Eco. Life. Style.

Kategorie: Reading.

Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht

Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch…

Immer dann, wenn eine Bloggerkollegin ein Buch herausbringt bin ich sehr neugierig auf das Ergebnis. Wenn es sich dann noch um ein veganes Kochbuch handelt kennt meine Neugier kaum noch Grenzen. Wie schön, dass ich Yvonne von Freude am Kochen persönlich kenne und sie so lieb war, mir ein Rezensionsexemplar ihres neuen Buchs “Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” zusenden zu lassen.

Mein Interesse an diesem Buch war auch deshalb so groß, weil ich mich wieder vermehrt mit Themen wie Zero Waste und DIY beschäftige – dazu gehört für mich auch, die Basics meiner veganen Küche zu hinterfragen. Was kann ich selber machen, wo kann ich Verpackungsmüll vermeiden und so vielleicht auch noch Geld sparen? Besonders gespannt war ich auf alle Rezepte zu Pflanzenmilch, aber auch generell ist Inspiration für meine vegane Küche immer willkommen.

Werfen wir also einen Blick in das Buch! Gleich nach dem Vorwort geht es schon in medias res, das erste Kapitel informiert über die Grundlagen, sprich welche Zutaten und Geräte für die Zubereitung der Rezepte benötigt werden. Die verwendeten Basisprodukte sind primär Nüsse, Kerne und Sojabohnen, zusätzlich gibt es Informationen zu Fermentationsstartern für die Käseproduktion wie Rejuvelac und Kombucha, Gerinnungsmittel und Emulgatoren, Verdickungsmittel sowie Geschmacksgeber.

Für den Großteil der Rezepte reicht ein Stabmixer aus, aber auch Hochleistungsmixer, Sojadrink- und Joghurt-Bereiter, Nussmilch-Beutel, Käseformen und etwaige Alternativen werden angesprochen. Nach den Basisinformationen zur Herstellung von Käse, Drinks und Sahne, Joghurt und Tofu gibt es nun die ersten Rezepte zur Zubereitung von Rejuvelac und Kombucha.

Das erste große Rezeptkapitel dreht sich um Käse und Tofu. Als Basis gibt es die Rezepte für Cashewkäse und Mandelkäse, danach folgen 21 weitere Rezepte mit Klassikern wie Kräuter-Frischkäse-Rolle, Soja-Frischkäse oder Kürbiskern-Cashewkäse.

Sehr verlockend sehen auch der Walnuss-Mandel-Käse, der Tomaten-Rosmarin-Käse, der gebackene Mandelkäse oder auch die Trüffel-Käse-Pralinen aus. Super finde ich, dass es auch Rezepte zur Verwertung von Nebenprodukten gibt – mit Mandeltrester kann man so zum Beispiel einen Pesto-Aufstrich herstellen.

Nicht immer benötigt man aber einen Fermentationsstarter, denn der Pizzakäse oder der Streukäse als Ersatz für Parmesan kommt ohne solchen aus. Beides wird von mir definitiv in Kürze ausprobiert! Bei den Tofu-Rezepten warten Tofu mit Nigiri, Tofu mit Zitronensaft, aber auch Seidentofu und sogar Shan-Kicherersen-Tofu, das ohne Soja zubereitet wird auf das Nachkochen.

„Sahne, Joghurt & Co.“ ist das nächste Kapitel. Crème Fraîche aus Cashew oder Mandel, süße oder saure Sahne, Mascarpone, Quarkersatz, Ricotta, Joghurt, Butter – in den 17 Rezepten ist alles vertreten! Besonders fasziniert hat mich die Olivenöl-Butter, die ich auch bald testen werde.

Weiter geht es mit den veganen Drinks. Klassiker wie Mandel- oder Cashewdrink sind natürlich vertreten, ganz toll finde ich das ebenso simple wie geniale Rezept für den schnellen Nussdrink. Auch ausgefalleneres wie Hanf- oder Buchweizendrink fehlt nicht, weitere Klassiker wie Soja, Hafer und Kokos folgen. Abgerundet werden die zehn Rezepte in diesem Kapitel mit Buttermilch.

Ein tolles Goodie: In den ausklappbaren Umschlagseiten des Buchs finden sich weitere pikante und süße Rezepte wie Cashew-Käsefondue, Hokkaido-Mac-and-Cheese oder Tiramisu.

Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht” hat das Potenzial, viele Herzen höher schlagen zu lassen. Seien es die der vegan lebenden Käseliebhaber, der Zero Waste-Interessierten, der DIY-Motivierten oder auch die all jener, die gerne ihre Lebensmittel von Grund auf selber zubereiten. Alle Rezepte sind bebildert, für mich ein Kochbuch-Must Have, das leider noch immer nicht alle Rezeptwerke erfüllen.

Und noch etwas für mich ganz wichtiges bietet das Buch. Es gibt mir das Gefühl, dass die Zubereitung der Rezepte einfach und auch für nicht extrem erfahrene Personen machbar ist. So kann ich guten Gewissens Yvonnes Kochbuch auch all jenen empfehlen, die sich die Herstellung von veganem Käse und Co. bisher nicht zugetraut haben, denn so einfach und verständlich erklärt werden auch Unerfahrene motiviert, ihre vegane DIY-Küchenkarriere zu starten. Gratuliere, Yvonne, zu diesem tollen Buch!

3 Kommentare zu Käse, Joghurt, Tofu, Milch. Vegan und selbstgemacht

Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden….

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich um den Garten oder den Balkon zu kümmern. Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich schon recht regelmäßig und der Boden wartet darauf, bearbeitet zu werden. Wer noch keine großen Erfahrungen bei der Gartenarbeit hat, der kann auf Bücher zurückgreifen, wie zum Beispiel das reich bebilderte „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger„. Ich kann euch schon mal vorwarnen, dass es hier nicht um Selbstversorgung in unterschiedlichen Bereichen geht, es geht vielmehr vor allem um Lebensmittel, die ihr selbst anbauen und ernten könnt.

Schauen wir uns das Buch genauer an. Es ist ansprechend aufgemacht, vom Titelbild bis zu den Innenseiten, die klar und verständlich mit vielen Fotos und Illustrationen zeigen, wie die Tipps zum eigenen Lebensmittelanbau umzusetzen sind. Anhand des phänologischen Kalenders und einem Zwei-Jahres-Plan als Übersicht gibt das Buch eine grobe Richtung vor, wie man langfristig planen kann.

Ihr braucht nicht unbedingt ein Beet, um die Tipps umzusetzen, aber wer eher auf kleinem Raum gärtnert, dem sei das Buch „Selbstversorgung auf kleinstem Raum“ ans Herz gelegt. Aber keine Sorge, das Buch überfordert nicht mit komplizierten Fachbegriffen, sondern gibt auch EinsteigerInnen guten Rat. Es ist aufgebaut auf zwei Jahre, jeweils unterteilt in die vier Jahreszeiten. So kann ich je nach Jahreszeit sofort einsteigen und weiß, welche Tätigkeiten wann zu erledigen sind.

