Eco. Life. Style.

Kategorie: Reading.

Siebenzahl: Ein kriminell veganer Roman

Schon seit meiner Kindheit liebe ich Bücher und habe Unmengen gelesen. Das Studium versetzte meiner Leselust einen Dämpfer, aber einige Jahre später kam ich wieder auf den Geschmack und stecke…

Schon seit meiner Kindheit liebe ich Bücher und habe Unmengen gelesen. Das Studium versetzte meiner Leselust einen Dämpfer, aber einige Jahre später kam ich wieder auf den Geschmack und stecke meinen Kopf seitdem wieder begeistert zwischen die Seiten vieler unterschiedlicher Bücher. Krimis begeistern mich üblicherweise am meisten, insbesondere skandinavische Kriminalliteratur, von Hakan Nesser über Henning Mankell zu Karin Fossum gibt es hier Stoff für viele spannende Stunden.

„Siebenzahl“ ist der erste Schritt des GrünerSinn-Verlags, bisher bekannt für Koch- und Sachbücher, in das Belletristik-Segment. Der hier besprochene Roman ist zwar nicht dem Krimi-Genre zuzuordnen, bedient sich aber in Teilen bei diesem. Das und die Tatsache, dass sich das Buch um Veganismus und Tierrechte dreht haben meine Neugier geweckt. „Siebenzahl“ dreht sich um die Entwicklung zweier Menschen, eines Mannes, der auf extreme Art und Weise auf die Konsequenzen seines Handeln aufmerksam gemacht wird, sowie einer Frau, die auf der anderen Seite steht – durch radikale Maßnahmen möchte sie andere Menschen zu einem Umdenken bewegen.

Das Buch, das selbstverständlich auch vegan und nachhaltig produziert wurde, ist relativ kurz gehalten und war in eineinhalb Stunden ausgelesen. Wer nicht so schnell liest wie ich, braucht aber vermutlich trotzdem nicht mehr als zwei, maximal zweieinhalb Stunden dafür. Wer vor zu langen, komplizierten Büchern eher zurückschreckt, kann hier ohne Furcht zugreifen, und findet trotzdem mehr als einen typischen Kriminalroman. Die Kürze des Buches macht es aber auch relativ schwer, tiefer auf den Inhalt einzugehen, ohne zu viel zu verraten. Nach dem Lesen ist das Thema aber auch nicht zwingend abgeschlossen, sondern bietet jede Menge Diskussionsstoff, was die Entwicklung der Protagonisten und deren Handlungen betrifft. So ist das Buch auch optimal geeignet für Leserunden, denn es zu Lesen benötigt nur wenig Zeit, bietet aber jede Menge Potenzial für nachfolgende Gespräche rund um Recht, Moral und Ethik

Die Autorin, Daniela M. Spitzer, lebt seit vielen Jahren vegan – inspiriert durch die intensive Auseinandersetzung mit philosophischen und ethischen Grundfragen unserer Gesellschaft und Mitwelt – und ist zuständig für Marketing & PR im GrünerSinn-Verlag, in dem auch ihr Buch erschienen ist. Die gelernte Restaurantmeisterin und Ernährungsberaterin begann nach langen Jahren in diesen Berufen ein Studium der Kulturwissenschaften und zog sich in die bayrischen Berge zurück um zu schreiben. Ihr Debütroman „Siebenzahl“ sowie das E-Book „Das Kalb“ erschienen 2017, ihr zweiter Roman „Placebo“, der Nachfolger zu „Siebenzahl“ sowie ein Hörbuch sollen 2018 erscheinen.

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Sweet & Raw – Vegane Rohkost-Kuchen und -Torten

Mit 23 Jahren ein Lokal in Wien gegründet, mit 26 Jahren das erste Buch veröffentlicht und ein eigenes Business gestartet – Maja Elena Scheid hat in ihren jungen Jahren schon…

Mit 23 Jahren ein Lokal in Wien gegründet, mit 26 Jahren das erste Buch veröffentlicht und ein eigenes Business gestartet – Maja Elena Scheid hat in ihren jungen Jahren schon einiges beachtliches geleistet. Mit „Sweet & Raw – Vegane Rohkost-Kuchen und -Torten“ packt die gelernte Konditorin ihre besten Rezepte für vegane Rohkost-Kuchen und -torten in ein geniales Buch, das jedem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Was genau bedeutet aber eigentlich Rohkost? Als roh bezeichnet werden Speisen, bei denen keine Zutat über 42 Grad erhitzt wird – auch nicht das Endprodukt. Meistens werden für Rohkost sehr hochwertige Zutaten benutzt, die naturbelassen und vollwertig sind und so die geballte Power an Nährstoffen für den Körper beinhalten. Das Besondere an diesem Kochbuch ist aber nicht nur die Rohphilosophie, sämtliche Rezepte sind vegan, gluten-, soja-, laktose- und industriezuckerfrei. Rohkost eignet sich für das ganze Jahr, aber gerade im Sommer bieten die rohen Leckereien zusätzliche Erfrischung.

