Eco. Life. Style.

Kategorie: Media. Culture.

Zero Waste Home – Mit fünf Regeln zum Müll-Minimalisten

“Ein prickelndes Thema, welches mich in seinen Bann ziehen und dazu verleiten wird, weniger Müll zu produzieren.” Das habe ich mir von der ersten Veranstaltung mit dem Motto #kinodenktweiter im Gartenbaukino…

“Ein prickelndes Thema, welches mich in seinen Bann ziehen und dazu verleiten wird, weniger Müll zu produzieren.” Das habe ich mir von der ersten Veranstaltung mit dem Motto #kinodenktweiter im Gartenbaukino erhofft und kam voll auf meine Kosten. Der Abend wurde vom Verein Kollektiv AV gemeinschaftlich mit dem Gartenbaukino und Helene Pattermann von Zero Waste Austria organisiert.

Veranstaltung - Zero Waste Bright Future

Die Veranstaltung: Zero Waste – Bright Future

Bea Johnson – Mutter, Guru und glücklich

Bea Johnson, ein(e) Guru zum Thema “weniger Müll im Alltag”, hat mit ihrem Buch “Zero Waste Home – Glücklich leben ohne Müll!” einen Trend aufgegriffen, welcher bis dahin nur in der Industrie vorzufinden war. Sie schaffte es mit ihrer vierköpfigen Familie im gesamten Jahr 2015 nur ein einziges Glas Müll zu produzieren und in Folge mit ihrem Lebensstil einen unverhofften Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Minimalismus ist bereits seit einigen Jahren im Kommen und Müllreduktion verspricht uns ein vereinfachtes Leben. Weniger Papier muss aussortiert oder recycled werden, wenn man im Vorhinein weniger verwendet. Weniger Müll muss hinausgetragen werden, wenn eine kleine Mülltonne im normalen Alltag völlig ausreichend ist. Und natürlich wird auch gesünder gegessen, wenn die Nahrung unverpackt direkt beim Bauern oder auf Märkten erstanden wird. Wofür also das Sackerl noch verwenden, wenn wir Totebags aus Stoff haben können?

Bea Johnson ist eine Person, die keine Kompromisse eingeht. Sie hat sich dem Ziel der Müllfreiheit verschrieben und lebt es voller Passion aus. Begonnen hat ihr Wandel bereits in 2006, als sie mit ihrer Familie aus einem Haus in eine Wohnung in der Nähe von San Francisco gezogen ist und plötzlich erkannte, dass sie 80 Prozent ihres im Zuge der Übersiedelung weggesperrten Hab und Guts nicht mehr brauchte und es auch nicht vermisste.

Fünf Regeln Richtung Ziel

Die fünf Regeln aus “Zero Waste Home”: “Lehnen Sie ab, was Sie nicht brauchen (REFUSE); reduzieren Sie, was Sie brauchen (REDUCE); nutzen Sie, was Sie brauchen, immer wieder (REUSE); geben Sie zum Recycling, was Sie nicht ablehnen, reduzieren oder weiterverwenden können (RECYCLE); und lassen Sie den Rest verrotten (durch Kompostierung) (ROT).” Mit vielen Beispielen aus ihrem Alltag und lustigen Anekdoten von Fehlschlägen bringt Bea Johnson uns das Thema näher und erweckte in mir den Drang, mich auch an diesen Regeln zu versuchen. Das Buch bietet einen Leitfaden zur einfachen Schritt für Schritt Umsetzung. Basierend auf den fünf Grundregeln werden Tätigkeiten sowie Rezepte für Kosmetik, Reinigung und “restloses” Kochen näher gebracht.

“When you live with less all of a sudden you have more time to do things you enjoy.” (Bea Johnson, 2016)

Bea und ihre Familie haben erkannt, dass es in ihrem Leben nicht mehr um das “Haben” geht, sondern das “Sein” im Mittelpunkt steht.

Bea Johnson im Gartenbaukino.

Bea Johnson im Gartenbaukino

Bea hautnah

Ich durfte Bea Johnson interviewen, eine Frau, die ihren Überzeugungen folgt, ohne sich beirren zu lassen. Hier lest ihr das Interview leicht gekürzt und frei übersetzt.

Corinna: Was war einer der schwierigsten Momente nach der Entscheidung zum Zero Waste Lebensstil?

Bea: Als ich meinen Verlobungsring verkauft habe. Mein Ehemann fragte mich, warum ich das tun wolle? Und ich erklärte, dass es mich einfach nicht mehr repräsentierte. In den 70er Jahren wurde Männern von einer Diamantenfirma in den USA erklärt, sie müssten mindestens ein Monatsgehalt für einen Verlobungsring ausgeben. Also habe ich meinen einfach verkauft, weil er nicht mehr meiner Person entsprach. Einmal während der Rezession ging ich auf den Markt und handelte den Preis meiner Tomaten herunter. Als ich diese aus den Händen des Bauern nehmen wollte, blickte er auf meine und meinte: “Netter Ring!” Ich war so peinlich berührt, dass ich einen Diamantenring am Finger hatte während er sehr hart arbeitete und ich den Preis herunter gehandelt hatte. Als ich den Ring verkaufte entledigte ich mich einer schweren Last. Ich musste mir keine Sorgen mehr um ihn machen, denn Sachen sind Sorgen – du musst darauf Acht geben.

Du lebst nicht vegan. Was sagen Veganer zu deinem Fleischkonsum?

Ich werde oft verbal attackiert. Die größten Kritiken, die wir erhalten kommen aus der veganen Community. Es macht mich traurig, da wir auch Hass-E-Mails bekommen. Manche Personen wissen, wo ich wohne und senden mir auch permanent Briefe. Ich habe sogar das Gefühl, ich kann nicht alles auf Instagram posten, denn wenn ich ein Tierprodukt veröffentliche gibt es einen Schwall Hassmeldungen – mittlerweile fühle ich mich, als ob ich mir selbst eine Zensur auferlegt hätte.

Als ich einen Milchautomaten in der Schweiz entdeckte, der verpackungslos Milch ausgibt, habe ich ein Bild davon veröffentlicht. Die vegane Community ist sofort auf mich los gegangen: “Wie kannst du nur diese Industrie unterstützen!”. Und ich erklärte, dass ich das Bild wegen des Milchautomaten publiziert hätte, wegen der Idee. Wenn Mandelmilch herausgekommen wäre, hätte ich auch ein Foto gemacht.

Es steht jedem frei, seine Balance zu finden. Manche Veganer haben sich auch dem Zero Waste verschrieben und kommen oft mit dem Problem zu mir, dass vegane Alternativen häufig in Plastik verpackt sind. Es ist eben ihre Entscheidung. Ich habe dieses Problem nicht, aber wie gesagt, jede/r muss eine Lösung für sich finden und entscheiden womit sie/er leben kann.

Es ist einfach nur traurig, denn ich respektiere ihren Lebensstil, sie meinen jedoch nicht. Ich denke, es schreckt viele Leute ab. Ich habe versucht, vegan zu leben. Habe recherchiert, viele Bücher gelesen, Dokumentationen geschaut und mich auch über die Fleischindustrie informiert. Wir haben es als Familie versucht, aber es hat nicht funktioniert! Ich höre zwar nicht auf Fleisch zu essen, jedoch kaufe ich nur mehr lokales Bio-Fleisch und das nur einmal die Woche – mein Konsum hat sich total gewandelt im Vergleich zu früher.

Du kaufst nur Second Hand Kleidung. Was denkst du über lokal produzierte Kleidung von Jungdesignern?

Ich würde sie nicht kaufen. Ich kaufe wirklich nur Second Hand Kleidung, weil ich der Meinung bin, dass zu viel Kleidung auf dieser Welt existiert. Second Hand ist nicht immer einfach – ich bin auch nicht über Nacht zu meinen 15 perfekten Teilen gekommen. Das Problem heutzutage ist, dass wir nicht eine Saison haben, sondern 52! H&M bringt jede Woche neue Produkte heraus, das ist einfach zu viel!

Gibt es einen Trend, den du als nächstes ausprobieren willst?

