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Schlagwort: Kreativ

Tetra Pak-Recycling – Selbstgemachte Geldbörse in zwei Minuten

Und das Beste daran: Du wirst alles, was du dafür brauchst, schon zu Hause herumliegen haben. Ach, also von vorne. Ich sollte eigentlich gerade Umzugskisten packen, lasse mich aber zu…

Und das Beste daran: Du wirst alles, was du dafür brauchst, schon zu Hause herumliegen haben.

Ach, also von vorne. Ich sollte eigentlich gerade Umzugskisten packen, lasse mich aber zu gerne ablenken. Diese Portemonnaies sind mir beim Packen in die Hände gefallen. Ich hatte früher jahrelang keine andere Geldbörse, irgendwie sind sie aber etwas in Vergessenheit geraten. So ein Umzug hat also doch auch seine guten Seiten, bei all den kleinen und grösseren Schätzchen, die man so findet.

Du brauchst:
• Tetra Pak
• Gummiband
• Schere
That’s it!

Wasche die Tetra Pak Verpackung gut aus und lasse sie trocknen. Es spielt absolut keine Rolle, welche Grösse oder Form du wählst. Am besten eignen sich die etwas breiteren Packungen mit einem Volumen von einem oder zwei Litern. Ich zeige euch mit Hilfe einer grossen Eisteepackung wie es gemacht wird. Ab einer Grösse der Vorderseite von ca. 20 mal 9 Zentimeter lassen sich auch Karten in Kreditkartengrösse darin aufbewahren.

Los geht’s: Schneide die Ober- und Unterseite des Tetra Paks ab.

Danach die Seitenteile jeweils im unteren Drittel herausschneiden. Du kannst das nach Augenmass machen, es muss nicht auf den Millimeter genau sein. Nun falte die Seitenteile nach innen und streiche die Kanten gut glatt.

Nun falte den Teil, bei dem du nichts herausgeschnitten hast, in der Hälfte zusammen.

Schmälere und kürze die innere der beiden abstehenden Laschen etwas. Jetzt kannst du sie nach hinten umschlagen, in das äussere Fach der Geldbörse schieben und wieder gut glattstreichen.

Runde nun die Ecken der zweiten Lasche (also des Verschlusses) etwas ab, um eine schöne Form zu erhalten. Mache mit der Schere, einer Lochzange oder einem spitzen Gegenstand, wie zum Beispiel einer Stricknadel, zwei Löcher in die Verschlusslasche. Führe ein Gummiband zum Verschliessen von hinten durch beide Löcher und ziehe die eine so entstandene Schlaufe durch die andere. Fertig!

Deiner Phantasie sind bei der Gestaltung natürlich keine Grenzen gesetzt. Du kannst vor dem Zusammenstecken alle Schnittkanten mit Isolierband einkleben, damit die Geldbörse etwas langlebiger ist. Als Verschluss kannst du auch einen Druckknopf oder Klettverschluss befestigen. Damit der Kleber für den Klettverschluss auf der glatten Oberfläche auch hält, raue diese mit einer Nagelfeile oder etwas Schleifpapier an.

Viel Spass beim Kreieren deiner individuellen Geldbörse!

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Was ist eigentlich… Upcycling?

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich in einer kleinen Serie auf jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederverwertens eingehen. Die meisten Menschen,…

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich in einer kleinen Serie auf jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederverwertens eingehen.

Die meisten Menschen, denen ich begegne, haben zwar schon von Recycling gehört, aber beim Thema Upcycling treffen mich tausend Fragezeichen. Gibt man das Wort bei Google ein, wird man nicht nur mit Links zu Homepages, sondern auch mit Bildern wahrlich überschwemmt! Totale Unwissenheit trifft Reizüberflutung. Dabei ist Upcycling gar nicht so neu, aber es ist erst seit kurzem unter dieser englischen Bezeichnung bekannter geworden.

Was also ist Upcycling jetzt genau?

Um es mit einem guten Zitat auszudrücken: „Es geht also nicht um die einfache Verbesserung des Recyclings, dass [sic!] in der Praxis oft ein Downcycling ist, sondern um ein UpCycling, UpSizing, also um echte Mehrwertschöpfung.“ (Johannes F. Hartkemyer: „Upcycling“, Seite 11)

Es hat also Ähnlichkeit zu Recycling, denn Abfall oder bereits verwendete Stoffe werden weiter verwendet, doch es ist noch besser, denn die Stoffe werden aufgewertet und das Endprodukt ist von höherer Qualität. Das klingt jetzt alles sehr schwammig und langweilig, aber macht einfach einmal den Selbstversuch und gebt das Wort „Upcycling“ in die Google-Suchleiste ein. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele Bilder und Anregungen ihr findet! Mit ein bisschen Kreativität kann man so einiges erschaffen und hilft ganz nebenbei, Müll zu vermeiden, beziehungsweise die Umwelt zu schonen, indem man weniger Müll produziert.

