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Kategorie: Initiatives.

Volunteer Correct, Project Cape Town: Ein Zuhause abseits von Zuhause

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat….

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat. Obwohl sie selbst gerade mal 30 Jahre alt ist, hat sie „ihre Mädchen“ mit einer mütterlichen Art im Blick. Die erwähnten Mädchen sind ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber zur gleichen Zeit auch unsere Befragten und kommen von drei verschiedenen Übersee-Kontinenten. Beim Interview wollten wir genaueres über ihre Arbeit erfahren. Aber Mami, die für die Muttergesellschaft arbeitet, blieb am Tisch mit ihrem wachsamen Blick und ruinierte das Interview. Es muss sich um Mutterliebe gehandelt haben, jedoch mit Selbstgefälligkeit und dem Drang zu beschützen. So blieben all die interessanten Entdeckungen, auf die wir hofften, unausgesprochen. „Wir versuchen ein Zuhause abseits von Zuhause zu errichten.“, sagte die Ehrenamtlichen-Mutter. Ihre Kinder nickten einstimmig.

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Ein Zuhause abseits von Zuhause. Einer meiner Projektteilnehmer bedacht die Idee mit Spott: „Puh, wenn die Organisation sich um jedes unserer Bedürfnisse kümmert, wie viel Abenteuer bleibt dann noch dabei, auf der anderen Seite der Welt zu sein? Wäre es dann nicht einfacher, im eigenen Land ehrenamtlich zu arbeiten?“ Ist es nicht das Ziel, bis ans Ende der Welt zu reisen um von Zuhause weg zu kommen? Um frei zu sein? Um seinen eigenen Weg zu gehen! Um dich selbst kennen zu lernen! Und ist das nicht das komplette Gegenteil von der Idee, irgendwo anders ein neues Zuhause zu finden?

Ein Zuhause abseits von Zuhause. Seltsam genug, ist es eine Situation in der sich nicht nur unsere Interviewpartner befinden. Es zählt für uns genauso. Nolens volens – willig oder widerwillig? Unser Hostel in Observatory, Kapstadt – „The Green Elephant“ – ist unser Zuhause weit weg von Zuhause geworden. Ein gemütlicher Platz mit einigem Angebot. Das Schaukeln des Schaukelstuhls klingt überzeugend und es ist sehr angenehm, dass wir eine Bar haben, wo der freundliche Barkeeper örtlich hergestelltes Bier serviert.

Eine Woche lang bist du hier, und dir wird klar, dass du den Kochplatz täglich beschlagnahmst um für 15 Leute zu kochen, jede Biersorte probiert hast, jeden in dem kleinen, wie ein Cockpit aussehenden, Büro kennst, der dich hinein lässt sobald du an der Außentür läutest. Du bist mit allen Barkeepern befreundet, hast herausgefunden wo das WLAN am besten funktioniert und kennst alle anderen beim Vornamen. Dann weißt du, dass du das Zuhause weit weg von Zuhause gefunden hast. Ja, das fühlt sich gut an.

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Die Menschheit ist beides, mondän und flexibel. Und wenn du nach einem langen, harten Arbeitstag auf den Feldern der Kapstadt-Ehrenamtlichenindustrie mit einem kalten Bier da sitzt, dann akzeptierst du diesen Fakt nicht nur, du weißt ihn sogar zu würdigen. Der mondäne Mensch passt sich der Situation an. In diesem Video wird klar, wie. Würdest du gerne in einer Schule helfen, aber dort Fachwissen vermissen? Es gibt genug andere Dinge zu tun, die wichtig sind. Zum Beispiel Bücher einzubinden.

Home away from home

Last week we interviewed a British lady who transformed herself within five years from a young blonde volunteer into a house mom of the minihostel that belongs to one of South Africa’s larger volunteer companies. Although she is barely 30 years old herself, she oversaw ‚her girls‘ with a motherly air. The girls we are mentioning here were her volunteers, but at the same time they were our interview targets. The girls arrived from three different continents overseas. By interviewing them, we wanted to know specifics about the business. But mummy, working for the mother holding, remained at the table, and with her watchful eye, she destroyed our interview. It must have been the love of a mother, but impregnated with a smug air and need to protect. So all the exciting finds we were aiming for remained unspoken. “We are trying to create a home away from home here” said the volunteer mom. The volunteers nodded in unison.

A home away from home. One of my fellow project participants regarded the idea with scorn: “Whew, if the volunteer company takes care of every single one of our needs, how much of an adventure is staying at the other side of the world that way? Wouldn’t it be easier to volunteer at home this way?” Is it not the aim to travle to the end of the world to be away from home? To be free? To go your own way! To get to know yourself! And isn’t that diametrically opposed to the idea of simply finding a new home elsewhere?

A home away from home. Funnily enough, it isn’t something that only our interview targets have ended up with. It counts for us as well. Nolens volens? Our hostel in Observatory, Cape Town – The Green Elephant – has become our home away from home. A cozy spot with a high concentration of facilities. The swinging of the swinging chair is convincing, and it is very convenient that we have a bar, where a friendly bartender serves local craft beer.

A week in, you realise that you’ve confiscated the kitchen space while cooking for 15 people on a daily base, tried every type of beer, got to know everyone in the little cockpit shaped office who buzzes you in when you ring the doorbell, have become friends with all the bartenders, have figured out where the WIFI signal works best, and know the other guests on a first name basis. And thats when you figure out that you’ve found a ‚home away from home‘. And boy, does it feel good.

Mankind is both mundane and flexible. With a cold one after a long day out in the fields of the Capetonian volunteer industry you don’t just accept that fact, but you appreciate it. Mundane man adjusts to the situation. In this video it becomes clear how. Would you want to volunteer in a school, but miss the expertise? There are many things you can do that are still valuable. Like covering books, for example.

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Was denken die Einheimischen?

Normalerweise fühlen sich Menschen gesund und energiegeladen, wenn sie in tropische Gegenden reisen. Aber seit ich hier in Kapstadt bin, sind meine Ohren zu und meine Nase läuft ununterbrochen. Vielleicht…

Normalerweise fühlen sich Menschen gesund und energiegeladen, wenn sie in tropische Gegenden reisen. Aber seit ich hier in Kapstadt bin, sind meine Ohren zu und meine Nase läuft ununterbrochen. Vielleicht liegt es am Klima aber möglicherweise liegt es auch daran dass ich mich von Weißbrotsandwich mit Cheddar und Erdnussbutter ernähre.

Das gesamte „Project Cape Town“ Abenteuer fängt an sich ganz normal anzufühlen: Das frühe Aufstehen, die Arbeitsabläufe, die vielen Menschen um einen herum und lange Gespräche über Gott und die Welt. Das Abenteuergefühl lässt nach und der Alltag holt dich ein. Wenn ich aber am Pool mit einem Glas Weißwein in der Hand entspanne, dabei meine Musik höre, begreife ich wieder wie fantastisch es ist, hier zu sein. Die ersten Videobeiträge sind gemacht und die positiven Schwingungen verbreiten sich. Alle sind stolz auf ihre Videos und voll motiviert, mehr davon und noch Besseres zu produzieren.

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Aber gestern war einer dieser offiziellen Dreckstage: Es hat sich angefühlt, als ob nichts funktionieren würde. Das Auto wollte nicht starten, die Kommunikation hat gestreikt und ich hab mich gefühlt, als hätten wir die ganze Nacht nicht geschlafen. (Wie bei einem Workaholic, der nicht arbeiten durfte.) Aber ich muss betonen, dass ich hier auch so viele wundervolle, interessante, traurige und kraftvolle Geschichten erfahren habe. Selbst Lisa, die sonst immer durch Clubs und Bars zieht, ist froh, um zehn Uhr Abends im Bett sein zu können, weil die Erfahrungen Zeit zum Verarbeiten brauchen. Natürlich gibt es auch Zeit für Spaß: Wir sind zur Robben Insel gefahren und haben den Tafelberg bestiegen. Was für eine unglaubliche Aussicht! Welche dramatischen, unerwarteten Ereignisse stattfanden, darüber wird euch Niko zweifellos in seinem nächsten Beitrag informieren.

