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    Rob Greenfield – Ein Aktivist, der aus dem Rahmen fällt.

    Erneut durfte ich einer fantastischen Veranstaltung der #kinodenktweiter-Reihe beiwohnen, bei der Helene Pattermann von Zero Waste Austria ein weiteres Mal ihre Finger im Spiel hatte. Der Dude von “nebenan” Rob Greenfield,…

    Erneut durfte ich einer fantastischen Veranstaltung der #kinodenktweiter-Reihe beiwohnen, bei der Helene Pattermann von Zero Waste Austria ein weiteres Mal ihre Finger im Spiel hatte.

    Der Dude von “nebenan”

    Rob Greenfield, der “Dude Making A Difference”, ist ein Mann, der früher Millionär werden wollte und an den amerikanischen Traum glaubte. Er genoss es, Frauen aufzureißen, Bier in den klischeehaften “red cups” im Überfluss zu konsumieren und auch sonst ein ausgelassenes Studentendasein zu leben. Nach seinem Umzug nach San Diego begann er Dokumentarfilme, wie “The Story of Stuff” zu sehen, Bücher zum Thema zu lesen und das Gelernte in sein Leben zu integrieren. Rob erstellte eine To-Do-Liste und versuchte wöchentlich einen der Punkte umzusetzen. Je mehr Veränderung in sein Leben trat, desto glücklicher wurde er.

    Mittlerweile steht Geld an letzter Stelle und Themen wie Müll, Energie, Wasser, Transport und Essen nehmen seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Rob ist ein Mann, der handelt anstatt große Sprüche zu reißen und seinen Besitz auf 111 Dinge reduziert hat. Er will aufzeigen anstatt belehren, erklären anstatt aufzwingen.

    “If you change your perspective you can totally change the world around you.” (Rob, 2017)

    Mehr zu den oben genannten Kategorien, sowie Tipps wie man seinen Konsum optimieren kann gibt es auf Robs Website zu lesen.

    Rob Greenfield

    Rob im Trashsuit

    Projekte der extremen Art

    Der Weg, den Rob eingeschlagen hat, zieht viele Mainstream-Medien in seinen Bann. Er versucht, Projekte auf die Beine zu stellen, die versprechen, viel Aufmerksamkeit zu erregen um von der informationsüberfluteten Gesellschaft bemerkt zu werden.

    Sein vielleicht bekanntestes Projekt heißt “Trash Me”, im Zuge dessen er einen Monat lang ein Leben eines Durchschnittsamerikaners führte und den von ihm verursachten Müll am Körper in einem “Trash Suit” mit sich trug. Das Projekt “People are Good” sollte uns aufzeigen, dass Menschen im Normalfall gut handeln. Rob wollte von San Diego nach Panama reisen, ohne Geld und nur mit einem kleinen Rucksack voller Dinge. Dadurch war er auf die Hilfe anderer angewiesen. “The Food Waste Fiasco” führt uns in die Welt der Mülltonnen, wo täglich massenhaft noch brauchbare Lebensmittel entsorgt werden. Rob beschloss auch hier einzugreifen und wühlt sich regelmäßig durch Weggeworfenes, seine Funde verschenkt er. Mehr Details zu den oben genannten Projekten sowie viele weitere können in seinem Buch “Dude Making a Difference” nachgelesen werden.

    Sein nächstes Projekt startet am 29. Mai 2017 und jeder kann daran teilnehmen. Rob wird mit allen Teilnehmern von New York nach Seattle radeln. Auf dem Weg werden sie Gärten verschönern, frisches Gemüse und Obst sowie wilde Blumen pflanzen. In 2018 wird Rob Greenfield in Folge versuchen, ein Jahr lang nur von seinem selbst kultivierten Essen zu leben. Auch hier wird es viele Workshops in Orlando in Florida geben, wo jeder teilnehmen kann.

    Rob Greenfield

    Rob und ich

    Rob Hautnah

    Nach Bea Johnson hatte ich nun die Ehre, Rob zu interviewen. Der Dude, wie es in seinem Buchtitel heißt, war locker, entspannt und genoss ein frisches Zero-Waste-Lauchsüppchen, während wir in der Lunzer’s Mass-Greißlerei ein kurzes Gespräch führten. Hier lest ihr das Interview leicht gekürzt und frei übersetzt.

    Corinna: Vier Punkte zur Selbstoptimierung, die du einem Beginner empfehlen würdest?

    Rob: Der erste Punkt wäre definitiv: Nimm öfter dein Rad und lass das Auto Zuhause. Ein sehr wichtiger Punkt in meinen Augen. Zwei wäre, mehr Obst und Gemüse zu essen und weniger Tierprodukte. Eine eher pflanzliche Ernährung mit vielen Getreidearten, Bohnen, Nüssen, Samen und weniger Eier und Milchprodukte. Drei wäre der Versuch, weniger Verpacktes und Verarbeitetes zu kaufen und mehr Vollwertiges. Nahrungsmittel ohne einer langen Liste von unverständlichen Wörtern als Inhaltsstoffe wäre das Ziel. Der letzte Punkt wäre Wegwerfartikel durch ein wiederverwertbares Produkt zu ersetzen. Zum Beispiel eine wieder auffüllbare Wasserflasche, die man immer dabei hat.

    Das sind vier einfache Dinge, aber wenn wir einmal anfangen, sie zu verändern. dann werden sie Teil unseres Lebens.

    Ich fing damals mit dieser Liste an und einige Dinge waren recht einfach umzusetzen, wie zum Beispiel eine Stofftasche anstatt einer Plastiktüte zu verwenden. Manches jedoch passiert nicht über Nacht, es braucht ein wenig Zeit. Manches kannst du somit sofort von der Liste streichen, anderes jedoch dauert seine Zeit und kann nicht so schnell umgesetzt werden – aber wenigstens hast du den ersten Schritt getan!

    Das heißt du lebst vegan?

    Hauptsächlich ernähre ich mich von pflanzlicher Kost. Ich würde jedoch nicht sagen, dass ich vegan or vegetarisch lebe. Ich schaue mir jedes Szenario an und versuche so umweltbewusst wie möglich zu essen. Ich versuche lokal einzukaufen, Verpackungen zu vermeiden und mich pflanzlich zu ernähren. Darauf liegt mein Fokus, denn wenn du dir Dinge genauer ansiehst und nicht nur auf die Bezeichnungen Wert legst, dann fängst du an, Fragen zu stellen: Ist Plastik vegan? Denn wenn du weißt, dass Millionen von Tieren jährlich durch Plastik sterben und die Idee eines veganen Lebensstils darauf beruht, dass keine Tiere zu Schaden kommen, du jedoch erkennst, dass Plastik Lebewesen gefährdet, und Billionen von Tieren durch fossile Brennstoffe oder durch Ölverschmutzung und den Klimawandel zu Grunde gehen – so musst du dich automatisch fragen: Ist Plastik vegan?