„Sweet & Raw“ startet mit einem kurzen Einführungsteil. Auf was sollte man bei den Zutaten achten? Brauche ich besonderes Zubehör? Hier sei vorab erwähnt, dass auf jeden Fall ein Mixer benötigt wird, der bei der Rohkostzubereitung aber so oder so zum Standard gehört, da viel mit Nüssen und Trockenobst gearbeitet wird. Und schon geht es ans Eingemachte, sprich an die Grundrezepte, die für einige der Torten und Kochen verwendet werden wie zum Beispiel Kokossahne.

Im ersten Kapitel „Klassiker“ sind Varianten von bekannten Köstlichkeiten zu finden, zum Beispiel Sachertorte, Käsekuchen oder Apfelstrudel. Wichtig: Die meisten Mengenangaben werden in Cups gemessen. Einige der Rezepte sind nach Schwierigkeit von einfach bis anspruchsvoll bewertet.

All jenen, die Schokolade lieben und für die Orangen-Schoko-Törtchen sehr verlockend klingen oder denen, die Fruchtiges wie Wassermelonentörtchen vorziehen ist jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Aber auch Rezepte für Kekse oder Energy Balls finden sich im Buch. Von Cupcakes über Tiramisu bis zu einfachen Obstkuchen – hier ist für jede Naschkatze etwas dabei. Meine Favoriten sind der Marmor-Gugelhupf und die Nougattorte.

Sweet & Raw – Vegane Rohkost-Kuchen und -Torten“ könnte ohne Übertreibung das neue Standardwerk für die Kuchentafel werden. Die Beschreibungen zur Zubereitung der einzelnen Rezepte ist bewusst kurz gehalten, es kommen nur sehr wenige exotisch klingende Zutaten in den Rezepten vor und die ansprechende Optik macht direkt Lust auf Nachmachen. Auf 144 Seiten warten über 60 rohveganen Köstlichkeiten. Eine klare Empfehlung für alle Freunde der süßen Küche!

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Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Zero Waste als Lifestyle

Das Thema Zero Waste zieht sich ja momentan vermehrt durch die Medien – super! Im Zuge dessen erscheinen auch immer mehr Bücher, die helfen, Zero Waste in unser aller Alltag umsetzbar…

Das Thema Zero Waste zieht sich ja momentan vermehrt durch die Medien – super! Im Zuge dessen erscheinen auch immer mehr Bücher, die helfen, Zero Waste in unser aller Alltag umsetzbar zu machen. Wenn ihr euch auch für diesen Lebensstil interessiert, dürfte die Neuerscheinung „Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Zero Waste als Lifestyle“ von Hannah Sartin und Carlo Krauss interessant sein.

Durch entsprechende Medien-Berichte ist wohl den meisten von uns mittlerweile bekannt, dass wir viel zu viel Müll produzieren. Wer die wichtigsten Fakten zu diesem Thema nachlesen möchte, kann sich zu Beginn des Buches darüber informieren. Das Paar Sartin und Krauss erklärt anfangs auch die eigene Reise zu Zero Waste und warum sie sich dafür entschieden haben, diesen Weg einzuschlagen. Das Buch fokussiert sich relativ stark auf Zero Waste mit der ganzen Familie, vor allem mit Kleinkindern, wer Zero Waste im Familienverbund umsetzen möchte, findet hier entsprechende Ideen und Inspiration.

Der Einstieg erfolgt mit dem Thema Recycling. Hier geht es vor allem um Papier, Kleidung und Glas. Einem kurzen Infoblock folgt eine Auflistung an Ideen und Denkanstößen, wie wir unser Handeln konkret verändern können. Der Zero Waste Einkauf wird sehr praxisnah beschrieben – inklusive DIY für eigene Stoffbeutel. Und wie koche ich eigentlich weitestgehend müllfrei? Auch hier finden sich sowohl Rezepte als auch Inspirationen für eine müllfreiere Küche, zum Beispiel was Hygieneprodukte angeht. Die Rezepte im Kapitel „Zero-Waste-Küche“ sind leider nicht alle vegan, bei einigen sind aber zumindest vegane Alternativen aufgeführt.

Mein persönliches All-Time-Favorite Thema ist und bleibt das Zero Waste Bad. Im Bad lässt sich schnell und unkompliziert Müll einsparen, sei es durch Stückseife oder selbstgemachte Pflegeprodukte. Die nächsten Kapitel behandeln den müllfreien Alltag, weniger Müll im Job sowie im Urlaub. Mit den beiden Themen „Reparieren“ und „Urban Gardening“ schließt das Buch ab.

Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Zero Waste als Lifestyle“ ist eine gelungene Mischung aus Erfahrungsbericht und Praxisanleitungen. Mit seinen 176 Seiten ist das Buch ausführlicher als gedacht, man merkt, dass die beiden Autoren mit Herzblut und Erfahrung bei der Sache sind. Viele Rezepte zum Selbermachen runden das Buch ab und Motivieren so nicht nur das Thema gleich direkt anzugehen sondern liefern auch konkrete Ansätze, die den Einstieg stark vereinfachen.

Vielen Dank an die Münchner Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar!