Im Frühling stellen sich folgende Fragen: Wann sollte ich Samen aussäen und meine Setzlinge stecken? Wie lege ich mein erstes Beet richtig an? Was brauche ich für Werkzeug? Es folgen einige Vorschläge für passend zusammengestelltes Gemüse im Beet. Beispielhafte Beete liefern Anregungen und Information für die praktische Umsetzung. Damit ich auch weiß, was beim betreffenden Gemüse oder Obst zu beachten ist, gibt es für diese jeweils ein Porträt, zum Beispiel für Salatpflanzen, Frühgemüse oder Kräuter. Ich selbst habe keinen großen Garten, daher finde ich die Seiten über das Anpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon sehr hilfreich.

In der Jahreszeitenabfolge geht es im Buch weiter. Im Sommer achte ich auf ausreichendes Düngen, Gießen und natürlich darf jetzt schon geerntet werden. Im Herbst werden die Pflanzen langsam winterfit und die Ernte haltbar gemacht sowie das Beet oder der Boden gepflegt. Zurückschneiden und Gehölze auspflanzen steht nun auf der Tagesordnung. Im Winter wird nur noch wenig im Garten gemacht, hauptsächlich der Boden vor Frost und Eis geschützt.

Übersicht zum Aufklappen

Nun starten wir schon in das zweite Jahr! Jetzt sind wir Fortgeschrittene und können uns an etwas schwierigere Projekte wagen. Auch hier gibt es wieder Beispiele für Beete und viele Tipps für anstehende Arbeiten oder neue Ideen. Zuguter letzt bekommen wir einige Infos über Pflanzenschutz an die Hand, zum Beispiel was man gegen die häufigsten Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge unternehmen kann. Anhand der Beetpläne weiß ich immer sofort, wie viel Abstand die Pflanzen zueinander brauchen und wann ich diese aussäen kann. Und was ist eigentlich ein Starkzehrer oder ein Schwachzehrer?

Mit dem praxisnahen, bunten und übersichtlichen „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger“ seid ihr bestens gewappnet für die Selbstversorgung im eigenen Garten. Hier kann eigentlich nichts mehr schief gehen, alles wird einfach erklärt. Schon beim Blättern macht dieses Buch Lust auf die Arbeit im Garten und den Genuss der Ernte. Eine klare Empfehlung!

1 Kommentar zu Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger

OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben

Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim…

Es macht den Anschein, dass sich sehr viele Menschen momentan nach einem natürlichen Leben sehnen – einfacher, naturverbundener und unabhängiger. Das fängt beim Hinterfragen der 40-Stunden-Arbeitswoche an und hört beim Minimalismus noch nicht auf. Auch die Art des Wohnens wird immer kreativer. Ökodörfer, Tiny Houses und Wohnwägen sind nur ein paar Ideen, wie man sonst noch leben kann, wenn man kein „normales“ Haus oder Wohnung möchte.

Das Unternehmen Wohnwagon aus Wien baut Wohnwägen nach Auftrag, in verschiedenen Größen und individuell nach Wunsch. Aber nicht nur das, seit einigen Jahren beschäftigt sich das Team dahinter auch mit Autarkie und einem nachhaltigen Lebensstil. Dieses Wissen haben sie in ihrem Magazin „OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ versammelt. Die erste und aktuelle Ausgabe stelle ich euch vor.

Kochen ohne Anschluss

Das Magazin für natürliches & autarkes Leben ist über 100 Seiten stark und in einem ansprechenden, modernen Design auf griffigem Papier gehalten. Auf den ersten Seiten geht es gleich um konkrete Ideen und Projekte, die zeigen wie ein selbstbestimmtes Leben in der Natur aussehen kann. Zum Beispiel mit einer eigenen Werkzeugkiste oder auch etwas komplizierter mit der Produktion von Strom.

Natürlich gibt es auch einige Infoseiten zu den Wohnwagons. Wie funktioniert das zum Beispiel mit der Toilette, wenn man seinen Wagen mitten in der Pampa stehen hat? Oder mit Strom, Wasserkreislauf und Heizung? Je nach Wunsch ist mit einem Wohnwagon tatsächlich absolute Unabhängigkeit möglich. Einige Seiten zum Thema Photovoltaik und Windkraftanlage erläutern technische Zusammenhänge, die bei einem unabhängigen Lebensstil wichtig werden.

Timeline

OSKAR macht sich des Weiteren Gedanken zu den Themen Konsum, Friede, Terra Preta (Hummus), Minimalismus, Handwerk und Vernetzung und empfiehlt entsprechende Produkte für das autarke Leben. Besonders spannend finde ich den Artikel zum Experiment Selbstversorgung. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Einblicke in die Geschichte und Produktion der Wohnwagons. Auch wenn ihr auf der Suche nach DIY-Rezepten für Lebensmittel seid oder Kosmetika wie Zahnpasta und Deodorant selber machen wollt, findet ihr genügend Inspirationen. Weitere Themen wie Wurmkiste, Permakultur und Müllvermeidung runden das Heft ab.

OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben“ ist für mich ein wertvolles, alternatives Magazin, das mit ungewöhnlichen Themen aufwartet und zum Denken anregt. Kaufen könnt ihr OSKAR online bei Wohnwagon und so auch die Erscheinung einer nächsten Ausgabe unterstützen.

Keine Kommentare zu OSKAR – Magazin für natürliches & autarkes Leben

Was brauchst du wirklich? „My Stuff“ und „Ich kauf nix!“ bei #kinodenktweiter

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender…

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit präsentierte das Gartenbaukino seinen zweiten Streich. Um die #kinodenktweiter Initiative fortzuführen wurde das Thema “Was brauchst du wirklich?” gewählt. Inspiriert von der Diagonale beschloss das Wiener Kino umweltschonender zu agieren und unter anderem Upcycling-Projekte durchzuführen, auf Wasserkraft umzusteigen und mehr Nachhaltigkeit beim Veranstaltungsmanagement an den Tag zu legen – Mehrwegbecher inklusive. Wir können gespannt in die Zukunft blicken, was das Gartenbaukino im Zuge dieser Initiative noch alles zu bieten haben wird.

In gemeinsamer Sache mit dem OekoBusiness Wien wurde für “Was brauchst du wirklich?” ein Filmscreening von My Stuff, einem Film von Petri Luukkainen veranstaltet. Auch die Autorin von “Ich kauf nix!”, Nunu Kaller, war anwesend und stellte dem Auditorium ihr Buch vor. Beide Protagonisten hatten zu viele Dinge, die sie eigentlich nicht brauchten und suchten nach einer befreienden Lösung, ihren Besitz zu reduzieren.

