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Schlagwort: Fleisch

Schweine und Schweinebauern in der kalkulierten Strukturtragödie

Geringes Einkommen und schlechte Haltungsbedingungen gehören dazu – den wahren Preis für billiges (Schweine-)Fleisch bezahlen Menschen und Tiere hinter den Fleischproduktionskulissen. Für Schweinehalter „ist eine sehr schwierige Zeit“, sagt Schweinebauer…

Geringes Einkommen und schlechte Haltungsbedingungen gehören dazu – den wahren Preis für billiges (Schweine-)Fleisch bezahlen Menschen und Tiere hinter den Fleischproduktionskulissen.

Für Schweinehalter „ist eine sehr schwierige Zeit“, sagt Schweinebauer Bernhard Seidl, er hält 540 Mastschweine in seinem konventionell geführten Betrieb in Oberösterreich. Existenzangst, Identitätskrisen und die gesellschaftliche Geringschätzung trüben die Freude an seiner Arbeit als Landwirt. „Das Produkt wird nicht mehr wertgeschätzt, die menschliche Arbeit nicht fair entlohnt“, so der Schweinebauer. Trotz hohem Bedarf an Schweinefleisch ist die Anzahl der Schweinehalter in Österreich in den vergangenen 20 Jahren von 112.080 auf 26.075 (2015) geschrumpft.

Eine Frage der Haltung

Im knallharten System der Fleischproduktionskette zählt allein Masse und Preis, Big-Player dominieren den Markt, Interessensvertretungen halten still oder starten Image-Aktionen. Doch „keiner traut sich neue Wege anzudenken und zu gehen. Man müsste querdenken“, erklärt Schweinebauer Seidl „günstig hat immer einen Haken“.

Konventionelle Schweinezucht- und Schweinemastanlage in Österreich | Bild: IST/Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken

Konventionelle Schweinezucht- und Schweinemastanlage in Österreich | Bild: IST/Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken

Ob bäuerlicher Familienbetrieb oder Agrarindustrie – billiges Fleisch bedeutet intensive Tierhaltung: Hohe Subventionen, niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, viele Tiere auf wenig Raum, geschlossene Stallsysteme, Vollspaltenböden, betäubungslose Kastrationen, Akkordschlachtungen…

Intensivtierhaltung, auch Massentierhaltung genannt „beginnt dort, wo sich Tiere aufgrund der Haltungsbedingungen nicht mehr nach ihrer Art verhalten können“, sagt Anton Sutterlüty von der Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken. Fleischqualität und Regionalität allein sagen nichts über die Haltungsform aus.

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Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

Globale Schlachtplatte

Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP sind radikale Schritte im vorherrschenden Stil. Mit massiv gesenkten Transportkosten werden die Standortvorteile Österreichs getilgt . „Im Supermarkt liegt dann billiges Schweinefleisch aus den USA. Die Frage ist, wie lange es dauert bis österreichische Bauern nicht mehr konkurrenzfähig sind“, verdeutlicht Steffen Nichtenberger von Greenpeace Österreich. „Österreichische Standards werden durch den Preisdruck sinken, nicht morgen, aber übermorgen.“

Schweinebauer Seidl ist über die Entwicklungen ebenfalls besorgt: „Wer diese Freihandelsabkommen nicht als Bedrohung sieht, verschließt die Augen vor der Realität.“  Sutterlüty verweist auf die strukturelle Selbstzerstörung: „Große Konzerne werden immer größer und reicher, während die Kleinen verschwinden. Die Ausweitung des Marktes, führt zu weiterem Bauernsterben“.

Mit TTIP werden zudem „mühsam erkämpfte Tierschutzstandards erst aufgeweicht und letztlich auflöst“, gibt Harald Hofner, Präsident von pro-tier, dem Verband der österreichischen Tierschutzorganisationen, zu bedenken. „Das Hochhalten des Tierschutzes ist schon innerhalb der Europäischen Union schwer genug. TTIP wird mittelfristig jede politische Tierschutzarbeit verunmöglichen.“

Ferkel in einer Aufzuchtanlage in Deutschland | Bild: PETA Deutschland e.V.

