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Kategorie: Inspiration.

Mit dem Rad durch die Stadt: Interview mit einer passionierten Radfahrerin

Meine Schwester Katharina lebt seit fünf Jahren autofrei in Wien und legt fast alle Wege mit dem Fahrrad zurück. In diesem Interview beantwortet sie meine Fragen zu ihrer Fahrradleidenschaft und…

Meine Schwester Katharina lebt seit fünf Jahren autofrei in Wien und legt fast alle Wege mit dem Fahrrad zurück. In diesem Interview beantwortet sie meine Fragen zu ihrer Fahrradleidenschaft und gibt Tipps gegen Probleme, die sich oft beim Thema Radfahren in der Stadt stellen.

 

Eli: Welche Wege legst du mit dem Rad zurück?

Katharina: Das Fahrrad ist mein präferiertes Verkehrsmittel in Wien. Ich radle eigentlich täglich zur Arbeit – einmal abgesehen von den wenigen Tagen im Jahr, an denen es stark regnet oder an denen im Winter der Schnee nicht von den Wegen geräumt ist. Auch abends zum Freunde treffen oder am Wochenende verwende ich in Wien fast nur mein Fahrrad. Nur Lebensmittel einkaufen gehe ich meistens zu Fuß, weil es bis zum nächsten Supermarkt nur hundert Meter sind.

Eli: Wieso fährst du mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto oder den Öffis?

Katharina: Mit einem Auto fahre ich ganz selten, weil mein Partner und ich kein Auto mehr besitzen. Bis vor fünf Jahren hatten wir ein Auto, das wir damals allerdings auch öfters genutzt hatten – hauptsächlich für Strecken, die man eigentlich vernünftiger anders zurücklegt oder vermeiden kann. Wir sind zum Beispiel für den Großeinkauf am Wochenende zum Verbrauchermarkt gefahren, anstatt beim Supermarkt um die Ecke einzukaufen. Sogar zum Laufen gehen bin ich mit dem Auto in den Prater gefahren, oder zum Wienerwald – Strecken, die man auch mit dem Fahrrad oder mit Öffis zurücklegen kann. Als dann unser Auto kaputt ging, meinten wir, dass wir es einmal ganz ohne Auto ausprobieren würden. Und wir haben erkannt, dass es ganz gut funktioniert. Meiner Meinung nach braucht man in Wien gar kein Auto. Und für Ausflüge und größere Transporte können wir uns ein Auto ausleihen. Die Öffis verwende ich nicht so gerne, weil die U-Bahn für den Weg zur und von der Arbeit fast immer überfüllt ist und es mit dem Rad zwar fünf Minuten länger dauert, aber dafür viel entspannter für mich ist. Mich nervt es, in der Früh in der U-Bahn zu stehen, da ist es deutlich angenehmer in frischer Luft ein bisschen Bewegung zu machen. Das Fahrrad ist auch viel praktischer beim Freunde treffen am Abend, wenn die Öffis nicht mehr so dichte Intervalle haben und man ewig warten muss, vor allem wenn man auch noch wo umsteigt.

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Eli: Was machst du im Winter oder wenn es regnet?

Katharina: Kälte im Winter macht eigentlich nicht viel, durch die Bewegung wird einem sowieso warm. Das Wichtigste sind warme Handschuhe und eine Kopfbedeckung. Gegen leichten Regen helfen Regenjacken mit Kapuze und eine Regen-Überhose, die ich schnell aus meinem Rucksack ausgepackt habe und über meine Arbeitssachen anziehe. Wenn es wirklich stark regnet oder im Winter viel Schnee liegt, dann radle ich nicht und freue mich schon wieder auf besseres Wetter, weil ich erkenne, wie viel angenehmer es an der frischen Luft ist, als in den überfüllten Öffis.

Eli: Wie ist die Reaktion in deinem Freundes- und Bekanntenkreis?

Katharina: Eine meiner Freundinnen hat sich auch schon ein Fahrrad für die Stadt gekauft und fährt damit zur Arbeit – für sie bedeutet es außerdem noch Zeitersparnis versus den Öffis. Meine Arbeitskollegen waren anfänglich sehr verwundert, weil sich viele von ihnen täglich mit dem Auto in die Arbeit stauen. Für sie ist das Fahrrad kein Verkehrsmittel, sondern nur ein Sportgeräts für die Wochenendausfahrt. Einige fragen mich auch, wie ich das mit umziehen und duschen mache. *Katharina lacht* Das ist allerdings eine Frage des Tempos, ich radle mit meinem Rad ganz entspannt durch die Stadt und komme so gar nicht ins Schwitzen. Es ist für mich nicht anstrengender als zu Fuß zu gehen, eher sogar weniger. Und im Sommer, wenn es tagsüber sehr warm wird, ist es in der Früh immer noch relativ angenehm und der Fahrtwind kühlt auch ein wenig. Ich finde, dass Sportkleidung fürs gemütliche Radeln in der Stadt genauso wenig notwendig ist, wie fürs Spazieren gehen. Es gibt auch Leute, die sich für den Spaziergang bzw. Walking mit der teuersten Funktionskleidung ausstatten, ich zähle da nicht dazu.

Eli: Was möchtest du uns noch abschließend sagen?

Katharina: Ich kann jedem nur empfehlen, einmal auszuprobieren, statt mit dem Auto und Öffis in der Stadt das Rad zu verwenden. Und natürlich ab und zu bei der Critical Mass mitzuradeln – ein nettes Erlebnis, die Straße einmal nicht mit Autos teilen zu müssen.

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Vier Tipps, um nachhaltig etwas an sich zu ändern

Vor ein paar Wochen habe ich angefangen, Schritt für Schritt meine Ernährung umzustellen. Schon mehrfach hatte ich es mir in den letzten Jahren vorgenommen, aber irgendwie nie wirklich angepackt. An…

Vor ein paar Wochen habe ich angefangen, Schritt für Schritt meine Ernährung umzustellen. Schon mehrfach hatte ich es mir in den letzten Jahren vorgenommen, aber irgendwie nie wirklich angepackt. An vernünftigen Argumenten fehlte es nicht. Sophie hat sich in einem Kolumnenbeitrag schon sehr ausführlich mit dem Für und Wider auseinandergesetzt. Es ist nicht nur wesentlich gesünder für meinen Organismus, genauer darauf zu achten, was ich esse, sondern auch für das gesamte Ökosystem. Viele andere Menschen, die ich kenne, sind da schon wesentlich konsequenter als ich. Es gibt also auch Vorbilder, an denen ich mich hätte orientieren können. Und dennoch zeigen meine Bemühungen erst jetzt, Jahre nachdem ich mich zum ersten Mal mit dem Thema befasste, wirklich Früchte. Was also hat sich bei mir und in meiner Einstellung in dieser Zeit verändert? Tatsächlich sind es nur ein paar Kleinigkeiten. Ich habe an meinen inneren Glaubenssätzen gearbeitet. Das sind oft unbewusste Überzeugungen, die wir aus früheren Zeiten mit uns herum schleppen, die aber in vielen Fällen heute gar nicht mehr in die Realität passen. Letztlich habe ich in mir nur die eine oder andere Verschaltung verändert. Aber kleine Dinge haben manchmal eine große Wirkung. Hier sind meine Tipps:

Tipp 1: Den perfekten Moment gibt es nicht

„Gerade ist so eine stressige Phase.“ „Sobald ich den Abgabetermin geschafft habe, wird es besser.“ „Aber doch nicht so kurz vor den Feiertagen!“ – Im Ernst? Jetzt mal ehrlich, du wirst immer Gründe finden, warum es gerade nicht günstig ist. Oder du verschiebst den Beginn deines Vorhabens fröhlich in die Zukunft. Auch ich habe das oft getan. Es wird schon der Moment kommen, an dem ich mich in der Lage fühlen werde, Nägel mit Köpfen zu machen, dachte ich. Ich bin eben einfach noch nicht so weit. Was für ein Quatsch. Es ist das Wesen von Veränderungen, dass sie Gewohnheiten durcheinander bringen und auf Widerstände stoßen – innere und äußere. Besser, du findest dich gleich damit ab. Den perfekten Moment gibt es nicht. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass in den meisten Fällen jeder Augenblick genauso passend ist wie jeder andere. Es liegt also an dir, ob du bereit bist, diese Tatsache einfach zu akzeptieren.

Nicht die äußeren Umstände hindern dich an der Umstellung, sondern deine innere Einstellung. Wer sich abhängig fühlt, handelt danach. Wer mit inneren Programmen wie „Ach, das schaffe ich sowieso nicht“ herumläuft und sie täglich wieder in Gedanken herunter betet, der schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass sie sich dort so richtig zu Hause fühlen. Wer sich wirklich entschieden hat, sein Leben selber zu gestalten, der wird mit Widerständen umgehen lernen – step by step eben.

