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Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 5

Weiter geht es zum Yosemite Nationalpark. Wir hatten Glück, der Tioga-Pass war schon von Schnee geräumt und offen und so konnten wir quer durch den Park fahren, mit tollen Ausblicken….

Weiter geht es zum Yosemite Nationalpark. Wir hatten Glück, der Tioga-Pass war schon von Schnee geräumt und offen und so konnten wir quer durch den Park fahren, mit tollen Ausblicken. Wir wollten aber nicht nur im Auto sitzen, sondern auch in der Natur wandern. Ich hatte mir aus dem Nationalpark-Reiseführer eine Wanderung zu den Cathedral Lakes herausgesucht. In den Seen sollte sich der Cathedral Peak spiegeln und die Wanderung hörte sich insgesamt sehr nett an. Etwas erschwert wurde das ganze dadurch, dass der Startpunkt schon auf über 2.000 Meter Höhe lag und wir uns daher auf Weg- beziehungsweise Spurensuche durch den Schnee machen mussten. Zwischendurch boten sich immer wieder schöne Blicke auf den Cathedral Peak, mit dem Spiegelbild wurde es jedoch nichts, die Seen waren zugefroren.

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Am nächsten Tag ging es zum klassischen Yosemite Sightseeing ins Yosemite Valley mit Blick auf den Half Dome und etliche Wasserfälle. Da im Frühling aufgrund der Schneeschmelze mehr Wasser vorhanden ist, wollten wir die schönsten Wasserfälle auch von der Nähe betrachten und sind zum Vernal Fall und von dort weiter zum Nevad Fall gewandert. Die Strecke an und für sich ist nicht so schlimm, stellenweise geht es steil bergauf auf Treppen, fast wie bei so manchen Bergläufen. Beim Vernal Fall führen die Stufen am Weg etwas durch den Wasserschleier, der durch den Wasserfall entsteht, und ein schöner Regenbogen war zu sehen. Rast machten wir an einem Wasserbecken oberhalb des Wasserfalls. Das hätte schon sehr zum Schwimmen eingeladen, allerdings nahmen wir die Schilder mit der Warnung ernst, dass hier schon Leute von der Strömung mitgerissen worden sind, den Wasserfall hinunter. Der weitere Weg zum Nevada fall waren nochmals 400 Meter hinauf, zahlte sich aber aus, da es oben vom Plateau eine tolle Aussicht die steilen Wände hinunter auf die Täler gab.

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Kurz nachdem sich CJ beklagt hatte, dass wir abgesehen von Eichhörnchen (ein paar Fotos von der kleineren Tierwelt des Nationalparks seht ihr später) und sonstigen Nagetieren keine größeren Tiere und vor allem noch keine Bären gesehen hatten, wurden wir auf dem Weg zu den Mirror Lakes belohnt. Einige Touristen standen bereits mit gezückten Kameras am Rande des Weges und ihren Blicken folgend konnten wir eine Bärin mit ihren beiden Jungen beobachten. Die drei machten sich auf den Weg über eine Weide und waren gut zu sehen, leider sind die Fotos etwas verschwommen geworden. Abends wanderten wir zum Sonnenuntergang auf den Sentinel Dome, auf dem Hinweg konnten wir vom Auto aus wieder eine Bärin mit zwei Jungtieren sehen – das dürfte die klassische Bärenfamilie sein. Die Wanderung auf den Sentinel Dome war recht kurz, und das Panorama über die Berge und Täler der Sierra Nevada, ins Abendlicht getaucht unbeschreiblich schön.