    Und somit geht es für mich um die ökologischen Auswirkungen, die meine Taten erzeugen. Denn weniger Umweltbelastung führt in meinen Augen zu weniger toten Tieren.

    Rob Greenfield

    Von links nach rechts: Andrea Lunzer, Rob Greenfield, Helene Pattermann

    Von links nach rechts: Andrea Lunzer, Rob Greenfield, Helene Pattermann

    Diese Frage hast du teilweise bereits beantwortet, aber noch einmal präziser: Würdest du die Welt vegan machen, wenn du könntest?

    Nein, würde ich nicht. Ich denke, dass vegan zu leben ein großer Schritt ist um einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen, jedoch ist es nicht die Lösung für jeden und überall auf der Welt. Und ich glaube nicht, dass Monokulturen jeglicher Art die Lösung sein können. Es kann sich nicht jeder auf der Welt gleich ernähren – nehmen wir die Küstenregionen Afrikas her: Wenn diese keinen Fisch hätten, würden sie einfach nicht existieren. Deshalb kann ich mir eine vegane Welt einfach nicht vorstellen, das ist nicht das Bild, das ich vor Augen habe.

    Du hast während des Events im Gartenbaukino erwähnt, dass du dir vorstellen könntest, ein “verrückter Bürgermeister“ zu sein. Wie würde deine utopische Stadt aussehen?

    Ich habe keine utopische Stadt vor Augen. Die Frage ist ziemlich abstrakt, denn um eine utopische Stadt aufzubauen, müssten die Städte, die wir jetzt haben, zu Grunde gehen und das ist keine sehr realistische Annahme. Wenn ich jedoch eine Stadt gründen würde, so würden wir unser Essen selbst produzieren, damit wir Lokales essen können. Wir würden auf eine Art leben, die keine Ressourcen verschwendet und alles verantwortungsvoll verwenden. Wir würden Dinge mehrmals verwenden. Es ginge mehr um lückenlose Kreisläufe. Wir hätten eine lokale Währung, damit alles auch in der Gemeinschaft bliebe, würden aber mehr Tauschhandel betreiben als nur zu kaufen. Wir würden in Gebäuden wohnen, die uns mit der Welt verbinden und nicht davon abgrenzen. Wir würden uns respektieren und wären nett zueinander. Wir würden Dinge teilen und nicht so viel Eigenes besitzen.

    Abschließend ein Zitat, welches uns einen Anstoß geben soll. Es geht im Leben darum, kleine Veränderungen zum Positiven zu schaffen anstatt tatenlos zuzusehen:

    “The message is actually, not to go to the extremes but rather what can we as individuals do to make the world more environmentally friendly and socially conscious.” (Rob, 2017)

    35 Kommentare zu Rob Greenfield – Ein Aktivist, der aus dem Rahmen fällt.

    Give-Aways: Jetzt auch auf Instagram!

    Vor einiger Zeit hat das Vögelchen begonnen, sich auch auf Instagram ein Nest zu bauen. Bald erreichen wir 2.000 Follower und wollen dies auch entsprechend würdigen. Deshalb gibt es ab…

    Vor einiger Zeit hat das Vögelchen begonnen, sich auch auf Instagram ein Nest zu bauen. Bald erreichen wir 2.000 Follower und wollen dies auch entsprechend würdigen.

    Deshalb gibt es ab sofort neben den Neuigkeiten aus dem Leben im Nest auch regelmäßig Gewinnspiele, an denen ihr exklusiv auf unserem Instagram-Account teilnehmen könnt. In Kürze geht es los – nicht verpassen!

    2 Kommentare zu Give-Aways: Jetzt auch auf Instagram!

    Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht

    Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch…

    Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch Grenzen. Wie schön, dass ich Yvonne von Freude am Kochen persönlich kenne und sie so lieb war, mir ein Rezensionsexemplar ihres neuen Buchs “Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” zusenden zu lassen.

    Mein Interesse an diesem Buch war auch deshalb so groß, weil ich mich wieder vermehrt mit Themen wie Zero Waste und DIY beschäftige – dazu gehört für mich auch, die Basics meiner veganen Küche zu hinterfragen. Was kann ich selber machen, wo kann ich Verpackungsmüll vermeiden und so vielleicht auch noch Geld sparen? Besonders gespannt war ich auf alle Rezepte zu Pflanzenmilch, aber auch generell ist Inspiration für meine vegane Küche immer willkommen.

    Werfen wir also einen Blick in das Buch! Gleich nach dem Vorwort geht es schon in medias res, das erste Kapitel informiert über die Grundlagen, sprich welche Zutaten und Geräte für die Zubereitung der Rezepte benötigt werden. Die verwendeten Basisprodukte sind primär Nüsse, Kerne und Sojabohnen, zusätzlich gibt es Informationen zu Fermentationsstartern für die Käseproduktion wie Rejuvelac und Kombucha, Gerinnungsmittel und Emulgatoren, Verdickungsmittel sowie Geschmacksgeber.

    Für den Großteil der Rezepte reicht ein Stabmixer aus, aber auch Hochleistungsmixer, Sojadrink- und Joghurt-Bereiter, Nussmilch-Beutel, Käseformen und etwaige Alternativen werden angesprochen. Nach den Basisinformationen zur Herstellung von Käse, Drinks und Sahne, Joghurt und Tofu gibt es nun die ersten Rezepte zur Zubereitung von Rejuvelac und Kombucha.

    Das erste große Rezeptkapitel dreht sich um Käse und Tofu. Als Basis gibt es die Rezepte für Cashewkäse und Mandelkäse, danach folgen 21 weitere Rezepte mit Klassikern wie Kräuter-Frischkäse-Rolle, Soja-Frischkäse oder Kürbiskern-Cashewkäse.

    Sehr verlockend sehen auch der Walnuss-Mandel-Käse, der Tomaten-Rosmarin-Käse, der gebackene Mandelkäse oder auch die Trüffel-Käse-Pralinen aus. Super finde ich, dass es auch Rezepte zur Verwertung von Nebenprodukten gibt – mit Mandeltrester kann man so zum Beispiel einen Pesto-Aufstrich herstellen.

    Nicht immer benötigt man aber einen Fermentationsstarter, denn der Pizzakäse oder der Streukäse als Ersatz für Parmesan kommt ohne solchen aus. Beides wird von mir definitiv in Kürze ausprobiert! Bei den Tofu-Rezepten warten Tofu mit Nigiri, Tofu mit Zitronensaft, aber auch Seidentofu und sogar Shan-Kicherersen-Tofu, das ohne Soja zubereitet wird auf das Nachkochen.