Mein Tipp: Suche danach, wo die Ursache für deinen Widerstand liegt. Hinter den vorgeschobenen Gründen liegt oft etwas ganz anderes verborgen. Alte Kindheitsmuster zum Beispiel oder Sätze, die man dir jahrelang eingetrichtert hat. Prüfe sie auf ihren Realitätsgehalt und versuche, sie in Zukunft positiv zu formulieren. Zum Beispiel: „Natürlich schaffe ich das, weil ich aus meinen bisherigen Erfahrungen lerne und mein Vorgehen meiner Persönlichkeit anpasse.“

Tipp 2: Hüte dich vor großen Erwartungen

Klingt alles ganz prima, denkst du jetzt vielleicht. Das sind doch keine neuen Erkenntnisse und ich kriege es trotzdem nicht hin. Ich sage: Vielleicht sind einfach deine Erwartungen zu hoch. Es klingt toll, hehre Ziele zu haben. Und es wäre umso großartiger, wenn man sie tatsächlich auf Anhieb voll und ganz in die Tat umsetzen könnte. Entsprechend wunderbar fühlst du dich in den ersten Stunden und Tagen, wenn du noch hoch motiviert bist. Aber sobald die ersten wirklichen Widerstände auftauchen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Aus der Höhe kannst du tief fallen, und das tut dann wirklich weh. Niemand scheitert gern.

Also dosiere die hohen Erwartungen in lauter kleine Päckchen. Ich für meinen Teil habe mir bei der Umstellung meiner Ernährung nichts vollkommen verboten, weil ich genau weiß, dass es mir dann wesentlich schwerer fallen würde, auf die „Sünden des Alltags“ zu verzichten. Und ich habe meine Ernährung eben nicht auf einen Schlag komplett umgestellt, weil ich mich stückchenweise an das Thema heran tasten möchte. Jeder kleine Erfolg ermutigt mich jedoch, auch an anderer Stelle weiter zu machen. Plötzlich fühle ich mich fitter, auch wenn die Gewichtsabnahme zum Beispiel nur sehr, sehr langsam voran geht. Am besten konzentrierst du dich auf die positiven Effekte und richtest dein Augenmerk nicht so sehr auf die Dinge, die nicht oder noch nicht eingetreten sind. Da muss jeder für sich selber herausfinden, was am besten funktioniert.

Mein Tipp: Überprüfe deine Ziele genau. Orientiere dich bei deinen Vorgaben nicht an Wunschvorstellungen, sondern an deinen bisherigen Erfahrungen. Setze auf deine vorhandenen Stärken und dosiere die Veränderung in viele kleine Schritte. Lieber kleinteilig planen, dafür aber kontinuierlich vorankommen.

Tipp 3: Jede kleine Veränderung ist ein Schritt nach vorn

Dies führt mich gleich zum nächsten Punkt. In meinen Augen ist wirklich jede kleine Veränderung ein Schritt in die richtige Richtung. Ja, selbst die kleinen Misserfolge können sehr lehrreich sein. Wenn du etwas nicht hinbekommst, sei dankbar dafür, dass du deine persönlichen Grenzen besser einzuschätzen lernst. Dann hast du vielleicht noch nicht die wirkliche Ursache deiner Widerstände gefunden und solltest weiter forschen. (Glaube mir, es ist eine spannende Sache, sich selber besser zu verstehen.) Oder deine Veränderungsportionen sind noch immer zu groß. Dann gib nicht gleich auf, sondern prüfe deine Erwartungen an dich erneut.

Mein Tipp: Mache dir bewusst, dass Prozesse nie linear verlaufen. Es ist vollkommen normal, dass es vorwärts und auch scheinbar mal rückwärts geht. Lerne daraus und lobe dich für den Versuch. Konzentriere dich auf den Wert, den jede neue Erfahrung für dich hat.

Tipp 4: Sei gut zu dir

Unterm Strich läuft es doch immer auf das Gleiche hinaus: Sei sanft zu dir, lerne Verständnis für dich zu haben und strafe dich nicht für vermeintliche Misserfolge. Ob ich durchhalte und mein Projekt „Ernährungsumstellung“ weiterhin durchziehe, liegt ganz bei mir. Ich bin aber froh, es bis jetzt sehr gut geschafft zu haben und fühle mich prima. Meine Ausdauer hat sich verbessert, mein Wohlbefinden insgesamt hat sich gesteigert und meine Freude an Bewegung wächst jeden Tag ein bisschen mehr. Dass die Lieblingsklamotten mittlerweile wieder etwas besser sitzen, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Wirkliche Gewichtsprobleme hatte ich eigentlich nicht. Im Nachhinein aber spüre ich, dass ich über die Wintermonate doch ganz schön unbeweglich und träge geworden bin. Gesundheit und Fitness – das ist schon eine feine Sache.

Mein Fazit: Eine Verhaltensänderung dauerhaft zu etablieren, ist keine leichte Aufgabe. Gewohnte Pfade sind bequem, sie zu verlassen, kostet Kraft. Aber es ist ein wirklich schönes Gefühl, wenn es am Ende doch gelingt. Das solltest du dir wert sein.

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Meine Woche im buddhistischen Kloster

Im März habe ich eine Woche als Gast im Kloster „Buddhas Weg“ im malerischen Odenwald (Deutschland, Nähe Weinheim und Heidelberg) verbracht. Wie bin ich darauf gekommen? Dort wo man es…

Im März habe ich eine Woche als Gast im Kloster „Buddhas Weg“ im malerischen Odenwald (Deutschland, Nähe Weinheim und Heidelberg) verbracht.

Wie bin ich darauf gekommen?

Dort wo man es vielleicht am wenigsten erwartet. Letzten Herbst auf dem Oktoberfest in München bin ich zwischen Biergkrügen und Wiesn-Hits mit dem Freund eines Freundes ins Gespräch gekommen. Irgendwie haben wir dann auch über Meditation gesprochen, er hat mir von seinem Aufenthalt in Buddhas Weg erzählt und mir das Kloster weiterempfohlen. In einem Nebensatz meinte er, dass das Essen im Kloster vegetarisch, asiatisch und vor allem sehr lecker ist. Warum also nicht, so dachte ich mir, mal Geist und Körper eine Auszeit gönnen.

Wie ist es mir dabei ergangen?

Sehr gut! Wider Erwarten ist es mir gar nicht schwer gefallen abzuschalten. Dabei geholfen hat mir sicherlich, dass ich mein Handy zwar mit dabei hatte, es jedoch abgeschaltet blieb. Somit habe ich weder Internet, noch E-mails und auch keine Whatsapp-Nachrichten empfangen und auch nicht telefoniert. Zum Lesen habe ich mir ein Buch über buddhistische Psychologie von Jack Kornfield mitgenommen, und eine Freundin hat mir Bücher von Dalai Lama geborgt. Doch ich habe gar nicht so viel gelesen. Die Zeit ist einfach so vergangen, ohne dass mir je langweilig geworden wäre. Im Gegenteil, ich habe es richtig genossen, einmal „Zeit zu haben“.

Wie war der Tagesablauf?

Morgens fand von 5:30 Uhr bis etwa 6:30 Uhr eine ungeführte Morgenmeditation und kurze Rezitation von buddhistischen Versen mit den Nonnen statt. Hier konnte, wer wollte, einfach teilnehmen. Ich war zweimal dabei, sonst habe ich ausgeschlafen, da diese Stunde für mich doch etwas zu früh war. Ich kann zu einer etwas späteren Zeit besser bei der Meditation zur Ruhe kommen, ohne schläfrig zu werden. Um 8:00 Uhr gab es gemeinsames Frühstück und um 12:00 Uhr Mittagessen. Bei diesen beiden Mahlzeiten haben die Nonnen zu Beginn einen Gong geschlagen. Darauf folgte eine kurze Rezitation, in diesem Falle eine Widmung, das heißt Äußerung von Wünschen, die man sich selbst und anderen Menschen und Wesen widmet, um sich der vor sich befindlichen Mahlzeit bewusst zu werden. Danach begann das gemeinsame Essen, die ersten zehn Minuten schweigend und in Achtsamkeit. Nach einem weiteren Gongschlag war die Schweigezeit zu Ende. Teilweise bin ich, wie auch viele der anderen Gäste (zeitgleich mit mir waren in etwa zwanzig bis dreißig Personen im Kloster), alleine an einem Tisch gesessen und habe das sehr leckere Essen schweigend genossen. Es war alles vegetarisch und ein Großteil der Speisen sogar vegan, Mittag- sowie Abendessen waren warm mit verschiedensten Gerichten und alles sehr schmackhaft, asiatisch angehaucht und ich habe mich schon immer darauf gefreut. Manchmal bin ich mit anderen ins Gespräch gekommen, wenn sich jemand neben mich an den Tisch gesetzt hat, und vor allem an meinen letzten Tagen habe ich oft mit einer unterhaltsamen Frau gesprochen. Einige der Gäste nahmen sich auch vor, eine bestimmte Zeit zu schweigen und trugen ein dementsprechendes Schildchen auf der Brust. Abendessen gab es um 18:00 Uhr und um 20:30 Uhr fand eine halbe Stunde ungeführte Abendmeditation statt, für diejenigen die mitmachen wollten.

Am Vormittag und Nachmittag habe ich das gemacht, wonach ich mich gerade gefühlt habe. An den beiden Tagen an denen ich für die Morgenmeditation schon um fünf Uhr früh aufgewacht bin, habe ich mir vor dem Frühstück noch ein Nickerchen gegönnt, sonst teilweise auch am Vormittag oder einfach so nachmittags, wenn ich mich ausruhen wollte. Fast jeden Tag bin ich zwischendurch in die Meditationshalle gegangen, um alleine zu sitzen und zu meditieren – ohne auf die Zeit zu achten, dabei konnte ich oft sehr gut zur Ruhe kommen. Da ich Glück mit dem Wetter hatte und viele sehr sonnige Tage erlebte, war ich jeden Tag im Odenwald, an dem das Kloster direkt liegt, spazieren oder gemütlich laufen und habe mich an der Natur erfreut. Oder ich bin einfach untätig in der Sonne gesessen. Manchmal habe ich in den mitgebrachten Büchern gelesen, wobei es auch im Kloster eine kleine Bibliothek gab.