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Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht

Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch…

Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch Grenzen. Wie schön, dass ich Yvonne von Freude am Kochen persönlich kenne und sie so lieb war, mir ein Rezensionsexemplar ihres neuen Buchs “Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” zusenden zu lassen.

Mein Interesse an diesem Buch war auch deshalb so groß, weil ich mich wieder vermehrt mit Themen wie Zero Waste und DIY beschäftige – dazu gehört für mich auch, die Basics meiner veganen Küche zu hinterfragen. Was kann ich selber machen, wo kann ich Verpackungsmüll vermeiden und so vielleicht auch noch Geld sparen? Besonders gespannt war ich auf alle Rezepte zu Pflanzenmilch, aber auch generell ist Inspiration für meine vegane Küche immer willkommen.

Werfen wir also einen Blick in das Buch! Gleich nach dem Vorwort geht es schon in medias res, das erste Kapitel informiert über die Grundlagen, sprich welche Zutaten und Geräte für die Zubereitung der Rezepte benötigt werden. Die verwendeten Basisprodukte sind primär Nüsse, Kerne und Sojabohnen, zusätzlich gibt es Informationen zu Fermentationsstartern für die Käseproduktion wie Rejuvelac und Kombucha, Gerinnungsmittel und Emulgatoren, Verdickungsmittel sowie Geschmacksgeber.

Für den Großteil der Rezepte reicht ein Stabmixer aus, aber auch Hochleistungsmixer, Sojadrink- und Joghurt-Bereiter, Nussmilch-Beutel, Käseformen und etwaige Alternativen werden angesprochen. Nach den Basisinformationen zur Herstellung von Käse, Drinks und Sahne, Joghurt und Tofu gibt es nun die ersten Rezepte zur Zubereitung von Rejuvelac und Kombucha.

Das erste große Rezeptkapitel dreht sich um Käse und Tofu. Als Basis gibt es die Rezepte für Cashewkäse und Mandelkäse, danach folgen 21 weitere Rezepte mit Klassikern wie Kräuter-Frischkäse-Rolle, Soja-Frischkäse oder Kürbiskern-Cashewkäse.

Sehr verlockend sehen auch der Walnuss-Mandel-Käse, der Tomaten-Rosmarin-Käse, der gebackene Mandelkäse oder auch die Trüffel-Käse-Pralinen aus. Super finde ich, dass es auch Rezepte zur Verwertung von Nebenprodukten gibt – mit Mandeltrester kann man so zum Beispiel einen Pesto-Aufstrich herstellen.

Nicht immer benötigt man aber einen Fermentationsstarter, denn der Pizzakäse oder der Streukäse als Ersatz für Parmesan kommt ohne solchen aus. Beides wird von mir definitiv in Kürze ausprobiert! Bei den Tofu-Rezepten warten Tofu mit Nigiri, Tofu mit Zitronensaft, aber auch Seidentofu und sogar Shan-Kicherersen-Tofu, das ohne Soja zubereitet wird auf das Nachkochen.

„Sahne, Joghurt & Co.“ ist das nächste Kapitel. Crème Fraîche aus Cashew oder Mandel, süße oder saure Sahne, Mascarpone, Quarkersatz, Ricotta, Joghurt, Butter – in den 17 Rezepten ist alles vertreten! Besonders fasziniert hat mich die Olivenöl-Butter, die ich auch bald testen werde.

Weiter geht es mit den veganen Drinks. Klassiker wie Mandel- oder Cashewdrink sind natürlich vertreten, ganz toll finde ich das ebenso simple wie geniale Rezept für den schnellen Nussdrink. Auch ausgefalleneres wie Hanf- oder Buchweizendrink fehlt nicht, weitere Klassiker wie Soja, Hafer und Kokos folgen. Abgerundet werden die zehn Rezepte in diesem Kapitel mit Buttermilch.

Ein tolles Goodie: In den ausklappbaren Umschlagseiten des Buchs finden sich weitere pikante und süße Rezepte wie Cashew-Käsefondue, Hokkaido-Mac-and-Cheese oder Tiramisu.

Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” hat das Potenzial, viele Herzen höher schlagen zu lassen. Seien es die der vegan lebenden Käseliebhaber, der Zero Waste-Interessierten, der DIY-Motivierten oder auch die all jener, die gerne ihre Lebensmittel von Grund auf selber zubereiten. Alle Rezepte sind bebildert, für mich ein Kochbuch-Must Have, das leider noch immer nicht alle Rezeptwerke erfüllen.

Und noch etwas für mich ganz wichtiges bietet das Buch. Es gibt mir das Gefühl, dass die Zubereitung der Rezepte einfach und auch für nicht extrem erfahrene Personen machbar ist. So kann ich guten Gewissens Yvonnes Kochbuch auch all jenen empfehlen, die sich die Herstellung von veganem Käse und Co. bisher nicht zugetraut haben, denn so einfach und verständlich erklärt werden auch Unerfahrene motiviert, ihre vegane DIY-Küchenkarriere zu starten. Gratuliere, Yvonne, zu diesem tollen Buch!

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Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden….

