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Kategorie: Events. Locations.

Fürs Klima (ver)handeln. Das SPIELART Festival bringt Rimini Protokolls „Welt-Klimakonferenz“ nach München

Wie wäre es eigentlich, mal selbst an einer UN-Klimakonferenz teilzunehmen? Wie läuft so etwas ab? Wer spricht mit wem? Welche Prozesse führen zu den Entscheidungen, die dann den Ausschlag über…

Wie wäre es eigentlich, mal selbst an einer UN-Klimakonferenz teilzunehmen? Wie läuft so etwas ab? Wer spricht mit wem? Welche Prozesse führen zu den Entscheidungen, die dann den Ausschlag über Fortbestand oder Sinken ganzer Inselstaaten oder die (Nicht-) Erreichung des 2-Grad-Ziels geben? Am Samstag vergangene Woche, knapp drei Wochen vor Start der COP21 in Paris, hatte man beim SPIELART Festival in München Gelegenheit, es auszuprobieren.

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll. Auf dem Foto von links: Ute Hannig, Dr. Florian Rauser, Dr. Sebastian Sonntag © Aysegül Suna / Kunstschule Wandsbek

Die Idee hinter der 2014 am Hamburger SchauSpielHaus entstandenen „Welt-Klimakonferenz“ der Theatergruppe Rimini-Protokoll, die versucht die Mittel des Theaters weiterzuentwickeln um „ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen“, ist hierbei so simpel wie genial: Bringe reale Expertinnen und Experten aus verschiedenen klimarelevanten Bereichen (Geografie, Meteorologie, Wirtschaft etc.) mit interessiertem Publikum zusammen, mache sie alle zu DarstellerInnen und und lasse sie im Laufe eines Abends die wesentlichsten Abläufe einer realen Klimakonferenz in komprimierter Form nachstellen.

Gleich beim Kartenabriss in den Münchner Kammerspielen, wo die Veranstaltung stattfand, bekam man hierfür ein Schlüsselband mit einem kleinen Heftchen überreicht, auf dessen Cover eine Flagge und ein Landesname prangte. Dieses verkörperte sozusagen den Zutrittspass für die „Welt-Konferenz“ und gab einem außerdem Aufschluss darüber, welches Land man im Laufe des Abends vertreten würde. In meinem Fall war es Uganda und mein Heftchen enthielt nicht nur die Agenda für die kommenden Stunden sondern auch relevante Grundsatzinformationen zu dem von mir vertretenem Land (Bevölkerung, Klima, CO2-Verbrauch, Wohlstand etc.).

Aufgebaut war der Abend angelehnt an eine reale Klimakonferenz, was heißt, dass jede Länder-Delegation verschiedene Termine wahrnehmen musste, die einen nicht nur quer durchs Theater sondern sogar aus diesem heraus führten. Auf Basis der gewonnen Informationen konnte man dann am Ende über CO2-Einsparungsziele für die kommenden Jahre und den Beitrag zum Green Climate Fond entscheiden oder sein Land ganz im Gegenteil vor allem als Leidtragenden des Klimawandels positionieren (Stichwort: „Loss & Damage“). Da die Termine für jede Delegation unterschiedlich waren (verschiedene Gruppen, ExpertInnen, Länderinformationen usw.), verlief auch die gesamte Konferenz für jede Gruppe einzigartig. Ganz wie im realen Leben bekam man also immer nur einen Teil der ganzen Wahrheit präsentiert und es blieben (Wissens)Lücken trotz derer aber dennoch Entscheidungen getroffen werden mussten.

Rimini Protokoll_Welt-Klimakonferenz_10_®Benno Tobler

Für unsere Delegation ging es unter anderem auf die Bühne, wo wir uns in Liegestühlen liegend von Kenneth Gbandi mit wichtigen Informationen zu Afrika versorgen lassen konnten. Von einem Theaterkran aus referierte er über die Afrikanische Union und das Klima im Süden des Kontinents, wobei ihm eine kreisförmige Fläche aus Scheinwerfern, Nebelmaschinen und eine Spritzflasche zur Unterstützung dienten. Nach den anschließenden Inputs zu 2-Grad-Ziel und Zertifikatehandel im großen „Plenarsaal“ mussten wir dann zum bereitgestellten Bus eilen, der auch tatsächlich abfuhr. Der auf großen Klimakonferenzen (scheinbar) gängigen Praxis, den Delegierten nicht einmal auf ihren Shuttle-Fahrten zwischen den verschiedenen Konferenz-Locations etwas Ruhe zu gönnen, sondern sie selbst dann noch mit Infos zu beschießen – in diesem Fall zum Thema „Stadtklima“ – wurde somit auch Rechnung getragen. Sogar ein bilaterales Gespräch stand auf dem Programm und zu guter Letzt gab es vor dem großen Abschluss-Plenum noch eine Strategieberatung, die schließlich auch den Ausschlag für unsere Entscheidungen gab.

Rimini Protokoll_Welt-Klimakonferenz_5_®Dennis Kossowski

Das Gesamtergebnis der bayrischen „Welt-Klimakonferenz“ fiel dann generell sehr positiv aus. Mit den vorgeschlagenen Einsparungen hätten wir das 2-Grad-Ziel bis 2050 nicht nur locker erreicht, sondern auch einen großzügigen Green Climate Fund von 102 Milliarden Dollar aufgestellt: Klimasituation also erstmals deeskaliert und viel neues Wissen im Gepäck! Da bleibt nur zu sagen: Applaus an uns, Theatermacher und ExpertInnenteam! Es war wirklich ein sensationeller Theaterabend!

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Cooktown – Oder wie man das Pferd von hinten aufzäumt

Vegane Lokale und innovative Start-ups schießen momentan ja förmlich wie Schwammerl aus dem Boden. Erfreulicherweise, denn so wächst auch die Auswahl an gesunden Lokalen, die nicht einer großen Kette angehören….

Vegane Lokale und innovative Start-ups schießen momentan ja förmlich wie Schwammerl aus dem Boden. Erfreulicherweise, denn so wächst auch die Auswahl an gesunden Lokalen, die nicht einer großen Kette angehören. Vorwiegend findet man solche Lokale noch in Großstädten, aber der Trend dehnt sich aus und so habe ich vor kurzem ein tolles Lokal nur ein Stück außerhalb von Wien entdeckt.

Seit dem Frühjahr 2015 gibt es das Cooktown am Hauptplatz in Korneuburg. Hier werden mit viel Herzblut täglich frische Speisen zubereitet. Dabei wird vor allem auf Nachhaltigkeit und biologische Produkte geachtet. „Wir schaffen es, etwa 80 bis 90 Prozent unserer Zutaten biologisch einzukaufen und bemühen uns mit regionalen Bauern zusammenzuarbeiten. Leider bekommen wir aber noch nicht alles in der Menge, die wir benötigen.“, erklärt mir Thomas Vitzthum, der gemeinsam mit seiner Frau das Cooktown betreibt. Zum Gedanken der Nachhaltigkeit gehört aber auch das tägliche Bemühen, nur die Menge an Lebensmittel zu verarbeiten, die auch am selben Tag verzehrt werden.

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Im Cooktown stehen täglich zwei Hauptgerichte auf dem Speiseplan. Neben einem Fleischgericht wird immer auch eine fleischlose Speise angeboten, die größtenteils sogar vegan zubereitet wird. Außerdem gibt es täglich eine – ebenfalls oft vegane – Suppe und frische Salate wie etwa einen Getreide- oder Couscous-Salat. Wer danach noch nicht satt ist, kann sich an dem wechselnden Nachspeisenangebot bedienen. Hier findet man auch immer wieder etwas für sich, wenn man so manches nicht essen darf oder möchte, wie zum Beispiel vegane, glutenfreie Brownies.

Mich hat natürlich auch interessiert wie es denn überhaupt zu der Idee gekommen ist, das Cooktown zu eröffnen. „Gastronomie hat mich immer schon fasziniert, aber leider hat es damals mit der Hotelfachschule nicht geklappt.“, erfahre ich von Thomas. So hat er zunächst lange als Krankenpfleger gearbeitet und auch eine Zeit lang auf wien.at eine Kolumne verfasst. Die Leidenschaft zum Kochen hat ihn aber nie so recht losgelassen. Also hat er sich schließlich entschlossen doch noch eine Gastronomieausbildung zu machen und sein eigenes Lokal zu eröffnen. Seine Frau war bis jetzt als Kindergartenpädagogin tätig, steht mittlerweile aber auch voll mit im Lokal.