    „Sahne, Joghurt & Co.“ ist das nächste Kapitel. Crème Fraîche aus Cashew oder Mandel, süße oder saure Sahne, Mascarpone, Quarkersatz, Ricotta, Joghurt, Butter – in den 17 Rezepten ist alles vertreten! Besonders fasziniert hat mich die Olivenöl-Butter, die ich auch bald testen werde.

    Weiter geht es mit den veganen Drinks. Klassiker wie Mandel- oder Cashewdrink sind natürlich vertreten, ganz toll finde ich das ebenso simple wie geniale Rezept für den schnellen Nussdrink. Auch ausgefalleneres wie Hanf- oder Buchweizendrink fehlt nicht, weitere Klassiker wie Soja, Hafer und Kokos folgen. Abgerundet werden die zehn Rezepte in diesem Kapitel mit Buttermilch.

    Ein tolles Goodie: In den ausklappbaren Umschlagseiten des Buchs finden sich weitere pikante und süße Rezepte wie Cashew-Käsefondue, Hokkaido-Mac-and-Cheese oder Tiramisu.

    “Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” hat das Potenzial, viele Herzen höher schlagen zu lassen. Seien es die der vegan lebenden Käseliebhaber, der Zero Waste-Interessierten, der DIY-Motivierten oder auch die all jener, die gerne ihre Lebensmittel von Grund auf selber zubereiten. Alle Rezepte sind bebildert, für mich ein Kochbuch-Must Have, das leider noch immer nicht alle Rezeptwerke erfüllen.

    Und noch etwas für mich ganz wichtiges bietet das Buch. Es gibt mir das Gefühl, dass die Zubereitung der Rezepte einfach und auch für nicht extrem erfahrene Personen machbar ist. So kann ich guten Gewissens Yvonnes Kochbuch auch all jenen empfehlen, die sich die Herstellung von veganem Käse und Co. bisher nicht zugetraut haben, denn so einfach und verständlich erklärt werden auch Unerfahrene motiviert, ihre vegane DIY-Küchenkarriere zu starten. Gratuliere, Yvonne, zu diesem tollen Buch!

    5 Kommentare zu Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht

    #diagonaledenktweiter – Wenn eine nachhaltige Initiative die Rolle der Selbstverständlichkeit einnimmt

    Es ist der Film, welcher uns in andere Welten gleiten lässt, aber auch die Institution Kino, welche uns erlaubt diesen Moment zu genießen. Es ist ein “Ort, der Publikum hat”…

    Es ist der Film, welcher uns in andere Welten gleiten lässt, aber auch die Institution Kino, welche uns erlaubt diesen Moment zu genießen. Es ist ein “Ort, der Publikum hat” aber auch einer, der mit Hilfe der Initiative #diagonaledenktweiter viel fortschrittlicher und vor allem nachhaltiger agieren kann.

    Seit bereits 20 Jahren schreibt Graz einmal im Jahr Filmgeschichte. Wie viele Geschichten so hat auch die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, viele unterschiedliche Wurzeln zu einem großen Ganzen zusammengeführt. Alles begann mit den österreichischen Filmtagen und führte schlussendlich zum “Querschnitt des österreichischen Filmschaffens”. Die Diagonale hat sich dem österreichischen Film verschrieben und entwickelt deshalb laufend neue Strukturen um das österreichische Kino groß heraus zu bringen und vielleicht den einen oder anderem Besucher “gegen den Strich zu bürsten.” Unterschiedliche Ecken und Enden, Anfänge und Historien, sowie andere “Stories” können auf der Diagonale erforscht werden.

    Der österreichische Film ist im Ausland als “feel-bad cinema” verschrieen. Jedoch sollten die Facetten dieser Filmwerke nicht unterschätzt werden und eher als dunkelbunte Darstellung der Realität oder Fiktion gesehen werden. Die Co-Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber wollen auf dem Bestehenden aufbauen und so an einem Rädchen nach dem anderen drehen, damit sich Kleinigkeiten zum Besseren wandeln. Rote Fäden sollen das Programm zusammen halten und ein Netzwerk für Jung und Alt schaffen. Das Festival stellt sogar ein Refugeekontingent bereit, um den sozialen Raum Kino jedem zugänglich zu machen.

    Um etwas zu bewegen und zu verbessern wurde die #diagonaledenktweiter Initiative ins Leben gerufen. Dieses Interview soll aufzeigen, was die Initiative sein soll und welche Rolle sie auf keinen Fall einnehmen darf.

    Sebastian Hoeglinger & Peter Schernhuber im Interview; credits: Lukas Maul

    Sebastian Hoeglinger und Peter Schernhuber im Interview. Bild: Lukas Maul

    Corinna: Wo soll #kinodenktweiter hinführen? 

    Da muss man etwas früher einhaken. Die Diagonale hat vor einigen Jahren schon die Initiative “diagonale goes green” ins Leben gerufen. Da ging es sehr stark darum im nachhaltigen und ökologischen Sinn zu agieren und einfach einmal die Festivalgestaltung zu hinterfragen – auch im Hinblick auf ökologische Aspekte. Dabei ging es vorwiegend darum regionale Lebensmittel ins Programm aufzunehmen, ganz bewusst auch Dinge zu reduzieren, die so nicht notwendig sind und nur Müll produzieren beispielsweise das Merchandising und so weiter.

    Damit war die Diagonale damals sehr früh dran, sehr in einer PionierInnen-Rolle und wie immer das bei solchen Nachhaltigkeitsinitiativen ist, muss man sie auch überprüfen und schauen was sie eigentlich bringen oder eben nicht! Inwiefern gibt es Benefits für alle Beteiligten? Läuft man schon längst Gefahr, Greenwashing zu betreiben? Ist es nur noch ein ideologisches Vorhaben – ist ja auch ganz oft der Fall.

    Und das war bei uns dann der Grund, warum wir diese Initiative als wichtigen Impuls übernommen haben. Wir haben diese hinterfragt und daraus #diagonaledenktweiter gemacht. Einfach weil es uns wichtig war, auch die soziale Komponente mit hinein zu bringen. Das beginnt dann bei den Produktionsbedingungen für die Merchandiseprodukte geht aber auch über in Fragen der Festivalgestaltung. So auch die gerechte Entlohnung im Rahmen des Möglichen. Zusammengefasst kann man sagen: #diagonaledenktweiter legt verstärkt einen Blick auf die sozialen Aspekte im Rahmen eines Festivals.

    Wofür soll diese Initiative stehen?

