Eco. Life. Style.

Autor: Doris

Wie trampen in Neuseeland dein Leben verändern kann

Gastbeitrag von Tanja, die seit September 2013 auf ihrem Blog Search for Happiness über ihre Reiseerlebnisse schreibt und Tipps und Tricks gibt, wie du deine eigene Langzeitreise planen kannst.  Dein Herz klopft…

Gastbeitrag von Tanja, die seit September 2013 auf ihrem Blog Search for Happiness über ihre Reiseerlebnisse schreibt und Tipps und Tricks gibt, wie du deine eigene Langzeitreise planen kannst. 

Dein Herz klopft wild gegen deinen Brustkorb, deine Hände schwitzen, dein Mund ist trocken. Ungewissheit kann manchmal der schlimmste Feind sein. Warum hast du dich nicht für den angenehmen Bus entschieden, nörgelst du innerlich mit dir selbst. Aber du wolltest etwas Einzigartiges erleben. Und sogar die Kiwis sagen, dass Trampen die Antwort darauf sei.

Nun stehst du hier am Straßenrand, streckst trotz aufkeimenden Muskelkrampfs brav einen Arm von dir weg, den Daumen in die Höhe und beobachtest die vorbeiziehenden Autos. Fühlst dich wie bestellt und nicht abgeholt. Weißt nicht, ob und wann du deine Destination erreichst und vor allem, wer für dich stehen bleibt. Was soll daran einzigartig sein?

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Ein verlangsamtes Auto reisst dich aus deinen Gedanken. Fokussiert beginnst du zu lächeln, schließlich willst du dem Fahrer etwas verkaufen – dich selbst. Dein Lächeln steht für „Ich werde dir nichts tun“ oder „Ich kann dir lustige Geschichten über mein Heimatland erzählen“. Und tatsächlich hält er an. Dein nervöses Herzrasen verwandelt sich in einschleichende Panik. Wer ist das? Ist er nett oder gefährlich? Herzlich oder cholerisch?

Ein weißhaariger Mann mit mindestens 70 rüstigen Jahren Lebenserfahrung steigt aus und lächelt dich nett an. Seine freundlichen blauen Augen beruhigen dich, er grüßt dich sehr offen und hilft dir beim Verstauen deines Backpacks am Rücksitz.

Schon sitzt du am Beifahrersitz eines Fremden. Bist stolz auf dich, weil die erste Hürde geschafft ist. Und stellst dich nun auf den unausweichlichen, oberflächlichen Small Talk ein.

Wieso reist du?

Okay, diese Frage kam unerwartet. Du dachtest, du erzählst zuerst ein bisschen über dich, hast deinen Text schon vorbereitet, gleich einem Bewerbungsgespräch. Aber es stimmt – wieso reist du wirklich?

Weil ich unglücklich war.

Womit warst du unglücklich?

Noch eine gute Frage.

Eigentlich mit fast allem. Meinem Studium, meiner Beziehung. Ich war immer sehr unsicher und habe mich oft hinter anderen versteckt. Und jetzt versuche ich meine Antwort auf die Frage zu finden, was ich aus meinem Leben machen will.

Du staunst über deine Ehrlichkeit und deinen Willen, dir hemmungslos Schwäche und Fehler einzugestehen. Denn du weißt, dass du deinen Sitznachbarn höchstwahrscheinlich nie wieder siehst.

Dieser erzählt nun ein bisschen von sich. Du spürst die Trauer, als er von seinem verstorbenen Vater berichtet, den Stolz, wenn er über seine einzige Tochter erzählt, die Freude, wenn er dir ein Stückchen von seinem Leben preisgeben darf.

Per Anhalter durch Neuseeland - Tanja hat es gemacht. Foto: Tanja
Per Anhalter durch Neuseeland – Tanja hat es gemacht.

Die nächsten 150 Kilometer vergehen schneller als dir lieb ist. Mitten im Gespräch bist du schon angekommen und steigst beinahe widerwillig aus. „Danke für die Fahrt“, sagst du etwas nachdenklich. „Ist doch selbstverständlich“, entgegnet er.

Als du dich umdrehen möchtest, fügt er noch hinzu: „Vergiss nicht, dass du ein toller Mensch bist. Du kannst alles schaffen was du möchtest und gib dich nicht mit weniger zufrieden. Ich hoffe du findest dein persönliches Glück.“ Und schon fährt er weiter. Dein erstes Mal Trampen ist vorbei und du verstehst nun.

Nicht die Fahrt an sich macht es so besonders, sondern die Menschen, die das Fahrzeug bedienen. Innerhalb von zwei Stunden können sie mit ihren Ansichten, Überlegungen und Fragen dein Leben verändern. Sie denken anders als deine Freunde zuhause, sie unterscheiden sich von Herkunft, Alter und Erziehung. Und du weißt nie, wer deine nächste Bekanntschaft sein wird: Ein Pilot, ein LKW-Fahrer, eine Bäckermeisterin, eine Mutter, ein Schiffskapitän. Doch sie bringen dich zum Nachdenken, zum Hinterfragen, doch vor allem bestärken sie dich, in dem was du tust, denn so sind die Kiwis nun einmal. Und du wirst auch stärker, denn Trampen kostet jedes Mal Überwindung und Mut.

Und egal in welches Auto du steigst, du redest mit dem Fahrer über sehr Persönliches, weil seine Unbekanntheit dich überraschenderweise vertrauen lässt. Er wird dich nicht verurteilen. Im Gegensatz dazu erzählt er dir Geschichten über sein Land, sein Leben, seine Familie. Er zeigt dir eine Seite von Neuseeland, die du in einem Bus nie erfahren hättest: Echte, neuseeländische Kultur. Und das macht jedes Trampen in Neuseeland einzigartig.

Neuseeland wird durch die Augen der Einheimischen doppelt so schön. Foto: Tanja
Neuseeland wird durch die Augen der Einheimischen doppelt so schön.

Natürlich besteht beim Trampen immer ein gewisses Restrisiko, schließlich steigst du bei fremden Menschen ein. Jedoch musst du hier auf dein Bauchgefühl vertrauen. Fühlst du dich nicht wohl, fährst du einfach nicht mit und wartest auf den nächsten Fahrer. In Neuseeland gab es in den letzten Jahren keine unangenehmen Zwischenfälle mehr.

Als Frau ist es prinzipiell einfacher eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Männer warten oft doppelt oder dreimal so lange. Wenn du alleine bist, hast du ebenfalls keine Probleme, zu zweit wird es schon etwas schwieriger, ist aber dennoch möglich.

Worauf du achten musst: Wenn du trampen willst, ist der richtige Warteplatz absolut notwendig. Stell dich zum Straßenrand in die richtige Richtung, naheder Hauptstraßenauffahrt. Vermeide jenen Straßenbereich, welcher am Rand mit gelben Strichen markiert ist, hier dürfen die Autos nicht stehen bleiben. Des Weiteren ist es ganz normal, dass du öfter mal umsteigen musst, da nicht jeder dieselbe Destination anfährt wie du.

Und nun, Daumen hoch!

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Aktiv durch Rio: 5 Wege, um noch mehr ins Schwitzen zu kommen (2)

Brasilianische Taschentücher sind nun wirklich nicht das Wahre. Einmal auch nur angegriffen (von Verwenden will keine Rede sein) zerfallen sie in sämtliche Einzelteile – und aus den bisherigen Stofffetzen werden…

Brasilianische Taschentücher sind nun wirklich nicht das Wahre. Einmal auch nur angegriffen (von Verwenden will keine Rede sein) zerfallen sie in sämtliche Einzelteile – und aus den bisherigen Stofffetzen werden kleine, unzusammenhängende weiße Fitzel, die sich am liebsten überall dort sammeln, wo man sie garantiert nicht braucht. Am frisch gewaschenen T-Shirt oder im Münzenfach meiner Geldtasche zum Beispiel.