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„Privat verzichten wir auf Fleisch, sowohl aus gesundheitlichen, als auch aus ethischen Gründen und wir versuchen auch unserem Sohn beizubringen woher sein Essen stammt.“ So wollten die Beiden ein Lokal eröffnen, dass gesunde Alternativen bietet und in denen Menschen auch einmal Neues ausprobieren können und sich vielleicht auch öfter an fleischlose Kost wagen. Ein Fleischgericht steht dennoch jeden Tag auf dem Speiseplan, da die Nachfrage hier einfach noch zu groß ist.

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Um sein Essen zu genießen kann man entweder in dem netten kleinen Lokal an einem der vier Tische Platz nehmen, wo man sehr herzlich umsorgt wird. Eine Kanne Leitungswasser wird hier wie selbstverständlich am Tisch platziert. Bei schönem Wetter kann man auch im kleinen Schanigarten vor dem Lokal Sonne tanken.

Nachdem sich momentan ein Lieferservice im Probelauf befindet und der Großteil der Kunden ihr Essen mit nach Hause oder an den Arbeitsplatz nimmt, wurde auch bei der Wahl der Verpackungen überlegt, wie man Umwelt und Gesundheit so wenig wie möglich schädigt. Suppen und Hauptgerichte werden also in Zuckerrohrschalen abgefüllt, das Ganze kann dann in Papiertragetaschen transportiert werden. Lediglich die Salatschälchen sind noch aus Kunststoff.

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Zum Schluss unseres Gesprächs kommt Thomas aber noch einmal ins Schwärmen, denn neben biologischen Fruchtsäften, Kaffee und Getränken wie Fritz-Kola gibt es auch Bier im Cooktown. „In Zukunft möchte ich auch öfter Events veranstalten und immer wieder Bierverkostungen machen, denn Craft Beer ist mein absolutes Steckenpferd.“

Mich hat das Cooktown jedenfalls überzeugt. Preis-Leistung stimmt und ich kann mein Essen immer mit gutem Gewissen genießen. Genauso wie ich meinen Mann zu Hause gut versorgt weiß, wenn der Kühlschrank wieder einmal nichts Passendes hergibt. Schon jetzt bietet das Cooktown für alle möglichen Geschmäcker etwas, aber in meinem Interview habe ich schon herausgehört, dass es an Ideen für die Zukunft nicht mangelt. „Wir haben zuerst das Lokal eröffnet und arbeiten uns jetzt Idee für Idee vorwärts. Wir zäumen eben das Pferd von hinten auf.“

Wenn ihr nun neugierig geworden seid, so könnt ihr unter cooktown.bio schon etwas gustieren oder ihr lasst euer Like auf der Facebook-Seite und bleibt so auf dem Laufenden. Am besten ist aber, ihr stattet dem Cooktown einfach einen Besuch in der Bisambergerstraße 1 in Korneuburg ab und kostet euch selbst durch das Angebot.

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Der 5. vegane Stammtisch Mödling – ich war dabei!

In vielen größeren Städten werden regelmäßig vegane Stammtische organisiert, so auch in Wien. Als Nicht-mehr-Wienerin und Bewohnerin des Stadtrandes habe ich eine aktivere vegane Szene in meinem Wohnbezirk Mödling bis…

In vielen größeren Städten werden regelmäßig vegane Stammtische organisiert, so auch in Wien. Als Nicht-mehr-Wienerin und Bewohnerin des Stadtrandes habe ich eine aktivere vegane Szene in meinem Wohnbezirk Mödling bis vor kurzem vermisst. Das hat sich aber rasant geändert, als Harald Anfang April diesen Jahres die Gruppe Veganer Stammtisch Mödling auf Facebook eröffnet hat. Der erste Stammtisch wurde am Dienstag, den 21. April 2015 organisiert, rund zehn Personen sind im IKEA Vösendorf zusammengetroffen – das war der Start des veganen Stammtisch Mödling.

Mittlerweile wurde der zweite Dienstag jeden Monats als Stammtisch-Tag auserkoren und plötzlich stand auch schon der fünfte Stammtisch vor der Türe, wieder in besagtem IKEA. Ich hatte bis dato an keinem Stammtisch teilgenommen, weil ich außer zu beruflichen Terminen kaum aus dem Haus komme (bei der Veganmania in Wien war ich natürlich schon), denn das Vogelnest möchte laufend gehegt und gepflegt werden. Nachdem ich aber das Wachsen der Facebook-Gruppe mit großem Interesse verfolgt habe und mich auch schon mit Harald online unterhalten hatte, wollte ich mir den Stammtisch dieses Mal nicht entgehen lassen. Vor allem nachdem zusätzlich noch angekündigt wurde, dass IKEA aufgrund der ständig steigenden Teilnehmeranzahl dieses Mal mehrere vegane Speisen anbieten würde.

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Um 18 Uhr sollte es losgehen und als ich kurz danach im für den Stammtisch reservierten Bereich im IKEA eintraf, waren schon jede Menge Leute vor Ort – nachdem ich niemanden persönlich kannte, war mein Stresslevel deshalb schon etwas erhöht, denn auch wenn ich gerne neue Leute kennen lerne sind so viele unbekannte Gesichter auf einmal für mich trotzdem eine Herausforderung. Zum Glück setzte sich kurz nach meiner Ankunft jemand auf den Sitz mir gegenüber, der mir bekannt vorkam. Tatsächlich, ich war mit Carina, der früheren Veranstalterin des veganen Stammtisch Wien, schon länger auf Facebook vernetzt. Und daneben sass Birgit, YouTuberin und vegane Ernährungsberaterin, mit der ich auch schon über Facebook verbunden war. Leute persönlich kennen zu lernen, mit denen man bisher nur online Kontakt hatte ist jedes Mal wieder spannend! Dann verkündete Harald auch schon, dass wir uns unser Essen sichern sollten, denn die veganen Speisen waren auch für alle anderen IKEA Restaurant-Besucher zugänglich.

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Der folgende Ansturm auf die Essensausgabe war für einen Dienstag Abend wohl eher ungewöhnlich.

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IKEA bezeichnete das erweiterte vegane Speisenangebot als „veganen Dienstag“, insgesamt gab es mit den veganen Gemüsebällchen – Grönsaksbullar -, die seit einiger Zeit als Alternative zu den bekannten Fleischbällchen erhältlich sind, vier vegane Speisen zur Auswahl.

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Die Wahl war für mich nicht leicht zu treffen, denn es klang alles lecker: Hausgemachte Grillgemüsepfanne, Pasta all’arrabiata, besagte Grönsaksbullar…

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…oder grünes Curry mit Räuchertofu und Wasserkastanien. Gewonnen hat letzten Endes das Curry, weil mich die Wasserkastanien neugierig gemacht hatten.

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Für alle, die wissen wollen, was in den veganen Gemüsebällchen genau steckt, gibt es bei der Essensausgabe eine genaue Information über das enthaltene Gemüse.

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Auch vegane Desserts wurden angeboten, Obstsalat oder Schokomousse um jeweils einen Euro. Das Getränkeangebot lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig, mit ChariTea und Lemonaid gibt es zwei biovegane Fair Trade Getränke-Marken zur Auswahl (außer ChariTea green mit Ingwer und Honig). Ich habe mich für ChariTea black, Schwarzer Tee mit Zitrone, entschieden.

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Rein optisch bleibt IKEA Essen natürlich IKEA Essen, aber das Curry war durchaus lecker. Eine große Überraschung war aber mein erstes Grönsaksbullar, das mir Carina zum Kosten überlassen hatte, denn das schmeckte wirklich gut. Ich hatte mir zugegebenermaßen nicht wirklich viel von den veganen Gemüsebällchen erwartet, ich werde aber definitiv in Bälde eine ganze Portion verkosten! Auch das Schokomousse war sehr gut, so gut, dass mein linker Sitznachbar vier davon konsumiert hat. Obwohl sogar noch etwas nachprodziert wurde, war es schon vor Ende der Veranstaltung ausverkauft.