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden. Wer noch keine großen Erfahrungen bei der Gartenarbeit hat, der kann auf Bücher zurückgreifen, wie zum Beispiel das reich bebilderte „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger„. Ich kann euch schon mal vorwarnen, dass es hier nicht um Selbstversorgung in unterschiedlichen Bereichen geht, es geht vielmehr vor allem um Lebensmittel, die ihr selbst anbauen und ernten könnt.

Schauen wir uns das Buch genauer an. Es ist ansprechend aufgemacht, vom Titelbild bis zu den Innenseiten, die klar und verständlich mit vielen Fotos und Illustrationen zeigen, wie die Tipps zum eigenen Lebensmittelanbau umzusetzen sind. Anhand des phänologischen Kalenders und einem Zwei-Jahres-Plan als Übersicht gibt das Buch eine grobe Richtung vor, wie man langfristig planen kann.

Ihr braucht nicht unbedingt ein Beet, um die Tipps umzusetzen, aber wer eher auf kleinem Raum gärtnert, dem sei das Buch „Selbstversorgung auf kleinstem Raum“ ans Herz gelegt. Aber keine Sorge, das Buch überfordert nicht mit komplizierten Fachbegriffen, sondern gibt auch EinsteigerInnen guten Rat. Es ist aufgebaut auf zwei Jahre, jeweils unterteilt in die vier Jahreszeiten. So kann ich je nach Jahreszeit sofort einsteigen und weiß, welche Tätigkeiten wann zu erledigen sind.

Im Frühling stellen sich folgende Fragen: Wann sollte ich Samen aussäen und meine Setzlinge stecken? Wie lege ich mein erstes Beet richtig an? Was brauche ich für Werkzeug? Es folgen einige Vorschläge für passend zusammengestelltes Gemüse im Beet. Beispielhafte Beete liefern Anregungen und Information für die praktische Umsetzung. Damit ich auch weiß, was beim betreffenden Gemüse oder Obst zu beachten ist, gibt es für diese jeweils ein Porträt, zum Beispiel für Salatpflanzen, Frühgemüse oder Kräuter. Ich selbst habe keinen großen Garten, daher finde ich die Seiten über das Anpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon sehr hilfreich.

In der Jahreszeitenabfolge geht es im Buch weiter. Im Sommer achte ich auf ausreichendes Düngen, Gießen und natürlich darf jetzt schon geerntet werden. Im Herbst werden die Pflanzen langsam winterfit und die Ernte haltbar gemacht sowie das Beet oder der Boden gepflegt. Zurückschneiden und Gehölze auspflanzen steht nun auf der Tagesordnung. Im Winter wird nur noch wenig im Garten gemacht, hauptsächlich der Boden vor Frost und Eis geschützt.

Übersicht zum Aufklappen

Nun starten wir schon in das zweite Jahr! Jetzt sind wir Fortgeschrittene und können uns an etwas schwierigere Projekte wagen. Auch hier gibt es wieder Beispiele für Beete und viele Tipps für anstehende Arbeiten oder neue Ideen. Zuguter letzt bekommen wir einige Infos über Pflanzenschutz an die Hand, zum Beispiel was man gegen die häufigsten Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge unternehmen kann. Anhand der Beetpläne weiß ich immer sofort, wie viel Abstand die Pflanzen zueinander brauchen und wann ich diese aussäen kann. Und was ist eigentlich ein Starkzehrer oder ein Schwachzehrer?

Mit dem praxisnahen, bunten und übersichtlichen „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger“ seid ihr bestens gewappnet für die Selbstversorgung im eigenen Garten. Hier kann eigentlich nichts mehr schief gehen, alles wird einfach erklärt. Schon beim Blättern macht dieses Buch Lust auf die Arbeit im Garten und den Genuss der Ernte. Eine klare Empfehlung!

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OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben

Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim…

Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim Minimalismus noch nicht auf. Auch die Art des Wohnens wird immer kreativer. Ökodörfer, Tiny Houses und Wohnwägen sind nur ein paar Ideen, wie man sonst noch leben kann, wenn man kein „normales“ Haus oder Wohnung möchte.

Das Unternehmen Wohnwagon aus Wien baut Wohnwägen nach Auftrag, in verschiedenen Größen und individuell nach Wunsch. Aber nicht nur das, seit einigen Jahren beschäftigt sich das Team dahinter auch mit Autarkie und einem nachhaltigen Lebensstil. Dieses Wissen haben sie in ihrem Magazin „OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ versammelt. Die erste und aktuelle Ausgabe stelle ich euch vor.

Kochen ohne Anschluss

Das Magazin für natürliches & autarkes Leben ist über 100 Seiten stark und in einem ansprechenden, modernen Design auf griffigem Papier gehalten. Auf den ersten Seiten geht es gleich um konkrete Ideen und Projekte, die zeigen wie ein selbstbestimmtes Leben in der Natur aussehen kann. Zum Beispiel mit einer eigenen Werkzeugkiste oder auch etwas komplizierter mit der Produktion von Strom.