Montagabend um 19 Uhr wurde Tai Chi angeboten – die beiden Stunden haben mir sehr gut gefallen, die langsamen aber intensiven Bewegungen taten gut und ich konnte im Laufe der Übungen eine starke Energie vor allem im Bauchbereich und in den Händen spüren. Dienstag -, Mittwoch- und Donnerstagabend gab es geführte Meditationen von bis zu zwei Stunden. Diese waren für mich sehr bereichernd, ich habe für mich neue Techniken zur Entspannung gelernt, und meine Meditationspraxis damit aufgefrischt und erweitert. Sehr gut gefallen hat mir zum Beispiel auch die Geh-Meditation, bei der ich meine Gedanken sehr leicht abschalten und mich auf meinen Atem und das langsame bewusste Gehen konzentrieren konnte.

Das Kloster hat auch eine TCM-Praxis (Traditionelle Chinesische Medizin), wo Akupunktur und verschiedenste Massagen angeboten werden. Da ich vorher schon wochenlang von Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich geplagt worden bin, habe ich mir eine Dorn-Breuß-Massage zur Begradigung und Stabilisierung der Wirbelsäule geben lassen, die meinem Rücken wahnsinnig gut getan hat. Am Wochenende hat das asiatische Teehaus des Klosters mit Terrasse und einem Teich mit Goldfischen geöffnet (früher bevor das Kloster das Gebäude übernommen hatte, befand sich in dem Raum ein kleines Schwimmbecken). Es gibt verschiedenste Teesorten und leckeren selbstgebackenen Kuchen und im Hintergrund läuft leise Musik – ein sehr netter Ort zum Entspannen.

Welche Möglichkeiten für einen Aufenthalt in Buddhas Weg gibt es?

So wie ich kann man einfach als Gast kommen und den Tag so verbringen, wie man möchte. Es gibt aber auch viele Seminare und Kurse, die im Kloster abgehalten werden, wie zum Beispiel QiGong, Meditations-Workshops, Yoga-Wochenenden, Wanderungen, verschiedene Vorträge, Klangreisen, Achtsamkeits-Seminare und vieles mehr. Eine Übersicht findet ihr auf der Internetseite von Buddhas Weg: buddhasweg.eu

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, kein Seminar zu besuchen, da ich sonst ein sehr aktiver Mensch bin und einmal nicht verplant sein wollte. Dann gibt es noch die Möglichkeit als Helfer ins Kloster zu kommen – egal ob für ein paar Tage oder Wochen. Hier arbeitet man für ungefähr sechs Stunden pro Tag im Kloster mit, zum Beispiel in der Küche, oder beim Saubermachen und Putzen (keine Sorge, für die Gästezimmer gibt es ein eigenes Putzpersonal), oder im Garten. Dafür bekommen die Helfer die Mahlzeiten und Übernachtung frei (diese im unrenovierten Teil des Gebäudes, das soll aber auch in Ordnung sein).

Insgesamt kann ich einen Aufenthalt in Buddhas Weg allen weiterempfehlen, die sich gerne eine Auszeit vom Alltag nehmen wollen, um dann etwas von der Entspannung und den guten Gefühlen wieder mit nach Hause zu nehmen. Und es der Nonne Hue Nghiem gleich tun, die auf die Frage antwortete, was sie macht, wenn ihr die Arbeit zu viel wird: Sofort damit aufhören und auf ihr Zimmer gehen und entspannen. Das wird im Arbeitsalltag schwierig, doch zum Beispiel Zeit für eine Tasse Tee, eine kurze Pause, ein paar langsame achtsame Schritte, ein paar bewußte Atemzüge, um Ruhe zu finden, sollten auch außerhalb eines Klosters möglich sein.

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Kann Stricken süchtig machen?

Das ist die Frage und in meinem Fall heißt die Antwort vielleicht ja. Aber warum erleben Handarbeiten zur Zeit eine Art Renaissance? Es gibt natürlich viele wie mich, die es…

Das ist die Frage und in meinem Fall heißt die Antwort vielleicht ja. Aber warum erleben Handarbeiten zur Zeit eine Art Renaissance? Es gibt natürlich viele wie mich, die es in Kindertagen und Schulzeiten zwar gelernt, jedoch niemals wirklich regelmäßig zur Nadel gegriffen haben. Warum also jetzt, das ist die Frage? Ich denke, dass Mode heutzutage zum Teil schon eine Art Fast Moving Consumer Good ist. Das heißt, es ist günstig in der Anschaffung, viele Teile sehen gut aus und nach ein paar Mal tragen kann es eigentlich schon wieder durch etwas Neues ersetzt werden. Der Modezyklus dreht sich immer schneller und jede Woche kommen neue Waren in die Läden. Der Kick liegt im Shopping und darin, immer etwas Neues zu erstehen. Und Frauen sind die perfekte Zielgruppe, weil sie einfach gerne Einkaufen gehen, wobei diese Aussage sicher auch nicht für jede zutreffend ist. Die Sättigungsgrenze liegt wahrscheinlich beim Limit der Kreditkarte oder auch gerne darüber wie Rebecca Bloomwood alias Shopaholic vielleicht sagen würde.

Dagegen ist Handarbeit ein im Vergleich lange dauernder Prozess, natürlich abhängig davon, was gerade gefertigt wird. Aber wieso sollten wir etwas selber machen, wo es doch so einfach und vielleicht auch billiger ist, etwas zu kaufen?

Etwas selber zu machen entschleunigt und knüpft gleichzeitig auch an den Punkt an, der entsteht, wenn man in einen Laden geht und ein tolles Teil hängen sieht und man es unbedingt haben muss. Dasselbe passiert beim Betrachten von Modellen in Strick- und Häkelzeitungen. Ein Haben-müssen-Gefühl entsteht und es geht los. Schon alleine die Wolle dafür zu kaufen, die Auswahl zu treffen unter einer Unmenge an Garnen, die möglich sind, ist begeisternd. Sobald man dann auf dem Wollberg sitzt, will man sofort loslegen.

Oft fehlen dann die Basics – wie wird das jetzt gestrickt, wie geht das genau? Und wo man früher nur auf Strickbücher für Erklärungen angewiesen war, gibt es heute so tolle Seiten wie Nadelspiel, wo jeder Schritt in einem Video nachvollzogen werden kann. So lernt man mit jedem neuen Projekt dazu und der Maßstab des Könnens ist immer man selbst. Auch wenn andere tolle Sachen machen, so ist von außen nicht abzuschätzen, dass man das nicht auch selber machen könnte, wenn man Hilfe in Form von Büchern, Videos oder Freundinnen hat. Das ist das Schöne daran, man ist immer bei sich und seinem Projekt. Und wenn man dann Stunden daran sitzt und vor sich hin werkelt, hat das eine Art meditative Wirkung. Heißt es nicht, die besten Stunden sind die, in denen man weit weg ist von seinen Sorgen oder Problemen und ganz aufgeht in einer Tätigkeit? Plötzlich sind Stunden vergangen und doch hat man das Gefühl, es waren nur ein paar Minuten. Und gleichzeitig ist das nur ein Aspekt des Ganzen. Wenn sich nämlich eine Gruppe von Handarbeiterinnen zusammenfindet, teilt man die Freude daran, tauscht Wissen aus, bekommt neue Ideen, verbringt eine angenehme Zeit zusammen und doch macht jede ihre Sache. Da kommen vielleicht auch Erinnerungen hoch, wie das damals war, als man mit der Oma zusammengesessen ist und von ihr Stricken gelernt hat. Es verbindet sich viel Altes und gleichzeitig existieren im Jetzt die ganzen Vorteile der neuen Medien. Es gibt Blogs von kreativen Leuten, Videos mit Anleitungen, Plattformen wie Ravelry, auf denen sich Leute zusammenfinden, die eigene Projekte vorstellen, Muster gekauft und verkauft werden und Gleichgesinnte sich austauschen.

sandra-strick2Und wenn das gute Stück fertig ist, ist man stolz und freut sich, es geschafft zu haben. Sich weiterentwickelt zu haben – und gleichzeitig liegt doch auch ein praktischer Nutzen darin, es tragen zu können. Aus einem Knäuel Wolle kann soviel Schönes werden und das hat man selber geschaffen. Das unterscheidet Handgearbeitetes völlig von einem Teil, das in einem Geschäft erstanden wurde. Man sieht es an und viele Gedanken tauchen auf: Das ist doch eine schöne Farbe; das Muster war vielleicht kompliziert zu stricken am Anfang; irgendwo ist ein Fehler, aber gut, dass man es nicht so sieht oder gut, dass man es wieder aufgetrennt und neu gemacht hat; und vieles weitere, das man mit diesem selbstgemachten Stück verbindet.

Niemals wäre es auf derselben Stufe wie etwas Gekauftes, es ist einmalig und die Nutzung beschränkt sich nicht auf ein-, zweimal Tragen. Und wenn es ein Geschenk geworden ist für jemanden, dann verschenkt man nicht nur das Stück an sich, sondern gleichzeitig die Zeit dafür, die man aufgewendet hat, die Mühe, die man sich damit gemacht hat. Das macht den Unterschied zu gekauften Sachen aus und ist vielleicht der Grund für die immer größer werdende Zahl an Strickerinnen.