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Nachdem wir mit dem Essen fertig waren – manche holten sich noch einen Nachschlag und zum Kaffee wurde für uns Sojamilch bereit gestellt -, gab es eine Rede von Harald, die ich als sehr gelungen und ansprechend empfunden habe. Abgesehen vom Inhalt war nämlich deutlich zu erkennen, wie sehr ihm das Thema Veganismus am Herzen liegt und wie sehr er sich freute, dass so viele TeilnehmerInnen zusammengefunden hatten. Eine Zählung unsererseits ergab über 60 Personen!

Nun aber zurück zur Rede. Wie auch schon auf den Zetteln zu lesen war, die zu Beginn verteilt wurden, soll der vegane Stammtisch Mödling allen offen stehen, die sich für die vegane Ernährung interessieren. Deshalb war der Stammtisch auch bunt gemischt, von VeganerInnen über VegetarierInnen bis zu „Keines-von-beidem, möchte es aber mal probieren“. Harald hat die Facebook-Gruppe deshalb gegründet, weil seinem Empfinden nach das vegane Angebot in Mödling viel zu gering ist, er auch keine Veganer im Mödlinger Gebiet kannte und deshalb für vegane Treffen nach Wiener Neustadt gefahren ist. Nun hat er sich zum Ziel gesetzt, das Angebot an veganen Speisen in Mödling zu vergrößern, Menschen, die vegan leben, zu verbinden und Personen, die sich für eine vegane Lebensweise interessieren einen einfachen Einstieg zu ermöglichen. Außerdem rief Harald zu Unterstützung auf, veganes Angebot jeglicher Art in Mödling in die Facebook-Gruppe zu posten, um somit die Information über derartige Angebote besser zugänglich zu machen.

Tatsächlich waren zum Stammtisch nicht nur viele Menschen aus Mödling, sondern auch aus Wien gekommen, was sich im Anschluss beim Plaudern mit den diversen TeilnehmerInnen herausstellte. Und weil das Plaudern so nett war, wurde der Stammtisch auch nicht beendet, nachdem IKEA seine Pforten für den Tag geschlossen hatte, sondern ein großer Teil der Gruppe begab sich Richtung Light City – ehemals Multiplex, umgangssprachlich aber immer nur UCI genannt. Dort landeten wir in einer Cocktailbar, wo wir das gesamte obere Stockwerk bevölkerten und uns erst um Mitternacht auf nach Hause machten.

Der fünfte vegane Stammtisch Mödling war mein allererster Stammtisch dieser Art und ich war positivst überrascht. Einerseits von der Mühe seitens des IKEA Management, einen gelungenen Abend zu gestalten – abgesehen von dem für uns reservierten Restaurant-Bereich und den zusätzlichen veganen Speisen wurde laufend nachgefragt, ob alles in Ordnung sei oder ob wir noch Wünsche hätten -, die Organisation des Treffens von Haralds Seite war gleichermaßen gelungen, denn bei vielen Veranstaltungen ab einer bestimmten Teilnehmergröße nimmt manchmal doch das Chaos überhand. Die TeilnehmerInnen, mit denen ich mich unterhalten habe waren alle äusserst nett, und alles in allem hat der Stammtisch einfach Spaß gemacht. Sprich, ich bin nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei!

Vielen Dank an Harald und IKEA Vösendorf für die tolle Organisation!

 

Für zukünftige vegane Stammtische in Mödling und weitere Informationen rund um das vegane Angebot in und um Mödling besucht die folgenden Facebook-Gruppen:
Veganer Stammtisch Mödling
Mödling Vegan
Mödling kocht bäckt und schraubt VEGAN

Alle Termine zu veganen Stammtischen in ganz Österreich findet ihr hier: facebook.com/VeggieTreffen

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Das waren die ERDgespräche 2015 in der Wiener Hofburg

Am 28. Mai 2015 fanden zum achten Mal die von NEONGREEN NETWORK in Wien veranstalteten ERDgespräche statt. Zahlreiche ZuhörerInnen, vor allem auch junge, machten sich dafür auf den Weg in die…

Am 28. Mai 2015 fanden zum achten Mal die von NEONGREEN NETWORK in Wien veranstalteten ERDgespräche statt. Zahlreiche ZuhörerInnen, vor allem auch junge, machten sich dafür auf den Weg in die Wiener Hofburg, bis die Redoutensäle am Josefsplatz ordentlich gefüllt waren. Die Moderation übernahm die ehemalige PULS4-Moderatorin Manuela Raidl. Neben den Gesprächen selbst fanden als Rahmenprogramm ein „Pecha Kucha Abend“, das „World Game Lab“ sowie ein Kinoabend mit der Dokumentation „Nuclear Lies“ statt. Das Filmprojekt war 2013 auf den ERDgesprächen vorgestellt worden.

Wie auch schon in den Vorjahren, ist es Angie Rattay und Adam Pawloff, den beiden OrganisatorInnen der Veranstaltung, auch heuer gelungen interessante und renommierte RednerInnen für die ERDgespräche zu gewinnen. Harald Frey, Verkehrsplaner an der TU Wien, Gudrun Pflüger, Wolfsforscherin und ehemalige Spitzensportlerin, Dr. Robert Bullard, „Father of Environmental Justice“ sowie Fernsehköchin und Umweltaktivistin Sarah Wiener waren diesmal am Podium und teilten ihre Forschungsergebnisse, Geschichten und Meinungen zu aktuellen ökosozialen Themen.

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Stadtplaner Harald Frey ging in seinem Vortrag – dem ersten an diesem Abend – auf die derzeitige Verkehrsplanung ein und stellte fest, dass diese vor allem auf die Bedürfnisse des Autos bzw. dessen FahrerIn ausgerichtet ist. Andere VerkehrsteilnehmerInnen, seien es FahradfahrerInnen oder FußgängerInnen, werden an die Ränder gedrängt, wodurch ein Raum entsteht, an dem Kinder zum Spielen in Käfige gesperrt werden und die Besitznahme öffentlichen Raums durch die AnrainerInnen unglaublich erschwert oder teilweise sogar unmöglich gemacht wird. Allerdings verortet Harald Frey in den vergangenen Jahren auch positive Entwicklungen in diesem Bereich, etwa wenn in Seoul eine Stadtautobahn abgerissen wird, um (wieder) Platz für einen alten Fluss zu machen, und auch hierzulande bemerkt er ein steigendes Bewusstsein für die Thematik. Der Umbau der Mariahilfer Straße, bei dem ja auch der Bevölkerung öffentlicher Raum „zurückgegeben“ wurde ist hierbei nur das augenfälligste Beispiel.

Die Wolfsforscherin und ehemalige Profi-Schilangläuferin Gudrun Pflüger ließ die Stadt in ihrem Vortrag „Let’s think WILD“ ganz weit hinter sich und nahm die ZuhörerInnen stattdessen mit in die Wildnis. Dabei gab sie nicht nur Einblicke in ihre zehnjährige Forschungsarbeit rund um und mit den Wölfen im Regenwald im Westen Kanadas, sondern sprach auch über die Rückkehr der Wölfe, die hierzulande in Kürze zu erwarten ist. Um diese langfristig möglich zu machen, appellierte sie vor allem an die Toleranz der lokalen Bevölkerung gegenüber den Tieren, denn diese sei der wichtigste Einflussfaktor für die Ausbreitung der wilden Wölfe.

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Wie oft Armut, schlechte Gesundheit und Umweltverschmutzung direkt miteinander verwoben sind, vor allem auch in den USA, verdeutlichte anschließend Dr. Robert Bullard, „Father of Environmental Justice“ und Dekan an der Texas Southern. Unter dem Titel „Talking Clean and Acting Dirty“ zeigte er anhand zahlreicher Statistiken, dass in den USA vor allem der ZIP-Code darüber entscheidet, wie sauber die Umwelt ist, in der man sich bewegt. Die ärmsten Staaten der USA im Südosten des Landes, in denen auch der Großteil der schwarzen Bevölkerung zu finden ist, sind auch jene mit dem höchsten Verschmutzungsgrad. Die Gefahr, Opfer eines Chemieunfalls zu werden oder an Asthma oder Krebs zu erkranken, liegt hier deutlich höher als in den reicheren Bundesstaaten. Gleichzeitig ist in den südlichen Bundesstaaten der Energieverbrauch am höchsten, erneuerbare Energien sind noch kaum zu finden und Krisenpläne für den Fall von Klimakatastrophen sind quasi nicht vorhanden, und das obwohl die Küstengebiete zukünftig besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sein könnten.