    Was es nicht sein soll ist ganz klar – es soll keine Fahne sein, die wir voran tragen und es kann auch nicht sein oder beziehungsweise finden wir das immer bedauernswert, wenn solche Initiativen Inhaltliches dominieren. Die Diagonale ist ein Filmfestival, in dem Fall das Festival des österreichischen Films und im Zentrum stehen die Filme und bei diesen Filmen gibt es (mit der Ausnahme der historischen Specials) keinerlei inhaltliche Vorgaben, wird es auch in Zukunft nicht geben und würde auch keinen Sinn machen. Das aber wiederum heißt nicht, dass solche Filme nicht im Programm sind, denn der österreichische Film ist ein sehr kritischer und da gibt es immer wieder Filme, die diese Themen aufgreifen. Wenn ich jetzt an die aktuelle Jahresproduktion denke, dann wäre Bauer unser beispielsweise so ein Film.

    Das Gartenbaukino hat zu unserer Freude unsere Aktivitäten beobachtet und beschlossen, in Wien in ihrem Kino das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu steigern. Die Frage war, ob sie das Label übernehmen können von #diagonaledenktweiter zu #kinodenktweiter, was uns natürlich sehr freute. Dabei haben wir uns auch zusammengesetzt und geschaut wo es Synergien gibt, wo kann man zusammenarbeiten, wo kann man Erfahrungen austauschen und ich glaube dieser Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Teil des Ganzen.

    UNTITLED - der Eröffnungsfilm; credits Filmladen Lotus Film

    UNTITLED – der Eröffnungsfilm. Bild: Filmladen Lotus Film

    Das Wissen soll über traditionelles Handwerk sowie auch kreatives Potential weitergeben werden. Wie können wir uns das vorstellen?

    Es soll weniger über Film auf der Leinwand als eher an der Arbeit am Festival statt finden. Beim Handwerk geht es darum, dass unsere Marketing- und Sponsoringabteilung ganz bewusst mit Betrieben aus der Steiermark und im besonderen in Graz zusammen arbeitet. Dazu muss man sagen, dass die Diagonale seit 20 Jahren in Graz statt findet. Und auch in dem Sinne ist Graz der bestmögliche Standort, weil es dort einfach wahnsinnig viele junge und alte, kreative und traditionellere Handwerksbetriebe gibt, die diese Zusammenarbeit ermöglichen. Ich meine jetzt nicht das Handwerk im klassischen Sinn, sondern das beginnt bei den Produzenten unserer Apfelchips, die dann für den Signature-Drink bei der Bar am Abend relevant sind und hört auf bei den Festivaltaschen, die von einem Unternehmen in Graz gemacht werden und in Slowenien zum Teil genäht werden. Aber alles quasi so, dass es nachvollziehbar ist und dass es sich am Schluss in dieses Gesamtkonzept einfügt.

    Beim anderen Aspekt geht es sehr stark um den unprätentiösen Austausch miteinander. Also wirklich den Wissenstransfer als gelebte Chance zu sehen. Festivals in Österreich sind im internationalen Vergleich doch nicht allzu groß, das heißt man ist gut beraten hier sehr viel auf Wissenstransfer zu setzen, auf Teamwork, auf Zusammenarbeit. Auf all diese Dinge, die man jetzt in der New Economy mit spektakulären Worten beschreibt, die aber hier in der Kulturszene eigentlich schon längst üblich sind, aus einer Notwendigkeit heraus. Diese Dinge nicht nur aus einem Zwang heraus zu tun, sondern aktiv das Potential darin zu entdecken, das ist glaube ich damit gemeint.

    Ein Punkt zum Beispiel wäre, dass die Diagonale nicht das ganze Team über das ganze Jahr hinweg beschäftigen kann, deshalb gibt es innerhalb der Festivals in Österreich einen Durchlauf, einen Transfer – einen “positiven Braintrain”, wenn man so will – Leute die bei einem Festival arbeiten, dann beim nächsten dabei sind und so weiter. Diese gegenseitige Solidarität ist letztlich auch Grundvoraussetzung um Festivals, wie sie in Österreich aufgestellt sind, stattfinden zu lassen.

    Vielen Dank für das Interview!

    1 Kommentar zu #diagonaledenktweiter – Wenn eine nachhaltige Initiative die Rolle der Selbstverständlichkeit einnimmt

    Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger

    Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden….

    Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden. Wer noch keine großen Erfahrungen bei der Gartenarbeit hat, der kann auf Bücher zurückgreifen, wie zum Beispiel das reich bebilderte „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger„. Ich kann euch schon mal vorwarnen, dass es hier nicht um Selbstversorgung in unterschiedlichen Bereichen geht, es geht vielmehr vor allem um Lebensmittel, die ihr selbst anbauen und ernten könnt.

    Schauen wir uns das Buch genauer an. Es ist ansprechend aufgemacht, vom Titelbild bis zu den Innenseiten, die klar und verständlich mit vielen Fotos und Illustrationen zeigen, wie die Tipps zum eigenen Lebensmittelanbau umzusetzen sind. Anhand des phänologischen Kalenders und einem Zwei-Jahres-Plan als Übersicht gibt das Buch eine grobe Richtung vor, wie man langfristig planen kann.

    Ihr braucht nicht unbedingt ein Beet, um die Tipps umzusetzen, aber wer eher auf kleinem Raum gärtnert, dem sei das Buch „Selbstversorgung auf kleinstem Raum“ ans Herz gelegt. Aber keine Sorge, das Buch überfordert nicht mit komplizierten Fachbegriffen, sondern gibt auch EinsteigerInnen guten Rat. Es ist aufgebaut auf zwei Jahre, jeweils unterteilt in die vier Jahreszeiten. So kann ich je nach Jahreszeit sofort einsteigen und weiß, welche Tätigkeiten wann zu erledigen sind.

    Im Frühling stellen sich folgende Fragen: Wann sollte ich Samen aussäen und meine Setzlinge stecken? Wie lege ich mein erstes Beet richtig an? Was brauche ich für Werkzeug? Es folgen einige Vorschläge für passend zusammengestelltes Gemüse im Beet. Beispielhafte Beete liefern Anregungen und Information für die praktische Umsetzung. Damit ich auch weiß, was beim betreffenden Gemüse oder Obst zu beachten ist, gibt es für diese jeweils ein Porträt, zum Beispiel für Salatpflanzen, Frühgemüse oder Kräuter. Ich selbst habe keinen großen Garten, daher finde ich die Seiten über das Anpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon sehr hilfreich.

