Eco. Life. Style.

Schlagwort: Konsum

Seele 2.0 – Worauf verzichtest du?

Wir Menschen haben viele Ängste. Unsere Ur-Ängste sind zwei: Dass wir sterben und dass wir verhungern. Damit lässt sich ein großer Teil unseres Verhaltens erklären. Angst vor einer Prüfung oder…

Wir Menschen haben viele Ängste. Unsere Ur-Ängste sind zwei: Dass wir sterben und dass wir verhungern. Damit lässt sich ein großer Teil unseres Verhaltens erklären. Angst vor einer Prüfung oder Angst, vor großen Gruppen zu sprechen, das ist modernes Zeug. Genauso wie die Angst, etwas zu verpassen und Verlierer zu sein.

Manuel Dingemann hat diese Angst nicht. Er lebt aus Überzeugung nachhaltig und er lebt es auch vor. Weil mich das in hohem Maße neugierig gemacht hat, und weil das so einen Kontrast zu den Managern und Politikern bildet, die über Nachhaltigkeit reden, habe ich mich mit Manuel getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt.

Was ist in deinem Leben geschehen, als du dich entschieden hast, nachhaltig zu leben?

Manuel: Ich war 2010 auf einem Workshop, in dem ich von erfahrenen Leuten viel über den Zusammenhang unseres Handelns mit dem Klimawandel erfahren habe. 60% der Menschen wissen leider immer noch nicht, was Nachhaltigkeit bedeutet oder woraus sie sich zusammen setzt. In dem Workshop haben wir verschiedene Szenarien gebildet und so ein höheres Bewusstsein darüber erlangt, wie viel Verantwortung für die Zukunftsgeneration in unserer Hand liegt. Außerdem haben wir über Effizienz und bewussten Genuss von dem, was da ist, gesprochen, und natürlich auch vom bewussten Konsumieren. Bewusstes Konsumieren funktioniert einfach: Schaue, was da ist. Welche Menschen umgeben mich? Welche Kompetenzen dieser Menschen kann ich nutzen? Vielleicht brauche ich gar nicht einen schnelleren PC, sondern einen guten Rat.

Hast du ein Bild von der Zukunft, in der du leben möchtest?

Manuel: Ja. Wir arbeiten alle weniger, konsumieren weniger und verbringen mehr Zeit miteinander. Klingt simpel, dennoch glauben viele, es ist nicht sofort umsetzbar. Aber jeder kann damit anfangen. Denn eine Sache kann man sich nicht mit Geld kaufen: Zeit. In der Zeit, die ich gewinne, weil ich weniger arbeite, kann ich langlebigere und nachhaltigere Produkte entdecken. Wer bewusst konsumiert und sich damit auseinander setzt, was ein gutes Produkt ausmacht, der ist viel eher bereit, Geld dafür auszugeben. Langfristig ist das übrigens günstiger. Eine LED-Lampe sieht im Laden teurer aus. Nach drei Jahren hab ich das Geld aber wieder raus und dann hält sie noch 20 Jahre. Außerdem kann man sich in der gewonnenen Zeit Fähigkeiten aneignen, lernen – zum Beispiel, wie du autarker werden kannst, indem du Sachen reparierst oder selbst herstellst. Hier kannst du viel Geld sparen und bekommst eine Bestätigung deiner Kompetenz.

Zukunftsbild: Wir arbeiten weniger, konsumieren weniger und verbringen viel Zeit miteinander

Was brauchen wir, damit mehr Menschen einen nachhaltigen Lebensstil für sich wählen?

Manuel: Gutes Design und Erlebnisse, die den Lebensstil anfassbar machen. Gute Nachrichten und best practice Beispiele, die als Vorbild gelten können. Außerdem brauchen wir Helden und mutige Gründer, die Nachhaltigkeit vorleben.

Welche Frage kann sich jeder von uns stellen, um sich für Nachhaltigkeit zu entscheiden?

Manuel: Worauf verzichte ich? Worauf verzichte ich, wenn ich Auto statt Fahrrad fahre? Worauf verzichte ich, wenn ich mich für Karriere entscheide? Worauf verzichte ich, wenn ich einen Transatlantik-Flug antrete statt an den See in der Nähe meiner Stadt zu fahren? Was erlebe ich dann nicht?

 

Manuel Dingemann lebt und arbeitet in Hamburg. Seine Marketing-Agentur berät nachhaltige Unternehmen bei deren Auftritt im Internet und ist bekannt für hochqualitative Video-Produktion.

Kurz vor unserem Gespräch hat Manuel einen Wäscheständer repariert, statt einen zu kaufen, und das Gespräch selbst fand in der wohl nachhaltigsten Kaffeerösterei Hamburgs statt, in der sogar die Verpackung für die Kaffeebohnen biologisch abbaubar ist.

Der Bogen zum Titel dieser Kolumne ist übrigens ganz einfach: Wenn du eine tiefe Überzeugung hast und jeden Tag danach lebst, verbrauchst du viel weniger seelische Ressourcen für das Treffen von Entscheidungen. Dein Leben gibt dir genug Bestätigung, dass du das Richtige tust, und somit sind deine Kräfte gut beisammen, die Energie auf einem hohen Level und das Lächeln konstant auf deinem Gesicht.

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Wie nachhaltig ist der Konsum von exotischen Früchten?

Bananen, Kiwis, Ananas, Mangos, Kakis und weitere Tropenfrüchte gehören heute zum Standardsortiment jedes Supermarktes. Die süßen Früchte sind beliebt, gesund und eine willkommene Abwechslung zu Äpfeln und Birnen. Besonders Veganer…

Bananen, Kiwis, Ananas, Mangos, Kakis und weitere Tropenfrüchte gehören heute zum Standardsortiment jedes Supermarktes. Die süßen Früchte sind beliebt, gesund und eine willkommene Abwechslung zu Äpfeln und Birnen. Besonders Veganer essen teilweise sehr viel Obst, darunter auch die süßen Exoten. Eine vegane Lebensweise wird oftmals mit einer großen Entlastung für die Umwelt gleichgesetzt. Doch ist das wirklich so, wenn exotische Früchte regelmäßig auf den Teller kommen? Schließlich reisen sie von weit her zu uns und der Transport verursacht CO2-Ausstoß.

Die Saisonalität

Die Antwort auf die Frage ist nicht ganz simpel. Viele Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Zunächst einmal ist nicht jede Tropenfrucht gleich. Während Bananen, Papayas, Mangos, Ananas, Passionsfrüchte und Kokosnüsse ganzjährig Saison haben, wachsen andere exotische Früchte nur in bestimmten Perioden im Jahr. Dazu gehören beispielsweise Wassermelonen, Orangen, Mandarinen und Kiwis. Trotzdem sind Früchte dieser letzteren Kategorie oftmals das ganze Jahr über im Handel erhältlich. Das liegt daran, dass sie zu verschiedenen Zeiten im Jahr aus anderen Regionen stammen. Während die Wassermelone in den Sommermonaten beispielsweise in der relativ nahen Türkei angebaut wird, importiert man sie in Wintermonaten aus Südamerika. Dieser Obstsaison-Kalender hilft beim saisonalen Einkauf von heimischen und exotischen Früchten. Der Kalender zeigt auch, dass man einige Früchte zwar ganzjährig importieren kann, diese dann aber aus anderen Ländern kommen. Mit diesen Informationen kann man exotische Früchte in der Zeit kaufen, in der sie aus näheren Ländern importiert werden können. Hilfreich ist übrigens auch, auf die Saison der regionalen Obstsorten zu achten. So kann ein deutscher Apfel, der über Monate im Kühlhaus gelagert wurde, eine schlechtere Klimabilanz haben, als eine Wassermelone, die gerade Saison in der Türkei hat oder gar ein Apfel aus Chile. Auch geheizte Gewächshäuser sorgen für eine negative Bilanz.