Natürlich gibt es auch einige Infoseiten zu den Wohnwagons. Wie funktioniert das zum Beispiel mit der Toilette, wenn man seinen Wagen mitten in der Pampa stehen hat? Oder mit Strom, Wasserkreislauf und Heizung? Je nach Wunsch ist mit einem Wohnwagon tatsächlich absolute Unabhängigkeit möglich. Einige Seiten zum Thema Photovoltaik und Windkraftanlage erläutern technische Zusammenhänge, die bei einem unabhängigen Lebensstil wichtig werden.

Timeline

OSKAR macht sich des Weiteren Gedanken zu den Themen Konsum, Friede, Terra Preta (Hummus), Minimalismus, Handwerk und Vernetzung und empfiehlt entsprechende Produkte für das autarke Leben. Besonders spannend finde ich den Artikel zum Experiment Selbstversorgung. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Einblicke in die Geschichte und Produktion der Wohnwagons. Auch wenn ihr auf der Suche nach DIY-Rezepten für Lebensmittel seid oder Kosmetika wie Zahnpasta und Deodorant selber machen wollt, findet ihr genügend Inspirationen. Weitere Themen wie Wurmkiste, Permakultur und Müllvermeidung runden das Heft ab.

OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ ist für mich ein wertvolles, alternatives Magazin, das mit ungewöhnlichen Themen aufwartet und zum Denken anregt. Kaufen könnt ihr OSKAR online bei Wohnwagon und so auch die Erscheinung einer nächsten Ausgabe unterstützen.

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Was brauchst du wirklich? „My Stuff“ und „Ich kauf nix!“ bei #kinodenktweiter

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender…

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender zu agieren und unter anderem Upcycling-Projekte durchzuführen, auf Wasserkraft umzusteigen und mehr Nachhaltigkeit beim Veranstaltungsmanagement an den Tag zu legen – Mehrwegbecher inklusive. Wir können gespannt in die Zukunft blicken, was das Gartenbaukino im Zuge dieser Initiative noch alles zu bieten haben wird.

In gemeinsamer Sache mit dem OekoBusiness Wien wurde für “Was brauchst du wirklich?” ein Filmscreening von My Stuff, einem Film von Petri Luukkainen veranstaltet. Auch die Autorin von “Ich kauf nix!”, Nunu Kaller, war anwesend und stellte dem Auditorium ihr Buch vor. Beide Protagonisten hatten zu viele Dinge, die sie eigentlich nicht brauchten und suchten nach einer befreienden Lösung, ihren Besitz zu reduzieren.

Der Film „My Stuff“

Petri, ein 26 Jahre junger Mann aus Helsinki fing eine Rebellion gegen seinen Besitz an, weil sein Wohnraum unaufgeräumt und überfüllt war. Er beschloss ein einjähriges Projekt zu starten, indem er alle seine Besitztümer wegsperrte und jeden Tag nur ein einziges Teil hervorholen durfte. Am ersten Tag finden wir ihn unbekleidet und ohne Besitz in der leeren Wohnung vor. Die Regel für sein Projekt:

  1. Alles in einem Lager zu verstauen.
  2. Ein Teil am Tag darf zurück geholt werden. Wenn er es nicht am selben Tag holt, darf er am nächsten Tag zwei Sachen mitnehmen.
  3. Der Zeitraum des Experiments beträgt ein Jahr.
  4. Er darf keine neuen Sachen kaufen.

Sein Ergebnis: Dinge sind nur Requisiten in unserem Leben, sie machen das Leben jedoch nicht aus und sind auch keine Masseinheit für Glück. Petri hat erkannt, dass er mit 100 Dingen auskommt, er jedoch rund 200 Teile braucht um ein komfortables Leben führen zu können.

Hier könnt ihr euch den Film mit englischen Untertiteln ansehen.

Das Buch „Ich kauf nix!“

Auch Nunu Kaller fehlte etwas – die Zufriedenheit. Sie hatte einige Schicksalsschläge erlitten und sich in die Kaufsucht geflüchtet. Nun erkannte sie, dass sie keinen Platz mehr für neue Kleidung hatte, aber dennoch nichts Anzuziehen. Deshalb beschloss sie, eine Shopping-Diät zu machen. Ihre Regeln bestanden aus:

  1. Ein Jahr lang keine Kleidung und Schuhe zu kaufen.
  2. Selbermachen ist erlaubt.
  3. Sich besser zu informieren und über die Kleidungsindustrie zu recherchieren.

Fleißaufgaben:

  1. Eine Inventurliste aller Kleidung zu erstellen.
  2. Sich ein Monat lang jeden Tag von einem Kleidungsstück zu trennen.
  3. Einen Nähkurs zu besuchen.
  4. Einen Pullover zu stricken und
  5. eine Tauschparty zu organisieren.

Nach Abschluss ihres Projekts veröffentlichte sie “Ich kauf nix!”, geschrieben in Tagebuchform. Auch Nunu fühlte sich mit weniger Kleidung und mehr Lieblingsteilen leichter. Ihr war bewusst geworden, wie viel Zeit für anderes sie gewonnen hatte. In ihrem Buch erzählt die Autorin auch von ihren Recherchen. Ihre Sichtweise zur Modeindustrie änderte sich durch ihre Erkenntnisse drastisch. Des weiteren berichtet sie von Problemen und kleinen Fehlschlägen (oder wie sie es nennt das Biegen von Regeln) und wie sich ihre Laune von Tag zu Tag aufhellt, aber mit den Erkenntnissen auch verdunkelt. Am Ende des Buches bekommt der Leser noch Quellen zu weiterführenden Informationen.