    In der Jahreszeitenabfolge geht es im Buch weiter. Im Sommer achte ich auf ausreichendes Düngen, Gießen und natürlich darf jetzt schon geerntet werden. Im Herbst werden die Pflanzen langsam winterfit und die Ernte haltbar gemacht sowie das Beet oder der Boden gepflegt. Zurückschneiden und Gehölze auspflanzen steht nun auf der Tagesordnung. Im Winter wird nur noch wenig im Garten gemacht, hauptsächlich der Boden vor Frost und Eis geschützt.

    Übersicht zum Aufklappen

    Nun starten wir schon in das zweite Jahr! Jetzt sind wir Fortgeschrittene und können uns an etwas schwierigere Projekte wagen. Auch hier gibt es wieder Beispiele für Beete und viele Tipps für anstehende Arbeiten oder neue Ideen. Zuguter letzt bekommen wir einige Infos über Pflanzenschutz an die Hand, zum Beispiel was man gegen die häufigsten Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge unternehmen kann. Anhand der Beetpläne weiß ich immer sofort, wie viel Abstand die Pflanzen zueinander brauchen und wann ich diese aussäen kann. Und was ist eigentlich ein Starkzehrer oder ein Schwachzehrer?

    Mit dem praxisnahen, bunten und übersichtlichen „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger“ seid ihr bestens gewappnet für die Selbstversorgung im eigenen Garten. Hier kann eigentlich nichts mehr schief gehen, alles wird einfach erklärt. Schon beim Blättern macht dieses Buch Lust auf die Arbeit im Garten und den Genuss der Ernte. Eine klare Empfehlung!

    1 Kommentar zu Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger

    #targetthehappy: Challenge yourself!

    Kennst du das? Du weißt, worüber du schreiben willst und du visualisierst die Geschichte im Detail, aber irgendwie fließen die Worte heute nicht so gemütlich daher, sondern rasen in einem…

    Kennst du das? Du weißt, worüber du schreiben willst und du visualisierst die Geschichte im Detail, aber irgendwie fließen die Worte heute nicht so gemütlich daher, sondern rasen in einem Knäuel vorbei – genau diesen Moment durchlebe ich gerade. Trotzdem will ich versuchen, dir von diesem Film zu erzählen, „The Happy Film„, von Stefan Sagmeister.

    Begonnen hat alles mit einem coolen Logo-Vintage-Shirt – wunderschön leicht gelblich, wie es sich hier eben gehört. Ich habe es in die Wäsche geworfen, zusammen mit ein paar anderen Vintage-Errungenschaften. Darunter war auch ein leicht grünliches Teil (um ehrlich zu sein war es wohl eher giftgrün). Nach dem Waschgang war mein Logo-Vintage-Shirt nicht mehr so gelblich, sondern mehr grün-gelblich. Der Ärger stieg und dadurch verblasste die Freude dieses Listen-Moments (ja, das Shirt hatte es vorher auf meine Happy List geschafft).

    In genau diesem Moment, als ich mich gerade am Telefon ausgenörgelt hatte, sehe ich auf Facebook meinen Namen aufpoppen: Ich hatte zwei Tickets für das Casino Kino gewonnen – für den „The Happy Film“. Ironie pur, aber auf die Happyliste kam der Moment trotzdem. You made my day, Design made in Austria, großes Danke für das perfekte Timing!

    „The Happy Film“ ist in meinen Augen eine etwas verquere Produktion mit sehr viel Charme, vielen Szenen, die durch Grafik Design entstanden sind und Vieles, das einfach Erstaunen, Kopfschütteln oder Schmunzelattacken erzeugt. Stefan Sagmeister, der Protagonist in seiner eigenen Geschichte, erzählt von seiner Suche nach dem Glück. Drei verschiedene Arten der Suche hat er aufgrund einer amerikanischen Studie ausgewählt. Er will glücklicher werden durch Meditation, mit Hilfe einer Therapeutin und der Einnahme von Anti-Depressiva.

    Fazit: Der Film wirft leider mehr Fragen auf, als er beantwortet – und auch Stefan selber ärgert sich darüber. Zehn Jahre hat er an diesem Film gearbeitet und muss immer noch ohne klare Antwort verbleiben. Trotzdem empfehle ich dir diesen Film, denn die richtige Frage kann oft Wunder bewirken.

    the blue car of "journeying" - photo by Miriam Mehlman/Miriamblitzt

    Somit Schulterzucken und weiter geht’s, denn wir wollen ja auch weiter kommen. Ich muss dir sagen, dass ich meine Happy List nicht sehr zuverlässig geführt habe. Gegen Ende des Monats fielen mir keine drei Happy-Momente mehr ein, oder ich hatte das Gefühl sie wiederholen sich ständig. Deshalb starte ich in diesem Monat einen neuen Versuch. Frei nach Stefan Sagmeister habe ich eine Challenge für uns kreiert. Ich verspreche mir davon mehr Disziplin als bis jetzt mit meiner Happy-Liste. Wir werden sehen!

    Jeden Tag möchte ich einen Glücksmoment festhalten. Es stimmt, die Challenge ist ähnlich der Happy List, nur möchte ich es diesmal wirklich durchziehen. Mir ist an mir selbst aufgefallen, dass oft das Niederschreiben zwar eine tolle Möglichkeit ist, aber mir irgendetwas dabei fehlt. Und hier it is – ich bin ein sehr visueller Mensch, Emotionen sind für mich oft mit Bildern verbunden. Deshalb möchte ich euch erweiterte Möglichkeiten anbieten, wie ihr eure Glücksmomente festhalten und jederzeit wieder erleben könnt.

    Hier meine drei Möglichkeiten der Gedächtnisstütze:

    1. Notizblock/Kalender – “the old-fashioned but aesthetic people”: Moment aufschreiben, als Geschichte, in Stichwörtern oder einfach mit einer Skizze.
    2. System/Spiegelreflexkamera – “the pros with high-achievement needs”: Bild machen und mit uns teilen, auf Facebook oder Instagram. Die # nicht vergessen!
    3. Smartphone – “the techies and insta-aficionados”: Täglich einen deiner Glücksmomente auf Instagram hochladen und auch hier die # nicht vergessen!

    Hiermit möchte ich diese Instagram-Challenge starten. Ich hoffe, du bist dabei und es macht dir genauso viel Freude wie mir. Am 18. März beginnt auf meinem Profil wingsaregolden offiziell meine Happy-Challenge. Ich will drei Monate durchhalten und täglich einen Glücksmoment publizieren. Unsere Hashtags lauten #targetthehappy und #happychallenge. Auch vergangene Momente – positive Erinnerungen – sind erlaubt!

    Be happy and join us! Über die Hashtags finden wir euch – ich freue mich sehr, wenn wir diese glücklichen Momente miteinander teilen können!