Leben auf kleinstem Raum – wenn meine Kinder außer Haus sind wollen wir unseren Lebensraum erneut verkleinern. Obwohl unser aktuelles Haus um ein Drittel kleiner ist als das vorherige, habe ich das Gefühl, als sei es immer noch viel zu groß. Die plastikfreie Bewegung, leben auf kleinstem Raum, Minimalismus, Veganismus – wir können aus allen Trends Teile heraus nehmen und so gemeinsam wachsen.

Vielen Dank für das Interview, Bea!

1 Kommentar zu Zero Waste Home – Mit fünf Regeln zum Müll-Minimalisten

Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer…

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer Herausforderung, die ich gerne annehmen möchte. Da das Buch mich auch visuell in Beschlag nimmt und das wunderschön gestylte Essen mich zu sich ruft, wie eine Sirene einen verzauberten Geliebten, beschließe ich, mich näher damit auseinanderzusetzen.

Die Autorin Eva Fischer

Eva Fischer, Bloggerin auf foodtastic und Food Fotografin/Stylistin, ist ausgebildeter Ernährungsvorsorge-Coach. Die Diagnose Zöliakie hat ihre kulinarische Welt auf den Kopf gestellt. Dadurch begann Eva sich noch intensiver mit Ernährung und dem damit verbundenen Glücksgefühl zu beschäftigen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen finden wir gebündelt in diesem Buch und regelmäßig auf ihrem Blog.

Life Changing Food, ein Buch von Eva Fischer.

Iss gut und fühl dich wohl!

Das beschriebene Prinzip des “Life Changing Food” ist ein ganzheitliches Ernährungsprinzip, welches auf dem Wohlbefinden des Menschen basiert. Das Ziel ist, vielseitiger, ausgewogener und abwechslungsreicher zu essen und sich in Folge der erhöhten Einnahme von Antioxidantien vitalisierter zu fühlen. Wikipedia bietet uns eine detaillierte Definition:

“Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies (ROS), deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt. Oxidativer Stress wird in Zusammenhang gebracht mit dem Alterungsprozess und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten.” (Wikipedia, 2016) Als Beispiel dafür werden Krebserkrankungen oder Alzheimer-Krankheiten genannt.

Auch eine hohe Nährstoffdichte ist dem Gefühl des Wohlfühlens förderlich, erklärt Eva. Als Nährstoffe werden Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine bezeichnet (Lebensmittellexikon, 2016),  besonders viele davon finden sich in sogenannten Superfoods.

Das 21 Tage Programm und die Rezepte im Buch

Voller Hoffnung auf ein Programm, welches mir das Denken abnehmen und mich vor dem Altern und dem Unglücklich-sein schützen würde, fing ich an, das Buch auf Herz und Nieren zu prüfen. Der erste Blick ins Buch brachte mich einigen Begriffen und Fakten näher. Die detailliertere Untersuchung des 21 Tage Programms brachte für mich jedoch den Eindruck eines hohen Zeitaufwands und vielen Essensresten. Erwartet wurde von mir, dass ich drei Mal am Tag den Kochlöffel schwinge (oder vorkoche) und das mit Rezepten, die sehr unterschiedliche Zutaten aufweisen.

Als ich die Autorin persönlich auf mein Dilemma ansprach, meinte sie, ich solle mir keine Sorgen machen und könne Rezepte nach eigenem Ermessen austauschen und andere Kompromisse eingehen. Jedoch würde das wiederum bedeuten, dass ich mir über die Rezepte doch Gedanken machen und nicht blind nachkochen konnte. Als ich dann noch das Problem der Essensreste ansprach, wusste sie folgenden Rat: Einfrieren und wieder verwerten. Gute Idee, nur undenkbar, wenn der 21 Tagesplan eingehalten werden soll, denn jeden Tag sollen drei unterschiedliche Mahlzeiten gekocht werden.

Mein erster Eindruck grenzte also an Überforderung, denn der Plan erschien mir – in meinem Leben – als undurchführbar. Ich wurde dann auf die “To go”-Kennzeichnung für Berufstätige hingewiesen, Rezepte mit dieser Kennzeichnung lassen sich ideal vorbereiten und am nächsten Tag mitnehmen. Als ich mich mit dem Begriff der Nährstoffdichte und den damit verbundenen Superfoods (viele auch aus heimischer Herkunft) auseinander setzte, kam die Frage auf, ob viele der Gerichte nicht zu kalorienreich für meinen gewohnten Alltag waren. Auch hier gibt es aber die “Mach’s leichter”-Kennzeichnung mit Tipps um Zutaten wegzulassen oder zu ersetzen um Kalorien einsparen zu können. Gute Idee!

Rote-Bete-Tatar, Rezept im Buch

Vom Essen und Wohlbefinden

Da mich der Gedanke des “Glücklichessens” nicht losließ, beschloss ich, mich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Was sagen Experten dazu und woher kommt denn eigentlich dieses Gefühl des Glücklichseins beim Essen?

Laut Neurogastroenterologen gibt es Stoffe in der Nahrung, die eine direkte Wirkung auf das Gehirn haben. Der Magen-Darm-Trakt des Menschen ist mit einem komplexen Nervengeflecht durchzogen und sendet Signale direkt in die Gefühlszentren des Hirns. Das Immunsystem und auch Darmbakterien haben einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und reagieren direkt auf die zu sich genommene Nahrung. (Zeit, 2010) Der Magen-Darm-Trakt, auch oft als Bauchgehirn oder Mikrobiom bezeichnet, kommuniziert über die Botenstoffe Serotonin und Dopamin mit dem “Kopfgehirn”. Die Verbindung zu unserem Emotionszentrum wäre eine weitere mögliche Erklärung für “Gefühle“ bei oder nach der Nahrungsaufnahme. (gesund.co.at)

Ein gegenteiliges Urteil kommt von Dr. Thomas Ellrott, Ernährungsmediziner und Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen. Er führt aus, dass der Serotoninspiegel im Essen, keinen nennenswerten Einfluss auf unsere Stimmung darauf haben kann, da dieser dafür zu niedrig sei. Er erklärt, das Glücksgefühl wäre ein “Lern-Effekt” und der damit verbundenen Ausschüttung von Dopamin während eines Erfolgserlebnisses zuzuschreiben. “Wichtig für den Glückskick ist die Präferenz, die individuelle Vorliebe, der eigene Wunsch, den man sich erfolgreich erfüllt.” (Das Erste, 2010)

Fazit

Das Kochbuch “Life Changing Food” von Eva Fischer bietet viele neue Einzelgerichte, die positive Auswirkungen durch eine ausgewogene und eigens zubereitete Ernährung haben können. Ich würde das 21 Tage Programm außer Acht lassen und den Spaß am Kochen in den Vordergrund stellen, um das eigene Können langsam zu steigern. Das Buch ist nicht komplett vegan, bietet aber viele vegane Rezepte oder solche, die einfach zu veganen Gerichten umfunktioniert werden können.

Als ersten Schritt empfehle ich foodtastic aufzusuchen und dort einige von Evas Rezepten auszuprobieren. Wenn euch die Rezepte und der Stil zusagen, ist Evas Kochbuch für euch auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, um die Welt des Glücklichessens weiter zu erforschen. Ans Herz legen möchte ich “Life Changing Food” auch allen, die hochwertige und stilvoll designte Kochbücher lieben, hier kommt ihr auf jeden Fall auf eure Kosten!

Vielen herzlichen Dank an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar zu Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Auf der Vegan Planet 2016 in Wien!

Wie mittlerweile jedes Jahr fand auch diesjährig am letzten November-Wochenende bereits das dritte Mal die Vegan Planet, wie gewohnt von der VGÖ organisiert, in Wien statt. Nachdem Edda letztes Jahr…

Wie mittlerweile jedes Jahr fand auch diesjährig am letzten November-Wochenende bereits das dritte Mal die Vegan Planet, wie gewohnt von der VGÖ organisiert, in Wien statt. Nachdem Edda letztes Jahr vom Event berichtet hat, hatte ich dieses Jahr die Ehre, die vegane Messe im Namen von The bird’s new nest zu besuchen. Von 25. bis 27. November 2016 konnten, wie auch schon in den Vorjahren, die Messen Yoga Planet und Vegan Planet im Wiener MAK (Museum für angewandte Kunst) besucht und erkundet werden. Auf 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche gab es eine bunte Vielfalt an veganem Essen, veganer Kosmetik und veganer Mode zu entdecken.