Diese (wichtige?!) Erfahrung verdanke ich einer heftigen Verkühlung, die mich in den letzten Tagen in Rio ziemlich schaumgebremst in der Gegend herumhängen hat lassen. Ein recht abstruser Zustand, bei brütender Hitze von 42 Grad hustend, keuchend, vor allem aber schnupfend am Strand entlang zu spazieren… (Nein, ich will jetzt kein Mitleid.. okay, vielleicht ein bisschen). Schlapp machen stand dennoch nicht auf dem Programm: Schließlich ist meine Freundin Cristiane, bei der ich eine Woche in Rio verbracht habe, ein Energie-Bündel sondergleichen. Zwei „Itchy Feet“ auf einem Haufen, Ihr könnt Euch vorstellen, dass da selbst die schlimmste Verkühlung keine Chance hat…

Zum Glück, sonst könnte ich nicht die beiden absoluten Wander-Empfehlungen meiner Zeit in Rio de Janeiro vorstellen:

4. Nationalpark Tijuca

Rio de Janeiro bietet eine einzigartige Lebensqualität, die ihresgleichen sucht: Damit meine ich nicht die zahlreichen Strände, an denen sich BrasilianerInnen wie Nicht-BrasilianerInnen gern zur Schau stellen, sondern vor allem das viele Grün der Stadt. Das liegt besonders am Nationalpark Tijuca, dem 39,72 km² großen Waldgebiet, das sich in Rio de Janeiro befindet.

Wo im 19. Jahrhundert wegen Kaffee-Plantagen die meisten Bäume bereits abgeholzt waren, entstand auf Auftrag des brasilianischen Kaiser Dom Pedro II 1861 langsam wieder Wald. Als Wasserlieferant für Rio de Janeiro gedacht, ist es heute vor allem Erholungszentrum der Cariocas, der Einwohner Rio de Janeiros. Wie viele Wanderwege, Höhlen und Wasserfälle es im Park gibt, das wissen nicht einmal „Experten“, die die üppige Vegetation seit Jahrzehnten immer wieder von oben bis unten, von links bis rechts durchqueren – davon bin ich überzeugt, seitdem ich mit Martinus unterwegs war. Der 72-Jährige ist einer der Guides von CEB – Centro Excursionista Brasileiro, dem ältesten Wander- und Mountaineering-Club Rios. Über 200 Mitglieder zählt der Verein – auch meine Freundin Cristiane ist eines davon und hat mich zu einem der zahlreichen Ausflüge mitgenommen. Diesmal stand eine kurze, leichte Wanderung durch Tijuca und ein Picknick anlässlich der Januar-Geburtstage der Mitglieder auf dem Programm.

Es war ein Tag voller berührender Begegnungen: Mit ausgefallenen Bäumen des dichten Waldes, mit Bananenpflanzen, Kapuzineräffchen, Zikaden, Nasenbären (!) und vor allem den vielen Menschen, die – wenn auch des Englischen kaum mächtig – immer wieder bemüht haben, mich zu unterhalten.

Wer es mir gleichtun möchte: Auf der Website des CEB gibt es eine – portugiesische – Programmübersicht. Die Anmeldung über die Website ist derzeit leider nur BrasilianerInnen vorbehalten, aber per Email kann man jederzeit Kontakt mit dem Verein aufnehmen. Eine Teilnahme an einer Wanderung kostet 35 Reais.

Natürlich kann man auch an offiziellen Wanderungen für TouristInnen teilnehmen – Anbieter gibt es einige. Wie diesen hier >> 

Im Tijuca befindet sich auch das Wahrzeichen Rios, der Corcovado. Aber diese Wanderung ist einen eigenen Punkt wert:

5. Wanderung zu Christus

Sie war der Grund, warum ich zwei Tage länger in Rio de Janeiro geblieben bin, als ursprünglich vorgehabt. Eine Entscheidung, die ich im Nachhinein immer wieder genauso treffen würde. Schon bei meiner Ankunft und der Planung, was denn „unbedingt“ in Rio zu tun sei, hat mir Cristiane von der Wanderung rauf zur Cristo-Statue erzählt. Hart soll sie sein, anstrengend, aber jede Mühe wert.

Nachdem Cristiane – berufstätig wie sie ist – nicht garantieren konnte, selbst die Wanderung mit mir zu machen, wollte ich gerade auf CouchSurfing nach Mit-WandererInnen suchen. Da stach mir ein Termin ins Auge: Jeden Montag führt Cassio, seines Zeichens CouchSurfer und Hostel-Betreiber, Interessierte genau auf dieser Wanderung hinauf zur berühmten Statue. Auch diesen Montag.

Um 13.00 Uhr sollte es in Parque Lage losgehen. Als Cristiane und ich – eine halbe Stunde nach der verabredeten Zeit (wir sind in Brasilien!) – ankommen, wartet schon ein kleines, bunt zusammengewürfeltes Grüppchen auf uns. Allein von Cassio ist und bleibt keine Spur. Zum Glück hat eine US-Amerikanerin die Tour bereits vor zwei Wochen gemacht (mit Cassio) – und Cristiane fragt sich (und uns) erfolgreich zum Eingang der Wanderung durch. Die ersten 30 Minuten sind – wie in Berichten zu lesen war – recht einfach. Und schon nach den ersten paar Schritten laufen Kapuzineräffchen über den Weg: Klick klick klick werden einige Fotos geschossen. Die Tour hat sich für mich bereits gelohnt!

Nach dem letzten von drei winzigen Wasserfällen, oder besser gesagt Wasserbacherl, geht die Steigung los. 40 Minuten durch den Wald über Stock, Stein, Wurzeln und Gebüsch steil bergauf. Langsam, aber stetig raufschlurfend halte mich erstaunlich gut, vor allem dafür, dass ich am Vortag noch kaum durchatmen konnte. „Wenn Ihr den Felsen mit dem Eisenseil seht, sind es nur mehr zwanzig Minuten steil bergauf“, hat uns die Amerikanerin schon vorher verraten – und früher als gedacht sehen wir ihn tatsächlich. Die nächste Zwischenstation sind die Gleise der Bahn, mit der viele stimmungsvoll nach oben fahren. Dann sind es nur noch zehn Minuten auf einer asphaltierten Straße – Achtung, Busse!, auf der man schon die ersten Blicke auf die Cristo Redentor Statue ergattert.

Komplett durchgeschwitzt oben angekommen die Überraschung: Die Dame, die angeblich die Tickets (31,40 Reais für den Eintritt zur Statue und die Fahrt nach unten mit dem Bus) verkauft, kommt erst in zwanzig Minuten wieder. Entweder wir warten oder fahren mit dem Bus nach unten, um die Tickets zu kaufen. Mh, kommt mir irgendwie bekannt vor… Wir entscheiden uns fürs Warten – und irgendwann einmal fragt eine blonde Lady, wie viele Tickets wir möchten. Wieder zwanzig Minuten später halten wir die wertvollen Zettel in den Händen und können rauf zu Cristo und vor allem zur Hammer-Aussicht über Rio. Die Mühe hat sich gelohnt. Aber seht selbst!

 

Offenlegung: Danke an Salewa für die blitzblauen Ramble, die ich zum Testen mit nach Brasilien mitgenommen habe. Sie haben jegliche Tortur (ähm, Tour) ausgehalten und mich blasenfrei gehalten. Außerdem haben sie in den rutschigen, waldigen, wurzeligen Lagen nicht nur ihren Halt bewahrt, sondern sind auch noch im schmutzigen Zustand ein echter Hingucker.