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Das erste Thema, das wir fertig bearbeitet haben, war die Meinung der Südafrikaner über Volunteering. Wir sprachen mit Ansässigen über den “Voluntourism” und kamen zu dem Schluss, dass sie nicht wirklich wussten, worum es dabei ging. “Sie sind hier wegen dem Krieg, um erste Hilfe zu leisten und gegen die Korruption zu helfen, richtig?” Zuerst hielten wir das Ganze für einen Scherz, aber es war durchaus Ernst gemeint. Wir zeigten ihnen daraufhin ein Werbevideo einer ehrenamtlichen Organisation. Ihre Reaktion: “Menschen, die eine Vermittlungsfirma bezahlen, um hier her zu kommen und zu arbeiten, anstatt dafür bezahlt zu werden?” Es dauerte eine Weile bis sie es verstanden. Aber auch uns hat es die Augen geöffnet: Wir hatten keine Ahnung, dass unsere Ansichten über das was wir tun, so drastisch auseinander gehen!

Möchtest du erfahren wie Südafrikaner ehrenamtliche Arbeit im Ausland sehen? Dann sieh dir das Video an.

Volunteer Correct, Project Cape Town: How South Africans see Volunteering

Usually people feel extremely healthy and energetic when transported to tropical conditions. But since I’ve been here in Cape Town, my ears are closed and I sniffle all the time. Maybe it is because of the climate, but possibly it is because of eating only white bread sandwiches with cheddar cheese and peanut butter.

The whole Project Cape Town adventure starts to feel so normal: the early mornings, the workflow, having everyone around all the time and the long talks about anything you can imagine. The adventure part is fading, and the grind is kicking in. But sometimes when I am relaxing at the pool with a glass of white wine in my hand, while listening to my music, I suddenly realize again it is just so fantastic to be here. The first video items are done and the positive vibe is going on and on and on. Everybody is proud of their videos and very motivated to produce more and better.

But yesterday was officially an off day. Just a day that felt like it never started. The car did not work, the communication went wrong and I felt like we didn’t sleep at all that night. (I felt like a workaholic who is being kept away from work.) But I really need to say that I see and hear so many interesting, beautiful, sad and powerful stories. Even Lisa, the person who is always in the club or in the pub, is happy to be in bed by 22.00, because all the experiences need time to sink in. Of course there is time for fun as well: we went to Robben Island and we climbed the table mountain. What an incredible view, and dramatic unexpected events that Niko undoubtedly will update you on in his next post.

The first story that we finished, is about the perspective of South-Africans on volunteering. When we talked with some local people about voluntourism we came to the conclusion that they really didn’t know anything about the business that is going on. ‘’They come here for the war and first aid and to help with corruption, right?’’ For a second we thought it was a joke, but it was a serious response. We showed them the promotion video of a commercial volunteer company. Their reaction: “Volunteers who pay an intermediate company to come and work instead of getting paid?” It took a while for them to understand this. It really opened our eyes as well: we had no clue that our views of what we are here to do differed so much!

Do you want to know how South Africans see international volunteers? Check out my video!

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Die Kunst der Videobearbeitung

Als ich mich für Volunteer Correct beworben habe, habe ich Schreiben als eine meiner Fähigkeiten in meinem Lebenslauf angegeben. Mir macht Schreiben Spaß und ich weiß mich auszudrücken. Aber hier,…

Als ich mich für Volunteer Correct beworben habe, habe ich Schreiben als eine meiner Fähigkeiten in meinem Lebenslauf angegeben. Mir macht Schreiben Spaß und ich weiß mich auszudrücken. Aber hier, beim „Project Cape Town“, sehe ich mich einer neuen Herausforderung gegenüber: Videos zu machen! Das heißt, filmen und bearbeiten. Beim Schreiben spielt man mit den eigenen Worten. Bei der Videobearbeitung spielt man mit den Worten anderer. Beides erzählt Geschichten, aber das ist das erste Mal in meinem Leben, dass es sich anfühlt wie… Journalismus! Man beginnt mit einem Plan, die Botschaft stark und eindringlich zu vermitteln und dadurch echte Aufmerksamkeit zu bekommen.

In unserer Gruppe haben wir an einem Beitrag über den Spaßfaktor beim “Voluntourism” gearbeitet: Wie passt die ehrenamtliche Arbeit derer, die von außerhalb nach Kapstadt kommen, mit den anderen Erwartungen der Ehrenamtlichen zusammen? Und was wird von den Firmen erwartet, die zwischen den Ehrenamtlichen und den jeweiligen Arbeitsstätten vermitteln? Wir haben sowohl Ehrenamtliche als auch die Manager einiger Agenturen interviewt und haben über 75 Minuten Filmmaterial. Wie bringt man das in einem Film von nur sieben Minuten Länge unter?

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Nach dem Filmen, waren wir vier Teammitglieder der Meinung, dass wir einige gute Zitate, bedeutungsvolle Fakten und Meinungen von den Befragten erhalten hatten. Aber wie erstellt man eine Storyline in die das alles hineinpasst? Einerseits entsteht sie in deinem Kopf, während du die brauchbaren Teile des Interviews auswählst. Tatsächlich war die Geschichte schon in unserem Kopf noch bevor wir zu filmen begonnen haben. Bis zu einem gewissen Punkt weiß man, was die Leute sagen werden und auch, was du hören willst. Aber schlussendlich ist man total erstaunt darüber wie die Befragten die Geschichte, die man sich vorgestellt hatte, noch besser formulieren, als man es sich erhofft hatte. Ich befand mich in der Zwickmühle, was die Reihenfolge betrifft, in der sich die Geschichte entwickeln sollte: Beginnt man mit seiner eigenen Geschichte und fügt die Antworten der interviewten Personen hinzu? Oder distanziert man sich von den Aussagen und baut damit seine eigene Geschichte auf? Im Endeffekt wird es ein bisschen von beidem sein, und wir wussten, wir wollten den Zusammenhang von Spaß und ehrenamtlicher Arbeit zeigen.

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Dann beginnst du mit der Videobearbeitung am Computer. Du nimmst die vielversprechendsten Teile der Interviews und schneidest sie grob auf 15 Minuten Material zusammen. Bis hierhin gab es keinerlei Überraschungen, obwohl ich keine Erfahrung mit dieser Art von Arbeit hatte. Aber dann taten sich mir ein paar seltsame Einblicke auf: Die Fragmente konnten komplett alleine, ohne Zusammenhang bestehen. Dir wird klar, dass der Zuschauer deines Films nicht weiß, was vor und nach dieser einen Szene gesagt wird. Es wird noch besser (oder schlimmer?): Du kannst die einzelnen Bruchstücke beliebig kombinieren und die Leute sagen plötzlich das, was du sie sagen lassen willst.

Während der Arbeiten an unserem Film, in Übereinstimmung mit unserer Story, konzentrierten wir uns mehr darauf, das touristische Konsumverhalten der Ehrenamtlichen zu zeigen, als das eigentliche Ziel von ehrenamtlichen Touristen: Die ehrenamtliche Arbeit. In einer Szene erzählte ein junger Mann, der in einem Kinderheim arbeitet, über die Kinder dort: “Sie lieben die Ehrenamtlichen.” In der nächsten Szene, die keine zehn Minuten danach aufgenommen wurde, fügte er hinzu: “Wir brachten sie zu McDonald’s und kauften ihnen ein Happy Meal!”

Beim Schneiden und Zusammenfügen der einzelnen Szenen, hast du die Gelegenheit, die Aussagen der Befragten zu verstärken: “Sie lieben die Freiwilligen, wir brachten sie zu McDonald’s.” Wenn du diese Aussagen zusammenfügst, was tust du dann in Wahrheit? Hilfst du der Wirklichkeit ein bisschen nach, so dass es besser klingt, oder täuscht du deine Seher?