„Wow“ ist das erste Wort, das mir beim Rückblick auf die Veranstaltung einfällt. Am ersten Tag, Freitag, war ich nur kurz dabei, um der Diskussionsrunde „Vegan im Recht“ mit Irene Schillinger (Gastronomievertreterin), Dr. Elisabeth Gottwald (Rechtsanwältin und Ernährungstrainerin), Angelika Rutard (Expertin für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und spezielle Ernährungsformen), Nikolaus Bösch (Präsidiumsmitglied der Atheistischen Religionsgemeinschaft) und Petr Kudelka (Jurist, Projektkoordinator bei der Veganen Gesellschaft Österreich), moderiert von Ruth Rybarski), zuzuhören – einem wie ich finde sehr wichtigem und nach wie vor aktuellem Thema. Habt ihr euch aufgrund eurer veganen Lebensweise schon einmal diskriminiert gefühlt? Die VGÖ interessiert sich für eure Erfahrungen aus dem Berufsleben, bei Krankenhausaufenthalten, aus dem Grundwehrdienst, Zivildienst oder aus der Schule. Sendet eure Erlebnisse, Erfahrungsberichte und Beobachtungen an petr.kudelka@vegan.at.

Am Sonntag war ich hingegen den ganzen Tag anwesend und habe festgestellt, dass es wirklich drei Tage braucht, um alles zu entdecken und wirklich aufzunehmen, weil es wie jedes Jahr viel zu sehen, zu naschen, zu hören und zu erleben gab. Begonnen habe ich den Tag mit dem Vortrag „Lebensmittel gegen Krebs“ von Dr. Rosa Aspalter, welcher wirklich sehr interessant und informativ war. Anschließend habe ich mir einen kleinen Überblick über die Messe geschaffen, mir eine zehnminütige Shiatsu Massage bei Hara Shiatsu gegönnt und bin dann gleich zum nächsten Vortrag gehüpft „Vegane Ernährung: Kritische Nährstoffe unter der Lupe“ von Katharina Petter. Auch dieser war wirklich sehr interessant, ich konnte einiges zum Thema Vitamine und Spurenelemente auffrischen und ein paar für mich neue Informationen waren auch dabei. Danach habe ich mich ein wenig im Yoga versucht und habe mich einfach ins Familienyoga geschlichen. Das war sehr witzig, wer weiß, vielleicht werde ich ja noch eine Yogini.

Dann ging es erst richtig los, denn ich habe mich um den kulinarischen Teil gekümmert. Zuerst besuchte ich Isi Simon und Hubert Stoss, die ich seit dem Ostermarkt kenne und als Freunde betrachte. Hier habe ich eine super leckere Fladenpizza mit Räucherletscho gegessen, beim Gedanken daran bekomme ich schon wieder Hunger.

img_20161127_144810

Außerdem habe ich mich wieder mit Senf und veganem Honig von VegANstoss eingedeckt. Lange halten werden diese bei mir allerdings nicht. Was für ein Glück, dass ich kommendes Wochenende den veganen Adventmarkt zur Allee besuche. Die Produkte von VegANstoss sind übrigens auch eine tolle Geschenkidee, ich habe zu diesem Zweck schon eine Kiste vorbestellt.

img_20161127_144814

Aber wieder zurück zur Vegan Planet. Wenig verwunderlich war es, dass ich doch einige Zeit beim Dattelbär verbracht habe. Ich stehe offen zu meiner Dattelsucht und der Dattelbär hat hervorragenden Stoff. Es gab auch einen Gutschein, den ich natürlich eingelöst habe. Denn das Horrorszenario war eingetreten: I’m out of dates!

Die Weine von Weinbau Fürnkranz habe ich dieses Mal nur von weitem bewundert, denn meine mir selbst auferlegte alkohol- und industriezuckerfreie Challenge läuft noch bis 31. Dezember, aber ich kenne die Weine sehr gut und kann sie absolut empfehlen. Bei der vegan bakery Nom Nom und den anderen tollen Ständen, die Desserts angeboten haben, bin ich deshalb auch mit Scheuklappen vorbei gelaufen.

img_20161127_155449

An solchen Köstlichkeiten musste ich leider vorübergehen.

Bei Anki Slani und ihrer Zuckerbäckerwerkstatt habe ich wenig hoffnungsvoll nach einer zuckerfreien Alternative gefragt. Und siehe da, ich konnte das letzte Stück einer Avocado-Cheesecake-Rohkosttorte ergattern. Mein Urteil: Fabelhaft! Auch Anki findet man beim veganen Adventmarkt in Wien.

img_20161127_155607

Es gab auch wieder leckere Burger und mehr von Veggiezz, dem ehemaligen I love Veggie Burger. In Kürze findet die Neueröffnung mit neuem Konzept statt. Ich bin schon gespannt!

img_20161127_113427

Länger verweilt und geplaudert habe ich auch beim Stand von Sabine Tatzber, bei dem wir super beraten und toll betreut wurden. Hier gab es verschiedene Salben, Badezusätze und Deos zu entdecken. Geliebäugelt habe ich mit dem Rückenfitbalsam, den ich dann doch nicht gekauft habe, mir aber zusammen mit dem Brust-Kräuterbalsam definitiv bestellen werde. Denn kleine Verspannungen habe ich vom Sport oder von der Bildschirmarbeit immer wieder und die nächste Erkältung kommt bestimmt.

img_20161127_113450

Beraten lassen habe ich mich auch bei Little Rabbit. Einige Produkte der österreichischen Manufaktur wie Lidschatten und Foundation verwende ich bereits gelegentlich und ich bin sehr zufrieden. Die Mädels konnten mir super weiterhelfen und ich weiß schon, was ich bei meiner nächsten Bestellung in den Warenkorb packen werde.

Bei Veganista wurde ich trotz meiner Abstinenz genötigt, bei einer lieben Freundin von einem Inbetwiener Eis-Sandwich abzubeißen. Da ich bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, ein solches zu kosten, habe ich mich dazu hinreißen lassen. Was soll ich sagen, außer genial?

Ich werde 2017 auf jeden Fall wieder dabei sein und freue mich schon auf das nächste Jahr der dreifachen Veganmania in und um Wien. Gratulation an die VGÖ für diese gelungene Veranstaltung und weiter so – für mehr tolle vegane Events!

2 Kommentare zu Auf der Vegan Planet 2016 in Wien!

Rohessenz – Die geballte Pflanzenpower

Zugegeben, ich habe in meinem Leben erst wenige wirklich rohköstliche Rezepte ausprobiert, abgesehen von Rohkost-Gemüseplatten oder ähnlichem, allen voran eine leckere Limetten-Avocado-Torte. An deren Geschmack sich leider die Geister schieden. Den…

Zugegeben, ich habe in meinem Leben erst wenige wirklich rohköstliche Rezepte ausprobiert, abgesehen von Rohkost-Gemüseplatten oder ähnlichem, allen voran eine leckere Limetten-Avocado-Torte. An deren Geschmack sich leider die Geister schieden. Den einen schmeckte es und sie meinten, das sei ja mal etwas ganz Besonderes, die anderen wiederum ließen sich von der exotischen Zusammenstellung der Zutaten etwas abschrecken und fanden die Torte nicht ganz so lecker.