Robert Bullards Fazit war dann auch eindeutig: Nachhaltigkeit darf sich nicht auf Umweltthemen beschränken, sondern muss in einem ersten Schritt vor allem auch soziale Ungleichheiten bekämpfen. Erst wenn diese beseitigt sind, sei Nachhaltigkeit in einem ökologischen Sinn überhaupt möglich. In den USA ist er allerdings nicht sehr optimistisch, was diese Entwicklung angeht, sondern verortet vielmehr die genau gegenteilige Entwicklung, in der Ungleichheiten (Wealth Gap, Health Gap, Income Gap) immer mehr zunehmen. Dementsprechend fordert er nicht nur ein Environmental Justice Gesetz, sondern auch mehr Aktivismus von Seiten der Bevölkerung, die ihre Rechte aktiv einfordern muss, um sie durchzusetzen.

Mehr Aktivismus und „Graswurzelbewegungen“ forderte schließlich auch Sarah Wiener in ihrem Vortrag über den Boden, die moderne Agrarwirtschaft und die moderne Lebensmittelindustrie. Die Menschen müssten aktiv auf eine nachhaltige Nahrungsproduktion pochen und auch selbst dazu beizutragen, sei es durch Urban Gardening, Restlkochen oder verantwortungsvollen Fleischkonsum.

Die nächsten ERDgespräche finden am 12. Mai 2016 statt – ein Termin, den man sich schon heute vormerken sollte.

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Veganmania 2015 in Wien: Wir waren dabei!

Letztes Wochenende war es soweit  – die 18. Veganmania ging in Wien von 3. bis 6. Juni 2015 über die Bühne. Für mich war es aber tatsächlich die allererste Veganmania,…

Letztes Wochenende war es soweit  – die 18. Veganmania ging in Wien von 3. bis 6. Juni 2015 über die Bühne. Für mich war es aber tatsächlich die allererste Veganmania, da ich um Großveranstaltungen in Wien üblicherweise einen ebenso großen Bogen mache. Doch die Neugier hat mich letzen Endes dazu getrieben, gemeinsam mit Sophie am ersten Tag der Veganmania, einem Mittwoch, dem veganen Sommerfestival einen Besuch abzustatten.

Die Veganmania fand dieses Mal direkt vor dem Museumsquartier statt, was für uns sowohl gut zu erreichen als auch leicht zu finden war. Zuerst ging es einmal quer über die ganze Fläche, damit wir uns einen ersten Eindruck verschaffen konnten, denn wir hatten leider nur fünf Stunden Zeit und wollten nichts Interessantes verpassen. Auf den ersten Blick kam mir die Größe und die Anzahl der Stände eher gering vor, ich hatte mit einem riesigen Festival gerechnet und mich gefragt, wo denn all die vielen verschiedenen Aussteller unterkommen. Dass sich die Aussteller zum Teil abwechseln habe ich erst später erfahren, das motiviert zwar einerseits, an mehreren Tagen zur Veganmania zu gehen, andererseits wäre es auch praktisch, bei einem Besuch alle Aussteller anzutreffen.

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Der erste Eindruck war sehr positiv, die Stände sahen alle sehr ansprechend aus und auch wenn sich einige Kleinigkeiten noch im Aufbau befanden, war alles sehr einladend gestaltet. Am Ende unseres ersten Rundgangs kamen wir bei der Tombola an und es war um mich geschehen. Ich liebe Tombola! Jedes Los kostete einen Euro und der Erlös ging zu Gunsten des Veranstalters, der Veganen Gesellschaft Österreich. Als uns die drei sehr netten Mädels informierten, dass es auch bei Nieten sehr – wie ich finde – attraktive Trostpreise gibt, konnte ich mich nur mit Mühe zurückhalten, nicht mehr als fünf Lose zu kaufen.

Gewonnen habe ich vegane Würstel – Käsekrainer und Frankfurter – und Grill-Senf sowie zwei kleine Packungen Mandelmilch. Meine Laune stieg schlagartig, bei der Ankunft war ich nämlich von einer relativ kurzen Nacht noch ziemlich erschöpft. Tombola, Gewinnspiele oder auch Gesellschaftsspiele machen mir einfach einen Riesen-Spaß. Nicht ohne Grund verlost The bird’s new nest jede Woche Give-Aways, das Veranstalten von Verlosungen finde ich nämlich genauso spannend.

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Der erste Aussteller, den Sophie und ich nach dem Tombolaspaß besuchten war MY E.bio – es gab Gummibärchen, Nahrungsergänzungsmittel speziell für Veganer und Energydrinks zu verkosten. Sehr interessiert haben uns die Nahrungsergänzungen betreffend Eisen und B12, über die wir auch umgehend informiert wurden, und den verkosteten Energydrink habe ich als lecker befunden.

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Ein Stand, der schon beim ersten Rundgang sehr stark heraus gestochen ist, war der von lovesign. Schick in weiß gehalten kamen die schönen Shirts des veganen und nachhaltigen Modelabels richtig gut zur Geltung. Die Gründerin Irina hat uns über lovesign und die derzeit laufende Crowdfunding-Kampagne informiert. Ich war so beeindruckt, dass ich einen Artikel über lovesign veröffentlicht habe, um Irina bei ihrem Crowdfunding zu unterstützen.

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Fancy vegan shoes? Das braucht man mich nicht zwei Mal zu fragen – ab in den Stand von avesu! Die Espadrilles am unteren Bild haben es mir sofort angetan, im Stand selber gab es dann aber nochmal so viele schicke Schuhe und Taschen.

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Von der großen Auswahl war ich begeistert, aber ich wurde eines besseren belehrt, als ich ein paar Tage später den Online-Shop von avesu besucht habe – das Angebot ist riesig und auf jeden Fall einen Besuch wert!

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Die kulinarische Auswahl auf der Veganmania war sehr vielfältig, aufgrund der unglaublichen Hitze wurde die Mittagspause von uns bei Pirata Sushi eingelegt.

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Die veganen Makis – unter anderem mit Mango – waren unglaublich lecker und erfrischend, auch hier kann ich einen Besuch im Lokal in der Neubaugasse in Wien nur wärmstens empfehlen.

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Platz um sich zum Essen und Trinken niederzulassen gab es reichlich, wobei die Veganmania schon am ersten Tag äußerst gut besucht war, und an den weiteren Tagen vermutlich ein gewisser Platzmangel herrschte.

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Unser nächster Stopp war bei Goldwürze, wo Sophie zuerst die Bio-Suppe und dann etwas skeptisch die bioveganen Gewürzmischungen in Rohkostqualität aus Tirol verkostete.

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Die Skepsis wich schnell einer Euphorie, offensichtlich schmeckte eine Gewürzmischung besser als die andere. Und um Sophie kulinarisch zu beeindrucken muss schon einiges geboten werden!

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Danach besuchten wir Christian von MyEy, mit dem wir uns ziemlich lange unterhalten haben. MyEy ist ein biologisch zertifizierter Eiersatz, der auch aufschlagbar ist. Das Gespräch war so interessant, dass ich Christian um ein Interview gebeten habe.

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Das wird also nicht das letzte Mal sein, dass ihr auf The bird’s new nest von MyEy lest.

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Zwischendurch waren wir noch bei Cositas Veganas, einem veganen Catering-Service für Wien. Auch hier haben wir mit der Inhaberin Dominique ein längeres Gespräch geführt, die Produkte an ihrem Stand sahen alle sehr lecker aus. GO&HOME, der veganen Naturkosmetik aus Tirol, haben wir ebenfalls einen kurzen Besuch abgestattet, die Marke habe ich tatsächlich erst vor kurzem durch die Love Beauty Box kennengelernt und bin sehr begeistert von den Produkten.

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Sehr begeistert war ich auch, als ich erfahren habe, dass die beiden Gründerinnen von Gary Mash aus der Steiermark stammen. Aus unerfindlichen Gründen war ich der Meinung, dass Gary Mash eine deutsche Marke sei.