Das Transportmittel

Neben der Länge des Transportweges gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie die bunten Tropenschätze ihren Weg zu uns finden: Per Schiff oder per Flugzeug. Da die Schiffsfracht weniger CO2-Emissionen verursacht als das Flugzeug, hat es auf den ersten Blick den Anschein, dass der Flugtransport wesentlich umweltschädlicher ist. Allerdings ist das nicht der einzige Schadstoff, der beim Vergleich zwischen Schiff und Flugzeug relevant ist.

Schiffe werden in der Regel mit Schweröl betrieben, das einen sehr hohen Anteil an Schwefel und toxischen Metalloxiden hat. Außerdem stoßen Schiffe eine Menge Feinstaub aus. Die Rußpartikel, Schwefel- und Stickoxide bergen nicht nur erhebliche gesundheitliche Risiken, sondern wirken sich auch sehr negativ auf die Umwelt aus. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu) gibt an, dass jedes Jahr in Europa circa 50.000 Menschen als Folge von Schiffsemissionen vorzeitig sterben. Für die Umwelt bedeuten Schwefeloxide saurer Regen und Stickoxide eine Versauerung der Böden. Zudem fördern Rußpartikel den Klimawandel. Wenn die dunklen Partikel sich auf den Eisflächen ablagern, wird durch die dunklere Oberfläche mehr Wärme absorbiert und somit die Schmelze vorangetrieben.

Das Schiff ist damit also nicht klimafreundlicher als das Flugzeug, sondern eher schädlicher. Das liegt vor allem daran, dass im Schiffsverkehr bisher keine strengen Regelungen eingeführt worden sind. Während strikte Schadstoff-Grenzwerte für Autos und LKWs Pflicht sind, liegt der maximale Schwefelgehalt im Schifftreibstoff bei 3,5 Prozent und ist damit 3.500 mal höher als im Diesel-Benzin für Autos. Eine gute Nachricht ist, dass die Grenzwerte in den kommenden Jahren verschärft werden sollen. Ab 2015 soll der Schwefelgrenzwert in Schwefelkontrollgebieten, wozu auch Nordsee und Ostsee gehören, von 1 Prozent auf 0,1 Prozent gesenkt werden. Bis 2020 soll auch der Grenzwert in Nicht-Schwefelkontrollgebieten von 3,5 Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt werden. Allerdings gibt es jetzt bereits weitere Maßnahmen, die die Schadstoffemissionen erheblich verringern könnten. Der Nabu fordert, dass wie oben beschrieben schwefelärmere Treibstoffe eingesetzt werden. Außerdem verlangen sie einen Stickoxid-Katalysator und einen Rußpartikelfilter. Bei Befolgung dieser drei Forderungen könnte man die Emissionen von Stickoxiden um 97 Prozent reduzieren und den von Ruß um 99 Prozent. Bisher wurden diese allerdings nicht umgesetzt.

Überseeimporte sind also im Allgemeinen nicht klimafreundlich zu bestreiten. Ob eine Obstsorte per Schiff oder Flugzeug zu uns gebracht wird, hängt oft von dem Reifeverhalten der Früchte ab. Flugobst hat den Vorteil, dass es bereits frühreif gepflückt werden kann, was relevant für Früchte ist, die nicht mehr viel nachreifen, nachdem sie geerntet wurden. Außerdem gibt es bestimmte exotische Früchte, die schnell verderben und aus diesem Grund primär mit dem Flugzeug importiert werden. Das sind beispielsweise Litschis, Baby-Bananen, Sternfrüchte, Physalis und Passionsfrüchte. Des Weiteren besteht der Irrglaube, dass sonnengereiftes Flugobst mehr Vitamine enthält und besser schmeckt als seine früher gepflückten und eingeschifften Kollegen. Diese Auffassung wurde allerdings in einer Studie der technischen Universität in Berlin widerlegt.

Früchte, die bedenkenlos nachreifen, werden oft auf dem Wasserweg zu uns gebracht. Hierzu zählen unter anderen Bananen, Papayas, Sapotillen, Kakis und Cherimoya. Andere Früchte, die kaum nachreifen – das sind unter anderem Ananas, Mangos und Rambutane – werden in der Regel eingeflogen, oder, um die Schifffahrt zu überstehen, mit einer großen Menge Fungizide behandelt. Einige Organisationen, wie die Unternehmen Tropenkost oder Kipepeo, probieren für den weiten Transportweg einen Kompromiss zu finden, indem sie für den Früchteimport nur ungenutzten Gepäckraum in Passagierflugzeugen verwenden. Damit müssen nicht extra Frachtflugzeuge für die Früchte fliegen. Das Problem an dieser Methode ist allerdings, dass mit jedem zusätzlichen Gewicht die Schadstoffemissionen des Fluges höher sind und der Umweltvorteil somit gegen Null geht. Deshalb setzt sich zum Beispiel das Unternehmen Tropenkost aktiv für Klimaschutzmaßnahmen ein, um seine Früchte klimaneutral anbieten zu können.

Vom (Super-)Markt nach Hause

Sowohl Flugzeug als auch Schiff sind aktuell keine klimafreundlichen Transportmittel. Die Umweltbilanz der gekauften Tropenfrüchte wird aber nochmals im nicht zu vernachlässigen Maß durch die persönliche Wahl des Transportmittels zum Einkaufen bestimmt. Wer mit dem Auto zum Supermarkt fährt, hat in etwa die gleichen Klimaauswirkungen verursacht, wie eine Packung Flugobst. Der Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß macht also einen großen Unterschied.

Monokulturen und soziale Aspekte

Wie bei anderen Produkten auch, ist der Anbau tropischer Früchte von der Problematik der Monokulturen betroffen, die keine nachhaltige Landwirtschaft zulassen. Ananas beispielsweise werden häufig auf diese Weise angebaut und mit einer großen Menge Pestizide und Insektizide behandelt. Diesen sind wir Konsumenten ausgesetzt, doch noch viel mehr das Trinkwasser vor Ort und die Menschen, die auf den Plantagen arbeiten. Neben den gesundheitlichen Problemen, sind auch die sozialen Bedingungen der Obstpflücker meist verheerend.

Um ökologische und sozial faire Konditionen zu schaffen, ist es also sehr wichtig beim Kauf von Tropenfrüchten auf fairen Handel und biologische Produkte zu achten. Der faire Handel verbessert die Lebensbedingungen der Bauern und Plantagenarbeiter, während das EG-Öko Zertifikat den Verzicht von künstlichen Düngemitteln, Fungiziden und Insektiziden verlangt. Außerdem müssen in den Anbaufeldern auch andere Pflanzen angesiedelt werden, die einer Monokultur entgegenwirken. Nature & More beispielsweise bietet Bio-Früchte an und setzt sich für nachhaltige und soziale Projekte ein, die die Produkte klimaneutral machen sollen.

Tropenfrüchte in Relation

Bedeuten diese Informationen, dass man nun am besten keine exotischen Früchte mehr kauft? Darum soll es nicht gehen, denn der Kauf der süßen Tropenschätze ist eine bedeutsame Einnahmequelle für die Bauern vor Ort, sofern die Arbeitsbedingungen fair sind. Gerade im Winter können exotische Früchte den Körper mit Vitaminen versorgen. Es ist darüber hinaus wichtig, die Umweltauswirkungen von Tropenfrüchten in Relation zu anderen Lebensmitteln zu setzen. Obst im Allgemeinen trägt nämlich bei weitem nicht so viel zu Klimaschäden bei wie Fleisch- und Milchprodukte. Neben der Belastung von Wasser und Böden erzeugt die tierische Lebensmittelindustrie wesentlich mehr Treibhausgase als der Anbau von pflanzlichen Produkten. Von den gesamten direkten Treibhausgas-Emissionen, die unsere Ernährung verursacht, werden beinahe 70 Prozent durch tierische Lebensmittel verursacht, wie eine Studie des WWF zeigt. Im Vergleich dazu ist Obst bloß für einen Anteil von 6,2 Prozent verantwortlich. Zudem entstehen durch den Anbau von Lebensmitteln indirekte Emissionen, da Landflächen in Ackerland umgewandelt werden. Auch für die indirekten Emissionen ist maßgeblich der Konsum von tierischen Produkten ursächlich.