Ja, Rohkost ist für viele Menschen erst einmal ungewohnt, aber es lassen sich auf diese Weise viele tolle Gerichte zubereiten, die man wohl sonst nie ausprobiert hätte. Aus diesem Grund habe ich habe mir für euch das Buch „Rohessenz – 180 köstliche Rezepte für ein Leben mit ungegarter Kost“ angesehen, in dem ausgewählte Rezepte der „Haute Cuisine“ der Rohkost zusammengestellt wurden.

image

Das Buch, das aufgrund seines Umfangs und ansprechendem Designs besser Werk genannt werden sollte, startet mit Erklärungen der Autoren zum Thema Rohkost. Die beiden frankokanadischen Köche erläutern ihre Ernährungsphilosophie – vegan, bio, regional – und stellen auch ihr eigenes Restaurant „Crudessence“ im kanadischen Montreal vor. Im Anschluss folgen ansprechende Übersichtsseiten zu Lebensmitteln und ihren Besonderheiten.

Eine gut ausgestattete Rohkost-Küche benötigt diverse Geräte, viele der schmackhaften Gerichte verlangen zum Beispiel Dörrautomaten, Entsafter und oder leistungsstarke Mixer. Alles Geräte, die ich leider noch nicht besitze. Nichts desto trotz lassen sich durchaus auch ohne grössere Ausstattung viele der Rezepte umsetzen.

Der Rezeptteil beginnt mit Getränken und enthält Leckereien wie den „Smoothie Macao“ mit Maca, Kokosöl und Banane – diese lassen sich auch mit einem simplen Standmixer, so wie ich einen besitze, zubereiten. Weiter geht es mit Suppen, die alle sehr einfach und unkompliziert herzustellen sind. Von Gazpacho bis Champignon-Cremesuppe sind viele gute Basics zu finden. Es folgen diverse Salate – was darf es sein, vielleicht Caesar Salad oder Waldorfsalat?

salat

Wie bei Rohkost üblich, gibt es keine Rezepte mit Kartoffeln, Reis, Brot oder Nudeln. Nichts wird gegart, weizen- und stärkehaltige Lebensmittel sind tabu. Selbst Croutons werden aus Samen, Nüssen und Gemüse selber hergestellt. Habt ihr schon einmal aus Paranüssen und Kokosbutter Feta gemacht? Ja, auch „Käse“ wird selbst gemacht. Die erste Regel des Rohköstlers lautet daher: Habe immer Nüsse im Haus. Die zweite Regel: Plane Einweichzeiten ein.

pesto

Ein weiterer wichtiger Begriff ist die Fermentierung, also das Gären. Damit lässt sich zum Beispiel Kefir, Kombucha oder Sauerkraut herstellen. Für mich völliges Neuland, das ich unbedingt betreten möchte. Genauso wie dörren, was aber ohne Dörrautomat schwierig sein könnte. Beiden Verarbeitungsarten wird ein ganzes Kapitel mit Grundrezepten gewidmet. Im Dörr-Kapitel lassen sich dann auch teigartige Dinge wie Pizzaboden, Tortillas, Cracker und Brot herstellen. Danach folgt ein grösserer Bereich zu „Appetithappen“ (Vorspeisen) und auf diese die Hauptspeisen: Ich begegne Quiches, Lasagne aus Zucchini und Macadamia-Ricotta oder Burger mit Gemüsefrikadellen – leider erscheint mir dieses Kapitel etwas dürftig, hier hätte ich mir eine grössere Auswahl an Rezepten gewünscht.

Langsam stoße ich auch auf die ersten mir unbekannten Zutaten: Chipotle-Schoten? Soja-Lecithin? Irisch Moos? Fairerweise muss man dazu sagen, dass alle weiteren Zutaten recht einfach zu bekommen sind. Zuguter letzt das Schmankerl des Buches: Desserts. Von Keksen bis Torten über Kuchen, Tiramisu und Pralinen finden sich jede Menge Süßigkeiten – hier habe ich am meisten Lust sofort loszulegen!

kuchen

Zum Aufbau der Rezepte: Die Zutatenlisten sind nicht so lang, wie man sich das als Rohkost-unerfahrene Person vielleicht denken würde. Bei jedem Rezept sind Zubereitungszeit, eventuelle Wartezeiten und Portionengrössen angegeben. Außerdem extrem praktisch: Welche Ausrüstung für das jeweilige Rezept benötigt wird.

Rohessenz – 180 köstliche Rezepte für ein Leben mit ungegarter Kost“ glänzt mit hervorragenden Fotografien, durchdachten Rezeptangaben und einem farbigen, aber sehr cleanen und übersichtlichen Layout. Ein paar Seitenzahlenverweise sind in den Rezepten falsch angegeben, aber das kann mit dem Blick auf das große Ganze vernachlässigt werden. Wirklich erstaunlich ist übrigens der Preis dieses Werkes, mit knapp unter 20 Euro hält man ein Buch in Händen, das sich leicht auf den doppelten Wert schätzen lässt. „Rohessenz“ ist sowohl für interessierte Anfänger als auch erfahrene Rohköstler ein wertvoller Schatz an Rezepten, die neue Geschmackserlebnisse bieten und dazu inspirieren sich mit dem Thema Rohkost ausführlicher auseinander zu setzen.

Keine Kommentare zu Rohessenz – Die geballte Pflanzenpower

Save the date: Die Hand.Werk.Stadt Mödling eröffnet sein FabLab!

Die Hand.Werk.Stadt Mödling eröffnet am Samstag, den 12. November 2016, sein FabLab. Das FabLab ist eine von Georg Schibranji und Ferdinand Rubel initiierte Werkstätte, die mit 3D-Drucker, CNC-Fräse, Schneidplotter und Transferdruck ausgestattet, die…

Die Hand.Werk.Stadt Mödling eröffnet am Samstag, den 12. November 2016, sein FabLab. Das FabLab ist eine von Georg Schibranji und Ferdinand Rubel initiierte Werkstätte, die mit 3D-Drucker, CNC-Fräse, Schneidplotter und Transferdruck ausgestattet, die digital unterstützte Herstellung von Prototypen für alle Interessierten ermöglicht.

Das FabLab erweitert die Möglichkeiten der Hand.Werk.Stadt, einer Initiative um Dinge zu reparieren und selbst herzustellen, kreativ tätig zu sein, zu lernen und zu lehren, gemeinsam an Dingen zu arbeiten oder sich einfach nur auszutauschen. Des weiteren ist die Hand.Werk.Stadt ein Konzept und ein Statement, denn tatsächlich geht es um mehr als nur zu Handwerken oder Kunst zu schaffen. Es geht darum, Menschen im Austausch zu unterstützen und Kompetenzen zu fördern.

fab_lab_logo

Im Rahmen der Eröffnungsfeier des FabLab werden die entsprechenden Geräte vorgestellt und demonstiert, wie man mit deren Hilfe Ideen in die Realität umsetzen kann. Von 14 bis 18 Uhr könnt ihr am Eröffnungstag folgende Mitmach- und Zuschaustationen des FabLab nutzen:
– T-Shirt-Druck mit einer Transferdruckpresse,
– 3D-Drucker in Aktion,
– Herstellung von Schlüsselanhängern mit einer computergesteuerten Fräse.

fablab2

Die Hand.Werk.Stadt Mödling versorgt euch aber nicht nur mit neuester Technik, sondern hilft euch im Zuge des Repair-Café auch, Altes zu erhalten. Gemeinsam mit Amateuren und Profis werden im Zuge des Cafés diverse (technische) Geräte, Möbelstücke, Gebrauchtgegenstände und weiteres repariert. Begleitend dazu gibt es Kaffee und Kuchen, denn der soziale Aspekt ist fast genau so wichtig wie der manuelle. Alle Termine dazu findet ihr auf der Homepage der Hand.Werk.Stadt sowie auf der Facebook-Seite.

Die Hand.Werk.Stadt Mödling freut sich über euer Kommen!

 

Hier der Link zur Veranstaltung auf Facebook: facebook.com/events/134136990367845/

Weitere Informationen findet Ihr auf der Homepage der Hand.Werk.Stadt. Mödling: handwerkstadt.org

Hier geht es zur Facebook-Seite der Hand.Werk.Stadt Mödling: facebook.com/handwerkstadt/

Keine Kommentare zu Save the date: Die Hand.Werk.Stadt Mödling eröffnet sein FabLab!