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Während wir also an unseren Beiträgen arbeiteten und mitbekamen, wie die anderen Gruppen an den ihren arbeiteten, sahen wir die jeweiligen Projekte entstehen. Und wir alle haben herausgefunden, dass weniger mehr ist: Videobearbeitung ist Schneiden und Kombinieren, und bis zu einem gewissen Punkt… etwas komplett Neues, komplett Anderes zu kreieren. Es ist einfach, so eine Realität zu erschaffen. Natürlich weiß jeder im Großen und Ganzen wie Videojournalismus funktioniert, wir lesen alle Zeitung und sehen fern. Aber es fühlt sich ganz anders an, wenn du auf der anderen Seite stehst. Für mich war es das erste Mal, sehr seltsam und aufregend.

Viel Vergnügen mit unserem Resultat!

The art of editing

When I applied for Volunteer Correct, I put writing as a skill on my CV. I enjoy writing and I know how to write. But here, working for „Project Cape Town“, I face a new challenge: making videos. That means filming and EDITING. Writing is playing with your own words. Editing is playing with words of others. Both are storytelling, but for the first time in my life it really feels like… journalism! Start out with a strategy and tactics about how to make the message strong and persuasive. And how to get real attention.

In our group we worked on a video item about the role of fun in “voluntourism”: how does the work of volunteers coming to Cape Town from abroad match with the other objectives of the volunteers? And how is this anticipated by companies that intermediate between volunteers and their volunteering placements? We interviewed volunteers and the managers of some agencies and ended up with more than 75 minutes of film. How to bring it down to a film of seven minutes, and no more than that?

After the filming, the four of us thought some really good quotes and some meaningful facts and opinions were put forward by the people we interviewed. But how do you compose a storyline in which all of these fit? In a way, the storyline is in your head while you pick the useful parts of interview. In fact, the storyline was already in our head before shooting the raw material. To a certain extent you know what people will say and also… what you want to hear. But in the end you’re thrilled to see your subjects formulate that imagined story even better than you hoped for. I encountered a compelling dilemma about the order in which a story develops: do you start with your own ‘story’ and fill it with the answers of the people that are being interviewed? Or do you depart from what your subject has to say and build ‚your‘ story with that? The truth will likely be a bit of both, and we knew we wanted to show how fun and volunteering are intertwined.

Then you start editing on the computer. You take out the most promising fragments of the interviews and bring the material back to 15 minutes. Up to here no surprises about the process, even though I have had no experience with this kind of work at all. But then I got some weird insights during the process of editing. The fragments suddenly seemed to be able to stand on their own. You realize that the viewers of your film are not aware of what is said before and after. And it even gets better (or worse?): you can combine fragments and that way you suddenly are able to let the people tell just you what you want!

In the makeing of the film, in accordance with our ’story‘, we were aiming on catching the volunteers focusing far more on their touristic consuming behaviour than about their supposedly primary goal: the volunteering work. In one fragment, a boy working in a children’s home said about the children he was taking care of : ‘they love volunteers’. In another fragment, in reality more then ten minutes after this mentioned fragment, he also said ‘we took them to McDonald’s and gave them a happy meal’.

Cutting the fragments and combining them the way you want, gives you the opportunity to make it stronger: ‘They love volunteers. We took them to McDonald’s. When you put them together like this, what is it you are really doing: pushing reality a little bit, so that it sounds even better? Or are you fooling your audience?

As we worked on our items and saw the other groups work on theirs at the same time, we saw each other’s products come to life. And all of us began to experience that you really can tell more with less: editing is cutting and combining and, to a certain extent….. making something totally new, totally different. It is easy to create reality by editing. Of course, we all generally know how video journalism works in advance, we all read papers and watch TV. But it feels very different when you’re on the other side. For me, it was for the first time. Very strange and exciting.

Please enjoy the result of what we made!

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Lisa Cornelissen

Es ist wieder Zeit für ein neues Abenteuer! Ohne Erwartungen reise ich nach Südafrika. Ich habe meine Impfungen und mein Reisebuch bei mir, und obwohl ich eine arme Studentin bin,…

Es ist wieder Zeit für ein neues Abenteuer! Ohne Erwartungen reise ich nach Südafrika. Ich habe meine Impfungen und mein Reisebuch bei mir, und obwohl ich eine arme Studentin bin, habe ich alles, was mich reich aussehen lassen würde, zu Hause gelassen. Modische Wanderkleidung, ORS? Checkt! Also bin ich startklar… Richtig?

Leicht gestresst starte ich meine Reise. Von Amsterdam über Dubai mit Endstation Kapstadt. Schneeflocken, gemütliche Mützen und heiße Schokolade mit Sahne werden durch Bikinis und kaltes Bier am Strand abgelöst. Könnte eigentlich schlimmer sein, oder? Dokumentarfilme mit zwölf anderen Ehrenamtlichen über Voluntourism zu machen ist nichts, das man einfach so jeden Tag machen kann. Nach 21 Stunden heißt mich eine lachende Sonne in Kapstadt willkommen. Ich bin da!

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Die Jugendherberge, in der wir untergebracht sind, heißt “The Green Elephant” und hat sich hoffentlich auf 15 laute Niederländer und deren Chaos und Partylaune vorbereitet. Und was noch dazu kommt, in einem Zimmer mit sechs anderen aufzuwachen ist nicht wie Zuhause, wo die Mutter in der Küche mit einem guten Frühstück wartet. Hoffentlich können wir uns nach drei Wochen noch immer so gut leiden wie jetzt: Nach einer halben Woche haben wir schon komische Spitznamen für jeden von uns, teilen lustige Hobbies und natürlich inspirierende persönliche Geschichten.

Mir ist aufgefallen, dass es nicht leicht ist in einer großen Gruppe wie dieser zu arbeiten. Jeder hat seinen eigenen Ideen, Talente und Ziele. Aber wenn man sich in kleinere Gruppen aufteilt, wird es leichter, jedem die passende Rolle zukommen zu lassen. In den kommenden drei Wochen werden wir in Gruppen an verschiedenen Projekten arbeiten, aber wir haben auch jeder ein eigenes Projekt zu bearbeiten. Als Projekt habe ich mir zusammen mit meiner Freundin Bibi ausgesucht, dass wir die Perspektiven junger Männern in Townships in Südafrika untersuchen, die in einem jüngeren Alter mit ehrenamtlichen Helfern zu tun hatten. Also… trafen wir einen Gangster! Sorry, Mama! Aber manchmal muss man ein Risiko eingehen. Und das haben wir gemacht. Am Ende landen wir in einer Hip-Hop Party, einer anti-kapitalistischen kulturellen Widerstandsbewegung, die mit Aktivisten arbeitet, welche Hip-Hop und Gedichte benutzen, um Nachrichten zu verteilen, aufzurütteln und den Neo-Liberalismus zu kritisieren. Wow, was für eine Aufgabe!

Ein wenig naiv wollen wir gleich anfangen zu filmen, aber keine Chance! Unser Kontakt hat seinen eigenen Zeitplan. Kein Filmen, zuerst wird gesprochen, viel gesprochen, was wir hier tun. Über unsere Pläne, Ziele und Gedanken. Und, nur um sicher zu gehen, will er uns auch filmen. Er weiß viel über das Geschäft mit Volunteering und hat ziemlich klare Ideen. Wir können es kaum erwarten mit dem Filmen loszulegen, müssen aber geduldig sein. Ein neues Treffen wird vereinbart. Also schließen wir uns der Party an und tanzen mit den Leuten aus Khayelitsha. Sie denken, dass wir ein wenig seltsam tanzen und uns doof anstellen, aber so sind wir eben! Es war ein beeindruckender Tag… und ein kleines Nickerchen im Auto ist nicht zu vermeiden. Essen, und natürlich ein Glas Wein, wartet in der Jugendherberge auf uns. Der Tag endet mit einer langen Unterhaltung über unsere heutigen Erlebnisse.

