Manche Bücher sprechen mich schon im Geschäft optisch sehr an. Oft ist es dann leider so, dass der Inhalt nicht ganz den Erwartungen entspricht. Bei „Die Liebe zu den nicht perfekten Dingen“ von Haemin Sunim ist es aber anders. Es ist so ein schmuckes Buch, das man immer mal wieder irgendwo aufschlägt und sich an den schönen Illustrationen erfreut. Und nebenbei kann man dann noch etwas Lebensweisheit aufsaugen oder einen Ratschlag zu einem Thema bekommen.

Haemin Sunim ist ein koreanischer Mönch, der Zen-Buddhismus lehrt und buddhistische Bücher schreibt. Er tourt mit Lehrveranstaltungen durch die Welt und hat die „Schule der gebrochenen Herzen“ ins Leben gerufen, die Beratung und Meditation für Menschen mit diversen Problemen anbietet. Ziel dieses Buches ist, mehr Mitgefühl sich selbst und der Welt gegenüber zu entwickeln. Es soll Hoffnung machen in einer unvollkommenen Welt. Haemin Sunim hat Anregungen und Fragen von allen möglichen Menschen, denen er bei seinen Reisen begegnet ist, aufgenommen – seine Ratschläge finden sich ebenfalls in diesem Buch wieder.

Die acht Kapitel des Buches handeln zum Beispiel von Familie, Selbstliebe, Zusammenleben und Mut. Man findet sich beim Lesen der kleinen, gedichtartigen Textblöcke sehr häufig wieder. Jedes Überthema leitet Haemin Sunim mit einer kleinen persönlichen Erfahrungsgeschichte ein. Seine eigene spirituelle Reise stellt er im letzten Kapitel dar, dabei wirkt er aber nicht abgehoben, überheblich oder esoterisch. In seinen Texten beschreibt er häufig uns nur allzu bekannte Situationen und Gefühlslagen und gibt uns Handlungsanregungen. Zum einen bietet er Rat zur Umgangsweise mit Menschen in unserer Umgebung, von Partner bis Familie. Aber auch Inspiration und Hinweise zum Umgang mit uns selbst, unseren Gefühlen, Schwächen und Sorgen. Dabei wird er aber nie dogmatisch oder aufdringlich, sondern setzt kleine Impulse, die Gedanken anstoßen.

So erwischt Haemin Sunim die unbewussten Regungen und entlarvt auf sanfte Weise die menschlichen Gedankenprozesse und ihr Verhalten. Besonders angesprochen hat mich der Part zu Beginn des Buches, in dem er dazu aufruft, nicht zu nett zu sein. Hier geht es ihm vor allem darum, dass dieses allzu brave Verhalten darin ausartet, dass man jeden Ärger und jede Frustration nur herunterschluckt, was sich irgendwann in Depression oder Ängsten äußern kann.

In wenigen Fällen kann ich seinem Rat nicht zustimmen, doch zum Großteil finde ich seine Weisheiten modern und auf unser alltägliches Leben übertragbar. Insgesamt ist „Die Liebe zu den nicht perfekten Dingen“ ein sehr lohnenswertes und schönes Buch, das jeden von uns ein Stück weiterbringt und lehrt, der Welt und sich selbst mehr Mitgefühl entgegen zu bringen.

Vielen Dank an den Scorpio Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Nicht verpassen – noch bis 11. März 2019 könnt ihr drei Exemplare von „Die Liebe zu den nicht perfekten Dingen“ gewinnen. Wie ihr an der Verlosung teilnehmen könnt, findet ihr hier.

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