Schlemmen in der Bio-Pizzeria Vero in Wien

Mein erster Beitrag auf The bird’s new nest handelt – wie soll es anders sein – von meiner absoluten Lieblings-Pizzeria, der bisher einzigen Bio-Pizzeria in Wien: Vero. Schon als ich das erste…

Mein erster Beitrag auf The bird’s new nest handelt – wie soll es anders sein – von meiner absoluten Lieblings-Pizzeria, der bisher einzigen Bio-Pizzeria in Wien: Vero. Schon als ich das erste Mal im Veros war, fühlte ich mich sofort willkommen. Das Ambiente ist überaus einladend, Blickfänger sind die vielen kleinen Lampen, der außergewöhnlich schöne, mit Mosaiken besetzte Pizzaofen und die Kunstwerke von Kawa Kafruschy, zusammen mit Hamdi Canan einer der beiden Geschäftsführer. Der Service ist herzlich, zuvorkommend und ich fühle mich immer, als würde ich bei Freunden einkehren. Vielleicht meint ihr ich übertreibe, aber ich komme, wenn ich an die Bio-Pizzeria Vero denke, einfach nur ins Schwärmen und wer mich einmal begeistert, wird mich nicht mehr so schnell wieder los.

10547760_1122297434487380_9088538195819964753_o

Alle Suppen, vier Salate und drei Pasta-Gerichte sind vegan und auch auf der Karte entsprechend gekennzeichnet. Außerdem gibt es drei pflanzliche Pizzen, unter anderem mit veganem Käse, die ich alle wärmstens empfehlen kann. Als veganen Nachtisch bietet das Vero eine „Nutella“-Pizza (mit veganem Bio-Aufstrich von Alnavit) zum süßen Abschluss, die zu meinen absoluten Favoriten zählt. Wer eine solche süße Pizza noch nie gegessen hat, sollte sie unbedingt probieren! Sämtliche Zutaten aller Speisen stammen übrigens aus biologischem Anbau.

Bio-Pizza

Ab und an werden auch Specials angeboten, die nicht auf der Karte stehen, zum Beispiel durfte ich kürzlich eine grandiose Kürbispizza genießen. Also keine Scheu und einfach mal nachfragen – mittlerweile bestelle ich nur noch nach Empfehlung! Für den Teig wird Bio-Dinkelsauerteig, wahlweise auch mit Bio-Dinkelvollkornmehl verwendet, welcher sehr gut sättigt, aber nicht schwer im Magen liegt wie man es sonst von den meisten Pizzen kennt. Man schmeckt und spürt, dass der neapolitanische Pizza-Meister Vincenzo sein Handwerk versteht und mit Freude ausübt. Vegane Weine von Weinbau Fürnkranz, Eistee von Charitea sowie weitere Bio-säfte und -bier und natürlich Bio-Kaffee und -tee runden das Speisenangebot ab. Besonders empfehlen kann ich für alle Weinliebhaber den Zweigelt von Weinbau Fürnkranz.

Kurzum im Veros gibt es mehr zu entdecken als „nur“ Pizza und das Restaurant ist immer wieder einen Besuch wert!

 

Bio-Pizzeria Vero
Währinger Gürtel 162/2 (Ecke Sobieskigasse)
1090 Wien

Gegenüber U6 Station Nußdorferstraße
Öffentliche Verkehrsanbindungen: U6, 37, 38, 35A, 37A

Geöffnet:
Montag bis Sonntag, 11 bis 24 Uhr (Warme Küche bis 23 Uhr)

Website: vero.co.at
Facebook: facebook.com/biopizzeriavero

2 Kommentare zu Schlemmen in der Bio-Pizzeria Vero in Wien

Rezension: Das Fenster zur Sonne von Sergio Bambaren

Mit dem in deutscher Sprache im März 2016 erschienen Belletristikroman „Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende“1 erzählt Sergio Bambaren die Geschichte eines „Träumer(s)“2, der sein bisheriges Leben hinter…

Mit dem in deutscher Sprache im März 2016 erschienen Belletristikroman „Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende1 erzählt Sergio Bambaren die Geschichte eines „Träumer(s)“2, der sein bisheriges Leben hinter sich lässt und seinem Herzen folgt. In Form von Rückblenden auf das alte Leben, des Träumers in der Großstadt Lima und der Beschreibung seines neuen Lebens an einem unberührten Strand im Norden Perus, nimmt der Autor die Leser_innen mit auf eine phantasievolle, mit zig Botschaften, Erkenntnissen und Weisheiten gefüllte Reise in ein völlig anderes Leben.

Der Beginn der Reise

Der Träumer wird in jene uns bekannte Lebenswelt – der Autor nennt sie „das System“3 – voll von materiellem Reichtum, Technik, Geld, Gier und Korruption, Mangel an Zeit und Liebe und Kriege hineingeboren. Zwar ist er gesegnet mit einem sonnigen Gemüt, hat eine schöne Kindheit, schließt die Universität ab und liebt das Meer und das Surfen, wo er viele Stunden inmitten der Schönheit dieser Naturgewalt verbringt. Doch schlussendlich muss er erkennen, dass er es sich selbst inmitten eines „goldenen Käfig(s)“ voller materiellem Reichtum „bequem gemacht hat“.4 Mit der Erzählung eines Schlüsselerlebnisses im Flugzeug beginnt die eigentliche Reise des Träumers. Mit wenigen Gegenständen ausgestattet, zwei Surfbrettern, einem kleinen Laptop und einer Gitarre, entschließt er, sich mit seinem Jeep auf den Weg zu einem fern entlegenen und unbekannten Küstenort aufzumachen. Stets geleitet von seiner Intuition und niemals negierend und abwertend in Bezug auf jenes Leben, das er hinter sich gelassen hat, fährt er ziellos seinem Ziel entgegen. Während seiner Reise fühlt er wie vermehrt innere Zufriedenheit und Liebe in ihm aufsteigt, erfährt die Lebensunterschiede zwischen hektischer Großstadt und ruhigen Küstendörfern samt Bewohner_innen und die Schönheiten der Welt mit ihren Tieren, Pflanzen und Landschaften.

Begegnungen, die das Leben des Träumers prägen

Am Weg trifft er auf ein paar Menschen, die ihm als Schlüsselfiguren fungieren. Sie weisen ihm indirekt den Weg oder lehren ihn auf die Schönheiten der Natur aufmerksam zu werden. Eine solche wichtige Person lernt er an jenem Strand kennen, wo er sich schlussendlich niederlässt. Es ist der weise, dort bereits seit langer Zeit lebende, Fischer namens Santiago, der gleich wie er schon vor langer Zeit den Rückzug in die Natur vollzog. Der Fischer, der ein Freund von ihm wird und ihm die Botschaften der Natur zu sehen lehrt, erlaubt ihm, sich auf seinem Land eine Bleibe zu errichten. Und so baut sich der Träumer sein „Fenster zur Sonne“5 – ein einfaches pyramidenförmiges Heim aus Bambus mit viel Glas, das nicht nur dem Träumer, sondern auch vielen Tierarten Schutz bietet und nur mit den einfachsten Dingen ausgestattet ist.

3k5a4031

Einssein mit der Natur

Der Träumer erlebt dort sodann tagtäglich die Schönheiten der Natur, wird immer mehr eins mit den natürlichen Rhythmen der Tages-, Nacht- und Jahreszeiten und hat das Gefühl angekommen zu sein. Vor seiner Haustüre breitet sich der unendliche Ozean aus, über ihm steht die ihn wärmende Sonne und mit ihm sind die unterschiedlichsten Tiere, die er stets mit Wasser und Futter versorgt. Mehr und mehr erkennt der Träumer die wahren Schönheiten der Natur, entwickelt eine Verbindung zu dieser und trifft auf einen kleinen Fuchs, der ein weiterer wichtiger Wegbegleiter wird. Er vergisst nie sein vorheriges Leben in materiellem Reichtum, sondern weiß um wie viel mehr Botschaften, Erfahrungen und Kenntnisse er in seinem neuen, stillen und naturverbundenen Leben erfährt. So lernt er zum Beispiel wieder die universelle Sprache zu hören und zu sehen, jene Sprache die immer schon zwischen Mensch und Tier bestand, jedoch ohne Sensibilität, Feingefühl und Naturverbundenheit ungehört und ungesehen bleibt. Viele Zwiegespräche des Träumers mit Cheekee, dem kleinen Fuchs, mit Krabben, Vögel und sogar mit Walen vermitteln den Leser_innen viele Botschaften des Autors.