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Vale Do Capão: Auszeit mit Zeus, Zirkus und einem Gefühl wie zuhause

Eigentlich heißt er ja Zeu. Für mich wird er aber immer der griechische Göttervater Zeus sein: Wie vom Himmel herab gestiegen ist er plötzlich vor mir gestanden oder besser gesessen in seinem…

Eigentlich heißt er ja Zeu. Für mich wird er aber immer der griechische Göttervater Zeus sein: Wie vom Himmel herab gestiegen ist er plötzlich vor mir gestanden oder besser gesessen in seinem verbeulten Kleinwagen, von dessen ursprünglich schwarzer Farbe dank der roten Erde hier im Nationalpark Chapada Diamantina kaum mehr etwas zu erkennen ist. „Ich habe noch ein Zimmer frei“, diese – englischen(!) – Worte klingen jetzt noch wie Musik in meinen Ohren.

Das Dorf von Capao ist klein, aber fein. Foto: Doris
Das Dorf von Capao ist klein, aber fein. Foto: Doris

Es ist nicht einmal 6.00 Uhr früh. Ich bin gerade mit dem Nachtbus aus Salvador samt Kleintransport aus der nächstgelegenen Stadt Palmeiras hier im Vale Do Capão angekommen und schnurstracks zu meiner Alberque gestapft. Dort hatte ich via Facebook ein Bett gemietet – 25 Reais mit Morgenkaffee hieß es, und die Empfehlung einer Rezeptionistin im Hostel El Misti tat ihr Übriges. Allein vom Besitzer ist keine Spur: Fünfmal bin ich vor der Alberque auf und ab gegangen, habe halb wache Gäste um Rat gefragt, an verschiedene Türen geklopft, die Nachbarin aus dem Bett geklingelt. „Er wird wohl noch schlafen“, so die lapidare Erklärung. Die hilft mir jetzt aber nichts: Ich bin hundemüde von 5 Stunden rumpeligem mehr Wach- als Schlafzustand. Ich will einfach nur ein, zwei Stündchen schlafen, in einem Bett!

Und dann kommt Zeu(s)! Anfangs bin ich skeptisch: Den Ratschlag, nicht mit Fremden mitzugehen, habe ich schon öfters missachtet – ein weiteres Mal zählt nicht mehr. In meinem Trance-Zustand steige ich also zu diesem bärtigen Brillenträger mit grauem Kraushaar, schlabbrigem Spagettihemd und kurzer Trainingshose ins Auto. „Wohin geht’s denn?“, frage ich noch kurz, schon ruckeln wir über die Sandstraße – asphaltierte Wege gibt es in Capao nur im Dorfzentrum – auf einen kleinen Hügel hinauf. „Chales do Zeu“ begrüßt uns ein Anschlagbrett mit bunter Schrift, das sich frech zwischen dem üppigen Grün der Büsche und Bäume ringsum seinen Weg geschlagen hat.

Darf ich vorstellen: Mein kleines Häuschen. Foto: Doris
Darf ich vorstellen: Mein kleines Häuschen. Foto: Doris

Das ist also mein Zuhause für die nächsten fünf Tage! Die Überraschung ist groß: Zimmer, nein, es ist ein kuscheliges, kleines Lehmhaus – eines von mittlerweile neun, das der Salvadorianer dort in den Hügeln über Capão gebaut hat. „Fünf Jahre bin ich immer wieder gekommen, bis ich so viel Geld angespart hatte, um mir den Grund zu leisten“, erklärt mir der Künstler später. Dass er sich in das Stückchen Erde verliebt hat, liegt vor allem am Ausblick – und ich kann es ihm nicht verdenken. Keine zwei Sekunden dauert es, bin auch ich voll entflammt: Gaskochnische, Badezimmer, ein tonerdener Wasserkrug mit Filter fürs Leitungswasser, ein Traumfänger über einem mit bunter Decke bestücktem Einzelbett … Das Beste aber befindet sich im zweiten Stock: Wer über die Holzleiter hinaufklettert, der wird dort nicht nur vom himmlischen Doppelbett mit Moskitonetz empfangen, sondern vor allem von einem Ausblick über das Tal, der mich von jetzt an Morgen für Morgen zweifeln lässt, ob ich überhaupt aufgewacht bin oder einfach nur weiter träume.

Der Blick am Morgen - aufwachen geht ganz leicht. Foto: Doris
Der Blick am Morgen – aufwachen geht ganz leicht. Foto: Doris

Ich bin angekommen! Genau von diesem Ort habe ich geträumt, als ich heute früh vor der Alberque gestanden und einen kurzen Blick in die winzigen, dunklen Kammern mit Stockbetten geworfen habe. Genau diesen Platz für mich, diese Auszeit habe ich gebraucht nach intensiven Arbeits- und Reisewochen hier in Brasilien. Hier kann ich entspannen und meditieren, meine Yoga-Matte ausbreiten und den Tag mit Sonnengrüßen beginnen. Hier kann ich mit einem frisch gebrühten Kaffee an der Feuerstelle draußen vor meinem blau bemalten Häuschen sitzen und ein Buch lesen. Oder einfach nur auf die grünen Berge rundherum starren und den dramatisch aussehenden Wolken, die ab und an einen Regenschauer rauslassen, beim Wandern zusehen. Pläne über Pläne… aber die müssen warten. Schlaf geht vor, ich falle wie tot ins Bett!

Rein ins eiskalte Nass - die beste Erfrischung nach dem Wandern. Foto: Doris
Ein Plan: Einfach nur ins Wasser starren oder rein ins eiskalte Nass – die beste Erfrischung nach dem Wandern. Foto: Doris

Zwei Stunden später bin ich dann startklar: Ich will ins Dorf, dessen bunte Häuser samt Hippie-Läden mich schon zuvor beim Aussteigen aus dem Bus neugierig auf mehr gemacht haben. Zum Einkaufen, Frühstücken, Wandertouren ausmachen. Es sollte wieder anders, viel besser nämlich, kommen! „Bist du Andrea?“, versuche ich mein Glück, als zeitgleich mit mir eine Frau die Stufen von Zeus anderen Chales hinuntersteigt. Die zierliche Blondine mit Kapperl, Schlabberpants und Boy-T-Shirt schaut zuerst etwas verblüfft, stottert ein paar Worte in Portugiesisch und grinst mich schließlich an: Tatsächlich, Zeu hat sich nicht geirrt! „In den Chales wohnt noch eine andere Österreicherin namens Andrea“, hat er mir auf der Fahrt zum Häuschen verraten. Ich habe an ihm gezweifelt! Österreicher!? Zwei an einem Ort?! Er wird sicher Australier meinen!? Doch nein, die gebürtige Oberösterreicherin ist wirklich seit zwei Wochen in Capão und wird gleich von mir zum Frühstück verschleppt. Bei Sucos, den großartigen frisch gepressten Fruchtsäften, die – wie in Kolumbien und Ecuador – auch hier in Brasilien auf meinem täglichen Speiseplan stehen, erzählen wir uns unsere Lebens- und vor allem Reisegeschichten. Zum vierten Mal ist die Lebens- und Sozialberaterin bereits in Brazil, zum zweiten Mal in Capão – und bei Zeu. „Es ist der beste Ort um aufzutanken“, meint sie – und ich spüre schon jetzt, dass sie damit auch für mich den Nagel auf den Kopf trifft.