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Am nächsten Tag (wirklich früh für mich!) beginnen wir unser Projekt zu bearbeiten. Es werden in jedem Zimmer schwierige Entscheidungen getroffen und heftige Diskussionen geführt. Was machen wir mit dem ganzen Material? Man kann einfach nicht alles verwenden. Wie soll man drei Stunden Film in drei Minuten pressen … oder eine Minute und 24 Sekunden? Und was ist mit der Ethik? Man ist allmächtig, wenn man eine Dokumentaion macht. Wir wählen Zitate aus, setzen Dinge in einer bestimmten Reihenfolge zusammen und entscheiden wie positiv oder negativ jemand dargestellt wird. Für mich ist das wirklich der schwierigste Teil der Arbeit hier. Wie verwenden wir diese Macht in einer guten, durchdachten und ethisch korrekten Weise?

Um eine Ahnung davon zu bekommen, um was es bei Voluntourism geht, seht euch unseren ersten Beitrag von “Volunteering Emma” an und besucht uns auf volunteercorrect.org/en.

Volunteer Correct, Project Cape Town: Lisa Cornelissen

It’s time for a new adventure again! Without any expectations I leave for South Africa. I’ve got my vaccinations and my travel book on me, and even while I am a poor student, I dumped everything at home that will make me look rich. Fashionable hiking clothes, ORS? Check! So now I am ready to leave… right?

Mildly stressed, I start my journey. From Amsterdam, to Dubai, final destination Cape Town. Snowflakes, comfy hats and hot chocolate with cream replaced by bikini’s and a cold beer on the beach. Could be worse, right? Making video items with twelve volunteers about voluntourism isn’t a thing that you get to do every day. After 21 hours, a smiling sun welcomes me in Cape Town. I’m here!

The hostel where we stay is called ‘The Green Elephant’, and has to prepare for 15 noisy Dutchies creating a chaos with their loud behaviour and appetite for a party or two. And after that, waking up in a dormitory with 6 is definitely different from sleeping at home, where mum awaits me downstairs with a lovely breakfast. Hopefully the group will still like each other in three weeks time as much as we do now: after half a week already we’ve picked odd nicknames for each other, and shared funny hobbies and off course inspiring personal stories.

I notice that working in a big group like this is not an easy job. Everybody has his own ideas, talents and ambitions. But splitting up in small groups makes it easy to give people the roles that suit them best. We work in groups on various items the coming three weeks, but we also have to make a personal item. For this item, I decide, together with my buddy Bibi to investigate the local perspective of young guys in the townships, who were surrounded by volunteers when they were younger. So… we met a gangster! (Or so they say…) Sorry mom! But sometimes you have to take a risk. So that’s what we do. We end up in the middle of a hip-hop party, an anti-capitalist cultural resistance movement working with activists who use hip-hop and poetry to spread revolutionary messages, raise consciousness and critique neo-liberalism. Woh, what a mouth full!

A little naïve, we think we can start filming immediately but, no way! Our contact has his own time-table. No filming, first talking, lots of talking about what we are doing over here. Our plans, missions and thoughts. And just to be on the safe side, he wants to film us as well. He knows much about the business of volunteering and has pretty definite ideas. We can’t wait to start filming but have to be patient. An new appointment has to be made! We join the party and dance along with the people of Khayelitsha. They think we are a bit strange dancing and doing silly, but that’s the way we are!

It is an impressive day… and a little nap in the car is inevitably. Food, and of course a glass of wine when we are back in the hostel. The day ends with lots of talking about our experiences of the day.

Next day (really early for me!) we start editing our items. Difficult decisions to make, heavy discussions in every room. What to do with all that footage? You can’t use it all. How to bring back three hours of filming to only three minutes… Or 1.24? And what about the ethics? You are almighty when you make a documentary. We choose the quotes, put things together in a certain order, and we decide how positive or negative you will be pictured. To me, this is really the most difficult part of our work here. How do we use our power in a good, well considered and ethical way?

To get a whiff of what this volunteering business is all about, check out our introductory item “Volunteer Emma” and visit us on volunteercorrect.org/en.

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Would you Volunteer Correct? Ein einzigartiger Einblick in ehrenamtliche Arbeit im Ausland

Wir leben in einer unfairen und ungleichen Welt. Wer unter besseren Umständen aufgewachsen ist, hat oft das Gefühl, etwas verändern oder zurückgeben zu wollen. Doch Vorsicht ist geboten, damit man auf der…

Wir leben in einer unfairen und ungleichen Welt. Wer unter besseren Umständen aufgewachsen ist, hat oft das Gefühl, etwas verändern oder zurückgeben zu wollen. Doch Vorsicht ist geboten, damit man auf der Suche nach sinnvoller ehrenamtlicher Arbeit im Ausland nicht an ein Unternehmen gerät, dessen Ziel Profit und nicht Hilfeleistung ist. Wie kann man sich aber sicher sein, dass man das Richtige tut… und das auf die richtige Art und Weise?

Internationale ehrenamtliche Arbeit, auf Englisch Volunteering oder Voluntourism, hat in den letzten Jahrzehnten massiv an Popularität gewonnen. Zehntausende Europäer reisen jedes Jahr nach Afrika, Asien oder Lateinamerika um “zu helfen”. Mit diesem starken Anstieg hat die Nische des Hilfe-basierten, ehrenamtlichen Tourismus industrielle Ausmaße erreicht.

Doch im Gegensatz zu anderen Branchen gibt es bei dieser Form des Tourismus so gut wie keine Regulierungen. Das führt zu der Problematik, dass das Hilfe leisten in manchen Fällen von anderen Interessen verdrängt wird: Durch profitorientierte Unternehmen, partyfreudige Ehrenamtliche oder durch lokale Erfordernisse, die nicht beachtet wurden, hat der Ruf der ehrenamtlichen Arbeit im Ausland zum Teil gelitten. Aber es gibt natürlich auch ambitionierte Projekte, die tatsächlich einen Unterschied und eine positive Veränderung für das Leben ansonsten stark benachteiligter Personen bedeuten.

Seit mehr als fünf Jahren forsche ich im Bereich des ehrenamtlichen Tourismus und bin immer wieder erstaunt über die Komplexität dieser Branche. Um diese Informationen für die breite Masse besser zugänglich zu machen, haben mein Freund Kuba Szutkowski, ein Filmemacher, und ich begonnen, einen Dokumentarfilm zu diesen Thema zu drehen. Während wir noch damit kämpften, das Thema in all seinen Facetten darstellen zu wollen, wurde uns klar, dass mehr nötig war als das. Wir gründeten unsere eigene Organisation: Volunteer Correct

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Was ist das Ziel unserer Organisation? Wir wollen ehrenamtliche Arbeit im Ausland transparenter machen. Wie gehen wir dabei vor? Wir wollen potenzielle Ehrenamtliche durch Videos über Voluntourism erreichen. Und wer wäre besser für solche Themen geeignet als unsere eigenen ehrenamtlichen Mitarbeiter? Gemeinsam mit zwölf Personen werden wir beim Projekt “Project Cape Town” in Kapstadt die vielen Nuancen der ehrenamtlichen Arbeit im Ausland in Bild und Ton einfangen. Die ersten Ergebnisse dieses Projektes werden in wenigen Tagen exklusiv auf The bird’s new nest veröffentlicht.

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In den nächsten Wochen teilen wir unsere Erfahrungen mit euch – durch die Augen zweier unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter. Abwechselnd werden die Beiden über ihre ganz persönlichen Eindrücke während der Arbeit am “Project Cape Town” berichten. Nicht nur ihre Gefühle und Gedanken, sondern auch die gemeinsam produzierten Videos werden euch das Projekt in Kapstadt nahe bringen. Lisa und Niko werden diese Aufgabe übernehmen – zwei Persönlichkeiten die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Lisa ist eine lebhafte 22-Jährige Medien-Studentin aus Amsterdam mit einer Leidenschaft für TV-Produktionen. Sie liebt es zu reisen und ihre Grenzen auszuweiten. Lisas ansprechende Schreibweise und ihr flüssiger Stil werden euch einen einzigartigen Einblick in ihre Welt geben.

