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Kategorie: Media. Culture.

Mödlinger Fashionflohmarkt goes Kids: Das Interview

Der Mödlinger Fashionflohmarkt findet zur Zeit zwei Mal im Jahr statt, und viele warten – so wie ich – schon mit großer Vorfreude auf den nächsten Termin. Und dieser steht…

Der Mödlinger Fashionflohmarkt findet zur Zeit zwei Mal im Jahr statt, und viele warten – so wie ich – schon mit großer Vorfreude auf den nächsten Termin. Und dieser steht seit kurzem fest: Der nächste Mödlinger Fashionflohmarkt wird am Samstag, den 18. Oktober 2014, wie gewohnt in der Stadtgalerie Mödling veranstaltet. Aber nicht nur das, denn der Mödlinger Fashionflohmarkt goes Kids – am Tag darauf, dem Sonntag, den 19. Oktober 2014, findet zum ersten Mal der Kidsflohmarkt statt, wo Baby- und Kindermode ge- und verkauft werden kann. The bird’s new nest war im März beim Fashionflohmarkt, hier könnt ihr alles dazu nachlesen. Und auch im Oktober werden wir wieder vor Ort sein, denn das lassen wir uns nicht entgehen!

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Dass der Mödlinger Fashionflohmarkt expandiert, war die perfekte Gelegenheit, um die beiden Veranstalterinnen Pia und Stefanie zu einem Interview zu bitten.

Edda: Der Mödlinger Fashionflohmarkt ist ja mittlerweile schon eine Institution. Für alle, die ihn trotzdem noch nicht kennen – könnt ihr kurz erklären, was die Besucher erwartet und was ihn von anderen Flohmärkten unterscheidet?

Pia: Es gibt mittlerweile viele Modemärkte und Designmärkte, bei denen DesignerInnen und ModebloggerInnen ausstellen, und es gibt ganz viele Flohmärkte, wo Mode aus längst vergangenen Zeit verkauft wird. Unser Fashionflohmarkt soll alles vereinen. Bei uns findet man Designstände, sei es mit selbstgemachtem Schmuck oder auch selbstgemachter Mode, und vor allem findet man bei uns Stände von modebewussten Frauen in allen Altersstufen.

Stefanie: Wir hoffen, die Männer trauen sich auch bald. (lacht)

Edda: Seit wie vielen Jahren gibt es den Fashionflohmarkt und wie oft hat er schon stattgefunden?

Stefanie: Ich kann mich noch genau an den ersten Flohmarkt Ende 2012 erinnern, da hatten wir nur zehn Ausstellerinnen. Damals hatte Pia auch ihren eigenen Stand und ich war nur die Helferin. Wir hatten ziemliche Zweifel, dass überhaupt potenzielle Käufer kommen werden, aber es war schon der erste Termin ein voller Erfolg, alle waren zufrieden. Nun findet der Mödlinger Fashionflohmarkt schon zum sechsten Mal statt und wir können uns nicht mehr retten vor Anfragen um die Standplätze.

Edda: Wie seid ihr auf die Idee eines solchen Flohmarktes gekommen und was war der Anstoß dafür, die Idee umzusetzen?

Pia: Vor allem unsere eigenen Kleiderkästen. Jedes Mal wenn wir uns fest vornehmen, eine Zeit lang aufs Shoppen zu verzichten, kommen wir wieder mit einem neuen Teil heim. Dieses landet dann im Kasten und wird oftmals nach Jahren – noch inklusive Preisschild oder drei Mal getragen – aussortiert. Wir finde das schade, so viele Kleidungsstücke hätten einen besseren Besitzer verdient. Dafür ist der Fashionflohmarkt die ideale Plattform. Hier finden vergessene Schätze einen neuen Besitzer.

Stefanie: Außerdem ist uns aufgefallen, dass viele Modeflohmärkte und Designmärkte in Wien veranstaltet wurden und keine im Bezirk Mödling. Von unserem Freundes- und Bekanntenkreis wussten wir aber, dass es einige Interessierte für einen Standplatz gäbe und so haben wir beschlossen, solch einen Markt auch in Mödling anzubieten. Wie man am Erfolg sieht, hatten wir genau den richtigen Riecher dafür.

Edda: Wie hat sich der Mödlinger Fashionflohmarkt über die Jahre entwickelt?

Stefanie: Wie schon erwähnt, wir haben mit zehn Ständen in zwei kleinen Räumen der Mödlinger Stadtgalerie begonnen und dann haben wir Schritt für Schritt auf 35 Stände erweitert. Mittlerweile haben wir so viele Anfragen auf die Standplätze, dass wir beim letzten Flohmarkt im März innerhalb von 72 Stunden ausreserviert waren. Die AusstellerInnen sind so begeistert von dem angenehmen Ambiente mit Musik und super Stimmung, der Wetterunabhängigkeit und natürlich von der großen Besucherzahl. Sie machen immer ein gutes Geschäft, denn umso mehr Besucher kommen umso mehr wird auch verkauft.

Edda: Dieses Jahr kommt nun erstmals auch ein Kinderflohmarkt dazu – was hat euch dazu bewegt, zusätzlich zu Fashion in Richtung Kids zu gehen?

Stefanie: Wir selbst haben noch keine Kinder. Aber genug Mädels in unserem Umfeld, wir wurden mittlerweile schon mehrere Male darauf angesprochen, ob wir nicht auch einen Kindermodenflohmarkt machen wollen.

Pia: Man kauft seinem kleinen Liebling coole neue Sachen und so schnell kann man gar nicht schauen, ist er oder sie schon wieder rausgewachsen. „Fashionflohmarkt goes Kids“ soll genau die jungen Mamas und Papas ansprechen, die gerne das schöne Gewand ihrer Kinder weiterverkaufen wollen.

Edda: Wenn ihr die Erfahrungen, die ihr mittlerweile gesammelt habt schon beim ersten Fashionflohmarkt gehabt hättet, was hättet ihr damals anders gemacht?

Pia: Man lernt jedes Mal dazu, aber wir würden nichts wirklich anders machen. Es war schon sehr gut wie es begonnen hat. Wir haben immer wieder neue Ideen und möchten diese beim nächsten Flohmarkt dann umsetzen. Beim letzten Mal hat sich Steffi gewünscht, einen Nagel-Stand zu machen, das haben wir prompt umgesetzt. Dieses Mal wird zum ersten Mal auch ein Cakepop-Stand mit dabei sein und wir werden auch noch versuchen, einen Smoothie- bzw. Säftestand zu organisieren. Mal schauen, wie uns das gelingen wird. Wir hatten auch schon mal einen Flohmarkt, der zum Mödlinger Late-Night-Shopping am Abend stattgefunden hat, dort hat uns Chris Emray mit einem Konzert die Ehre erwiesen und fleißig für Stimmung nach dem Shoppen gesorgt. Wir lassen uns also immer etwas Neues einfallen.

Stefanie: Perfekt kann man nie sein, aber wir geben alles um unsere AusstellerInnen und KundInnen glücklich zu machen.

Edda: Was waren für euch die schönsten Erlebnisse, die durch den Fashionflohmarkt zustande gekommen sind?

Stefanie: Wir arbeiten unfassbar gerne zusammen. Es macht uns viel Spaß, als kleines Team diesen Flohmarkt zu organisieren. Wir sind jedesmal sehr stolz auf das positive Feedback von den vielen AusstellerInnen und BesucherInnen. Bei jedem Flohmarkttermin lernen wir wieder neue Mädels kennen und es entwickelt sich eine kleine Fashioncommunity. Das macht wirklich viel Spaß!

Edda: Was habt ihr für Wünsche oder Ziele was die Entwicklung des Mödlinger Fashionflohmarktes betrifft?

Pia: Unser Ziel sind viele zufriedene KundInnen und AusstellerInnen. Beim nächsten Termin sind wir sehr gespannt, wie der Kindermodenflohmarkt am Sonntag ankommen wird. Falls alles gut läuft und dieser genauso gut besucht ist, wie der Fashionflohmarkt für Erwachsene, dann überlegen wir uns auch diesen auf regelmäßiger Basis zu organisieren. Irgendwann hoffen wir, dass wir nach einem genialen Flohmarkttag die Pforten schließen können, weil unsere Ausstellerinnen leer gekauft sind.