Vogelgezwitscher unterhält uns beim Frühstück. Foto: Doris
Vogelgezwitscher unterhält uns beim Frühstück. Foto: Doris

„Woher aus Österreich seid ihr denn?“, kommt vom Nachbartisch eine männliche Stimme, „ich bin der Bernhard aus Niederösterreich.“ Langsam wird mir klar: Wundern darf ich mich hier in Capao über gar nichts. Tatsächlich sitzt neben uns ein weiterer Landsmann, ein junger Biobauer aus Hollabrunn, der jedes Jahr von Dezember bis März auf Reisen geht – und dafür vom Rest der Bauernbevölkerung für verrückt erklärt wird. „Dabei ist im Winter nichts am Hof zu tun“, meint er, der mit seinem kurzrasierten Kopf, von dem zwei kleine Dreads stehen, weniger auf ein Kartoffelfeld als hier in die backpackende Alternativ-Szene passt.

Immer wieder begegnen mir wunderschöne Wesen wie dieses. Foto: Doris
Immer wieder finden wundervolle Begegnungen statt. Foto: Doris

Ein reisender Bauer, drei Österreicher an einem Ort mitten in Brasilien… spätestens jetzt erinnere ich mich an Zeus Worte, die mir wie ein Versprechen scheinen: „Capão ist ein magischer Ort, hier ist alles im Fluss.“ Ich soll diese Wahrheit in den nächsten vier Tagen, die ich vor allem mit ausgedehnten Wandertouren in der Umgebung verbracht habe, noch öfters erfahren.

Immer wieder solche Ausblicke beim Wandern. Foto: Doris
Immer wieder solche Ausblicke beim Wandern. Foto: Doris
Der Blick auf den Morrao. Foto: Doris
Der Blick auf den Morrao. Foto: Doris
Wandergefährten beim Wasserfall Fumaca. Foto: Doris
Wandergefährten beim Wasserfall Fumaca. Foto: Doris

Zum Beispiel auch an meinem letzten Abend! „Wisst Ihr, wann die Vorstellung beginnt?“ Die Frage einer Amerikanerin, die sich an unseren Tisch gesellt, löst bei Andrea, unseren beiden polnischen Bekannten und mir mittlerweile nur noch Lachen aus. Seit drei Stunden sitzen wir bei Bier und hausgemachten Kuchen auf den selten unbequemen Steinstühlen im Freien. Und warten! Zwei Tage zuvor hat mir Andrea „ihr“ Capão gezeigt, in dem sie vor sechs Jahren zwei Monate gelebt und gearbeitet hat. Ein Schild hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: „Zirkus“ steht darauf geschrieben. Wie, Capão hat einen eigenen Zirkus? Tatsächlich wird im kleinen Dorf, das aus sage- und schreibe drei Straßen besteht und noch immer keine Handymasten (dafür aber ein paar Internet-Cafés) aufgestellt hat, seit 16 Jahren ein Zirkus betrieben. Und wie es der Zufall (der Fluss?) will, findet eben heute – an diesem Samstag – dort eine Veranstaltung statt. Es ist das 8. Treffen einer Künstlergruppe, so kann Andrea dank ihres guten Portugiesisch herausfinden. Beginn: 18.00 Uhr.

Den Zirkus gibt es schon seit Jahren in Capao. Foto: Doris
Den Zirkus gibt es schon seit Jahren in Capao. Foto: Doris

Inzwischen ist es 21.00 Uhr, das rote Zirkuszelt ist beleuchtet, Leute kommen und gehen wieder … allein die Vorstellung hat noch nicht begonnen. „Sie warten, bis genug Publikum da ist“, hat eine der beiden Polinnen erfahren. Macht (brasilianischen) Sinn, den übrigens unser Co-Österreicher Bernhard bereits begriffen hat: Kaum taucht er um 21.15 Uhr auf, kommen auch schon Clowns aus dem Zelt und trommeln die Menschen zusammen. Es geht los, es geht los! Das Warten hat sich gelohnt, nicht nur wegen der großartigen Gesellschaft. Die Vorstellung treibt uns die Lachtränen in die Augen, lässt uns staunen, die Zeit wie im Flug vergehen. Italienische und argentinische (Gast-)Akrobaten wechseln sich mit einheimischen brasilianischen Musik-Gruppen ab, Clowns heizen dem Publikum mit portugiesischen Witzen und international verständlichem Slapstick ein. Vier Stunden lang, schließlich leben in und rund um Capão viele Künstler – und die können gar nicht aufhören zu performen und so dieser Gegend ihre Liebe sowie Dankbarkeit zu zeigen.

Er hat uns besonders beeindruckt. Foto: Doris
Er hat uns besonders beeindruckt. Foto: Doris
Zirkus-Akrobatik vom Feinsten. Foto: Doris
Zirkus-Akrobatik vom Feinsten. Foto: Doris
Eine Chilenin spielt Clown - und Akkordeon. Beides gut. Foto: Doris
Eine Chilenin spielt Clown – und Akkordeon. Beides gut. Foto: Doris
Die Bühne quillt über: Jeder ist ein Künstler! Foto: Doris
Die Bühne quillt über: Jeder ist ein Künstler! Foto: Doris

Ich kann sie verstehen. Auch ich ertappe mich in den vier Tagen immer wieder dabei, einfach nur dankbar zu sein – für die Auszeit, für die Leichtigkeit, für die Freundschaften, für die Energie an diesem Ort und dafür, wieder einmal zu erkennen, dass alles Sinn macht und so geschieht, wie es kommen soll.. „Normalerweise spreche ich niemanden auf der Straße wegen eines Zimmers an“, meint Zeu am letzten Tag beim Abschied, „du warst mein erstes Mal.“ Allein dafür wäre ich ihm am liebsten um den Hals gefallen, meinem göttlichen Retter!

Gleich am ersten Tag (und ausgerüstet) geht es zum Rio Preta, dem schwarzen Fluss. Foto: Andrea
Danke, dass ich da sein durfte! Foto: Andrea

Ein Chale von Zeu kannst auch du mieten: Kosten für eine Person für ein ganzes Häuschen 40 Reais!

Chales de Zeu - meine absolute Unterkunfts-Empfehlung in Capao. Foto: Doris
Chales de Zeu – meine absolute Unterkunfts-Empfehlung in Capao. Foto: Doris

 

Tages-Wandertouren, die ich gemacht habe und somit empfehlen kann:

  • 3 Stunden von Capão nach Aguas Claras
  • Kurze Tour (ca. 1 Stunde) von Capão nach Rio und Cachoeira Preta
  • 2,5 Stunden Wanderung nach Cachoeira da Fumaca
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Von einer, die auszog, um mit Delphinen zu schwimmen

Es ist fünf Uhr morgens, und ich höre ihn. Den Ruf der Delphine. Auch wenn sich der für andere vermutlich wie das Klingeln des Weckers anhört, für mich ist es eindeutig: Es…

Es ist fünf Uhr morgens, und ich höre ihn. Den Ruf der Delphine. Auch wenn sich der für andere vermutlich wie das Klingeln des Weckers anhört, für mich ist es eindeutig: Es sind die Delphine, die mich aus dem Schlaf locken.

