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Kategorie: Health. Fitness.

Crowdfunding für „Maha Maya Center of Consciousness“ – Die Gründerin des Sozialprojekts in Indien im Interview

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf von den Kolleg*innen der Crowdfunding-Plattform für Gemeinwohlprojekte, mit der Bitte um Inputs und Kontakte für ein sehr schönes und wichtiges Projekt: das Maha…

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf von den Kolleg*innen der Crowdfunding-Plattform für Gemeinwohlprojekte, mit der Bitte um Inputs und Kontakte für ein sehr schönes und wichtiges Projekt: das Maha Maya Center of Consciousness. In Kerala/Indien soll in den kommenden Monaten ein Zentrum für Frauen und Kinder, die Gewalt erlitten haben, entstehen. Denn eine misshandelte Frau gilt in Indien als wertlos – sie verliert das eigene Elternhaus, jegliche Form der Erwerbsmöglichkeit und somit den Schutz für ihre Kinder.

Dahinter steht die gebürtige Österreicherin mit indischen Wurzeln Parvati Reicher. Gemeinsam mit ihrer Team-Kollegin Andrea Mastny und vielen anderen Helfer*innen kümmert sich um den Aufbau und die Finanzierung des Zentrums. In einem gemeinsamen Workshop haben wir über Möglichkeiten der Verbreitung des Projekts gesprochen und ich habe angeboten, die Community von The bird’s new nest darüber zu informieren.

Wie die Idee entstand, worum es genau im Maha Maya Center of Consciousness gehen wird, warum sich Parvati auch an Unterstützer*innen in Österreich und Europa richtet und welche Rolle Permakultur und Nachhaltigkeit dabei spielen wird, erzählt die Gründerin im Crowdfunding-Interview mit The bird’s new nest.

Wolfgang: Liebe Parvati, du bist die Gründerin des Maha Maya Center of Consciousness in Indien. Wie kam es dazu?

Parvati: Zunächst mal ist es vermutlich meinen indischen Wurzeln zuzuschreiben, dass ich mich so stark nach Indien hingezogen fühle. Ich bin gebürtige Österreicherin, meine Mutter zur Hälfte Inderin. Auch meine Tochter ist ein indisches Mädchen. Die Einfachheit, die Spiritualität, die im Alltag einen ganz normalen Stellenwert hat, das sind Aspekte, die für mich immer sehr anziehend waren.

Seit sehr langer Zeit verbringe ich jährlich ein paar Monate in Indien. Ich habe viele Techniken der Meditation und des energetischen Arbeitens gelernt, Zeit im Ashram im Himalaya verbracht und bei vielen Schulprojekten mitgearbeitet. Dabei ging es immer um ganz Elementares, wie Schulutensilien, warmes Gewand für die Kinder, Trinkwasser organisieren usw.

Was dabei so immens erfüllend war, ist, dass man auf diese Weise mit so wenig so viel verändern kann. Vorbei an Bürokratie, unmittelbare Hilfe wo es wirklich notwendig ist.

Gründerin Parvati Reicher und ihr Team

Wolfgang: Unter anderem möchtest du dort Frauen und Kindern, die Gewalt erlitten haben, helfen. Wie genau?

Parvati: Zuerst bekommen die Frauen und Kinder, die wegen Misshandlungen ihr Zuhause verloren haben, ein ruhiges Heim, einen Raum und ein Bad für sich. Sie bekommen bei Bedarf medizinische Hilfe und kraftvolles vegetarisches Essen aus unserer Permakultur. Sie haben eine eigene Küche, in der sie sich ihr Essen selbst zubereiten können.

Ich selbst verlege meinen Wohnsitz nach Kerala in das Maha Maya Center, um für diese Frauen jederzeit da zu sein und um mit ihnen genau so zu arbeiten, wie ich es in den letzten 20 Jahren hier in Europa mit vielen Menschen gemacht habe. Ein ruhiger geregelter Tagesablauf, mit Kinderversorgung, für sich selbst Kochen, Körpertherapie und Meditation (HIAO Healing), Therapien und Ausbildung werden ihren Alltag ausmachen.

Schon jetzt gibt es hier in Österreich verschieden Therapeut*innen die sich gemeldet haben, um ihre Erfahrung anzubieten und eine Zeit lang im Maha Maya Center mitzuhelfen. Es sind Traumatherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und so weiter.

Es ist meine Absicht eine Schule zu bauen, damit die Kinder und möglicherweise ihre Mütter im gesicherten Rahmen Bildungsmöglichkeiten bekommen.

Wolfgang: Permakultur und bewusstes Leben spielen ebenfalls eine große Rolle. Welche?

Parvati: Wirklich ausheilen können wir alle nur, wenn wir achtsam mit uns werden. Dazu gehört das passende Umfeld, das was wir denken und selbstverständlich auch das was wir essen. Wenn wir das Leben an sich nicht lieben, werden wir nie dazu kommen uns selbst zu lieben. Ohne dieser Liebe gibt es keinen Selbstwert, keinen Sinn im Leben. Diese Erfahrung werden wir alle in unserer Permakultur machen. Alle die dort arbeiten, alle westlichen Menschen, die ins Retreat Center kommen und unbedingt die Frauen, die dort im Healing Home leben.

Abgesehen davon wird es für die Frauen oder ihre heranwachsenden Kinder die Möglichkeit geben, eine Ausbildung zur Bio-Gärtner*in zu machen und sich damit eine Selbstständigkeit – zum Beispiel in einer Community mit anderen Frauen des Zentrums – aufzubauen. Dies ist eine Möglichkeit, wie sie sich ein Leben außerhalb des Maha Maya aufbauen können.

Wolfgang: Was planst du noch in deinem Center? Es soll ja auch ein Seminarzentrum entstehen.

Parvati: Genau genommen plane ich nicht, sondern es entsteht gerade. Ich konnte das Grundstück erwerben und die Fundamente werden gebaut. Jetzt braucht es die Finanzierung, um wirklich bauen zu können. Das Seminarzentrum ist für Menschen gedacht, die mit ihrer Yogagruppe, Qi Gong, Tanzgruppe und ähnlichem – also alles rund um die Klärung des eigenen Seins – ins Zentrum kommen.

Ich vermiete also einen Teil des gesamten Grundes, den Retreat-Teil an Lehrer*innen, die mit ihrer Gruppe kommen, um in Indien zu unterrichten und die Wurzeln der Spiritualität zu erfahren. Es werden Lehrer*innen sein, die ihren Schüler*innen anbieten, sich für zwei oder drei Wochen von allem zu lösen, um sich ganz auf ihre Praxis einzulassen.

Im Zentrum finden die Gruppen einen wunderschönen Seminarraum, liebevoll eingerichtete Zimmer und vegetarische Verpflegung. Mit diesen Einnahmen werde ich zum einen das Zentrum refinanzieren und zum anderen das Healing Home erhalten und weiter aufbauen.

Die unterschiedlichen Bereiche im Maha Maya Center

Wolfgang: Über die Crowdfunding Plattform der Genossenschaft für Gemeinwohl kann man dein Projekt unterstützen. Erzähl‘ doch noch mehr darüber!

Parvati: Wie schon gesagt war es mir möglich, das 10.000 Quadratmeter große Grundstück zu erwerben. Dann suchte ich nach einer Möglichkeit der Finanzierung und habe von der Gemeinwohl-Genossenschaft erfahren. Mir wurde bewusst, dass es zum Projekt passt, wenn viele mithelfen, es entstehen zu lassen.

Zum einen soll im Zentrum vielen Menschen geholfen werden und somit darf es auch durch viele Menschen entstehen. Zum anderen unterstreicht es die Tatsache, dass es wieder mehr darum gehen kann, dass wir alle zusammen helfen, um die Menschlichkeit als höchste Religion zu erfahren und somit zu einem höheren Miteinander gelangen.

Gemeinwohl bietet neben der Plattform die rechtlichen Grundlagen, sodass die Geldgeber, die leihen oder spenden, ganz wie sie wollen, sich bestens informieren können und einen Vertrag bekommen. Die Tatsache, dass man sich wirklich beweisen muss, um das Gemeinwohlsiegel zu erhalten, erzeugt auf beiden Seiten Vertrauen, ohne das so etwas natürlich nicht umsetzbar wäre.

Wolfgang: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Noch bis Ende Juni 2021 könnt ihr die Crowdfunding-Kampagne für das Maha Maya Center of Consciousness unterstützen und mithelfen, das Healing Home für indische Frauen und Kinder, das Retreat Center und den Permakulturgarten aufzubauen. Parvati und Andrea freuen sich über jeden Support – also gerne das Projekt teilen oder die Pressemeldung an relevante Kontakte weiterleiten.

Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

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Meine Eltern sind tot, gestorben an Corona

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte,…

Am 8. Januar 2021, also vor rund eineinhalb Monaten habe ich einen Beitrag über meine Eltern geschrieben, die sich beide mit Corona angesteckt hatten. Da ich Kontakt mit beiden hatte, sollte auch ich in Quarantäne, zehn Tage lang. Besagter Artikel entstand am Anfang meiner Quarantäne. Beide meiner Eltern waren im Krankenhaus, positiv auf Covid-19 getestet und insofern stabil, dass sie nicht künstlich beatmet werden mussten. Trotzdem war der Gesamtzustand alles andere als positiv, mindestens einmal täglich war ich mit dem betreffenden Krankenhaus in Kontakt. Ich war vor Ort, als mein Vater mit der Rettung abgeholt wurde und habe mir entsprechend große Sorgen um ihn gemacht: „Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. […] Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt.“

Trotzdem habe ich gehofft, dass er sich wieder erholen würde. Genauso wie meine Mutter, die in ihrem Leben schon so einige schwere Krankheiten überlebt hatte. Penicillin-Schock. Lungenembolie. Brustkrebs. Gehirnblutung. Wobei sie letztere leider zur Risikopatientin gemacht hat. Dazu kam, dass ihre Magensonde stark entzündet war, was keiner der beiden PflegerInnen der 24-Stunden-Pflege aufgefallen ist. Auch im Pflegekrankenhaus davor hatte man sich jahrelang geweigert, die Magensonde zu entfernen, obwohl sie nicht mehr nötig gewesen wäre. Meine Erlebnisse mit der „Pflegehölle Österreich“ sind aber einen eigenen Artikel wert.