Jeder sollte etwas für sich finden, das einem Freude macht. Und wenn es zufällig Handarbeit ist, ist das Heute die beste Zeit dafür, damit anzufangen.

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Ein Monat vegan – und jetzt?

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres –…

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres – ein sonniger Tag, den ich wie so oft mit einer lieben Freundin Sonne tankend auf ihrem Balkon verbrachte. Wie häufig zuvor unterhielten wir uns über die schönen Dinge des Lebens: Unsere Katzen, Menschen, die wir schätzen, gemeinsame Erinnerungen und Pläne und natürlich auch Essen. Sie, die Vegetarierin, und ich, die von Steak mit Chicken Wings und Spareribs als Beilagen schwärmte. Ein Gespräch wie so oft zuvor. Die gleichen Ansätze, die gleichen Argumente. „Bio. Artgerecht. Glücklich.“ Und am Ende dann ein Satz, der noch Tage später wirken sollte: „Aber es ist ja trotzdem tot.“ So einfach, so banal und so wirkungsvoll. Es dauerte keine Woche, bis ich beschloss ebenfalls Vegetarierin zu werden.

Die Umstellung fiel mir überraschend leicht. Ich fühlte mich gesund und fit. In meiner Begeisterung habe ich sämtliche Artikel, Studien, Erfahrungsberichte, Forenbeiträge und Blogs gelesen, die auch nur irgendwie in Verbindung mit der vegetarischen Lebensweise standen. Immer wieder streifte ich dabei das Thema Veganismus. Ganz unverständlich war es mir zu Beginn, die von Kindesbeinen an gelernten Denkweisen noch zu fest verankert. Wie soll man auch allen Ernstes ohne Milch und Käse überleben können? Ohne Eier? Oder gar ohne Schokolade? Das ist ja schlichtweg unmöglich! Mit diesen Gedanken versuchte ich die leise Stimme zu überzeugen, die mir immer wieder einflüsterte, dass da irgendetwas nicht stimmen könne. Nice try, könnte man sagen. Die Stimme wurde lauter, das Jahr ging dem Ende zu. Der Genuss beim Verspeisen von Käse und Ei wollte sich auch nicht mehr so recht einstellen. Es war ein guter Zeitpunkt, von alten Gewohnheiten abzugehen und Neues zu probieren. Der Entschluss war gefasst, im Januar würde ich einen veganen Probemonat einlegen!

So viel zu „Es war einmal“. Es war also einmal ich, die ich beschlossen hatte, alte Muster aufzugeben. Meinen Probemonat läutete ich zu Silvester ein. Ein veganes Feiertagsmenü musste her. Nach stundenlangem Kochbuch wälzen konnte ich einen Spicy Chili Burger mit Rosmarinkartoffeln und Kartoffel-Karotten-Rösti und als Dessert weißes Schokomousse servieren. Die Begeisterung war groß, die Erleichterung über das gelungene Festmahl ebenso. Gut zu wissen, dass man ganz hervorragende vegane Feiertagsmenüs zaubern kann. Schade allerdings, dass nicht jeder Tag ein Feiertag ist. Vor Mitternacht mussten dann doch noch einige Schokokekse dran glauben. Nur für den Fall, dass ich den ganzen Januar über ohne Schokolade überstehen müsste.

Der Alltag und seine Tücken

Natürlich habe ich jedem, den es interessiert hat (oder auch nicht), von meinem Probelauf schon im Vorfeld erzählt. Es gab viel Zuspruch, noch mehr Neugierde und wunderbarerweise nur ganz wenig Skepsis und Kopfschütteln. Während der letzten vier Wochen habe ich viele wertvolle Tipps erhalten und das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt. Das Essen zu Hause war wie erwartet kein Problem, tagsüber im Büro sah es da schon anders aus. Auf meine Anfrage bei unserem Caterer, ob es denn vegane Menüs gäbe, bekam ich die äußerst unbefriedigende Antwort: „Haben wir nicht, planen wir auch nicht.“ Aha. Danke. Nun gut, dann muss es anders gehen. Dann wird eben daheim vorgekocht. Gesagt, getan. Dummerweise fiel mir meine tolle Jause, die zu Hause in meinem Kühlschrank auf mich wartete, recht häufig erst wieder ein, als ich schon hungrig im Büro saß. Es klebt nun also seit einigen Tagen ein Zettel an der Wohnungstür, der mich an mein Essen erinnert. Für den Fall, dass auch der kluge Zettel nicht hilft, habe ich allerdings mittlerweile einen großen Vorrat an Vollkornbrot und Aufstrichen in meiner Schreibtischschublade.

Das Essen zu Hause wie auch im Büro stellte sich als relativ einfach durchzuführende Mission heraus. Restaurant- und Kaffeehausbesuche bereiteten mir aber dennoch ein wenig Sorgen. Weitgehend zu Unrecht. In jedem Restaurant, das ich besuchte, wurde mir eine fabelhafte vegane Speise aufgetischt. Entweder, weil es bereits eine Auswahl in der Karte gab, oder weil das Küchenpersonal kreativ und hilfsbereit war. Ich konnte gar nicht glauben, dass Pizza ohne Käse so lecker sein kann! Einzig auf Desserts musste ich häufig verzichten. Was aber viel schlimmer und für mich ganz und gar unverständlich war und ist, ist die Tatsache, dass es in vielen Kaffeehäusern, Bars und anderen Lokalen keine Sojamilch gibt. Ich trinke nur selten Kaffee, treffe mich aber wirklich gerne mit Freunden um eben das zu tun. Das ist ein Event, das muss zelebriert werden! Wie bitte soll ich einen Espresso ohne Milch zelebrieren und mich dann entspannt zurück lehnen? Selbst mit Mini-Schlucken ist die Tasse in allerhöchstens zehn Minuten leer. Sich länger Zeit zu lassen funktioniert auch nicht, weil der Kaffee dann kalt wird. Zelebrieren geht anders! Glücklicherweise gibt es aber doch einige Lokale, die nicht nur Pflanzenmilch, sondern ab und zu auch vegane Süßspeisen im Angebot haben. In den letzten vier Wochen habe ich einige entdeckt, die ich in Zukunft sicher häufiger besuchen (und natürlich auch darüber berichten) werde. Dort kann ich meinen Caffè latte nämlich gebührend feiern und ganz entspannt den Tag genießen.

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Bild: Jennifer / flickr.com

Der Januar ist vorbei. Und jetzt?

Jetzt ist Februar. Ich habe mir vier Wochen lang überlegt, wie ich mich denn fühlen würde, wenn der Probemonat vorbei wäre. Gesünder? Dünner? Besser? Der Erleuchtung einen Schritt näher? Würde ich mich voller Freude auf eine Käseplatte stürzen und als Nachtisch ein Glas Schokocreme auslöffeln, wenn vier Wochen voller Verzicht vergangen wären? Nichts von alledem. Ich bin gleich gesund oder ungesund, gleich dünn oder dick und gleich weit von der Erleuchtung entfernt wie vor einem Monat. Ich bin auch nicht besser. Weder besser als ich es vorher war, noch besser als irgendjemand anderer es ist. Achtsamer bin ich allerdings geworden. Achtsamer mit meinem Essen (Eh klar, wenn man überall das Kleingedruckte lesen muss), aber auch achtsamer mit anderen Menschen. Ich habe so viel Verständnis und Zuspruch erhalten. Mir ist aber auch Unsicherheit begegnet. „Jetzt kann ich beim Essen gar nicht mehr neben dir sitzen. Du findest mich jetzt bestimmt nicht mehr sympathisch. Wahrscheinlich glaubst du jetzt, ich bin ein schlechter Mensch.“ Liebe alle Menschen, die ihr mir im letzten Monat unsicher gegenübergetreten seid: Ich mag euch noch immer, genieße eure Gesellschaft weiterhin und nein, ich halte euch nicht für schlechte(re) Menschen. Ich erwarte auch nicht, dass sich jeder in meiner Gegenwart vegan oder vegetarisch ernährt. Ihr genießt euer Schnitzel oder Brathuhn? Wunderbar! Dann freut euch und seid dankbar, dass euch dieser Genuss gewährt wird. Ob die Herkunft eures Genussobjekts in Ordnung ist oder nicht, habe nicht ich zu entscheiden.

Was mich betrifft, werde ich meine Ernährung wohl weiterhin so gestalten, wie ich es im letzten Monat getan habe. Ich spüre weder Verzicht noch Versuchung. Neugier und Vorfreude sind die Gefühle, die meinen Gemütszustand am besten beschreiben. Neugier und Vorfreude auf unbekannte Nahrungsmittel, spannende Rezepte, überraschend auftauchende Lokale und neue Weggefährten.

Es ist Februar und ich bin nicht vegan. Ich brauche kein Label, um zu sein wer ich bin. Ich bin ich und ich ernähre mich weitgehend pflanzlich. Und wenn ich irgendwann das Verlangen nach einem Stück Milchschokolade oder einem Brot mit Honig haben sollte, dann werde ich das auch essen. Und ich werde genießen, mich bedanken und trotzdem kein schlechter Mensch sein. So endet auch meine Geschichte mit einem „und sie lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Denn genau das gedenke ich zu tun.