3k5a3715orig

Der Preis und die Kraft der Liebe und Vergebung

Doch auch jenen Preis den der Träumer dafür zahlen musste, um auf diesem schönen Plätzchen Erde leben zu können, wird fortwährend angesprochen. Es ist der Preis des Zurücklassens geliebter Menschen, allererst seines Sohnes und vieler seiner Freunde, die er allesamt nur selten in seinem neuen Leben begrüßt oder in der Großstadt besucht. Das Buch endet nach der vorübergegangen Regenzeit – „der Zeit der Windstille“6 – wo er mit einer Walmutter und dessen Kalb schwimmt und dabei eine innige, den Träumer fast das Leben kostende Verbindung zu seiner verstorbenen Mutter aufbaut. Nach diesem Ereignis resümiert der Träumer über seine bisherig gemachten Erfahrungen in seinem Leben und erkennt, dass alle Ideologien und Glaubensbekenntnisse nach denen die Menschen im Leben leben, Schall und Rauch sind. Vielmehr geht es – und dabei verweist er auf die prophetischen Worte des Jesus von Nazareth – einzig um „die Kraft der Liebe“ und „die Kraft der Vergebung“, um ein Leben in Frieden, darum seine kurze Zeit auf Erden zu genießen, einzig die „Wahrheit“ und „Aufrichtigkeit“ eines bescheidenden Mensch zu besitzen und das Leben in guten und schlechten Zeiten zu lieben.7 Der Träumer hat sich frei gemacht und lebt – im steten respektvollen Umgang mit jeder Kreatur der Natur – das Leben seiner Träume.

img_3620

Eine Reflexion im steten Zwiespalt zwischen Traum und Wirklichkeit

Sergio Bambaren nimmt die Leser_innen mit auf eine Reise zu einem Leben frei von zwanghafter Arbeit, Hektik in der Großstadt, persönlichem Stress und Unzufriedenheit. Die wechselnden Jahreszeiten, die vielen schönen Erlebnisse am Strand seines Protagonisten und viele jener Erfahrungen die dieser dort erlebt, erzählt er in einer leicht zu lesenden Sprache. Neben den einzelnen, knapp gehaltenen Kapiteln vermittelt der Autor den Leser_innen anhand von Fotografie die Echtheit dieses magischen Ortes von dem er erzählt. Sergio Bambaren – der selbst diese Träumerfigur zu sein scheint – gelingt es das Abwenden von dem für uns Menschen als „normales Alltagsleben“ definierte Leben in einer Großstadt samt Hektik, Streß, Arbeit und materiellen Gütern, das er mit dem Begriff „System“ beschreibt, den Leser_innen nicht plump, naiv und weltfremd zu erzählen. Sondern vielmehr versteht er es, durch die Ausführungen seines eigenen wiederholten Zwiespalts und seiner steten Selbstreflexionen über jenes von ihm zurückgelassene Umfeld, die Geschichte den Leser_innen glaubhaft und realistisch zu vermitteln. Nicht steigt Sergio Bambaren völlig aus und negiert zur Gänze die Welt der Technik samt Smartphone, neuester Kamera und Laptop, sondern viel eher benützt er sie als Mittel zum Zweck, damit er unter anderem seine Erfahrungen am Strand seiner Träume mit der ganzen Welt, den Leser_innen, teilen kann – so in seinem Nachwort. Der Autor bricht somit nicht mit unserer Alltagswelt und vollzieht einen krassen Ausstieg, der für jede_n der_die es liest, nur als Traum und im Bereich des Unmöglichen bleibt. Nein, vielmehr unterstützt Sergio Bambaren die Leser_innen und zeigt ihnen wie sie eine mögliche Veränderung in ihrem Leben vollziehen können. Denn es gibt nicht den einen Weg, es gibt unendliche Möglichkeiten und jeder_jede kann es auf seine_ihre Weise in seiner_ihrer Möglichkeit tun.

Sergio Bambarens Buch ist aus diesem Grund ein außergewöhnliches. Es berührt Märchen und Erzählung es beschreibt Fantasie und Wirklichkeit. Wer dieses Buch liest, der befindet sich im steten Dazwischen zwischen Traum und Realität, zwischen der Welt so wie wir sie tagtäglich kennen und der anderen fern abgelegenen einsamen (Traum)Welt, die eine Insel aus Natur, Ruhe, umgeben von unendlich vielen Tieren und einer innerlichen Fülle an Naturerfahrungen, darstellt.

3k5a4145

Sergio Bambaren, stiller und kritischer als je zuvor

Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass im Buch „Das Fenster zur Sonne“ diesmal ein sehr tiefgründiger Sergio Bambaren schreibt, der seine Erfahrungen, die er mit vorangeschrittenem Alter gemacht hat, wörtlich in und zwischen den Zeilen niederschreibt. Nachdenklicher als sonst schafft er es, verwoben mit den Naturschönheiten, die er erfährt, die Leser_innen immer wieder auf ihren Stress und die vielen Gezwungenheit des Reichtumsstrebens hinzuweisen. Liebe und Vergebung, Geduld und Zeit, eine nachhaltige Lebensweise und Akzeptanz gegenüber jeglicher Kreatur und jeglicher Lebensweise sind Schlüsselbegriffe in diesem Buch. Was kritisch betrachtet werden kann, ist das rein oberflächliche und nicht in die Tiefe gehende, begründend erklärte und ausdefinierte Anprangern der Lebensweise der Gesellschaft, des „Systems“. Wobei in Frage zu stellen ist, ob oder in wie fern es die Aufgabe eines Belletristikromans ist, dies kritisch zu vollführen. Und ob es nicht vielmehr positiv ist, dass dies überhaupt und noch dazu in wiederholender, mahnender Weise in einen Roman dieses Genres aufgegriffen und thematisiert wird. Etwas widersprüchlich erscheint die ethisch moralische Grundhaltung des christlichen Propheten Jesus von Nazareth, auf die sich der Autor am Ende des Romans – in nur einem kurzen Absatz – beruft, wenn er im selben Satz jegliche Religion und Ideologie als nichtig erklärt.

Ein moderner, außergewöhnlich tiefgründiger Belletristikroman

Trotz dieser zwei negativ zu betrachtenden Punkte nimmt Sergio Bambaren die Leser_innen mit auf eine sehr moderne Reise über die Möglichkeiten des Aussteigens, die tiefgründig in ihrem Sein, für jede_n Leser_in ist. So erreicht er sowohl Träumer_innen als auch Realist_innen und Denker_innen und ist als Belletristikroman empfehlenswert zu lesen. Denn schon die ersten Passagen bestechen mit metaphorischen Worten, die nichts anderes als das knallharte Leben wiedergeben und mit denen der Autor die Leser_innen mahnt und aufruft, wenn er schreibt:
„Manche Vögel sind nicht dazu bestimmt, in einem Käfig zu leben. Auch wenn sie noch so laut und schön singen, bedeutet das nicht unbedingt, dass sie glücklich sind. Man kann sie gut behandeln, ausreichend füttern, sie lieben und verwöhnen. Doch trotz aller Mühe, die man sich gibt, damit sie sich im Käfig wohl und sicher fühlen, werden sie früher oder später eine Möglichkeit suchen zu entkommen. Können sie das nicht, wird ihre Seele langsam zugrunde gehen. Wir wissen dass es so ist, ansonsten würden wir das Türchen ihres Käfigs nicht immer wieder verschließen, nachdem wir sie gefüttert und gestreichelt haben. Manche Vögel sterben unweigerlich, wenn sie nicht entkommen. In einem unauffälligen, stillen Todeskampf, den vielleicht niemand bemerkt, sterben sie jeden Tag ein bisschen mehr, bis man eines Morgens den kalten Kadaver des geliebten Tierchens regungslos auf dem Boden des Käfigs findet. Andere Vögel hingegen akzeptieren das Schicksal eines ewigen Lebens im Käfig. Sie fressen und singen, ohne zu merken, dass sie eingesperrt sind. Auf meiner Reise habe ich viele Käfige gesehen Käfige werden von jeher aus Eisen gebaut, doch keiner ist robust genug, um Prinzipien und Träume einzusperren. Brecht aus eurem Käfig aus, sucht neue Abenteuer, habt keine Angst, auch nicht im Angesicht des Todes. Denkt immer daran, dass die Gesellschaft es ist, die uns im Käfig hält.“8