Selbst Veganer, die regelmäßig exotische Früchte essen, haben also trotzdem einen erheblich kleineren ökologischen Fußabdruck im Bereich Lebensmittel als Fleischesser, bei denen nicht so viele exotischen Früchte auf den Teller kommen. Obst und Gemüse spielen in der Klimabilanz eine vergleichsweise sehr geringe Rolle. Dennoch bedeutet das nicht, dass man Obst ohne Bewusstsein für die Umwelt konsumieren sollte. Denn positive Auswirkungen hat die Wahl von saisonal-regionalen Obstsorten trotzdem.

Nachhaltiger Genuss

Einige einfache Regeln, zusammengefasst aus diesem Artikel, können beim nachhaltigen Konsum von exotischen Früchten helfen:

Regionalität und Saisonalität: Im Sommer gibt es regionales Obst in Hülle und Fülle, von Kirschen über Erdbeeren bis hin zu Pfirsichen und Nektarinen. Zu dieser Jahreszeit kann man also relativ gut auf exotische Früchte verzichten. In der restlichen Zeit sollte man Früchte wählen, die von ihrer Saison her gerade aus näheren Ländern importiert werden können oder im Idealfall aus dem Heimatland stammen.

Transport: Momentan scheint das Flugzeug klimafreundlicher zu sein als der Schifftransport. Im Bezug auf Verbesserung der Umstände können wir als Verbraucher Unternehmen wählen, die einen klimafreundlichen Transport unterstützen.

Weg zum Supermarkt: Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Lebensmittelladen zu fahren, wirkt sich positiv auf die Klimabilanz aus.

Bio und fair: Um Pestizidbelastung, Monokulturen und soziale Missstände zu verhindern, ist es wichtig auch beim Kauf von exotischen Früchten nach Bio- und Fair Trade-Zertifizierungen Ausschau zu halten.

Maßvoller Genuss: Zur Nachhaltigkeit gehört auch ein wenig Verzicht. Erdbeeren im Winter braucht niemand und es muss auch nicht jeden Tag eine Mango in den Smoothie kommen.

Selbst anbauen: Einige exotische Früchte können auch in unseren Breiten wachsen. Eine Kiwi im eigenen Garten garantiert ein unschlagbare Ökobilanz.

 

Quellen:
Balz, Friedrich, Pieper, Oeliger, & Rieger (2014). Luftschadstoffemissionen von Containerschiffen: Abhilfe durch saubereren Schiffsdiesel und wirksame Abgastechnik möglich – kaum Auswirkungen auf Transport- und Produktpreise. Naturschutzbung Deutschland (NABU) e.V.
Hillmer: Die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel. Abendblatt, abgerufen von: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1344620/Die-Klima-Bilanz-unserer-Lebensmittel.html
Keiffenheim.“Eine einzige Flugreise nach New York belastet die Erdatmosphäre so stark wie ein Jahr Autofahren“. Greenpeace Magazin, abgerufen von: http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/1-97/eine-einzige-flugreise-nach-new-york-belastet-die-erdatmosphaere-so-stark-wie-ein-jahr-autofahren/
Noleppa (2012). Klimawandel auf dem Teller. WWF Deutschland.
http://www.oeko-fair.de
Richtlinie des europäischen Parlaments und des Rates (2008): Zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt (Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie). 164/19.
http://www.umweltnetz-schweiz.ch

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Grün im großen weißen Norden – Wychwood Farmer’s Market

Ich habe ein Ritual. Jeden Samstagmorgen stehe ich auf und laufe mit einer Freundin etwa 15 Minuten zum Wochenmarkt. Der Whychwood Farmer’s Market in Toronto hat sein Zuhause in einer…

Ich habe ein Ritual. Jeden Samstagmorgen stehe ich auf und laufe mit einer Freundin etwa 15 Minuten zum Wochenmarkt. Der Whychwood Farmer’s Market in Toronto hat sein Zuhause in einer alten Straßenbahnhalle, die heute für unterschiedliche Gemeinschaftsprojekte genutzt wird. Eines davon ist der Markt. Ein weiteres Projekt ist ein Gemeinschaftsgarten, der sich draußen neben der Halle befindet. Der Ertrag aus diesem Projekt wird unter anderem auf dem Wychwood Markt verkauft.

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Wenn wir die Halle betreten sind wir umgeben von brummendem Leben. An den beiden gegenüberliegenden Enden der Halle spielen jede Woche unterschiedliche Musiker. Ob Gitarre, Kontrabass, Hang, Geige oder Trommel – ich habe schon vieles gesehen. Große Kinderaugen blicken fasziniert auf die Instrumente oder tanzen zu der Musik. Doch die Instrumente sind nicht die einzigen Geräusche in dem emsigen Bienenstock. Man hört die Leute lachen und plaudern, hört Tofu in der Pfanne brutzeln oder den Blender einen neuen Smoothie zubereiten. Die Halle ist gefüllt mit Leben.

Für mich ist der Markt eine der besten Möglichkeiten einzukaufen. Die Produkte, die angeboten werden, sind regional und saisonal, ein Großteil biologisch. Zusätzlich ist der Einkauf dort aber auch einfach unglaublich persönlich. Jede Woche treffe ich dort dieselben Menschen und weiß, dass sie das Gemüse mit angebaut haben. Es ist eine ganz andere Begegnung mit meinen Lebensmitteln im Vergleich zur unpersönlichen Massenware im Supermarkt.

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Aber neben Grünkohl, gelben Möhren und Pastinaken gibt es hier auch fertige Speisen. Drei Backstände verkaufen Brot und Brötchen, weitere bieten Desserts an. Besonders schön ist, dass es dabei eine große vegane und rohköstliche Auswahl gibt. Außerdem werden grüne Smoothies, selbst eingelegtes Gemüse oder selbst gemachtes Apfelkompott, Kichererbsen-Tempeh und andere Leckereien angeboten. Der Markt ist also nicht nur zum Einkaufen von Gemüse, sondern auch zum Essen geeignet. Selbst wenn ich manchmal nicht viel kaufe, ist der Besuch jedes Mal ein schönes Erlebnis, weil die Atmosphäre dort so lebhaft und positiv ist. Jeden Besuch beim Wychwood Market runde ich mit einem glutenfreien und veganen Blueberry-Streusel Mini-Muffin ab. Der schmeckt wirklich magisch gut und ich nehme mir jedes Mal vor, das Geheimnis in meiner eigenen Küche zu lüften.

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Zufrieden laufen wir wieder nach Hause und freuen uns darüber, dass seit dieser Woche der Frühling auch endlich bei uns angekommen ist. Eine kleine Fahrradtour zum See beweist: Auch dieser ist mittlerweile aufgetaut.

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Warum verhalten wir uns (nicht) nachhaltig?