Immer wieder liest man von über 100-Jährigen, die eine Corona-Infektion überlebt haben, also warum nicht auch meine Eltern? Doch egal wie viel Hoffnung man haben mag, die Angst ist ständig im Hintergrund: „Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss.“

Es tut uns sehr leid…

Und dann war es doch genau so, wie ich befürchtet hatte. Am Vormittag des 11. Januar 2021 klingelt mein Telefon: „Es tut uns sehr leid, Ihr Vater ist gerade gestorben.“ Diese Nachricht trifft mich wie ein schwerer Schlag und das ist nicht sprichwörtlich gemeint, mein ganzer Körper schmerzt, es tut furchtbar weh, überall. Gleichzeitig blockiert der Schmerz mein Gehirn, ich kann nicht klar denken, alles ist wie in Watte gehüllt. Was ist passiert? Gestern klang der Bericht aus dem Krankenhaus doch noch leicht optimistisch. Doch Corona war wohl einfach eine zu große Belastung für den 82-jährigen Körper meines Vaters. Ich kann es nicht fassen. Gerade noch habe ich mit ihm gesprochen, was wir dieses Jahr vorhaben. Was erledigt werden soll. Wobei ich helfen kann. Und jetzt ist er auf einmal weg.

Ich liege im Bett und weine. Kann nicht aufstehen. Kann nichts essen, keinen klaren Gedanken fassen. Gefühlt tagelang. Doch so lang kann es nicht gewesen sein, denn ich muss mich darum kümmern, wann mein Vater für die Bestattung freigegeben wird. Ein Bestattungsunternehmen suchen, das alles abwickelt. Wo und wie will mein Vater begraben werden? Ich weiß es nicht, das war eines der Dinge, die wir besprechen wollten. Dazu ist es aber nun nie gekommen.

Und was passiert nun mit meiner Mutter? Mein Vater war seit der Gehirnblutung meiner Mutter ihr Erwachsenenvertreter. Das würde wohl ich nun übernehmen. Wie nimmt es meine Mutter auf, dass ihr Mann, den sie seit ihrem 17. Lebensjahr kennt, verstorben ist? Kann ich mich ausreichend um meine Mutter kümmern? Wie wird sich die Covid-Erkrankung auf ihre so und so schon schwere Behinderung auswirken?

Die sozialen Medien…

An Schlaf ist nicht zu denken, gleichzeitig ist es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Mein Vater ist tot und das tut so unglaublich weh. Parallel dazu kommen weiterhin Reaktionen auf meinen Artikel über Social Media, Kommentare hier auf The bird’s new nest und E-Mails. Unmengen an liebevoller Anteilnahme, Besserungswünschen und anderen netten Worten, für die ich euch allen sehr, sehr dankbar bin. Doch dann gibt es auch einige wenige Kommentare, die sehr schmerzen, auch wenn sie deutlich in der Minderzahl sind. „Fake News“ ist eines davon, direkt beim Artikel. Ich finde keine Worte dazu, sondern lösche den Kommentar. Das kommt praktisch nie vor, aber in diesem Fall habe ich keine Kraft für etwas anderes.

Auf Facebook schreibt man mir, dass man mit einer Art von Kur die Corona-Erkrankung vermeiden kann, jemand anderer meint: „Wo soll jetzt das Problem liegen, deine Eltern werden bald wieder nach Hause kommen.“ Mir wird unterstellt, ich würde dafür bezahlt werden, diesen Beitrag zu schreiben – das war für mich wohl die widerlichste Reaktion auf den Artikel. Aber auch sonst nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. Worte wie „Plandemie“ fallen, „Corona-Diktatur“ oder „Regierungsgläubige“. Und ich sitze zu Hause und zu meinem Schmerz kommt die Fassungslosigkeit über die empathielose Selbstverständlichkeit, mit der man den Tod anderer Menschen als unbedeutend vom Tisch wischt.

Vier Tage später…

Am frühen Nachmittag des 15. Januar bekomme ich erneut einen Anruf. „Ihre Mutter ist nun leider auch verstorben.“ Meine Eltern sind tot. Gestorben an Corona, beide in der gleichen Woche. Ich bin ein Einzelkind, meine gesamte nähere Familie existiert somit nicht mehr. Das kleine bisschen Energie, das ich noch habe, benötige ich, um die Beerdigung meiner Eltern zu organisieren. Ich versuche alles so umzusetzen, wie ich glaube, dass es meine Eltern gewollt hätten. Viel Spielraum bleibt durch Corona so und so nicht. Und nun liegen meine Eltern gemeinsam in einem Grab am Wiener Zentralfriedhof, das Titelbild wurde am Tag der Beerdigung aufgenommen.

An die Tage nachdem auch meine Mutter verstorben ist kann ich mich kaum mehr erinnern. Möglicherweise ist das ein Schutzmechanismus des Körpers oder aber einfach nur ein Nebeneffekt des psychischen Stresses. Auch das Gedächtnis funktioniert nicht so richtig, ich merke mir viele Sachen nicht und konkrete Worte fallen mir nicht mehr ein. Und auch wenn ich damit rechnen musste, dass meine Eltern durch Corona sterben würden, hat mich ihr Tod gefühlt vollkommen unvorbereitet getroffen. Nun, über ein Monat danach, habe ich das erste Mal wieder die Kraft, darüber zu schreiben. Und darüber schreiben wollte ich auf jeden Fall. Einerseits, weil ich den ersten Artikel nicht einfach so stehen lassen wollte. Und andererseits weil ich durch die Reaktionen auf besagten Artikel davon überzeugt bin, dass ich definitiv nicht unter den Teppich kehren möchte, dass meine Eltern an Covid-19 gestorben sind.

Gestorben an Covid-19

Denn meine Eltern sind definitiv an Covid-19 gestorben, mein Vater war für sein Alter in einem normalen Gesundheitszustand und auch meine Mutter war, abgesehen von der Infektion, gesund in Anbetracht der anderen Umstände. Eine Infektion zusammen mit Corona ist definitiv keine gute Kombination, die Infektion selber hätte aber für sich alleine langfristig kein Problem dargestellt. Und noch etwas möchte ich klarstellen: The bird’s new nest ist meine Seite und ich bekomme generell für keinen der hier veröffentlichten Artikel etwas gezahlt. Wenn das der Fall ist, was nur äußerst selten vorkommt, sind sie als Werbung gekennzeichnet. Und definitiv keiner der beiden Artikel über meine Eltern sind von irgendjemandem gezahlt, genauso wenig wie es sich hierbei um „Fake News“ handelt.

Außerdem ist es mir egal, ob man daran glaubt, dass es sich um eine „Plandemie“, eine neue Form von Diktatur oder ähnliches handelt. Oder ob der Virus von einem Tier auf den Mensch übertragen wurde oder in einem Labor kreiert. Denn meine Eltern sind tot. Die Umstände machen ihren Tod für mich nicht weniger schmerzhaft und auch Menschen über 80 haben nicht nur ein Recht auf Leben, sondern sie hinterlassen auch Menschen, die um sie trauern, wenn sie sterben.

Wie geht es mir?

Die direkte Zeit nach dem Tod meiner Eltern war eine der schlimmsten Zeiten in meinem Leben, aber jeder weitere Tag hilft, etwas Abstand zu gewinnen. Trotzdem ist etwas mehr als ein Monat nicht genug, um nicht bei einem Gedanken an meinen Vater oder meine Mutter die Tränen kommen zu spüren, auch sonst fühlt man sich emotional nicht unbedingt stabil. Den Umständen entsprechend würde ich aber sagen, dass es mir „ok“ geht. Vielleicht bin ich aber auch nur gut im Verdrängen, denn seit einigen Tagen habe ich massive Verspannungen in der Schulter, die zu einem eingeklemmten Nerv geführt haben. Extrem starke Schmerzen und äußerst eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten sind die Folge. Ohne Schmerzmittel könnte ich das hier nicht schreiben, aber der Rat des Arztes war, den Arm weiterhin so gut es geht zu benutzen, was ich hiermit tue.

Abgesehen von den emotionalen Auswirkungen hat der Tod der eigenen Eltern noch andere Folgen. So muss deren Wohnung geräumt werden, und das erste Mal in eine leere Wohnung zu kommen, wo einem sonst immer der Vater zur Begrüßung entgegenkam ist genauso schmerzhaft wie die vielen Dinge in Händen zu halten, an denen Erinnerungen haften. Da war es fast schon Glück im Unglück, dass mir mein Bausparvertrag aufgrund von zu hoher Zinsen gekündigt wurde, denn sonst hätte ich die über 7.000 Euro, die das Begräbnis meiner Eltern gekostet hat nicht so einfach zahlen können. Der Grabstein ist hier noch nicht einmal inkludiert, das sind dann wohl noch einmal mindestens 3.000 Euro. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein muss, seine Eltern zu verlieren um dann zu realisieren, dass man sich das Begräbnis nicht leisten kann. Uns das war in unserem Fall nur ein stilles Begräbnis, also kein Pfarrer, keine Aufbahrung, kein Leichenschmaus – aufgrund von Corona alles keine Option.