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Am nächsten Tag fuhren wir in den King’s Canyon Nationalpark. Dieser Tag war besonders heiß, anscheinend ist das aber normal für die Gegend und Jahreszeit – in Fresno hatte es schon früh morgens gegen sieben Uhr 38 Grad Celsius. Wir sind an endlosen Obstplantagen vorbeigefahren, und wie ihr euch vorstellen könnt, war alles künstlich bewässert. An einer nicht mehr genützten Plantage konnten wir sehen, dass selbst die Marillenbäume (Aprikosenbäume für die deutschen LeserInnen) bei dieser Hitze ohne zusätzliches Wasser komplett verdorren und es wüstenähnlich aussieht, wenn nicht gerade alles voller Wasserschläuche ist. Im King’s Canyon selbst, der etwas höher gelegen ist, waren es immerhin nur etwa 30 Grad Celsius. Von den Wanderungen am Vortag hatten wir noch etwas schwere Beine und die ungewohnte Hitze machte uns auch zu schaffen, und so beschränkten wir unsere Aktivitäten. Bei den größten Redwood Bäume sind wir herumspaziert, da waren ein paar echte Riesen darunter, die selbst die Bäume entlang der Avenue of the Giants in einen gewaltigen Schatten stellten. Bei einem Spaziergang um Zumwalt Meadows, einer Weide, die malerisch an einem Fluss gelegen ist, konnten wir noch Eidechsen mit einem blauen Bauch bei Liegestützen beobachten – laut Internet handelt es sich hierbei um männliche Echsenexemplare, die auf diese Weise ihr Paarungsbereitschaft zeigen wollen. Danach gönnten wir uns ein kühles Bier an einem Wasserfall und vertrieben uns den Nachtmittag, indem wir die Natur beobachteten und entspannten, so gut das bei den Außentemperaturen ging.

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Hier nun ein paar Fotos vom Wildlife in den Nationalparks – die Bärenfotos sind leider nicht so gut geworden – sowie ein grauer Fuchs, der an unserem Auto in der Dämmerung vorbeihuschte und etwas zu schnell war für unsere Kamera. Doch besonders die kleineren Tiere zu beobachten, fand ich faszinierend.

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Zum Abschluss waren wir wieder in San Francisco, diesmal in der Wohnung bei Freunden direkt im Zentrum, sodass wir nochmals ohne Auto durch die Stadt streifen konnten. Ich mag es, etwas mehr Zeit zu haben und ohne Ziel herumzuspazieren. In der Nähe unserer Freunde war ein Lokal der veganen Loving Hut-Kette, die es weltweit und sogar dreimal in San Francisco gibt. Die veganen Wantans und der Mapo-Tofu waren besonders lecker!

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Es war eine wunderbare Reise, und ich freue mich, dass ich meine Eindrücke mit euch teilen konnte! Jetzt bin ich auf eure Kommentare gespannt: Wart ihr schon einmal in Kalifornien auf Urlaub? Was hat euch am besten gefallen? Was wollt ihr unbedingt einmal sehen?

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Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 4

Im dritten Teil meines Reiseberichts konntet ihr lesen, dass wir abends in Sacramento noch sehr lecker gegessen hatten und uns das Besichtigungsprogramm für den nächsten Tag aufgehoben haben. Am Vormittag des nächsten…

Im dritten Teil meines Reiseberichts konntet ihr lesen, dass wir abends in Sacramento noch sehr lecker gegessen hatten und uns das Besichtigungsprogramm für den nächsten Tag aufgehoben haben.

Am Vormittag des nächsten Tages besichtigten wir zuerst die alte Innenstadt Sacramentos – diese ist mit den alten Häusern schön anzusehen, wirkte aber etwas „künstlich“ und wie für Touristen geschaffen. Dann sind wir bis zum California State Capitol spaziert, eine Führung der Räume ist sich zeitlich nicht ausgegangen.

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Für ein Mittagessen in der Sonne bot sich das „Plum Cafe“ an. Dieses vegane Café hat sowohl einen netten Innenhof, als auch ein paar Tische im Vorgarten, wo wir die Sonne genossen haben. Die Auswahl an Speisen fiel uns nicht leicht – wir hatten dann ein leckeres Chili und einen Burger mit garlic fries. Die leckeren veganen Muffins und Kuchen konnten wir nicht mehr probieren, so satt waren wir danach.