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem…

Frustshopping, Schnäppchenjagden, Shoppingreisen – Konsum kann uns glücklich machen. Mit einem Einkauf können wir uns Wünsche erfüllen und das erzeugt Glücksgefühle. Eine Kaufsucht ist allerdings auch kein erstrebenswerter Zustand. Zudem wissen wir, dass wir nicht alle gleich viel vom Kuchen abbekommen, also konsumieren, können. Vor allem aber widerspricht der Alltag unserer Überflussgesellschaft dem aktuellen Leitbild, nachhaltiger zu leben und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Doch können wir Lebenszufriedenheit auch aus immateriellen Quellen gewinnen? Der Umweltpsychologe Prof. Dr. Marcel Hunecke meint: Ja. Im Auftrag von Denkwerk Zukunft suchte er nach psychischen Ressourcen für eine Lebenszufriedenheit, die ganz unabhängig von den materiellen Seiten des Lebens wirksam ist.*

Die sechs psychischen Ressourcen für subjektives Wohlbefinden

In Anlehnung an Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie entwickelte Hunecke seine Genuss-Ziel-Sinn-Theorie. Laut dieser Theorie stehen uns drei Strategien zur Verfügung, um ein zufriedenes Leben zu führen: Genusserleben, das Erreichen von Zielen und Sinn. Hunecke identifiziert sechs psychische Ressourcen, die diese Strategien ermöglichen. Sie lauten Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinngebung, und Solidarität.

Die ersten drei Ressourcen sind nach Hunecke fundierend, das heißt, wesentlich für eine starke Persönlichkeit. Eine solche Persönlichkeit kann demnach genießen, hat Selbstvertrauen und ist überzeugt davon, das, was sie sich vornimmt, auch erfolgreich realisieren zu können. Die letzten drei Ressourcen sind zielgebend und ermöglichen eine Orientierung der Person an immateriellen Zufriedenheitsquellen. So sollte eine Person, die nachhaltig leben möchte, eine achtsame Grundhaltung entwickeln. Das heißt, sie sollte sich der eigenen Bedürfnisse und Empfindungen bewusst sein, wie auch die der anderen Menschen und Lebewesen. Zudem sollte sie motiviert sein, den Sinngehalt unterschiedlichster Lebenssituationen zu ergründen. Und sie muss soziale Verantwortung übernehmen wollen. Laut Hunecke stützen sich diese sechs Ressourcen gegenseitig, so dass eine weniger ausgeprägte Ressource durch andere Ressourcen kompensierbar ist.

Die drei fundierenden Ressourcen stärken

Die Genussfähigkeit

Wie erwähnt, ist die Genussfähigkeit eine wesentliche Ressource für subjektives Wohlbefinden. Dabei stehen uns einerseits sinnlich-körperliche Genüsse zur Verfügung, andererseits ästhetisch-intellektuelle. Nur allzu oft nehmen wir diese Genussquellen in unserem Alltag aber nicht wahr. Wir verschlingen die Mittagsjause, werfen das neue Shirt nach drei Mal Tragen in den Schrank, weil wir schon ein neues im Auge haben, laufen morgens auf dem Weg zur Arbeit blindlings an Frühlingswiesen oder buntem Herbstlaub vorbei. Würden wir weniger konsumieren, wenn wir aus den Genussquellen, die uns tagtäglich umgeben, mehr Wohlbefinden ziehen könnten – wenn wir all diese Ereignisse überhaupt als Genussquellen wahrnehmen würden? Hunecke behauptet: ja, und fordert: Intensität statt Quantität. Die positiven Emotionen, die uns ein genussvolles Leben beschert, belohnen uns zudem rückwirkend für unser nachhaltiges Handeln. Auf The bird’s new nest findet ihr übrigens die unterschiedlichsten Möglichkeiten euer Genusszentrum anzuregen und dabei nachhaltig zu handeln – von schnell und einfach selbstgemachten saisonalen Rezepten bis hin zu ökologischer Mode, wenn es doch mal Shopping sein soll.

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Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Selbstakzeptanz

Die Selbstakzeptanz beschreibt das „fundamentale Annehmen der eigenen Person mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften“. Wer seine persönlichkeitsspezifischen Stärken wahrnimmt, kann auch seine persönlichkeitsspezifischen Schwächen leichter akzeptieren. Dies ist wesentlicher Bestandteil eines stabilen Selbstwerts, der uns wiederum unabhängiger von sozialen Vergleichsprozessen macht: Haben wir einen stabilen Selbstwert, müssen wir nicht konsumieren, um unserem Umfeld Wohlstand und Zugehörigkeit zu signalisieren. Wir können uns dem Konsumdruck leichter entziehen. Wie lässt sich nun die Selbstakzeptanz stärken? Indem wir uns beispielsweise überholte Glaubenssätze bewusst machen, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeignet haben, und uns davon verabschieden. Meist haben diese Überzeugungen die Form „man muss“ oder „man darf nicht“ – ein typisches Beispiel dafür ist: „Man darf keine Fehler machen“.

Die Selbstwirksamkeit

Umgangssprachlich meist mit „Selbstvertrauen“ benannt, beschreibt die Selbstwirksamkeit die Überzeugung, schwierige Situation im Leben erfolgreich meistern zu können: „Ich werde es schaffen“. Erfolgserfahrungen stärken das Selbstvertrauen. Wir können uns diese Erfolgserfahrungen verschaffen, indem wir uns das übergeordnete Ziel in kleinere Etappen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit aufteilen. Einzelerfolge motivieren uns, das übergeordnete Ziel zu erreichen. Unser Selbstvertrauen wächst. Allerdings hat das per se noch wenig mit nachhaltigem Lebensstil zu tun – wir können voller Selbstvertrauen hauptsächlich materiellen Wohlstand erzielen wollen. Wie lässt sich Selbstvertrauen also nachhaltigkeitsbezogen stärken und nutzen? Laut Hunecke, indem man den Menschen handlungsbezogenes Wissen zu diesem Thema vermittelt und ihnen Handlungsmöglichkeiten verschafft – eine Ansatz, den auch The bird’s new nest vertritt, indem es vielfältiges Wissen zusammenführt, aber auch Möglichkeiten bietet, sich sozial und ökologisch zu engagieren.

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Bild: geralt / pixabay.com

 

Die drei zielgebenden Ressourcen stärken

Die Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, „absichtsvoll und nicht wertend die Aufmerksamkeit ganz auf den aktuellen Augenblick zu richten“. Trainieren lässt sie sich durch Meditation und Übungen zur Körperwahrnehmung. Ziel ist, unser Alltagsbewusstsein einzuschränken. Es ist gekennzeichnet durch automatisierte Gedankengänge wie unsere alltäglichen Erwartungen, Pläne, Aufgaben, Interpretationen. Damit ist es also auf Vorgänge gerichtet, die im Außen passieren (werden) oder passiert sind. In einem achtsamen Zustand richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Jetzt: Einerseits nach Innen, wenn wir uns den eigenen (Körper-)Empfindungen zuwenden. Andererseits auf den gegenwärtigen Moment, wenn wir wahrnehmen, was um uns herum passiert, ohne das Wahrgenommene zu bewerten oder weiter darüber nachzudenken. Achtsamkeit reduziert Stress und steigert das subjektive Wohlbefinden – vor allem, wenn unsere automatisierten Gedankengänge negativ sind. Darüber hinaus führt sie zu einem erweiterten Bewusstsein für Sinnfragen und steigert das Mitgefühl. Sie zeigt dem Menschen auf, welche Bedürfnisse und Werte wirklich wichtig für ihn sind. Das Streben nach materiellen Werten stellt sich dabei meist zu Gunsten von weniger selbstbezogenen Werten ein.