Zurück zu Corona…

Ich habe mich bei meinen Eltern nicht angesteckt, und die Quarantäne ordnungsgemäß zehn Tage lang befolgt. Einen Bescheid für die Quarantäne, genauso wie eine Aufhebung dieser habe ich nie bekommen. Genauso wenig wie irgendeine Anfrage zu Contact Tracing. Schließlich waren mit meinem Vater insgesamt mindestens acht Personen in Kontakt, als er schon erkrankt war. Interessiert hat das die österreichischen Behörden offenbar nicht. Aus meiner Sicht ist es also nicht nur der Fall, dass Contact Tracing nicht funktioniert, es existiert schlichtweg nicht, zumindest nicht in Wien.

Ich habe zudem gleich von zwei Ärztinnen, die mit meinem Vater zu tun hatten die Aufforderung zur Quarantäne erhalten, aber wie schon geschrieben nie eine offizielle Aufforderung einer Behörde, also funktioniert auch in diesem Bereich etwas absolut nicht. Dass so auch nicht nachvollziehbar war, wo sich meine Eltern angesteckt haben ist unter diesen Umständen auch nicht mehr verwunderlich. Ich habe selber während und auch nach der Quarantäne Tests durchgeführt und kann so zumindest relativ sicher ausschließen, dass ich der Überträger gewesen bin. Das ist aber in Anbetracht der Umstände nur ein geringer Trost.

Nachdem ich nun meine Eltern an Corona verloren habe, schmerzt es mich noch mehr auf Facebook zu lesen, wie sich Menschen darüber lustig machen, wenn jemand Angst vor Corona hat. Ja, ich hatte auch Angst vor Corona. Um konkret zu sein hatte ich Angst, dass sich Menschen in meinem Umfeld, die mir wichtig sind, sich damit anstecken und daran sterben. Was auch passiert ist. Trotzdem finden es wohl einige Menschen, die selber vermutlich nicht zur Risikogruppe gehören, sehr unterhaltsam, wenn sich jemand deshalb Sorgen macht. Genauso wenig haben Menschen, die Corona nicht ernst nehmen, selber vermutlich niemanden aus ihrem nähesten Umfeld an dieser Krankheit verloren.

Vielen Dank für das Lesen dieses langen Artikels! Auch möchte ich mich bei den tatsächlich hunderten Menschen bedanken, die mir auf vielen Wegen Nachrichten gesendet haben. Ich habe nicht mit so einer riesigen Menge gerechnet und war sehr berührt über das viele Mitgefühl, das mir und meinen Eltern entgegengebracht wurde. Genauso möchte ich hier mein Mitgefühl für all jene ausdrücken, die jemanden durch Covid-19 verloren haben. Danke auch an all jene, die meinen ersten Artikel geteilt haben, auch wenn der Ausgang letzten Endes leider kein guter war.

 

Bernhard Nikolaus Pascher *15.04.1938 †11.01.2021

Edda Helga Ingeborg Pascher *10.09.39 †15.01.2021

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Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende…

Eine noch deskriptivere Überschrift war wohl kaum möglich, aber ich wollte, dass sie das Thema genau auf den Punkt trifft, ohne jeglichen Clickbait oder in diesem Fall für mich unpassende Umschreibungen. Außerdem ist es für mich einfacher nicht ewig nach dem perfekt passenden Titel zu suchen, denn es ist unangenehm genug überhaupt darüber zu schreiben. Warum ich es dann trotzdem tue? Weil ich – nicht zuletzt durch The bird’s new nest – viel auf Social Media unterwegs bin und jeden Tag eine gehörige Dosis von „Corona existiert nicht“, „…ist weniger gefährlich als eine Grippe“, „…wird durch die Medien nur hochgespielt“ und so vieles andere lese.

Und weil ich zu den naiven Menschen gehört habe, die dachten, Corona trifft nur andere. Die, die sich weigern, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die, die Corona nicht ernst nehmen. Die, die ständig unter Menschen sind. Zusätzlich beruhigt so eine Sichtweise ein wenig, denn wenn es nur „die Unvorsichtigen“ trifft, dann kann man selber und in Folge die eigene Familie nicht betroffen sein, richtig? „Falsch!“ ist das einzige, das ich dazu sagen kann.

Covid-19 existiert und es kann jederzeit Menschen treffen, die vor wenigen Tagen noch absolut fit waren. Was genau dieser Virus mit Menschen anrichten kann, habe ich mit eigenen Augen gesehen. Auch wenn man die Erzählungen von Angehörigen Erkrankter oder aus dem Gesundheitswesen kennt, ist es erst wirklich real, wenn man selber seine engsten Familienmitglieder betroffen sieht.

Meine Eltern…

Meine Eltern sind beide Anfang 80, also nicht mehr die Jüngsten. In Anbetracht dessen, dass meine Großmutter väterlicherseits aber erst eine Woche vor ihrem 100. Geburtstag gestorben ist und die Schwester meiner Mutter zur Zeit mit über 90 noch sehr fit ist, ist unsere Familie generell mit hohem Alter gesegnet. Anfang 80 ist für mich also kein Todesurteil, sondern verspricht unter normalen Umständen in unserer Familie noch gut zehn bis 20 Jahre.

Beide meiner Eltern haben Corona ernst genommen, MNS getragen, mein Vater war nur sehr selten außer Haus, meine Mutter sitzt im Rollstuhl und ist praktisch immer zu Hause. Aber möglicherweise hätten sie noch strenger sein müssen, mein Vater FFP2-Masken und Handschuhe tragen sollen, wann immer er die Wohnung verlässt. Und natürlich waren sie mit anderen Personen in Kontakt, den Pflegerinnen meiner Mutter, den Ansprechpersonen der Pflegeorganisationen, dem Hausarzt und mit mir, nachdem ich meine Eltern in vielen Dingen unterstütze. Wie sie sich angesteckt haben, bei wem, wann und wo das passiert ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Mein Vater war bis vor ein paar Tagen für einen über 80-Jährigen noch sehr fit, sowohl geistig als auch körperlich. Bis die Pflegerin meiner Mutter mich an einem der letzten Tage in der Früh angerufen hat, dass es meinem Vater schlecht gehe. Er antwortet auf Fragen nur wirr, hat sich eingenässt und kann nicht selbstständig aufstehen. Mein erster Gedanke war: Schlaganfall. Und das natürlich ein Grund, sofort die Rettung zu rufen. Diese war auch in kurzer Zeit vor Ort, konnte aber außer stark erhöhtem Blutdruck nichts Auffälliges finden. Aufgrund des generellen Eindrucks wurde er aber trotzdem ins Krankenhaus gebracht.

Dort wurde er elf Stunden lang durchgecheckt, aber nicht auf Covid-19 getestet, da keine Krankheitssymptome wie Husten, Fieber oder anderes ersichtlich waren. Ich wurde mehrmals angerufen und es wurde nachgefragt, ob er immer so desorientiert und langsam wäre. Ich habe immer wieder versichert, dass er – abgesehen von den normalen Einschränkungen, die man mit Anfang 80 erwarten würde – vor wenigen Tagen noch absolut fit war. Am Abend wurde ich letzten Endes informiert, ich könne meinen Vater abholen.

In der Notaufnahme fand ich meinen Vater noch immer extrem verwirrt vor, er hatte sich wieder eingenässt und machte insgesamt einen schlechten Eindruck. Rückwirkend betrachtet hätte ich wohl darauf bestehen sollen, ihn nochmals durchzuchecken, aber ich war so schockiert von dem Anblick, dass ich meinen Vater nur noch nach Hause bringen und ihn in sein Bett packen wollte. Insgeheim in der Hoffnung, dass es ihm nach einer erholsamen Nacht besser gehen könnte.

…haben Corona…

Am nächsten Tag wollte ich seinen Hausarzt um einen Hausbesuch bitten, um ihn nochmals von jemandem ansehen zu lassen, der ihn in einem gesunden Zustand kennt. Leider war der Arzt auf Urlaub und bis ich eine Vertretung erreichen konnte, war der Tag quasi schon wieder vorüber, aber zumindest ein Termin für nächsten Nachmittag vereinbart. Es war zwar nicht geplant, dass ich hier anwesend hätte sein sollen, aber irgendetwas hat mich am nächsten Tag spontan ins Auto steigen lassen.

Vor Ort war mein Vater in einem Zustand, in dem ich ihn noch nie gesehen habe. Schwer atmend mit offenem Mund, aber zugleich schnell und flach, als würde er nicht genug Luft bekommen. Seine Augen waren aufgerissen, gleichzeitig war er aber nicht ansprechbar und der ganze Körper verkrampft. Für die Ärztin natürlich ein Grund, gleich die Rettung zu rufen. Verwundert wurde dann noch festgestellt, dass beim Krankenhausaufenthalt kurz davor kein Covid-Test gemacht wurde, auch wenn die restlichen Befunde alle keine Auffälligkeiten gezeigt haben.

Das war jetzt auf jeden Fall anders. Neben den eben schon beschriebenen gleich ersichtlichen Problemen, wurde festgestellt, dass mein Vater nicht genug Sauerstoff bekommt, über 39 Grad Fieber hat und die rechte Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete – er war laut Notärztin, die kurz nach dem Eintreffen der Rettung auch dazu gerufen wurde, kurz vor einem Herzinfarkt. Und dann kam das Wort: Covid-Verdachtsfall. Und ich dachte mir nur: Das kann doch nicht sein! Noch vor zwei Tagen als quasi gesund entlassen, oder zumindest gesund genug um nicht stationär aufgenommen zu werden und nun als Covid-Verdachtsfall ins Krankenhaus? Aber vielleicht ist der Test ja negativ, wobei ich beim Zustand meines Vaters schon einige Parallelen zu Erzählungen von schweren Corona-Verläufen erahnt habe.