Ferkel in einer Aufzuchtanlage in Deutschland | Bild: PETA Deutschland e.V.

Der Ag-Gag-Import

Erfolgreich importiert wurden von der Agrarpolitik bereits „Ag-Gags“ (agriculture gags), also Rechtstexte, die das aktive Interesse an den Produktionsbedingungen kriminalisieren. Der Blick in den Stall wird zur Verwaltungsstraftat erklärt, so beispielsweise im Entwurf zur österreichischen Schweinegesundheitsverordnung und im geltenden Betretungsverbot in Oberösterreich. Laut BefürworterInnen dieser Rechtstexte zum „Schutz von landwirtschaftlichem Eigentum“, wolle man dadurch unerwünschte Recherchen in Tierproduktionbetrieben verhindern.

Als Rechtfertigung wird von InteressensvertreterInnen häufig der Schweinestall mit dem privaten, bäuerlichen Wohnzimmer gleichgesetzt. Doch ist das öffentliche Interesse an landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen tatsächlich mit Voyeurismus vergleichbar?

Lippenbekenntnisse bei Konsumverhalten

Geht es um das eigene Konsumverhalten behaupten viele Menschen auf hohe Standards bei Herstellung und Haltungsbedingungen Wert zu legen. Mit den tatsächlichen Verkaufszahlen stimmen diese persönlichen Konsumtheorien jedoch nicht überein. „Der Markt fordert was anderes als die Lippenbekenntnisse“, so Seidl.

Beim (Schweine-)Fleisch zählt auch für die Konsumierenden vor allem eines: Billig, billiger, am billigsten. Völlig entfremdet scheinen die Vorstellungen der Konsumenten und Konsumentinnen von den realen Herstellungsbedingungen zu sein. „Es ist ein Fehler, dass Möbelhäuser Schnitzel für 2,90 Euro anbieten, denn zu diesem Preis ist keine Produktion möglich“, erklärt Seidl. „Mit der Kaufentscheidung hat der Konsument in der Hand wohin der Weg geht. Wären die Menschen bereit faire Preise zu bezahlen, könnte auch die Haltungsbedingungen verbessert werden.“

Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

Bild: Hans Brexmeier / pixabay.com

In Österreich wurden vergangenes Jahr 5.414.000 Schweine geschlachtet, von ihrem Fleisch isst durchschnittlich jede(r) 39 Kilo im Jahr, 98 Prozent stammen aus konventioneller Produktion, nur knapp zwei Prozent aus alternativen Betriebsformen, wie biologischer Landwirtschaft.

Mutige Alternativen

„Am schönsten im Zusammenleben mit den Schweinen ist es, Zeit in der Herde zu verbringen“, erklärt Bio-Freiland-Bäuerin Elfriede Sonnleitner, auf ihrem Bio-Freilandhof Simandl in Oberösterreich leben 124 Mangalitza-Wollschweine. „Die Schweine in ihrer Lebendigkeit zu sehen, sie in ihrem Sein und Tun zu beobachten“, genießt die Bäuerin besonders “wenn sie herkommen, grunzen und sich streicheln lassen.“

In der konventionellen Produktion werden Mastschweine bereits vor dem ersten Zahnwechsel getötet, „diese Tiere sind zum Schlachtzeitpunkt noch Kinder mit dem Gewicht von Erwachsenen“, so Sonnleitner. Die Bio-Freiland-Haltung ist „eine Alternative zur Massentierhaltung. Wir wollen den Tieren mit Würde begegnen, ihnen Bewegungsraum und Zeit zum wachsen lassen. Interessierte sind am Hof willkommen, Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung sind uns wichtig“.

Was in der trügerischen Fleischreklame bloß Wohlfühl-Werbetaktik ist, gehört am Simandlhof zum Konzept: Gras, Frischluft, Sonnenlicht, Platz und soziale Kontakte. „Wenn wir schon Tiere essen, dann sind wir ihnen ein artgerechtes Leben schuldig“, so Sonnleitner.