Facts

Laut einer Statistik des Chelsea College of Art & Design in London werden mehr als eine Million Tonnen Textilien jedes Jahr weggeworfen, 25 Prozent davon werden recycelt oder upcycelt. Davon gehen alleine 70 Prozent in Second-Hand-Kleidung über und genauso viele Prozent der Weltbevölkerung nutzen diese. Die Kehrseite der Medaille: Es werden jährlich alleine in Großbritannien 2,15 Millionen Tonnen Kleidung und Schuhe pro Jahr konsumiert. Natürlich ist das nur eine Statistik unter vielen zum Thema Upcycling und Kleidung, aber es beweist doch, dass sich etwas tut in der Welt und wenn es nur kleine Schritte sind, dann sind es wenigstens diese.

Do it!

Was spricht dagegen, Gurken- oder Marmeladegläser als Aufbewahrung für Schrauben oder Knöpfe zu verwenden? Oder man näht sich aus der ausgedienten Hose eine Aufbewahrungstasche für die Wand, um Schlüssel, Postkarten oder ähnliches aufzubewahren. Um etwas aufwändiger zu denken – man kann sich auch seine Wohnzimmercouch komplett selbst aus Europaletten bauen. Die Kosten sind verschwindend gering im Vergleich zum Neukauf, man schont Ressourcen und betätigt sich kreativ.

upcycling-bank

Bild: Magdalena & Lisa / weupcycle.com

Falls du jetzt hoch motiviert bist, etwas zu erschaffen, aber dir irgendwie die Ideen fehlen, keine Sorge. Das Internet ist voll von Ideen, lass dich einfach inspirieren! Probiere es doch mal hier: andersdenken.at/upcycling-kreativitaetstraining Hier finden sich mehr als 80 Upcycling-Ideen in Form von Bildern und Texten, die sicherlich jedem einen kleinen Denkanstoß verpassen. Oder du bleibst hier auf The bird’s new nest und suchst nach „DIY“, wo du laufend neue DIY-Projekte, auch zum Thema Upcycling findest.

Fazit

Upcycling kann ein wenig mehr als Recycling, ist für jeden zugänglich und in seiner kleinsten Form auch für jeden anwendbar. Man kann also mit vielen kleinen Schritten sein Zuhause schöner machen und dabei das gute Gefühl haben, selbst an der Idee und Gestaltung beteiligt gewesen zu sein und die Umwelt so ein bisschen entlastet zu haben. Gute Sache, oder?

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The Maker Project: Makes you feel at home

Zelte in allen Knallfarben und Größen stehen auf den Wiesen, vereinzelte Socken und vielleicht auch ein paar Handtücher hängen auf Seilen dazwischen. Kinder laufen mit nacktem Oberkörper durch die Gegend…

Zelte in allen Knallfarben und Größen stehen auf den Wiesen, vereinzelte Socken und vielleicht auch ein paar Handtücher hängen auf Seilen dazwischen. Kinder laufen mit nacktem Oberkörper durch die Gegend und spielen Ball, während die “Großen” relaxt mit der Gitarre und dem Trembalo in den Händen in den Stühlen lümmeln. Ich kann mir schon vorstellen, wie es hier im Sommer aussieht.

Doch jetzt ist der englische Winter im Anflug – und Maker Heights auf der Rame Halbinsel versinkt im Matsch und in der Düsternis der Wolken, die den schnellen Prasselregen bringen. Woran es dann wohl liegt, dass ich mich dennoch auf Anhieb zu Hause fühle?

“Komm, jetzt zeige ich meine zweite Heimat!”, so hat mich meine Gastgeberin Jo kurz vor meinem Abschied von ihrer Patchworkfamilie, von ihrem (buchstäblich) immer offen stehenden Haus und damit von Cornwall hierher mitgenommen. Zum Maker Project auf den Maker Heights, nur fünf Autominuten von ihrem Daheim entfernt. Und doch wieder eine andere Welt – genauso wie vor ein paar Tagen, als ich von Plymouth hier ins versteckte Eck Cornwalls und somit in eine andere, eine noch immer eine Spur “heilere” Welt gefahren bin.