 

Vielen Dank an die Buchhandlung Fürstelberger Linz, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!
Vielen Dank an die Gesellschaft für Kulturpolitik (gfk), die gemeinsam mit der Buchhandlung Fürstelberger eine Lesung von Sergio Bambaren in Linz veranstaltete!
Vielen Dank an Schauspieler Moritz Stoepel, der am Lesungsabend eine beeindruckende szenische Umsetzung darbot!
Hier kann das Buch online bestellt werden: Fürstelberger

 

1 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016.
2 Ebd., S. 17.
3 Ebd., S. 12.
4 Ebd., S. 18.
5 Ebd., S. 41.
6 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016, S. 119.
7 Ebd., S. 131 f.
8 Bambaren, Sergio, Das Fenster zur Sonne. Ein Buch für Freiheitsliebende, München/Berlin 2016, S. 10–11.

Keine Kommentare zu Rezension: Das Fenster zur Sonne von Sergio Bambaren

DIY Haarseifen – Feste Shampoos selbst gemacht

Ich benutze seit einiger Zeit immer wieder feste Shampoos, da diese wenig bis kaum verpackt sind und mir so helfen, Verpackungsmüll zu reduzieren. Aber Seife ist nicht gleich Seife –…

Ich benutze seit einiger Zeit immer wieder feste Shampoos, da diese wenig bis kaum verpackt sind und mir so helfen, Verpackungsmüll zu reduzieren. Aber Seife ist nicht gleich Seife – es gibt zum einen Haarseifen, die richtig verseift sind, aber auch Shampoos, die einfach fest sind und aussehen wie Seife, aber eigentlich keine sind.

Das Buch „DIY-Haarseifen – Feste Shampoos“ entführt uns in die Kunst des Selbermachens von festem Haarshampoo. Kurz und knackig wird zu Beginn erklärt, was wir an Ausrüstung und Zutaten brauchen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt uns genau, wie wir selber duftende Haarwaschwunder herstellen können. Achtung: Viele Zutaten, zum Beispiel diverse Öle oder andere pflegende Inhaltsstoffe gibt es nicht beim Laden um die Ecke, aber im Internet kann man alle benötigten Zutaten gut auftreiben.

unser-haar

Sehr toll finde ich, dass die festen Seifen ohne SLS oder andere scharfe Tenside auskommen. Ein paar Seiten des Buchs widmen sich den einzelnen Zutaten, die gebraucht werden genauer und erklären diese näher: Was ist ein Tensid? Wie setze ich ein ätherisches Öl ein? Wie mache ich die Shampoo Bars farbig? Kenntnisse zum Seifen machen braucht man hier zum Glück nicht, das Zusammenmischen der Zutaten ist ziemlich unkompliziert.

Danach folgt der Rezeptteil: Anhand eines Basis-Rezeptes sind viele verschiedene Abwandlungen möglich. Wir haben die Wahl zwischen Rezepten für Hibiskusseife, Haarwuchsseife oder Haarseife für fettes Haar und einigen mehr. Leider ist der Rezeptteil etwas kurz geraten, allerdings finden wir am Ende zusätzlich diverse Rezepte für die Nachbehandlung des Haares, wie zum Beispiel Haarspülungen oder -masken.

zubehor

Insgesamt mag ich die Aufmachung und den Inhalt von „DIY-Haarseifen – Feste Shampoos“ sehr. Bitte beachtet, dass manche Rezepte nicht vegane Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Seidenprotein beinhalten. Der Ratgeber eignet sich für alle, die sich über DIY Haarseifen und deren Inhaltsstffe informieren wollen und Lust haben, selber festes Shampoo herzustellen.

Vielen Dank an den Freya Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar zu DIY Haarseifen – Feste Shampoos selbst gemacht

Kochbuch „Vegan Kochen mit Lupine“ (inkl. Rezept!)

Es gibt viele Gründe, die Süßlupine zu kennen und zu genießen. Die Pflanze, die auch in Deutschland heimisch ist, hat neben 35 Prozent Eiweiß auch einen hohen Ballaststoffanteil zu bieten…

Es gibt viele Gründe, die Süßlupine zu kennen und zu genießen. Die Pflanze, die auch in Deutschland heimisch ist, hat neben 35 Prozent Eiweiß auch einen hohen Ballaststoffanteil zu bieten und enthält die Vitamine B1 und A sowie die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Magnesium. Nicht nur für Sportler ein Muss, sondern wegen ihres himmlisch leicht nussigen Geschmacks auf jedem Speiseplan eine Bereicherung.

Kleine Einführung in die Welt der Lupine

Die Lupine gehört zur Familie der Hülsenfrüchte. Bestimmt hast du die wunderschöne Pflanze auch schon mal in der freien Natur gesehen oder ihre langen Blüten in einem herrlichen Blumenstrauß bewundert. Die Blüten der wilden Lupine sind meist blau, lila bis rötlich oder auch gelb und weiß. Besonders im Juni bis August blühen diese bis zu 150 Zentimeter hohen Pflanzen auf vielen Feldern, am Straßenrand und vielleicht auch in deinem Garten. Ihre Frucht sind die eiweiß- und nährstoffreichen Lupinensamen. Auch Lupinenkerne oder Lupinenbohnen genannt sind diese etwas grösser als erbsengroß und enthalten – abhängig von der Sorte – sagenhafte 30 bis 40 Prozent Eiweiß, welches alle essenziellen Aminosäuren enthält. Dabei reicht die Geschichte der Lupine Jahrtausende zurück. Im Mittelmeerraum werden Lupinen schon lange Zeit geschätzt.

Süßlupine und Lupine – ein Unterschied?

Während die Lupine die ursprüngliche Pflanze ist, ist die Süßlupine eine Zuchtform, in der die Bitterstoffe (Alkaloide) auf ein Minimum herausgezüchtet wurden. Somit sind die Samen der Pflanze auch ohne tagelanges Herauswaschen der Bitterstoffe genießbar. Die Süßlupine wächst heimisch und stellt keine allzu hohen Ansprüche an den Boden. Im Gegenteil, oft wächst sie sogar auf kargen Böden und reichert diese noch mit zusätzlichem Stickstoff an. Derzeit werden weiße Süßlupinen vorwiegend im Norden Deutschlands angebaut und auch in Deutschland verarbeitet, was den CO2 Abdruck deutlich begünstigt.

Was kann die Süßlupine? Ein kurzer Steckbrief:
– Heimischer und gentechnikfreier Anbau
– Hoher Eiweißgehalt von 30 bis 40 Prozent
– Enthält alle acht essenziellen Aminosäuren
– Eiweiß wirkt basisch im Körper
– Anteil von 85 Prozent der gesunden, ungesättigten Fettsäuren am Gesamtfett
– Ballaststoffanteil von 15 Prozent
– Enthält unter anderem die Vitamine B1, A sowie Kalium, Kalzium und Magnesium

Viele Menschen haben heutzutage mit Unverträglichkeiten zu kämpfen – Allergien gegen Gluten, Weizen, Produkte mit Laktose und hohen Mengen an Cholesterin machen manche Nahrungsmittel für viele Menschen nicht mehr gut verträglich. Hier spielt die Süßlupine ihre wahren Stärken aus, denn sie ist glutenfrei, laktosefrei, cholesterinfrei, zuckerfrei und natürlich rein pflanzlich.