Beide Experimente zeigen auf, wie unwichtig Besitz sein kann, jedoch auch wie wichtig es ist, selektiv zu sein bei dem was man kauft und anhäuft. Es ist keine Schande, Gekauftes oder Geschenktes wegzugeben oder auszumisten, denn das befreit, wie beide Protagonisten überzeugend darstellen.

Der Film wie auch das Buch machen sich fantastisch als Inspiration für gute Vorsätze. Kopieren würde ich persönlich beide Experimente nicht, jedoch möchte ich das eine oder andere in meinen Alltag einfließen lassen. Von Nunu habe ich mich zur Organisation einer Tauschparty inspirieren lassen, Auszumisten steht auch schon ganz oben auf meiner To-Do-Liste, ebenso das Lesen von bisher ungelesenen Büchern.

Habt ihr ein eigenes Experiment, das ihr mit uns teilen wollt? Wir freuen uns immer über neue Sichtweisen und Ideen! Vielleicht kann der eine oder andere auch etwas aus eurem Projekt mitnehmen!

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Ein gutes Leben für alle! Die Einführung in Suffizienz des BUND

Suffizienz? Was bedeutet das? Keine Sorge, das ist kein neues Modewort oder ähnliches, sondern bedeutet einfach „ausreichend“ oder „genug sein“. Ihr könnt euch darunter zum Beispiel ein Repair Café oder eine…

Suffizienz? Was bedeutet das? Keine Sorge, das ist kein neues Modewort oder ähnliches, sondern bedeutet einfach „ausreichend“ oder „genug sein“. Ihr könnt euch darunter zum Beispiel ein Repair Café oder eine Kleidertauschparty vorstellen, hier gehen wir auch vom Suffizienz-Prinzip aus, dass es eigentlich genug Dinge gibt, wir sie aber nur richtig verteilen müssen oder wiederherstellen können. Aber es gibt noch viel mehr, was sich unter Suffizienz zusammenfassen lässt, auch Minimalismus, Gemeinwohl und Postwachstums-Ansätze gehören dazu.

In der Broschüre „Ein gutes Leben für alle! Eine Einführung in Suffizienz“ herausgegeben von den Landesverbänden BW des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der BUNDjugend, geht es genau darum. Da diese erst vor kurzem und nach langer Arbeit erschien und sie eine genialen Überblick über das Thema bietet, möchte ich sie euch heute vorstellen. Ich bin überzeugt, dass Suffizienz in Zukunft immer wichtiger wird. Nicht nur das bewusstere konsumieren von Dingen sondern auch die Ressourcenschonung stehen hier im Vordergrund. Suffizienz bedeutet nicht in erster Linie Verzicht, sondern zum Beispiel langlebigere Produkte oder auch einfach kleine Veränderungen von Verhaltensweisen wie zum Beispiel durch „Zero Waste“, also dem Leben mit weniger Müll, oder eben die gerechtere Umverteilung von Gütern.

Sehen wir uns die Broschüre genauer an. Zunächst werden die Begriffe Suffizienz und Nachhaltigkeit näher erklärt. Wozu ist Suffizienz gut? Welche Argumente und Theorien gibt es dazu?
Dann wird das ganze praktischer und wir erfahren in spannenden Interviews von Initiativen, inspirierenden Personen und Unternehmungen wie foodsharing oder Warentauschtage, wie diese Suffizienz umsetzen oder leben. Die Broschüre deckt die unterschiedlichsten Bereiche ab, von Job bis Mobilität und Gesellschaft.

Im nächsten Kapitel wird es dann politischer und es wird darüber nachgedacht, wie Gemeinden oder Kommunen an Suffizienz arbeiten und das Prinzip auch flächendeckender umsetzbar machen können. Wie kann ich selbst Einfluss auf die Politik nehmen, um Suffizienz weiter voranzubringen? Zum Schluss werden einige Gedanken zu gesellschaftlichen Chancen ausgebreitet und Material für Diskussionen und Vorträge bereitgestellt.

Die Broschüre „Ein gutes Leben für alle! Eine Einführung in Suffizienz“ gibt es als PDF zum Download. Auch wenn sich die Broschüre in den Interviews oft auf Personen und Initiativen in Baden-Württemberg bezieht, kann ich sie euch sehr ans Herz legen, denn die Informationen und Inspirationen sind empfehlenswert für alle, die sich für das Thema interessieren und viele Ideen sind entsprechend übertragbar.