Der Film „My Stuff“

Petri, ein 26 Jahre junger Mann aus Helsinki fing eine Rebellion gegen seinen Besitz an, weil sein Wohnraum unaufgeräumt und überfüllt war. Er beschloss ein einjähriges Projekt zu starten, indem er alle seine Besitztümer wegsperrte und jeden Tag nur ein einziges Teil hervorholen durfte. Am ersten Tag finden wir ihn unbekleidet und ohne Besitz in der leeren Wohnung vor. Die Regel für sein Projekt:

  1. Alles in einem Lager zu verstauen.
  2. Ein Teil am Tag darf zurück geholt werden. Wenn er es nicht am selben Tag holt, darf er am nächsten Tag zwei Sachen mitnehmen.
  3. Der Zeitraum des Experiments beträgt ein Jahr.
  4. Er darf keine neuen Sachen kaufen.

Sein Ergebnis: Dinge sind nur Requisiten in unserem Leben, sie machen das Leben jedoch nicht aus und sind auch keine Masseinheit für Glück. Petri hat erkannt, dass er mit 100 Dingen auskommt, er jedoch rund 200 Teile braucht um ein komfortables Leben führen zu können.

Hier könnt ihr euch den Film mit englischen Untertiteln ansehen.

Das Buch „Ich kauf nix!“

Auch Nunu Kaller fehlte etwas – die Zufriedenheit. Sie hatte einige Schicksalsschläge erlitten und sich in die Kaufsucht geflüchtet. Nun erkannte sie, dass sie keinen Platz mehr für neue Kleidung hatte, aber dennoch nichts Anzuziehen. Deshalb beschloss sie, eine Shopping-Diät zu machen. Ihre Regeln bestanden aus:

  1. Ein Jahr lang keine Kleidung und Schuhe zu kaufen.
  2. Selbermachen ist erlaubt.
  3. Sich besser zu informieren und über die Kleidungsindustrie zu recherchieren.

Fleißaufgaben:

  1. Eine Inventurliste aller Kleidung zu erstellen.
  2. Sich ein Monat lang jeden Tag von einem Kleidungsstück zu trennen.
  3. Einen Nähkurs zu besuchen.
  4. Einen Pullover zu stricken und
  5. eine Tauschparty zu organisieren.

Nach Abschluss ihres Projekts veröffentlichte sie “Ich kauf nix!”, geschrieben in Tagebuchform. Auch Nunu fühlte sich mit weniger Kleidung und mehr Lieblingsteilen leichter. Ihr war bewusst geworden, wie viel Zeit für anderes sie gewonnen hatte. In ihrem Buch erzählt die Autorin auch von ihren Recherchen. Ihre Sichtweise zur Modeindustrie änderte sich durch ihre Erkenntnisse drastisch. Des weiteren berichtet sie von Problemen und kleinen Fehlschlägen (oder wie sie es nennt das Biegen von Regeln) und wie sich ihre Laune von Tag zu Tag aufhellt, aber mit den Erkenntnissen auch verdunkelt. Am Ende des Buches bekommt der Leser noch Quellen zu weiterführenden Informationen.

Beide Experimente zeigen auf, wie unwichtig Besitz sein kann, jedoch auch wie wichtig es ist, selektiv zu sein bei dem was man kauft und anhäuft. Es ist keine Schande, Gekauftes oder Geschenktes wegzugeben oder auszumisten, denn das befreit, wie beide Protagonisten überzeugend darstellen.

Der Film wie auch das Buch machen sich fantastisch als Inspiration für gute Vorsätze. Kopieren würde ich persönlich beide Experimente nicht, jedoch möchte ich das eine oder andere in meinen Alltag einfließen lassen. Von Nunu habe ich mich zur Organisation einer Tauschparty inspirieren lassen, Auszumisten steht auch schon ganz oben auf meiner To-Do-Liste, ebenso das Lesen von bisher ungelesenen Büchern.

Habt ihr ein eigenes Experiment, das ihr mit uns teilen wollt? Wir freuen uns immer über neue Sichtweisen und Ideen! Vielleicht kann der eine oder andere auch etwas aus eurem Projekt mitnehmen!

1 Kommentar zu Was brauchst du wirklich? „My Stuff“ und „Ich kauf nix!“ bei #kinodenktweiter

Naturkosmetik selber machen – Das Handbuch

Der Trend, Naturkosmetik selber zu machen, ist immer noch ungebrochen. Immer mehr Menschen wollen genau wissen, was in der Kosmetik, die sie tagtäglich benutzen, enthalten ist. Wer tiefer in dieses…

Der Trend, Naturkosmetik selber zu machen, ist immer noch ungebrochen. Immer mehr Menschen wollen genau wissen, was in der Kosmetik, die sie tagtäglich benutzen, enthalten ist. Wer tiefer in dieses Thema eintauchen möchte, dem sei Heike Käsers Naturkosmetik-Standardwerk „Naturkosmetik selber machen – Das Handbuch“ ans Herz gelegt.

naturkosmetikselbermachen

In diesem dicken Wälzer, der 2012 erschien, erfahrt ihr wirklich alles über das Thema. Heike Käser schreibt im Vorwort, dass Naturkosmetik herstellen ein Handwerk ist. Um wirklich professionelle Ergebnisse zu erzielen, braucht man einfach ein gewisses Grundlagenwissen, welches wir in diesem Buch zur Genüge finden. Jeder, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, hat bei der Herstellung von eigener Naturkosmetik auch ein gewisses Konzept – die einen mögen manche Inhaltsstoffe lieber als andere oder legen auf bestimmte Faktoren wie Veganismus wert. Heike Käser erläutert uns anfangs ihre Philosophie, mit der sie seit Jahren arbeitet.

20170211_083137

Im Grundlagenteil erfahren wir vom größten Organ des Menschen – der Haut. Wie ist diese aufgebaut? Wie gelangen überhaupt Nährstoffe an die Stellen, an denen sie etwas bewirken sollen? Was macht eine gesunde Haut aus? Auch chemische Zusammensetzungen, zum Beispiel Fettsäuren, kommen nicht zu kurz. Denn auch Naturkosmetik wirkt nur durch Chemie, alles Natürliche ist nichts desto trotz genauso Chemie, was oft vergessen wird, wenn über „böse Chemie“ in konventioneller Kosmetik gesprochen wird. Einige wichtige Prinzipien wie Konservierung von Naturkosmetik oder auch die Verbindung der Inhaltsstoffe (Emulsion) werden ausführlich vorgestellt.  Ach ja, und was bedeutet eigentlich der PH-Wert?

20170211_083145

Im Praxisteil geht das Werk genauer auf verschiedene Hauttypen ein, stellt Zubehör vor sowie die Herstellung von einigen grundsätzlichen Zutaten, wie zum Beispiel Hydrogele, aber auch Produkte wie Puder oder Lippenstifte. Wie macht man eigentlich ein Mazerat (Pflanzenauszug) oder eine Basis für eine Creme? All das wird hier ebenfalls beantwortet. Im letzten ausführlichen Teil gibt es eine Fülle an Rezepten für eigene Kreationen, man kann das Gelernte also sofort anwenden. Vom Gesichtswasser über Zahnpasta bis zu dekorativer Kosmetik, alles ist dabei. Zuletzt informiert uns der Anhang in praktischen Tabellen über Rohstoffe und deren Wirkung, ein Glossar mit Begriffserklärungen rundet das Buch ab.