Habt ihr eure Ernährung auch schon einmal komplett umgestellt? Ernährt ihr euch vegan? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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Klamotten 2.0

Nachhaltigkeit hat, wie man auch hier auf The bird’s new nest feststellen kann, viele Facetten. Für mich ist eine der Hauptmerkmale, dass man nicht „verschwenderisch“ lebt. Beim Kauf von neuen…

Nachhaltigkeit hat, wie man auch hier auf The bird’s new nest feststellen kann, viele Facetten. Für mich ist eine der Hauptmerkmale, dass man nicht „verschwenderisch“ lebt. Beim Kauf von neuen Anschaffungen auf die Herkunft achten, Handtücher mehrmals nutzen bevor man sie wäscht, tropfende Wasserhähne schließen – es gibt so viele Möglichkeiten.

Passend zum Winter möchte ich euer Augenmerk auf die Weiterverwendung von Kleidung lenken. Ich arbeite seit November 2013 in einer Einrichtung für Obdachlose in Berlin. Ich habe Mitte Dezember eine Frau getroffen. Sie besaß keine Jacke und hatte Sandalen an. Also schickte ich die Frau direkt in die Kleiderkammer. Sie bekam eine Jacke und Wollsocken. Schuhe wollte sie nicht, da sie Probleme mit den Füßen hat und in den Sandalen noch am Besten laufen kann.

Ich bin immer dankbar, dass ich Frauen und Männer zur Kleiderkammer schicken kann. Es wird alles benötigt. Socken, Unterwäsche, Jogginghosen, Jeans, Jacken, Schuhe, Schals und Mützen. Und kennen wir das nicht alle? Der Kleiderschrank ist voll mit Klamotten, die wir schon eine Weile nicht mehr tragen. Die Farbe gefällt uns nicht, die Größe passt nicht mehr, der Stil hat sich verändert. Aber wozu sollen die Sachen ungenutzt im Schrank liegen?

Nachhaltigkeit zeichnet sich für mich unter anderem dadurch aus, dass wir Dinge, die wir nicht mehr brauchen, weitergeben. Ich selbst kaufe gerne im Second-Hand-Laden, damit der Kreislauf von Kinderarbeit, Umweltbelastung und weiteren negativen Auswirkungen des Kleidungsproduktion zumindest etwas durchbrochen wird. Wozu sollen gute Jeans, die noch einwandfrei sind, weggeworfen und als Ersatz neue produziert werden? Klamotten 2.0 passen ausserdem viel besser zu mir, ich bin ja auch im Web 2.0 unterwegs.

Falls ihr Klamotten übrig habt, gebt sie weiter. Sei es an eine Notübernachtung oder an Freunde oder an Second-Hand-Läden. Lasst sie nicht zu Hause im Schrank liegen. Auch über Süßigkeiten, die man selbst nicht essen möchte – vor allem jetzt bei den vielen guten Vorsätzen -, übrig gebliebenes Obst aus dem Garten oder das Buch, das schon zwei Mal gelesen wurde, freuen sich eure Freunde, Obdachlose, Asylwerber, Nachbarn und so weiter. Habt ihr so etwas schon einmal gemacht? Erzählt es weiter!

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Nachhaltigkeit: Trend oder Veränderung?

Nachhaltigkeit scheint eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und damit verbundene Beachtung zu bekommen. Der Grund ist vermutlich die auch von Politikern angesprochene negative Veränderung unserer Umwelt. Eine bereits nicht unerhebliche…

Nachhaltigkeit scheint eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und damit verbundene Beachtung zu bekommen. Der Grund ist vermutlich die auch von Politikern angesprochene negative Veränderung unserer Umwelt. Eine bereits nicht unerhebliche Anzahl von Menschen hat längst begonnen, bewusster zu leben: Bewusster umweltbewusst.

Ist das Interesse an Nachhaltigkeit nun einfach nur ein Trend oder eine langfristige Veränderung? Ein Trend ist eine neue Meinung beziehungsweise Ansicht, die in der Vergangenheit nicht präsent war oder nur durch Wenige vertreten wurde. Stößt ein Trend auf das Interesse von vielen Menschen, löst dies eine gesellschaftliche Bewegung aus. Eine Veränderung ist in der Regel mit einem Ziel verbunden, das erreicht werden soll. Demnach lässt sich Nachhaltigkeit der Veränderung zuordnen, da es das Ziel ist, der Umwelt nicht mehr zu entnehmen, als verfügbar ist. Zusätzlich beschäftigt sich Nachhaltigkeit durch die Nutzung natürlicher Ressourcen auch damit, die Umwelt nicht oder nicht mehr als überhaupt nötig zu belasten. Doch wie lässt sich dies tatsächlich umsetzen?

Vor allem sollte man berücksichtigen, dass kein Mensch perfekt ist, aber jeder die Möglichkeit hat, bei sich selbst zu beginnen. Ob man ab sofort recyclingfähige Verpackungen kauft oder zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt spielt letzten Endes keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass man sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt und einen Schritt in die Richtung geht, die man für sich gewählt und als richtig befunden hat. Vorwürfe hingegen helfen nicht, sie verleiten nur zu Diskussionen und Streitereien, die nicht nur kraftraubend sind, sondern auch unnötig. Schließlich kann man niemanden dazu zwingen – in diesem Punkt lebt es sich mit dem Motto „Leben und leben lassen“ am Besten.

Um zurück zur eigentlichen Frage zu kommen, wie sich Nachhaltigkeit tatsächlich umsetzen lässt, hier einige Anregungen:

• Energiesparlampen benutzen

• Beim Kauf von Waschmitteln darauf achten, dass keine Weichmacher enthalten sind – die übrigens auch die Kleidung strapazieren

• Statt zur Post mit dem Auto zu fahren, laufen oder das Fahrrad benutzen

• Weniger Fleisch essen: „Eine Senkung der Fleischproduktion würde den Klimawandel bremsen und gleichzeitig Hunderttausende Todesfälle durch Herzerkrankungen verhindern.“ Sueddeutsche.de

• Vorausschauende Fahrweise im Auto: Spart Sprit und schont die Umwelt, zum Beispiel wenn von weitem eine rote Ampel in Sicht ist, Fuß vom Gas nehmen und den Schwung ausnutzen

• Elektronische Geräte komplett abschalten, Stecker ziehen oder Schalter an Mehrfachsteckern umlegen. Auch im Standby-Modus wird Strom verbraucht.

• Regionale Lebensmittel einkaufen, Transporte stoßen viel CO2 aus.

• Stofftaschen statt Plastiktüten kaufen, diese sind stabiler und wesentlich umweltfreundlicher.

• Wäsche mit niedriger Temperatur waschen, für die meisten Waschmittel reichen 30 bzw. 40 Grad aus um die Wäsche zu reinigen. AEG führt übrigens seit neuestem Öko-Waschmaschinen.

• Fenster abdichten lassen, sodass weniger geheizt werden muss.

• Unter Tags lieber ein- bis zweimal mit offenen Fenstern für zwei Minuten lüften, anstatt Fenster ständig gekippt zu lassen.

• Innerorts im vierten oder fünften Gang fahren. Fahren mit hoher Drehzahl erhöht den Treibstoffverbrauch.

Mein letzter Punkt ist gegenseitiger Respekt. Gegenseitiger Respekt ist insofern nachhaltig, da so zwischenmenschlicher Stress reduziert werden kann, was einerseits das Leben angenehmer macht und uns andererseits so mehr Energie über bleibt, um Rücksicht auf unsere Umwelt zu nehmen. Und dies auch gegenüber Menschen, die sich nicht so sehr mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, schließlich ist das Leben kein Wettbewerb und niemand sollte zu etwas gezwungen werden, das er nicht möchte. Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg, ob mit oder ohne Fleisch oder Ökostrom. Jeder kann, aber niemand muss!

2 Kommentare zu Nachhaltigkeit: Trend oder Veränderung?

Gebrauchtes in Österreich weitergeben

In unserer Überflussgesellschaft ist es durchaus möglich, dass sich einige Dinge in Wohnung und Keller ansammeln, die schon seit Monaten wenn nicht sogar Jahren nicht mehr in Verwendung sind. Diese Ansammlung…

In unserer Überflussgesellschaft ist es durchaus möglich, dass sich einige Dinge in Wohnung und Keller ansammeln, die schon seit Monaten wenn nicht sogar Jahren nicht mehr in Verwendung sind. Diese Ansammlung von „zuviel“ bemerkt man, wenn man mal wieder die hintersten Ecken der Wohnung entstaubt, Platz für einen neuen Mitbewohner macht, umzieht, Platz für Neues braucht oder man schlicht und einfach auf sehr engem Raum wohnt. Nachdem das Aussortieren geschafft ist hat sich meist ein großer Berg an – zumindest im Auge des Betrachters – unnützen Sachen mitten im Wohnzimmer gebildet. Die bequemste, aber ökologisch furchtbarste Lösung wäre nun, einfach alles im Hausmüll zu entsorgen. Es kann aber sehr viel Spaß machen und ökologisch sinnvoll sein noch Intaktes weiterzugeben. Vielleicht lässt sich ja mit dem einen oder anderen Ding sogar noch etwas Geld verdienen.

willhaben.at

Eine Möglichkeit, nutzlos gewordenes Hab und Gut gebührenfrei in den Weiten des World Wide Web feilzubieten, gibt es in Österreich auf willhaben.at. Im Bereich Marktplatz könnt ihr alles gratis inserieren. Lediglich das Anbieten von Autos und Immobilien ist kostenpflichtig. Es ist durchaus ratsam auf den Preis, den ihr für eure Ware haben wollt, ein paar Euro aufzuschlagen, so könnt ihr den feilschfreudigen Usern beim Preis entgegenkommen. Die Übergabe kann dann persönlich erfolgen oder per Post. Hier ist zu empfehlen, sich den Kaufpreis vor Übergabe überweisen zu lassen oder mit dem Käufer eine Versendung per Nachnahme zu vereinbaren. In dem Fall muss der Käufer bei Abholung von der Post den vereinbarten Betrag am Postschalter begleichen, der dann von der Post auf das vom Verkäufer genannte Konto überwiesen wird.