    44 Kommentare zu #targetthehappy: Challenge yourself!

    OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben

    Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim…

    Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim Minimalismus noch nicht auf. Auch die Art des Wohnens wird immer kreativer. Ökodörfer, Tiny Houses und Wohnwägen sind nur ein paar Ideen, wie man sonst noch leben kann, wenn man kein „normales“ Haus oder Wohnung möchte.

    Das Unternehmen Wohnwagon aus Wien baut Wohnwägen nach Auftrag, in verschiedenen Größen und individuell nach Wunsch. Aber nicht nur das, seit einigen Jahren beschäftigt sich das Team dahinter auch mit Autarkie und einem nachhaltigen Lebensstil. Dieses Wissen haben sie in ihrem Magazin „OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ versammelt. Die erste und aktuelle Ausgabe stelle ich euch vor.

    Kochen ohne Anschluss

    Das Magazin für natürliches & autarkes Leben ist über 100 Seiten stark und in einem ansprechenden, modernen Design auf griffigem Papier gehalten. Auf den ersten Seiten geht es gleich um konkrete Ideen und Projekte, die zeigen wie ein selbstbestimmtes Leben in der Natur aussehen kann. Zum Beispiel mit einer eigenen Werkzeugkiste oder auch etwas komplizierter mit der Produktion von Strom.

    Natürlich gibt es auch einige Infoseiten zu den Wohnwagons. Wie funktioniert das zum Beispiel mit der Toilette, wenn man seinen Wagen mitten in der Pampa stehen hat? Oder mit Strom, Wasserkreislauf und Heizung? Je nach Wunsch ist mit einem Wohnwagon tatsächlich absolute Unabhängigkeit möglich. Einige Seiten zum Thema Photovoltaik und Windkraftanlage erläutern technische Zusammenhänge, die bei einem unabhängigen Lebensstil wichtig werden.

    Timeline

    OSKAR macht sich des Weiteren Gedanken zu den Themen Konsum, Friede, Terra Preta (Hummus), Minimalismus, Handwerk und Vernetzung und empfiehlt entsprechende Produkte für das autarke Leben. Besonders spannend finde ich den Artikel zum Experiment Selbstversorgung. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Einblicke in die Geschichte und Produktion der Wohnwagons. Auch wenn ihr auf der Suche nach DIY-Rezepten für Lebensmittel seid oder Kosmetika wie Zahnpasta und Deodorant selber machen wollt, findet ihr genügend Inspirationen. Weitere Themen wie Wurmkiste, Permakultur und Müllvermeidung runden das Heft ab.

    „OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ ist für mich ein wertvolles, alternatives Magazin, das mit ungewöhnlichen Themen aufwartet und zum Denken anregt. Kaufen könnt ihr OSKAR online bei Wohnwagon und so auch die Erscheinung einer nächsten Ausgabe unterstützen.

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    Das war der 5. Wiener Vegan Ball!

    Am 18. Februar diesen Jahres wurde zum 5. Wiener Vegan Ball ins ARCOTEL Kaiserwasser geladen. Ich war zuletzt mit 15 Jahren auf dem Abschlussball meiner Tanzschule – kein Scherz. Das ist nun schon…

    Am 18. Februar diesen Jahres wurde zum 5. Wiener Vegan Ball ins ARCOTEL Kaiserwasser geladen. Ich war zuletzt mit 15 Jahren auf dem Abschlussball meiner Tanzschule – kein Scherz. Das ist nun schon ein Weilchen her, außerdem bin ich nicht unbedingt eine Shopping-Queen, aber zum Glück hatte ich ein passendes Kleid zum Motto „Feiern im Stil der 20er Jahre in Schwarz und Gold“ zu Hause.

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    Und so haben meine liebe Freundin Edda – euch möglicherweise als Chefredakteurin von The bird’s new nest bekannt – und ich uns in Ballkluft geschmissen und uns hübsch gemacht, um zum ersten Mal den Wiener Vegan Ball zu besuchen. Für die entsprechende Kulinarik sorgten die Spitzenköche Siegfried Kröpfl und Johann Schwarz mit ihrem Team, geboten wurden ein exklusives Vier-Gang-Menü im Restaurant, sowie eine ausgefeilte vegane Snack- und Cocktailkarte an der Bar.

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    Bei veganem Essen mussten wir natürlich zugreifen, und so haben wir uns erfolgreich durch dreierlei Teigtaschen, Vegi-Burger mit Kürbislaibchen und Mohn-Creme Brûlée gesnackt. Die Bar und das Restaurant waren äusserst gut besucht, wir konnten nur mit Mühe einen Platz ergattern. Vom Menü, das wir zu Gunsten des Speisens an der Bar ausgelassen haben, wurde uns auch nur Gutes erzählt. Eröffnet wurde der Ball übrigens mit einer Tanzvorführung von und mit Dancing Star Andy Pohl, die wirklich toll war und zum Mittanzen animiert hat.

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    Energiegeladen ging es danach auf die Tanzfläche, wo ich dann auch die meiste Zeit verbracht habe. Aufgelegt wurde Musik für Standardtänze, aber auch aktuelle Beats aus den Charts, RnB und auch einiges aus den Achtzigern und Neunzigern, es war also für fast jeden etwas dabei. Die Tanzfläche war demnach bis spät in die Nacht gut gefüllt.

    Wie schon von einigen Veganmanias bekannt gab es eine Art Fotobooth – man konnte sich auf einem roten Thron im Vintage Look fotografieren lassen. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und die Fotos sind wirklich sehr schön geworden – eine tolle Idee! Alle Bilder in Farbe sowie im Vintage Look könnt ihr euch hier ansehen.

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    Am Dancefloor mit Elektro-Musik habe ich mich nicht sonderlich lange aufgehalten, da es nicht ganz mein Musikgeschmack war und ich es auch am Mainfloor lustiger fand.

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    Um Mitternacht gab es nochmals eine Tanzeinlage, die aus verschiedenen Tanzstilen bestand und sehr beeindruckend anzusehen war – die Tänzer und Tänzerinnen vom HSV Zwölfaxing  nehmen regelmäßig und erfolgreich an Meisterschaften teil. Anschließend wurde eine Publikumsquadrille getanzt, geführt durch Andy Pohl. Ich habe das ganze aus sicherer Entfernung beobachtet, denn das zum Teil nicht allzu geübte Ballpublikum hat die Quadrille doch ziemlich chaotisch werden lassen.

    Ein abschließendes Highlight war das Goodie-Bag, das man beim Verlassen des Balls bekommen hat. In dem Bag waren viele tollen Sachen wie ein (natürlich veganer) Krapfen von Anker, Ravioli von Wilmersburger, eine Smoothie-Bowl von Feinstoff und noch einiges mehr. Den Krapfen habe ich gleich zu Hause verdrückt, um halb vier Uhr früh!