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Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Lake Tahoe, der an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada liegt. Die Fahrt hielt wieder eine Überraschung bereit: Von Sacramento, wo wir mit T-Shirt und Shorts in der Sonne gesessen hatten und ich schon Angst hatte, mir einen Sonnenbrand zu holen, ging es über Pass-Straßen in einen Blizzard hinein. Die Temperatur sank dementsprechend auf knapp unter null Grad. Die großen Schneeflocken blieben zwar nur kurz liegen, trotzdem waren wir froh, als wir in der warmen Unterkunft waren. Zuerst dachten wir, dass wir gar nicht mehr hinausgehen würden, doch oh Wunder! Nach einer weiteren Stunde Schneegestöber kam die Sonne wieder hervor und der Himmel war wieder wolkenlos blau als ob nichts gewesen wäre. Der See zeigte sich von seiner besten Seite und bot uns einige wunderschöne Augenblicke, vor allem bei Sonnenuntergang. Insgesamt war mir Lake Tahoe zu touristisch, die Straße um den See ist sehr breit und das Seeufer selbst ist großenteils mit Wohnungen und Hotels verbaut. Da lobe ich mir die einsameren Seen in den Bergen von Österreich oder Bayern.

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Der folgende Tag war voller unterschiedlichster Erlebnisse. Nach dem Temperatursturz am Vortag ging es zuerst wieder über Pass-Straßen nach Bridgeport. Wir hatten im Lonely Planet gelesen, dass es dort heiße Quellen frei in der Natur gibt. Das Wasser der Thermalquellen fließt in mehrere künstlich angelegte Becken und je nach gewünschter Temperatur kann man oben an der Quelle mit Steinen den Zufluss an siedend heißem Wasser regulieren, das ins Becken gelangt. Ich liebe warmes, ja heißes Wasser, und es war richtig schön, in den Becken in freier Natur mit Blick auf die schneebedeckten Berge zu liegen, die Vögel zwitschern zu hören, sich garen zu lassen, solange man es aushält und dabei ein kühles Sierra Nevada Pale Ale (wir hatten uns in der Brauerei eingedeckt) zu trinken. Zur Abkühlung war die Lufttemperatur draußen noch angenehm frisch. Das Thermalwasser fühlte sich durch die in ihm gelösten Mineralien und sonstigen Stoffe richtig weich an und in einem der Becken gab es am Boden etwas Schlamm, von dem einer der Männer mit denen wir plauderten meinte, dass er eine Wellness-Behandlung ersetzt. Also habe ich meine Körper damit beschmiert und der Haut eine natürliche Pflege gegönnt. Zur Info – an diesen Quellen sind Badezusätze verboten und Badebekleidung ist optional.

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Nach dem Wellness ging es weiter zum Besichtigen nach Bodie, der besterhaltenen Geisterstadt der USA. Hier wurde im 19. Jahrhundert nach Gold gegraben und viele der Gebäude sind gut erhalten, die Türen und Fenster geschlossen. Aber man kann durch die Fenster in die Zimmer hineinschauen und sieht Möbel, Geschirr und andere Dinge, fast so als ob die Einwohner nur kurz weg wären. Ich fand es etwas gespenstisch, so in der Zeit zurückversetzt auf die verstaubten Lebensräume von Menschen zu blicken und wären die Türen nicht zugenagelt gewesen, hätte es mich nicht gewundert, dort drinnen doch noch jemanden aus der damaligen Zeit zu sehen.

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Weiter ging es zum Mono Lake, einem alkalischen Salzsee. Da aus den Zuflüssen des Sees die Stadt Los Angeles (ja, über 500 Kilometer weit entfernt) mit Trinkwasser versorgt wird, ist der Wasserstand des Sees im Laufe der Jahre erheblich abgesunken. Dadurch stieg der Salzgehalt und Kalktuff-Gebilde in schönen Formen sind sichtbar geworden. Auf markierten Pfaden kann man zum See spazieren, die Tuffas betrachten und auf Tafeln über das Ökosystem und die darin lebenden Tiere, die sich an das Salzwasser und den alkalischen Gehalt angepasst haben, lesen. Wir haben sehr viele Vögel gesehen, die sich von kleinen Fliegen ernähren und auf ihre Reise über den Kontinent hier Rast machen. Von einem erloschenen Vulkan am Rande des Sees hatten wir noch einen guten Ausblick, bevor wir weiter nach Mammoth Lakes gefahren sind. Abends fanden wir ein nettes mexikanisches Restaurant, in dem sich die Kellnerin für mich in der Küche erkundigte, ob die Bohnen ohne tierische Produkte zubereitet werden.