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Eine der Gründerinnen, Maggy, hat uns diesbezüglich aufgeklärt und uns einiges über das Label verraten – auch hier habe ich mir nach der Veganmania den Online-Shop genauer angesehen und war von dem individuellen Design der Produkte begeistert.

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Kurz vor unserem Aufbruch musste noch Zeit für zwei Kugeln Eis von Veganista sein, mit Erdbeere und Brownie wurde dann der Hitzepegel ein wenig gesenkt – superlecker!

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Geschafft haben wir es dann nicht mehr zum Espressomobil, das superschnuckelig aussah und mit Kaffee und Cookies lockte. Da war unsere verfügbare Zeit leider schon um und der Magen voll.

Das Fazit meines ersten Veganmania-Besuchs? Es hat mir unglaublich gut gefallen! So gut, dass ich nicht nur jedem, der mir in den Tagen, als die Veganmania noch gelaufen ist empfohlen habe, unbedingt hinzugehen, sondern auch so gut, dass ich in Erwägung gezogen habe, am Sonntag nochmals hinzuschauen. Bis ich realisiert habe, dass die Veganmania nur von Mittwoch bis Samstag lief.

Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hingehen, denn ab sofort lasse ich mir die Veganmania sicher nie wieder entgehen. Die Aussteller waren sehr nett, die Stände und präsentierten Produkte interessant, das Essen war lecker, die Location war super – einfach alles top. Nachdem sich Wien ja so langsam zum veganen Mekka entwickelt, würde ich der Veganmania locker zutrauen, die doppelte Fläche zu füllen und fünf Tage lang die BesucherInnen zu begeistern. Wir haben einige Personen getroffen, die für die Veganmania von weiter weg angereist sind oder sogar ihren Urlaub in Wien so geplant haben, dass er zur Zeit der Veganmania stattfindet.

Ist die Veganmania nur etwas für Veganer? Absolut nicht, das Festival macht einfach Spaß und ich kann nur empfehlen so wie ich einfach vorbeizuschauen und sich davon zu überzeugen. Gratulation an die Vegane Gesellschaft Österreich zu diesem gelungenen Festival und an dieser Stelle auch vielen Dank für die zur Verfügung gestellten Bilder!

 

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage der Veganmania: veganmania.at

Hier geht es zur Facebook-Seite der Veganmania: facebook.com/veganmania.at

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Workshop bei makeupbine: Vegan Kochen & Backen für Anfänger

Vegan – wie geht das? Sabine Burggraf aka makeupbine zeigt in ihren Workshops, wie man es als Anfänger zu einem vollblütigen Veganer schafft, oder wie man mit ein bisschen veganer…

Vegan – wie geht das? Sabine Burggraf aka makeupbine zeigt in ihren Workshops, wie man es als Anfänger zu einem vollblütigen Veganer schafft, oder wie man mit ein bisschen veganer Kreativität seine tägliche Routine aufpeppen kann. Ich durfte vor Ostern an einem ihrer Workshops teilnehmen: Vegan Kochen & Backen für Anfänger. Ich bin zwar keine Veganerin, mische jedoch meine Ernährung gerne auf und mag es, gesunde Abwechslung zu haben. Ich war mir natürlich nicht sicher, wen ich bei so einem Kurs antreffen würde, denn bekehrt wollte ich eigentlich nicht werden.

Kochen mit makeupbine

Kochen mit makeupbine

Ich riskierte es und lernte fünf sehr nette, völlig unterschiedliche Frauen vor Ort kennen. Eine Pilatestrainerin, eine Siebdruckerin, eine Eventmanagerin und Studentinnen, die alle etwas anderes von dem Kurs erwarteten, sei es mehr Abwechslung und Inspiration als Veganerin oder eine Alternative zu den täglichen Fleischgerichten. Es war eine kunterbunte Mischung, aber die Atmosphäre war dafür umso inspirierender. Sabine erzählte uns mehr über sich selbst, ich war danach natürlich die erste Person, die ihr kleines Fleischgeheimnis beichten durfte. Zu meiner Verwunderung rief dies jedoch keine veganen Prediger auf den Plan! Die Verteilung war sehr ausgeglichen: Drei Veganerinnen und drei Nicht-Veganerinnen.

Danach ging es auch schon in die Küche. Diese bot einen sehr interessanten Einblick in das Leben einer Veganerin. Überall standen Glasbehälter mit unterschiedlichsten Arten von Bohnen, Samen, Weizenprodukten oder eingelegten Pflänzchen. Alles wird bei Sabine umweltfreundlich, bevorzugt in Glasbehältern, aufbewahrt.

Zucchini Nudeln mit Amaranth-Bolognese

Zucchini-Nudeln mit Amaranth-Bolognese

Die Rezepte waren auch schon vorbereitet und luden zum einfachen Nachkochen ein: Bärlauchsuppe, Zucchini-Nudeln mit Amaranth-Bolognese, veganem Parmesan und Salat als Beilage. Und Bärlauch Maki. Als Dessert war ein Karottenkuchen geplant.

So ging es auch schon ans Schnippeln, Rühren, Wiegen und Fragen stellen, denn vegane Küche erfordert doch einiges an zusätzlichem Ernährungswissen. Mit meiner Vorliebe für Süßigkeiten konnte ich auch nicht lange hinterm Berg halten. Ich war “Waage und Rührgerät” für den Karottenkuchen, Maki habe ich auch “gerollt”. Damit war der Abend perfekt, denn ich durfte bei den von mir favorisierten Gerichten Hand anlegen.

Sabine erklärte während des ganzen Abends leidenschaftlich Interessantes über vegane Ernährung, gab Tipps und verriet Tricks und betonte die Wichtigkeit der Geschmacksrichtung „Umami“ bei der Zubereitung. „Umami“ ist der typische Geschmack von proteinreicher Nahrung, der eine Speise „fleischig“ und „wohlschmeckend“ werden lässt.

Ein faszinierendes Küchengerät, welches ich zum ersten Mal gesehen habe, war der Lurch. Es erlaubt, eine Zucchini einfach und schnell in Nudeln zu verwandeln, und eröffnet somit neue, interessante Möglichkeiten für die Gemüseverarbeitung.

Lurch

Der Lurch

Ein anderer Trick, den Sabine uns verraten hat, ist die Zubereitung von veganem Parmesan. Ich war überrascht, wie ähnlich das Endprodukt einem echten Parmesan kam. Das Rezept ist nämlich ganz einfach: 50g Gomasio (gemahlener Sesam und Salz) und 50g Hefeflocken vermahlen. Probiert aus, wie lecker eine selbst gemachte Parmesanalternative schmecken kann!

Ich muss sagen, das komplett vegane Essen war überraschend lecker und ich werde einige Erkenntnisse in meinen Speiseplan aufnehmen. Allerdings bin ich noch nicht so weit, meine Gewohnheiten ganz aufzugeben und auf tierische Produkte zu verzichten.

veganer Parmesan & Bärlauch Maki

Veganer Parmesan & Bärlauch Maki

Zu meiner positiven Überraschung erhielt ich nach dem Kochkurs eine detaillierte Basic-Vegan-Informationsmappe zugeschickt. Zusammenfassend kann ich den Kurs wärmstens empfehlen, ob nun zum Erweitern des Ernährungshorizonts oder um neue Leute und vor allem Sabine persönlich kennen zu lernen.

Ich habe euer Interesse geweckt und ihr wollt nun auch in die vegane Welt eintauchen? Dann nichts wie hin zu makeupbine.com, dort könnt ihr detaillierte Informationen zu ihren Workshops finden – von veganer DIY-Naturkosmetik bis hin zu Kräuterwanderungen ist alles vertreten. Einen weiteren Erfahrungsbericht findet ihr hier, Tanja hat den Workshop“Naturkosmetik selber machen X-MASpecial“ besucht.

