Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Saturday 22nd, March 2014 / 23:51 von
Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere NotwendigkeitenBild: Das Augustin

Servus, meine lieben Völleristen! Keine Ahnung, ob es diesen Begriff gibt, aber er passt ganz gut. Anyway, es geht wieder weiter mit zwei Lokaltestungen, die beide nicht weit von meinem Zuhause entfernt sind, was mir natürlich schön gelegen kommt. Aber lest selbst.

Das Augustin

Mitten im “wunderschönen” fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk, auch bekannt als Rudolfsheim-Fünfhaus, auf der ja nicht gerade für kulinarische Ergüsse bekannten Märzstraße, befindet sich schon seit einigen Jahren das Augustin. Anfänglich als eher normales Beisl gestartet hat es sich nun über die Jahre zu einem richtigen Schatz für die verschiedensten Menschen mit individuellen Ansprüchen entwickelt. So gibt es hier neben traditionellen Gerichten wie Filetsteak auch einiges an veganen und vegetarischen Gerichten, die sehr herausstechen und in dieser Form oft nicht einmal in speziellen, dafür ausgerichteten Lokalen zu finden sind.

Unter der Woche war das Augustin bisher vor allem als Abendlokal beliebt und bekannt, da es immer erst um 17 Uhr aufgesperrt hat. Vor kurzem hat sich aber auch das geändert: Ab 13 Uhr Mittags kann man jetzt beim sogenannten “Nachmittagskaffee” das nette Lokal besuchen. Am Wochenende, sprich Samstag und Sonntag, gibt es sogar schon ab neun Uhr morgens den “Frühstückssalon” der sich auch nochmal stark vom Abendgeschäft abhebt. Im Frühling und Sommer kann man die leckeren Schmankerln im kleinen aber feinen Gastgarten genießen.

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Bild: Das Augustin

Aber was steht nun eigentlich alles auf der durchmischten Speisekarte? Viele Speisen sind veganisierbar, andere bleiben so wie sind. Also gibt es für reine Pflanzenesser zum Beispiel Klassiker wie ein vegane Berliner Currywurst mit Pommes (sieht man in Wien ja auch nicht alle Tage) vegane, knusprige Tofu-Sticks und diverse Salate oder Snacks. Aber auch bei den Hauptmahlzeiten müssen wir nicht verhungern. Burger, Erdäpfelgulasch*, Grünkernbratlinge – hier geht es also eher deftig, aber doch gesund zu. Was das ganze natürlich noch besser macht: Man schmeckt gleich bei allen Gerichten heraus, dass hier mit hochwertigen Produkten gearbeitet wird und einiges davon soll auch Bio sein, was immer ein Pluspunkt ist.

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Bild: Das Augustin

Wer mehr der Frühstücksmensch ist hat aber auch beim Frühstückssalon genügend Auswahl. So gibt es zwar auch hier klassische Variationen mit Schinken und Lachs, aber auch das “Go Vegan” und das “Carole” – Tofuwrap, Salat, Avocado, Gurken, Haferbrei – und das um nicht mal acht Euro! Da darf man sich wohl nicht beschweren. Alle Kaffees und Kakaos gibt es selbstverständlich auch mit Sojamilch, was das ganze Frühstück noch perfekt abrundet. Aber auch wenn man einfach Abends auf einen Drink gehen will, gibt es hier die ganze Palette von Bier über Wein bis hin zu speziellen Longdrinks und auch meine liebsten antialkoholischen Getränke wie Club Mate und Fritz Kola. Das alles wird in wirklich netter Atmosphäre von netten Menschen geführt, da kann man auch die nicht so schöne Lage des Lokals ausblenden.

Vor kurzem hat hier auch noch ein weiteres Schmankerl gestartet: Jeden Sonntag gibt es im Augustin jetzt die “Sunday Sessions” wo bekannte Künstler wie zum Beispiel diesen Monat Clara Luzia oder Marilies Jagsch ab 20 Uhr Unplugged-Konzerte im kleinen Rahmen geben und man dazu lecker speisen und trinken kann.

Fazit: Ein wirklich heißer Tipp für alle die fernab vom Trubel der Großstadt einen gemütlichen Abend, vormittags oder nachmittags in feiner Atmosphäre mit gutem Essen und schöner Musik verbringen wollen.

Bewertung: 8/10
Märzstraße 67
1150 Wien

Mo – Do: 13:00 – 0:30 Uhr
Fr: 13:00 – 1:30 Uhr
Sa: 9:30 – 1:30 Uhr
So und Feiertags: 9:30 – 0:30 UHR

http://www.dasaugustin.at/

Ristorante Fiore

Als vor circa einem Monat die Meldung via Facebook kam, dass eine Pizzeria in meiner unmittelbaren Nähe eröffnet, die um die 40 (!) veganen Pizzen im Angebot hat war ich erst einmal ziemlich überrascht und voller Vorfreude. Als ich dann wenig später die Preise sah, wurden die anfänglichen Glücksgefühle wieder getrübt durch übertriebene Kalkulationen wie im Schnitt 13 Euro für eine ordentlich belegte Pizza. Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen das ganze mal zu testen um mir ein eigenes Bild zu machen und ich bin sehr froh, dass ich mich nicht von den anfänglich teuer erscheinenden Preisen habe abschrecken lassen.