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Niko andererseits ist ein 52-Jähriger ehemaliger Projektmanager, der kürzlich seinen Regierungsjob gekündigt hat, um eine eigene Website zu gründen, die Benchmarks für Volunteering setzen soll: GoTanzania.org Als begeisterter Blogger wird Niko seinen professionellen Blickwinkel einbringen, aber auch seinem Enthusiasmus für das Erlernen neuer Fähigkeiten, die das Projekt erfordern wird.

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Gemeinsam sind die beiden Blogger perfekt ausgerüstet, um euch ein umfassendes Bild über das zwölfköpfige Team von Volunteer Correct und die verschiedenen lokalen Medienmacher zu geben, die ihre Sorgen mit uns teilen.

Nicht nur in Textform, sondern auch durch Videos werden Lisa und Niko euch so eine vielfältige und unterhaltsame Geschichte erzählen.

 

Would you Volunteer Correct? A unique insight into our international volunteering habits

We live in an unfair and unequal world. Coming from a very advantaged background, some of us feel the need to take action. But what if this feeling of urgency makes you a target for the  marketing tricks of smart opportunists? How do you know for sure that you’re doing the right thing… the right way?

International volunteering, or voluntourism, has increased massively in popularity in the last few decades. Tens of thousands of North-Western Europeans leave each year for Africa, Asia and  Latin America to ‚help out‘. And with a sharp increase of numbers, this specific aid-related tourism niche has reached industry proportions.

Yet unlike other industries, voluntourism goes almost entirely unregulated. This leads to situations where the focus of ‚giving aid‘ is replaced by other interests: money oriented companies, party oriented volunteers and lots of unaddressed local needs. But at he same time, there are wonderfully apt and driven projects that do ‚make the difference‘ and leave a very positive imprint the lives of truly disadvantaged individuals.

I have researched voluntourism for more than 5 years now, and have always been awestruck by the complexity of the business. In search of a way to make information more accessable, my friend and film maker Kuba Szutkowski and I started to develop a documentary on the topic. While struggling with how to tell a story that catches all of the nuances, we decided that more was needed. We started our own foundation: Volunteer Correct.

What is the aim of our foundation? Making the international volunteer industry more transparent. And our method? Reaching potential volunteers through videos about the volunteer industry. And who could make these items better than our own volunteers? We found twelve individuals who joined Volunteer Correct’s ‚Project Cape Town‘. Together with them, we have started catching the nuances of the volunteer industy in image and sound. The first items will be edited and ready to be shared here in just a few days. In the next few weeks we will share our experiences with you trough the eyes of two of our volunteers. Every couple of days one of them will contribute a story about their personal ‘Project Cape Town’ adventure. They will share their feelings and thoughts and present the video items we have produced together.

The two participants that we give central stage are Lisa and Niko. On the outset the two could not be less alike. Lisa is a bubbly 22-year-old media student from Amsterdam who has a passion for television production, likes to travel and enjoys pushing her boundries. Lisa’s animating prose and sweeping style will give you a unique insight into her world. Niko, on the other hand, is a 52-year-old former project manager, who just quit his government job to set up his own volunteer benchmark website GoTanzania.org. As an avid blogger, Niko will combine his professional perspective with his enthusiasm for learning new things during ‘Project Cape Town’ in his contributions.

Together these two bloggers will be well equiped to give you the full picture of Volunteer Correct’s twelve headed team and the various local media makers that share their concerns.

Not only by writing, but also by presenting the produced video items Lisa and Niko will offer you a diverse and entertaining story.

Keine Kommentare zu Would you Volunteer Correct? Ein einzigartiger Einblick in ehrenamtliche Arbeit im Ausland

Importverbot für Soja – Jetzt Petition unterschreiben!

Rettet den Regenwald e.V. hat die Petition „Stoppt Monsanto-Soja!“ ins Leben gerufen. Fordern wir gemeinsam ein Importverbot von Soja in die EU. Warum dies wichtig ist Etwa 99 Prozent der…

Rettet den Regenwald e.V. hat die Petition „Stoppt Monsanto-Soja!“ ins Leben gerufen. Fordern wir gemeinsam ein Importverbot von Soja in die EU.

Warum dies wichtig ist

Etwa 99 Prozent der Sojaimporte gehen in die Produktion von Futtermitteln sowie in die Herstellung von „Biodiesel“ und in die Chemieindustrie. In Südamerika werden dafür jedes Jahr Tropenwälder von der Fläche der Niederlande gerodet. Dabei haben die Monokulturen schon jetzt unvorstellbare Ausmaße erreicht: 2009 nahmen die schädlichen Genkulturen (Soja, Mais, Baumwolle und Raps) weltweit schon 134 Millionen Hektar Land (knapp die vierfache Fläche Deutschlands) in Beschlag.

Als Monsanto in den 90er Jahren mit genmanipuliertem Saatgut seinen Weg zur Monopolmacht beschritt, hatte die Firma große Versprechen mit im Gepäck. Durch die Anwendung ihres Anbaumodells wurden viel schnellere und deutlich umfangreichere Erträge bei geringerer Anwendung von Chemikalien in Aussicht gestellt. Diese Prognosen stützten sich auf die Tatsache, dass Monsantos Chemiker das Erbgut der Pflanzen immun gegen das firmeneigene Totalherbizid Roundup machten. Während die patentierten Bohnen die Besprühungen überstehen, stirbt die übrige Vegetation ab.

Doch die Natur verändert sich

Immer mehr Wildkräuter und Insekten passen sich der Situation an und werden ebenfalls resistent gegen das Herbizid. Dies hat zur Folge, dass immer mehr und aggressivere Chemikalien zum Einsatz kommen. Insgesamt werden heute in Argentiniens Landwirtschaft achtmal so viel Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wie im Jahr 1990. Alleine in Argentinien beläuft sich der Spritzmitteleinsatz auf 200 Millionen Liter pro Jahr. Bis zur Ernte werden die Soja-Monokulturen in der Regel drei Mal gespritzt.

Gesundheitliche Probleme

Weil sich die Plantagen bis zu den Siedlungen ausbreiten und es kaum gesetzliche Bestimmungen gibt, werden die Menschen durch die versprühten Gifte krank oder sterben sogar. Auch Tiere, Böden, Flüsse und das Trinkwasser werden verseucht. In der stark betroffenen Gemeinde Avia Terai gab knapp ein Drittel der Befragten an, dass sie ein Familienmitglied haben, das an Krebs leidet oder litt. Im Dorf Charadai, das sich auf Viehzucht stützt, sind es dagegen nur drei Prozent. In Chaco, Argentiniens ärmster Provinz, haben sich die Fälle von Geburtsfehlern binnen einer Dekade vervierfacht.

Fordere daher auch du ein Importverbot für Soja in die EU: Zur Petition

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Rettet den Biobauern: Jetzt Petition unterschreiben!

Bei der Plattform Avaaz.org läuft zur Zeit eine Petition, die der Familie Kargl helfen soll, ihren Grund zu behalten. Gib auch du deine Stimme für Familie Kargl und zeige so…

Bei der Plattform Avaaz.org läuft zur Zeit eine Petition, die der Familie Kargl helfen soll, ihren Grund zu behalten. Gib auch du deine Stimme für Familie Kargl und zeige so der Behörde, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt: Zur Petition

Worum geht es dabei?

Die niederösterreichische Agrarbezirksbehörde plant zurzeit in Großglobnitz eine Zusammenlegung (ungangssprachlich Kommassierung). Das bedeutet, dass die Agrarbehörde sämtliche Felder über die Grundeigentümer hinweg in einem gewissen Bereich neu aufteilt. So sollen aus vielen kleineren und verstreuten Feldern große, für die Landwirtschaft optimal nutzbare Flächen entstehen. Das große Problem: Auch die Flächen eines Biobauern sollen so auf diesem Weg neu zugewiesen werden.