 

Wenn ihr gerne auf einem oder auch beiden Flohmärkten als Ausstellerin vertreten sein wollt, könnt ihr euch ab morgen, dem 2. September 2014, ab 8 Uhr unter Moedlingerfashionflohmarkt@gmail.com anmelden, ihr bekommt ein Anmeldeformular, das ihr ausgefüllt retour senden müsst. First come, first serve, also schnell sein!

Als Besucher seid ihr natürlich auch jederzeit willkommen, der Eintritt ist frei – und ich kann aus Erfahrung sagen: Es lohnt sich!

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Teatime Blues – Ein mörderischer Fall für die Cups

Die Geschwister Lyn und Piet und ihre Freunde Alfred und Suzanne werden von Tante Martha zu Hilfe gerufen, da ihr ein wertvolles Autogramm der Beatles gestohlen wurde. Sofort machen sich…

Die Geschwister Lyn und Piet und ihre Freunde Alfred und Suzanne werden von Tante Martha zu Hilfe gerufen, da ihr ein wertvolles Autogramm der Beatles gestohlen wurde. Sofort machen sich die Freunde, auch als „die Cups“ bekannt, auf die Suche nach dem verschwundenen Stück und haben auch sehr bald eine heiße Spur.

Nachdem sich diese aber als voreilig herausstellt und immer weitere teure Reliquien der Beatles verschwinden, scheint es für die Vier kein Zufall mehr zu sein, dass dies exakt zu dem Zeitpunkt passiert, als Martha wieder mit ihrem Exfreund Bill ausgeht und ihr dieser auch noch Mut macht, mit ihrer überraschenden Erbschaft ein Beatles-Museum zu eröffnen. Als Martha wegen Mordverdacht festgenommen wird, müssen die Cups jedoch trotzdem auf Bill und seinen Freund vertrauen.

Während ihrer Recherchen treffen die Freunde auch auf die kleine Juni. Mehrmals hilft ihr das Quartett aus der Patsche, denn eine Bande Jungs ist immer wieder hinter ihr her und Kommissar Klotz würde ihr nur zu gerne die Schuld für alle Diebstähle in die Schuhe schieben. Denn dies würde gut in sein Konzept passen, alle Obdachlosen aus Bitburg zu bekommen. Oder behält er mit seinen Vorurteilen am Ende doch Recht?

Die Autorin

Für die 1968 geborene Maggie Jung ist „Teatime Blues“ der erste Roman. Davor hat sie jedoch bereits mehrere Erzählungen sowie erfolgreiche pädagogische und musikpädagogische Handreichungen veröffentlicht. Ebenso hat sie Kinderlieder komponiert und publiziert. Nachdem sie als Erzieherin in Institutionen für behinderte sowie nicht-behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene arbeitete, ein Studium der Theologie und Religionspädagogik absolvierte und musikalische Früherziehung an einer Musikschule erteilte, widmet sich Maggie Jung seit 2007 intensiv dem Schreiben.

Maggie ist, im Gegensatz zu Tante Martha mit ihrer Vorliebe für Tee, bekennende Kaffeetrinkerin. Zwei andere Details in der Geschichte sind jedoch autobiographisch veranlagt. Zum einen der Handlungsort – Bitburg. Wie Maggie selbst sagt „eine zarte Liebeserklärung an meine Geburtsstadt“. Zum anderen haben Maggie in ihrer Jugend stets die Beatles begleitet und dies spiegelt sich auch in ihrem Roman wieder. Stetig erfährt man Details über die Liverpooler und lernt so auch eine der größten Bands der Musikgeschichte näher kennen.

Warum „Teatime Blues“ zu The bird’s new nest passt?

Ganz einfach: Die vier Hauptdarsteller leben aus Überzeugung vegan. Dieser Aspekt ist zwar nicht der Haupttenor der Geschichte, wird aber dennoch immer wieder geschickt eingebaut. So wirken Begriffe wie Tofu, vegan, Tierleid und Massentierhaltung immer wieder auf den Leser ein, ohne dabei zu überfordern oder aufdringlich zu wirken.

Für mich ist „Teatime Blues“ daher ein gelungenes Buch für Jugendliche. Ein spannender Krimi, bei dem man immer wieder überrascht wird, auch wenn man zeitweilig denkt, man wüsste ganz genau wie es weitergeht. Gleichzeitig fiebert man natürlich mit, ob Lyn und Alfred nun tatsächlich ein Paar werden und nebenbei schwingt immer wieder, ohne erhobenen Zeigefinder, ein Appell für Toleranz, Bewusstsein und Tierliebe mit. Für mich eine sehr gelungene Mischung.

 

Teatime Blues – Ein mörderischer Fall für die Cups
Oldigor Verlag
334 Seiten
ISBN 978-3-943697-35-3
Taschenbuch: 13,90 Euro
e-book: 3,99 Euro

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Das war die 1. MAKER WORLD – Messe rund ums Machen, Tüfteln und Gestalten!

Zum ersten Mal fand die MAKER WORLD statt, zum ersten Mal reiste ich ohne Mann und Kind ins Ausland und zum ersten Mal lernte ich Amateurfunker persönlich kennen! Ziemlich viele Premieren…

Zum ersten Mal fand die MAKER WORLD statt, zum ersten Mal reiste ich ohne Mann und Kind ins Ausland und zum ersten Mal lernte ich Amateurfunker persönlich kennen! Ziemlich viele Premieren für zwei Tage, aber beginnen wir diesen Messebericht mit Infos und Eindrücken hinter den Kulissen – doch erstmal einen Tag zuvor: Freitag. Die Anreise mit dem Auto war schon ein kleines Abenteuer, da wir fast zwei Stunden im Baustellen-Stau feststeckten und sich somit mein kompletter Zeitplan verschob. Anstatt mindestens vier Stunden vor Aufbauschluss am Gelände zu sein, halbierte sich diese Zeit. Doch dank meines Vaters und meiner Stiefmutter, die sich zum Glück die Zeit genommen und spontan einen Kurzurlaub eingeplant haben, um mir die Reise zur Messe zu ermöglichen, war der Aufbau meines Standes zum Glück noch in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Wir kamen bei der Halle zwei Stunden bevor sie geschlossen wurde an und mussten im Eiltempo aufbauen – ich war mehr als beeindruckt von der Größe, der Aufmachung und vor allem den anderen Ständen! Die Case Modder hatten ihren riesigen Bereich schon fertig aufgebaut und von meinem Stand aus hatte ich den perfekten Blick darauf. Mir gegenüber hatte sich Nadelstichs Kreativscheune aufgebaut und erntete meinen Neid und meine Anerkennung für die vielen tollen professionellen Näh-, Stick- und Plottermaschinen. Meine direkten Nachbarn waren die Pattern Company, zwei wirklich nette Damen mit denen ich Zeit hatte ein wenig zu tratschen. Zwei „alte Bekannte“, die ich von der Fair Cycle-Messe in München kannte, waren ebenfalls in meiner Nähe: Die WerkBox  und Nestbau Designstudio. Alles in allem war ich in einer Ecke, in die ich genau hinein passte: Zwischen Näherinnen und Maschinentechnikern. Am Freitag hatte ich Glück, den Aufbau meines Standes und des Workshop-Bereichs noch zu schaffen, denn Samstag war dafür keine Zeit mehr.