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Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Die Sinngebung

In den alltäglichen Erfahrungen, die wir im Leben machen, einen Sinn zu finden, heißt, in diesen Erfahrungen eine Bedeutung zu erkennen und sie zu bewerten. Diese Bedeutung oder Bewertung ist meist mit einem positiven Gefühl verbunden. Dazu ist es notwendig, sich überhaupt erst einmal auf Sinnsuche zu begeben, über sich und die Erfahrungen, die man macht zu reflektieren und sich die eigenen Werte und Lebensziele bewusst zu machen. Das gibt uns ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Biografie und steigert unser Wohlbefinden. Meist finden wir bei solchen Reflexionsprozessen den Sinn unserer Lebenserfahrungen nicht im Materiellen oder unseren Einzelinteressen, sondern in sozialen Beziehungen und gesellschaftlich wichtigen Werten, wie beispielweise der Gerechtigkeit, Toleranz oder eben dem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Die Solidarität

Wenn wir eine solidarische Haltung einnehmen, bedeutet das, dass wir für das Wohlergehen anderer Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Dazu gehört auch eine Portion Selbstwirksamkeit – wir müssen überzeugt sein, dass unser Handeln in Interaktion mit Gleichgesinnten zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. Die Solidarität ist jene psychische Ressource, die dafür sorgt, dass wir unser Handeln auch tatsächlich auf andere Personen ausrichten als uns selbst. Solidarisches Handeln belohnt uns mit dem positiven Gefühl, dazu zu gehören, und aktiviert Vertrauen und Sicherheitsgefühle. Wichtiger ist aber, dass kollektives Handeln zur einer Erreichung gemeinsamer, aber auch unterschiedlicher, in jedem Fall prosozialer, Interessen und Ziele führt. Damit ist die Solidarität die einzige der hier vorgestellten psychischen Ressourcen, die nicht nur von uns selbst und unserer Reflexion abhängt, sondern in Interaktion mit anderen Menschen eingeübt werden muss. Zum Beispiel beim Verfassen eines Artikels für The bird’s new nest – so wie ich das hier gerade mache.

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Bild: geralt / pixabay.com

Sozialer Einfluss

Je mehr Menschen sich aktiv an einem Umdenken beteiligen, desto eher kann sich ein Wertewandel in Richtung nachhaltiger und ressourcenschonender Lebensweise entwickeln, den die Menschen selbst steuern. Jedoch gibt Hunecke zu bedenken, dass individuell richtiges Verhalten in den falschen Strukturen für den Einzelnen meist zu aufwändig ist, um dauerhaft aufrecht erhalten zu werden. Auch auf politischer und ökonomischer Ebene muss also ein solcher Wertewandel gestaltet und ermöglicht werden. Der Sozialwissenschaftler Robert Cialdini bestätigt in seinen Studien zu nachhaltigem Verhalten immer wieder die Wichtigkeit von sozialen Normen, also dem Wissen darum, wie sich die meisten anderen Menschen in einer Situation verhalten. So lässt uns beispielsweise die Information, dass andere Leute es auch tun, am ehesten dazu verleiten, selbst zu Hause Energiesparmaßnahmen zu ergreifen, oder der Umwelt zuliebe im Hotel sparsamer mit den Handtüchern umzugehen.

Es zeigt sich also, dass die persönliche Entwicklung eines jeden Einzelnen zum Wohlergehen unserer Gesellschaft beitragen kann. Welche Erfahrungen habt ihr mit den beschriebenen psychischen Ressourcen gemacht? Könnt ihr die Überlegungen bestätigen?

 

* Anmerkung: Gefühle der Unzufriedenheit und Frustration gehören zu jedem Leben dazu. Auch schlechte Laune hat ihren Sinn, denn sie zeigt uns auf, wo wir unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte zu wenig beachten und unsere Belastungsgrenzen ausreizen. Eine Möglichkeit, dem mit mehr Widerstandskraft zu begegnen, soll hier aufgezeigt werden.

 

Quellen:
Dieser Artikel basiert auf:
http://www.denkwerkzukunft.de/downloads/reportpsychologicalresources.PDF
Einen umfassenden Einblick in das Thema bietet auch das Buch:
http://www.oekom.de/nc/buecher/neuerscheinungen/buch/psychologie-der-nachhaltigkeit.html
Folgende weitere Studien wurden zitiert:
Nolan, J.M., Schultz, P. W., Cialdini, R.B., Goldstein, N.J. & Griskevicius, V. (2008). Normative social influence is underdetected. Personality and Social Psychology Bulletin, 34, 913-923.
ReGoldstein, N. J., Cialdini, R. B., & Griskevicius, V. (2008). A room with a viewpoint: Using social norms to motivate environmental conservation in hotels. Journal of Consumer Research, 35, 472-482.

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Kann Stricken süchtig machen?

Das ist die Frage und in meinem Fall heißt die Antwort vielleicht ja. Aber warum erleben Handarbeiten zur Zeit eine Art Renaissance? Es gibt natürlich viele wie mich, die es…

Das ist die Frage und in meinem Fall heißt die Antwort vielleicht ja. Aber warum erleben Handarbeiten zur Zeit eine Art Renaissance? Es gibt natürlich viele wie mich, die es in Kindertagen und Schulzeiten zwar gelernt, jedoch niemals wirklich regelmäßig zur Nadel gegriffen haben. Warum also jetzt, das ist die Frage? Ich denke, dass Mode heutzutage zum Teil schon eine Art Fast Moving Consumer Good ist. Das heißt, es ist günstig in der Anschaffung, viele Teile sehen gut aus und nach ein paar Mal tragen kann es eigentlich schon wieder durch etwas Neues ersetzt werden. Der Modezyklus dreht sich immer schneller und jede Woche kommen neue Waren in die Läden. Der Kick liegt im Shopping und darin, immer etwas Neues zu erstehen. Und Frauen sind die perfekte Zielgruppe, weil sie einfach gerne Einkaufen gehen, wobei diese Aussage sicher auch nicht für jede zutreffend ist. Die Sättigungsgrenze liegt wahrscheinlich beim Limit der Kreditkarte oder auch gerne darüber wie Rebecca Bloomwood alias Shopaholic vielleicht sagen würde.

Dagegen ist Handarbeit ein im Vergleich lange dauernder Prozess, natürlich abhängig davon, was gerade gefertigt wird. Aber wieso sollten wir etwas selber machen, wo es doch so einfach und vielleicht auch billiger ist, etwas zu kaufen?

Etwas selber zu machen entschleunigt und knüpft gleichzeitig auch an den Punkt an, der entsteht, wenn man in einen Laden geht und ein tolles Teil hängen sieht und man es unbedingt haben muss. Dasselbe passiert beim Betrachten von Modellen in Strick- und Häkelzeitungen. Ein Haben-müssen-Gefühl entsteht und es geht los. Schon alleine die Wolle dafür zu kaufen, die Auswahl zu treffen unter einer Unmenge an Garnen, die möglich sind, ist begeisternd. Sobald man dann auf dem Wollberg sitzt, will man sofort loslegen.

Oft fehlen dann die Basics – wie wird das jetzt gestrickt, wie geht das genau? Und wo man früher nur auf Strickbücher für Erklärungen angewiesen war, gibt es heute so tolle Seiten wie Nadelspiel, wo jeder Schritt in einem Video nachvollzogen werden kann. So lernt man mit jedem neuen Projekt dazu und der Maßstab des Könnens ist immer man selbst. Auch wenn andere tolle Sachen machen, so ist von außen nicht abzuschätzen, dass man das nicht auch selber machen könnte, wenn man Hilfe in Form von Büchern, Videos oder Freundinnen hat. Das ist das Schöne daran, man ist immer bei sich und seinem Projekt. Und wenn man dann Stunden daran sitzt und vor sich hin werkelt, hat das eine Art meditative Wirkung. Heißt es nicht, die besten Stunden sind die, in denen man weit weg ist von seinen Sorgen oder Problemen und ganz aufgeht in einer Tätigkeit? Plötzlich sind Stunden vergangen und doch hat man das Gefühl, es waren nur ein paar Minuten. Und gleichzeitig ist das nur ein Aspekt des Ganzen. Wenn sich nämlich eine Gruppe von Handarbeiterinnen zusammenfindet, teilt man die Freude daran, tauscht Wissen aus, bekommt neue Ideen, verbringt eine angenehme Zeit zusammen und doch macht jede ihre Sache. Da kommen vielleicht auch Erinnerungen hoch, wie das damals war, als man mit der Oma zusammengesessen ist und von ihr Stricken gelernt hat. Es verbindet sich viel Altes und gleichzeitig existieren im Jetzt die ganzen Vorteile der neuen Medien. Es gibt Blogs von kreativen Leuten, Videos mit Anleitungen, Plattformen wie Ravelry, auf denen sich Leute zusammenfinden, die eigene Projekte vorstellen, Muster gekauft und verkauft werden und Gleichgesinnte sich austauschen.