Seitdem ich denken kann, üben sie eine Faszination auf mich aus. Warum, weiß ich nicht. Ich bin nicht sonderlich tierlieb, bekomme beim Anblick von Hund oder Katz keine feuchten Augen – aber Delphine haben es mir angetan. Vielleicht habe ich irgendwann eine Überdosis „Flipper“ abbekommen? Was für andere Kamele oder Bären sind, sind für mich diese schönen Meeres-Wesen. Seit meinen ersten Reisen begleiten sie mich, oder vielmehr der Gedanke, Delphine einmal hautnah zu erleben und mit ihnen im Meer zu schwimmen. Bisher ist es mir nicht vergönnt gewesen: Weder vor zehn Jahren bei der Fahrt nach Kangaroo Island in Australien. Noch auf Teneriffa. Noch nicht mal bei der Fahrt über den Ganges. Alles Spots mit „100%iger Delphin-Garantie“. Tja, ich müsste wohl mal irgendwo reklamieren gehen …

So ein ganz normaler Strand in Brasilien. Foto: Doris
Delphin-Spotting in Brasilien. Foto: Doris

Und jetzt bin ich wieder an einem Ort, wo „man garantiert mit Delphinen schwimmen kann“, das sagt nicht nur der Lonely Planet über Praia de Pipa. „Willkommen Doris“, wenn man schon so von seiner „Gastmutter“ begrüßt wird (anders kann ich die Besitzerin der Pousada Xama, in die ich mich einquartiert habe, nicht bezeichnen), kann man sich nur wohlfühlen. Keine fünf Minuten vergehen, hat sie mir nicht nur gesagt, dass ausgerechnet heute – genauer gesagt in einer halben Stunde – das „Ereignis des Jahres“ – nämlich die Entlassung der frisch geschlüpften Baby-Schildkröten von Projeto Tamar ins Meer – stattfindet, sondern morgen gegen 16.00 Uhr auch ein perfekter Zeitpunkt ist, um mit den Delphinen zu schwimmen. Perfekt deshalb, weil nur zu den zweimal täglichen Ebbe-Zeiten der Strand Mirante dos Golphinos überhaupt zugänglich ist. Und noch perfekter, weil für morgen kühles, wechselhaftes Wetter angesagt ist. Das hat wiederum kaltes Wasser zufolge – und das lieben die Delphine.
Ich bin nervös…

In diesen geschützten Bereichen liegen die Nester der Schildkröten vergraben. Foto: Doris
In diesen geschützten Bereichen liegen die Nester der Schildkröten vergraben. Foto: Doris
Freiheit! Die Kleinen werden zum Meer entlassen … Foto: Doris
Freiheit! Die Kleinen werden zum Meer entlassen … Foto: Doris
Wer wohl aufgeregter war: Die Helfer, die Zuschauer oder doch die kleinen Schildkröten? Foto: Doris
Wer wohl aufgeregter war: Die Helfer, die Zuschauer oder doch die kleinen Schildkröten? Foto: Doris

Einige Stunden später weiß ich: Mit den Baby-Schildkröten hatte sie recht! Es war zwar nicht das „Ereignis des Jahres“, schließlich findet es von Dezember bis März regelmäßig statt, aber beeindruckend war es allemal, die kleinen gepanzerten Wesen ins Wasser zu begleiten.

Rausfahren mit dem (Paddel)Boot, um näher an die Delfine ranzukommen?! Angeblich nicht notwendig… mh.. Foto: Doris
Rausfahren mit dem Kajak oder den Motorboot, um näher an die Delfine ranzukommen?! Angeblich nicht notwendig, vor allem aber störend für die Tiere. Foto: Doris

Mit den Delphinen lag sie leider weniger richtig, soviel steht bei Anbruch der Dämmerung fest. Die haben sich nicht gezeigt (genauso wenig wie die Österreicherin namens Verena, die hier laut TripAdvisor Massagen gibt). Noch nicht – ich bin ja noch einige Tage hier in Praia de Pipa.

Auch wenn man keine Delfine erspäht, schön ist es hier allemal. Foto: Doris
Auch wenn man keine Delfine erspäht, schön ist es hier allemal. Foto: Doris

Neuer Tag, neues Glück?! Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich der Delphine wegen früh aus dem Bett springe. Okay, vielleicht nicht springe…

„Ich wecke Euch gegen 4:00 Uhr auf“, hatte uns unser CouchSurfing-Host Jonathon vor drei Jahren auf Big Island nicht nur angekündigt, sondern diese Drohung auch wahr gemacht. Schließlich war es ja für einen „guten Zweck“: Er wollte uns den besten Spot zeigen, um mit Delphinen zu schwimmen – den Two-Step-Beach nahe der Kealakekua Bucht. Und er musste es wissen, war der Regisseur und Filmschaffende doch noch besessener von Delphinen als ich.  Eine ganze Dokumentation, „Na Nai’a. Legend of the Dolpins“, widmete er den schönen Meeressäugern – und als er mir damals die Leute aufzählte, die den Delphinen ihre Synchronstimmen geliehen hatten, blieb mir fast die Suppe im Hals stecken: Kate Winslet, Ellen Page, Gerard Butler, Megan Fox, Whoopie Goldberg, Julian Lennon, Isabella Rosselini, James Franko, Darryl Hannah ‒ wer war denn da bitte nicht dabei? Leider waren die Stars das Aufregendste an dem Film, den wir damals in einer Art „Preview“ in seinem Wohnzimmer sehen durften und an dessen Einzelheiten ich mich kaum noch erinnern kann. Dass unsere Mission damals aber leider nicht von Erfolg gekrönt war, das weiß ich noch all zu gut. Wir warteten, warteten, warteten – nur die Delphine ließen sich nicht blicken.

Morgenstimmung am Strand. Foto: Doris
Morgenstimmung am Strand. Foto: Doris
Da draußen in der Ferne sieht man angeblich Delphine. Foto: Doris
Da draußen in der Ferne sieht man angeblich Delphine. Foto: Doris

Genauso wie heute. „Zu dieser Jahreszeit ist das Wasser zu seicht, da bleiben sie weit draußen“, klärt mich ein Standbetreiber auf, vorausgesetzt, ich habe sein Portugiesisch richtig verstanden, „da braucht man viel Geduld, um sie zu erspähen.“ Es ist eindeutig: Die Idee vom Schwimmen mit den Delphinen kann ich für dieses Mal an den Nagel hängen. Bin ich enttäuscht? Keine Frage. Aber die Traurigkeit hält nicht allzu lang an: Wer könnte bei einem Morgenspaziergang am Strand schon die Schultern hängen lassen? Und außerdem … am Spruch von der Hoffnung, die zuletzt stirbt, an dem ist schon etwas Wahres dran …

Das ist und bleibt der einzige Delphin, den ich hier sehen werde. Foto: Doris
Das ist und bleibt der einzige Delphin, den ich hier sehen werde. Foto: Doris

Tipps, um nach Praia de Pipa zu kommen: 

Von Natal aus gibt es regelmäßig Busse (Fahrt: Ca. 1 Stunde), von Recife muss man mit dem Bus der Company Progresso bis Goianinha fahren (ca. 4 Stunden, nicht 3 Stunden lt. Internet). Dort warten Taxis, die nach Praia de Pipa bringen. Wir haben uns zu dritt eines für 40 Reais geleistet. Der Bus, der angeblich auch kommt, kostet pro Person um die 10 Reais. Normalerweise lädt einen der Taxifahrer im Ortszentrum ab – wer nett fragt, wird – wie ich – vielleicht bis zur Unterkunft gebracht. 

Ein Shuttle-Van fährt alle paar Minuten durch Praia de Pipa von einem Ende nahe Pousada Xama bis zu Praia do Madeira, wo z.B. die Schildkröten ins Meer gelassen werden. Kosten: 2 Reais. 

Pousada Xama: 
Liegt etwa 8 Gehminuten vom Ortszentrum entfernt, etwa 3 Gehminuten sind es zum Praia do Amor. Die Pousada ist im Lonely Planet gleich als 1. Empfehlung gelistet, hat aber (dennoch) nichts an ihrem Charme und ihrer Ruhe verloren.
Kosten: ab 70 Reais (inkl. großartigem Frühstück) für ein Doppelzimmer. 