Mangalitza-Schweine am Simandl-Hof | Bild: Sonnleitner

Töten und töten lassen

Kein leichtes Thema für die Schweinebäuerin ist die Tötung der Tiere „es ist ein Unterschied ob ein Tier stirbt oder aktiv getötet wird.“ Also ganz direkt gefragt: Wie fühlt es sich an zu sehen, wie die Tiere, mit denen man selbst Zeit verbracht hat und die man aufwachsen gesehen hat, vertrauensvoll in den Transporter [1] steigen, der sie auf ihre letzte Reise, hin zum Schlachter bringt? „Es spürt sich sehr schräg an, tut uns weh und wirft viele Fragen auf“, erklärt Sonnleitner. Der Bäuerin hilft bei diesem innerlichen Konflikt der Artenschutzgedanke: „Würden wir sie nicht essen, würde es sie gar nicht geben. Wir tragen zu neuem Leben bei und gönnen ihnen das Aufwachsen; das Essen und Schlachten ist in diesem Kreislauf mit eingebunden.“

Bild: EstudioWebDace / pixabay.com

Bild: EstudioWebDace / pixabay.com

Hartnäckiges Tellerdilemma

Reportagen und Berichte über die Zustände in der Massentierhaltung und Fleischproduktionskette [3] schockieren und das Interesse der Menschen am Wohl der Tiere scheint zu steigen. Doch trotz Empörung und Mitgefühl genießen wir die „ach so armen Tiere“ in Form von Schweinebraten und Steak, warum? „Keiner will, dass Tiere gequält werden, doch es gibt hier eine kognitive Dissonanz. Es besteht eine Kluft zwischen Einsicht und Umsetzung“, erklärt der katholische Theologe und Ethik-Professor Kurt Remele. „Es findet eine Verdrängung der Problematik statt.“

Aber wenn die Tiere ein schönes, artgerechtes Leben haben, ist es doch ethisch unproblematisch diese Tiere für den eigenen kulinarischen Genuss zu töten bzw. töten zu lassen. „Ein häufiges Argument, aber Tiere sind nicht für den Menschen da. Sie werden für die Fleischproduktion instrumentalisiert, ihr Eigenwert und Wille zum Leben wird nicht wahrgenommen“, so der Ethik-Professor.

Die christliche Tierethik „findet schöne, hehre Worte; würdevoll wird über Tiere geschrieben, aber es fehlt an konkreten Konsequenzen“, kritisiert Remele. Eine neue christliche Tierethik [2] müsse auf schwammige Formulierungen verzichten und sich aussprechen trauen, was nicht alle hören wollen, Remele selbst geht dabei mutig voran: „Wenn eine Ernährung ohne das Töten von Tieren möglich ist, bezweifle ich, dass wir das Recht haben Tiere zu züchten, um diese zu töten.“

 

Eine Kurzversion des Artikels ist erschienen in: Information-Diskussion Nr. 286, „ESSEN – Leichte Kost oder schwer verdaulich?“, Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Oberösterreich, Juli 2016

[1] Laut Angaben der Simandl Website werden die Tiere mit Futter auf den Tiertransporter gelockt, der sie zur Hofschlachtung bei einem anderen Landwirt bringt.
[2] Remele, Kurt, Die Würde des Tieres ist unantastbar. Eine neue christliche Tierethik, 2016
[3] www.schlachthofskandal.at

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EARTHLINGS – Schau es dir an!

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über…

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik

Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über den Film EARTHLINGS schreiben wolle. Im Idealfall jemand, der Fleisch isst und nicht Vegetarier oder Veganer ist. In diesem Moment hätte man es ja schon ahnen können. Tat ich aber nicht und nun sitze ich hier. Suche Worte für einen Film, den man in die Welt hinaus schreien muss. Man sollte die Zuschauer ein wenig vorbereiten auf das, was sie erwartet. Vielleicht. Denn dein Fleisch kommt nicht vom Heile-Welt-Bauernhof!

Worum geht es in Earthlings?

Der ungefähr 95 Minuten dauernde Dokumentarfilm lässt sich in mehrere Kapitel aufteilen:

Haustiere
Was passiert mit streunenden, ausgesetzten und abgegebenen Haustieren?

Nahrung
Woher kommt das Fleisch, welches wir als Nahrung zu uns nehmen? Wie wird es produziert?