20170211_083244

Insgesamt ist „Naturkosmetik selber machen – Das Handbuch“ eher textlastig, mit über 450 Seiten ist es kein Buch, das man nebenbei liest, sondern eher um etwas nachzuschlagen oder sich die Grundlagen im Eigenstudium anzueignen. Anmerkung: Nicht alle Rezepte sind vollkommen vegan. Aber die Inhaltsstoffe sind meist austauschbar oder es gibt alternative Rezepte. Das umfassende und detaillierte Werk sei allen ans Herz gelegt, die wirklich tief in die Materie eintauchen und sich ein solides Wissen rund um Naturkosmetik aufbauen wollen.

1 Kommentar zu Naturkosmetik selber machen – Das Handbuch

Ein gutes Leben für alle! Die Einführung in Suffizienz des BUND

Suffizienz? Was bedeutet das? Keine Sorge, das ist kein neues Modewort oder ähnliches, sondern bedeutet einfach „ausreichend“ oder „genug sein“. Ihr könnt euch darunter zum Beispiel ein Repair Café oder eine…

Suffizienz? Was bedeutet das? Keine Sorge, das ist kein neues Modewort oder ähnliches, sondern bedeutet einfach „ausreichend“ oder „genug sein“. Ihr könnt euch darunter zum Beispiel ein Repair Café oder eine Kleidertauschparty vorstellen, hier gehen wir auch vom Suffizienz-Prinzip aus, dass es eigentlich genug Dinge gibt, wir sie aber nur richtig verteilen müssen oder wiederherstellen können. Aber es gibt noch viel mehr, was sich unter Suffizienz zusammenfassen lässt, auch Minimalismus, Gemeinwohl und Postwachstums-Ansätze gehören dazu.

In der Broschüre „Ein gutes Leben für alle! Eine Einführung in Suffizienz“ herausgegeben von den Landesverbänden BW des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der BUNDjugend, geht es genau darum. Da diese erst vor kurzem und nach langer Arbeit erschien und sie eine genialen Überblick über das Thema bietet, möchte ich sie euch heute vorstellen. Ich bin überzeugt, dass Suffizienz in Zukunft immer wichtiger wird. Nicht nur das bewusstere konsumieren von Dingen sondern auch die Ressourcenschonung stehen hier im Vordergrund. Suffizienz bedeutet nicht in erster Linie Verzicht, sondern zum Beispiel langlebigere Produkte oder auch einfach kleine Veränderungen von Verhaltensweisen wie zum Beispiel durch „Zero Waste“, also dem Leben mit weniger Müll, oder eben die gerechtere Umverteilung von Gütern.

cover suffizienz

Sehen wir uns die Broschüre genauer an. Zunächst werden die Begriffe Suffizienz und Nachhaltigkeit näher erklärt. Wozu ist Suffizienz gut? Welche Argumente und Theorien gibt es dazu?
Dann wird das ganze praktischer und wir erfahren in spannenden Interviews von Initiativen, inspirierenden Personen und Unternehmungen wie foodsharing oder Warentauschtage, wie diese Suffizienz umsetzen oder leben. Die Broschüre deckt die unterschiedlichsten Bereiche ab, von Job bis Mobilität und Gesellschaft.

Im nächsten Kapitel wird es dann politischer und es wird darüber nachgedacht, wie Gemeinden oder Kommunen an Suffizienz arbeiten und das Prinzip auch flächendeckender umsetzbar machen können. Wie kann ich selbst Einfluss auf die Politik nehmen, um Suffizienz weiter voranzubringen? Zum Schluss werden einige Gedanken zu gesellschaftlichen Chancen ausgebreitet und Material für Diskussionen und Vorträge bereitgestellt.

Die Broschüre „Ein gutes Leben für alle! Eine Einführung in Suffizienz“ gibt es als PDF zum Download. Auch wenn sich die Broschüre in den Interviews oft auf Personen und Initiativen in Baden-Württemberg bezieht, kann ich sie euch sehr ans Herz legen, denn die Informationen und Inspirationen sind empfehlenswert für alle, die sich für das Thema interessieren und viele Ideen sind entsprechend übertragbar.

2 Kommentare zu Ein gutes Leben für alle! Die Einführung in Suffizienz des BUND

Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün

Der Blog Wastelandrebel von Shia Su ist sicherlich vielen von euch ein Begriff. Für die von euch, die den Blog noch nicht kennen: Es geht um Müllvermeidung, um den kreativen…

Der Blog Wastelandrebel von Shia Su ist sicherlich vielen von euch ein Begriff. Für die von euch, die den Blog noch nicht kennen: Es geht um Müllvermeidung, um den kreativen Versuch „Zero Waste“ zu leben. Shia hat nun auch ihr erstes Buch herausgebracht, das ich euch heute vorstelle. Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün ist ohne Plastikfolie produziert und auf Recyclingpapier gedruckt. Dies war eine bewusste Entscheidung von Shia und dem Freya-Verlag. Das Layout ist in einem frischen, modernen Design gehalten, dies und das kompakte Format des Buchs machen große Lust, darin zu blättern.

vorratshaltung

Der Index zeigt uns anhand von ansprechenden Bildern, was uns erwartet: Haushalt, Hygiene, Einkauf –  alle alltäglichen Lebensbereiche sind vertreten. In einer kleinen Einleitung wird erklärt, was die „kollektive Müllblindheit“ anrichtet und warum wir schleunigst etwas dagegen tun sollten. Zugleich wird gezeigt, dass eine geringe Müllproduktion gar nicht so neu ist, denkt nur mal an eure Großeltern und deren Umgang mit Abfall.

schranke

Als nächstes gibt uns Shia einen Einstieg in den Zero Waste Lebensstil und dessen Vorteile. Zunächst ist es sinnvoll zu prüfen, wo und wie viel Müll überhaupt anfällt. Dann geht es um die „Fünf R“, also Refuse, Reduce, Reuse, Recycle und Rot (kompostieren). Schon anhand dieser fünf Prüfsteine können wir einiges an Müll vermeiden. Um das Herzstück des Buchs geht es im Kapitel „Einkauf und unterwegs“, denn ganz klar: Der meiste „Single-Use“ Kunststoff stammt von Lebensmittelverpackungen. Hier lässt sich schon als AnfängerIn viel Müll vermeiden. Es gibt Tipps für das entsprechendes Equipment, Läden, in denen ihr oftmals unverpackte Lebensmittel findet wie zum Beispiel Bauernläden oder Märkte und Hintergrundinfos.

unverpackt

Wie kann ich denn zuhause beim Kochen noch Abfall einsparen? Auch Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Thema und diesem widmet Shia ein eigenes Kapitel. Mein liebstes Thema ist Zero Waste im Haushalt. Das gelingt durch Ersetzen von Putzmitteln durch einfache Hausmittel und Herstellen von Reinigern von Hand.  Aber auch im Bad gibt es etliche Möglichkeiten, Müll zu reduzieren. Zum Beispiel durch feste Seifenstücke oder hochwertige kaltgepresste Öle.

zero-waste-weniger-mull-ist-das-neue-grun

Weitere Themen im Buch sind Monatshygiene, Kleidung oder auch der Toilettengang, zu denen es inspirierende Ideen gibt. Am Ende des Buchs finden sich noch einige praktische Tipps um Müll zu verwerten wie zum Beispiel Kompostieren. Wir finden hier dann auch noch eine Übersicht „Konventionell vs. Zero Waste Alternative“, die noch einige konkrete Tipps zum Wechseln gibt. Letzten Endes hat es Shia genauso wie Bea Johnson geschafft, am Ende eines ganzen Jahres ihren gesamten Müll in nur einem Einmachglas zu sammeln, denn mehr Abfall hatte sie nicht produziert.

