

Auch mit einem Stand vertreten war Kollegin Carmen von Chamy, die ich gleich um drei Teile erleichtert habe. Vielen Dank für die tollen Sachen! Und als krönenden Abschluss konnte ich mich noch länger mit den beiden Mädels unterhalten, die sich mit ihrem professionellen Management des Mödlinger Fashionflohmarktes schon einen Namen gemacht haben, Pia und Stefanie. Während des Fashionflohmarktes waren die beiden laufend auf Achse, um Verkäufern zur Hand zu gehen, Fragen zu beantworten, den Ablauf zu managen oder auch Anwesende zu fragen, wie Ihnen der Fashionflohmarkt gefällt und ob sie Wünsche oder Anregungen haben. Durch ihr glückliches Händchen hat sich der Mödlinger Fashionflohmarkt mittlerweile zur Institution für alle Fashion Victims entwickelt, zu der Besucher vom gesamten Großraum Wien und sogar von noch weiter angereist sind. Und das zu Recht!

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Bild: Edda P.

Ich bin nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei, sowohl als Verkäufer als auch als neugierige Schnäppchenjägerin – den Fashionflohmarkt werde ich mir nie wieder entgehen lassen! Wenn ihr den nächsten Mödlinger Fashionflohmarkt auch nicht verpassen wollt, dann liked die facebook-Seite des Mödlinger Fashionflohmarktes, damit ihr vom nächsten Termin als Erste erfahrt.

Einen Wunsch hätte ich aber doch noch an Pia und Stefanie, nämlich dass der Fashionflohmarkt öfter als zwei Mal im Jahr stattfinden möge. Und wenn es jeden Monat einen Fashionflohmarkt gäbe, ich wäre auf jeden Fall dabei!

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DUBARUBA: design. made in africa.

Wer Schönes und Ausgefallenes sucht, ist bei DUBARUBA genau richtig. Die Plattform bietet afrikanisches Design verschiedenster Art. Accessoires für Frauen, Männer, das Wohnzimmer und noch einiges mehr – alles, was…

Wer Schönes und Ausgefallenes sucht, ist bei DUBARUBA genau richtig. Die Plattform bietet afrikanisches Design verschiedenster Art. Accessoires für Frauen, Männer, das Wohnzimmer und noch einiges mehr – alles, was das Herz begehrt.

Alle Produkte sind von afrikanischen Designern, Künstlern oder Brands. Die überwiegend handgemachten Produkte und Anbieter werden mit großer Sorgfalt von DUBARUBA ausgesucht. Und zwar in Hinblick darauf, dass die jeweils landestypischen Anbieter gefördert werden und die Produktionsumstände natur- und ressourcenschonend sind.

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Bild: Marcus Zumbansen

Mir haben es besonders die in Äthiopien gefertigten Schals angetan. Meine dicken Wollschals können langsam im Schrank nach hinten geschoben werden, aber ich kann auch an wärmeren Tagen eigentlich nie auf Tücher oder Schals verzichten. Daher finde ich die weichen, leichten Baumwollschals von Shemma Design genau richtig. Die handgewebte Baumwolle fühlt sich toll an und obwohl das Design eher dezent ist, sind die Schals dennoch durch die individuelle Farbgebung und das gewebte Muster an den Rändern etwas besonderes.

Mein zweiter Favorit sind die XL Triangel Stud Ohrringe von Smith Jewellery, ebenfalls schlicht, aber eben gar nicht langweilig.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken, also auf zu einer kurzen Fernreise bei dubaruba.com!

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Greenality: Öko-faire Mode

Ich kenne auf dem öko-fairen Modemarkt mittlerweile so einige Labels, und eines davon hat es mir besonders angetan. Dieses Label möchte ich euch heute vorstellen. Die Marke Greenality bietet seit…

Ich kenne auf dem öko-fairen Modemarkt mittlerweile so einige Labels, und eines davon hat es mir besonders angetan. Dieses Label möchte ich euch heute vorstellen. Die Marke Greenality bietet seit 2008 biologische, faire und vegane Mode an. Die Kleidung, die für das Label hergestellt wird, erfüllt die Kriterien der GOTS- sowie der Fairtrade-Zertifizierung. Das bedeutet, dass sowohl Umwelt als auch Menschen bei der Produktion geschützt werden.