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Am nächsten Morgen sind wir zu den Seen bei Mammoth Lakes gelaufen, die den klingenden Namen Twin Lakes haben, und da ich selbst eine Zwillingsschwester habe, wollte ich mir diese ansehen. Der Anblick der schneebedecktem Berggipfeln, die sich in den Seen spiegelten, war unglaublich schön – ihr seht ihn am Titelfoto zum Artikel. Nachdem uns die Thermalquellen am Vortag so gut gefallen hatten, wollten wir uns die Gelegenheit zu einem weiteren heißen Bad in freier Natur nicht entgehen lassen. Die Suche nach diesen gestaltete sich etwas schwierig, da im Lonely Planet keine näheren Angaben zu recherchieren waren, wo genau sich diese befinden, aber nach einigem fragen, herumfahren und suchen, fanden wir ein schönes einsames Becken zum Entspannen – wo sonst weit und breit niemand war und man einen tollen Blick auf die verschneiten Bergketten hatte.

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Was wir in den darauffolgenden Tagen im Yosemite und King’s Canyon Nationalpark erlebt haben, könnt ihr im nächsten und letzten Teil meines Reiseberichts lesen.

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Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 2

Nachdem ihr im ersten Teil von den ersten Tagen meiner Reise in Kalifornien lesen konntet, geht es jetzt weiter gegen Norden. Als nächstes fahren wir nach Point Reyes, einer Halbinsel an…

Nachdem ihr im ersten Teil von den ersten Tagen meiner Reise in Kalifornien lesen konntet, geht es jetzt weiter gegen Norden.

Als nächstes fahren wir nach Point Reyes, einer Halbinsel an der kalifornischen Pazifikküste in Marin County nordwestlich von San Francisco. Dass das Point Reyes Lighthouse, der Leuchtturm im National Seashore, der windigste Ort der nordamerikanischen Pazifikküste ist, glaube ich gerne – fast wäre ich mit dem Wind aufs Meer davongeflogen. Immerhin hatten wir Glück, die Wahrscheinlichkeit für Nebel, bei dem die Sicht auf weniger als drei (!) Meter sinkt ist hier extrem hoch, wir hatten jedoch klare Sichtverhältnisse. Wir haben die Aussicht auf die Küste und das Meer genossen, nur die Wale die hier eigentlich oft vorbeischwimmen, haben sich gerade versteckt gehalten.

Unsere Unterkunft, ein nettes Bed & Breakfast hatte einen schönen Garten mit zwei Zwergponys, zutrauliche aber verfressene „minature horses“ wie uns der Besitzer erklärte – und meinen Apfelbutzen haben die beiden dann bekommen, bei diesen Blicken wird jeder schwach. In einem anderen Teil des Gartens fand sich ein Whirlpool, energiemäßig ist es zwar absolut verschwenderisch diesen ständig auf gefühlte 50 Grad zu heizen, aber es war angenehm darin zu liegen, nachdem der Wind uns durchgeblasen hatte.

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Ein weiterer Höhepunkt war dann die Fahrt entlang des Highway 1 nach Mendocino und weiter die kalifornische Pazifikküste hinauf. Wir haben immer wieder Pausen eingelegt, um entlang der Küste zu spazieren und von den Felsen aufs Meer zu schauen. Zum Glück war zu dieser Zeit touristisch sehr wenig los, und so konnten wir nachmittags auch relativ alleine durch Mendocino schlendern, die schönen Holzhäuser bewundern und entlang der Küste spazieren. Abends haben wir bei Frankie’s gegessen – hier wusste ich von der Happy Cow App, dass die Pizzen nicht nur mit frischen, biologischen Zutaten gemacht werden und richtig lecker schmecken, sondern dass es nach Wunsch auch veganen Käse gibt. Da wir Riesenhunger hatten, haben CJ und ich uns gemeinsam die größte Pizza bestellt, er wollte die Jalapeno-Ziegenkäse Hälfte, ich eine mit Basilikumpesto (statt der Tomatensauce – eine gute Idee, die ich mir merken werde), Spinat, veganem Käse und anderen Zutaten.