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Unser Hotelzimmer lag mitten in der malerischen Altstadt von Ravensburg und wer jemals diese wunderhübsche Stadt besucht hat, wird mir sicherlich zustimmen: Diese Stadt nennt sich nicht umsonst die „Stadt der Spiele“! Niedliche bunte Häuser mit nostalgischen, zum Teil bunten Fassaden und unterschiedlichsten Stilen reihten sich in engen, aber süßen Gassen aneinander. Leider hatte ich nicht die Zeit, die Stadt ausgiebig zu besichtigen, aber die wenigen Straßen, die ich sehen konnte, waren ein Traum und wären eine kleine Städtereise wert. Die Messe begann sowohl Samstag als auch Sonntag um neun Uhr und diese Uhrzeit nahmen die Besucher sehr genau. Punktgenau zur Eröffnung strömte ein gewaltiger Schwarm Menschen in die Halle und dieser Strom riss kaum ab. Bis auf kleine Zeitfenster von circa 15 Minuten zur Mittagszeit oder gegen Abend hin, war ein stetiger Besucherstrom zu verzeichnen. Insgesamt besuchten rund 17.000 Leute beide Messen! 

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Menschen jeden Alters, sowohl Deutsche, Österreicher, Schweizer, als auch Franzosen und englischsprachige Interessierte durfte ich an meinem Stand begrüßen. Es war zum Teil eine Herausforderung, sich zu verständigen. Zum Glück reichten meine Englisch-Kenntnisse aus, um die vielen Fragen rund um meine Produkte und Upcycling im Allgemeinen zu beantworten. Absolutes Highlight dieses Tages war der Auftritt der Funkenmarie, den ich zwar leider nur am Rande, aber doch mitbekommen habe. Eine Mischung aus fetziger Musik und dazu passenden Tanzbewegungen der Funkerin waren ein „elektrisierendes“ Erlebnis! Worüber ich mich auch sehr gefreut habe, war das rege Interesse an meinem Workshop. Ursprünglich hatte ich feste Zeiten eingeplant, doch das wurde schnell verworfen, da sich zu so unterschiedlichen Zeiten so viele Interessierte bei den Tischen versammelten, dass ich natürlich nicht nein sagen konnte. Es war ein Riesenspaß, denn nicht nur Kinder, sondern Besucher jeden Alters machten mit und das bis zum Schluss. Um 18 Uhr war für mich noch lange nicht Feierabend und so kam ich nach dem Abendessen und einem kurzen Telefonat mit meinem Mann über Skype im Hotel erst weit nach Mitternacht ins Bett.

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Am Sonntag sollte es genau so weitergehen. Schlag neun Uhr strömten die Leute herein und waren eifrig dabei, sich zu informieren und interessierte Gespräche zu führen. Mein Highlight dieses Tages war die Zeit zwischen elf und halb zwölf Uhr, als ich die Ehre hatte die „MAKER Kiste“ zu verschönern. Diese Kiste war ein Gemeinschaftsprojekt aller Aussteller die daran teilnehmen wollten. Eine simple Holzkiste ging von Stand zu Stand und jeder „Maker“ konnte sich darauf mit seiner individuellen Art verewigen. Trotz eifriger Vorbereitung hätte ich die Zeit von 30 Minuten beinahe gesprengt, aber man will es schließlich perfekt machen. Ein weiteres Highlight war ein kleiner Ausflug noch vor neun Uhr mit einem Amateurfunker der mich am Stand besuchen kam. Dank ihm konnte ich einen kleinen Blick auf die HAM RADIO werfen, die mindestens genau so faszinierend aufgebaut war wie die MAKER WORLD und ich bin froh, dass ich diesen Eindruck mit nach Hause nehmen durfte. 

Von den vielen kurzen Gesprächen, die ich mit meinen Ausstellerkollegen führen konnte, erfuhr ich, dass die gute Stimmung und das positive Feedback der Besucher nicht nur meinem Stand galten. Die anderen Workshops waren ebenfalls sehr beliebt und gut besucht, die Menschen interessierten sich sehr fürs „mitmachen“ und „selbst ausprobieren“, was uns alle sehr freute und auch motivierte in dem, was wir tun. Alles in allem habe ich weder gröbere Pannen, noch andere Unfälle mitbekommen und meiner Ansicht nach lief alles nach Plan. Eine Tatsache, die für die Premiere einer Messe wirklich für das Organisationsteam spricht! Am liebsten hätte ich mich zweigeteilt, damit ein Teil von mir sich die Messe als Besucher ansehen hätte können. Da ich alleine war, konnte ich nur einmal eine schnelle Runde machen und muss sagen: Es war traumhaft schön aufgebaut, die Stände waren ansprechend dekoriert und jeder präsentierte seine individuellen Produkte auf seine ganz eigene Weise. So erfüllte jeder Aussteller auf seine persönliche Art das Motto der Messe: Machen, Tüfteln, Gestalten und keine kreative Einschränkung! 

Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr und hoffe, dass ich wieder dabei sein kann, denn so eine Messe ist definitiv eine Reise wert! 

Wenn ihr nächstes Jahr auch dabei sein wollt, findet ihr hier alle Informationen dazu: maker-world.de

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Einmal NaturkosmetikCamp 2014 hin und zurück – Mein Koffer voller Thesen

Vom 27. bis zum 29. Juni 2014 verbrachte ich ein ereignisreiches Wochenende im wunderschönen Bad Häring im Tiroler Unterland. Auf dem ersten BarCamp für Naturkosmetik mischte ich mich unter die…

Vom 27. bis zum 29. Juni 2014 verbrachte ich ein ereignisreiches Wochenende im wunderschönen Bad Häring im Tiroler Unterland. Auf dem ersten BarCamp für Naturkosmetik mischte ich mich unter die Fachleute, die allesamt für eine Alternative zur klassischen Konferenz angereist waren. Gemeinsames Diskutieren, Vernetzen und Wissensaustausch bildeten das Programm.  Als Vertreterin eines Magazins für Nachhaltigkeit wollte ich unbedingt spannende Erkenntnisse mitnehmen. Dem regen Austausch sei Dank, es hat funktioniert!

Ich packe meinen Koffer…

Während der Reisevorbereitungen für das erste NaturkosmetikCamp hieß es für mich vor allem, einen mentalen Koffer zu packen. Gedanklich schichtete ich das Bedürfnis danach, mein Vertrauen in Naturkosmetik zu festigen, neben mein Bestreben, gefühltes Wissen hinterfragen zu wollen. Mit gedankenschwerem Gepäck brach ich von Berlin nach Tirol auf. In freudiger Erwartung auf ein diskussionsreiches Wochenende, versprach ich mir selbst meinen Koffer randvoll mit Erkenntnissen zu füllen. Auf der achtstündigen Bahnreise zum Camp wuchs meine Aufregung ins Unermessliche und ich darf ehrlich zugeben, dass sich diese auch während des gesamten Wochenendes nicht merklich legte.

Angekommen in Bad Häring begrüßte mich eine unfassbare Bergidylle, die jedes Postkartenmotiv um Längen schlägt. Zwar verlangte die Großstädterin in mir schlagartig nach Erholung, die Motive meiner Reise waren jedoch andere. Schließlich führte mich die Chance auf Teilhabe und Wissensvermehrung an diesen außerordentlich schönen Ort. Es galt Souvenirs des geteilten Wissens – die Thesen – mit heimzubringen.

Das Camping an sich

BarCamping steht für die Kunst des Diskutierens mit Gleichgesinnten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In den sogenannten Sessions wurde sich freundlich an die Themen herangetastet, fair dazwischenkommentiert und manches Mal energisch diskutiert. Den Input gaben einzelne Teilnehmer, deren Präsentationen meist direkte Steilvorlagen für Fragen und Anmerkungen boten. Es wurde auffällig viel hinterfragt, was ich als ernsthaftes Interesse und echte Neugier deutete. Jeder wollte sich auf die Unkonferenz einlassen, sowohl Naturkosmetik-Neulinge, als auch die alten Hasen der Branche.

Da viele der Camper in dem Veranstaltungshotel ihr Zimmer bezogen hatten, traf man sich jederzeit am veganen Buffet wieder. Zwischen leckerer Hummuspaste und grünem Salat entstanden Zeitfenster für den obligatorischen Kärtchentausch. Sobald das Eis mit dem Satz „Was machst Du denn eigentlich so?“ gebrochen war, wurde jede noch so kleine Pause für das Netzwerken genutzt und sich über die wichtigsten Themen des Wochenendes ausgetauscht. Naturkosmetik stand dabei zwar im Fokus, schien aber ausreichend Raum für andere Themen zu lassen.