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Bild: Greenality

Was die Marke für mich im Vergleich zu anderen ökofairen Labels besonders macht, ist der vollständige Verzicht auf tierische Produkte sowie das attraktive Design. Bei „öko“ haben viele schnell das Bild von unförmigen, weiten Klamotten im Schlabberlook im Kopf. Greenality beweist, dass Öko aber auch trendig, jung, schräg, lebensfroh und schön geschnitten sein kann. Außerdem ist der Nachhaltigkeitsgedanke teilweise im Design mit verarbeitet. So kann man zum Beispiel „make trade fair“, „be the seed“ oder „green tendencies“ auf den Kleidungsstücken lesen. Die Greenality-Kollektion enthält neben schönen Oberteilen für Männer und Frauen auch Accessoires, wie etwa Mützen, Schals und Stofftaschen.

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Bild: Greenality

Kaufen kann man die Greenality-Kollektion im Ladengeschäft in Ludwigsburg, das übrigens auch sehr schön eingerichtet ist. Außerdem wird die Kollektion in verschiedenen Läden in Deutschland und Österreich verkauft, wer kein Geschäft in der Nähe hat, das das Label führt, kann im Greenality Online-Shop stöbern. Besonders gut für den Nachhaltigkeitsgedanken: Selbst wenn man bestellt, wird das Paket mit DHL GoGreen beinahe klimaneutral verschickt. Außerdem werden die Greenality Büro- und Lagerräume mit erneuerbarem Strom betrieben.

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Bild: Janice

Ich besitze von Greenality einen Kapuzenpullover, ein Top und eine Mütze und alle drei gehören zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Der Kapuzenpullover – mit einer grünen Lunge darauf – gefällt mir besonders gut und bringt mir stets Komplimente ein. Selbst Fremde sprechen mich darauf an. Der Pullover ist besonders warm und hat auch nach häufigem Tragen und Waschen seine Form nicht verloren. Die Qualität hat mich auf jeden Fall überzeugt. Wenn ihr also wirklich einmal wieder neue Kleidung braucht – denn die Notwendigkeit ist wichtig: Am nachhaltigsten ist geringer Konsum – kann ich euch Greenality ans Herz legen. Ich denke, dass ich die Sachen noch sehr lange verwenden werde und die kleinen nachhaltigen Botschaften auf den Kleidern trage ich gerne hinaus in die Welt. Auf dass es vielleicht noch andere inspirieren möge.

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad…

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad der Zeit… Aber dazu später!

Der fünfzehnte Wiener Gemeindebezirk, oder auch „Rudolfsheim-Fünfhaus“, ist nicht unbedingt dafür bekannt, Hot Spot für Veganer und sonstiges neumodisches Volk zu sein. Zumindest denkt man das. Doch siehe da, wenn genauer hingeschaut wird bemerkt man, dass sich durchaus einiges tut, vor allem im Bereich zwischen Gumpendorfer Straße und Schönbrunn, also eher im südlichen Bereich des Bezirks. Der ist zwar nicht weniger abgefuckt als zum Beispiel die Gegend um die Stadthalle oder Johnstraße, aber geprägt durch etwas geringere Mietpreise und viele motivierte Menschen, die sich hier kreativ betätigen – sowohl kulinarisch, als auch in vielen kleinen Projekten und Geschäften. Da ich noch dazu in dieser Gegend wohne, profitiere ich sehr von diesem auflebenden Grätzl und präsentiere euch heute zwei meiner (neuen) Lieblingsplätze.

Mein erster Stop war die „Hollerei“ in der Hollergasse, nahe der U4-Station Meidlinger Hauptstraße. Der Name des Lokals sagt vermutlich fast jedem in Wien lebenden Vegetarier und Veganer etwas, aber nicht viele aus meinem Umfeld waren bisher dort. Das liegt zum einen sicherlich an der Preisklasse bei den normalen Speisen, die dann bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so teuer sind. Das Restaurant Hollerei existiert in dieser Form schon seit einigen Jahren, hat auch eine Zweigstelle im Essl Museum in Klosterneuburg und ein Bistro im tierfreien Supermarkt „Maran Vegan“ in der Stumpergasse, sowie einen Zustell- und Cateringservice, der sich vor allem für Firmen und Bürojunkies lohnt, an private Haushalte wird nämlich nicht geliefert.

Das Hauptlokal fällt schon von außen auf, da es wunderbar von Bäumen und Sträuchern eingewickelt in einer ruhigen Gasse neben einer alten Tankstelle gelegen ist. Gleich beim Eintreten in den Gastgarten wünscht man sich, dass wieder Sommer ist und man hier gemütlich mitten im Gartenlauben-Feeling dinieren kann. Aber auch der Innenraum ist ansprechend und durchaus geschmackvoll eingerichtet. Zum einen besticht das Lokal durch einen sehr schicken, ordentlichen Stil, kombiniert mit einer modernen, sehr gemütlichen Note. So sollte also für jeden etwas dabei sein. Genauso sieht es dann auch bei der kleinen, aber feinen Karte aus: Vorspeisen wie eine vegane indische Linsensuppe (die ich gleich mal bestellt hab, weil bekannt und gut) reihen sich an diverse Salate und saisonale Leckereien. Sowohl werden hier orientalisch und klassisch miteinander vermengt, als auch vegetarische und vegane Speisen, eben für alle passend. Auch die Weinkarte liest sich vorzüglich, hier wird das Hauptaugenmerk ganz klar auf regionale oder zumindest österreichische Weine gelegt.