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Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün

Der Blog Wastelandrebel von Shia Su ist sicherlich vielen von euch ein Begriff. Für die von euch, die den Blog noch nicht kennen: Es geht um Müllvermeidung, um den kreativen…

Der Blog Wastelandrebel von Shia Su ist sicherlich vielen von euch ein Begriff. Für die von euch, die den Blog noch nicht kennen: Es geht um Müllvermeidung, um den kreativen Versuch „Zero Waste“ zu leben. Shia hat nun auch ihr erstes Buch herausgebracht, das ich euch heute vorstelle. Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün ist ohne Plastikfolie produziert und auf Recyclingpapier gedruckt. Dies war eine bewusste Entscheidung von Shia und dem Freya-Verlag. Das Layout ist in einem frischen, modernen Design gehalten, dies und das kompakte Format des Buchs machen große Lust, darin zu blättern.

vorratshaltung

Der Index zeigt uns anhand von ansprechenden Bildern, was uns erwartet: Haushalt, Hygiene, Einkauf –  alle alltäglichen Lebensbereiche sind vertreten. In einer kleinen Einleitung wird erklärt, was die „kollektive Müllblindheit“ anrichtet und warum wir schleunigst etwas dagegen tun sollten. Zugleich wird gezeigt, dass eine geringe Müllproduktion gar nicht so neu ist, denkt nur mal an eure Großeltern und deren Umgang mit Abfall.

Als nächstes gibt uns Shia einen Einstieg in den Zero Waste Lebensstil und dessen Vorteile. Zunächst ist es sinnvoll zu prüfen, wo und wie viel Müll überhaupt anfällt. Dann geht es um die „Fünf R“, also Refuse, Reduce, Reuse, Recycle und Rot (kompostieren). Schon anhand dieser fünf Prüfsteine können wir einiges an Müll vermeiden. Um das Herzstück des Buchs geht es im Kapitel „Einkauf und unterwegs“, denn ganz klar: Der meiste „Single-Use“ Kunststoff stammt von Lebensmittelverpackungen. Hier lässt sich schon als AnfängerIn viel Müll vermeiden. Es gibt Tipps für das entsprechendes Equipment, Läden, in denen ihr oftmals unverpackte Lebensmittel findet wie zum Beispiel Bauernläden oder Märkte und Hintergrundinfos.

unverpackt

Wie kann ich denn zuhause beim Kochen noch Abfall einsparen? Auch Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Thema und diesem widmet Shia ein eigenes Kapitel. Mein liebstes Thema ist Zero Waste im Haushalt. Das gelingt durch Ersetzen von Putzmitteln durch einfache Hausmittel und Herstellen von Reinigern von Hand.  Aber auch im Bad gibt es etliche Möglichkeiten, Müll zu reduzieren. Zum Beispiel durch feste Seifenstücke oder hochwertige kaltgepresste Öle.

 

Weitere Themen im Buch sind Monatshygiene, Kleidung oder auch der Toilettengang, zu denen es inspirierende Ideen gibt. Am Ende des Buchs finden sich noch einige praktische Tipps um Müll zu verwerten wie zum Beispiel Kompostieren. Wir finden hier dann auch noch eine Übersicht „Konventionell vs. Zero Waste Alternative“, die noch einige konkrete Tipps zum Wechseln gibt. Letzten Endes hat es Shia genauso wie Bea Johnson geschafft, am Ende eines ganzen Jahres ihren gesamten Müll in nur einem Einmachglas zu sammeln, denn mehr Abfall hatte sie nicht produziert.

Wer nach Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün Lust auf weitere Anstöße und Ideen hat, findet diese auf Shias Blog Wastelandrebel vorbei. Große Empfehlung für dieses Buch!

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Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer…

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer Herausforderung, die ich gerne annehmen möchte. Da das Buch mich auch visuell in Beschlag nimmt und das wunderschön gestylte Essen mich zu sich ruft, wie eine Sirene einen verzauberten Geliebten, beschließe ich, mich näher damit auseinanderzusetzen.

Die Autorin Eva Fischer

Eva Fischer, Bloggerin auf foodtastic und Food Fotografin/Stylistin, ist ausgebildeter Ernährungsvorsorge-Coach. Die Diagnose Zöliakie hat ihre kulinarische Welt auf den Kopf gestellt. Dadurch begann Eva sich noch intensiver mit Ernährung und dem damit verbundenen Glücksgefühl zu beschäftigen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen finden wir gebündelt in diesem Buch und regelmäßig auf ihrem Blog.

Life Changing Food, ein Buch von Eva Fischer.

Iss gut und fühl dich wohl!

Das beschriebene Prinzip des “Life Changing Food” ist ein ganzheitliches Ernährungsprinzip, welches auf dem Wohlbefinden des Menschen basiert. Das Ziel ist, vielseitiger, ausgewogener und abwechslungsreicher zu essen und sich in Folge der erhöhten Einnahme von Antioxidantien vitalisierter zu fühlen. Wikipedia bietet uns eine detaillierte Definition:

“Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies (ROS), deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt. Oxidativer Stress wird in Zusammenhang gebracht mit dem Alterungsprozess und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten.” (Wikipedia, 2016) Als Beispiel dafür werden Krebserkrankungen oder Alzheimer-Krankheiten genannt.

Auch eine hohe Nährstoffdichte ist dem Gefühl des Wohlfühlens förderlich, erklärt Eva. Als Nährstoffe werden Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine bezeichnet (Lebensmittellexikon, 2016),  besonders viele davon finden sich in sogenannten Superfoods.