Die Familie Kargl aus Großglobnitz führt seit nun mehr 33 Jahren einen bio-landwirtschaftlichen Betrieb. Sie bewirtschaften 17 Felder, die insgesamt eine Größe von 30 Hektar haben und vertreiben mittlerweile ihre Erzeugnisse über ein „Gemüsekisterl“ durch welches derzeit rund 50 bis 60 Kunden direkt in den Genuss der Bio-Erzeugnisse kommen.

Was bedeutet die Feldzusammenlegung für die Familie Kargl?

Im Gesetz ist zwar verankert: „Jede Partei, deren Grundstücke der Zusammenlegung unterzogen werden, hat Anspruch, unter Anrechnung der Grundaufbringung gemäß Abs. 6 entsprechend dem Wert ihrer in das Verfahren einbezogenen Grundstücke mit Grundstücken von tunlichst gleicher Beschaffenheit abgefunden zu werden.“ Die Behörde unterschiedet jedoch nicht zwischen konventionell angebauten und biologisch angebauten Feldern. Viel schlimmer, die Felder der Familie Kargl sind innerhalb der Zusammenlegung die einzigen Felder, die den biologischen Kriterien entsprechen.

Dies bedeutet zwangsläufig, dass die Familie Kargl nur Nachteile aus einer Zusammenlegung ziehen kann. Denn gegen welche biologischen Landflächen möchte die Behörde so tauschen? Ein Feld muss mindesten drei Jahre biologisch bewirtschaftet werden, also beispielsweise ohne künstlichen Dünger oder giftige Schädlingsbekämpfungsmittel, bevor sie tatsächlich für den biologischen Anbau verwendet und zertifiziert werden können. Es bleibt lediglich noch die Möglichkeit einer Abfindung.

Trotzdem würde ein Tausch der biologischen Felder gegen konventionell angebaute der Familie ihre Existenz berauben. Die Familie möchte nichts weiter als auf ihrem eigenen Grund und Boden ihren Bio-Hof weiterhin so zu bewirtschaften, wie sie es bereits die letzten 33 Jahre getan haben.

Bereits positive Reaktion

Obwohl der Einspruch der Familie bereits abgewiesen wurde hat die Agrarbehörde aufgrund der vielen Medienberichte bereits zurückgerudert und räumt ein die Familie könne ihre Felder behalten. Derzeit steht der Entscheid über die Herausnahme der Grundstücke aus. Umso wichtiger ist es nun nicht nachzulassen: Zur Petition

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Tatort Bauernhof – Trotz Gesetzen und EU-Subventionen keine behördlichen Kontrollen?

Seit Jahrzehnten war der Bauernhof im Waldviertel bekannt für Missstände und Tierquälerei – couragierte BürgerInnen handelten! Tierquälerei am Bauernhof: April 2014 BürgerInnen melden einen landwirtschaftlichen Betrieb beim Amtstierarzt, in dem…

Seit Jahrzehnten war der Bauernhof im Waldviertel bekannt für Missstände und Tierquälerei – couragierte BürgerInnen handelten!

Tierquälerei am Bauernhof: April 2014

BürgerInnen melden einen landwirtschaftlichen Betrieb beim Amtstierarzt, in dem fünf schwer verletzte Rinder in nicht artgerechter Tierhaltung und schlechten hygienischen Zuständen leben.

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© VGT

Der zuständige Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya wird, trotz Gefahr in Verzug, nicht sofort tätig. Seine Kollegin dokumentiert vier Tage nach der ersten Meldung die Missstände, am sechsten Tag erst besucht auch der Amtstierarzt schließlich den Bauernhof.

Der Landwirt aus Eggmanns hält in einem zu kleinen Stall voller Exkremente Rinder, teilweise ohne Tageslicht und bei verfaultem Futter. Fünf der Rinder – in dauerhafter Anbindehaltung – weisen massive Verletzungen auf. Die Ketten sind mit dem Nackenfleisch der Kühe verwachsen und teilweise von neuer Haut bedeckt. Dieser Betrieb wird jährlich mit 14.000 Euro von der EU subventioniert.

© VGT

Laut § 37 Abs 1 Tierschutzgesetz (TSchG) ist es die Pflicht der Behörden, Verstöße gegen § 5 (Tierquälerei) und § 7 (Verbot von Eingriffen an Tieren) unmittelbar zu beenden. Statt einer Beschlagnahmung ordnet der zuständige Amtstierarzt aber eine für den Landwirt profitable Notschlachtung an. Die um das Wohl der Tiere besorgten BürgerInnen können, gemeinsam mit AktivistInnen der Tierschutzorganisation Verein gegen Tierfabriken (VGT), den Amtstierarzt und den Landwirt von einer Übergabe der fünf verletzten Rinder an einen Gnadenhof überzeugen. Die Tötung der physisch und psychisch leidenden Kühe kann verhindert werden, weil der österreichische Gnadenhof Gut Aiderbichl auf die Vorgabe des Landwirts eingeht und ihm die Tiere abkauft. Vor dem Abtransport reißt der Landwirt den Tieren die eingewachsenen Ketten aus der Haut und versucht danach, seine Handlungen zu vertuschen.

Ist die Anbindehaltung in Österreich erlaubt?

Nein. Das österreichische Tierschutzgesetz (TSchG) besagt in § 16 (Bewegungsfreiheit) Abs 3 „Die dauernde Anbindehaltung ist verboten.“ Die rechtlich untergeordnete Anlage 2 der 1. Tierhaltungsverordnung (2.2 Bewegungsfreiheit) wird jedoch zur Umgehung dieser Bestimmung benutzt: „Die dauernde Anbindehaltung ist zulässig, wenn eine Unterbrechung der Anbindehaltung für den Tierhalter aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist.“ Tierschutz- und Tierrechtsaktivist Elmar Völkl schickte diesbezüglich eine Sachverhaltsdarstellung an die Volksanwaltschaft mit der Bitte um eine juristische Prüfung.

Werden diese von LandwirtInnen angegebenen Gründe überprüft?

Nein. Dazu der zuständige Amtstierarzt in seiner Zeugenaussage vor dem Bezirksgericht Waidhofen an der Thaya: „Der Landwirt muss eigentlich nur erklären, dass er aus faktischen, gesundheitlichen, rechtlichen oder auch finanziellen Gründen nicht in der Lage sei, dieser Tierhalteverordnung zu entsprechen. Diese Gründe werden nicht überprüft, auch nicht verifiziert, es reicht die bloße Erklärung des Landwirtes und dann darf er auch weiterhin Tiere in Anbindehaltung halten.“

© VGT

Landwirt vor Gericht: September 2014

Der angeklagte Landwirt bekennt sich vor dem zuständigen Bezirksgericht schuldig für die Missstände, Verletzungen und Schmerzen der fünf Tiere. Bereits vor Monaten habe er die verwachsenen Ketten bemerkt, diese immer wieder aus dem Fleisch der Kühe gelockert und die Wunden mit Blauspray besprüht. Auch das Verbot der Anbindehaltung sei ihm bekannt gewesen, Förderungen für einen Umbau nahm er aus Gründen, die ihm selbst nicht bekannt waren, nicht in Anspruch.

Hauptverhandlung: Dezember 2014

Das Gericht lehnt eine von der Verteidigung geforderte, außergerichtliche Einigung ab. Deren Argument, dass im Betrieb 30 Jahre lang alles in Ordnung gewesen sei, entgegnet die Richterin: „Das wage ich stark zu bezweifeln.“ Die Angabe der Verteidigung, dass der Betrieb seit kurzem vorbildlich geführt werden würde, beeindruckt die Richterin auch nicht: „Natürlich ist es gut, wenn jetzt alles funktioniert, aber das ist eine Selbstverständlichkeit.“ Die restlichen Tiere befinden sich weiterhin am Bauernhof des Beschuldigten, an deren Haltung hat sich nichts geändert.