Wer nach Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün Lust auf weitere Anstöße und Ideen hat, findet diese auf Shias Blog Wastelandrebel vorbei. Große Empfehlung für dieses Buch!

Keine Kommentare zu Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün

Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer…

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer Herausforderung, die ich gerne annehmen möchte. Da das Buch mich auch visuell in Beschlag nimmt und das wunderschön gestylte Essen mich zu sich ruft, wie eine Sirene einen verzauberten Geliebten, beschließe ich, mich näher damit auseinanderzusetzen.

Die Autorin Eva Fischer

Eva Fischer, Bloggerin auf foodtastic und Food Fotografin/Stylistin, ist ausgebildeter Ernährungsvorsorge-Coach. Die Diagnose Zöliakie hat ihre kulinarische Welt auf den Kopf gestellt. Dadurch begann Eva sich noch intensiver mit Ernährung und dem damit verbundenen Glücksgefühl zu beschäftigen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen finden wir gebündelt in diesem Buch und regelmäßig auf ihrem Blog.

Life Changing Food, ein Buch von Eva Fischer.

Iss gut und fühl dich wohl!

Das beschriebene Prinzip des “Life Changing Food” ist ein ganzheitliches Ernährungsprinzip, welches auf dem Wohlbefinden des Menschen basiert. Das Ziel ist, vielseitiger, ausgewogener und abwechslungsreicher zu essen und sich in Folge der erhöhten Einnahme von Antioxidantien vitalisierter zu fühlen. Wikipedia bietet uns eine detaillierte Definition:

“Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies (ROS), deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt. Oxidativer Stress wird in Zusammenhang gebracht mit dem Alterungsprozess und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten.” (Wikipedia, 2016) Als Beispiel dafür werden Krebserkrankungen oder Alzheimer-Krankheiten genannt.

Auch eine hohe Nährstoffdichte ist dem Gefühl des Wohlfühlens förderlich, erklärt Eva. Als Nährstoffe werden Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine bezeichnet (Lebensmittellexikon, 2016),  besonders viele davon finden sich in sogenannten Superfoods.

Das 21 Tage Programm und die Rezepte im Buch

Voller Hoffnung auf ein Programm, welches mir das Denken abnehmen und mich vor dem Altern und dem Unglücklich-sein schützen würde, fing ich an, das Buch auf Herz und Nieren zu prüfen. Der erste Blick ins Buch brachte mich einigen Begriffen und Fakten näher. Die detailliertere Untersuchung des 21 Tage Programms brachte für mich jedoch den Eindruck eines hohen Zeitaufwands und vielen Essensresten. Erwartet wurde von mir, dass ich drei Mal am Tag den Kochlöffel schwinge (oder vorkoche) und das mit Rezepten, die sehr unterschiedliche Zutaten aufweisen.

Als ich die Autorin persönlich auf mein Dilemma ansprach, meinte sie, ich solle mir keine Sorgen machen und könne Rezepte nach eigenem Ermessen austauschen und andere Kompromisse eingehen. Jedoch würde das wiederum bedeuten, dass ich mir über die Rezepte doch Gedanken machen und nicht blind nachkochen konnte. Als ich dann noch das Problem der Essensreste ansprach, wusste sie folgenden Rat: Einfrieren und wieder verwerten. Gute Idee, nur undenkbar, wenn der 21 Tagesplan eingehalten werden soll, denn jeden Tag sollen drei unterschiedliche Mahlzeiten gekocht werden.

Mein erster Eindruck grenzte also an Überforderung, denn der Plan erschien mir – in meinem Leben – als undurchführbar. Ich wurde dann auf die “To go”-Kennzeichnung für Berufstätige hingewiesen, Rezepte mit dieser Kennzeichnung lassen sich ideal vorbereiten und am nächsten Tag mitnehmen. Als ich mich mit dem Begriff der Nährstoffdichte und den damit verbundenen Superfoods (viele auch aus heimischer Herkunft) auseinander setzte, kam die Frage auf, ob viele der Gerichte nicht zu kalorienreich für meinen gewohnten Alltag waren. Auch hier gibt es aber die “Mach’s leichter”-Kennzeichnung mit Tipps um Zutaten wegzulassen oder zu ersetzen um Kalorien einsparen zu können. Gute Idee!

Rote-Bete-Tatar, Rezept im Buch

Vom Essen und Wohlbefinden

Da mich der Gedanke des “Glücklichessens” nicht losließ, beschloss ich, mich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Was sagen Experten dazu und woher kommt denn eigentlich dieses Gefühl des Glücklichseins beim Essen?

Laut Neurogastroenterologen gibt es Stoffe in der Nahrung, die eine direkte Wirkung auf das Gehirn haben. Der Magen-Darm-Trakt des Menschen ist mit einem komplexen Nervengeflecht durchzogen und sendet Signale direkt in die Gefühlszentren des Hirns. Das Immunsystem und auch Darmbakterien haben einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und reagieren direkt auf die zu sich genommene Nahrung. (Zeit, 2010) Der Magen-Darm-Trakt, auch oft als Bauchgehirn oder Mikrobiom bezeichnet, kommuniziert über die Botenstoffe Serotonin und Dopamin mit dem “Kopfgehirn”. Die Verbindung zu unserem Emotionszentrum wäre eine weitere mögliche Erklärung für “Gefühle“ bei oder nach der Nahrungsaufnahme. (gesund.co.at)

Ein gegenteiliges Urteil kommt von Dr. Thomas Ellrott, Ernährungsmediziner und Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen. Er führt aus, dass der Serotoninspiegel im Essen, keinen nennenswerten Einfluss auf unsere Stimmung darauf haben kann, da dieser dafür zu niedrig sei. Er erklärt, das Glücksgefühl wäre ein “Lern-Effekt” und der damit verbundenen Ausschüttung von Dopamin während eines Erfolgserlebnisses zuzuschreiben. “Wichtig für den Glückskick ist die Präferenz, die individuelle Vorliebe, der eigene Wunsch, den man sich erfolgreich erfüllt.” (Das Erste, 2010)

Fazit

Das Kochbuch “Life Changing Food” von Eva Fischer bietet viele neue Einzelgerichte, die positive Auswirkungen durch eine ausgewogene und eigens zubereitete Ernährung haben können. Ich würde das 21 Tage Programm außer Acht lassen und den Spaß am Kochen in den Vordergrund stellen, um das eigene Können langsam zu steigern. Das Buch ist nicht komplett vegan, bietet aber viele vegane Rezepte oder solche, die einfach zu veganen Gerichten umfunktioniert werden können.