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Die Küste bei Mendocino hat uns so gut gefallen, dass wir in der Früh laufen gegangen sind – da war es nicht so windig, und wir konnten auf kleinen Wegen entlang der Küste und am Sandstrand joggen. Von diesem führt auch ein Fluss weiter ins Landesinnere, wo es einen sehr schönen, etwas breiteren Weg gab.

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Vielleicht das kulinarische Highlight des Urlaubs war ein Stopp beim leider mittlerweile geschlossenen Living Light Café in Fort Bragg, ein paar Kilometer von Mendocino entfernt. Dieses vegane Rohkostcafé war Teil des Living Light Culinary Institute, das vegane Rohkost-Kochkurse und dergleichen veranstaltet. Ich hätte total gerne einen Kurs besucht, aber da wir relativ spontan gereist sind, hat sich das leider nicht ergeben. Bei den Speisen ist uns die Wahl schwer gefallen, und so haben wir für die Fahrt gleich mehrere Leckereien mitgenommen: Einen Dream Bar Brownie, einen Lemon Bar Brownie (dieser wurde als erstes verzehrt bevor ich ans Foto knipsen dachte und hat vorzüglich gemundet – mit einer nussigen Teigschicht und einer hellgelben Zitronencreme), einen Carrot Chia Muffin und eine Cinnamon Roll. Von der Optik her hätte ich nicht gedacht, dass diese leckeren Süßigkeiten roh sind. Bei den Muffins fand ich auf dem Flyer des Living Light Cafes die folgenden Zutaten: Äpfel, Karotten, Datteln, Kokosnuss, Walnüsse, Chia, Gewürze – klein geraffelt und zusammengedrückt, das werde ich mal nachkochen. Die Cinnamon Roll bestand aus Mandeln, Rosinen, Datteln, Pekannüsse, Agavensaft, Leinsamen, Feigen und Gewürzen und ist mit einer Kokosnuss-Vanille-Creme dekoriert. Diese hohe Rohkost-Kochkunst, vor allem mit der Verzierung, könnte meine Fähigkeiten und Geduld doch übersteigen.

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21 - mendocino carrot muffin

22 - mendocino cinnamon roll

Wie es entlang der Fahrt des Highway 1 weitergeht, erfährt ihr in der Fortsetzung.

Habt ihr Erfahrungen mit Rohkost Desserts? Was hat euch am besten geschmeckt?

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Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 1

Im Mai war ich mit meinem Freund CJ etwas über zwei Wochen auf Urlaub im sonnigen Kalifornien. Während ich diesen Artikel schreibe und in den Erinnerungen von der tollen Reise…

Im Mai war ich mit meinem Freund CJ etwas über zwei Wochen auf Urlaub im sonnigen Kalifornien. Während ich diesen Artikel schreibe und in den Erinnerungen von der tollen Reise schwelge, lächle ich. Da CJ vor Jahren in San Jose in der Nähe von San Francisco gelebt und gearbeitet hat, wollten wir zuerst ein paar Tage mit seinen Freunden in San Francisco und der Bay Area verbringen, und anschließend in den Norden fahren. Als ich ihn damals besucht habe, haben wir den Süden Kaliforniens bereist und ich hätte nicht gedacht, dass der Norden des Bundesstaates noch so viele Überraschungen bereithält beziehungsweise so anders ist. Vor allem die Vielfalt der Landschaft und Natur hat mich fasziniert – von schroffen Felsküsten mit schier endlosen Stränden, bis zu riesengroßen Redwood-Bäumen, und Seen auf über 2.000 Meter Höhe. Auch aus kulinarischer Sicht war der Urlaub im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise wert, so gut habe ich selten zuvor vegan gespeist.