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Unfuck the world? Unfuck the world! (Un)konferenz zu Nachhaltigkeit im Kulturbereich im Tanzquartier Wien

Wie nachhaltig ist der Kulturbereich? Welche nachhaltigen Konzepte könnten auf diesen übertragen werden? Und macht das überhaupt Sinn? Diese und ähnliche Fragen stellten sich Kunstschaffende, VeranstalterInnen, WissenschaftlerInnen und interessiertes Publikum vergangenen…

Wie nachhaltig ist der Kulturbereich? Welche nachhaltigen Konzepte könnten auf diesen übertragen werden? Und macht das überhaupt Sinn? Diese und ähnliche Fragen stellten sich Kunstschaffende, VeranstalterInnen, WissenschaftlerInnen und interessiertes Publikum vergangenen Freitag bei der (Un)conference on the question of sustainability in relation to artistic production between autonomy and participation im Tanzquartier Wien. Die (Un)konferenz, die dort gemeinsam mit dem European Dancehouse Network und in Kooperation mit dem Dachverband Tanz Deutschland am 24. und 25. April 2015 stattfand, widmete sich in Keynotes und nachmittäglichen Open Spaces den Verbindungslinien zwischen Nachhaltigkeit und Kulturproduktion und den Herausforderungen, die einem nachhaltigen Agieren im Kunst- und Kulturbereich zuwiderlaufen.

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Ein Punkt, der dabei immer wieder zur Sprache kam, war die Schnelllebigkeit des aktuellen Kulturbetriebs, vor allem im (freien) Tanz- und Performancebereich. Gemeint ist damit die konstante Beschleunigung der Produktionsbedingungen, unter denen KünstlerInnen häufig gezwungen sind, innerhalb immer kürzerer Zeitabschnitte, immer mehr neue Projekte zu verwirklichen. Erstens um die konstante Lust nach Neuem der KulturbesucherInnen zu befriedigen („das Recht auf die Premiere“), aber auch um das eigene Auskommen sichern zu können. Prekäre Lebensbedingungen im Kunst- und Kulturbereich sind leider nach wie vor keine Seltenheit. Erschwerend kommt hinzu, dass es aufgrund fehlender Netzwerke oft keine Möglichkeiten gibt, die Stücke mehrmals an verschiedenen Orten zu zeigen – Stücke werden also oft nur für ein bis zwei Vorstellungen kreiert. Das ist nicht nur frustrierend für die KünstlerInnen selbst, besteht doch wenig Möglichkeit eine Arbeit jemals völlig reifen zu lassen, auch im Sinne einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen (Zeit, Geld, Energie, Rohstoffe etc.) ist dieses Vorgehen zu hinterfragen.

Auch das Förderwesen ist nicht unbedingt auf Langlebigkeit ausgerichtet. Projekte, wie sie der slowenische Konzeptkünstler Janez Janša (früher bekannt als Emil Hrvatin) realisiert, und in seiner Keynote auch vorstellte, hätten es zum Beispiel wahnsinnig schwer, eine öffentliche Förderung zu bekommen. So dauert sein gemeinsam mit zwei anderen Künstlern realisiertes Projekt um die offizielle Namensänderung in den Namen des rechten Politikers Janez Janša mittlerweile acht Jahre und kann somit kaum mehr überhaupt als Projekt bezeichnet werden, zumal auch nicht klar ist, ob und wann es jemals enden wird (weitere Informationen zum name change findet ihr hier und hier).

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Nach dem Motto „Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht das bedingungslose Grundeinkommen. Bedingungsloses Grundeinkommen ermöglicht Entschleunigung ermöglicht Nachhaltigkeit.“ propagierte Diplompsychologin und Kuratorin Adrienne Goehler das bedingungslose Grundeinkommen als Ausweg aus dem Beschleunigungsstrudel, nicht nur als adäquates Mittel zur Armutsbekämpfung, sondern auch als Demokratisierungsinstrument, das Möglichkeiten zur Selbstermächtigung in sich trägt. Jacob Bilabel von der Green Music Initiative, einer der Keynote-Speaker vom zweiten Konferenztag, wollte in der Diskussion von Entschleunigung hingegen nichts wissen und sprach sich ganz im Gegenteil sogar für eine Beschleunigung aus, allerdings für ein Mehr vom Guten und ein Weniger vom Schlechten (Utopie vs. Dystopie).

Schlussendlich stand auch die Frage im Raum, welche (inhaltliche) Rolle die Kunst in unserer Gesellschaft heute einnimmt und mit welchen Mitteln sie dazu beitragen kann, eine bessere Gesellschaft zu etablieren und ob sie das überhaupt sollte („die Verantwortung des/r KünstlerIn als BürgerIn vs. die Freiheit der Kunst“). Sicher ist auf jeden Fall, dass KünstlerInnen immer wieder verschiedene Krisen als Ausgangspunkt für ihre Arbeit nehmen, um so Ereignisse in den Mittelpunkt zu stellen, die längst aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden sind. An diesem Punkt anzuknüpfen könnte für diesen produktiv sein. Wie Adrienne Göhler meinte: „Leute, die aus dem System heraustreten, verändern damit immer auch das System“. Eventuell bietet sich in diesem Zusammenhang ja nicht ausschließlich die Möglichkeit, den Finger in offene Wunden zu legen, sondern stattdessen auch alternative Lebens- und Handlungsentwürfe in den Fokus zu rücken, die bereits jetzt ein nachhaltigeres, entschleunigteres Leben möglich machen.

 

Weitere Informationen zur Konferenz, insbesondere zum zweiten Tag, der hier nicht abgedeckt wurde, stehen auf der Website des Tanzquartier Wien (hier und hier) zur Verfügung. Auf dem Youtube-Channel des Tanzquartiers kann man außerdem die Video-Dokumentation der Konferenz online nachsehen.

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Tübingen – Studieren in Grün oder: Was die jüngste Stadt Deutschlands so besonders macht

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so…

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so schön sein soll, denn ich verband mit der Stadt immer hartes Studium, Einbahnstraßen und besetzte Hippiehäuser. In den Semesterferien wehten die Steppenhexen durch die Innenstadt, weil alle Studenten zu ihren Eltern gefahren waren. Ich, deren Eltern ab dem zweiten Semester im Ausland lebten, war gefühlt der einzige Mensch. Der Mensch, dessen Schritte einsam durch die kopfsteingepflasterte Altstadt hallten. Tübingen – von meinen Freunden und mir liebevoll Trübingen genannt – dieses grauenvoll langweilige Tor zur Albhölle. Wir fragten uns, warum wir nicht hip sein konnten und bereuten, dass wir uns aufgrund unserer postabiturialen Abnabelungsproblematik nicht vernünftigerweise in Berlin, Hamburg, München oder einer anderen coolen Stadt beworben hatten. Stattdessen wollten wir lieber in erreichbarer Nähe des Elternhauses bleiben und saßen somit in diesem schwäbischen Kehrwochenprovinzkaff fest, in dem man resignierend dankbar klatschte, weil irgendwann ein H&M eröffnete. Wir saßen in dieser Stadt, die durch ausländische Studenten, die in riesigen steinernen Vagina-Skulpturen hängen bleiben, in die internationalen Medien gelangt war.

Neckarfront. Foto: Werner Arnold

Nachdem ich mit dem Studium endlich fertig und somit aus Tübingen weggezogen war, fing ich aus unerklärlichen Gründen plötzlich an, diese Stadt zu vermissen. Ich vermisste es, im Sommer auf der Neckarmauer zu sitzen und ein Eis der besten Eisdiele Tübingens zu essen. Nachts im Stocherkahn – und Stocherkähne gibt es nur in Tübingen – zu liegen, dabei die Sterne zu beobachten, den leisen Wellen des Neckars zu lauschen und einfach mit Freunden durch die Nacht zu quatschen. Mir fehlte, schnell und sicher mit dem Fahrrad zu Kommilitonen zu fahren. Völlig problemlos. Na ja gut, völlig ist übertrieben – immerhin hat Tübingen auch durch seine Hügel einen gewissen Bekanntheitsgrad auf Youtube erlangt (Stichwort: Tübingen, warum bist du so hügelig). Vielleicht lag es auch daran, dass ich durch einen Zufall nun wirklich auf der Alb gelandet war, sprich: das Tor zur „Albhölle“ hatte ich durchschritten. Trotzdem begann ich langsam zu verstehen, was an Tübingen „so schee“ ist und warum man auf der Alb meinte, ich käme aus der „Ökostadt“…

Die Neckarmauer

Tübingen liegt 35 Kilometer südlich von Stuttgart und hat rund 85.000 Einwohner, deren Altersdurchschnitt mit 39 Jahren der niedrigste in ganz Deutschland ist. An der Uni Tübingen gibt es fast 30.000 Studenten aller Fachrichtungen, die sich im Sommer in den Cafés der Stadt tummeln. Zwar befand sich Tübingen im Jahr 2013 auf Rang 6 der teuersten Städte Deutschlands, was die Mietpreise betrifft. Die Stadt hat aber dennoch einiges vorzuweisen, was sie für junge Menschen attraktiv macht. Hierzu gehört beispielsweise die gute Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel, was unter anderem der Arbeit des Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), der dazu steht, ein „Öko-Spießer“ zu sein, zu verdanken ist. Da dieser aber nur der OB Tübingens und nicht derjenige der angrenzenden Städte ist, hört die gute Infrastruktur leider mit dem Ortsschild auf. Will man aus Tübingen raus, braucht man Zeit und gute Nerven. Ich spreche aus Erfahrung, ich bin immerhin drei Jahre gependelt. Aber das empfindet natürlich jeder anders.