sandra-strick2Und wenn das gute Stück fertig ist, ist man stolz und freut sich, es geschafft zu haben. Sich weiterentwickelt zu haben – und gleichzeitig liegt doch auch ein praktischer Nutzen darin, es tragen zu können. Aus einem Knäuel Wolle kann soviel Schönes werden und das hat man selber geschaffen. Das unterscheidet Handgearbeitetes völlig von einem Teil, das in einem Geschäft erstanden wurde. Man sieht es an und viele Gedanken tauchen auf: Das ist doch eine schöne Farbe; das Muster war vielleicht kompliziert zu stricken am Anfang; irgendwo ist ein Fehler, aber gut, dass man es nicht so sieht oder gut, dass man es wieder aufgetrennt und neu gemacht hat; und vieles weitere, das man mit diesem selbstgemachten Stück verbindet.

Niemals wäre es auf derselben Stufe wie etwas Gekauftes, es ist einmalig und die Nutzung beschränkt sich nicht auf ein-, zweimal Tragen. Und wenn es ein Geschenk geworden ist für jemanden, dann verschenkt man nicht nur das Stück an sich, sondern gleichzeitig die Zeit dafür, die man aufgewendet hat, die Mühe, die man sich damit gemacht hat. Das macht den Unterschied zu gekauften Sachen aus und ist vielleicht der Grund für die immer größer werdende Zahl an Strickerinnen.

Jeder sollte etwas für sich finden, das einem Freude macht. Und wenn es zufällig Handarbeit ist, ist das Heute die beste Zeit dafür, damit anzufangen.

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Keine Plastiktüte, bitte!

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen. Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf…

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen.

Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf im Supermarkt zu benutzen, alle anderen Plastiktüten waren für mich aber in Ordnung. Ich nutzte sie als Mülltüten, machte mir wenig Gedanken und verdrängte das Problem in meinem Schrank voller Plastiktüten – auch wenn ich stets mehr Mülltüten als Müll hatte.

Mit dem „Plastikfasten“ setzte ein Umdenken bei mir ein. Zum ersten Mal ging ich in ein Buchgeschäft, ohne es mit einer Plastiktüte zu verlassen. (Ja, ich erkläre mich für schuldig. Ich bin besessen von Buchläden und sollte aus eigenem Schutz von ihnen fern gehalten werden.) Die Verkäuferin war so schnell, dass sie mir meine neueste literarische Errungenschaft in eine Tüte gepackt hatte, bevor ich etwas dagegen sagen konnte. Etwas zögerlich holte ich meinen Jutebeutel hervor und bat sie, das Buch heraus zu nehmen. Ich erklärte ihr, dass ich gerade „plastikfasten“ würde und die Tüte daher nicht annehmen könnte – ihre Reaktion: Unverständnis. „Aber dann wird das Buch doch nass“, entgegnete sie mir fast ein wenig vorwurfsvoll. Ich zeigte ihr wortlos meinen tropfenden Regenschirm, sie zuckte etwas beleidigt mit den Schultern und ich verließ den Laden mit hochroter Birne.

Diese Situation sollte sich in der Zukunft noch einige Male wiederholen. Meist sind die Verkäufer so routiniert und schnell, dass man sie bitten muss, die Ware wieder aus der Tüte zu nehmen. Das mache ich mittlerweile zum Glück, ohne dass es mir peinlich ist. Am Anfang versuchte ich noch, Leute von meiner Idee zu überzeugen und erzählte ihnen sofort und ungefragt, dass ich versuchen würde, ohne Plastik auszukommen. Damit traf ich zwar oft auf tolle Reaktionen, genauso häufig aber auch auf Unverständnis – gerade bei Personen, die sich eben noch nicht so sehr mit dem Thema Plastikmüll auseinandergesetzt haben. Vielleicht klingt „Plastikfasten“ für den einen oder anderen etwas zu extrem, vielleicht schwingt für sie auch der erhobene Zeigefinger mit – ich weiß es nicht. Was mir jedoch bewusst wurde: Man lässt die Verkäufer mit einem Fragezeichen im Gesicht, im schlimmsten Falle sogar mit dem Gefühl, unfreundlich behandelt worden zu sein, im Laden stehen. Genau das wollte ich verhindern.

Wie bei den Plastikbestandteilen in Einmachglasdeckeln, einem Thema meines letzten Kolumnenbeitrags, komme ich daher auch diesmal zu einem eher pragmatischen Schluss. Ich sage einfach: „Nein, danke. Ich habe schon so schrecklich viele Plastiktüten zu Hause.“ Aus irgendeinem Grund scheint diese Aussage ein wahrer Eisbrecher zu sein. Fast immer entgegnen mir die Verkäufer, dass es ihnen genauso geht. Oft schließt sich daran sogar eine wirklich konstruktive Diskussion an.

Das ist auch mein Tipp an alle, die es mir gleich tun wollen. Wenn man selber ohne Plastik auskommen will, setzt man sich selbstverständlich sehr damit auseinander und denkt viel daran. In dem ganzen Eifer will man seine Überzeugung natürlich an andere weitergeben – man muss nur sehr aufpassen, dass man nicht zu übereifrig daher kommt, sonst wird die Diskussion oft bereits im Keim erstickt. Ein vorsichtiges Herantasten über ein recht unverfängliches Thema wie „Wir haben viel zu viele Plastiktüten zu Hause.“ funktioniert oft besser als den Leuten ins Gesicht zu sagen „Ich lebe ohne Plastik“.

Wie seht ihr das, ist es euch auch schon einmal so gegangen, zum Beispiel auch bei den Themen Vegetarismus und Veganismus? Würdet ihr genauso handeln oder bevorzugt ihr eine offensivere Herangehensweise?

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wo steckt überall Plastik drin? Einstieg in die Verwirrung.

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als…

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als ich zu Hause meine Ausbeute näher begutachtete, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen: Ich bin reingelegt worden!

Aber jetzt noch einmal ganz von vorne. Mein erstes Ziel als plastikmeidende Konsumentin waren natürlich diverse Bioläden und Supermärkte. Entschlossen griff ich zu Pappschachteln, Papierbeuteln und Gläsern. Soweit so gut. Zu Hause angekommen wollte ich mich sofort über eine Packung Sojageschnetzeltes hermachen. Also riss ich die Pappschachtel auf und fand – drei Mal dürft ihr raten – in Plastik eingeschweißtes Soja. Mein Frust war riesig. Statt Verpackung zu sparen (früher griff ich immer zu Soja-Geschnetzeltem aus der Plastikverpackung), hatte ich doppelt so viel Müll produziert. Gleiches passierte mir bei drei weiteren Packungen. Immerhin hatte ich eines gelernt: Wenn man sicher gehen will, dass ein Produkt in einer Pappschachtel nicht doch noch eine zusätzliche Plastikschicht enthält, muss man es ordentlich schütteln. Der eine oder andere mag euch dabei vielleicht komisch anschauen, aber daran gewöhnt man sich – oder ihr fangt einfach mit der Packung in der Hand zu tanzen an. Das ist eine lohnenswerte, von mir erprobte Alternative.