Mich hat beeindruckt, wie einfach es in Kalifornien ist, sich vegan zu ernähren, wie viele spezielle, rein pflanzliche Restaurants es gibt, aber auch wie in „ganz normalen“ Lokalen Rücksicht auf Sonderwünsche genommen wird. Normalerweise ernähre ich mich im Urlaub und auch im Alltag außerhalb meiner eigenen vier Wände der Einfachheit halber nicht streng vegan, sondern bin mit vegetarischem Essen, falls es sonst nichts gibt, zufrieden. In Kalifornien sind mir jedoch problemlos zwei fast vegane Urlaubswochen gelungen. Wieso fast? Ich habe nicht bei allen Lebensmitteln nachgefragt, ob sie wirklich rein pflanzlich sind (zum Beispiel Brot, Weine, und ähnliches), sondern darauf geachtet, möglichst keine offensichtlichen Milchprodukte oder Eier zu essen.

Bevor ich euch auf die Reise durch Nordkalifornien mitnehme, möchte ich noch ein paar allgemeine Eindrücke von Kalifornien in Bezug auf Nachhaltigkeit mit euch teilen. Ich beschreibe die Aspekte, die mir am meisten aufgefallen sind. Vielleicht wart ihr auch schon dort und habt etwas anderes erlebt, oder auch die gleichen Dinge anders wahrgenommen – schreibt mir doch, am Ende des Artikels gibt es die Möglichkeit zu kommentieren.

In Kalifornien ist es einfach, sich gesund zu ernähren:
– Es gibt zumindest in größeren Städten viele vegane und vegetarische Lokale und oft sind auch in anderen Restaurants Speisen gekennzeichnet, welche vegan oder glutenfrei sind. Davon abgesehen reagieren Kellner auf Nachfragen generell sehr freundlich und kompetent und fragen gerne in der Küche nach, wenn sie selbst nicht auskunftsfähig sind.
– Mir sind viele Bio-Supermärkte, Farmer’s markets und sonstige Stände aufgefallen, an denen frische, lokale Lebensmittel verkauft werden.
– Die Auswahl an speziellen Lebensmitteln in Supermärkten, wie zum Beispiel Chia-Gels, Getränke mit Chia, verschiedenste Pflanzenmilch-Varianten, vegane Käsesorten, Rohkost-Müsliriegel und dergleichen übertrifft jeden deutschen und österreichischen Bio-Markt bei weitem.
– In den Lokalen, in denen es keine Soda-Fountains (siehe unten) gibt, bekommt man immer Leitungswasser mit den fast schon obligatorischen Eiswürfeln serviert – hier wird auch fleißig nachgeschenkt. Das Getränkeangebot in den veganen Restaurants bietet generell weniger Limonaden und dergleichen, sondern oftmals selbstgemachte Eistees, frische Obst- und Gemüsesäfte und Smoothies.

Mindestens genau so einfach ist es jedoch, sich ungesund zu ernähren:
– Vor jeder noch so kleinen Ortschaft findet man eine Vielzahl von Fast-Food-Ketten (davon sind McDonalds, Burger King und Pizza Hut nur die bei uns bekanntesten).
– Die Packungsgrößen der Produkte können extreme Dimensionen annehmen, besonders gestaunt habe ich über eine kiloschwere Philadelphia-Packung, die ein Freund CJs zu Hause hatte (Anmerkung: Er lebt zu zweit und nicht in einer Großfamilie).
– Die Auswahl an süßen, günstigen Backwaren im Supermarkt ist für mich weniger verlockend als erschreckend, so zum Beispiel eine 1,3 Kilo Packung (mehr oder weniger) frisch gebackener Chocolate-Chip-Cookies, die mit einem Preis von fünf US-Dollar beworben wird.
– Sogar Medikamente gibt es in Riesenpackungen – und zwar in Supermärkten – einfach zu kaufen. Aber wer braucht wirklich eine 100 Stück Packung Paracetamol?
– In einigen Lokalen gibt es sogenannte Soda-Fountains, an denen man sich seinen Softdrink so oft man will nachfüllen kann, wobei der größte Becher schon mehr als einen Liter fasst. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten zwischen Cola und den anderen üblichen Verdächtigen Wasser auswählen.