Als ersten Schritt empfehle ich foodtastic aufzusuchen und dort einige von Evas Rezepten auszuprobieren. Wenn euch die Rezepte und der Stil zusagen, ist Evas Kochbuch für euch auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, um die Welt des Glücklichessens weiter zu erforschen. Ans Herz legen möchte ich “Life Changing Food” auch allen, die hochwertige und stilvoll designte Kochbücher lieben, hier kommt ihr auf jeden Fall auf eure Kosten!

Vielen herzlichen Dank an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar zu Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Rohessenz – Die geballte Pflanzenpower

Zugegeben, ich habe in meinem Leben erst wenige wirklich rohköstliche Rezepte ausprobiert, abgesehen von Rohkost-Gemüseplatten oder ähnlichem, allen voran eine leckere Limetten-Avocado-Torte. An deren Geschmack sich leider die Geister schieden. Den…

Zugegeben, ich habe in meinem Leben erst wenige wirklich rohköstliche Rezepte ausprobiert, abgesehen von Rohkost-Gemüseplatten oder ähnlichem, allen voran eine leckere Limetten-Avocado-Torte. An deren Geschmack sich leider die Geister schieden. Den einen schmeckte es und sie meinten, das sei ja mal etwas ganz Besonderes, die anderen wiederum ließen sich von der exotischen Zusammenstellung der Zutaten etwas abschrecken und fanden die Torte nicht ganz so lecker.

Ja, Rohkost ist für viele Menschen erst einmal ungewohnt, aber es lassen sich auf diese Weise viele tolle Gerichte zubereiten, die man wohl sonst nie ausprobiert hätte. Aus diesem Grund habe ich habe mir für euch das Buch „Rohessenz – 180 köstliche Rezepte für ein Leben mit ungegarter Kost“ angesehen, in dem ausgewählte Rezepte der „Haute Cuisine“ der Rohkost zusammengestellt wurden.

image

Das Buch, das aufgrund seines Umfangs und ansprechendem Designs besser Werk genannt werden sollte, startet mit Erklärungen der Autoren zum Thema Rohkost. Die beiden frankokanadischen Köche erläutern ihre Ernährungsphilosophie – vegan, bio, regional – und stellen auch ihr eigenes Restaurant „Crudessence“ im kanadischen Montreal vor. Im Anschluss folgen ansprechende Übersichtsseiten zu Lebensmitteln und ihren Besonderheiten.

Eine gut ausgestattete Rohkost-Küche benötigt diverse Geräte, viele der schmackhaften Gerichte verlangen zum Beispiel Dörrautomaten, Entsafter und oder leistungsstarke Mixer. Alles Geräte, die ich leider noch nicht besitze. Nichts desto trotz lassen sich durchaus auch ohne grössere Ausstattung viele der Rezepte umsetzen.

Der Rezeptteil beginnt mit Getränken und enthält Leckereien wie den „Smoothie Macao“ mit Maca, Kokosöl und Banane – diese lassen sich auch mit einem simplen Standmixer, so wie ich einen besitze, zubereiten. Weiter geht es mit Suppen, die alle sehr einfach und unkompliziert herzustellen sind. Von Gazpacho bis Champignon-Cremesuppe sind viele gute Basics zu finden. Es folgen diverse Salate – was darf es sein, vielleicht Caesar Salad oder Waldorfsalat?

salat

Wie bei Rohkost üblich, gibt es keine Rezepte mit Kartoffeln, Reis, Brot oder Nudeln. Nichts wird gegart, weizen- und stärkehaltige Lebensmittel sind tabu. Selbst Croutons werden aus Samen, Nüssen und Gemüse selber hergestellt. Habt ihr schon einmal aus Paranüssen und Kokosbutter Feta gemacht? Ja, auch „Käse“ wird selbst gemacht. Die erste Regel des Rohköstlers lautet daher: Habe immer Nüsse im Haus. Die zweite Regel: Plane Einweichzeiten ein.

pesto

Ein weiterer wichtiger Begriff ist die Fermentierung, also das Gären. Damit lässt sich zum Beispiel Kefir, Kombucha oder Sauerkraut herstellen. Für mich völliges Neuland, das ich unbedingt betreten möchte. Genauso wie dörren, was aber ohne Dörrautomat schwierig sein könnte. Beiden Verarbeitungsarten wird ein ganzes Kapitel mit Grundrezepten gewidmet. Im Dörr-Kapitel lassen sich dann auch teigartige Dinge wie Pizzaboden, Tortillas, Cracker und Brot herstellen. Danach folgt ein grösserer Bereich zu „Appetithappen“ (Vorspeisen) und auf diese die Hauptspeisen: Ich begegne Quiches, Lasagne aus Zucchini und Macadamia-Ricotta oder Burger mit Gemüsefrikadellen – leider erscheint mir dieses Kapitel etwas dürftig, hier hätte ich mir eine grössere Auswahl an Rezepten gewünscht.

Langsam stoße ich auch auf die ersten mir unbekannten Zutaten: Chipotle-Schoten? Soja-Lecithin? Irisch Moos? Fairerweise muss man dazu sagen, dass alle weiteren Zutaten recht einfach zu bekommen sind. Zuguter letzt das Schmankerl des Buches: Desserts. Von Keksen bis Torten über Kuchen, Tiramisu und Pralinen finden sich jede Menge Süßigkeiten – hier habe ich am meisten Lust sofort loszulegen!

kuchen

Zum Aufbau der Rezepte: Die Zutatenlisten sind nicht so lang, wie man sich das als Rohkost-unerfahrene Person vielleicht denken würde. Bei jedem Rezept sind Zubereitungszeit, eventuelle Wartezeiten und Portionengrössen angegeben. Außerdem extrem praktisch: Welche Ausrüstung für das jeweilige Rezept benötigt wird.

Rohessenz – 180 köstliche Rezepte für ein Leben mit ungegarter Kost“ glänzt mit hervorragenden Fotografien, durchdachten Rezeptangaben und einem farbigen, aber sehr cleanen und übersichtlichen Layout. Ein paar Seitenzahlenverweise sind in den Rezepten falsch angegeben, aber das kann mit dem Blick auf das große Ganze vernachlässigt werden. Wirklich erstaunlich ist übrigens der Preis dieses Werkes, mit knapp unter 20 Euro hält man ein Buch in Händen, das sich leicht auf den doppelten Wert schätzen lässt. „Rohessenz“ ist sowohl für interessierte Anfänger als auch erfahrene Rohköstler ein wertvoller Schatz an Rezepten, die neue Geschmackserlebnisse bieten und dazu inspirieren sich mit dem Thema Rohkost ausführlicher auseinander zu setzen.