Flohmärkte

Hättet ihr lieber alles in einem Schwung an den Mann/die Frau gebracht, könnte ein Flohmarkt die Lösung sein. Flohmarktstände gibt es zu unterschiedlichen Preisen zu mieten. Überlegt vorher genau, ob ihr mit euren Sachen zumindest die Kosten für den Stand wieder einnehmen könntet. Googelt einfach nach einem Flohmarkt in eurer Nähe und meldet euch dafür an. Vielleicht entdeckt ihr ja so euer Talent zum Verkaufen und Handeln.

Tauschpartys

Ihr glaubt ihr seid die Einzigen mit zu vielen Sachen? Weit gefehlt, euren Freunden geht es bestimmt genauso. Warum also nicht alle zu einer Tauschparty einladen? Jede/r nimmt Dinge mit, die er/sie nicht mehr braucht und schon kann munter drauflos getauscht werden. Das Stück das euch am meisten nervt kann für einen eurer Freunde das neue Lieblingsteil werden. Übrig gebliebene Kleidung kann in einer Kleidersammelbox entsorgt, alles andere von Wohltätigkeitsorganisationen abgeholt werden. Vielleicht gibt es eine Pfarre oder ein Tierschutzhaus in eurer Nähe, das regelmäßig Flohmärkte veranstaltet und dafür noch zu Verkaufendes braucht.

Tauschkisten

Eine weitere sehr schöne Idee ist es eure alten Sachen als Geschenke auf die Reise zu schicken. Dazu gebt ihr zum Beispiel zehn Gegenstände in eine Box, diese gebt ihr an einen Freund weiter der sich dann so viele Gegenstände wie er will aus der Box heraus nehmen darf, ebenso viele muss er aber auch wieder in die Tauschkiste geben und sie weiter auf die Reise schicken. Vielleicht landet sie ja irgendwann wieder mit neuen brauchbaren Überraschungen bei euch. Solltet ihr wirklich vieles loswerden wollen, könnt ihr sogar Thementauschkisten ins Leben rufen. Zum Beispiel eine Dekotauschkiste, eine Küchentauschkiste oder eine DVD-Tauschkiste. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Freecycle

Freecycle ist eine international agierende Verschenkeplattform, die in viele kleine regionale Untergruppen unterteilt ist. Googelt einfach nach „Freecycle“ und eurem Wohnort und findet die passende Gruppe aus eurer Region. Es reicht eine kurze Beschreibung der Dinge die ihr verschenken wollt, die ihr dann an die Gruppe eurer Region sendet. Schon können sich Leute per Mail, oder wenn ihr wollt auch per Handy melden, um einen Abholtermin zu vereinbaren.

Share and Care

Wer die Einfachheit und Bekanntheit von facebook nutzen will um seine Sachen zu verschenken, kann dies auf einer der Share and Care Seiten seiner Region tun. Einfach ein Foto uploaden, wenn notwendig noch eine kurze Beschreibung dazu und schon können sich Interessierte bei euch melden.

Mistplatz

Wenn ihr eure Sachen sofort und auf der Stelle loswerden wollt, fahrt einfach zu einem Mistplatz in eurer Nähe. Dort gibt es eine Station, bei der noch brauchbare Gegenstände gesammelt werden. Fragt einfach bei einem Mitarbeiter wo noch Intaktes deponiert werden kann. Spielsachen und Kinderwaren werden karitativen Zwecken zugeführt, der Rest wird am 48er Basar verkauft und so der Lebenszyklus der Waren verlängert und bis zu 800 Tonnen Abfall pro Jahr vermieden: Weitere Infos

KOSTnixLADEN

Falls ihr sicher gehen wollt, dass eure Sachen verschenkt werden, ihr sie aber trotzdem auf einmal an den Mann/die Frau bringen wollt, gibt es ja vielleicht in eurer Nähe einen Laden, der alle Waren verschenkt. In Wien gibt es zum Beispiel im zwölften Bezirk in der Ratschkygasse 14 so einen Kostnixladen. Ihr könnt während der Öffnungszeiten und ohne Voranmeldung eure Sachen vorbeibringen. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Dinge noch intakt sind. Falls euch im Laden etwas gefällt könnt ihr pro Tag bis zu drei Dinge mit nach Hause nehmen und das natürlich gratis: kostnixladen.at

usetwice.at

Vielleicht stolpert ihr beim Aufräumen ja auch über Dinge, die ihr nur ganz selten braucht, wie zum Beispiel einen Schlagbohrer, Ski oder einen Dampfreiniger. Das sind Dinge, die ihr vielleicht nur wenige Stunden im Jahr nutzt, deshalb könntet ihr sie auf usetwice.at vermieten. So erspart sich jemand anderer einen dieser Sachen extra zu kaufen: usetwice.at

foodsharing

Solltet ihr beim Ausmisten eurer Küche auf Nahrungsmittel stoßen, die ihr geschenkt bekommen habt aber nie wolltet oder einfach versehentlich zu viel eingekauft wurden, könnt ihr sie auf foodsharing anbieten. Die Nahrungsmittel dürfen das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten haben, das Essen darf nicht zubereitet sein, Fleisch, Fisch, Geflügel und rohe Eierspeisen sind ebenfalls vom Verschenken ausgenommen. Natürlich könnt ihr auch in Essenskörben stöbern und bei Interesse an einem FoodsharingHotSpot oder einem individuell vereinbarten Treffpunkt abholen: foodsharing.de

Das sind nur einige der Möglichkeiten Gebrauchtes sinnvoll zu verwerten. Vielleicht habt ihr ja schon einige der beschriebenen Wege ausprobiert, um Sachen einem neuem Verwendungszweck zuzuführen? Habt ihr noch weitere Tipps, wie man nicht mehr Benötigtes weitergeben kann?

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Immer besser werden

Menschen wollen immer besser werden. Jeder, überall und jederzeit. Dass das bei Weitem nicht so einfach ist, wie es klingt, weiß nach dem einen oder anderen Fehlversuch vermutlich auch (beinahe)…

Menschen wollen immer besser werden. Jeder, überall und jederzeit. Dass das bei Weitem nicht so einfach ist, wie es klingt, weiß nach dem einen oder anderen Fehlversuch vermutlich auch (beinahe) jeder. Dennoch sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, weil man erkannt hat, dass man auch etwas dafür tun muss und man nicht einfach von heute auf morgen beschließen kann, „perfekt“ zu sein. Es ist auch gar nicht notwendig, weil man bereits mit ganz kleinen Veränderungen im Alltag große Veränderungen im Inneren bewirken und so eine stetige Wechselwirkung anstoßen kann.

„Kaizen“ lautet das Zauberwort. Aus dem Japanischen kommend bezeichnet dieser Begriff eine Lebensphilosophie, deren Kern das unaufhörliche Streben nach Verbesserung auf jeder erdenklichen Ebene bildet. Auf Basis dieses Konzepts wurde inzwischen sogar ein Managementsystem entwickelt, das in der westlichen Wirtschaft großen Anklang findet. Aber auch im privaten Bereich kann „Kaizen“ zum Inbegriff der persönlichen Weiterentwicklung werden.

Was bietet sich für einen Start in ein „besseres“ nachhaltigeres Leben mehr an, als das neue Jahr? So viele Vorsätze, die um den Jahreswechsel gefasst werden, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt – und warum? Weil wir uns zu viel vornehmen. Weil wir Ziele formulieren, die ohne eiserne Disziplin kaum zu erreichen sind. Weil wir meistens viel zu ungeduldig mit uns selbst sind und beim ersten Rückschlag fast schon erleichtert aufgeben. Ein nachhaltigeres Leben zu führen ist ein guter Vorsatz. Denn er ist einfach umzusetzen. Es braucht keine besondere Disziplin dazu und auch keine spezielle Ausrüstung. Es geht lediglich darum, aktiv und aufmerksam durchs Leben zu gehen und gewisse Gewohnheiten zu ändern.

Das Wichtigste vorweg: Keine Angst vor dem großen Wort Nachhaltigkeit! Sich entsprechend zu verhalten bedeutet schließlich keineswegs, dass man ab sofort nur mehr mit Jutebeutel bewaffnet Mantras singend zwischen Räucherstäbchen umhertanzen, auf Bambus herumkauen und der Enthaarung jeglicher Körperstellen abschwören muss. Das kann man natürlich gerne machen, wenn es der eigenen Persönlichkeit entspricht, man muss aber nicht. Ganz im Gegenteil – man kann das Thema Nachhaltigkeit auch ganz „unauffällig“ in das eigene Leben integrieren, ohne gleich zum Missionar zu werden.