Autos kommen nicht weit

Das Französische Viertel wurde vom Spiegel unlängst als grüne Hölle bezeichnet. Ja genau, das Französische Viertel, wo gutsituierte Erstlings-Mütter zu ihrem handgewalkten Dinkelschrot-Brötchen Soja-Latte trinken, während ihre Kinder gut betreut untergebracht sind. Familienfreundlichkeit schreibt man in Tübingen groß. Immerhin hat die Stadt die höchste Betreuungsquote für Kleinkinder in Baden-Württemberg vorzuweisen. Die an moderne Wohnhäuser angrenzenden kontrastiven Wagenburgen prägen das Bild des Französischen Viertels. Studenten wohnen hier wenige. Die finden sich eher im Stadtteil Waldhäuser-Ost, kurz: WHO. Schön ist es dort allerdings nicht, außer wenn man die trist-grauen Hochhäuser nicht von außen betrachtet, sondern hineingeht und von dort die Aussicht über Tübingen genießt. In Anbetracht der Mietpreise sind diese Wohnblöcke allerdings für viele die einzige Möglichkeit, in Tübingen zu wohnen. Wer zum WHO mit dem Fahrrad fährt, ist natürlich schon ein fortgeschrittener Tübinger. Normale Menschen nehmen hier den Bus. Das Semesterticket ist ebenfalls bezahlbar, auch wenn es jedes Jahr teurer wird (2005: 35,10 Euro, 2015: 78,90 Euro). Dennoch, diese 13 Euro im Monat kann man verschmerzen.

Innenstadt. Foto: Werner Arnold

Als Autofahrer kommt man in Tübingen ohnehin nicht weit. Als Fahrradfahrer hat man es umso leichter. Beim Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) landet Tübingen in der Gruppe von Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern landesweit auf dem ersten Platz der fahrradfreundlichsten Städte. Bundesweit steht die Stadt auf Rang sechs von 100 Städten ähnlicher Größe. Und so habe sogar ich, als beispiellose Repräsentantin der schwäbischen Liebe zum Automobil, mir in Tübingen ein Fahrrad zugelegt. Und dann nochmal eines. Und nochmal eines. Denn hier kommen Fahrräder leider auch mal abhanden. Meine wurden beide aus einer verschlossenen Tiefgarage gestohlen. Aber in Tübingen ist man da nicht so. Man gibt ja gerne! Das zeigt sich auch darin, dass man in Tübingen jederzeit kistenweise Sachen auf die Straße stellen kann. Versehen mit einem „Zu verschenken“ Zettel findet hier wirklich alles schnell neue Besitzer. Modernes Recycling. Verschenken statt wegwerfen. In keiner anderen Stadt habe ich das in so ausgeprägter Form erlebt.

Veni, vidi, vegi – ich kam, sah und… aß vegetarisch!

Aber zurück zum Fahrrad, mit dem ich locker in die Innenstadt komme, wo ich mich mit Freunden zum Kaffeetrinken treffen kann. Soja-Cappuccino versteht sich, denn in Tübingen haben Vegetarier und Veganer ein leichtes Leben. Mehrere Bioläden verteilen sich über die Stadt und auch vegane Cafés gibt es, wie beispielsweise das Vegi in der Kornhausstraße. Den besten veganen Hotdog bekommt man übrigens bis spät in die Nacht im Rock and Dog in der Mühlstraße. Daneben befindet sich der Imbiss Kasvis, welcher ausschließlich vegane Leckereien verkauft.

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Das Tübinger Nachtleben bietet vor allem gemütliche Kneipen und Bars. Und unter uns: wer seine gekleiderkreiselten Prada-High-Heels präsentieren möchte, findet sicher im Top 10 in der Südstadt ein paar Claqueure.

Auch in Tübingen ist nicht alles im grünen Bereich: Die Affenversuche

2014 erlangte die Stadt durch einen Bericht bei Stern TV traurige Berühmtheit. Es war die Rede von barbarischen Versuchen an Rhesusaffen, die an drei Tübinger Instituten stattfinden. Untermauert wurde dieser Vorwurf durch Videoaufnahmen, die heimlich gedreht worden waren. Tübingen ist eine der letzten vier deutschen Städte, in denen diese Versuche noch durchgeführt werden. In allen anderen Städten wurden sie abgeschafft und von den Behörden wegen ihrer Grausamkeit verboten. Gerade eine Stadt, in der so viele Querulanten und Freidenker unterwegs sind, spürt die Konsequenzen. Einige Wochen nach der TV-Ausstrahlung zog ein großer Demonstrationszug mit 1.200 Teilnehmern durch die Stadt. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat hiernach das Max-Planck-Institut durchsuchen lassen. Der Verdacht: Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Wie die Sache ausgeht, ist ungewiss.

Tübingen erlebt sein blaues Wunder

Nichtsdestotrotz bleibt Tübingen in vielen Köpfen eine Ökostadt. „Tübingen macht blau“ lautet das Motto einer Klimaschutzkampagne, die 2008 von Boris Palmer ins Leben gerufen wurde. 10 % weniger CO2 bis 2010 war das Ziel und alle Bürgerinnen und Bürger sollten dabei helfen. Das Resultat sind 18 % weniger CO2 pro Kopf im Jahr 2013 gegenüber 2006, 10.000 Ökostrom-Kunden der Stadtwerke Tübingen, immer mehr Menschen, die Carsharing betreiben und vieles mehr. Das neue Ziel sind weitere 25 % bis 2022.

Die bunte Mischung

Ich für meinen Teil finde Tübingen keinesfalls grün. Für mich ist Tübingen bunt. Ob Hippies, Snobs, Punks, Hipster, Akademiker, Nerds oder Dinkelschrotmütter, in keiner anderen Stadt sind mir so unterschiedliche Menschen begegnet, die trotzdem ein Miteinander geschaffen haben, in dem sich jeder wohl fühlt. Und welcher andere Oberbürgermeister führt seinen Wahlkampf schon vor Ort beim Wähler in einer Studenten-WG?

Neckarfront

Ich freue mich jedenfalls auf den Sommer und auf ein Eis, das ich dann auf der Neckarmauer sitzend genießen kann, während zu meinen Füßen die Stocherkähne über das Wasser fahren. Im Winter komme ich dann nochmal, zur chocolART – Deutschlands größtem Schokoladenfestival. Natürlich nur, wenn die Witterung zulässt, dass es die Postkutsche von der Alb nach Tübingen schafft. Die darf ja auch in die Umweltzonen.

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Greenshowroom 2015 im Postbahnhof Berlin

Berlin scheint sich zu einer Modehauptstadt zu mausern. Während meines Ausflugs in die Hauptstadt Deutschlands war ich nicht nur beim UND GRETEL Naturkosmetik-Launch, sondern besuchte auch den Green Showroom. Dort stellten sich…

Berlin scheint sich zu einer Modehauptstadt zu mausern. Während meines Ausflugs in die Hauptstadt Deutschlands war ich nicht nur beim UND GRETEL Naturkosmetik-Launch, sondern besuchte auch den Green Showroom. Dort stellten sich auf zwei Etagen Labels vor, die ökologisch und fair produzieren. Diese Ordermesse hat mich begeistert, denn wer hätte gedacht, dass es bereits so tolle, hochqualitative und vor allem modische grüne Designer gibt! Diese Messe ist leider nur für Presse und Einkäufer gedacht und deshalb für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, jedoch kann auf deren Homepage eine Ausstellerliste eingesehen werden.