Inmitten der geselligen Runde aus knapp 100 Vertretern der Bereiche Herstellung, Handel, Vertrieb, Zertifizierung, Zulieferung, Verpackung, Kosmetik, Hotellerie, PR und Marketing, kam ich nicht umhin mich zu fragen, was den Verbraucher motivieren könnte, selbst zu partizipieren. Ich habe deshalb versucht die Thesen inhaltlich auf die sich mir vermittelten Botschaften und unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit zusammenzuschrumpfen.

Die Botschaften für das Naturkosmetikjahr 2014

Bevor ich in das Thesenhopping einsteige, möchte ich vorausschicken, dass die einzelnen Punkte meine Ausformulierung darstellen und sich aus den Thesen und persönlichen Eindrücken speisen. Die Ergebnisse aus den insgesamt 21 Sessions können online nachgelesen werden. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, da die einzelnen Thesen Stimmungen aufgreifen, Trends wiedergeben und Fragestellungen repräsentieren, mit denen sich die Naturkosmetik-Branche aktuell auseinandersetzt.

  1.  Die Branche hat während des Camps unzweifelhaft gezeigt, dass sie den offenen Dialog über durchaus heikle Themen nicht scheut und damit ein klares Zeichen für Transparenz setzt.
  2. Der Charakter der Veranstaltung hat mir vor Augen geführt, dass hinter Marken und Machern, Menschen mit aufrechter Haltung und sympathischer Menschlichkeit stehen.
  3. Die Entwicklung von Naturkosmetik ist geprägt durch einen mannigfaltigen Pioniergeist, der sich fest entschlossen zeigt. Die Branche kennt und bekennt sich zu ihren Wurzeln. Geschichtsbewusstsein ist Voraussetzung für Erkenntnisse über die Gegenwart und stellt eine Notwendigkeit dar, um Zukünftiges gestalten zu können. (Beate Vogel und Elfriede Dambacher, Naturkosmetikverlag, Session)
  4. Es wurde klar artikuliert, dass den globalen Playern der konventionellen Kosmetikindustrie etwas entgegenzusetzen ist (Stichwort „Greenwashing“). Sei es, um die Sorgfalt bei der Herstellung auch zukünftig garantieren zu können oder,um die Ganzheitlichkeit der Produktionsprozesse nicht aus den Augen zu verlieren. Hier ist insbesondere auf die hohen Standards zu verweisen, die die Branche über die Jahre gesetzt hat. Diese könnten Gefahr laufen durch Regeln und Richtlinien auf europäischer Ebene (Iso-Norm) aufgeweicht zu werden. (Michael Pfister, Pure Green Group, Session; Ulrich Heinze, UHC Chemieberatung)
  5. Authentizität ist keine sinnentleerte Worthülse, sondern geht Hand in Hand mit glaubwürdigem Verhalten. Unternehmertum hat in allen Bereichen nachhaltige Wege zu beschreiten, die konsequent zu verfolgen sind. Hier wurde unter anderem erörtert, wie durch reduzierte Umverpackungen Einsparungspotential bei Packmitteln besteht und was „aus kontrolliert biologischer Wildsammlung“ im Kontext regionaler Zusammenarbeit mit Bauern bedeutet.  (Anke Boy, Speick Naturkosmetik, Session)
  6. Verbraucher, die sich für Naturkosmetik entscheiden, müssen mit Aufklärung belohnt werden. Aufklärung beginnt bei der Entwirrung des Siegel- und Zertifizierungs-Dschungels. Setzt sich fort mit einer Heranführung an das, was Naturkosmetik überhaupt ist und leisten kann. Produkte werden oft gekauft, ohne den Mehrwert einer Unterscheidung zwischen Natur- und Biokosmetik zu kennen. Letzlich resultiert Aufklärung darin, dass die Branche couragiert das Gleichgewicht zwischen Stärke (Tradition) und Anspruch (Innovation) sucht und dem Verbraucher so entgegengeht. (Julia Keith, beautyjagd, Session; Maria Pieper, Pieper Biokosmetik Manufaktur GmbH, Session)
  7. Zum Abschluss sind noch zwei handfeste Botschaften zu nennen, die zunächst lediglich auf dem Papier stehen, aber als Ziel definiert wurden. Einerseits der Wunsch nach gesteigertem Zusammenhalt und andererseits der Ruf nach gemeinschaftlicher Einflussnahme.

 

Mein Fazit

Das erste internationale NaturkosmetikCamp war eine lohnenswerte Veranstaltung. Als eine alternative Plattform zum herkömmlichen Konferenzstil bietet es Raum, sich inspirieren zu lassen und Möglichkeiten zu Veränderungen anzuregen. Zwar ist das zu absolvierende Programm straff gestrickt und dadurch zeitweise sehr anstrengend. Dafür profitierten die Teilnehmer von dem hohen Grad an Informiertheit und guten Vernetzungsmöglichkeiten. Der Veranstalter Wolfgang Falkner ist ein sehr freundlicher, angenehmer und harmonischer Charakter, dessen Ruhe und Umsicht das Wochenende maßgeblich mitgeprägt hat. Die Durchmischung der Camper aus unterschiedlichen Bereichen ist für das Format und die Diskussionen eine zuträgliche Entscheidung gewesen.

Ich persönlich wünsche mir, dass in Zukunft mehr Blogger und Nischenmagazine mit ins Boot geholt werden. Dadurch kann ein Rückkanal zu den Verbrauchern entstehen, die sich bewusst und aufgeklärt informieren möchten. Darüber hinaus fände ich es sehr begrüßenswert, wenn das Thema Nachhaltigkeit noch mehr in den Fokus gerückt wird. Die Naturkosmetik-Branche agiert durch und durch nachhaltig, dass darf sie ruhig noch selbstbewusster zeigen.

Wer hat gefehlt? Die Naturfriseure, es wäre interessant zu sehen, was in diesem Bereich alles so passiert. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden. Eine Fortsetzung des NaturkosmetikCamps in 2015 ist bereits in Planung.

Naturkosmetikcamp 0614 in Bad Häring, Tirol

Liebe Leser, ich hoffe, ihr habt meinen Ausführungen bis zum Ende folgen wollen und findet euch aufrichtig und nachhaltig informiert wieder. Es würde mich natürlich freuen, wenn ihr Lust bekommen habt, euch intensiver mit Natur- und Biokosmetik auseinanderzusetzen. Schließlich dreht sich beim NaturkosmetikCamp alles um eine äußerst wichtige Person: Um euch!

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Naturkosmetik im Zeichen der Entschleunigung – Die Branche trifft sich zum 1. NaturkosmetikCamp

In der Theorie sind Märkte vor allem auf Entwicklung angelegt und durch Wachstum bestimmt. Im Sinne von Nachhaltigkeit kann Wachstum jedoch niemals grenzenlos sein. Was tut also eine Branche, die…

In der Theorie sind Märkte vor allem auf Entwicklung angelegt und durch Wachstum bestimmt. Im Sinne von Nachhaltigkeit kann Wachstum jedoch niemals grenzenlos sein. Was tut also eine Branche, die sich erfolgreich am Markt behaupten kann und sich gleichzeitig der Nachhaltigkeit verschrieben hat? Eine Antwort kann der Ruf nach Entschleunigung sein: Innehalten, durchatmen und reflektieren, ganz im Sinne der kreativen Kaffeepause. Aus diesem Gedanken heraus hat sich das Veranstaltungsformat des BarCamps entwickelt. Unter dem Motto „Die Zeit ist reif!“ bekommt nun auch die Naturkosmetik-Branche ihr erstes eigenes BarCamp.