Das 21 Tage Programm und die Rezepte im Buch

Voller Hoffnung auf ein Programm, welches mir das Denken abnehmen und mich vor dem Altern und dem Unglücklich-sein schützen würde, fing ich an, das Buch auf Herz und Nieren zu prüfen. Der erste Blick ins Buch brachte mich einigen Begriffen und Fakten näher. Die detailliertere Untersuchung des 21 Tage Programms brachte für mich jedoch den Eindruck eines hohen Zeitaufwands und vielen Essensresten. Erwartet wurde von mir, dass ich drei Mal am Tag den Kochlöffel schwinge (oder vorkoche) und das mit Rezepten, die sehr unterschiedliche Zutaten aufweisen.

Als ich die Autorin persönlich auf mein Dilemma ansprach, meinte sie, ich solle mir keine Sorgen machen und könne Rezepte nach eigenem Ermessen austauschen und andere Kompromisse eingehen. Jedoch würde das wiederum bedeuten, dass ich mir über die Rezepte doch Gedanken machen und nicht blind nachkochen konnte. Als ich dann noch das Problem der Essensreste ansprach, wusste sie folgenden Rat: Einfrieren und wieder verwerten. Gute Idee, nur undenkbar, wenn der 21 Tagesplan eingehalten werden soll, denn jeden Tag sollen drei unterschiedliche Mahlzeiten gekocht werden.

Mein erster Eindruck grenzte also an Überforderung, denn der Plan erschien mir – in meinem Leben – als undurchführbar. Ich wurde dann auf die “To go”-Kennzeichnung für Berufstätige hingewiesen, Rezepte mit dieser Kennzeichnung lassen sich ideal vorbereiten und am nächsten Tag mitnehmen. Als ich mich mit dem Begriff der Nährstoffdichte und den damit verbundenen Superfoods (viele auch aus heimischer Herkunft) auseinander setzte, kam die Frage auf, ob viele der Gerichte nicht zu kalorienreich für meinen gewohnten Alltag waren. Auch hier gibt es aber die “Mach’s leichter”-Kennzeichnung mit Tipps um Zutaten wegzulassen oder zu ersetzen um Kalorien einsparen zu können. Gute Idee!

Rote-Bete-Tatar, Rezept im Buch

Vom Essen und Wohlbefinden

Da mich der Gedanke des “Glücklichessens” nicht losließ, beschloss ich, mich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Was sagen Experten dazu und woher kommt denn eigentlich dieses Gefühl des Glücklichseins beim Essen?

Laut Neurogastroenterologen gibt es Stoffe in der Nahrung, die eine direkte Wirkung auf das Gehirn haben. Der Magen-Darm-Trakt des Menschen ist mit einem komplexen Nervengeflecht durchzogen und sendet Signale direkt in die Gefühlszentren des Hirns. Das Immunsystem und auch Darmbakterien haben einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und reagieren direkt auf die zu sich genommene Nahrung. (Zeit, 2010) Der Magen-Darm-Trakt, auch oft als Bauchgehirn oder Mikrobiom bezeichnet, kommuniziert über die Botenstoffe Serotonin und Dopamin mit dem “Kopfgehirn”. Die Verbindung zu unserem Emotionszentrum wäre eine weitere mögliche Erklärung für “Gefühle“ bei oder nach der Nahrungsaufnahme. (gesund.co.at)

Ein gegenteiliges Urteil kommt von Dr. Thomas Ellrott, Ernährungsmediziner und Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen. Er führt aus, dass der Serotoninspiegel im Essen, keinen nennenswerten Einfluss auf unsere Stimmung darauf haben kann, da dieser dafür zu niedrig sei. Er erklärt, das Glücksgefühl wäre ein “Lern-Effekt” und der damit verbundenen Ausschüttung von Dopamin während eines Erfolgserlebnisses zuzuschreiben. “Wichtig für den Glückskick ist die Präferenz, die individuelle Vorliebe, der eigene Wunsch, den man sich erfolgreich erfüllt.” (Das Erste, 2010)

Fazit

Das Kochbuch “Life Changing Food” von Eva Fischer bietet viele neue Einzelgerichte, die positive Auswirkungen durch eine ausgewogene und eigens zubereitete Ernährung haben können. Ich würde das 21 Tage Programm außer Acht lassen und den Spaß am Kochen in den Vordergrund stellen, um das eigene Können langsam zu steigern. Das Buch ist nicht komplett vegan, bietet aber viele vegane Rezepte oder solche, die einfach zu veganen Gerichten umfunktioniert werden können.

Als ersten Schritt empfehle ich foodtastic aufzusuchen und dort einige von Evas Rezepten auszuprobieren. Wenn euch die Rezepte und der Stil zusagen, ist Evas Kochbuch für euch auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, um die Welt des Glücklichessens weiter zu erforschen. Ans Herz legen möchte ich “Life Changing Food” auch allen, die hochwertige und stilvoll designte Kochbücher lieben, hier kommt ihr auf jeden Fall auf eure Kosten!

Vielen herzlichen Dank an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar zu Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

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