Ein Tipp von mir: Geht auf die Website und schaut euch an, welcher Designer euch anspricht. Danach könnt ihr auf dessen Seite die Lookbooks einsehen, so die Kollektionen kennen lernen und entweder gleich online bestellen oder die Shoplisten durchforsten um einen Store in eurer Nähe zu finden. Auch ein toller Trick um Inspiration für die kommende Saison zu sammeln!

Hier meine Eindrücke und Lieblingslooks:

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Die Location

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by Marion Kracht for Lana

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Aus Karton wird ein Sofa.

by Room to Roam

by Room to Roam

Ich in einem Jungle Folk cape - sehr empfehlenswert!

Ich in einem Jungle Folk cape – eines meiner Lieblingsteile!

 

 

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Workshop bei makeupbine: Naturkosmetik selber machen X-MASpecial

Beschäftigt man sich etwas näher mit den Inhaltstoffen seiner Kosmetik und Pflegeprodukte, kommt man schnell ins Grübeln. Was sind denn das alles für Stoffe, die da aufgeführt werden und braucht…

Beschäftigt man sich etwas näher mit den Inhaltstoffen seiner Kosmetik und Pflegeprodukte, kommt man schnell ins Grübeln. Was sind denn das alles für Stoffe, die da aufgeführt werden und braucht man sie alle oder schaden sie meinem Körper vielleicht sogar? Um mich vor schädlichen Inhaltsstoffen wie Mikroplastik, Aluminium, Silikonen und hormonellen Wirkstoffen wie Parabene zu schützen, greife ich in den Geschäften nur noch zur Naturkosmetik. Aber auch hier gibt es enorme qualitative Unterschiede und es ist schwer, Plastikverpackungen zu vermeiden.

Aus diesem Grund habe ich mich gefragt, ob man sich seine Pflegeprodukte nicht leicht selbst herstellen kann. Man kann! Und genau das hat mir Sabine in ihrem Workshop „DIY Naturkosmetik X-MASpecial“ gezeigt. Sabine selbst ist Make up Artist & Beauty Coach, Bodyvital- & vegane Ernährungstrainerin und seit kurzem auch Grüne Kosmetik Pädagogin. Die besten Voraussetzungen also, um uns alle nötigen Informationen mitzugeben.

Im X-MASpecial Workshop haben wir Kosmetik produziert, die sich besonders gut als Geschenk eignt und haben dafür auch gleich einige Tipps und nette Verpackungsideen bekommen. Bereits im Vorfeld wurde festgelegt, dass wir folgende Produkte herstellen werden: Lippenbalsam, Körperpeeling, Bodybutter, Badebomben, Seifenkekse und Badesalz.

Der Workshop

Am Tag des Workshops ging ich bewaffnet mit Kochschürze, Handtuch und etlichen Glasgefäßen zu Bine, gespannt, was mich erwarten würde. Erwartet hat mich eine sehr nette und auf Anhieb sympathische Frau – Sabine, oder von ihrem Blog besser bekannt als „makeupbine“ – und weitere sieben Teilnehmer.

Zu Beginn stand eine Kennenlernrunde auf dem Programm und wir tauschten uns allgemein über Kosmetik aus. Worauf sollte man beim Kauf von Kosmetik achten, welche Marken sind weniger gut und welche sind empfehlenswert, welche Inhaltsstoffe sollte man vermeiden und was ist wichtig für den Körper? Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Bines Ansatz „Verwende für deine Haut nur, was du auch essen würdest“. Damit ist zum einen gemeint, dass nur natürliche Rohstoffe wie Kakaobutter, Kräuter, Salz und ätherische Öle verwendet werden, aber auch, dass der beste Vitaminlieferant für unseren Körper kein im Labor hergestelltes Wundermittel ist. Eine Maske aus einer reifen Frucht hergestellt liefert der Haut alle Vitamine, die sie braucht.

Nach dieser spannenden Theorieeinheit geht es nun darum, dies in die Praxis umzusetzen. Wir werden von Bine dafür in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe geht zuerst in die Küche, die andere benötigt vorerst noch keinen Herd. Bine agiert als Springerin zwischen den beiden Gruppen, um uns helfend zur Seite zu stehen.

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Trockenübung

Zuerst sind bei mir also Badesalz, Seifenkekse und das Körperpeeling an der Reihe. Badesalz und Körperpeeling haben mich durch deren Einfachheit sofort überzeugt und die Rezepte sind nun definitiv in meinem Standardrepertoire aufgenommen. Bei den Seifenkeksen war ich allerdings etwas enttäuscht, denn wir haben keine Seife selbst gemacht, sondern gekaufte Seife zum verschenken „aufgepimpt“. Eine sehr süße Idee, die bei den Beschenkten auch super ankommt, aber es ist für mich eben keine DIY-Naturkosmetik und damit nicht ganz richtig platziert.

Kochprogramm

Danach ging es weiter in die Küche. Hier konnten wir Körperbutter, Badebomben und Lippenpflege herstellen. Darauf habe ich natürlich besonders gewartet, denn die Industrie verkauft uns das ja als teures, aufwändiges Verfahren. Umso überraschender war es, wie einfach es ist, diese Dinge selber zu machen.

Die Grundzutaten bei unseren Rezepten waren Kakaobutter, Shaebutter und Pflanzenöl. Je nach Produkt wurden noch Zutaten wie Natron, Stärke, Zitronensäure und ätherische Öle verwendet. Die große Kunst steckt im Mischungsverhältnis. Als Anfängerin, wie ich es bin, sollte man sich also unbedingt an erprobte Mixturen halten. Mit Bines Rezepten war es ganz einfach: Die schmelzenden Zutaten in ein Gefäß, erhitzen, rühren, eventuell zusätzliche Zutaten hinzufügen und dann in Förmchen füllen und ab in den Kühlschrank. Kostenpunkt: Wenige Euro, Zeitaufwand: Etwa 15 Minuten für ein Produkt.

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Weiters ist mir Bines Organisation positiv in Erinnerung geblieben. Ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn jemand Kurse quasi in seinem Wohnzimmer abhält, aber bei Bine hat alles von der ersten bis zur letzten Minute gepasst. Einerseits habe ich mich wie bei einem netten Mädelsnachmittag gefühlt, andererseits erkennt man bei Bine den ganzen Nachmittag über eine gute Struktur. Man merkt einfach, ihr liegt das Thema am Herzen, sie hat sich Gedanken gemacht und vorbereitet und vor allem ist sie mit Leidenschaft bei der Sache. Das sieht man auch an ihrem siebenseitigen Skript welches jeder Teilnehmer zugesendet bekommt, mit allen Rezepten des Nachmittags und einem Basistheorieteil zum Nachschlagen.

Hard facts

DIY Naturkosmetik X-MASpecial
Samstag, 22. November 2014, ab 12 Uhr (ca. vier bis fünf Stunden)
Kursgebühr: 70 Euro (+ 15 Euro Materialkosten, inkl. fertige Produkte, Skriptum, Getränke, Snacks)

Mein Fazit

Ich nehme unglaublich viel mit von diesem Nachmittag und bin nun bestärkt in meinem Vorhaben, mir meine Kosmetik in Zukunft öfter selbst zu kreieren. Beschäftigt man sich jedoch schon länger mit dem Thema und ist man selbst schon fest am Kosmetik rühren und möchte seinen Horizont erweitern, so ist man zwar bei Bine sicher an der richtigen Adresse, aber vermutlich nicht bei diesem Workshop. Für alle Neulinge in dem Bereich kann ich den Workshop aber nur empfehlen. In ihrem klassischen Workshop „DIY Naturkosmetik für Face & Body“ geht es bei Shampoo, Zahnpasta und Co mitunter auch etwas anspruchsvoller zur Sache, bei gleichzeitig maximal vier bis sechs Teilnehmern.

Alle zukünftigen Workshoptermine findet ihr hier bei makeupbine.

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