Mein kleines Reich hier in Praia da Pipa. Foto: Doris
Mein kleines Reich hier in der Pousada Xama in Praia de Pipa. Foto: Doris

Pousada Xama ist die fünf Tage hier in Praia da Pipa ein echtes Zuhause. Foto: Doris

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Eine Nacht in der Favela – ein Experiment

Wie durch Zahnstocher hochgezurrt stieren meine Augen an die Decke. Nicht ich starre, ich werde gestarrt. Denken kann ich schon lange nicht mehr, ich bin einfach nur müde. Alles an mir sehnt…

Wie durch Zahnstocher hochgezurrt stieren meine Augen an die Decke. Nicht ich starre, ich werde gestarrt. Denken kann ich schon lange nicht mehr, ich bin einfach nur müde. Alles an mir sehnt sich nach Schlaf, nach Erholung. Etwa dreißig Minuten lang habe ich es geschafft, doch jetzt liege ich bereits seit gefühlten Stunden hier – und jeder Versuch, endlich in die Ruhe zu fliehen, scheitert. Meine Augen füllen sich mit Tränen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Meine Erschöpfung oder das Gefühl der Enttäuschung, die mit den Tränen hoch schwappt.

Von unten dringt Grölen und Lachen: Lautstark werden in gebrochenem Englisch Reisepläne ausposaunt. Aus britischen Antwortfetzen höre ich Partygeschichten von Rios Karneval. Es ist 2 Uhr morgens, verdammt, ich will einfach nur schlafen! Ich bin zu müde, um es nach unten zu schreien. Wozu auch, hat ja die letzten fünf Stunden nichts gebracht. Schweiß tropft mir von der Stirn. Ich mache mir gar nicht die Mühe, ihn mir abzuwischen: Es gibt keine Klimaanlage, keinen Ventilator im Gemeinschaftsraum des Hostels, auf dessen abgewetzter Plastik(?)-Couch ich hier liege. Nicht freiwillig. Oder doch?

Willkommen in Babilonia! Willkommen im Chill and Surf!

„Es ist alles voll. Ich kann dir nur noch die Couch oder die Hängematte zum Übernachten geben.“ Zuerst halte ich die Worte von Matthias für einen Witz, einen sehr schlechten. Ich war doch extra zwei Tage früher nach Rio de Janeiro zurückgereist, um in seiner Herberge „Chill and Surf“ zu schlafen – und darüber zu berichten. Schließlich ist es nicht irgendeine Unterkunft: „Ich habe einen Österreicher getroffen, der in einer Favela in Rio ein Hostel betreibt“, so hat sich mein Arbeitskollege vor meiner Abreise nach Brasilien bei mir verabschiedet, „willst du den Kontakt?“ Klar konnte ich da nicht widerstehen. Ein Österreicher. Ein Hostel. In einer Favela. In Brasilien. Die Kombination klang einfach zu interessant. Als ich dann noch bei Recherchen entdeckte, dass das Hostel-Gebäude von Star-Architekten Niemeyer erbaut wurde, war es komplett um mich geschehen. Das muss ich mir anschauen! Vor allem aber will ich mit österreichischen Betreiber, Matthias, sprechen.

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Wie hast du das Haus vor rund dreizehn Jahren überhaupt entdeckt? Wie bist du auf die Idee gekommen, in der Favela Babilonia ein Hostel zu starten? Arbeitest du mit den Bewohnern der Favela zusammen? Und wie findest du es, dass jetzt die Siedlungen, die früher der Inbegriff von Gewalt, Chaos, grenzenloser Armut und Drogenkriegen waren, immer häufiger Eingang in Reiseführer finden? Die Fragen türmen sich in meinem Kopf – auf die Antworten muss ich aber bis zum Ende meiner Reise warten. Erst dann ist Matthias wieder in Rio. 

Dann solle ich doch einfach ins Hostel kommen – und ja, auch dort zu übernachten wäre kein Problem. Kostenlos, wenn Platz ist. Das alles wird mir Stück für Stück durch Matthias‘ Bruder Phil, der in Portugal ein Hostel betreibt, per E-Mail ans Herz gelegt. Ich tue es und werfe meine Entscheidung über Bord, den Favela-Tourismus nicht zu unterstützen. Weil ich Sensations- und Katastrophen-Tourismus nicht mag. Weil ich nicht weiß, ob die Armut der Leute dadurch geringer wird. Weil ohnehin jeder, der nach Rio de Janeiro reist, automatisch mit den Favelas konfrontiert wird, den Armenbezirken, die die Hügeln über der Stadt besiedeln und somit für jeden sichtbar über dem Tal hängen.

Die Straße führt nach Babylonia. Foto: Doris
Die Straße führt in die Favela – nach Babilonia.

Die Zugänge zu den Favelas sind oft nahtlos, aber eindeutig spürbar – das stelle ich fest, als mich das Taxi hoch zum „Chill and Surf Hostel“ bringt: Da stehen in der Straße Nossa Senhora de Copacabana in jenem gleichnamigen Wohnbezirk schicke Häuser mit gepflegten Grünflächen hinter Stahlzäunen; während in der Nebenstraße die Häuser einfach, ihre Wände mit Graffiti beschmiert und die steilen Wege teils mit holprigem Beton ausgebessert sind. Arm ja, aber gefährlich? Nein, gefährlich scheint die Favela Babilonia nicht zu sein. Sie gehört schon lange zu den „befriedeten“ Favelas, jenen Siedlungen also, aus denen die Gewalt, die Drogen, das Chaos verbannt und in denen die „Ordnung“ durch Polizei-Stationen kontrolliert wurde.

Herzlich werde ich hier aber dennoch nicht willkommen geheißen. „Couch oder Hängematte“ – so lautet die Entscheidungsfrage. Matthias ist zwar glücklich darüber, dass ich über ihn schreiben will, möchte mich auch gern morgen durch die Favela führen – ein Bett hat er aber dennoch nicht für mich. Nicht einmal im Dorm. Ich darf auf der Couch im Gemeinschaftsraum schlafen, 40 Reais pro Nacht zahlen und – wenn niemand anderer kommt, der die zu Karneval verlangten 140 Reais für ein Dorm-Bett zahlt – vielleicht doch in einem der freien Betten schlafen. Ich bin völlig überrumpelt, mir versagen die Worte. Und ich bin müde: Gestern Nacht bei der Busfahrt habe ich kaum ein Auge zugemacht, ich will einfach nur ins Bett. Wenn es sein muss, auch auf die Couch.

„Das Management hier hat die letzten drei Jahre das Hostel schlecht gewirtschaftet“, erklärt mir später der französische Freund von Matthias, der mit Ringen unter den Augen mehr schlecht als recht Herr der Lage ist. Er wird die Couch mit mir teilen, meinte er, wie schon die letzten zwei Wochen. Zum Schlafen komme er ohnehin nicht viel, schließlich seien er und Matthias nur hierher gekommen, um das Hostel wieder zur Nummer eins in Babilonia zu machen. Koste es, was es wolle – meint er noch und zeigt mir sehnsüchtig Bilder von seinem Zuhause, dem Beach-Hostel in Kolumbien, wo Matthias und er normalerweise leben sowie arbeitet.  Ich merke, wie mir das Denken einen Streich spielt… Bett, Bett, Bett ist alles, was ich noch in meine Gehirnwindungen bringe. Morgen ist auch noch ein Tag.