Keine Kommentare zu Rohessenz – Die geballte Pflanzenpower

Rezension: Das Fenster zur Sonne von Sergio Bambaren

Mit dem in deutscher Sprache im März 2016 erschienen Belletristikroman „Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende“1 erzählt Sergio Bambaren die Geschichte eines „Träumer(s)“2, der sein bisheriges Leben hinter…

Mit dem in deutscher Sprache im März 2016 erschienen Belletristikroman „Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende1 erzählt Sergio Bambaren die Geschichte eines „Träumer(s)“2, der sein bisheriges Leben hinter sich lässt und seinem Herzen folgt. In Form von Rückblenden auf das alte Leben, des Träumers in der Großstadt Lima und der Beschreibung seines neuen Lebens an einem unberührten Strand im Norden Perus, nimmt der Autor die Leser_innen mit auf eine phantasievolle, mit zig Botschaften, Erkenntnissen und Weisheiten gefüllte Reise in ein völlig anderes Leben.

Der Beginn der Reise

Der Träumer wird in jene uns bekannte Lebenswelt – der Autor nennt sie „das System“3 – voll von materiellem Reichtum, Technik, Geld, Gier und Korruption, Mangel an Zeit und Liebe und Kriege hineingeboren. Zwar ist er gesegnet mit einem sonnigen Gemüt, hat eine schöne Kindheit, schließt die Universität ab und liebt das Meer und das Surfen, wo er viele Stunden inmitten der Schönheit dieser Naturgewalt verbringt. Doch schlussendlich muss er erkennen, dass er es sich selbst inmitten eines „goldenen Käfig(s)“ voller materiellem Reichtum „bequem gemacht hat“.4 Mit der Erzählung eines Schlüsselerlebnisses im Flugzeug beginnt die eigentliche Reise des Träumers. Mit wenigen Gegenständen ausgestattet, zwei Surfbrettern, einem kleinen Laptop und einer Gitarre, entschließt er, sich mit seinem Jeep auf den Weg zu einem fern entlegenen und unbekannten Küstenort aufzumachen. Stets geleitet von seiner Intuition und niemals negierend und abwertend in Bezug auf jenes Leben, das er hinter sich gelassen hat, fährt er ziellos seinem Ziel entgegen. Während seiner Reise fühlt er wie vermehrt innere Zufriedenheit und Liebe in ihm aufsteigt, erfährt die Lebensunterschiede zwischen hektischer Großstadt und ruhigen Küstendörfern samt Bewohner_innen und die Schönheiten der Welt mit ihren Tieren, Pflanzen und Landschaften.

Begegnungen, die das Leben des Träumers prägen

Am Weg trifft er auf ein paar Menschen, die ihm als Schlüsselfiguren fungieren. Sie weisen ihm indirekt den Weg oder lehren ihn auf die Schönheiten der Natur aufmerksam zu werden. Eine solche wichtige Person lernt er an jenem Strand kennen, wo er sich schlussendlich niederlässt. Es ist der weise, dort bereits seit langer Zeit lebende, Fischer namens Santiago, der gleich wie er schon vor langer Zeit den Rückzug in die Natur vollzog. Der Fischer, der ein Freund von ihm wird und ihm die Botschaften der Natur zu sehen lehrt, erlaubt ihm, sich auf seinem Land eine Bleibe zu errichten. Und so baut sich der Träumer sein „Fenster zur Sonne“5 – ein einfaches pyramidenförmiges Heim aus Bambus mit viel Glas, das nicht nur dem Träumer, sondern auch vielen Tierarten Schutz bietet und nur mit den einfachsten Dingen ausgestattet ist.

3k5a4031

Einssein mit der Natur

Der Träumer erlebt dort sodann tagtäglich die Schönheiten der Natur, wird immer mehr eins mit den natürlichen Rhythmen der Tages-, Nacht- und Jahreszeiten und hat das Gefühl angekommen zu sein. Vor seiner Haustüre breitet sich der unendliche Ozean aus, über ihm steht die ihn wärmende Sonne und mit ihm sind die unterschiedlichsten Tiere, die er stets mit Wasser und Futter versorgt. Mehr und mehr erkennt der Träumer die wahren Schönheiten der Natur, entwickelt eine Verbindung zu dieser und trifft auf einen kleinen Fuchs, der ein weiterer wichtiger Wegbegleiter wird. Er vergisst nie sein vorheriges Leben in materiellem Reichtum, sondern weiß um wie viel mehr Botschaften, Erfahrungen und Kenntnisse er in seinem neuen, stillen und naturverbundenen Leben erfährt. So lernt er zum Beispiel wieder die universelle Sprache zu hören und zu sehen, jene Sprache die immer schon zwischen Mensch und Tier bestand, jedoch ohne Sensibilität, Feingefühl und Naturverbundenheit ungehört und ungesehen bleibt. Viele Zwiegespräche des Träumers mit Cheekee, dem kleinen Fuchs, mit Krabben, Vögel und sogar mit Walen vermitteln den Leser_innen viele Botschaften des Autors.

3k5a3715orig

Der Preis und die Kraft der Liebe und Vergebung

Doch auch jenen Preis den der Träumer dafür zahlen musste, um auf diesem schönen Plätzchen Erde leben zu können, wird fortwährend angesprochen. Es ist der Preis des Zurücklassens geliebter Menschen, allererst seines Sohnes und vieler seiner Freunde, die er allesamt nur selten in seinem neuen Leben begrüßt oder in der Großstadt besucht. Das Buch endet nach der vorübergegangen Regenzeit – „der Zeit der Windstille“6 – wo er mit einer Walmutter und dessen Kalb schwimmt und dabei eine innige, den Träumer fast das Leben kostende Verbindung zu seiner verstorbenen Mutter aufbaut. Nach diesem Ereignis resümiert der Träumer über seine bisherig gemachten Erfahrungen in seinem Leben und erkennt, dass alle Ideologien und Glaubensbekenntnisse nach denen die Menschen im Leben leben, Schall und Rauch sind. Vielmehr geht es – und dabei verweist er auf die prophetischen Worte des Jesus von Nazareth – einzig um „die Kraft der Liebe“ und „die Kraft der Vergebung“, um ein Leben in Frieden, darum seine kurze Zeit auf Erden zu genießen, einzig die „Wahrheit“ und „Aufrichtigkeit“ eines bescheidenden Mensch zu besitzen und das Leben in guten und schlechten Zeiten zu lieben.7 Der Träumer hat sich frei gemacht und lebt – im steten respektvollen Umgang mit jeder Kreatur der Natur – das Leben seiner Träume.