Nach fast zwei Stunden warten erfuhr ich dann das Ergebnis, dass mich aber schon nicht mehr überrascht hat – positiv auf Covid-19 getestet. Und auch bei ein paar anderen Dingen war ich klüger. Die Desorientiertheit und geistige Verwirrung meines Vaters war möglicherweise eines der vielfältigen eher seltenen Symptome einer Covid-19 Erkrankung. So wie es komplett symptomlose Menschen gibt, greift bei anderen der Virus Bereiche im Körper an, die normalerweise davon nicht betroffen sind. Hätte man das im Krankenhaus wissen müssen? Eigentlich ja. Aber wem möchte man in diesen Zeiten einen Vorwurf machen, in dem Krankenhäuser überfüllt und das Personal so und so schon lange vor Corona in vielen Fällen komplett überlastet ist?

Nun war es an mir, meiner Mutter beizubringen, dass mein Vater mit Corona im Krankenhaus liegt. Aber auch sie war lethargischer als sonst und das Essen vor sich am Tisch wurde nicht angerührt. Genauso wie mein Vater in den Tagen davor hatte sie keinen Appetit. Die Anweisung der Ärztin: Wenn sie Fieber oder Husten bekommt, rufen Sie die Rettung. Hustenreiz war aber keiner festzustellen und auch kein Fieber, also gab es zumindest etwas Hoffnung, dass meine Mutter sich nicht angesteckt hatte.

…und ich…

Aber was nun mir mir? Ich hatte in den Tagen davor meinen Vater umgezogen, beim Gehen gestützt, zu Trinken gegeben und einiges mehr. Würde bei mir jetzt auch ein Corona-Test gemacht? Getestet wird, so wurde ich gleich aufgeklärt nur, wenn ich Symptome zeige. Und gleich von zwei Ärzten wurde ich angewiesen, mich in Quarantäne zu begeben, zehn Tage lang. Und ja, es gäbe Menschen, die zwar keine Symptome haben, aber diese vortäuschen, damit sie getestet werden und das könne ich natürlich auch tun, aber nachdem es kein Freitesten aus der Quarantäne gibt, wäre es zumindest hier nicht zielführend. Kein Freitesten bedeutet, dass die Quarantäne immer zehn Tage dauert, egal ob in der Zwischenzeit ein Corona-Test ein negatives Ergebnis zeigt. Das liegt an der langen Inkubationszeit – zumindest war das mein Verständnis. Sollte ich aber Symptome zeigen, dann solle ich mich für eine Testung melden.

Vor einiger Zeit noch hätte man sich über zehn Tage zu Hause gefreut. Schließlich ist zu Hause immer etwas zu tun. Wenn man aber über den Tag beschäftigt ist mit Telefonaten betreffend der Eltern, Sorgen um sie und dann noch auf mögliche eigene Symptome achten soll, ist das weit entfernt von irgendeiner Basis für Produktivität. Die Nacht darauf war auch alles andere als erholsam, an Schlaf war kaum zu denken.

Am nächsten Morgen kam schon die nächste Hiobsbotschaft: Meine Mutter hat Fieber. Also wurde zum dritten Mal in wenigen Tagen die Rettung gerufen und meine Mutter ebenso als Covid-Verdachtfall ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig überraschend kam auch hier nach einigen Stunden die Information über einen positiven Covid-Test. Nun liegen meine Eltern im gleichen Krankenhaus in der gleichen Abteilung, dem Corona-Bereich. Die Prognose ist wie immer bei Corona unklar, genauso wie ob ich in den nächsten Tagen Symptome zeigen werde. Wie in vielen anderen Fällen kann man hier nur abwarten und – mein Mittel für solche Situationen – sich ablenken.

…bin in Quarantäne

Und das mache ich mit Arbeit am Computer, Hausarbeit beschäftigt mein Gehirn leider nicht ausreichend. Und wie schon eingangs angesprochen bin ich hier auch viel in Social Media unterwegs. Schon zu Beginn der Corona-Krise fand ich Aussagen wie „Corona-Maßnahmen schränken meine Grundrechte ein“ oder „Es betrifft ja eh nur alte Menschen“ absolut rücksichtslos. Denn niemand hat ein recht darauf, andern zu schaden, die Freiheit jedes Menschen geht immer nur so weit bis die Freiheit eines anderen beschnitten wird. Und Corona betrifft nicht nur alte Menschen, die Risikogruppen entsprechen insgesamt rund 40 Prozent der Bevölkerung.

Wo ich mich vor einiger Zeit aber nur geärgert habe, wird mir nun regelrecht schlecht, wenn ich lese, wie Menschen Corona als kaum gefährlich, die Maßnahmen als übertrieben und Menschen, die sich an diese halten als hysterisch oder regierungskonform bezeichnen. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich jeden Tag zu lesen bekomme. Aber ich möchte mich aus Social Media auch nicht zurückziehen, denn das ändert an der Situation auch nichts. Im Gegenteil möchte ich all jenen, die immer wieder posten: „Kennt denn jemand von euch jemanden, der an Corona erkrankt ist? Ich nicht!“ entgegenschreien: „Ja, jetzt kennt ihr jemanden, meine Eltern! Und ich habe keine Ahnung ob sie das überleben werden. Und wie sie das überleben werden. Ob neben meiner schon schwerbehinderten Mutter nun auch mein Vater aufgrund der Hirnschäden durch Corona geistig so stark eingeschränkt sein wird, dass er kein selbst bestimmtes Leben mehr führen können wird.“

Aber ich schreie niemanden an, sondern schreibe diesen Artikel. Meine Eltern haben Corona und ich bin in Quarantäne. Ich weiß jetzt, wie Corona aussehen kann. Wie es aussieht, wenn der eigene Vater mit dem Tod ringt. Und dass ich diese Qualen niemandem wünsche. Genauso wenig wie nicht zu wissen ob man die eigenen Eltern je lebendig wieder sehen wird. Sich zu fragen ob das nächste Handyklingeln der Anruf ist, der mir leider eine schlechte Nachricht überbringen muss. Und nicht nicht zuletzt sich zu fragen, ob man selber krank wird. Solange ich aber fit bin, werde ich diesen Artikel teilen. Jedes Mal, wenn ich wieder lesen muss, dass es Corona nicht gibt, dass es harmlos ist, dass die Maßnahmen enden sollen.

Danke für das Lesen. Für eure Zeit. Und danke all jenen, die Rücksicht auf andere nehmen, auch wenn sie sich selber dadurch einschränken müssen.

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Neue Studie: Was nervt am meisten an der Periode?

Wir von der erdbeerwoche bemühen uns mit Aufklärung und Humor das Verhältnis Menstruierender zur ihrer Periode zu verbessern. Aber auch uns ist klar: Allmonatlich zu bluten macht nicht immer Spaß….

Wir von der erdbeerwoche bemühen uns mit Aufklärung und Humor das Verhältnis Menstruierender zur ihrer Periode zu verbessern. Aber auch uns ist klar: Allmonatlich zu bluten macht nicht immer Spaß. Wir haben uns gefragt, was denn die größten Herausforderungen für Menschen mit Menstruationshintergrund sind und wie Frauen im Alltag mit ihrer Regel umgehen. Außerdem für uns interessant: Welche Periodenprodukte werden regelmäßig verwendet und wie steht es mit der Zufriedenheit damit? In unserer Umfrage unter mehr als 2.000 Menstruierenden haben wir Spannendes herausgefunden.

Unglaublich: 98 Prozent der Befragten leiden unter Menstruationsbeschwerden

Diese Zahl übertrifft sämtliche bisherige Studien zu diesem Thema, welche meist von 70 bis maximal 90 Prozent betroffenen Frauen ausgehen. Ganz oben im Schmerzranking (siehe Titelbild): Bauchschmerzen (63 Prozent) gefolgt von Stimmungsschwankungen (36 Prozent). Schmerzen allgemein sind gleichzeitig die größte Herausforderung unserer Befragten, dazu gesellen sich eine starke Blutung und ein unregelmäßiger Zyklus.

Wie gehe ich während der Arbeit mit meiner Periode um?

43 Prozent der Berufstätigen sind schon einmal aufgrund starker Schmerzen während der Periode von ihrem Job ferngeblieben. Mit dem Chef darüber zu sprechen ist für die meisten Befragten allerdings kein Thema. Erst elf Prozent haben Perioden-Beschwerden beim Vorgesetzten schon einmal angesprochen. Mit kostenlosen Produkten vor Ort, einem insgesamt offeneren Umgang mit dem Thema (und dadurch auch mehr Akzeptanz und Verständnis) sowie nach Möglichkeit flexibleren Arbeits- und Pausenzeiten beziehungsweise Home Office, ist MitarbeiterInnen bereits geholfen.

Produktzufriedenheit bei Zero-Waste Produkten am höchsten

Das häufigste Menstruationsprodukt ist nach wie vor der Tampon, in der erdbeerwoche-Community (600 von 2.165 Befragten) wurde dieser aber bereits von der Menstruationstasse überholt! Die Hälfte der Nutzerinnen von müllfreien Periodenprodukten wie der Menstruationstasse oder Stoffbinde sind sehr zufrieden mit ihrem Produkt, in der Vergleichsgruppe der Einwegbinden und Tampons sind das nur 19 Prozent. Zeit also, nachhaltige Produkte auszuprobieren!

Wichtig: Hände waschen vor dem Tampon-Wechsel

Schockierend ist, dass sich nur 42 Prozent aller Befragten immer vor dem Wechseln ihres Menstruationsprodukts die Hände waschen. 15 Prozent sagen sogar, dass sie das nie tun! Unsere Bitte an alle Menstruierenden: Wascht euch immer die Hände, bevor es ans Wechseln geht. Die Schleimhaut im Intimbereich nimmt Bakterien besonders gut auf, dadurch kann beispielsweise eure Scheidenflora durcheinander geraten und Intiminfektionen begünstigen.