Ein Morgen gibt es hier für mich nicht! Nach vier Stunden Quälerei auf der Plastik-Couch, in einem Hostel, das keine Ruhephasen kennt und dessen Besitzer sich offenbar nicht für seine Gäste interessiert, ist mir das klar. „Ich brauche ein Bett für die nächsten Nächte“, schicke ich ein Verzweiflungs-Email (immerhin, das WiFi funktioniert!) an Fabio, einen Bekannten aus Rio. Es ist Karneval! Wie aussichtslos die Situation ist, ist mir bewusst. Und doch bekomme ich keine fünf Minuten später ein Mail: „Ich habe etwas für dich.“ Was, das ist mir egal. Es kann nur besser sein als die Situation im „Chill and Surf“. Und schreiben möchte ich über das Favela-Hostel ohnehin nicht mehr, schade über die vertane Chance!

Zwei Stunden später liege ich in einem herrlichen, frisch gemachten, sauberen Bett im Botanic Hostel. Es gehört einem Bekannten von Fabio, hat vor drei Wochen aufgesperrt, ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt und alle sind rundum bemüht, die Gäste zu versorgen – kurz, es ist perfekt! Besser, als ich es mir wünschen konnte.

Und die Moral von der Geschichte? War diese Begegnung eine Lektion in Sachen Grenzen? Oder war es eine Lernerfahrung in Sachen Scheitern? Sollte ich erfahren, dass ich für Geschichten doch nicht über Leichen gehe – schon gar nicht über meine eigene? „Dass ein Österreicher sich so respektlos einer Landfrau gegenüber verhält, versteh ich nicht. Aber du hast unglaubliches Glück“, kommentiert Fabio das Erlebte bei einem Abendessen, „du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

„Es zeigt die Gier der Menschen, die alles zerstört“, kommentiert mein Freund Matthias (nein, nicht der Hostel-Betreiber, ein anderer) eine Woche später in Berlin meine Erfahrung. Ich muss beiden Recht geben. Und beide sagten, ich sollte die Geschichte erzählen – einfach so. Das habe ich jetzt getan. Die Moral, die kenne ich aber bis heute nicht – vielleicht muss ich das ja auch gar nicht. Ich weiß nur, mein Experiment Favela-Nacht werde ich wohl so schnell nicht vergessen!

 

Lesenswerte Artikel von solchen, deren Experiment Favela weniger gescheitert ist:

Touristen in Favelas 
Das ganz normale Leben

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Aktiv durch Rio: 5 Wege, um noch mehr ins Schwitzen zu kommen (1)

„Es gibt bei uns in Rio nur zwei Jahreszeiten: Den Sommer und die Hölle„, erklärt mir Luana von Free Walkers Rio, als wir uns nach drei Stunden Stadtspaziergang unter praller…

„Es gibt bei uns in Rio nur zwei Jahreszeiten: Den Sommer und die Hölle„, erklärt mir Luana von Free Walkers Rio, als wir uns nach drei Stunden Stadtspaziergang unter praller Sonne eine Pause gönnen. Im Sommer – also eigentlich unserem Sommer und deren Winter – hat es angenehme 25 Grad. Zurzeit aber treibt es das Thermometer schon ab und an auf um die 40 Grad hinauf. In höllische Hitzen also!

Weil Schwitzen da ohnehin zum guten Ton gehört, habe ich mich von den Temperaturen nicht davon abhalten lassen, Rio aktiv zu entdecken. Hier sind ein paar meiner liebsten Touren, die ich buchstäblich wärmstens empfehlen kann – auch bei 35 Grad im Schatten:

1. Free Walkers Tour

Wer hätte gedacht, dass in Rio de Janeiro erst seit 8 Monaten eine Stadtführung auf Spendenbasis angeboten wird. Mittlerweile gibt es aber sogar zwei Versionen davon. Ich war mit dem Original unterwegs: Luana hat gemeinsam mit zwei anderen Business-Studentinnen die rot-be-T-Shirten Free Walkers gegründet, nachdem sie die Idee während ihres Irland-Studienaufenthalts kennen & lieben gelernt und flugs nach Brasilien exportiert hat. So erfolgreich, dass sich eine frühere Mitarbeiterin vor zwei Monaten ebenfalls mit einer sehr ähnlichen Tour selbstständig gemacht hat.

Um die drei Stunden dauert die Stadtführung durch die Viertel Centro und Lapa. Zum Abschluss kann man noch gemeinsam eine typische Feijoada essen gehen. Ob es sich dabei wirklich um die „billigste Feijoada in Lapa“ handelt, wage ich bei dem Sonderpreis von 28 statt 32 Reais (inkl. Wasser, O-Saft oder Caipi) zu bezweifeln, aber gut.

Die vegetarische Variante der Feijoada hat mich nicht vom Hocker gerissen, die Tour aber in jedem Fall. Treffpunkt: Täglich außer Sonntags um 10.30 Uhr bei der Metro-Station Carioca.

2. Wanderung zum Zuckerhut

Auf den 395 m hohen Zuckerhut „muss“ man einfach, wenn man in Rio de Janeiro ist: Wer kein Climber ist, für den gibt es nur die Variante, mit der Gondel rauf auf den Berg zu kommen (Ticket: teure 62 Reais). Allerdings kann man auch auf einem schattigen Waldweg zumindest bis zur Mittelstation hinauf wanden. Der Hike dauert ca. 30 Minuten, bietet schöne Ausblicke und eventuell entdeckt man sogar ein paar Affen in den Bäumen über sich.

Bis vor einem Monat gab es auf der Mittelstation noch einen Ticketverkauf, wo man Karten für die Gondel günstiger kaufen konnte. Das wurde jetzt leider sang- und klanglos abgeschafft! Wer nicht, wie ich, wieder per Fußweg zurück zur Talstation geschickt werden möchte, um dann nochmals mit der Gondel zum Gipfel zu gelangen, der besorgt sich am besten gleich unten ein Ticket. Nicht gerade sehr klug, das Ganze, aber so ist es nunmal.

Wer sich bergauf nicht antun möchte, der kann auch einfach nur den Fahrrad-Weg entlang etwas spazieren.
Und noch ein Tipp: Wer am späteren Nachmittag hinauf wandert, der kann nach 19.00 Uhr auch kostenlos mit der Gondel zurückfahren.

3. Radtour um die Lagoa

Lagoa ist nicht nur ein Stadtteil in Rio, sondern auch die Kurzform der Rodrigo de Friedas Lagune. Sieben Kilometer führt ein Rad- und Fußgängerweg rund ums Wasser – immer unter dem wachsamen Auge des Christus, denn das Monument Cristo Redentor auf dem Berg Corcovado ist von hier aus ständig über einem zu sehen. Die Radtour selbst ist wegen des asphaltierten Wegs entspannt und doch vielfältig, sieht man doch immer wieder Neues: Vögel im Wasser, andere Fußgänger oder Radfahrer, Tretboote, einige Stände mit Kokusnuss-Verkäufern und… vielleicht sogar die berühmten Wasserschweine.
Die Radtour lässt sich übrigens von der Lagoa auch entlang der Strände Copacabana und Ipanema fortführen. Und da gibt´s dann ebenfalls einiges zu sehen, wir sind ja in Rio 😀

Wer nicht das Glück hat, von Freunden ein Rad zu bekommen, kann sich eines der orangen Fahrräder ausborgen, die in Rio an vielen Orten vermietet werden. Ich habe es selbst nicht probiert (ich hatte ja ein Fahrrad), aber hier könnt Ihr nachlesen, wie es funktioniert: http://www.oi-rio.com/rioapartments/de/aktivitaeten-und-freizeit-in-rio-de-janeiro/erholung/fahrrad-mieten.html

 

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Wie in Trance: Bei einer afro-brasilianischen Kult-Zeremonie in Salvador

„Ich gehe jetzt einmal Abendessen und hole euch dann wieder ab“, spricht Armando. Wie, er ist jetzt weg? Er ist doch unser Guide! Ich habe doch eine Tour gebucht! Es ist…

„Ich gehe jetzt einmal Abendessen und hole euch dann wieder ab“, spricht Armando. Wie, er ist jetzt weg? Er ist doch unser Guide! Ich habe doch eine Tour gebucht! Es ist doch seine Aufgabe, uns alles über Cantomblé, die wilde, afro-brasilianische Religion, zu erklären! Bevor ich aber zum Protest ansetzen kann, ist er auch schon verschwunden! Wir bleiben auf den weißen Plastikstühlen zurück, ich und das Mädchen aus Mauritius, das in den nächsten drei Stunden zu meiner besten Freundin, Übersetzerin, Verbündeten wird.