2- streets

Abgesehen von größeren Städten wie San Francisco und Sacramento benötigt man leider immer ein Auto. Leicht übertrieben gesagt hatte ich den Eindruck, dass sich der öffentliche Verkehr fast schon auf Schulbusse beschränkt. So wird oft davon ausgegangen, dass jeder zumindest ein Auto besitzt und dieses ständig verwendet. Für Fußgänger sind die meisten Ortschaften jedenfalls nicht optimiert, manchmal gibt es keine Gehsteige. Die meisten Straßen, die bei uns Nebenstraßen wären, oder maximal einspurig, sind in Amerika oft mehrspurig in jede Richtung. Infolgedessen wird sehr viel Platz für Straßen verwendet und als Fußgänger muss man bei Kreuzungen einiges an Distanz zurücklegen, schon alleine um über die Straße zu kommen. Aber es gibt in Städten auch oft Wege zum Spazierengehen und Laufen, zum Beispiel schön am Meer oder an Flüssen gelegen, allerdings benötigt man unter Umständen ein Auto, um diese zu erreichen. Ich habe während des Urlaubs öfters mit CJ die Laufschuhe angezogen, um so die grüneren Stadtteile und größeren Parks zu erkunden.

Beim Thema Müllvermeidung und Plastik finde ich positiv, dass man in manchen Supermärkten und auch sonstigen Geschäften nicht automatisch eine Plastiktüte erhält, sondern gefragt wird, ob man eine benötigt und es auch öfters Papiertüten gibt. Leider sieht das beim Frühstück in normalen Motels oder Hotels anders aus, hier ist oft alles – sprich Teller, Besteck, Becher – aus Plastik oder Styropor. Die Marmeladen, Erdnussbutter und was es sonst noch so alles gibt, sind in kleinen Plastikbehältnissen, von denen man mehrere benötigt – hier wären grössere zur Selbstbedienung sinnvoll. Wie riesig der Müllsack schon nach einem Frühstück bei einem Hotel ist, kann man sich vorstellen. Mir hat das Herz geblutet und es ist mir wie ein Tropfen auf dem heißen Stein erschienen, wenn ich einen Bagel auf einer Serviette, statt eines Plastiktellers transportiert habe.

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Jetzt geht es aber zu meiner Reise durch Nordkalifornien. Ich werde die schönsten Eindrücke und Fotos mit euch teilen sowie auch den kulinarischen Aspekt mit einbeziehen, das heißt, die veganen Speisen, die den Urlaub zur Genuss-Reise werden ließen. Abseits dieser besonders leckeren Mahlzeiten (einige davon lassen sich ohne weiteres nachkochen, lasst einfach der Phantasie freien Lauf, auch ohne Rezept!), haben wir selbstverständlich mehr gegessen. Der vegane Anteil an Speisen beim Frühstück bestand in den meisten Unterkünften aus Toastbrot oder Bagels mit Marmelade, Erdnussbutter, Oatmeal mit heißem Wasser zubereitet (so eine Art Haferbrei, den es in verschiedensten Varianten, zum Beispiel auch mit Zimt und Gewürzen, gab) und etwas Obst. Mahlzeiten, die in Kalifornien leicht zu finden sind, und auch in veganen Varianten erhältlich, sind diverse Salate, sowie asiatische Speisen (Maki mit Gemüsefüllung, Nudelsuppen mit Gemüse, Veggie Curries), Pasta beim Italiener, vegane Burger, mexikanische Burritos (Weizenfladen mit Bohnenmus, Reis und Gemüse, Avocadomus und vielen scharfen Jalapenos) und für zwischendurch viel Obst, verschiedenste Nüsse und Müsliriegel (wie die echt leckeren, veganen Clif Bars).

An den ersten Tagen haben wir in San Francisco einige von CJs Freunden getroffen und sind einfach durch die Stadt spaziert, haben die Sonne genossen und so nebenbei die klassischen touristischen Sehenswürdigkeiten angesehen. Besonders beeindruckend fand ich einen morgendlichen Lauf zuerst die Marina entlang (die Seelöwen beim Fishermen’s wharf zeigten sich in der Früh abseits der Touristenmassen noch sehr aktiv und verspielt und lieferten uns eine richtige Show) und dann weiter über Crissy Field bis ans andere Ende der Golden Gate Bridge und zurück. Richtig schöne Ausblicke haben sich da aufgetan und mit dem leichten Wind wurde es auch beim Laufen nicht zu heiß.