Es ist die Pflicht von LandwirtInnen, die untersten Mindeststandards zu erfüllen – die sehr engagierte Richterin ist empört darüber „dass Landwirte sich durch eine einfache, nicht überprüfte Erklärung vom Verbot der dauernden Anbindehaltung selbst ausnehmen können.”, und bezeichnet den Umstand, dass unterste Mindeststandards derart unterschritten werden als „nicht tolerierbar.“

Das Urteil

Unter anderem wegen Vernachlässigung der Tiere und dem aktiven Herausreißen der Ketten wurde der Landwirt – rechtskräftig – zu drei Monaten bedingter Strafe verurteilt. Für Tierschutz- und Tierrechtsaktivist Elmar Völkl handelt es sich um ein richtungsweisendes Urteil: „Heute ist ein richtungsweisendes Urteil gefallen, mit einem klaren Signal an TierhalterInnen, dass die Unterschreitung der ohnehin niedrigen Mindeststandards nicht mehr toleriert wird!“

Die fünf Tiere befinden sich auf Gut Aiderbichl, wurden medizinisch versorgt und erholen sich seither von ihren physischen und psychischen Verletzungen. Danke an alle engagierten Menschen, die hinsehen, erkennen und handeln!

 

Nachgefragt bei Tierschutz- und Tierrechtsaktivist Elmar Völkl

Wie sollten Menschen vorgehen, wenn sie ZeugInnen von Tierquälerei werden?

Elmar Völkl: Dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren! Es ist essenziell, Tierquälereien so gut wie möglich zu dokumentieren, für den Fall, dass mündlichen Aussagen nicht geglaubt wird, wie wir beim Verein gegen Tierfabriken (VGT) leider schon oft erleben mussten. Um zu verhindern, dass ein Verfahren erfolgend aus einer privaten Meldung eingestellt wird, empfiehlt sich bei schweren Fällen von Tierquälerei, den Kontakt mit Tierschutz-/Tierrechtsvereinen, wie dem VGT, aufzunehmen. Qualifizierte Sachverhaltsdarstellungen können erarbeitet und ein Fall gegebenenfalls an die Öffentlichkeit gebracht werden. Sollte Gefahr in Verzug herrschen, zögern Sie bitte nicht, die Polizei zu rufen und auf ein sofortiges Einschreiten zu bestehen!

Was können KonsumentInnen tun?

Elmar Völkl: Es liegt an den mündigen, kritischen KonsumentInnen selbst, die sich ein Bild davon machen müssen, welche Lebensmittelproduktion ihren ethischen und ökologischen Ansprüchen gerecht wird. Leider sind Bioprodukte – vor allem weil es letzten Endes wieder um Massenproduktion geht – auch nicht der Tierethik letzter Schluss: Nicht zuletzt aufgrund stets wachsendem Wissen über die kognitiven und sozialen Fähigkeiten nicht-menschlicher Tiere und deren Personenstatus, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegetarische oder vegane Lebensweise.

 

Quellen:
Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG)
Tierhaltungsverordnung, Anlage 2, Mindestanforderungen für die Haltung von Rindern
News des Vereins gegen Tierfabriken
Niederösterreichische Nachrichten
Gut Aiderbichl, Video von Transport
Tierrechtsradio, Sendung vom 5. Dezember 2014

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„Wenn ich groß bin, werde ich ein Pelzkragen!“

Eine Gruppe von Menschen sammelt sich vor einer Filiale der Modemarke „Burberry“ in der Wiener Innenstadt. Das Auffälligste an ihnen sind die Masken, die einen weißen Fuchskopf zeigen, welche viele…

Eine Gruppe von Menschen sammelt sich vor einer Filiale der Modemarke „Burberry“ in der Wiener Innenstadt. Das Auffälligste an ihnen sind die Masken, die einen weißen Fuchskopf zeigen, welche viele von ihnen bei sich tragen. Ein Mann, ein hochgehaltenes Schild mit der Aufschrift „Bloodberry“ tragend, kommt mir entgegen. Ich lasse meinen Blick auf eine Reihe von Menschen vor dem Geschäft schweifen. „Save Kimi“ lautet der Schriftzug auf einem großen Transparent, welches die Personen vor sich halten. Ich stelle mich zu der Gruppe und entrolle mein Plakat. Passanten gehen vorüber und schauen irritiert auf die Banner. Viele von ihnen fragen sich sicher wer Kimi ist, bis sie von einem engagierten Tierschützer einen Flyer überreicht bekommen, welcher die Unklarheiten beseitigt.

Wer ist Kimi?

„Wenn ich groß bin, werde ich ein Pelzkragen!“ lautet die Überschrift auf dem Flyer der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Kimi ist ein weißer Fuchs. Ein Tier stellvertretend für viele Füchse, Waschbären und Nerze, die für die Pelzindustrie gehalten und getötet werden. Er wurde im April 2014 geboren und lebt mit tausenden Artgenossen in kleinen Käfigen auf einer Pelzfarm in Finnland. Die Haltebedingungen dort sind schlecht. Die Käfige sind klein, viele Tiere krank und verängstigt. Unter den Gittern, auf denen sie stehen, sammeln sich Exkremente. Doch dort lebt er nicht lange. Im Oktober hat die sogenannte Fell-Ernte begonnen, die sich noch durch den gesamten November zieht. Während dieser Zeit werden die Tiere getötet. Ihnen wird das Fell abgezogen, um damit später Jacken und Mäntel, Mützen und Schuhe zieren zu können.

Wer bezieht dieses Fell?

Der Protest unter dem Titel „Save Kimi“ richtet sich überwiegend gegen das britische Modelabel Burberry, welches ihren Pelz von der Firma SAGA FURS bezieht. Doch Pelz ist nicht nur ein Problem bei Burberry oder einzelnen Modegeschäften, viele Modeketten führen noch immer Kleidung mit Pelz.

Warum sollte man keinen Pelz kaufen?

Für viele Tierrechtler steht der moralische Aspekt im Vordergrund. Pelz ist heutzutage nicht mehr dazu da, um sich warm zu halten, sondern ist ein reines Modeaccessoire geworden. Die meisten möchten grundsätzlich nicht, dass ein Tier für die optische Aufwertung eines Kleidungsstückes getötet wird. Auch die Haltebedingungen der Tiere in den Pelzfarmen schrecken viele Leute ab. Oft werden sie in viel zu kleinen Käfigen gehalten, in denen sie sowohl körperlich als auch psychisch krank werden und vor sich hinvegetieren, um eines Tages das Fell abgezogen zu bekommen und dem Menschen als Schmuck zu dienen.

Pelz ist Tierquälerei – meist sind die Haltebedingungen der Tiere deshalb schlecht, da die Pelze aus vielen Ländern importiert werden, wo die Tierschutzstandards deutlich niedriger sind als in der EU. Die Tiere werden ohne Betäubung erdrosselt, vergast, erschlagen oder erstochen. Manchmal lässt man sie auch ausbluten, um das Fell nicht zu beschädigen. In einigen Fällen sind die Tiere noch nicht einmal tot, wenn sie gehäutet werden.