Das Lokal befindet sich in einer Seitengasse direkt beim Westbahnhof, aber auch zur Mariahilferstraße ist es nur ein Katzensprung. Die Stollgasse kennt man vom Durchgehen aber sonst ist dort nichts, sie wirkt auch eher verlassen. Aber siehe da – ein Lichtblick. Schon von Weitem aus kann man durch ein großes, helles Schild erkennen, dass es sich hier um das “Ristorante Fiore” handelt. Beim Reinkommen dann erstmals überrascht: Erwartet hätte ich mir wiederum eher eine klassische, kleine Pizzeria aber dem ist nicht so. Man findet ein großes, sehr modernes Lokal vor, bei dem man merkt, das es gerade erst eröffnet wurde – alles ist noch so schön und frisch. Das ganze ist abgetrennt in einen Raucher- und einen Nichtraucher-Bereich, in dem sich auch der Holzofen, die Theke und die Küche befinden, man kann quasi direkt in das Geschehen hineinblicken. Begrüßt wird man vom unglaublich freundlichen Chef, ein richtiger Italiener eben. Lauthals und motiviert präsentiert er gleich die Speisekarte, auf der sich zu meiner großen Freude nicht nur die 40 veganen Pizzen finden, sondern auch Pasta und ein paar Fisch- und Fleischersatzgerichte.

Ohne zu fragen erklärt der Chef die Preise und warum sie so hoch kalkuliert wurden. Es gab noch einiges an Anfangsschwierigkeiten mit dem richtigen veganen Käse und diversen anderen Produkten, mittlerweile wurden die Preise aber auch schon gesenkt. Außerdem bekommt man als Veganer zu jedem Essen ein 0,5 Liter Getränk nach Wahl gratis, das heißt man zahlt im Schnitt sieben bis zehn Euro für die Pizzen, was ich irgendwie wieder gerechtfertigt finde, vor allem weil es nicht irgendwelche Fettberge sind, sondern qualitativ hochwertige, richtig italienische Pizzen, nur eben vegan. Gerade auch was den Belag angeht gibt es hier eine unfassbare Auswahl an Möglichkeiten, die ich nicht einmal in Berlin so erlebt habe. Von Thunfisch über Salami bis hin zu Schinkenpizza mit reichlich Gemüse drauf gibt es hier so ziemlich was das (vegane) Herz begehrt. Auch bei der Pasta gibt es eine großartige Auswahl, von klassischen Pasta-Gerichten (vor allem Tagliatelle und Spaghetti) die vegan umgesetzt werden. Auch wichtig: Der Geschmack und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen hier einfach. Die Pizzen kommen direkt aus dem Holzofen und sind superlecker, nicht zu fett und trotzdem machen sie satt. Auch die Pasta wird frisch zubereitet und ist sehr nahe an den “echten” Nudelgerichten, so wie man sie von früher kennt.

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Bild: Ristorante Fiore

Was aber am positivsten auffällt im Fiore: Der Service. So freundlich, zuvorkommend und trotzdem nicht nervig wird man selten in der Gastronomie behandelt. Die Fleisch- und Fisch-Gerichte die über 20 Euro kosten waren es mir dann nicht wert gekostet zu werden, ich würde hier beim Essen gehen den Fokus auch ganz klar auf die Pizzen setzen. Für faule Sonntage bietet sich auch der Lieferservice an, der in die Bezirke eins bis neun und 15 bis 18 liefert und somit die erste vegane Pizzeria die in der Innenstadt zustellt. Ein heißer Tipp für richtige Schlemmer: Jeden Mittwoch gibt es nun auch ein All-you-can-eat-Buffet im Fiore, es kostet leistbare 12,90 Euro und dafür bekommt man von Pizza und Pasta bis zu Antipasti so ziemlich alles.

Fazit: Super Pizzeria von motivierten Menschen geführt. Lasst euch nicht durch die hohen Preise abschrecken, es zahlt sich aus!

Bewertung: 8/10
Stollgasse 5
1170 Wien

Täglich: 11:00 – 23:00 Uhr

http://www.fiore1070.at/

Nächstes Mal bei Völlerei: Ich teste das Cafe-Restaurant Oben auf den Dächern der Hauptbibliothek und das Erna B. im vierten Bezirk. Bis dahin, Mahlzeit!

 

*Für alle Nicht-Österreicher: Kartoffelgulasch

Über den Autor

Florin lebt mit Hund mitten in Wien, arbeitet bei "Grüne Erde", lebt vegan und ist musikbegeistert. Dieser Leidenschaft folgt er mit seinem Bookingkollektiv "Generation Noir" und seiner Band. Bei The bird's new nest wird er sich vor allem mit fleischlosem Konsum in Wien und weiteren Städten befassen - mit einer ordentlichen Portion Humor.

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