Jede sechste Frau entsorgt Tampon oder Binde über die Toilette

Jede sechste Frau entsorgt ihre Monatshygiene teilweise oder immer über die Toilette. Bei jungen Mädchen ist diese Zahl noch extremer: Laut einer Umfrage der erdbeerwoche 2017 unter 1.100 Jugendlichen entsorgen 83 Prozent der Mädchen ihre Monatshygiene über das WC. Das ist nicht nur ein großes Umweltproblem, sondern auch besonders schwierig für Kläranlagen. Beispielsweise sind in Wien ungefähr 20 Prozent der Störstoffe in der Kläranlage Monatshygieneprodukte. Richtige Entsorgung von Menstruationsprodukten ist genauso wichtig wie die sonstige korrekte Mülltrennung unseres Abfalls.

PERIODS FOR FUTURE: Wasser schützen – Mistkübel nützen!

Wir von der erdbeerwoche setzen uns zusammen mit der Wasser-Jugendplattform Generation Blue des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und dm drogeriemarkt für die korrekte Entsorgung von Hygieneprodukten ein. Damit geben wir Schulen konkrete Handlungsanleitungen, um das Problem früh aufzugreifen und zum Thema aufzuklären. Weitere Informationen zum Thema Entsorgung sowie einen Aufklärungsfilm auf YouTube mit der bekannten österreichischen Influencerin Lifestylena gibt es hier: Flutsch & Weg? Was darf ins Klo?

Und wer noch mehr Informationsbedarf zum Thema Menstruation und den damit verbundenen Produkten hat, dem sei unsere digitale Lernplattform READY FOR RED ans Herz gelegt. In über 70 interaktiven Spielen und Videos kann hier alles rund um die Periode erforscht werden. Schulen können aktuell die Plattform kostenlos im Unterricht einsetzen (Registrierung für Lehrende), Privatpersonen können im erdbeerwoche-Shop einen Zugang erwerben. Beim Kauf einer Packung Organyc Biotampons, Binden oder Slipeinlagen gibt es einen kostenlosen Zugang zu READY FOR RED mit dazu!

 

Informationen zur erdbeerwoche-Umfrage

Die Umfrage wurde im August 2020 als anonyme Umfrage unter 2.165 Frauen durchgeführt. 65 Prozent der Befragten waren unter 26 Jahren, 24 Prozent zwischen 26 und 35 Jahren und elf Prozent älter als 35. 600 der Befragten beziehen regelmäßig Informationen der erdbeerwoche.

Über die erdbeerwoche

Die erdbeerwoche bietet seit 2011 Aufklärung sowie intelligente und nachhaltige Lösungen rund um das Thema Menstruation. Dazu gehören ein auf nachhaltige Monatshygiene spezialisierter Online-Shop, eine digitale Lernplattform über Menstruation für Jugendliche sowie diverse Forschungs- und Aufklärungsprojekte.

Quellen und Weiterführende Links:
erdbeerwoche-Umfrage 2020 unter 2.165 Frauen: erdbeerwoche Menstruations-Umfrage 2020
erdbeerwoche-Umfrage 2017 unter 1.100 Jugendlichen: READY FOR RED Umfrage 2017

1 Kommentar zu Neue Studie: Was nervt am meisten an der Periode?

Menstruation in Krisenzeiten: Wie frau auch in schwierigen Phasen gut durch ihre Periode kommt

Die aktuelle Coronakrise stellt auch Menstruierende vor Herausforderungen. Von weiblichem Pflegepersonal, das natürlich auch während ihrer Periode am Limit arbeitet bis hin zu Frauen, die aufgrund der Quarantäne ihre Wohnung…

Die aktuelle Coronakrise stellt auch Menstruierende vor Herausforderungen. Von weiblichem Pflegepersonal, das natürlich auch während ihrer Periode am Limit arbeitet bis hin zu Frauen, die aufgrund der Quarantäne ihre Wohnung nur in Ausnahmefällen verlassen können oder wollen. Wer freut sich zur Zeit schon über einen ungeplanten Besuch beim Drogeriemarkt, nur weil die Tampons wieder einmal ausgegangen sind? Die derzeitige Situation verlangt Frauen an den gewissen Tagen nochmals extra viel ab. Deshalb haben wir von der erdbeerwoche ein paar Tipps für euch zusammen getragen, wie ihr auch in Coronazeiten gut durch eure Regel kommt.

4 Tipps für Menstruierende in Coronazeiten

1. Hände waschen zur Routine machen

Immer wichtig, aber besonders in Zeiten wie diesen, ist das regelmäßige Händewaschen. Vor allem während eurer Periode solltet ihr darauf achten, auch vor (!) jedem Toilettengang beziehungsweise vor dem Wechseln des Tampons oder der Menstruationstasse eure Hände gründlich zu reinigen. Denn nicht nur Viren, sondern auch Bakterien können sich auf diesen tummeln und viele davon tun eurer Vagina nicht gut. Was Hände waschen und Bakterien mit TSS zu tun haben, und wie ihr selbst das toxische Schocksyndrom vermeiden könnt, erfahrt ihr unter dem verlinkten Artikel.

2. Endlich nachhaltige Monatshygiene ausprobieren

Vielleicht habt ihr euch bisher noch nicht getraut, eine Menstruationstasse oder Biotampons auszuprobieren. Klassische Fragen dazu sind: „Hält eine Menstruationstasse auch wirklich dicht und wie geht es meinem Körper nach dieser Umstellung?“ oder auch „Sind Biotampons genauso saugfähig wie konventionelle?“ Tatsächlich haben wir von der erdbeerwoche die Erfahrung gemacht, dass Frauen sich gerade in Krisenzeiten verstärkt Gedanken um ihre Intimgesundheit machen. Zu Recht, wie eine 2019 veröffentlichte Studie der Universität von Pavia in Italien zeigt: Dafür wurden 200 Frauen ausgewählt, welche an wiederkehrenden Hautirritationen im Intimbereich – insbesondere während der Periode – litten. Für die Studie stieg die Hälfte der Probandinnen auf Binden aus biologischer Baumwolle um. Die anderen 100 Frauen benutzten für ihre Periode weiterhin Binden mit einem hohen Anteil an synthetischen Materialien. Der Vergleich zeigte: Bei 99 Prozent der Frauen besserten sich die Beschwerden schon nach nur einer Periode, in welcher sie ausschließlich Bio-Binden von Organyc verwendeten. Das heißt, gerade wenn ihr eine empfindliche Haut habt und oftmals während der Periode an Hautirritationen leidet, lohnt es sich, den Umstieg auf biologische Produkte zu wagen.

3. Euer Menstruationswissen auffrischen mit READY FOR RED

Wie genau funktioniert eigentlich der weibliche Zyklus? Welche Lebensmittel helfen gegen Periodenschmerzen? Warum habe ich in manchen Zyklusphasen mehr Energie als in anderen? Wir können die Zeit zu Hause nutzen, um uns besser mit unserem Körper und unserem Zyklus vertraut zu machen. Wir von der erdbeerwoche haben dafür READY FOR RED entwickelt – eine digitale Plattform mit über 70 interaktiven Spielen und Videos, auf der ihr Nützliches und Wichtiges rund um das Thema Menstruation erfahrt. READY FOR RED kann auf jedem digitalen Gerät, egal ob Handy, Tablet oder Laptop genutzt werden und hat außerdem einen minimalen Datenverbrauch. In jeder Packung Organyc-Biotampons, Binden und Slipeinlagen befindet sich übrigens zur Zeit ein Gratis-Zugang zu READY FOR RED.

4. Gemütliche Regeltage im Home Office

Endlich in der Lieblings-Schlabberhose mit Wärmeflasche und Kräutertee von zu Hause aus arbeiten: eigentlich die perfekten Bedingungen um zu menstruieren, oder? Nutzt diese Zeit, um genau das zu tun, was euch während eurer Periode gut tut. Für viele Freuen ist das einfach Ruhe, ein wärmender Tee und gutes, selbst gekochtes Essen. Möglicherweise wollt ihr auch euer persönliches Perioden-Lieblingsrezept finden? Hier lest ihr alles, was ihr zum Thema Ernährung und Zyklus wissen müsst.

Was ist euer Lieblingsessen während eurer Tage? Habt ihr Fragen an unsere Periode-Expertinnen rund um alles, was mit eurer Regel zu tun hat? Schreibt uns in den Kommentaren, wir freuen uns auf euren Input!

 

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Protein und vegane Ernährung – wie geht das zusammen?

Ihr hört es sicher des Öfteren: Sport und richtiges Muskeltraining sind gesund – eine tierisch-proteinhaltige Ernährung ist hierbei aber unverzichtbar! Doch stimmt das wirklich? Ich persönlich erlebe es in meinem Bekannten- und…

Ihr hört es sicher des Öfteren: Sport und richtiges Muskeltraining sind gesund – eine tierisch-proteinhaltige Ernährung ist hierbei aber unverzichtbar! Doch stimmt das wirklich? Ich persönlich erlebe es in meinem Bekannten- und Freundeskreis in letzter Zeit immer häufiger, dass ich gefragt werde, welches mein Rezept für eine gesunde Fitness, einen effektiven Muskelaufbau und eine nachhaltige Gesundheit ist.

Um dazu eines gleich vorwegzuschicken: Ich lebe seit mehreren Jahren vegan – und das mit Erfolg! Seitdem ich vor rund zehn Jahren angefangen habe, auf Fleisch- und Milchprodukte zu verzichten, fühle ich mich persönlich nicht nur „leichter“ und ausgeglichener, sondern ich konnte vor allem auch meine sportliche Leistungsfähigkeit steigern! In diesem Artikel werde ich zunächst die allgemeine Bedeutung von Protein erklären, bevor ich anschließend auf die Vorteile der pflanzlichen, sprich veganen, proteinhaltigen Ernährung eingehe.

Sicherlich hört und lest ihr viel über spezielle, auch auf den Sport abgestimmte, Ernährungsbeispiele. Das meiste davon ist jedoch nicht unbedingt zielführend. Deshalb gibt es von mir außerdem nachweislich erfolgversprechende Ernährungstipps. Anhand von speziellen, praxisnahen Ernährungsbeispielen lässt sich belegen, dass das altbekannte Vorurteil „Proteinmangel bei veganer Ernährung“ nicht zutreffend ist.