Alternaltivcommunity, Veranstaltungsräume, Künstlerateliers, Platz für Ideen und die Umsetzer dieser, ein von Volunteers betriebenes Kaffeehaus, verlängertes Wohnzimmer – es ist schwer in nur eine Kategorie einzuordnen, was sich hier in den alten Gebäuden des Maker Projects verbirgt. Vor mittlerweile über 15 Jahren haben sich die ersten Leute angesiedelt, um die Mauern der früheren Baracken hoch über der Gemeinde Maker-Rame vor dem Abriss und den riesigen Grund vor der Bebauung mit Hochhäusern zu schützen. Maler, Musiker, Wedding Planner, Pferdehalter: Die Vielfalt derer, die sich hier eingemietet haben ist genauso bunt wie das 44,5 Hektar große Areal an sich. Dazu tragen natürlich die vielen Künstler bei, denn sie werden besonders vom Maker Project angezogen. “Es sind keine lukrativen Businesses, die hier zu finden sind,”, hat mir Jo bei der steilen Auffahrt erzählt, die aber nach einiger Zeit in den engen Rüttelstraßen Cornwalls harmlos erscheint, “doch wir nehmen gerade so viel ein, dass das Areal weiterhin uns gehört und wir es weiter bewirtschaften können.”

Wir, das sind die Mitglieder des Rame Conservation Trusts, die zwischen zehn (Single) und 25 (Familie) Pfund pro Jahr einzahlen (also zwischen zwölf und 31 Euro) , damit die Gebäude auf Maker Heights erhalten und bei Bedarf renoviert werden können. Profitieren dürfen aber alle, auch die, die sich nicht beteiligen: “Jeder kann nach Maker Heights kommen.”, erzählt mir Jo von freitäglichen Treffen der Gemeinde hoch über dem Dorf Millbrook selbst, von Livekonzerten und Festivals. Oder vom Bonfire am Samstag, das ich leider versäumt habe, weil auch in London und Umgebung einiges auf mich wartet.

Vorbei an Fußball spielenden Kindern, die sich – mit Gummistiefeln ausgerüstet – auch von der drohenden Regenwolke nicht abschrecken lassen, zeigt mir Jo weiter The Maker Project. “Im Winter setzt eine gewisse Faulheit bei den Künstlern ein.”, meint sie, die den nächsten Poetry Slam mitorganisiert, und fügt erklärend hinzu: “Die Gebäude sind in der Kälte einfach zu schlecht zu heizen.” Das ist vermutlich mit ein Grund, warum wir bei den Ateliers heute vor verschlossenen Türen stehen. Statt Kunst schauen wir uns deshalb lieber Jos selbst gebaute Jurte an. Auch das Nomadenzelt ist schon ausgeräumt und für den Winter vorbereitet: “Normalerweise sind hier ein Doppelbett, ein Kasten und Teppiche drin.”, beschreibt Jo das mongolische Riesenteil, das sie im Sommer Gästen zu Verfügung stellt.

Seit zwei Jahren kann man hier auf Maker Heights nämlich campen: Übernachten kann man im eigenen Zelt oder in einem der Campingwägen der DorfbewohnerInnen, die hier auch jetzt herumstehen. Oder eben in einer Jurte wie die von Jo. Einfach perfekt für meinen nächsten Besuch in Cornwall denke ich und bin restlos überzeugt, als ich mich im Blick aufs weite Meer und bis ins nahe Dartmore verliere.

“Schnell, der Regen kommt!”, reißt mich Jo aus meinen Träumereien. Und sie hat natürlich recht: Wir schaffen es gerade noch, die Tür hinter dem Maker Junction Café zu schließen. Es ist ohnehin einen Besuch wert: Es wird vor allem von Freiwilligen betrieben, die hier auf Maker Heights auch wohnen können. Zwei kleine Buben laufen in den üblichen zu großen Gummistiefel herum, eine Gruppe von vier Menschen sitzt beieinander und zeichnet, der Laptop liefert Chillout-Musik, an den Wänden werden Töpferworkshops, Bandproben und Co angekündigt, im Hinterraum laden Bücherregale und Billardtische ins verlängerte Wohnzimmer ein. Und während Jo schon wieder einmal eine ihrer zahlreichen FreundInnen getroffen hat, belohne ich mich an der Theke mit Kaffee und Kuchen: Gerade richtig, um auf das Ende des Regens zu warten und sich noch einmal so richtig „at home“ zu fühlen, im Maker Project…

 

Die Website über das Maker Project und den Rame Conservation Trust ist im Entstehen: www.themakerproject.org.uk

Ich befinde mich auf den Spuren des Reisebuchs “Eat-Surf-Live”. Wenn ihr mehr dieses Projekt erfahren und die beiden Autorinnen Katharina und Vera unterstützen möchtet, schaut auf startnextOffenlegung: Avis stellte mir für die Cornwall-Recherchereise ein Mietauto zu Verfügung. Herzlichen Dank dafür! Die Meinungen und Ansichten in den Geschichten bleiben die meinen.

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