img_3620

Eine Reflexion im steten Zwiespalt zwischen Traum und Wirklichkeit

Sergio Bambaren nimmt die Leser_innen mit auf eine Reise zu einem Leben frei von zwanghafter Arbeit, Hektik in der Großstadt, persönlichem Stress und Unzufriedenheit. Die wechselnden Jahreszeiten, die vielen schönen Erlebnisse am Strand seines Protagonisten und viele jener Erfahrungen die dieser dort erlebt, erzählt er in einer leicht zu lesenden Sprache. Neben den einzelnen, knapp gehaltenen Kapiteln vermittelt der Autor den Leser_innen anhand von Fotografie die Echtheit dieses magischen Ortes von dem er erzählt. Sergio Bambaren – der selbst diese Träumerfigur zu sein scheint – gelingt es das Abwenden von dem für uns Menschen als „normales Alltagsleben“ definierte Leben in einer Großstadt samt Hektik, Streß, Arbeit und materiellen Gütern, das er mit dem Begriff „System“ beschreibt, den Leser_innen nicht plump, naiv und weltfremd zu erzählen. Sondern vielmehr versteht er es, durch die Ausführungen seines eigenen wiederholten Zwiespalts und seiner steten Selbstreflexionen über jenes von ihm zurückgelassene Umfeld, die Geschichte den Leser_innen glaubhaft und realistisch zu vermitteln. Nicht steigt Sergio Bambaren völlig aus und negiert zur Gänze die Welt der Technik samt Smartphone, neuester Kamera und Laptop, sondern viel eher benützt er sie als Mittel zum Zweck, damit er unter anderem seine Erfahrungen am Strand seiner Träume mit der ganzen Welt, den Leser_innen, teilen kann – so in seinem Nachwort. Der Autor bricht somit nicht mit unserer Alltagswelt und vollzieht einen krassen Ausstieg, der für jede_n der_die es liest, nur als Traum und im Bereich des Unmöglichen bleibt. Nein, vielmehr unterstützt Sergio Bambaren die Leser_innen und zeigt ihnen wie sie eine mögliche Veränderung in ihrem Leben vollziehen können. Denn es gibt nicht den einen Weg, es gibt unendliche Möglichkeiten und jeder_jede kann es auf seine_ihre Weise in seiner_ihrer Möglichkeit tun.
Sergio Bambarens Buch ist aus diesem Grund ein außergewöhnliches. Es berührt Märchen und Erzählung es beschreibt Fantasie und Wirklichkeit. Wer dieses Buch liest, der befindet sich im steten Dazwischen zwischen Traum und Realität, zwischen der Welt so wie wir sie tagtäglich kennen und der anderen fern abgelegenen einsamen (Traum)Welt, die eine Insel aus Natur, Ruhe, umgeben von unendlich vielen Tieren und einer innerlichen Fülle an Naturerfahrungen, darstellt.

3k5a4145

Sergio Bambaren, stiller und kritischer als je zuvor

Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass im Buch „Das Fenster zur Sonne“ diesmal ein sehr tiefgründiger Sergio Bambaren schreibt, der seine Erfahrungen, die er mit vorangeschrittenem Alter gemacht hat, wörtlich in und zwischen den Zeilen niederschreibt. Nachdenklicher als sonst schafft er es, verwoben mit den Naturschönheiten, die er erfährt, die Leser_innen immer wieder auf ihren Stress und die vielen Gezwungenheit des Reichtumsstrebens hinzuweisen. Liebe und Vergebung, Geduld und Zeit, eine nachhaltige Lebensweise und Akzeptanz gegenüber jeglicher Kreatur und jeglicher Lebensweise sind Schlüsselbegriffe in diesem Buch. Was kritisch betrachtet werden kann, ist das rein oberflächliche und nicht in die Tiefe gehende, begründend erklärte und ausdefinierte Anprangern der Lebensweise der Gesellschaft, des „Systems“. Wobei in Frage zu stellen ist, ob oder in wie fern es die Aufgabe eines Belletristikromans ist, dies kritisch zu vollführen. Und ob es nicht vielmehr positiv ist, dass dies überhaupt und noch dazu in wiederholender, mahnender Weise in einen Roman dieses Genres aufgegriffen und thematisiert wird. Etwas widersprüchlich erscheint die ethisch moralische Grundhaltung des christlichen Propheten Jesus von Nazareth, auf die sich der Autor am Ende des Romans – in nur einem kurzen Absatz – beruft, wenn er im selben Satz jegliche Religion und Ideologie als nichtig erklärt.

Ein moderner, außergewöhnlich tiefgründiger Belletristikroman

Trotz dieser zwei negativ zu betrachtenden Punkte nimmt Sergio Bambaren die Leser_innen mit auf eine sehr moderne Reise über die Möglichkeiten des Aussteigens, die tiefgründig in ihrem Sein, für jede_n Leser_in ist. So erreicht er sowohl Träumer_innen als auch Realist_innen und Denker_innen und ist als Belletristikroman empfehlenswert zu lesen. Denn schon die ersten Passagen bestechen mit metaphorischen Worten, die nichts anderes als das knallharte Leben wiedergeben und mit denen der Autor die Leser_innen mahnt und aufruft, wenn er schreibt:
„Manche Vögel sind nicht dazu bestimmt, in einem Käfig zu leben. Auch wenn sie noch so laut und schön singen, bedeutet das nicht unbedingt, dass sie glücklich sind. Man kann sie gut behandeln, ausreichend füttern, sie lieben und verwöhnen. Doch trotz aller Mühe, die man sich gibt, damit sie sich im Käfig wohl und sicher fühlen, werden sie früher oder später eine Möglichkeit suchen zu entkommen. Können sie das nicht, wird ihre Seele langsam zugrunde gehen. Wir wissen dass es so ist, ansonsten würden wir das Türchen ihres Käfigs nicht immer wieder verschließen, nachdem wir sie gefüttert und gestreichelt haben. Manche Vögel sterben unweigerlich, wenn sie nicht entkommen. In einem unauffälligen, stillen Todeskampf, den vielleicht niemand bemerkt, sterben sie jeden Tag ein bisschen mehr, bis man eines Morgens den kalten Kadaver des geliebten Tierchens regungslos auf dem Boden des Käfigs findet. Andere Vögel hingegen akzeptieren das Schicksal eines ewigen Lebens im Käfig. Sie fressen und singen, ohne zu merken, dass sie eingesperrt sind. Auf meiner Reise habe ich viele Käfige gesehen Käfige werden von jeher aus Eisen gebaut, doch keiner ist robust genug, um Prinzipien und Träume einzusperren. Brecht aus eurem Käfig aus, sucht neue Abenteuer, habt keine Angst, auch nicht im Angesicht des Todes. Denkt immer daran, dass die Gesellschaft es ist, die uns im Käfig hält.“8

 

Vielen Dank an die Buchhandlung Fürstelberger Linz, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!
Vielen Dank an die Gesellschaft für Kulturpolitik (gfk), die gemeinsam mit der Buchhandlung Fürstelberger eine Lesung von Sergio Bambaren in Linz veranstaltete!
Vielen Dank an Schauspieler Moritz Stoepel, der am Lesungsabend eine beeindruckende szenische Umsetzung darbot!
Hier kann das Buch online bestellt werden: Fürstelberger

 

1 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016.
2 Ebd., S. 17.
3 Ebd., S. 12.
4 Ebd., S. 18.
5 Ebd., S. 41.
6 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016, S. 119.
7 Ebd., S. 131 f.
8 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016, S. 10–11.

Keine Kommentare zu Rezension: Das Fenster zur Sonne von Sergio Bambaren

Was möchtest du finden?