Proteine – aufgepasst: So funktionieren sie!

Wie ihr sicherlich wisst, ist die optimale Eiweißversorgung für den menschlichen Körper ein wichtiger Faktor. Aber inwiefern eigentlich? Ganz einfach: Proteine sind deshalb so essentiell für uns, weil der Körper – im Gegensatz zu anderen Nährstoffen, wie etwa Fett – selber keine Proteinreserven bildet. Außerdem sind Proteine an vielen Körperfunktionen beteiligt. So werden aus Proteinen beispielsweise Gerinnungsfaktoren für die Blutgerinnung, Antikörper für die Immunabwehr, Transportproteine für den Eisen- und Sauerstofftransport im Blutkreislauf und vieles mehr produziert.

Jede einzelne Zelle kann bis zu 5.000 verschiedene Eiweißsorten haben! Jedoch gibt es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Eiweißbausteinen. Dies sind die oft genannten und berühmten Aminosäuren. Proteine entstehen also durch die Vernetzung von Aminosäuren und bestehen in ihrer Grundsubstanz aus Stickstoff, Schwefel, Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff.

Vegane Ernährung und ausreichende Versorgung mit Proteinen – das passt einfach super zusammen!

Wie schaffe ich es als Veganer, meinen täglichen Bedarf an Proteinen zu decken? Meine Antwort hierzu wird euch sicherlich überraschen: Allgemein bekannt sind tierische Produkte wie Fleisch oder Milchprodukte als eiweißhaltige Quellen. Was viele jedoch nicht wissen: Auch Pflanzen sind erstklassige Eiweißlieferanten! Bereits im Jahr 2009 veröffentlichten Forscher im American Journal of Clinical Nutrition hierzu einen Forschungsbericht, der nachwies, dass eine vegane Ernährung deutlich gesünder als eine „normale“ Ernährung ist. Auch zeigte sich, dass Veganer ein reduziertes Herz-Kreislauf-Risiko aufweisen, seltener anfällig für Übergewicht sind und kaum an Diabetes Typ 2 leiden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch belgische Forscher im Jahr 2014. Dies sind Forschungsergebnisse, die allen zu denken geben sollten, die in tierischen Produkten die bessere – oder gar „einzig wahre“ – Alternative sehen!

Wer benötigt wie viel Protein?

Wer hat welchen Protein-Bedarf? Gibt es da Unterschiede? Ja! Aber warum? Weil es eine Rolle spielt, wer sich wie betätigt. Es macht einen Unterschied, ob man sich so gut wie nie körperlich betätigt oder mehrmals pro Woche Sport treibt. Also ob der Tagesablauf nur aus Autofahren, Im-Büro-Sitzen und dem abendlichen Entspannen auf der Couch besteht oder ob man sich trotz einseitiger Büroarbeit körperlich fit hält, in der Freizeit Fahrrad fährt oder im Fitness-Studio trainiert. Ist man körperlich aktiver sind zum einen die Glykogenspeicher schneller entleert, zum anderen wird Protein zur Muskelneubildung benötigt. Will man dann die eigens antrainierten Muskeln nicht wieder einbüßen, muss weiterhin der Mehrbedarf an Protein gedeckt werden.

Ein Nicht-Sportler benötigt in etwa ein Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag, ein Ausdauersportler ca. 1,5 Gramm. Damit man als Kraftsportler sein volles Potenzial ausschöpfen, weiterhin stetig Erfolge feiern und seine Muskelmasse erhalten kann, sind zwei Gramm Protein zwingend notwendig. Ausgenommen sind hierbei Personen mit starkem Übergewicht. Bringt man zum zum Beispiel 120 Kilogramm auf die Waage und der Großteil des Gewichtes besteht aus überschüssigem Körperfett und nicht aus Muskelmasse und würde nun ins Fitness-Studio trainieren gehen, bräuchte man natürlich nicht täglich 240 Gramm Eiweiß zu konsumieren.

Proteine mit veganer Ernährung – meine besten Ernährungstipps

Hülsenfrüchte wie Bohne, Erbse oder auch Lupine weisen mit ca. 20 Prozent einen hohen Anteil an pflanzlichem Protein auf. Auch in Getreide, Dinkel und Reis ist Pflanzenprotein in signifikanten Mengen enthalten, ebenso in Hanf. Mein Tipp an dieser Stelle: Die Aminosäureprofile von Lupinenprotein und Getreideprotein ergänzen sich optimal. Werden zum Beispiel beim Backen zehn bis 15 Prozent des herkömmlichen Mehls durch Lupinenprotein ersetzt, ergibt sich dadurch eine ideale Aminosäure-Zusammensetzung. Zudem ist Lupinenprotein reich an Antioxidantien! Jeder, der Lupine noch nicht probiert hat, sollte dies unbedingt nachholen. Weitere News, facts und spannende Hintergrundinfos zur Lupine findest du in diesem Buch.

Eine Hülsenfrucht mit hohem Proteinanteil ist wie schon erwähnt die Erbse. Durch ihren hohen Anteil an den verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin gilt sie als optimale Nahrungsaufnahme für Sportler. Die genannten Aminosäuren sind an der Energieversorgung der Muskeln und am Muskelaufbau beteiligt und werden daher bei körperlicher Aktivität vorrangig eingebaut.

Ein weiteres, nahrhaftes Protein ist das Reisprotein. Mit einem Proteinanteil von bis zu 80 Prozent ist Reisprotein besonders gut verträglich und insbesondere auch für Allergiker geeignet. Reisprotein zeichnet sich durch seinen neutralen Geschmack aus und kann sowohl für süße als auch für deftige Speisen, sowie für Shakes und Smoothies verwendet werden. Hervorzuheben ist beim Reisprotein darüber hinaus sein ausgewogenes Aminosäureprofil und sein hoher Anteil an Tryptophan, welches die Vorstufe des Glückshormons Serotonin darstellt. Hülsenfrüchte sind nicht nur gut für Magen und Darm, sondern können auch psychisch „pushen“.

Hier eine Übersicht der proteinhaltigsten Pflanzen:
– Quinoa, Amaranth, echter Buchweizen, Hanfsamen, Sojasamen und Spirulina
– Hülsenfrüchte wie Sojabohnen und deren Erzeugnisse (Miso, Natto, Tempeh, Tofu), Bohnen allgemein, Linsen, Erbsen, Süsslupine, Erdnüsse
– Nüsse und Samen wie Walnüsse, Cashewkerne, Haselnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkrerne und Kürbiskerne
– Getreide, insbesondere Reis, Mais, Hafer, Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hirse
– Sprossen

Haltet euch an folgende Regeln und erlebt den maximalen Genuss bei bester Gesundheit!

Nun wisst ihr, dass erstens Proteine ein essentieller Bestandteil der menschlichen Ernährung sind und zur Erhaltung und zum weiteren Aufbau der Muskelmasse sowie zur Erhaltung der Knochen beitragen. Zweitens habt ihr erfahren, dass es Untersuchungen und Studien zufolge erwiesen ist, dass pflanzliche Proteine im direkten Vergleich mit tierischen Proteinen mindestens genauso gut abschneiden, wenn nicht sogar besser – gerade wenn man an die bereits erwähnten stabilisierenden Herz- und Kreislaufuswirkungen denkt.

Das Thema Protein ist insgesamt zwar recht komplex, jedoch braucht man sich nicht unnötig verrückt machen. Denn wer die hier vermittelten Basics kennt und die entsprechenden Kombinationen der einzelnen Lebensmittel bei der veganen Ernährung beachtet und sich ab und zu vergewissert, wie viel Eiweiß in den Produkten enthalten ist, ist immer auf der sicheren Seite. Und wenn man als aktiver Sportler hin und wieder einmal einen hochwertigen Protein-Shake trinkt, schafft man es damit auch ganz easy, seinen Eiweiß-Bedarf umfassend zu decken.

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Kiweno, Toni Mörwald und vegane Weihnachtsbäckerei (mit Rezept!)

Ich durfte vor kurzem an einem exklusiven Backworkshop mit Toni Mörwald im Palais Ferstel teilnehmen. Das Thema des Abends war jedoch nicht wie vielleicht stark anzunehmen ist, Weihnachten, sondern Nahrungsmittelunverträglichkeiten,…

Ich durfte vor kurzem an einem exklusiven Backworkshop mit Toni Mörwald im Palais Ferstel teilnehmen. Das Thema des Abends war jedoch nicht wie vielleicht stark anzunehmen ist, Weihnachten, sondern Nahrungsmittelunverträglichkeiten, denn 45 Prozent aller Erwachsenen in Europa leiden daran – auch Bianca Gfrei, die Geschäftsführerin und Mitgründern von Kiweno.

Was ist Kiweno? Kiweno ist ein Selbsttest, der aus Biancas eigener Not heraus entstanden ist. Der Test, welcher die Unverträglichkeiten gegenüber 70 Nahrungsmitteln prüft, kann im Internet bestellt und von Zuhause aus durchgeführt werden. Man muss sich einfach nur in die Fingerkuppe stechen, zwei Tropfen Blut in ein winziges Gefäß füllen und das Ganze zurück schicken. Es wird ausgewertet und das Resultat kommt in nur wenigen Tagen per E-Mail. Ganz ohne Ordinationswartezeiten! Wer also vermutet, dass eine Unverträglichkeit vorhanden sein könnte, kann sich nun ohne das Haus zu verlassen dem Selbsttest unterziehen.

Damit jedoch niemand, auch nicht Menschen mit bestimmten Unverträglichkeiten, auf Weihnachtsbäckerei verzichten müssen, wurden vor Ort glutenfreie Kekse nach Rezepten von Toni Mörwald gebacken. Mir haben die Rumkugeln mit dem Namen “Rum küsst Kokos” am besten geschmeckt. Für Last-Minute-Weihnachtsbäcker eigenen diese sich sehr!