Die Idee zu einer offenen Tagung für den Naturkosmetik-Sektor entwickelte Wolfgang Falkner. Als Experte für authentisches Marketing hat er bereits erfolgreich diverse Spa-Camps initiiert. Für ihn bieten das zunehmende Bedürfnis nach alternativer Kosmetik und die rasante Entwicklung des grünen Sektors Anlass zu Austausch unter Fachleuten. Obwohl es sich bei dem NaturkosmetikCamp um eine Fachveranstaltung handelt, versteht sich das Konzept keineswegs als Event im Zwangskorsett. Es geht vielmehr um eine Ideenwerkstatt bei der sich die Teilnehmer auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam bestimmen, welche Inhalte diskutiert werden sollen. Der basisdemokratische Charakter und die Vielfalt der teilnehmenden Camper bieten eine geeignete Möglichkeit, die Branche in ungezwungener Atmosphäre kennen zu lernen. Diese Gelegenheit ergreift auch The bird’s new nest und ermöglicht mir als Redakteurin die Teilnahme am Camp in Tirol.

Vom 27. bis zum 29. Juni 2014 werden über 100 Camper gemeinsam entscheiden, welche Inhalte es letztendlich auf die Tagesordnung schaffen. Der Themenpool aus dem dabei geschöpft wird, wurde zuvor durch die Teilnehmer selbst angelegt. In der Vorbereitungsphase konnte jeder, der eine eigene Idee einbringen wollte, diese ausarbeiten und einreichen. Durch dieses Verfahren ist eine inspirierende Themenmischung entstanden, die auch für The bird’s new nest Leser interessant sein dürfte.

SpaCamp 2011, Bad Reichenhall, 20110110, (c) Foto: Wildbild

Michael Pfister von Pure Green setzt sich unter dem Titel „Totale Transparenz für den Konsumenten – Kompromisslose Qualität vs. Greenwashing“ unter anderem mit Unterschieden zwischen veganer Kosmetik und Naturkosmetik auseinander. Er stellt sich selbst verschiedene Fragen mit denen sich auch Verbraucher konfrontiert sehen. So hinterfragt er zum Beispiel die Kultur der Zertifizierung und was uns Inhaltsstoffe genau verraten. Anke Späth, Mitarbeiterin von SPEICK Naturkosmetik regt zu einer grundsätzlichen Diskussion an. Mit dem Thema „Nachhaltigkeit leben – was bedeutet das?“ sollen Fragen der verantwortungsvollen Unternehmensführung auf den Tisch kommen. Andere Vorschläge gehen insbesondere auf den breit gefächerten Bereich der Inhaltsstoffe ein. Hier sollen unter anderem die Wege bei der Herstellung von Rohstoffen vorgestellt (Maria Kaiser, kaiserqualitaet), in den Reichtum von hochwertigen Ölen eingeführt (Franziska Breisinger und Maria Holzner, All Organic Trading) und die Krux mit den Duftstoffen (Dr. Bodo Kubartz, Passion and Consulting) diskutiert werden. 

Diese und weitere Themen können in insgesamt 21 Sessions während der Camp-Tage ausführlich erörtert werden. Die Gesprächsrunden werden mit kurzen Vorträgen eingeleitet, im Vordergrund jedoch steht der Wissensaustausch. Schließlich geht es darum, Erkenntnisse unter entschleunigten Bedingungen zu ermöglichen. Am Ende entwickeln die Camper Thesen, die für das Naturkosmetik-Jahr 2014 wesentlich sind. Alles in allem kann eine Veranstaltung wie das NaturkosmetikCamp 2014 eine Plattform für mehr Transparenz sein, sowie Angebot mit Erwartungen rückkoppeln. Es werden Menschen zusammengebracht, die verschiedenste Seiten der Branche kennen und vertreten. Jeder bekommt eine gleichwertige Chance, sich zu beteiligen, sei es der Unternehmer, die Kosmetikerin, der Vertriebler, der Journalist, die Studentin oder der Verbraucher. Das Format des BarCamps klingt wie Musik in den Ohren – nicht nur von Naturkosmetik-Fans -, auf das wir den vielen WM-Schlagern etwas entgegensetzen.

Wer Lust bekommen hat, sich ausführlicher über Inhalte und Abläufe des NaturkosmetikCamps zu informieren, ist eingeladen, die Onlinepräsenz zu besuchen. Als The bird’s new nest Redakteurin freue ich mich insbesondere auf den Vortrag „Natürlich schön: Was innere Werte mit Charisma zu tun haben“ der Philosophin und Fachtherapeutin für Psychotherapie, Dr. Rebekka Reinhard. Die diskursive Entschleunigung von Schönheitsidealen ist für mich wesentlicher Bestandteil bei der Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit.

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Das war die 1. Fair Cycle Messe in München!

Als am Sonntag um 18 Uhr die Tore der Reithalle für Besucher geschlossen wurden, konnte ich gar nicht begreifen, dass dieser Event schon vorbei sein sollte. Es war eine einzigartige…

Als am Sonntag um 18 Uhr die Tore der Reithalle für Besucher geschlossen wurden, konnte ich gar nicht begreifen, dass dieser Event schon vorbei sein sollte. Es war eine einzigartige Erfahrung, eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht und vor allem hat es richtig Spaß gemacht! Doch beginnen wir mit diesem kleinen Messebericht von Anfang an.

Ich bin als Ausstellerin schon Freitag angereist, um genug Zeit für den Aufbau meines Messestandes zu haben und vielleicht noch ein wenig von der Stadt München besichtigen zu können. Als Österreicherin komme ich schließlich nicht so oft in diese Stadt. Wie sich beim ersten Besuch der Reithalle, die praktischerweise keine 300 Meter von meinem Hotel entfernt lag, herausstellte, konnte ich Freitag gar nichts aufbauen, da meine Standkollegen noch nicht eingetroffen waren. Somit habe ich die Zeit für einen Besuch des Viktualienmarktes, der Fußgängerzone und vielen kleinen Seitengassen genutzt. Am Abend wurde noch sehr festlich im Mongos gespeist, zusammen mit Kati Smerda von Cath… Who?, die ebenfalls als Ausstellerin auf der Fair Cycle Messe war und die mich und meinen Mann eingeladen hatte, sie zu begleiten. So wurde der Freitag doch noch sinnvoll genutzt und am ersten Tag der Messe ging es gut gestärkt mit dem Aufbau los.

Fair-Cylce 2014-95

Während die Aussteller, die sich ihren Stand mit niemandem teilten, schon fleißig am Aufbauen waren, bauten wir Existenzgründer unseren Gemeinschaftsstand nach kurzer Absprache zusammen auf. Die Chemie zwischen meinen Nachbarn und mir stimmte sofort und es war von Anfang an eine gute Stimmung. Kurzfristig gab es Unstimmigkeiten was die Größe und Aufteilung des Standes betraf, doch die Organisatorin, Birgit, war stets sehr bemüht, dass sich jeder wohlfühlte und niemand unfair behandelt wurde. So wurde das Problem ohne großen Streit beseitigt. Und während ich meinen Workshop betreute, kam auch mein Mann bei der Betreuung meines Standes gut zurecht und es wurde eine schöne, aufregende und lehrreiche Veranstaltung. Der Workshop, bei dem man mit meiner Hilfe eine eigene Tastenkette anfertigen durfte, wurde hauptsächlich von Kindern zwischen fünf und 15 Jahren genutzt und ich war erstaunt darüber, wie kreativ diese kleinen Köpfe waren. Voller Eifer wurde bemalt, beklebt und ausprobiert was eine normale PC-Taste so alles aushalten mag, und mit dem Ergebnis waren alle sichtlich zufrieden.

Allgemein betrachtet war die Organisation recht gut geplant, doch wie es beim Debüt einer Messe passieren kann, gab es den einen oder anderen Patzer. So waren sich die Organisatoren der Modenschau nicht ganz einig über die Reihenfolge in der die Models laufen sollten, was kurz für Verwirrung sorgte, doch für das Publikum (hoffentlich) nicht zu merken war. Spaß gemacht hat es uns Models trotzdem sehr! Die Vorträge, zum Beispiel von den Töchtern des Aufbruchs die auf der Bühne gehalten wurden, waren leider nicht bis zum Eingang der Messe zu hören, so dass man wirklich vor der Bühne sitzen musste, um nichts zu verpassen. Das fand ich sehr schade, da mein Stand weiter entfernt war und ich somit als Ausstellerin nichts davon mitbekommen habe. Applaudiert wurde aber jedes Mal kräftig, also gehe ich davon aus, dass sie gut ankamen.
Die Live-Musik war hingegen bis zum Eingang gut zu hören, so dass alle Besucher etwas davon hatten.