4 -SFO cable

Kulinarisch hat San Francisco jede Menge zu bieten, da viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten in der Stadt leben, und so gibt es viele asiatische, vegetarische und vegane Lokale. Wir haben in einem veganen bolivianischen Lokal namens Pena Pachamama gegessen. Die Besonderheit hier ist, dass es – abgesehen vom Essen (vegane Bio-Gerichte, teilweise als Rohkost) – abends verschiedene Tanz-Vorführungen gibt. Leider kann ich euch nicht berichten wie diese sind, an dem Tag hatten wir schon frühzeitig Hunger und haben nur unser Essen genossen. Als Vorspeise bestellten wir Yuca Frita (frittierte Yucca) mit einer Cashew-Sauce, als Hauptspeisen hatten wir Bolivian Stew (einen bolivianischen Eintopf mit Quinoa und Bohnen), sowie Picante de Yuca (ein Gericht mit Yuca, Bohnen, Quinoa und frittierten Kohlchips mit veganem Käse). Alles war sehr lecker und wir haben es nicht zu den Nachspeisen geschafft, da wir schon satt waren.

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Fast noch mehr vegane Optionen, zumindest auf kleinerem Raum, gibt es in Berkeley, einer Studentenstadt in der Bay Area ganz in der Nähe von San Francisco. Hier ist uns die Auswahl des Lokals zum Mittagessen so richtig schwer gefallen, da es an einer einzigen Straße gelegen schon fünf verschiedene vegane Restaurants gab. Unsere Wahl fiel dann auf ein veganes Lokal namens Herbivore – „the earthly grill“, das auch zwei Filialen in San Francisco hat und verschiedenste Salate, Sandwiches, sowie Speisen vor allem vom Grill anbietet. Bei dem schönen Wetter hatte ich darauf am meisten Appetit. Ich bestellte das „Orange pepper chicken“ auf Quinoa mit Veggie Huhnstückchen und Gemüse vom Grill mit einer leckeren Orangensauce. CJ hatte die Tagessuppe und ein Sandwich mit gegrilltem Gemüse. Beide Speisen waren so lecker, dass wir darüber hergefallen sind.

8- Berkeley - Herbivore-chicken

Unseren ersten Zwischenstopp haben wir in Napa und Sonoma Valley zur Weinverkostung gemacht. In den Tälern gibt es über 100 große und kleine Winzer, bei einigen kann man ohne Anmeldung einfach vorbeischauen und los geht es mit dem „Tasting“. Leider ist das bei den größeren Weingütern eine sehr kommerzielle, automatisierte Angelegenheit. Bei den kleineren ist das schon besser, dort kann man direkt mit den Winzern sprechen. Ich finde es total nett, zwischen den Weingütern herumzufahren – CJ hat sich als Fahrer geopfert – und die malerische Landschaft mit den Weingärten zu genießen, und immer wieder ein bisschen Wein zu trinken. Es gibt zwar organisierte Weintouren, doch ist hierfür eine Anmeldung nötig und wir hätten den Besuch vorausplanen müssen. Ein kleiner Tipp: Es ist möglich die Weinprobe zu teilen. Das haben CJ und ich auch gemacht, ich hätte es viel zu schade gefunden guten Wein wegzuschütten. Insgesamt hat mir unser zweiter Tag Weinverkosten im Sonoma Valley besser gefallen, da es hier viel mehr kleinere Weingüter gibt als in Napa, weniger Besucher, und man dadurch mit den Weinexperten besser ins Gespräch kommt. Und eines sind die Kalifornier definitiv, egal ob mit oder ohne Wein: Kommunikativ.

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Als nächstes geht es weiter nach Point Reyes zum Leuchtturm, davon aber näheres in der Fortsetzung meines Reiseberichtes!

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