Bei den Hauptspeisen fällt die Wahl für mich klar auf das Rote Thai Curry, das momentan die einzige vegane Hauptspeise auf der normalen Karte ist, allerdings könne viele Speisen problemlos veganisiert werden – einfach nachfragen. Das Curry ist zwar vielleicht nicht das allerschärfste wie man es vom echten Thai gewohnt ist, hat es aber durchaus in sich. Großartige Geschmackskomponenten die hier miteinander kombiniert werden. Auch gut satt wird man von den beiden Speisen, wobei man hier klar sagen muss: Die Hollerei ist keine Imbissbude zum Völlern und Sattwerden, denn die Portionen sind nicht riesig, dafür aber umso geschmackvoller und etwas zum Genießen.

Abgerundet wird der Abend dann mit einem leckeren Birnen-Nuss-Törtchen und einem kräftigen Espresso. Dann kommt wie immer der unangenehme Teil: Das Bezahlen. Ja, es ist sicherlich kein Ort, um zwischendurch günstig zu essen, aber ich denke, für das was geboten wird kommt man bei rund 30 bis 40 Euro pro Person zu dem Schluss, dass es das absolut wert war. Zudem bietet die Hollerei saisonale Sparmenüs an: Drei Gänge um 25 Euro exklusive Getränke. Lohnt sich durchaus! Dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit unter der Woche zum Mittagessen vorbei zu schauen. Auch hier finden sich immer wieder leckere vegane und vegetarische Gerichte auf der Karte, der Mittagsteller kommt auf nur 7,80 Euro oder 9,60 Euro mit Suppe oder Salat. Man sieht also auch hier: Es wird für (fast) jeden etwas geboten.

Fazit: Ein großartiges Lokal für alle, die es etwas schicker mögen, und alle, die mal etwas anderes ausprobieren wollen. Zudem das perfekte Lokal um einen Omnivoren zum Fleischverzicht zu bringen ohne große Propaganda und Bekehrung.

Bewertung: 8/10
Homepage: hollerei.at
1150 Wien, Hollergasse 9
Tel: 01/892 33 56

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Wie bereit bist du zu vergessen?

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige…

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, wie diese Preise zu Stande kommen oder welche Faktoren für die Preisgestaltung im Produktionsland eine Rolle spielen. „Klar, ist halt Massenware und deswegen günstiger.“ Mit diesem Argument ist der günstige Preis somit für den Käufer ausreichend begründet. Das Gewissen ist beruhigt, die Frage nach den Produktionsbedingungen oder anderen Faktoren verstummt unbeantwortet.

Erst wenn in Asien wieder eine Fabrik einstürzt und zig ArbeiterInnen unter sich begräbt oder ein Brand einige Menschen das Leben kostet, fragt man sich möglicherweise ob den günstigen Preis vieler Produkte andere mit einem sehr hohem Preis bezahlen – zum Beispiel mit ihrem Leben. Vielleicht insbesondere dann, wenn in besagten Fabriken auch Kleidung für den deutschsprachigen oder europäischen Markt produziert wurde.

Die Macht der Konsumenten

„Aber was soll ich denn mit denen da* drüben zu tun haben?“ Meiner Meinung nach eine ganze Menge! Unternehmen sind angewiesen auf die Verkäufe ihrer Produkte, da sie diese vorfinanzieren müssen, bis sie dann schlussendlich vor uns im Laden liegen. Verkaufen die Unternehmen nichts, haben sie nicht nur keinen Gewinn gemacht, sondern auch noch Verluste wegen der zuvor gezahlten Kosten eingefahren. Daraus ergibt sich für den Kunden, den Verbraucher – schlicht gesagt: Für dich – eine ganze Menge Macht. Mit deinem Einkauf steuerst du, in welche Unternehmen dein Geld wandert.