Pelz ist gesundheits- und umweltschädlich. Wenn einen nicht der moralische Aspekt überzeugt, dann tut es vielleicht der gesundheitliche: Pelz ist kein so natürliches Produkt, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Fell muss mit vielerlei Chemikalien behandelt werden, um es zu reinigen, zu gerben und zu konservieren. Hinzu kommt oftmals eine Färbung des Felles. Die Stoffe, die hier eingesetzt werden sind zum Teil bedenklich für den Menschen. Laut einer Studie (Gift im Pelz Report II – 2011 „Bedenkliche Chemikalien in Pelzprodukten“ Report und Untersuchungsprogramm von EcoAid by Manfred Krautter) der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurden in Pelzprodukten Chemikalien gefunden, die Krebs, Fortpflanzungsbeeinträchtigungen, Allergien, Nervenschäden, Schleimhautreizungen oder Hormonstörungen auslösen können. Unter anderem wurden Rückstände von Schwermetallen und Formaldehyd festgestellt. Bei Pelz und Lederprodukten wird der Verbraucher kaum vor giftigen Stoffen geschützt, denn der Formaldehydgehalt in Leder und Pelzen unterliegt keinen spezifischen rechtlichen Regelungen oder Kennzeichnungspflichten, sofern es sich nicht um Produkte für Kleinkinder handelt, obwohl es Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen auslösen kann und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft wurde.

Wie kann ich Kunstpelz und Echtpelz voneinander unterscheiden?

Oftmals wird Echtpelz nicht als solcher deklariert und es kommt nicht selten vor, dass das Fell ursprünglich einer Katze oder einem Hund gehörte. Zwar besteht seit 2009 ein EU-weites Importverbot für Haustierfelle, doch durch falsche Angaben gelangen immer noch Haustierpelze nach Europa. Zudem ist die Produktion von Echtpelz außerhalb der EU oftmals günstiger als die Herstellung eines guten Kunstpelzes. Daher ist auch der Preis kein Kriterium mehr, um die Echtheit eines Pelzes zu bestimmen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, wie man versuchen kann, Echtpelz und Kunstpelz voneinander zu unterscheiden:

1. Pusten: Pustet man gegen echtes Fell, so bewegt es sich schon bei leichten Windstößen. Kunstpelz bleibt bei einem kleinen Windzug nahezu unbewegt.

2. Trägermaterial überprüfen: Wenn man die Haare des Fells auseinanderzieht kann man oft erkennen, was für ein Trägermaterial darunter liegt. Echte Felle sind oftmals noch an der Tierhaut befestigt. Kunstfelle dagegen haben ein Gewebe als Grundlage.

3. Brennprobe: Beim Anzünden von Fasern eines echten Felles riecht es nach verbranntem Haar. Bei Kunstpelz kann ein Geruch nach verbanntem Plastik entstehen. Zudem schrumpft verbrannter Kunstpelz zu einer kleinen Kugel zusammen, während verbranntes echtes Fell zerfällt.

Doch auch diese Tests sind kein hundertprozentiger Garant dafür, um festzustellen, ob man einen echten Pelz vor sich hat.

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Wie kann ich aktiv werden?

Am besten ist es, in kein Produkt zu investieren, das mit Pelzbesatz geschmückt wird. Denn auch wenn man sich sicher ist, keinen echten Pelz zu besitzen, trägt man die Botschaft nach Außen, dass Pelzbesatz, egal ob echt oder unecht, schick sei. Man verstärkt somit die Mode, was bewirken kann, dass andere, nicht so gut informierte Leute, beeinflusst werden und zu Pelzprodukten greifen. Der eigene Verzicht ist ein wichtiger Schritt gegen die Pelzfarmen, da man Stellung bezieht und den Geschäften zeigt, dass man ihre Pelzprodukte nicht haben möchte. Zudem gibt es noch weitere Möglichkeiten sich zu engagieren:

Soziale Netzwerke: Es braucht aktives Engagement, um auf die Pelzproblematik aufmerksam zu machen. Man kann beispielsweise Informationen zur Herstellung von Pelz in sozialen Netzwerken teilen und mit Freunden über das Thema sprechen.

Feedback an Geschäfte geben: Hat man gelesen oder selbst in einem Geschäft festgestellt, dass eine Firma Pelz in ihren Läden vertreibt, kann man sich an die Firma per E-Mail oder über ein soziales Netzwerk wenden und sie bitten, die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Wichtig hierbei ist, einen freundlichen Ton zu bewahren und klar und kritisch zu erklären, warum man keine Pelzprodukte kaufen möchte. Man sollte deutlich machen, dass man nicht bereit ist, in dem Geschäft weiterhin einzukaufen, so lange es dort Pelzprodukte gibt. So zeigt man der Firma, was man sich als Konsument wünscht. Man glaubt vielleicht, die Nachricht eines Einzelnen könnte nichts bewirken, allerdings hat das Aussprechen seiner Meinung und Wünsche als Kunde mehr Auswirkungen als man erwartet. Vor allem, wenn man andere dazu animiert, ebenfalls an die Geschäfte zu schreiben. Doch auch positive Resonanz ist ein wichtiger Aspekt bei der Kommunikation mit Unternehmen. Hat eine Firma tatsächlich Pelzprodukte aus den Geschäften verbannt, so ist eine Nachricht, in der man seine Freude über die Entwicklung ausdrückt, ein guter Schritt.

Demonstrationen: Anti-Pelz Demonstrationen finden in ganz Europa statt. Allein die „Save Kimi“ Demonstrationen haben Leute in London, Berlin, Hamburg und Wien erreicht. In Deutschland findet zudem jährlich die Großdemonstration „Frankfurt Pelzfrei!“ der Tierrechtsinitiative Rhein-Main statt, die ebenfalls einen Besuch wert ist.

Tierschutzorganisationen: Auch regionale Tierschutzorganisationen kann man im Kampf gegen den Pelz unterstützen oder sie auf die Problematik hinweisen, sollten noch keine Aktionen zu dem Thema stattfinden.

Das Engagement jedes Einzelnen ist gefragt. Helft mit, Pelz aus den Geschäften zu verbannen!

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FerkelRettung 216 – Jetzt aktiv werden!

Mit Aktivismus ist es oft so eine Sache: Man möchte zwar die Welt retten, aber nachts in Ställe einbrechen und so viele Hühner mitnehmen, wie man sich gerade so unter…

Mit Aktivismus ist es oft so eine Sache: Man möchte zwar die Welt retten, aber nachts in Ställe einbrechen und so viele Hühner mitnehmen, wie man sich gerade so unter den Arm klemmen kann, klingt dann doch irgendwie ungemütlich und wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Also Füße hochlegen und gar nichts tun?

Ab und an kommt die Gelegenheit, Großes zu tun, ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen. Im Jahr 2012 gab es so einen Moment, an dem den Worten Taten folgen mussten. 160 Schweine wurden vom Rüsselheim e.V. aus einem stillgelegten Mastbetrieb freigekauft und leben heute ein würdevolles Dasein. Damit das möglich ist, wurden Schweine-Patenschaften angeboten. Für gerade einmal 45 Euro im Monat sind die Kosten für Stall, Futter und Tierarzt gedeckt.

Nun hat sich wieder eine Gelegenheit geboten, aktiv zu werden, nachdem ein Tiertransporter mit 216 Ferkeln plötzlich ohne Zielort da stand, weil der betreffende Mastbetrieb vom Veterinärsamt nicht freigegeben wurde. Der Verein Rüsselheim hat nun bis zum 10. Dezember 2014 die Möglichkeit, diese Tiere freizukaufen und ein würdevolles Leben zu bieten. Allerdings können die Tiere nur freigekauft werden, wenn auch die Folgekosten gedeckt sind, das heißt ohne Paten landen die Ferkel auf der Schlachtbank.

Bereits ab fünf Euro im Monat ist eine Teilpatenschaft möglich. Um das in der Relation zu sehen: Eine Schachtel Zigaretten im Tausch gegen ein Neuntel Schweineleben! Und dennoch konnten erst 40 Schweine ausgelöst werden. Nun ist bis zum 10. Dezember 2014 leider nicht mehr lange hin, darum gilt es jetzt, diese Aktion so bekannt zu machen wie möglich und auch über den eigenen finanziellen Schatten zu springen, damit es für noch viel mehr Lebewesen am Ende heißt: Schwein gehabt!

Für weiterführende Informationen zur Aktion und Beteiligungsmöglichkeiten schaut bei Rüsselheim.com vorbei oder der begleitenden Facebook-Veranstaltung FerkelRettung 216.

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