Rum küsst Kokos

Zutaten

120g Kokosraspeln
200g Reissirup
20g Kakaopulver, ungesüßt
2 EL Ribiselmarmelade
2 EL Rum
1-2 EL Margarine
1 Vanilleschote
Kokosraspeln und Kakaopulver zum Wälzen

Zubereitung

In einem leistungsstarken Mixer alle Zutaten für einige Sekunden zerkleinern und zu einer cremigen Masse mixen. Die Masse abschmecken und je nach Geschmack nachsüßen. Anschließend die Masse für mindestens zwei bis drei Stunden in den Kühlschrank stellen. Die Masse soll nach der Kühlzeit fest sein. Dann mit einem Teelöffel kleine Portionen herausnehmen und zu Kugeln formen. Diese anschließend in den Kokosraspeln oder in Kakaopulver wälzen. Die Kugeln am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Vielen Dank für das Rezept und die Zubereitung an Toni Mörwald und Kiweno!

Hier ein kleines, selbstgedrehtes Video zur Zubereitung. Nicht erschrecken, ich habe kleinere Mengen verwendet um das Rezept aufzuzeigen, ebenfalls wurde der Reissirup durch Agavensirup ersetzt. Dieser Kurzfilm stellt mein ersten Versuch des Rezeptfilmens dar.

Nachdem die Masse sich nun im Kühlschrank befindet, bleibt nur eine Frage offen: Wo kann nun der Unverträglichkeitstest von Kiweno bei Bedarf erstanden werden? Das Produkt wird zu einem erschwinglichen Preis von 99 Euro vorwiegend online, jedoch auch in ausgewählten Apotheken und John Harris Fitness Centern verkauft.

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Hatha Yoga im Prana Yoga-Studio

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich begonnen, regelmäßig einmal pro Woche in eine Yogastunde zu gehen. Obwohl ich es nicht geschafft habe auch zu Hause immer wieder Übungen zu…

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich begonnen, regelmäßig einmal pro Woche in eine Yogastunde zu gehen. Obwohl ich es nicht geschafft habe auch zu Hause immer wieder Übungen zu machen, habe ich gespürt wie gut mir diese eineinhalb Stunden jeden Freitag getan haben. Yoga ist für mich einfach der ideale Ausgleich zum ständigen Sitzen im Büro.

Umso stärke habe ich diese wöchentliche Einheit in der Sommerpause vermisst, wenngleich die brütende Hitze auch nicht wirklich zur Bewegung eingeladen hat. Dafür kam mir die Einladung zum Schnuppern ins Sommeryoga im Prana Yoga-Studio gerade recht.

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Auf der Mariahilferstraße in Wien befindet sich das Prana Yoga-Studio. Hier halten 15 selbstständige Yoga-Lehrerinnen und Yoga-Lehrer ihre Stunden ab. Anfangs war ich angesichts der heißen Temperaturen skeptisch, ob ich mich wirklich im Sommer auf Sport einlassen sollte, da mein Kreislauf darauf auch sehr empfindlich reagiert, aber die vier verschiedenen Trainingsräume sind alle in einem schön renovierten Altbau, wodurch es zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert ist.

Warum Semesterkurse?

Bevor ich mich aber auf den Weg nach Wien gemacht habe, hat mich zuerst interessiert: Wie funktioniert das Prana Yoga-Studio eigentlich? In vielen Studios sind die Stunden mit 10er Blocks organisiert. Dies bietet zwar allen Teilnehmern hohe Flexibilität, führt aber auch dazu, dass die Teilnehmer immer wieder variieren und sich die Gruppe nicht kontinuierlich gleich weiter entwickeln kann.

Daher setzt das Prana Yoga-Studio schon seit Jahren auf Semesterkurse. Dabei kann man an Themen dranbleiben und besser auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Gruppen wachsen zusammen und in einem sicheren Rahmen kann man sich jede Woche neu erfahren und versuchen. Trotzdem kann man in vielen Kursen auch während des Semesters noch einsteigen.

Was ist Sommeryoga?

Wie komme ich dann auf Sommeryoga? Von Juli bis Oktober findet im Prana kein Semesterkurs statt, sondern offene Stunden. Hier kann man entweder einzelne Stunden buchen oder sich einen 5er oder 10er Block zulegen. Der Vorteil ist, dass man hier ganz ohne Verpflichtung gustieren kann, ohne sich bereits für ein ganzes Semester zu verpflichten. Man kann unterschiedliche Kursstufen probieren und auch verschiedene Lehrer. Man kauft also keineswegs die Katze im Sack.

Ich habe mich an eine einführende Stunde bei Dieter herangewagt. Nach längerer Pause habe ich mich richtig gefreut, endlich wieder meine Übungen zu machen und war gleichzeitig sehr gespannt darauf wie denn der Unterricht hier ausfallen wird.

Meine Eindrücke

Im Studio angekommen war ich jedenfalls sehr positiv überrascht. Der Raum war viel größer, als er auf den Bildern ausgesehen hat. Direkt beim Eingang steht ein Schreibtisch, wo wir von Dieter begrüßt wurden, daneben ist ein Bereich mit Stühlen zum umziehen abgetrennt. Der restliche Raum ist mit Yogamatten ausgelegt. Diese Atmosphäre und die angenehmen warmen Rot-, Braun- und Gelbtöne haben mir schon beim hereinkommen geholfen, mich zu erden und den stressigen Tag hinter mir zu lassen.

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Die Stunde selbst war ebenso angenehm, wie auch ein klitzekleines bisschen herausfordernd. Nach ein paar Wochen Abstinenz melden sich doch so manche Muskeln zurück und einige Bänder, die wieder etwas mehr gedehnt werden wollen. Das Schöne an Yoga ist aber, dass es nicht nur Gewaltlosigkeit dem Rest der Welt gegenüber predigt, sondern auch dem eigenen Körper gegenüber. Jeder geht also nur so weit, wie er bereit ist und versucht daran zu wachsen. So habe ich noch Dieters Worte in Erinnerung bei der Position des Baumes: „Entscheidet selbst, welcher Baum ihr heute sein möchtet. Ein eher großer oder kleiner, ist er weit ausladend oder hat er eine Krone auf. Wählt, was für euch heute das Beste ist.“

So vergingen die eineinhalb Stunden im Flug. Gefühlt war für mich erst die Hälfte um, da hieß es bereits es sei Zeit für die Schlussentspannung. Mit einem Lächeln im Gesicht und gefühlte zehn Kilo leichter bin ich dem Prana Yoga-Studio an diesem Abend entschwebt und ich kann jedem, der mit dem Gedanken spielt, Yoga auszuprobieren oder der gerade auf der Suche nach einem passenden Studio ist das Prana Yoga-Studio empfehlen.

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Bikram Yoga: Mein Weg zurück zur Fitness

Ich war nie eine richtige Sportskanone, aber ich habe doch so einige Sportarten betrieben – nicht alle mit durchschlagendem Erfolg, doch immer mit jeder Menge Spaß an der Bewegung. Von…

Ich war nie eine richtige Sportskanone, aber ich habe doch so einige Sportarten betrieben – nicht alle mit durchschlagendem Erfolg, doch immer mit jeder Menge Spaß an der Bewegung. Von Basketball zu Volleyball über Tischtennis bis zu Kung Fu, diversen Yoga-Arten und Klettern haben sich über die Jahre so einige Sportarten angesammelt.

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Dann kam The bird’s new nest und mit diesem Projekt 14-Stunden-Tage, oft sieben Tage die Woche. Natürlich war mir bewusst, dass ständiges Sitzen am Computer ohne entsprechenden Ausgleich nicht gerade gesund ist, aber diese Gedanken wurden von mir erfolgreich ignoriert. Nach zwei Jahren durchgehenden Arbeitens ohne einen Tag Urlaub waren die Folgen meiner mangelnden Bewegung aber doch zu deutlich. Ich hatte einerseits starke Rückenschmerzen, andererseits hatte ich einige Kilos zugelegt, sodass das Anziehen ehemals gut sitzender Jeans jetzt zu einer sportlichen Herausforderung wurde.

Das, was mich aber am meisten beunruhigt hat war, dass die Mobilität meiner linken Körperhälfte auf einmal eingeschränkt war. Nicht verwunderlich, wenn man die Maus immer auf der rechten Seite der Tastatur positioniert hat und deshalb auch ständig etwas schief im Bürostuhl sitzt. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich den Kopf nicht mehr weit nach links drehen konnte, genauso wie auf einmal die Beweglichkeit meiner linken Hüfte deutlich eingeschränkt war. Einfache Positionen wie der Schneidersitz waren auf einmal wie Akrobatik und ziemlich schmerzhaft. Zu guter Letzt fühlte ich mich durch die ständige Arbeit ohne längere Erholungszeiten auch ziemlich gestresst und unausgeglichen – auch seelisch bekam ich die mangelnde körperliche Bewegung immer mehr zu spüren. Das alles war für mich nun doch ein deutliches Alarmsignal, dass unbedingt wieder regelmäßiger Sport einen Fixplatz in meinem Leben bekommen musste.

Nach diesem Entschluss stand schon die nächste große Frage an: Welche Sportart sollte es denn nun werden? Sie sollte herausfordernd sein, weil ich mir durch meinen vollen Zeitplan nur ein Mal die Woche Zeit nehmen konnte und wollte. Man sollte dazu keine zweite Person brauchen wie beim Klettern, diese zuletzt von mir betriebene Sportart schied aus dem Grund schon aus. Genauso wie Tischtennis und Teamsportarten wie Basketball oder Volleyball. Man sollte aber trotzdem unter anderen Menschen sein, Laufen und Joggen fiel hier aus, außerdem – sorry, liebe passionierte Läufer – habe ich immer wieder versucht, Freude an dieser Sportart zu finden und mich jedes Mal entsetzlich gelangweilt. Der Entspannungseffekt sollte natürlich auch nicht fehlen, hier schied nun Kung Fu aus – hohe Kicks und Flugrollen sind zwar cool, aber definitiv nicht entspannend. Bleibt… Yoga. Doch die Yoga-Arten, die ich bis jetzt gemacht habe – Hatha und Kundalini – waren mir nicht herausfordernd genug. Bis auf… Bikram Yoga!