    Mein Fazit: Für mich war der 5. Wiener Vegan Ball ein voller Erfolg! Wir haben gut gegessen und hatten sehr viel Spaß, was will man mehr? Ich für meinen Teil bin nächstes Jahr gerne wieder dabei, man kann ja ruhig einmal im Jahr ein Kleid anziehen.

    1 Kommentar zu Das war der 5. Wiener Vegan Ball!

    Was brauchst du wirklich? „My Stuff“ und „Ich kauf nix!“ bei #kinodenktweiter

    Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender…

    Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender zu agieren und unter anderem Upcycling-Projekte durchzuführen, auf Wasserkraft umzusteigen und mehr Nachhaltigkeit beim Veranstaltungsmanagement an den Tag zu legen – Mehrwegbecher inklusive. Wir können gespannt in die Zukunft blicken, was das Gartenbaukino im Zuge dieser Initiative noch alles zu bieten haben wird.

    In gemeinsamer Sache mit dem OekoBusiness Wien wurde für “Was brauchst du wirklich?” ein Filmscreening von My Stuff, einem Film von Petri Luukkainen veranstaltet. Auch die Autorin von “Ich kauf nix!”, Nunu Kaller, war anwesend und stellte dem Auditorium ihr Buch vor. Beide Protagonisten hatten zu viele Dinge, die sie eigentlich nicht brauchten und suchten nach einer befreienden Lösung, ihren Besitz zu reduzieren.

    Der Film „My Stuff“

    Petri, ein 26 Jahre junger Mann aus Helsinki fing eine Rebellion gegen seinen Besitz an, weil sein Wohnraum unaufgeräumt und überfüllt war. Er beschloss ein einjähriges Projekt zu starten, indem er alle seine Besitztümer wegsperrte und jeden Tag nur ein einziges Teil hervorholen durfte. Am ersten Tag finden wir ihn unbekleidet und ohne Besitz in der leeren Wohnung vor. Die Regel für sein Projekt:

    1. Alles in einem Lager zu verstauen.
    2. Ein Teil am Tag darf zurück geholt werden. Wenn er es nicht am selben Tag holt, darf er am nächsten Tag zwei Sachen mitnehmen.
    3. Der Zeitraum des Experiments beträgt ein Jahr.
    4. Er darf keine neuen Sachen kaufen.

    Sein Ergebnis: Dinge sind nur Requisiten in unserem Leben, sie machen das Leben jedoch nicht aus und sind auch keine Masseinheit für Glück. Petri hat erkannt, dass er mit 100 Dingen auskommt, er jedoch rund 200 Teile braucht um ein komfortables Leben führen zu können.

    Hier könnt ihr euch den Film mit englischen Untertiteln ansehen.

    Das Buch „Ich kauf nix!“

    Auch Nunu Kaller fehlte etwas – die Zufriedenheit. Sie hatte einige Schicksalsschläge erlitten und sich in die Kaufsucht geflüchtet. Nun erkannte sie, dass sie keinen Platz mehr für neue Kleidung hatte, aber dennoch nichts Anzuziehen. Deshalb beschloss sie, eine Shopping-Diät zu machen. Ihre Regeln bestanden aus:

    1. Ein Jahr lang keine Kleidung und Schuhe zu kaufen.
    2. Selbermachen ist erlaubt.
    3. Sich besser zu informieren und über die Kleidungsindustrie zu recherchieren.

    Fleißaufgaben:

    1. Eine Inventurliste aller Kleidung zu erstellen.
    2. Sich ein Monat lang jeden Tag von einem Kleidungsstück zu trennen.
    3. Einen Nähkurs zu besuchen.
    4. Einen Pullover zu stricken und
    5. eine Tauschparty zu organisieren.

    Nach Abschluss ihres Projekts veröffentlichte sie “Ich kauf nix!”, geschrieben in Tagebuchform. Auch Nunu fühlte sich mit weniger Kleidung und mehr Lieblingsteilen leichter. Ihr war bewusst geworden, wie viel Zeit für anderes sie gewonnen hatte. In ihrem Buch erzählt die Autorin auch von ihren Recherchen. Ihre Sichtweise zur Modeindustrie änderte sich durch ihre Erkenntnisse drastisch. Des weiteren berichtet sie von Problemen und kleinen Fehlschlägen (oder wie sie es nennt das Biegen von Regeln) und wie sich ihre Laune von Tag zu Tag aufhellt, aber mit den Erkenntnissen auch verdunkelt. Am Ende des Buches bekommt der Leser noch Quellen zu weiterführenden Informationen.

    Beide Experimente zeigen auf, wie unwichtig Besitz sein kann, jedoch auch wie wichtig es ist, selektiv zu sein bei dem was man kauft und anhäuft. Es ist keine Schande, Gekauftes oder Geschenktes wegzugeben oder auszumisten, denn das befreit, wie beide Protagonisten überzeugend darstellen.

    Der Film wie auch das Buch machen sich fantastisch als Inspiration für gute Vorsätze. Kopieren würde ich persönlich beide Experimente nicht, jedoch möchte ich das eine oder andere in meinen Alltag einfließen lassen. Von Nunu habe ich mich zur Organisation einer Tauschparty inspirieren lassen, Auszumisten steht auch schon ganz oben auf meiner To-Do-Liste, ebenso das Lesen von bisher ungelesenen Büchern.

    Habt ihr ein eigenes Experiment, das ihr mit uns teilen wollt? Wir freuen uns immer über neue Sichtweisen und Ideen! Vielleicht kann der eine oder andere auch etwas aus eurem Projekt mitnehmen!

    2 Kommentare zu Was brauchst du wirklich? „My Stuff“ und „Ich kauf nix!“ bei #kinodenktweiter

    #targetthehappy: May the happiness be with you!

    Ich sitze gerade bei einem selbstgemachten Matcha Latte (mehr Latte als Matcha), und denke über das Thema Glück nach. Letztes Jahr hat mich dieses irgendwie ganz schön sitzen gelassen. Ein…

    Ich sitze gerade bei einem selbstgemachten Matcha Latte (mehr Latte als Matcha), und denke über das Thema Glück nach. Letztes Jahr hat mich dieses irgendwie ganz schön sitzen gelassen. Ein Jahr von Stress, Misserfolgen oder zumindest keinen spürbaren Schritten nach vorne und Trennungen verfolgt. Ein Jahr, welches mir gezeigt hat wie die Zukunft nicht aussehen soll.

    Ich hatte das Gefühl, alles stagniert und hält mich zurück. Was mich in dieses Loch beförderte, das Loch der Ungewissheit und vielen “Lebensfragezeichen”. Wohin? Wer bin ich? Was will ich? Wie kann ich zufriedener sein?