Auch bei vermeintlichen Papierverpackungen muss man aufpassen. Einige sind innen noch mit einer Plastikfolie beschichtet. Das kommt zum Beispiel bei einigen Produkten wie Zucker, Tee oder Buchweizen vor. Dies kann man im Vorfeld leider ganz schwer feststellen. Wenn man die Verpackung ein wenig knautscht, hört man es unter Umständen. Auch ein Sichtfenster aus Plastik kann ein Hinweis darauf sein. Man muss allerdings aufpassen, dass man nichts kaputt macht, sonst muss man dafür zahlen. Oft hilft daher nur die Devise „Lerne aus deinen Fehleinkäufen!“ und der Vorsatz, die überflüssige Verpackung wenigstens zur Entsorgung im entsprechenden Laden zu lassen. In den meisten Supermärkten kann man Papier und Plastik in Recycling-Containern verstauen. Dann müssen sich die Betreiber mit dem Müllproblem auseinandersetzen. Wenn das viele Kunden machen, müssen die Supermärkte im Zweifelsfall sogar höhere Müllgebühren zahlen – und beim Geld hört für die meisten Unternehmen bekanntlich der Spaß auf.

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Der zweite große Schock kam für mich, als mir ein Bekannter davon erzählte, dass selbst meine geliebten Glasverpackungen nicht gänzlich ohne Plastik auskommen. Die meisten Deckel enthalten nämlich PVC. Das könnt ihr an der Gummierung auf der Innenseite des Deckels erkennen. Der einzige mir bekannte Hersteller, der darauf verzichtet, ist Zwergenwiese. Deren Aufstriche, Saucen und Senf-Sorten kann man also zum Glück reuelos genießen.

Aber was mache ich mit den restlichen Gläsern? Diese Frage quälte mich noch einige Tage. Das Problem ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht 100 Prozent plastikfrei bekommt. Seien es Speiseöl-Flaschen, die eine Gießvorrichtung aus Plastik haben, Essigessenz-Reiniger mit Plastikkappe oder mein geliebtes Kokosfett im Glas mit PVC im Deckel – manchmal findet man leider einfach keine vollkommen perfekte Alternative. Aus diesem Grund beschloss ich, mich zwar weiterhin nach Produkten umzusehen, deren Verpackungen gänzlich ohne Plastik auskommen und so viel wie möglich selbst herzustellen, aber ich drücke in den oben genannten Fällen gezwungenermaßen auch einmal ein Auge zu. Schade, dass es für die Verpackungsbestandteile keine Kennzeichnungspflicht gibt. Immerhin kann man Gläser und Flaschen wunderbar wiederverwenden – zum Beispiel als Soßen- und Speisenbehälter, als Windlicht oder um seine eigenen Limonaden, Smoothies oder Kräuteröle zu machen.

Wie seht ihr das? Haltet ihr meinen Kompromiss für faul? Und wie erkennt ihr, ob eine Verpackung tatsächlich plastikfrei ist? Vielleicht habt ihr ja noch den einen oder anderen Tipp für mich parat.

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Online-Büchermärkte – Echte Alternativen

Es gibt einen gigantischen Marktführer für den Bücherverkauf im Internet, gegen den andere, kleinere Unternehmen kaum eine Chance haben. Ja, sie wirken fast machtlos gegenüber dem Riesen. Da hat man…

Es gibt einen gigantischen Marktführer für den Bücherverkauf im Internet, gegen den andere, kleinere Unternehmen kaum eine Chance haben. Ja, sie wirken fast machtlos gegenüber dem Riesen. Da hat man es als Verbraucher oft schon schwer, nicht mit dem Giganten in Berührung zu kommen. Aber leider lässt es sich manchmal einfach nicht vermeiden.

Deshalb finde ich, dass es an der Zeit ist das zu ändern und auch kleinen Online-Unternehmen im Bereich Bücher eine Chance zu geben. Ich habe ein paar tolle Alternativen gefunden, die ich euch gerne vorstellen möchte. Es handelt sich dabei um kleine Unternehmen, die online Bücher verkaufen und damit gleichzeitig soziale Projekte unterstützen.

Fairbuch – Die faire Idee

Fairbuch.de unterstützt seit 2006 als Sponsor die Kindernothilfe, um damit Kindern in aller Welt mehr Chancen auf Gesundheit, Bildung und Frieden zu geben. Wenn man bei Fairbuch einkauft, erhält die Kindernothilfe zwei Prozent des Verkaufspreises, das gilt auch für Hörbücher, eBooks, DVDs, CDs oder Spiele. Das Unternehmen wurde von Dr. Eva Funke und Andreas Funke im Jahr 2006 gegründet. Beide sind Gründungsmitglieder einer internationalen Montessori-Schule in Hessen. Auf Grund ihres persönlichen und beruflichen Werdegangs entstand der Wunsch, benachteiligen Kindern aus der ganzen Welt zu helfen. Der Verkaufspreis der Bücher oder anderer Artikel erhöht sich dadurch nicht. Alle Produkte werden seit Mai 2013 versandkostenfrei verschickt, um noch mehr Kunden zu gewinnen und somit das Spendenaufkommen zu erhöhen.

Buch7

Buch7.de unterstützen mit 75 Prozent ihres Gewinnes soziale, kulturelle oder ökologische Projekte. Die Projekte müssen einen gesellschaftlichen Mehrwert haben und überwiegend uneigennützige Zwecke verfolgen. Formlose Vorschläge für ein neues Projekt werden von Buch7 jederzeit entgegen genommen. Man kann so bewirken, einem tollen Projekt, das einem selber am Herzen liegt, möglicherweise finanzielle Unterstützung zu verschaffen. Buch7 gibt sich viel Mühe das beste Spendenprojekt zu finden, und nicht nur „publikumswirksame“ Projekte zu unterstützen. Bei Buch7 fallen unter einem Bestellwert von 19,50 Euro Versandkosten in Höhe von 2,90 Euro an. Da die Preise von deutschen Büchern einer Preisbindung unterlegen sind, kosten die Bücher bei Buch7 genauso viel wie bei jedem anderen Buchhändler auch.

Ecobookstore

Ecobookstore spendet 70 Prozent der Provision ihres Gewinnes zum Schutz des Regenwaldes. Hinter dem Unternehmen steht Macadamu, ein kleines IT-Dienstleistungsunternehmen aus dem Allgäu. Seit 2012 betreiben sie den Online-Buchhandel in einer Kooperation mit dem deutschen Traditionsunternehmen Libri. Alle Bestellungen von Büchern und Hörbüchern ab einem Bestellwert von 20 Euro werden versandkostenfrei verschickt. Bei Bestellung unter 20 Euro berechnet Ecobookstore eine Versandkostenpauschale von drei Euro.

Macadamu betreibt außerdem noch eine firmeneigene Solarstromanlage, die jährlich zu einer Kohlendioxid-Vermeidung von durchschnittlich 25 Tonnen beiträgt. Und Ecobookstore hat noch eine Besonderheit: Macadamu legt großen Wert auf ein umweltfreundliches Hosting und hat deshalb alle ihre Webseiten bei der Hetzner Online AG. Dieses Unternehmen wurde mit dem GreenIT Best Practice Award 2011 ausgezeichnet und deckt seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

 

Die drei Unternehmen fördern durch ihr soziales Engagement unterschiedliche Projekte und bewirken damit Gutes. Mir gefällt der Gedanke sehr, dass ich mit dem Kauf eines Buches ein Projekt unterstützen kann und anderen helfe. Diese mittlerweile große Auswahl an sozialen Unternehmen zeigt mir deutlich, dass man schon lange nicht mehr auf den großen, gigantischen Marktführer angewiesen ist. Denn wie man sieht gibt es nicht nur Alternativen, sondern man kann sich so auch aussuchen, welche Projekte man mit dem Kauf unterstützt. Bei näherer Betrachtung der drei Alternativen, würde ich mich persönlich für Fairbuch entscheiden. Die Entscheidung lässt sich nicht sachlich begründen, da sie auf meinem Gefühl beruht. Alle drei sind aber in meinen Augen gute Möglichkeiten, um nicht dem kommerziellen Riesen unser Geld in den Rachen zu schieben.