Fair-Cylce 2014-39

Das vielfältige Programm der Messe kam beim Publikum gut an und führte zu anregenden Gesprächen zwischen Künstlern und Kunden. Ich hatte die Chance mit vielen unterschiedlichen Menschen zu sprechen und mich auszutauschen, natürlich auch im Hinblick darauf, etwas zu verkaufen. Aber der emotionale Wert eines guten Gesprächs über Nachhaltigkeit, Konsumverhalten und ökologisches Bewusstsein ist im Grunde viel mehr wert als jedes verkaufte Produkt. Was die Aussteller anging, waren wir ein wirklich gemischter Haufen. Von Möbeln aus Fassdauben, Hundeausstattung, Schmuck aus Fahrradschläuchen, Taschen aus Kaffeesäcken bis zu Schmuck und Möbeln aus Papier und einem ganzen Stand der sich nur mit der Alternative „Plastikfrei Leben“ beschäftigt, war alles dabei. Das Messepublikum war ebenfalls bunt gemischt, es kamen Menschen jeden Alters. Mütter mit Babys im Kinderwagen liefen neben Omis genauso selbstverständlich her, wie ein asiatisch stämmiger Mann neben einer afrikanischen Touristin. Es war wirklich schön zu sehen, das eine Messe, die sich um Upcycling, Design und Recycling dreht, so unterschiedliche Menschen und Kulturen jeden Alters anspricht und zusammen bringt.

Zusätzlich zum Hauptprogramm gab es zwischendurch mehrmals eine Tombola und mehrere Preise wurden verliehen – Publikumspreis, schönster Messestand, innovativstes Produkt und weitere Preise dieser Art. Alles in allem also eine rundum gelungene Veranstaltung die für Kunde und Künstler anregend und spannend war, trotz mancher kleiner Pannen.

Ich nehme von der Messe nicht nur viel positive Energie mit, sondern auch den hoffentlich lange bestehenden Kontakt zu lieben Menschen, die Eindrücke von München und seinen Bewohnern und das gute Gefühl, dass meine Produkte sehr gut angekommen sind und anderen Menschen gefallen!

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MAKER WORLD 2014 – Die Messe rund ums Machen, Tüfteln und Gestalten

Erstmalig findet die MAKER WORLD dieses Jahr von Samstag, dem 28., bis Sonntag, dem 29. Juni 2014, auf dem Messegelände in Friedrichshafen (Bodensee, Deutschland) statt. Parallel dazu läuft die HAM…

Erstmalig findet die MAKER WORLD dieses Jahr von Samstag, dem 28., bis Sonntag, dem 29. Juni 2014, auf dem Messegelände in Friedrichshafen (Bodensee, Deutschland) statt. Parallel dazu läuft die HAM RADIO, die 39. Internationale Amateurfunk-Ausstellung. Eine Kombination aus Amateurfunkern und der MAKER-Bewegung, die sich von den USA nun nach Deutschland durchgeschlagen hat, ergibt einen sehr interessanten und kreativen Mix. Das Rahmenprogramm ist unglaublich vielseitig. Auf dem Plan stehen mehrere unterschiedliche Workshops wie zum Beispiel „„Wir löten Schmuck aus Elektronik-Bauteilen“, „Siebdruck“ oder den von mir abgehaltenen „Tastenketten-Workshop: Kettenanhänger aus Standard-Tastaturtasten“. Außerdem gibt es einen Bereich für „Live Case Modding“ (wenn das Gehäuse eines Computers optisch verändert oder verschönert wird) und dazu auch eine Meisterschaft.

„Fußball-Roboter, Schmuck aus Elektro-Schrott, Portraits in 3D oder eine Ultraschall-Brille, die Blinden bei der Orientierung hilft – die Maker World bietet neben den unterschiedlichsten Produkten aus technischen und kreativen Bereichen jede Menge Möglichkeiten, bei Workshops und Wettbewerben selbst zu tüfteln, zu basteln sowie sich und seine Einfälle zu präsentieren.“, erklärt Projektleiterin Petra Rathgeber. Das Großprojekt wird von einem verhältnismäßig kleinen Team geleitet und organisiert. Über 50 Aussteller aus vier Ländern sind bereits für die Messe angemeldet und ich selbst werde sowohl einen Workshop leiten als auch meine Upcycling-Produkte zum Verkauf ausstellen.

dampfradio_thechocolatistBild: Steampunk Artwork, thechocolatist.com

Das Konzept der Veranstaltung richtet sich an ein breit gefächertes Publikum. So lässt man sich nicht auf ein Thema ein und schließt andere aus, sondern versucht das breite Spektrum an Kreativität und wie man diese umsetzen kann, abzudecken. Unter den Ausstellern finden sich also nicht nur Menschen die upcyceln oder sogenannte „Case Modder“, sondern auch (Hoch-)Schulen, Museen, ein Reparatur-Café, sowie Bereiche für 3D-Druck, 3D-Scan und Robotik und noch vieles mehr. Offizielle Partner der Maker World sind der Franzis Verlag, DaWanda, die Maker-Bewegung „make Germany“ sowie das Magazin 3Druck.com.

Da die Eintrittskarte zur MAKER WORLD auch für die HAM RADIO gültig ist, hat man zwei geniale Veranstaltungen zu einem Preis. Eine Tageskarte kostet neun Euro, für beide Tage 16 Euro. Für Familien gibt es die Familienkarte, gültig für zwei Erwachsene und zwei Kinder für beide Tage um 35 Euro. Natürlich gibt es auch vergünstigte Karten, zum Beispiel für Schüler, Studenten und Kinder von sechs bis 14 Jahren. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt.

Die meisten Workshops finden zu bestimmten Uhrzeiten statt, nähere Infos dazu findet ihr ihr hier. Vorab kann man sich die Aussteller im Ausstellerverzeichnis ebenfalls ansehen.

Alles in allem eine spannende Sache, auf die ich mich sowohl aus Ausstellerin als auch Besucherin sehr freue. Wünscht mir Glück, dass ich die Zeit finde, mich ein wenig außerhalb meines Standes umzusehen, rentieren würde es sich allemal!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

MAKER WORLD
Samstag, 28. bis Sonntag, 29. Juni 2014, Messegelände Friedrichshafen (Bodensee, Deutschland)
Öffnungszeiten: Samstag von 9.00 bis 18.00 Uhr, Sonntag von 9.00 bis 15.00 Uhr

Homepage: maker-world.de
E-Mail: maker-world@messe-fn.de
Facebook: http://www.facebook.com/makerworld

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NEXT ORGANIC BERLIN 2014

Am 18. Mai 2014 hielt der nachhaltige Genuss Einzug im Flughafen Berlin-Tempelhof. In der Haupthalle des Flughafengebäudes versammelte sich die Foodie-Szene, um die NEXT ORGANIC BERLIN zu zelebrieren. Was unter…

Am 18. Mai 2014 hielt der nachhaltige Genuss Einzug im Flughafen Berlin-Tempelhof. In der Haupthalle des Flughafengebäudes versammelte sich die Foodie-Szene, um die NEXT ORGANIC BERLIN zu zelebrieren. Was unter dem Stichwort „Fachmesse“ gehandelt wird, versteht sich vielmehr als Netzwerk und Plattform für das produzierende Gewerbe nachhaltiger Lebensmittel.

Die NEXT ORGANIC BERLIN 2014 war die zweite Veranstaltung ihrer Art, was vermuten lässt, dass sich die Premiere 2013 als ein erfolgreicher Querschläger in der Bio-Szene erwiesen hat. Querschläger deshalb, weil nach Angaben der Veranstalter ein neuartiges Messekonzept geboten wird, das den abgegriffenen Bio-Begriff in Organic Food übersetzt. The bird’s new nest mischte sich unter das Fachpublikum, um sich dieses Konzept genauer anzusehen.