In der Wirtschaft gibt es einen Grundsatz: „Wer Erfolg hat, hat Recht.“ Das heißt, wenn ein beliebiges europäisches Unternehmen seine Waren von einem Kooperationspartner in Asien bezieht, der zu einem Stundenlohn von 0,75 Euro produzieren lässt, können wir als Verbraucher Produkte zu einem sehr günstigen Preis kaufen. Günstige Preise führen üblicherweise zu hohen Verkaufszahlen. So zieht das Unternehmen einen maximalen Gewinn aus den Produkten, denn die Gewinnspanne ist aufgrund der niedrigen Produktionskosten hoch und wächst mit jedem verkauften Stück. Erfolg wird an hohen Gewinnen gemessen. Wenn also ein Unternehmen auf diesem Weg hohe Gewinn einfährt, gibt ihm der Erfolg Recht.

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Bild: Clean Clothes Campaign (CCC), Taslima Akhter

In der letzten Zeit ist allerdings die Philosophie von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen ein wenig mehr in den Blick der Kunden gerückt. Denn: „Menschen ausbeuten ist ja schon echt fies.“ So etwas möchte man ja nicht unterstützen, immerhin will man auch das eigene Gewissen ruhig halten. Sonst wäre man ja gezwungen etwas zu verändern. Und dass die Kunden sich beginnen dafür zu interessieren, das interessiert wiederum die Unternehmen. Denn wer möchte schon mit einem Image als Ausbeuter dastehen oder von einem Shitstorm aufgrund von unzumutbaren Arbeitsbedingungen betroffen sein.

Die verstummten Fragen sprechen lassen

Ich glaube, die Entfernung zu den ArbeiterInnen macht es uns leicht, wenig nachdenken zu müssen. Doch eine ganz einfache Frage kann das Problem viel näher an uns heran holen. „Was wäre, wenn ich eine der ArbeiterInnen persönlich kennen würde?“ Würde ich dann auch von ihr verlangen, dass sie für unter einen Euro die Stunde schuften muss und das bei einem Arbeitstag von weit über 14 Stunden? Was für Gefühle löst es bei mir aus, wenn ich daran denke, dass die kleine Tochter die gleiche Arbeit machen muss wie ihre Mutter? Wie geht es mir bei dem Gedanken, dass beide zusammen trotzdem ihre Familie damit nicht ernähren können?

Alles Fragen, die wir gerne verdrängen.
Alles Fragen, die auch mit der Firmenphilosophie zusammenhängen.
Alles Fragen, die ein Kunde mit seiner Kaufentscheidung beeinflussen kann.

Kommen wir zurück zum Titel: Wie bereit bist du, all diese Fakten zu vergessen, wenn du das nächste Mal shoppen gehst? Wenn die Jacke, die du schon immer haben wolltest, von einem Unternehmen stammt, das durch schlechte Arbeitsbedingungen in die Medien geraten ist oder du mit einem 5er Paket T-Shirts für 2,99 liebäugelst?

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*Diese Formulierung soll in keinster Weise abwertend gemeint sein, sondern nur als Verdeutlichung der emotionalen Distanz zwischen den Kunden und ArbeiterInnen.

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Between Minga and Berlin

Minga und Berlin, finde ich, sind sowieso eine gute Kombination und durch das Label Minga Berlin bekommt diese Beziehung noch einmal einen ganz neuen Anstrich. Das Unternehmen mit Sitz in…

Minga und Berlin, finde ich, sind sowieso eine gute Kombination und durch das Label Minga Berlin bekommt diese Beziehung noch einmal einen ganz neuen Anstrich. Das Unternehmen mit Sitz in beiden Städten vereint in ihren Socken das Bunte Berlins und das Traditionsbewusste Münchens – das Ergebnis sollte in keinem Kleiderschrank fehlen.

Ich finde die Farben und Muster großartig, sowie die Möglichkeit durch diese Akzente männliche Outfits subtil extravagant zu gestalten hervorragend. Wenn es die Möglichkeit gibt, die Langeweile der männlichen Garderobe von Blau, Schwarz, Grau und Braun aufzubrechen, indem man von Zeit zu Zeit unter einem dunklen Anzug oder auch unter einer normalen Jeans ein paar bunte Knöchel vorblitzen sieht, ist das gut und macht natürlich noch mehr Spaß, wenn die Accessoires qualitativ hochwertig und nachhaltig produziert werden.

Darauf legt Minga Berlin besonderen Wert. Die Socken werden aus Bio-Baumwolle in Europa gefertigt und beim Herstellungsprozess wird auf Umweltverträglichkeit und gute Arbeitsbedingungen geachtet. Ich bin dem Sockenstand von Minga Berlin bereits auf mehreren Berliner Designmärkten begegnet und jedes Mal haben mich die vielfältigen Farben und Muster angezogen. Die Socken sind in allen Größen erhältlich und unisex konzipiert.

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