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Bikram Yoga, auch Hot Yoga genannt, ist eine Serie von 26 Yoga- und zwei Atemübungen, die in einem rund 40 Grad warmen Raum praktiziert werden. Jede Einheit dauert 90 Minuten. Also im Prinzip die perfekte Mischung. Durch die hohe Raumtemperatur ist Bikram Yoga auf jeden Fall eine Herausforderung. Man benötigt keine zweite Person oder sogar ein ganzes Team, aber man ist trotzdem unter Menschen. Die Hitze ist für mich aber nicht nur eine Herausforderung, sondern wirkt auf mich sehr entspannend. Kaum an einem anderen Ort komme ich so gut zur Ruhe wie in der Sauna, im Sommer im Freien liegend oder eben beim Hot Yoga. Und noch etwas sprach für Bikram Yoga – vor einiger Zeit hat in meiner Nähe Bikram Yoga Wien Süd eröffnet. Also alles klar, oder?

Leider waren die Anlaufschwierigkeiten doch grösser als gedacht. Denn eigentlich wollte ich im Zuge meines Neujahrsvorsatzes, wieder Sport zu machen, schon im Januar erneut mit Bikram Yoga anfangen. Aber natürlich gab es immer einen guten Grund, nicht zu beginnen. Zu viel zu tun die eine Woche, sich nicht motiviert fühlen in der nächsten. Und außerdem: Bikram Yoga war schon ziemlich anstrengend, schaffe ich das überhaupt nach über zwei Jahren kompletter Sportabstinenz? Zu meinem Wiedereinstieg brachte mich dann nicht meine überragende Disziplin, sondern die Tatsache, dass mein Gutschein für fünf Einheiten in besagtem Studio am Verfallen war. Nun, besser so als gar nicht.

Meine Befürchtungen betreffend der ersten Wiedereinstiegs-Einheit waren tatsächlich völlig unbegründet. Die 90 Minuten waren zwar sehr anstrengend, aber trotz meiner langen Pause waren manche Asanas für mich leichter als ich es in Erinnerung hatte. Außerdem hatte ich meine Wasserflasche vergessen und habe mich spontan dazu entschlossen, kein Wasser zu kaufen, sondern es einfach ohne zu probieren. Auch das funktionierte ohne Probleme, seitdem verzichte ich komplett auf Wasser während der Einheiten. Dass ich schon lange keinen Sport mehr gemacht hatte, bekam ich aber direkt nach dem Yoga zu spüren. Ich war so müde und erschöpft, als hätte ich fünf Stunden Bikram Yoga gemacht, aber es fühlte sich unglaublich gut an. Danach war ich aber zu nichts anderem mehr fähig, als mich in die heiße Badewanne zu legen. Und dann ging es nur noch am kürzesten Weg ab ins Bett.

Der Muskelkater am nächsten Tag war ebenfalls viel weniger schlimm als gedacht, auch hier war es eher ein gutes Gefühl, endlich wieder genug Bewegung gemacht zu haben, um überhaupt etwas Muskelkater zu bekommen. Nach dieser ersten Einheit trug ich mir die restlichen vier Mal Bikram Yoga für jede Woche fix in den Kalender ein. Nach den fünf Einheiten Bikram Yoga waren meine Rückenschmerzen tatsächlich verschwunden. Meine Immobilität auf der linken Seite war zwar nicht weg, aber ich merkte eine leichte Verbesserung. Und ich fühlte mich definitiv ausgeglichener und weniger gestresst. Deshalb war für mich absolut klar: Ich mache weiter!

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Nach rund zehn Einheiten hat sich mittlerweile auch meine Figur deutlich gestrafft und meine Jeans sitzen wieder besser. Ich fühle mich fitter und freue mich über die schon so früh eingetretenen positiven Effekte. Außerdem habe ich durch Bikram Yoga immer wieder interessante Erkenntnisse. Wie zum Beispiel dass ich für mich schwierige Asanas nicht schaffe, wenn ich Angst davor habe oder denke, dass ich die Position nicht gut halten kann. Als Experiment habe ich mir kürzlich vor der für mich schwierigsten Position, der Camel Pose – siehe Bild – gesagt: „Ich probiere die Asana einfach, es wird schon irgendwie gehen.“ Und auf einmal war die Position kein so großes Problem mehr. Meine Erkenntnis: Man kann sich Erfolg oder Probleme einfach her- oder auch wegdenken. Die eigene Einstellung zu einer Sache ist das wesentlichste Kriterium.

Habt ihr Fragen zu Bikram Yoga? Stellt sie einfach in den Kommentaren!

3 Kommentare zu Bikram Yoga: Mein Weg zurück zur Fitness

Detox – Der Hype in Lifestyle- und Bloggersphären

Detox scheint in aller Munde. Doch Wissenschaftler kritisieren jetzt: Alles totaler Schwachsinn! Was steckt dahinter? Ist es wirklich so gut, wie jeder schreibt und braucht unser Körper diese Entgiftung? Übersetzt bedeutet…

Detox scheint in aller Munde. Doch Wissenschaftler kritisieren jetzt: Alles totaler Schwachsinn! Was steckt dahinter? Ist es wirklich so gut, wie jeder schreibt und braucht unser Körper diese Entgiftung?

Übersetzt bedeutet Detox so viel wie Entgiftung. Prinzipiell geht dem Detox-Verfahren der Gedanke voraus, dass unser Körper sich mit den Lebensmitteln, welche wir verzehren, in Verbindung mit einem ungesunden Lebensstil, vergiftet. Die sogenannte Schlacke, voll mit Giftstoffen, bleibt in unserem Körper zurück und kann nur durch eine Detox-Kur entfernt werden.

Bei Detox nimmt man für zwei bis sieben Tage keine feste Nahrung zu sich und stillt seinen Hunger untertags mit Smoothies und Suppen. Die Smoothies lassen sich einfach selber herstellen, mittlerweile gibt es aber auch spezielle Detox-Smoothies, die man sich portionsweise direkt nach Hause liefern lassen kann. Die Kur wird durch viel Flüssigkeit, wie Wasser und ungesüßte Tees, unterstützt. Intensiven Sport sollte man meiden, lange Spaziergänge hingegen sind erwünscht. Auch Entspannungssport wie Yoga wird empfohlen. Durch lange Schlafphasen entspannt sich der Körper und tankt Energie, die er durch das Entgiften verliert. In den ersten Tagen bemerkt man einige Nebenwirkungen, wie permanente Kopfschmerzen und starke Müdigkeit, die Zeichen der aktiven Entgiftung sind.

Viele Detox-Anwender sind dem Irrglauben verfallen, dass Detox eine tolle Methode zum Abnehmen ist. In der Tat verliert man innerhalb kurzer Zeit viel Gewicht, da man täglich nur ungefähr 400 Kilokalorien zu sich nimmt. Doch nach der Detox-Diät setzt unwillkürlich der Jojo-Effekt ein und lässt die Kilos wieder wachsen. Auf Dauer gesehen doch keine gute Variante, um den Vanillekipferln von Weihnachten adé zu sagen.

Anfänglich sollte dies ein Bericht über einen Detox-Selbstversuch sein, doch nach den Kritiken seitens der Wissenschaft, wird sich mein Körper, speziell meine Organe, weiterhin selbst um die Entgiftung kümmern müssen. Prinzipiell meint die Wissenschaft, dass sich unser Körper mit Hilfe der Organe selbst reinigt. Der gesunde Körper sollte keine Detox-Kur brauchen, um etwaige Schlacken abzubauen. Sollte der Körper nicht mehr imstande sein, sich selbst zu entgiften, dann hilft ihm auch keine Detox-Kur mehr. Im Prinzip ist Detox nichts anderes als Heilfasten und hilft dem geistigen und psychischen Körperempfinden. Gesundheitliche Probleme oder falsche Ernährungsgewohnheiten werden dadurch aber nicht verbessert. Nach einer Studie von „Sense About Science“ sind Produkte mit der Kennzeichnung „Detox“ reine Geldverschwendung und verbessern alleinig die Wirtschaft. Eine Untersuchung hat ergeben, dass fast alle untersuchten Detox-Produkte wirkungslos sind.

Die einzelnen Aspekte der Detox-Diät sind in der Tat gesund für den Körper. Fasten hilft beispielsweise, unseren Körper besser wahrzunehmen und das geistige Wohlbefinden zu steigern. Flüssigkeiten sollten immer in ausreichender Menge dem Körper zugeführt werden. Sportliche Aktivitäten runden einen gesunden Lebensstil ab. Durch das Trinken von Smoothies werden dem Körper viele Vitamine und Ballaststoffe zugeführt, die den Hunger stillen und zu einer Gewichtsabnahme führen können.

Prinzipiell solltet ihr, wenn ihr euch einer Fastenkur oder Ernährungsumstellung unterzieht, darauf achten, wie es euch damit geht. Beobachtet die Signale eures Körpers und ihr werdet merken, ob ihr euch gesünder und wohler fühlt. Definiert euer eigenes Konzept, mit dem ihr gut auskommt, denn nur ihr alleine wisst, wann es eurem Körper gut geht.

 

Quellen:
http://www.dge.de/presse/pm/blitzdiaeten-bleiben-ohne-dauerhaften-erfolg/
http://www.senseaboutscience.org/pages/debunking-detox.html

12 Kommentare zu Detox – Der Hype in Lifestyle- und Bloggersphären

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