Aus den Bohnen der Süßlupine werden die Grundprodukte Lupinenmehl, Lupinenflocken, Lupinenkerne und Lupinencrunchy gewonnen. Hieraus lässt sich alles zaubern was das Herz begehrt. Von Lupinenmilch und Joghurt über deftige Lupinenschnitzel und Steaks sowie leckeren Shakes, Desserts und Müslikreationen. Alles voller pflanzlichem Eiweiß, hochwertigen Fetten und guten Kohlenhydraten.

Vegan Kochen mit Lupine

Um die Vielfalt dieser Pflanze zu zeigen, habe ich der Lupine ein Kochbuch gewidmet, das zeigt, wie man die eiweißreiche Pflanze in seine Ernährung aufnehmen kann. Die einfachen, leckeren und schnellen Rezepte in „Vegan Kochen mit Lupine“ verzichten auf industriell verarbeitete Lebensmittel, Weizen, Zucker und chemische Zusatzstoffe. Sie sind gluten-, laktose- und cholesterinfrei und 100 Prozent pflanzlich. Aufgrund ihres niedrigen Kohlenhydrat- und hohen Proteinanteils eignen sich viele der sättigenden Mahlzeiten auch zum Abnehmen und für die Low-Carb-Ernährung.

Die große Vielfalt der über 55 Gerichte, die zum größten Teil in 20 Minuten zubereitet sind, hält für jeden Geschmack etwas bereit: Deftige Lupinenschnitzel, Omelett und erfrischende Suppen, leckeres Lupinenbrot, Müslis, Riegel und Muffins, süßes Mousse au Chocolat, Shakes und Smoothies. Zusätzlich bietet das Buch interessantes Hintergrundwissen über die Lupine, die verschiedenen Produktformen von Lupinenmehl über Schrot und Flocken bis zum Proteinpulver, Zubereitungsarten und Bezugsmöglichkeiten. Zum Einstieg in die Ernährung mit Lupine erhalten Buchkäufer außerdem einen kostenfreien 7-Tage-Plan inklusive Einkaufsliste zum Herunterladen.

front-3d-ansicht

Probekapitel, gratis Rezepte und vieles mehr findet ihr hier: lupinen-rezepte.de

Als ersten Vorgeschmack könnt ihr hier eines der Rezepte aus dem Buch ausprobieren:

Erdmandel-Lupinen-Porridge

Vorbereitungszeit: 25 Minuten, Wartezeit: 5 Minuten

erdmandel-porridge

Für die Porridge-Mischung (500 g/12 Portionen):
8 getrocknete Feigen
10 getrocknete Aprikosen/Marillen
4 EL Hanfsamen
4 EL Sonnenblumenkerne
120g Erdmandelflocken, glutenfrei
40g Quinoa-Kleie
40g Buchweizenflocken
100g Lupinenflocken
40g Teff-Flocken

Außerdem:
200ml Getreidemilch
1 EL Rohrohrzucker
2 Msp Zimtpulver
Blaubeeren zum Garnieren
Lupinenflocken zum Bestreuen

Für die Porridge-Mischung die Trockenfrüchte klein schneiden. Die Hanfsamen und die Sonnenblumenkerne im Mörser zerstoßen. Alle Zutaten für die Porridge-Mischung in einer Schüssel vermengen. Für zwei Portionen Porridge die Getreidemilch erhitzen. Sechs bis acht Esslöffel der Porridge-Mischung auf zwei Schüsseln verteilen, mit der heißen Getreidemilch übergießen und rund fünf Minuten quellen lassen. Mit Rohrohrzucker süßen und mit Zimt abschmecken. Mit Blaubeeren garnieren und mit Lupinenflocken bestreuen.

Pro Person:
kJ/kcal: 1680/400, E 14,9g, K 56,4g, F 11,4g

Genieße die leckere Süßlupine – sündenfrei und in vollen Zügen verzaubert sie dich mit ihrem Charme!

1 Kommentar zu Kochbuch „Vegan Kochen mit Lupine“ (inkl. Rezept!)

Besser leben ohne Plastik

Dass Plastik so seine Tücken hat ist schon länger bekannt, doch momentan geht eine regelrechte Welle an Berichten und Artikel durch die Medien, die das plastikfreie Leben von allen Seiten…

Dass Plastik so seine Tücken hat ist schon länger bekannt, doch momentan geht eine regelrechte Welle an Berichten und Artikel durch die Medien, die das plastikfreie Leben von allen Seiten beleuchten. Allen, die damit beginnen wollen, mehr und mehr Plastik aus ihrem Alltag verschwinden zu lassen und Tipps gerne in Buchform vor sich haben, sei dieser kompakte Ratgeber ans Herz gelegt.

Besser leben ohne Plastik“ beginnt damit, dass die schädlichen Seiten von Plastik auf die Umwelt und unsere Gesundheit beleuchtet werden. Das meiste dürfte hiervon schon bekannt sein, daher geht das Buch hier nicht sehr in die Tiefe, sondern fasst die wichtigsten Fakten zusammen. Welche Schadstoffe sind denn überhaupt in Plastik? Wie kommen diese Schadstoffe (beispielsweise aus den Kunststoffen PVC, Polystyrol etc.) in unseren Körper?

plastiksparen

Danach nehmen die Autorinnen einige alternative Verpackungsmaterialien unter die Lupe. Besonders spannend: Auch Biokunststoffe kommen kurz vor. Nach einigen praktischen Tipps, wo sich Plastik gerne versteckt und dem Appell, nun nicht alles plastikhaltige rigoros auszumisten, geht es los mit den handfesten Ideen, wie man Plastik einfach reduzieren kann. Zunächst ganz allgemein: Statt Plastikdosen Vorratsgläser verwenden, lose einkaufen, feste Seife in entsprechender Verpackung vorziehen oder einfach generell Glas statt Plastik wählen.

Mit der kleinen Handreichung, die beschreibt wo man diverse unverpackte Lebensmittel bekommen kann oder wie man Haushaltsprodukte ersetzen kann, geht das Buch dann über in Rezepte und Anleitungen zum Selbermachen von häufig nur in Plastik erhältlichen Produkten. Vom Trinkkakao über Spielknete bis Waschmittel, für jeden Bereich von Kinderzimmer, Küche, bis Bad und Ernährung sind einige Rezepte zusammengestellt. Das Spülmittel habe ich schon ausprobiert, leider war es nicht ganz so fettlösend wie erhofft.

plastik fakten

Zwischendurch folgen immer wieder praktische Tipps wie im jeweiligen Bereich Plastik eingespart werden kann und Links für weiterführende Infos oder Shops. Ich habe immer ein besonderes Auge auf Kosmetikrezepte, hier sind gute Basisrezepte enthalten. Sehr praktisch finde ich auch die Tipps zur Schadstoffreduzierung beim Renovieren beziehungsweise bei Einrichtung, aber auch die plastikfreie Kleidung kommt nicht zu kurz.

Einen großen Teil des Buchs machen Essens-Rezepte aus. Diese sind bewusst recht einfach gehalten, ich habe hier die Müslikekse ausprobiert, bei denen angegeben war, dass man (neben weiteren Zutaten) „entweder Mandelmus oder Honig“ verwenden sollte. Für mich sind Kekse nur mit Mandelmus geschmacklich ziemlich langweilig, da ein wenig Süße doch sein muss. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass viele Rezepte nicht vegan sind, da Eier verwendet werden. Wer aber ein wenig Erfahrung im Backen hat, kann diese Rezepte einfach veganisieren. Abschließend folgen noch einige FAQs und Bezugsquellen für Produkte, die man nicht so häufig plastikfrei findet sowie Einkaufstipps.

selfcycling

Insgesamt ist „Besser leben ohne Plastik“ ein solider Ratgeber, nicht nur für Einsteiger ins Thema. Dieses Buch macht Lust darauf, es immer wieder hervorzuholen, wenn man Inspiration für einen bestimmten Lebensbereich braucht, den man plastikfrei gestalten möchte. Mittlerweile ist dieses Buch – laut Verlag – ein echter Bestseller, ein gutes Zeichen dafür, dass vielleicht gerade ein Umdenken stattfindet!

Keine Kommentare zu Besser leben ohne Plastik

Was möchtest du finden?