Kleidung
Wie werden Leder und Pelz hergestellt?

Unterhaltung
Was haben Sea World und der Zirkus von nebenan mit EARTHLINGS zu tun?

Wissenschaft
Welche Experimente werden für Kosmetikhersteller, Pharmaunternehmen und die Verkehrsforschung durchgeführt?

Es dreht sich alles um den tatsächlichen, realen Umgang des Menschen mit Tieren. Nicht um das schöne Bild, das wir ständig in der Werbung sehen. Keine endlosen Weidegründe mit wenigen Kühen, sondern eng zusammengepferchte Kühe, Schweine und Hühner sind die Realität. Leider ist das immer noch eine Beschönigung der Zustände.

Bevor ich weiter auf den Film eingehen möchte, will ich dir noch kurz drei Fragen mit auf den Weg geben:
Sind Tiere minderwertig?
Ab wann ist ein Tier ein Lebewesen?
Ab wann empfinden Tiere Schmerzen, Leid und Angst?

Du wirst verstörende Bilder zu sehen bekommen. EARTHLINGS wird als „Dicke Berta“ der Veganer gegen die Fleischesser beschrieben. Als das schwerste Geschütz, das gegen die Gegner aufgefahren werden kann. Das ist zwar durchaus richtig aber andererseits ist es von den tatsächlichen Anschuldigungen her noch relativ wertungsfrei. Dich werden Bilder erwarten wie fast verhungerte Hunde, die lebend in eine Müllpresse geworfen werden. Hunde werden vor deinen Augen eingeschläfert. Tiere werden aus Kostengründen einfach vergast, weil es bei der Masse an Tötungen nicht mehr möglich ist, alle per Spritze einzuschläfern. Ich bin ehrlich: Das sind noch die harmloseren Bilder.

Ich kannte manche Bilder bereits aus anderen Kampagnen, doch bei EARTHLINGS musste ich mehrfach schlucken. Erst hofft man, es seien Einzelfälle. Doch das sind sie nicht. Der Film berichtet von immer wiederkehrenden Vorfällen – oft aus Kostengründen

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Aufnahmen des Bullen, der mit aufgeschlitzter Kehle in seinem eigenen Blut auf dem Boden um seine letzten Augenblicke kämpft. Oder das Tier, welchem man in die Augen mit den langen Wimpern schauen kann, nachdem ihm bei lebendigem Leibe der Pelz vom Körper gerissen wurde. Die Affen, denen in Versuchslaboren bewusst Hirnverletzungen zugefügt werden, um deren Auswirkungen erforschen zu können.

Wirklich, keine schönen Aufnahmen. Doch gerade wenn du FleischesserIn, PelzträgerIn oder begeisterte/r ZirkusbesucherIn bist erwarte ich eines von dir: Schau es dir an!

Ich bin, wie gesagt, selbst Konsument von Fleisch, trage im beruflichen Alltag Lederschuhe und fand Delfin-Shows toll. Genau aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass man weiß, unter welchen Umständen all dies entsteht. denn wenn du es nutzt, solltest du auch wissen, woher es kommt.

Earthlings und die KZ-Vergleiche

In der WAZ werden mehrfach die Vergleiche mit einem Konzentrationslager kritisiert. Holocaust, Rinderzucht, andere Verbrechen. Alles irgendwie das selbe. Denn zu Beginn des Films werden Aufnahmen einer großen Rinderfarm kurz nach Bildern eines Konzentrationslagers gezeigt. Anschließend bekommt der Zuschauer weitere Verbrechen zu sehen, diesmal wieder an Menschen. Wo und aus welchen Gründen diese geschehen sind bleibt offen. Konzentrationslager, nicht genauer benannte Menschenrechtsverletzung und Massentierhaltung in einer Szene. Das wirkt nicht nur wie ein billiger Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen, sondern ist auch gefährliche Gleichmacherei.