    Kennst du dieses Gefühl?

    Jedenfalls habe ich für 2017 beschlossen, etwas anders zu machen. Was es sein wird und wie ich das alles angehe, will ich in dieser monatlich erscheinenden Kolumne namens #targetthehappy – frei übersetzt „Glück als Ziel“ – festhalten. Es soll uns gemeinsam weiter bringen und zu mehr Zufriedenheit und Glück verhelfen. Ich bin ein Newbie auf diesem Themengebiet, deswegen möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen, damit wir gemeinsam daran wachsen und die dunklen Löcher mit Glanz und Konfetti stopfen können! Du hast eine tolle Idee wie ich meinen Weg starten könnte? Bitte teile sie mit uns, damit wir daraus lernen können!

    Viele Beiträge meiner Kolumne werden auf Büchern basieren, welche mir geholfen haben voran zu kommen, wie zum Beispiel Glück. The World Book of Happiness – ein Coffee Table Buch mit wunderschönen Illustrationen, aber auch Artikeln veröffentlicht von internationalen Experten auf diesem Gebiet.

    Fangen wir also mit der Definition von Glück an. “Glück ist definiert als der Grad, in dem ein Individuum die allgemeine Qualität seines oder ihres Lebens als Ganzes günstig bewertet. Mit anderen Worten: wie gut einem das Leben gefällt, das man führt.” (Ruut Veenhoven, p.338) Die Frage drängt sich förmlich auf – wie gut gefällt mir mein eigenes Leben? Eine schwierige Frage, findest du nicht auch? Es gibt Höhepunkte und Momente des unglücklich Seins, es gibt Zufriedenheit, aber im Jahr 2016 gab es diese zumindest bei mir viel zu selten. Heutzutage versuchen wir oft, ein traumhaftes Leben für die Augen eines imaginären Publikums zu führen (Elena Pruvli, p.68) – oder wie in unserem Zeitalter eines digitalen Publikums.

    Freust du dich, wenn du einen wunderschönen Instagram-Feed hast, der dir in Wirklichkeit nur Stress bereitet? Der dich dazu verleitet, jeden Moment fotografisch festzuhalten, jedoch ohne Inne zu halten und diese flüchtigen Sekunden zu genießen? Das soll nicht bedeuten, dass wir keine stylischen Social Network Feeds haben dürfe, sondern dass wir das Erlebte aktiv wahrnehmen oder auch in einem Danktagebuch (oder Glückstagebuch) festhalten sollten (Prof. David G. Myers, p.61). Dubravka Miljkovic und Majda Rijavec (p.50) meinen dazu, wir sollten mindestens drei schöne Erlebnisse am Tag niederschreiben, denn es soll zu erhöhtem Wohlbefinden führen, und das schon innerhalb von drei Monaten (LifeMentor, 2017).

    Wichtige Faktoren für das Thema Glück scheinen auch Genuss, Zufriedenheit und Leistung zu sein, wie Doh Chull Shin (p.124) erklärt: “Glück besteht darin Dinge zu haben, die einem passives Vergnügen bereiten. Glück ist im wesentlichen Zufriedenheit – ein Gleichgewicht zwischen Bedürfnissen einerseits und deren Befriedigung andererseits. Glück leitet sich aus der Verwirklichung der eigenen Fähigkeiten ab – davon, zu tun, was man gerne tut.” Bewegung wird ebenfalls häufiger erwähnt – aktiv bleiben sollten wir laut Gary T. Reker (p.138).

    dance through life - photo by Miriam Mehlman/Miriamblitzt

    Das letzte und vielleicht eines der wichtigsten Kriterien um zu mehr Glück zu kommen ist, sich besser zu organisieren (Gary T. Reker, p.138). “Zeit ist unsere wertvollste Ressource und wir sollten uns besondere Mühe geben, so mit ihr umzugehen, dass wir unsere Zufriedenheit in den Sphären erhöhen, die für unsere Lebenszufriedenheit die größte Rolle spielen.” (Mariano Rojas, p.131). Eine weitere Möglichkeit ist, jeden Tag etwas fertig zu stellen, denn wir sind mit unserem Tag zufrieden, wenn wir etwas erreichen (Dr. Ilona Boniwell, p.272). Das bedeutet für mich auch, nicht alles zeitgleich zu tun, sondern das Wichtigste heraus zu filtern und dann zu vertiefen.

    Als letzten Input möchte ich Dora Guorun Guomundsdottirs zehn Gebote der seelischen Gesundheit oder auch Kühlschrankweisheiten (p.325) erwähnen, wie sie die Gebote selbst nennt:

    “Denke positiv.
    Schätze die Menschen, die du liebst.
    Lerne weiter, solange du lebst.
    Lerne aus deinen Fehlern.
    Bewege dich jeden Tag.
    Mache dein Leben nicht unnötig kompliziert.
    Versuche die Menschen in deiner Umgebung zu verstehen und zu ermutigen.
    Gib nicht auf – Erfolg im Leben ist ein Marathon, kein Sprint.
    Entdecke und entwickle deine Talente.
    Setze dir Ziele und strebe nach deinen Träumen.”

    Eine schöne Zusammenfassung, wie ich finde. Nach jedem meiner Kolumnenbeiträge werde ich versuchen, eine kurze Glücksliste zu schaffen – für dich und natürlich auch für mich, damit wir mit Babyschritten einem positiveren Leben entgegen krabbeln:

    1. Starte ein Glückstagebuch. Ich habe bereits begonnen, jeden Tag drei Dinge nieder zu schreiben, die mir Freude bereitet haben. Somit denke ich viel aktiver an die positiven Details meines Daseins als an die Probleme!

    2. “Obwohl wir oft überschätzen, wie viel wir an einem bestimmten Tag leisten können, unterschätzen wir im Allgemeinen, wie viel wir in einem Jahr leisten können, wenn wir jeden Tag nur einen kleinen Fortschritt erzielen.” (Prof. David G. Myers, p.60). 

Setze dir täglich ein kleines Ziel, das auf jeden Fall erledigt werden soll und sei es, eine Rechnung zu bezahlen. Es wird dir einen Moment des Glücks verschaffen, etwas vorgenommenes umgesetzt zu haben – auch ich habe das für mich so erfahren.

    3. Versuche täglich eine Minute zu planken. Bewegung ist ein wichtiger Aspekt und bereits eine Minute gibt ein gutes Gefühl etwas getan zu haben. Nina vom Blog „berries and passion“ zeigt in ihrem Artikel zu Planking, wie man es richtig angeht.

    Lasst uns gemeinsam loslegen, let’s target the happy!

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