Es gibt eine Vielzahl an Themen, die jeder Mensch jederzeit und überall ohne große Anstrengungen angehen kann. Um nur ein paar unmittelbar umsetzbare Beispiele zu nennen:

Mülltrennung: Selbstverständlich ist es bequem, sämtliche Abfälle in einen einzigen Müllbeutel zu packen. Es ist allerdings auch nicht viel umständlicher, Müll zu trennen. Dabei kann jeder selbst über die Intensität entscheiden. Altpapier, Glas, Dosen, PET-Flaschen, Biomüll, etc. – von Sondermüll ganz zu schweigen. Womit fängt man am Besten an? Der Weg zur richtigen Mülltrennung kann schrittweise erfolgen. Wichtig ist nur, den ersten Schritt zu wagen. Sucht euch einen Bereich aus, den ihr ab sofort trennen wollt. Denn glaubt mir, der nächste Altglas-Sammelbehälter ist nicht so weit entfernt, wie ihr vielleicht denkt.

Verzicht auf unnötiges Verpackungsmaterial, sowie Dosen und Plastik generell: Geht ab sofort aufmerksam durch den Supermarkt oder Drogeriemarkt. Neben den bunten doppelt und dreifach verpackten Flaschen und Tiegeln sind bestimmt auch weniger oder anders verpackte Produkte zu finden. Lasst den Verpackungsmüll als Signal im Geschäftslokal zurück. Wenn ihr Produkte in Gläsern kauft, habt ihr nach deren Verbrauch immer hochwertige, hygienische Vorratsbehälter zuhause und seid nicht auf Kunststoff-Behälter angewiesen.

Saisonalem und regionalem Obst und Gemüse den Vorzug geben: Die Lebensmittel schmecken durch die Ernte in reifem Zustand und die wesentlich kürzere Lagerung nicht nur besser und beinhalten mehr Vitamine und Nährstoffe, sondern schonen auch die Umwelt, weil die Transportwege im Vergleich zu exotischen und nicht-saisonalen Lebensmitteln um ein Vielfaches kürzer sind.

Nur so viel einkaufen, wie man auch wirklich verbrauchen kann: XXL-Sparpackungen sind in den seltensten Fällen wirklich Sparpackungen. Fallt nicht weiter auf plumpe Werbetricks herein. Denkt bei begrenzt haltbaren Lebensmitteln lieber nochmals gründlich darüber nach, ob ihr diese Menge in absehbarer Zeit auch wirklich verbrauchen könnt – und wollt.

Lieber mal die Füße vertreten! Lasst das Auto auch mal stehen. Man muss sich für die zweihundert Meter zum Bäcker nicht zwangsläufig ins Auto setzen. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder eine kleine Ausfahrt mit dem Fahrrad hat noch niemandem geschadet. So tut ihr nicht nur euch, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Und das Brötchen schmeckt nachher gleich viel besser!

Was sind eure Vorsätze für das neue Jahr? Habt ihr euch auch Bereiche vorgenommen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben?

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Interview mit einer buddhistischen Nonne

Manche Begegnungen hinterlassen Spuren, berühren etwas tief in dir drinnen, können nicht ungeschehen gemacht werden. Es ist mittlerweile vier Jahre her, dass ich Bianca kennen gelernt habe. Damals haben wir…

Manche Begegnungen hinterlassen Spuren, berühren etwas tief in dir drinnen, können nicht ungeschehen gemacht werden. Es ist mittlerweile vier Jahre her, dass ich Bianca kennen gelernt habe. Damals haben wir zusammen Service bei einem Vipassana Zehn-Tages-Kurs in Österreich gegeben, gemeinsam gekocht, geputzt und uns um die Meditierenden gekümmert. Nur drei Tage lang. Doch die Begegnung mit Bianca war und ist für mich eine solche. Eine, die ich in meinem Herzen trage.

Knapp Anfang 20 war sie damals, hatte aber etwas an sich, das mich – die zehn Jahre Ältere – staunen ließ: Ernsthaftigkeit, Konsequenz, tiefes Verständnis – und das hinter der hübschen Schale einer zierlichen, langhaarigen Blondine, die wohl jedem Mann ins Auge stach, und deren spitzbübisches Lachen ihre Lebenslust verriet.

Wir sind in Kontakt geblieben: Getroffen haben wir uns selten später, sie war viel unterwegs, ist zu ihrem Liebsten nach Italien gezogen, doch über Facebook klappte es gut. Und irgendwann war genau dort so in etwa zu lesen: „Ich lebe jetzt in Thailand und bin buddhistische Nonne.“

Wow!

Das war vor über einem Jahr. Jetzt auf Heimaturlaub habe ich Mae Chee Bianca, wie die gebürtige Österreicherin nun heißt, einige Fragen gestellt. Sie hat sie mir geduldig und ausführlich beantwortet, und ich darf ihre Einsichten mit euch teilen.  Unter der Bedingung, dass die Antworten „zum Wohle für die Allgemeinheit veröffentlicht“ werden und ich „kein Geld damit verdiene“. Versprochen:

Doris: Mae Chee Bianca, wie sah dein Weg zu diesem Leben aus?

Mae Chee Bianca: Es war ein langsam wachsender Prozess. Meine Eltern haben mich von klein auf sehr alternativ erzogen, doch Religion war bei uns eigentlich kein besonderes Thema, schon gar nicht Buddhismus. Unabhängigkeit war für mich immer sehr wichtig. Ich habe früh, mit 15 Jahren, zu arbeiten begonnen, bin dann kurze Zeit später alleine in eine Wohnung weg von der Familie gezogen und musste/wollte somit relativ schnell selbstständig und erwachsen sein.

Nachdem ich mit 18 meine Buch-und Medienwirtschaftslehre abgeschlossen hatte, ging ich für fast ein Jahr nach Israel zur Freiwilligenarbeit ins Kibbutz. Dies war die erste Begegnung mit einer religiösen Gemeinschaft, aber damals war es mehr das Abenteuer das mich anlockte – Religion hatte damals noch keine Bedeutung für mich. Als ich dann nach Österreich zurückkehrte merkte ich, dass mir irgendetwas fehlte. Ich war einfach nicht glücklich.

Die Jahre vergingen und ich probierte viele verschiedene Jobs, Schulen, Männer und Länder. Doch kein Glück war in Sicht. Die Verzweiflung war groß, damals war ich wirklich an einem Punkt, an dem ich oft nur mehr sterben wollte – weil nichts im Leben mehr Sinn ergab.

Irgendwann in Indien traf ich dann eine deutsche Frau, die mir von Vipassana Meditation erzählte. Es klang spannend. Nach Indien bereiste ich England und im Hertfordshire fand ich ein Meditationszentrum, so probierte ich einen Zehn-Tages-Kurs. Dies war meine erste (bewusste) Begegnung mit der Meditation, ich war gerade 21 geworden und mein ganzes Leben sollte sich durch diesen Kurs ändern, der ausschlaggebend für meine spirituelle Entwicklung war.

In der Meditation machte ich sehr tiefe Erfahrungen, es kam viel Ruhe, Zufriedenheit aber auch Weisheit und Einsicht über die wahre Natur dieser Existenz. Ich wusste: „Eines Tages werde ich in Asien leben und den Menschen helfen“.

Doch damals war mir noch nicht bewusst in welcher Form – über Buddhismus wusste ich äußerst wenig -, und das Alltagsleben holte mich zu schnell wieder ein, somit vergaß ich bald  was ich erlebte. Doch das Unglück riss nicht ab, nichts konnte mich zufrieden stellen, so reiste ich weiter hin und her, arbeitet dies und das.

Vor fast zwei Jahren kam dann die Einsicht: „Entweder ich verändere mein Leben JETZT oder ich kann so nicht mehr weiter machen.“ So buchte ich einen Flug bis nach Yangon in Burma und blieb dort für drei Monate in einem buddhistischen Kloster/Meditationszentrum um mich der intensiven Vipassana Meditation zu widmen. Wir meditierten jeden Tag bis zu 18 Stunden. Anfangs war es sehr schwer, doch nach einiger Zeit begann ich mich zu verändern, es kamen viele der alten Einsichten wieder und noch viele neue dazu und langsam stellte sich ein tiefer Gleichmut und Zufriedenheit ein.

Nach den drei Monaten wusste ich nur noch eines: „Ich will mein Leben der Meditation widmen – um mir selbst und all den Menschen, die leiden und auf der Suche sind, zu helfen – denn es gibt einen Weg heraus, es gibt tiefes Glück und Zufriedenheit bereits IN UNSerem Herzen – wir müssen es nur wieder finden und uns öffnen.

Nachdem ich diesen Entschluss getroffen hatte reiste ich nach Thailand und ordinierte als Mae Chee (8-Regel Nonne) in der Buddhistischen Thai Theravada Tradition. Seitdem lebe ich in Thailand, einem Land in dem viele Menschen die wahren Werte und Gründe unserer Existenz noch nicht vergessen haben.

Gab es einen besonderen Moment der Entscheidung – oder war das ein schleichender Prozess?

Es war mehr oder weniger ein „schleichender“ Prozess. Ich hätte mir früher niemals vorstellen können Nonne zu werden, ich war alles andere als brav. Doch die Meditation hat mich geläutert und belehrt was im Leben wirklich wichtig ist, wie man ein wirklich guter Mensch wird, sein Leben richtig nützt und auch anderen damit hilft.