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Im Kern Slow Food

Der Name der Fachmesse soll Programm sein: Trends aus dem Bereich Organic Food werden aufgegriffen und in Form von thematischen Highlights und Tasting-Touren präsentiert. Die anwesenden Aussteller bildeten eine homogene Mischung aus kleinen Manufakturen und Start-ups. Ihre Interpretation von Bio stand im Mittelpunkt des Messetages. Im Kern lässt sich diese auf die Grundsätze der Slow-Food-Bewegung zurückführen. Dabei geht es unter anderem um den respektvollen Umgang mit Umwelt und Tier. Zwischen den Ausstellerreihen war dieser Anspruch deutlich herauszuhören. Doch erst bei der Verkostung wollte sich die Kluft zwischen leidenschaftlichem Fachhandwerk und industrieller Lebensmittelfertigung offenbaren. Bei einem Stück Bio-Rohschokolade mit Kokosblütenzucker nahm das Nachhaltigkeitsprinzip „Weniger ist mehr“ geschmackliche Gestalt an. Der bewusste Genuss von nachhaltig produzierten Lebensmitteln, meist (noch) ohne bekannte Bio-Zertifizierung, wird auf der Next Organic hochgehalten.

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Angesichts des Überflusses an Verkostungsmöglichkeiten auf einer Food-Messe kann sich die Weniger-ist-Mehr-Formel schon mal erübrigen. Doch wer Natursäfte aus seltenen Apfelsorten wie Goldparmäne und Ontarioapfel gereicht bekommt, bemerkt erneut, dass Apfel eben doch nicht gleich Apfel schmeckt. Selbstverständlich verwundert es nicht, dass die Geschmacksvielfalt auf einem Event für Genuss- und Lebensmittel alle Sinne zu befrieden vermag. Welche Trends sollen also 2014 nachhaltig satt und glücklich machen?

Die Trends 2014

Das Feld führt eindeutig die Raw-Bewegung an. Grün ist gesund, an allen Ecken und Enden grüßten der Grüne Smoothie und die Rohkostverfechter. Unter dem Stichwort „Superfoods“ tümmelten sich Matchaschokolade, Moringapulver, Goji-Beeren, Wildkräuter und Cashewnüsse. Dem schließt sich eine weiterer Trend an: In allen Farben schillerte die Vielfalt der Gewürz-Kultur entgegen. Indischer Bergpfeffer und Fleur de Sel, stylisch und nachhaltig verpackt.

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Als Dauerbrenner unter den Trends durften die üblichen Verdächtigen nicht fehlen: Biologischer Wein, Crafted Beer, Coffee Culture und eine gute Tasse handverlesenen Tees.

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Um was es eigentlich geht?

Am Ende eines langen Messetages wird deutlich, dass hier eine junge, alternative Foodie-Szene ihren Freischwimmer macht. Entsprechend kann Organic Food bedeuten sich vom Bio-Mainstream abzugrenzen, der mittlerweile in jedem Supermarkt an der Ecke zu finden ist. Dabei wird auf Transparenz gesetzt, sei es bei der Deklaration von Inhaltsstoffen oder bei der Herstellungsweise. Die Next Organic wird ihrem Anspruch gerecht, einen Einblick in handwerkliches Fachverständnis und öko-soziales, regionales Unternehmertun zu geben. Darüber hinaus vermittelt sie das Prinzip des nachhaltigen Genusses und zeigt, dass vor allem junge Frauen die Szene kräftig aufmischen.

Who is Who – Eine kleine Auswahl

Da es bei einer Food-Messe letztlich um die Leckereien geht, darf eine kleine (recht subjektive) Auswahl von der Next Organic 2014 natürlich nicht fehlen. Im direkten Austausch mit den hier vorgestellten Ausstellern durfte ich mich davon überzeugen, dass persönliches Engagement und ehrliche Freundlichkeit keine Ausnahme sind. Allen gemein ist die Liebe zu Bio-Rohstoffen, regionaler Zusammenarbeit, traditionsreichem Handwerk und nachhaltiger Erzeugung.

Trend-Thema Nuss

HaselHerz: Ein Herz für die Haselnuss zeigt das Ein-Frau-Unternehmen HaselHerz aus Hamburg. Ebru Erkunt bringt die türkische Haselnuss in Form von drei Musvarianten auf den Markt. Zum Kochen, Backen oder aufs Brot, die Nuss liegt im Trend: haselherz.de

Papillon – Die Mandelmanufaktur: Und noch mehr Nüsse. In liebvoller Handarbeit werden in der Mandelmanufaktur Papillon regionale Rohstoffe zu den köstlichsten Naschereien verarbeitet. Pistazien in weißem Nougat, Cantuccini mit Mandeln und Bio-Feige mit Kakao. Bei der Inhaberin Sibel Özdemir treffen Backhandwerk und Schwäbischer Charme aufeinander: mandelmanufaktur.de

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Trend-Thema Raw-Food

Voogie – Der grüne Smoothie: Die grüne Revolution füllt schon seit einer Weile nicht nur die Food-Blogs, sondern auch die Klatschspalten. Detox liegt voll im Trend. Bei Voogie wird ein Grundrezept des Grünen Smoothies in kleinen Glasflaschen-to-go angeboten: voogie.de

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wild.kräuter: Wer seinen Smoothie gerne so vitalstoffreich wie möglich mixen will, greift zu Wildkräutern. Aus der Uckermark stammen die regionalen Superfoods und können von dem neueröffneten Laden in Berlin-Kreuzberg bezogen werden: wild-kraeuter.com

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Phyto Treasures: Wer sich nicht dem Fleisch hingeben will, kann stattdessen zum rohen Superriegel beond greifen. Eine bessere Alternative zu Schokolade bietet Ombar. Regine Schmidt von Phyto Treasures verrät, dass sich Roh-Schokolade mit Kokusblütenzucker als Lebensmittel bezeichnen darf. Ihr Unternehmen unterstützt die nachhaltigen Erzeugnisse kleinbäuerlicher Kooperativen: phyto-treasures.de, pulsin.co.uk, ombar.co.uk

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Was sonst noch?

Natursaftiges aus Äpfeln gibt es auf dem Limuner Landhof: linumer-landhof.de
Schon mal Tonkabohne als Eissorte gekostet? Eisbox macht’s möglich: eisbox.eu

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Der Pesto Dealer in Berlin ist kein Neuling, dafür kann man hier die schärfsten Pestos absolut legal beziehen: pestodealer.de

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Unter den vielen Foodies war auch ein Naturkosmetikhersteller vertreten. Die australische Blütenkosmetik Zuii Organic ist kein Geheimtipp mehr. BDIH/Cosmos-zertifiziert, hoher Bio-Anteil und 100% cruelty-free: zuiiorganic.de

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Für weitere Informationen zur NEXT ORGANIC BERLIN geht es hier entlang: next-organic.de

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„Die Regeln des Glücks: Ein Handbuch zum Leben“ von Dalai Lama und Howard C. Cutler

Eine Freundin hat mir dieses Buch geborgt, eigentlich als Lektüre für meinen Aufenthalt in „Buddhas Weg“ (eine Beschreibung meiner Tage im Kloster findet ihr hier). Doch dort bin ich gar…

Eine Freundin hat mir dieses Buch geborgt, eigentlich als Lektüre für meinen Aufenthalt in „Buddhas Weg“ (eine Beschreibung meiner Tage im Kloster findet ihr hier). Doch dort bin ich gar nicht so viel zum Lesen gekommen, erst als ich wieder zu Hause war habe ich mit der Lektüre von „Die Regeln des Glücks“ begonnen. Das Buch ist von Howard C. Cutler geschrieben und basiert auf Fragen, die er dem Dalai Lama gestellt hat. Cutler lässt den Leser auch an seinen eigenen Reflektionen zu den Aussagen des Dalai Lamas teilhaben, und ergänzt sie mit passenden Beispielen aus seiner Praxis als Psychiater. Dabei beschreibt er immer wieder die Umgebung, in der die zahlreichen Interviews stattfanden, und lockert das Buch mit diesen Hintergrundinformationen und Beschreibungen des Dalai Lamas auf.