Denn die politische Verfolgung von Millionen Juden hat rein gar nichts damit zu tun, dass Menschen viele Tiere als günstige Nahrungsquelle ausnutzen. Der Holocaust, Rinderzucht, irgendwelche anderen Verbrechen. Bei Earthlings ist das alles irgendwie das selbe. Das ist schade.“

Ich kann verstehen, wenn man im ersten Moment unverständlich den Kopf schüttelt. Verbrechen an Menschen können nicht den gleichen Stellenwert haben wie Verbrechen an Tieren. Doch trotzdem muss ich in ein paar Punkten widersprechen. Greift man zurück auf den Anfang der Dokumentation, findet man dort die Definitionen von Sexismus, Rassismus und Spezieismus. In der NS-Zeit Deutschlands wurden Juden getötet, weil sie Juden waren. In der heutigen Zeit werden Tiere getötet, weil sie Tiere sind. Das eine ist Rassismus, das andere Spezieismus.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, habe ich die Definition von Konzentrationslagern herausgesucht: Als Konzentrationslager wurden bisher verschiedene Haftorte in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Zeiten bezeichnet. Die lateinische Wortherkunft bedeutet sammeln, zusammenziehen oder zusammenlegen. Passt leider besser, als uns lieb sein dürfte. Ich halte es nicht unbedingt für einen „billigen Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen“, sondern für eine Darstellung von den unvorstellbaren Zahlen an Lebewesen die damals wie heute vernichtet wurden. Ich kann mir zum Beispiel nicht die Menge von fünf Millionen Menschen vorstellen. Wie soll ich mir dann die Menge von 66 Millionen Tieren vorstellen, die jeden Tag von Menschen getötet werden. Jeden Tag? Für mich ist das unvorstellbar viel. Das kann nur mit einer Tötungsmaschinerie ablaufen. Und so schließt sich der Kreis zu den KZs.

Mein persönliches Fazit: Ansehen!

Ich finde den Film gut. Sehr gut sogar. Was mir gefällt ist die Tatsache, dass es wirklich eine Dokumentation ist und keine direkte Anklage. Bei Interviews, Dokus und Vorträgen zum Thema Ernährung driftet es leider manchmal schnell in eine Anklage ab. Zuschauer bekommen das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Bei Earthlings kam mir das nicht so vor. Das mag auch an dem Satz zum Schluss liegen: Make the connection.

Earthlings für Kinder und Jugendliche? Zu Beginn des Films wird gesagt, dass man den Film auch seinen Kindern zeigen kann. Damit hätte ich, bei meiner Tochter mit neun Jahren, noch Bauchschmerzen. Ich denke den Film sollte man frühestens mit zwölf, besser aber erst mit 16 Jahren sehen. Sicherlich kann und sollte man das Thema „Woher kommt mein Essen?“ bei passender Gelegenheit ansprechen, doch solche Bilder müssen für unter 16jährige nicht unbedingt sein. Wo der Film aber gut hin passen würde, wäre im schulischen Bereich der Oberstufe. Man kann damit mehrere gesellschaftliche sowie politische Themen ansprechen.

Was hat der Film für Auswirkungen auf mein Konsumverhalten? Da ich schon seit einiger Zeit bewusster auf meinen Konsum achte, ändert sich bei mir langsam etwas. Manche Bilder bleiben im Gedächtnis und kehren auch wieder wenn man zum Beispiel vor der Wurst- oder Käsetheke steht. Dann schaue ich mich eher nach vegetarischen Alternativen um. Mein Fleischkonsum ist nicht komplett eingestellt. Allerdings entwickle ich eine Neugier auf vegetarische bzw. vegane Produkte, mit der ich vorher nicht gerechnet hätte. Auch der Gedanke mich vegetarisch zu ernähren wird immer konkreter.

Privat trage ich kein Leder oder Pelz. Beruflich bin ich aber leider zu Lederschuhen verpflichtet. Daher werde ich mich beim nächsten Kauf von Schuhen auch nach Kunstleder umschauen. Noch besser wäre es natürlich, wenn die jetzigen noch möglichst lange halten. Im Großen und Ganzen hat EARTHLINGS bei mir also eine bewusstere Wahrnehmung meines Konsumverhaltens hervorgerufen.

Nun bist du gefragt! Was denkst du über den Film? Lass es mich wissen und schreibe doch ein Kommentar!

13 Kommentare zu EARTHLINGS – Schau es dir an!

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