Die Ordination war das Ergebnis tiefer Einsicht, es gab Momente da war ich einfach eins mit allen/m und der Sinn des Lebens war vollkommen klar, ich wusste ich bin bereits vollkommen, und es muss nichts und niemand mehr dazukommen.

Ich weiß, du hattest ein Meditationsvisum zum Einstieg – was ist das genau?

Für Burma hatte ich ein dreimonatiges Meditations- oder Religious-Visum. Man benötigt momentan eigentlich nur einen Einladungsbrief vom Meditationszentrum, den man per Mail bei den jeweiligen Klöstern beantragen kann. Manchmal dauert es etwas länger. Das Visum habe ich bei der Myanmar Embassy in Bangkok beantragt, es dauerte nur zwei Tage, aber manchmal kann es auch zwei Wochen oder länger dauern und möglicherweise wird es nicht jedem gewährt.

Das Drei-Monats-Visum kann man dann im Land (nach Erlaubnis) auch auf ein Ein-Jahres-Visum verlängern. Man verpflichtet sich jedoch mit diesem Visum in dem Zentrum zu bleiben, zu praktizieren und keine touristischen Reisen zu unternehmen. Man kann jedoch mit den zuständigen Lehrern sprechen. Wenn man vielleicht noch zwei Wochen reisen will, wird das sicher auch möglich sein, aber das Kloster ist in der Zeit der Visumsgültigkeit für dich verantwortlich, deshalb ist es so streng.

Wie hat dein Umfeld reagiert, du warst ja unter anderem auch in einer Beziehung, wie leicht fiel das Abschiednehmen?

Ja, ich war damals in einer Beziehung, doch mein Wunsch nach Befreiung und Einheit mit mir selber war so stark, dass es mir nicht schwer fiel die Beziehung zu beenden. Mein Freund hat das vollkommen verstanden, er fand es sogar gut und wir konnten im Reinen auseinandergehen (er hat ja auch meditiert). Aber natürlich war der Abschied etwas traurig.

Meine Familie, vor allem meine Eltern, haben mich sehr unterstützt – geistig sowie materiell, was sehr hilfreich ist, denn Mönche und Nonnen leben rein von Spenden. Das tun sie immer noch, und auch der Rest meiner Familie. Ich war immer schon ein bisschen „anders“ und sie waren radikale Entscheidungen von mir gewöhnt. Dies war natürlich noch mal ein weiterer Schritt, denn ich hatte nun fast zwei Jahre (aufgrund von intensiven Retreats) zu fast niemandem Kontakt. Doch wir alle wissen, dass wir im Herzen miteinander verbunden sind und dass man letztendlich von allem loslassen muss, denn nichts gehört uns auf dieser Welt…

Mae Chee Bianca ist dort angekommen, wo sie zuhause ist. Foto: Mae Chee Bianca

Mae Chee Bianca ist dort angekommen, wo sie zuhause ist.

Wie kann man sich das Leben im Kloster vorstellen?

Es ist in jedem Kloster unterschiedlich. In Burma haben wir am Tag 18 Stunden meditiert, da gab es sonst nichts, außer Essen und eine halbe Stunde putzen am Tag. Es war wie ein Gefängnis, es wurde auch nichts gesprochen. Doch ich habe das anfangs gebraucht sonst hätte ich nie Disziplin entwickelt.

In Thailand, wo ich jetzt bin, ist es gemäßigter. Wir haben als fixen Tagesplan täglich drei Mal für eine Stunde Chanting, zwei Mal Essen, Säuberung des Klosters und die restliche Zeit haben wir für uns um zu meditieren, zu helfen oder um uns mit anderen auszutauschen. Ein Mal im Monat geben wir einen siebentägigen Retreat, und es kommen sehr viele Westler zu uns in den Tempel, um Meditation zu lernen, da helfe ich gerne mit. Das Tätigkeitsfeld ist vielfältig.

Wie sieht die Gemeinde des Klosters aus?

Der Sangha (die Gemeinschaft, das heißt diejenigen, die dauerhaft hier leben) besteht aus ca. 20 Mönchen, manchmal kommen oder gehen ein paar, drei Nonnen und zwei Laienfrauen. Es kommen aber immer wieder Mönche, Nonnen oder Laien auf Besuch, die für eine Weile bleiben. Auch ich gehe manchmal in den Norden Thailands – wir haben dort ein Waldzentrum, das zu uns gehört, da kann man gut praktizieren wenn man mal etwas mehr Stille braucht, denn der andere Tempel ist nahe zu Bangkok und etwas „geschäftiger“. Es ist also eine kleine Gemeinschaft, was ich als sehr angenehm empfinde.

Wie hast du deinen Lehrer gefunden?

Dies ist eine schwierige Frage, ich würde sagen ich habe ihn nicht gefunden, er war plötzlich einfach da. Manchmal verbringt man lange Zeit nach jemandem zu suchen, aber findet doch nie das oder den RichtigenMan muss sich selber entwickeln und reifen und dann wenn man bereit ist, dann ist der Lehrer plötzlich da. Das ist auch der Punkt an dem man dann seine Anweisungen richtig verstehen und umsetzen kann. Letztendlich müssen wir dann auch lernen, unser eigener Lehrer zu sein, denn Erleuchtung kann nur durch eigene Anstrengung erfolgen. Der Lehrer kann nur den Weg weisen…

Mae Chee Bianca in ihrer Gemeinschaft. Foto: Mae Chee Bianca

Mae Chee Bianca in ihrer Gemeinschaft.

Du bist gerade auf Heimaturlaub: Wie ist das für dich?

Es ist eigentlich ganz normal – für mich zumindest. Die Leute reagieren manchmal überrascht, weil sie „so etwas wie mich“ selten sehen, aber meistens gibt es positive Reaktionen und die Leute zeigen Interesse. Jeder ist doch im Grunde auf der Suche nach irgendetwas, die meisten füllen diese Lücke mit materiellen Dingen, aber im Grunde suchen doch alle nach Einheit…

Wenn man eine Weile praktiziert kommt man irgendwann an den Punkt, wo man sich wirklich und wunderbar in sich selber zu Hause fühlt und dann ist es egal wohin man geht, man fühlt sich überall zu Hause und alle sind deine Familie, dies ist ein Ergebnis der Herzöffnung, die Differenzierungen fallen weg.

Hast du Unterschiede festgestellt, darin, wie dich Leute behandeln, aber auch, wie du (be)handelst?

Ja, es gibt Unterschiede, das liegt aber sicherlich auch an der Kleidung (hier in Österreich – in Thailand kennen sie das ja, aber auch nicht unbedingt von Westlern). Manche sind zuerst etwas skeptisch, doch im Laufe des Gesprächs können sie sich meist öffnen.

Man muss den Leuten mit einem offenen Herzen begegnen, ohne Vorurteile, dann kann nicht viel schiefgehen. Die Lehre des Buddhas ist das Dhamma, oder das Gesetz der Natur, damit konnte ich bis jetzt jeden „überzeugen“, denn es ist ja nicht mein Gesetz oder das Gesetz des Buddhismus, es ist ein „Gesetz“ das für alle da ist, egal von woher wir kommen.

Ich behandle die Menschen nun viel behutsamer als früher, denn ich habe gelernt wie wichtig es ist, seine Worte weise zu wählen und vor allem auf den Ton der Stimme zu achten, in dem man mit Menschen spricht. Wir können so viel spüren und so leicht verletzen. Wenn man respektvoll zu den Leuten spricht, dann sprechen sie (früher oder später) auch respektvoll zu einem, das ist ein Teil von Karma und auch Teil des Edlen Achtfachen Pfades: Rechte Rede.

Bist du jetzt dein Leben lang Nonne – oder kannst du wieder in ein weltliches Leben zurück?

Mein Wunsch ist es Nonne zu bleiben, denn es ist meine Berufung. Ich habe nicht nur einfach den Kopf rasiert und die Kleidung gewechselt – es war eine wirkliche Bewusstseinsveränderung und Entwicklung.

Manchmal ist es nicht einfach, doch das ist ja in jedem Leben so und man muss einfach jeden Tag sein Bestes geben –  immer wieder aufstehen, egal wie oft man hinfällt. Der ganze Weg, ist ein Weg der Reinigung – des Geistes/der Herzöffnung. Wir müssen uns frei machen von jeglichen Erwartungen im Leben und versuchen im Hier und Jetzt zu leben, die Gegenwart ist das einzige was zählt – die einzige Realität, alles andere ist entweder vergangen oder noch nicht da.

Ich habe viele Dinge im Leben getan und dies ist sicher der bis jetzt schwierigste Weg, aber gleichzeitig auch der Schönste. Er gibt mir soviel Sinn.

Wir können wieder in ein weltliches Leben zurück, doch meistens wenn man einen bestimmten Punkt überschritten hat, will man das gar nicht mehr, es ist einfach kein Verlangen nach vielen weltlichen Dingen mehr da…

Danke für das wundervolle Gespräch, Mae Chee Bianca!

 

„Mögen wir alle voller Frieden und Freude sein, möge unser Geist voll Licht und Zuversicht strahlen, mögen wir Toleranz und Mitgefühl für uns selbst und unsere Mitmenschen entwickeln und unseren Geist erheben für eine bessere Welt – für eine Einheit.“ Mae Chee Bianca

 

NAMO TASSA BHAGAVATO ARAHATO SAMMA-SAMBUDDHASSA
Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Selbst-Erwachten

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