In „Die Regeln des Glücks“ wird das Glück als Sinn des Lebens beschrieben. Es wird laut Dalai Lama mehr von der eigenen Gemütsverfassung beeinflusst, als von externen Faktoren, Umständen oder Ereignissen. Interessant finde ich die Theorie des Dalai Lamas, dass Glück zielgerichtet durch eine systematische Schulung und Training von Geist und Herz erreicht werden kann, indem man seine Einstellung ändert. Mit welchen Methoden und Praktiken man das erreichen kann, beschreibt Howard Cutler in Form von Antworten des Dalai Lamas ausführlich und er selbst stellt immer wieder Rückfragen bei Punkten, zu denen es aus westlicher Sicht noch weiterer Erläuterungen bedarf.

Auch für mich, ohne großes Vorwissen über Buddhismus, war das Buch sehr gut zu lesen und leicht verständlich. Der Dalai Lama wendet sich mit seinen Antworten bewusst an alle, egal ob einer Religion zugehörig oder nicht. Des Öfteren finden sich Anmerkungen, wie gewisse Aspekte aus dem Blickwinkel des Buddhismus gesehen werden, die auch interessant zu lesen sind. Obwohl Interviews als Basis für „Die Regeln des Glücks: Ein Handbuch zum Leben“ dienten, ist es Howard Cutler gelungen, einen roten Faden durch das Buch zu ziehen, und es thematisch passend in Kapiteln zu strukturieren. So kann man als Leser dem Aufbau gut folgen. Lediglich an manchen Stellen fand ich, dass das Buch gewisse Längen hat, jedoch nur für ein paar Sätze, in denen sich die Gedanken des Dalai Lamas wiederholen – was diesen andererseits auch mehr Nachdruck verleiht.

Sehr gut gefällt mir, dass Howard Cutler die Aussagen des Dalai Lamas immer wieder mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien untermauert und so zeigt, dass es sich hier nicht nur um rein spirituelle Gedanken handelt. Insgesamt ein sehr lesenswertes, schönes Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Ich nehme mir bewusst vor, einige der beschriebenen Praktiken Schritt für Schritt in mein Leben zu integrieren und an gewissen Denkweisen und –ansätzen zu arbeiten. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, kann ich euch die Lektüre von „Die Regeln des Glücks: Ein Handbuch zum Leben“ ans Herz legen.

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Roland Düringers Weg zu einem guten Leben und was wir daraus lernen können

Er verzichtet auf Handy, Bankomatkarte*, fährt (weitgehend) Bahn, meidet Supermärkte und hat darin seine Erfüllung gefunden. Roland Düringer erwähnt oft das „gute Leben“ als erstrebenswertes Ziel und betrachtet seine als…

Er verzichtet auf Handy, Bankomatkarte*, fährt (weitgehend) Bahn, meidet Supermärkte und hat darin seine Erfüllung gefunden. Roland Düringer erwähnt oft das „gute Leben“ als erstrebenswertes Ziel und betrachtet seine als Experiment gestartete Lebensänderung nun als eben dieses. Als gutes Leben.

In seinem Buch Leb wohl, Schlaraffenland erzählt er über seinen Weg, welche Erlebnisse ihn geprägt haben und beschäftigen. Von manchen Menschen wird er als „Öko-Spinner“ abgetan, anfangs wurden Gerüchte in die Welt gesetzt, er lebe im Wald und verrichte auch ausschließlich dort seine Notdurft. Man ging davon aus, den Roland Düringer, den ganz Österreich als motorfanatischen Kabarettisten kannte, gäbe es nun nicht mehr. Das ist allerdings ganz und gar unwahr. Er distanziert sich in keinster Weise von dem, was er ist und immer war. Er lebt ein gänzlich normales, zivilisiertes Leben – zwar ziemlich fern von zeitgemäßen Luxusgütern, gönnt sich jedoch Ausnahmen. Sei es der Bequemlichkeit halber oder wenn er beispielsweise das Auto wegen schwerer Transporte verwenden muss und es daher schlicht und ergreifend unmöglich ist.

Zu Beginn des Selbstversuches startete er ein Videotagebuch, das er – auch lange nach dem eigentlichen Experiment – weiterführt und darin von Dingen erzählt, die ihm wichtig erscheinen. Er bezeichnet seinen Lebensstil nicht mehr als einen Versuch, nein, das sei jetzt sein Leben. Und bei näherer (oder auch ferner) Betrachtung möchte man seinen inneren Hut vor ihm ziehen, allein wegen seiner selbst und wie er das Leben, das er vorerst nur ausprobieren wollte, nun verinnerlicht hat.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht und sich nicht vor allem verschließt, was schlecht läuft, lässt sich inspirieren. Überdenkt gewisse Lebensmuster, die uns aufoktroyiert werden, durch die Wirtschaft, durch die Schnelllebigkeit der Zeit und durch unser Umfeld. „Der Düringer kann sich’s halt leisten, unsereins kann ja nicht einfach so sein Leben ändern und wie früher leben!“ hört und liest man oft in Bezug auf seine Umsetzung. Sieht man jedoch näher hin und überlegt, wie dieses Überdenken des gewohnten Systems auf das eigene, finanziell vielleicht nicht so privilegierte Leben umzulegen wäre, kommt man zu der Erkenntnis, dass vieles von dem durchaus möglich wäre. Es geht vor allem um Abhängigkeiten, um die Freiheit, das Leben nicht von Technik und Druck beherrschen zu lassen.

Ein weiterer Punkt, den Düringer verteufelt, ist die Sucht nach Messbarkeit. Alles müsse in Zahlen dargestellt sein, um echt zu sein. Wenn wir ehrlich sind, befindet sich jeder von uns bis zu einem gewissen Grad in diesem Hamsterrad. Ein Beispiel: Ich spaziere an einem herrlich sonnigen Frühlingstag im Wald und mir fällt auf, dass es außerordentlich warm ist. Sofort zücke ich das iPhone und tippe auf die App „Wetter“. Jetzt weiß ich, dass es zwölf Grad Celsius hat. Fein. Fühlt es sich deshalb besser an? Ist es deswegen noch wärmer oder ist die Wärme dadurch wertvoller? Hätte ich die zwei Minuten, die mich der Vorgang des Messens gekostet hat, einfach tief Luft geholt und die wundervollen Gerüche und die Sonne genossen, hätte das nicht mehr Wert gehabt?

Eine von Düringers dringlichsten Fragen ist: Wo ist die Zeit, die wir durch all die modernen Geräte sparen? Alles Neue ist auf Zeitersparnis ausgerichtet, doch die Leute klagen stets über zu wenig davon. Er behauptet, diese Zeit gefunden zu haben. Allein dadurch, die zeitersparenden Dinge wegzulassen. Das wäre eine genauso logische wie unlogische Rechnung. Klingt komplex und irgendwie auch nicht. So strikt seine Einstellung auch klingen mag, er lässt andere Meinungen und andere Lebensweisen zu. Er ist nicht daran interessiert, die Menschen zu missionieren oder von seinem Wandel zu überzeugen. Auch Ausnahmen sind okay, er fährt mit dem Auto zum Bahnhof und sieht auf dem Smartphone nach, wann der nächste Zug fährt. Doch er schätzt diese Hilfsmittel als eben solche und nicht als Alltagsgegenstände. Vielleicht ist genau das der Schlüssel zum Geheimnis des guten Lebens und der verbleibenden Zeit, die er gefunden hat. Dass Alltag nicht aus Smartphone, Fernseher, Auto, Social Networks und Internet besteht. Sein Alltag besteht aus direkter, echter Kommunikation, aus der Wahrnehmung von vielen kleinen, wunderbaren Dingen und dem Bewusstsein echter Werte. Wie auch immer man Roland Düringer betrachten mag, eine Frage stellt sich in jedem Fall: Er hat doch recht, oder? Was meint ihr?

*EC-Karte

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