 

Weitere Informationen zu den sozialen und nachhaltigen Tätigkeiten der Shops findet ihr unter den folgenden Links:
Fairbuch: fairbuch.shop-asp.de/shop/action
Buch7: buch7.de/static/sozeng
Ecobookstore: ecobookstore.de/shop/action

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Einkaufen auf die altmodische Art und Weise wird wieder modern

Heute kann ich euch voller Freude dieses Bio-Einkaufserlebnis vorstellen: Lunzers Maß-Greißlerei. Ich war schon bei der Eröffnung vor Ort und fühlte mich wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen. Überall tolle Bio-Produkte, unverpackt…

Heute kann ich euch voller Freude dieses Bio-Einkaufserlebnis vorstellen: Lunzers Maß-Greißlerei. Ich war schon bei der Eröffnung vor Ort und fühlte mich wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen. Überall tolle Bio-Produkte, unverpackt und zum selber dosieren.

In der heutigen Gesellschaft wird viel zu viel Plastik verwendet und um diesem Trend entgegenzuwirken, gibt es hier alles lose zu kaufen. Wie transportiere ich die Sachen dann nach Hause, werden sich jetzt einige fragen. Ganz einfach: In Pfandgläsern, die man vor Ort erwerben kann, in Papiersackerln oder in selbst mitgebrachten Gefäßen. Diese könnt ihr vor dem Befüllen bei der Kassa abwiegen lassen, damit ihr auch wirklich nur den Inhalt zahlt.

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Die Auswahl in der Lunzers Maß-Greißlerei ist groß – ob Gewürze, Öle, Marmeladen, Obst, Gemüse, Tiefkühlprodukte, Säfte, Bier, Wein, Brot, Getreide, Bohnen, Nudeln – alles ist in diesem charmanten Geschäft aufzufinden. Es gibt sogar Putzutensilien von Uni Sapon zu erwerben. Die Vorteile der Produkte dieses Herstellers sind leicht aufzuzählen: Rein pflanzliche Tenside, sehr leicht biologisch abbaubar, besonders hautfreundlich, gentechnikfrei, frei von synthetischen Duft- und Farbstoffen, ohne Konservierungsmittel und frei von petrochemischem Alkohol.

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Für das kulinarische Wohl in der Greißlerei wird auch gesorgt. Warme und kalte Speisen, einige davon vegan und roh und natürlich alle bio, können euch neben dem Einkaufserlebnis den Tag verschönern. Ich persönlich finde das Konzept hervorragend und muss gestehen, ich bin noch dazu begeistert, weil die Lunzers Maß-Greißlerei ganz in meiner Nähe gelegen ist! Ich warte schon seit Jahren sehnsüchtig darauf, dass in meiner Umgebung ein Bio-Geschäft aufmacht, und besser hätte man es wirklich nicht mehr umsetzten können. Also nichts wie hin!

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9:00 bis 20:00 Uhr, Sa 9:00 bis 18:00 Uhr
Heinestraße 35, 1020 Wien

Homepage: mass-greisslerei.at

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Wie bereit bist du zu vergessen?

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige…

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, wie diese Preise zu Stande kommen oder welche Faktoren für die Preisgestaltung im Produktionsland eine Rolle spielen. „Klar, ist halt Massenware und deswegen günstiger.“ Mit diesem Argument ist der günstige Preis somit für den Käufer ausreichend begründet. Das Gewissen ist beruhigt, die Frage nach den Produktionsbedingungen oder anderen Faktoren verstummt unbeantwortet.

Erst wenn in Asien wieder eine Fabrik einstürzt und zig ArbeiterInnen unter sich begräbt oder ein Brand einige Menschen das Leben kostet, fragt man sich möglicherweise ob den günstigen Preis vieler Produkte andere mit einem sehr hohem Preis bezahlen – zum Beispiel mit ihrem Leben. Vielleicht insbesondere dann, wenn in besagten Fabriken auch Kleidung für den deutschsprachigen oder europäischen Markt produziert wurde.

Die Macht der Konsumenten

„Aber was soll ich denn mit denen da* drüben zu tun haben?“ Meiner Meinung nach eine ganze Menge! Unternehmen sind angewiesen auf die Verkäufe ihrer Produkte, da sie diese vorfinanzieren müssen, bis sie dann schlussendlich vor uns im Laden liegen. Verkaufen die Unternehmen nichts, haben sie nicht nur keinen Gewinn gemacht, sondern auch noch Verluste wegen der zuvor gezahlten Kosten eingefahren. Daraus ergibt sich für den Kunden, den Verbraucher – schlicht gesagt: Für dich – eine ganze Menge Macht. Mit deinem Einkauf steuerst du, in welche Unternehmen dein Geld wandert.

In der Wirtschaft gibt es einen Grundsatz: „Wer Erfolg hat, hat Recht.“ Das heißt, wenn ein beliebiges europäisches Unternehmen seine Waren von einem Kooperationspartner in Asien bezieht, der zu einem Stundenlohn von 0,75 Euro produzieren lässt, können wir als Verbraucher Produkte zu einem sehr günstigen Preis kaufen. Günstige Preise führen üblicherweise zu hohen Verkaufszahlen. So zieht das Unternehmen einen maximalen Gewinn aus den Produkten, denn die Gewinnspanne ist aufgrund der niedrigen Produktionskosten hoch und wächst mit jedem verkauften Stück. Erfolg wird an hohen Gewinnen gemessen. Wenn also ein Unternehmen auf diesem Weg hohe Gewinn einfährt, gibt ihm der Erfolg Recht.

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Bild: Clean Clothes Campaign (CCC), Taslima Akhter

In der letzten Zeit ist allerdings die Philosophie von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen ein wenig mehr in den Blick der Kunden gerückt. Denn: „Menschen ausbeuten ist ja schon echt fies.“ So etwas möchte man ja nicht unterstützen, immerhin will man auch das eigene Gewissen ruhig halten. Sonst wäre man ja gezwungen etwas zu verändern. Und dass die Kunden sich beginnen dafür zu interessieren, das interessiert wiederum die Unternehmen. Denn wer möchte schon mit einem Image als Ausbeuter dastehen oder von einem Shitstorm aufgrund von unzumutbaren Arbeitsbedingungen betroffen sein.

Die verstummten Fragen sprechen lassen

Ich glaube, die Entfernung zu den ArbeiterInnen macht es uns leicht, wenig nachdenken zu müssen. Doch eine ganz einfache Frage kann das Problem viel näher an uns heran holen. „Was wäre, wenn ich eine der ArbeiterInnen persönlich kennen würde?“ Würde ich dann auch von ihr verlangen, dass sie für unter einen Euro die Stunde schuften muss und das bei einem Arbeitstag von weit über 14 Stunden? Was für Gefühle löst es bei mir aus, wenn ich daran denke, dass die kleine Tochter die gleiche Arbeit machen muss wie ihre Mutter? Wie geht es mir bei dem Gedanken, dass beide zusammen trotzdem ihre Familie damit nicht ernähren können?

Alles Fragen, die wir gerne verdrängen.
Alles Fragen, die auch mit der Firmenphilosophie zusammenhängen.
Alles Fragen, die ein Kunde mit seiner Kaufentscheidung beeinflussen kann.

Kommen wir zurück zum Titel: Wie bereit bist du, all diese Fakten zu vergessen, wenn du das nächste Mal shoppen gehst? Wenn die Jacke, die du schon immer haben wolltest, von einem Unternehmen stammt, das durch schlechte Arbeitsbedingungen in die Medien geraten ist oder du mit einem 5er Paket T-Shirts für 2,99 liebäugelst?

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*Diese Formulierung soll in keinster Weise abwertend gemeint sein, sondern nur als Verdeutlichung der emotionalen Distanz zwischen den Kunden und ArbeiterInnen.

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