Der Altar vor dem Cantomblé-Tempel. Foto: Doris

Der Altar vor dem Cantomblé-Tempel.

Dunkle Augenpaare starren uns neugierig von links wie rechts an – wir grinsen ihnen ein bisschen verkrampft entgegen. Angriff ist schließlich die beste Verteidigung, heißt es doch, oder? Dabei stehen wir gar nicht unter Beschuss – nur etwas unter Beobachtung, sind wir doch die einzigen „Anderen“ im Raum. Die einzigen Nicht-Brasilianer. Und auch wenn sich meine mauritianische Begleiterin mit ihrer dunklen Haut und ihrem gebrochenen Portugiesisch durchaus unbemerkt unter die für Salvador typischen Ur-, Ur-, Ur-, Ur-….-Enkel der Sklaven mischen könnte – ich falle definitiv aus der Reihe. Doch so unterschiedlich wir sind, eines haben wir alle gemeinsam: Wir warten!

Das Fest, das wir heute im Tempel feiern, findet nur einmal im Jahr statt. Foto: Doris

Das Fest, das wir heute im Tempel feiern, findet nur einmal im Jahr statt.

Cantomblé – das Wort hat mich magisch in den Bann gezogen, seitdem ich es im Lonely Planet zum ersten Mal entdeckt hatte. Es klingt so verführerisch, Geheimnis umwittert, verlockend! Es ist der Name der afro-brasilianische Religion, die mit den Sklaven ab dem 16. Jahrhundert nach Brasilien gebracht wurde und hier in Bahia, vor allem in Salvador, unter den Nachkommen der afrikanischen Immigranten noch immer praktiziert wird. Was damals vor den Katholiken verborgen und nur im Stillen ausgeübt werden durfte, ist heute der ganze Stolz der Afro-Brasilianer. Überall auf Plätzen, ja selbst in der Lagune von Salvador – dem Dique do Tororó – , stehen manns- beziehungsweise besser gesagt frau-hohe Abbilder der orixás, der Gottheiten; die farbenfrohen Bilder in den Straßen des touristischen centro historicos sind voll von ihnen, und Glücksbringer mit den meist weiblichen Figuren in ihren ausladenden, steifen Röcken hängen in jeder Auslage.

Jeder Mensch hat eine Gottheit, die ihn bewacht - so glaubt man im Candomblé. Foto: Doris

Jeder Mensch hat eine Gottheit, die ihn bewacht – so glaubt man im Candomblé.

Und dann sind da noch die Zeremonien: Fast wöchentlich findet irgendeine Feier zu Ehren einer Gottheit statt, die alle unterschiedliche Persönlichkeiten und Geschichten mit sich bringen. Das erzählt uns unser Guide während der Autofahrt zum Tempel, dem sogenannten terreiro. Die meisten wiederholen sich Woche für Woche, nicht aber diejenige, der wir in Kürze beiwohnen sollen: Die heutige Zeremonie zu Ehren der orixá Oshun (Oxun) – der Weg- und Metall-Göttin, so sagt Armando (Wikipedia sagt etwas Anderes) – findet nämlich nur einmal im Jahr statt.  „Wir haben so ein Glück“, flüstert mir die Mauritierin zum ersten Mal zu. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Die Zeremonie zu Ehren von Oxun ist in drei Teile geteilt und dauert über drei Stunden. Foto: Doris

Eigentlich ist Fotografieren nicht erlaubt (so sagte man uns vorab): Nachdem aber alle ungeniert mit Smartphone bewaffnet waren, habe ich mich nach zwei Stunden auch verleiten lassen und das iPhone gezückt. Hier die TänzerInnen und SängerInnen der Zeremonie.

Es ist diese Zeremonie, auf die wir im Tempel warten. Eben wurden wir noch vom Sohn der Priesterin höchstpersönlich begrüßt – dann kann es losgehen. „Es ist wie bei mir zuhause“, japst die Mauritierin, deren Name ich nie erfahren habe, „die gleichen Schritte, die gleiche Musik“, sagt sie und klatscht im Rhythmus mit. Ich mache es ihr gleich – wehren ist ohnehin zwecklos, zu mitreißend ist das Trommeln der Alabe (so der Name der männlichen Gruppe). Um die zwanzig Frauen und vier Männer, alle in Weiß gekleidet, die meisten davon in den bauschigen, weiten Röcken, bewegen sich zu den lauten, rhythmischen Trommeln gegen den Uhrzeigersinn im Kreis. Dabei schwingen sie die Hüften, schütteln die Busen, gestikulieren mit ihren Armen und bewegen ihre mehr als üppigen Körper so, wie man es angesichts der Leibesfülle niemals vermuten würde.

Abwechselnd trommeln die Mitglieder der Alambe den Rhythmus vor. Foto: Doris

Abwechselnd trommeln die Mitglieder der Alambe den Rhythmus vor.

Das ist erst der Anfang: Es sollte drei Stunden lang so weitergehen, was sag‘ ich: Mehr werden! Was wie Chaos und nach Leichtigkeit aussieht, verläuft offensichtlich nach einem strengen Protokoll. Dirigiert wird das Ganze vom Sänger und Alabe-Leader, der selbst in seinen Zigarettenpausen noch die Oberhand behält und genau weiß, wann er wieder ein „Kommando“ geben muss. Was genau gesungen wird, das können wir nicht einmal erahnen, wird die Zeremonie doch in der Yoruba-Sprache abgehalten.

Ein lauter Schrei dringt durch die Zuschauer: Alle Blicke richten sich auf eine gefärbte Blondine, die noch Minuten zuvor unbemerkt in der Ecke gelehnt hat. Jetzt schüttelt und beutelt es die Frau, dass es mich nicht wundert, dass die Katholiken im 16. Jahrhundert Cantomblé für eine Teufelssache gehalten haben. Der Schweiß tropft ihr von der Stirn. Das allein wäre aber nichts Außergewöhnliches, ist es doch unglaublich heiß in diesem kleinen Tempel. Und die vielen Menschen, das ständige Kommen und Gehen, machen es nicht besser. Doch im Fall der Blondine ist es anders: Wie sie fallen immer wieder Leute aus dem Publikum, aber auch TänzerInnen in Trance, werden von der Musik (von der Gottheit?) in Beschlag genommen, müssen sich austoben, gestikulieren wild herum und brüllen, kreischen, jauchzen, was das Zeug hält… und immer wieder werden sie von „Ordnungshütern“ aufgefangen und sanft hinaus geführt. Irgendwann tauchen sie dann erneut auf, ganz ruhig, so als wäre nichts geschehen. „Die Leute erinnern sich später an nichts mehr“, wird uns Armando später – nach seinem Abendessen, nach der Zeremonie – im Auto erklären.

Die Sorge habe ich auch. Nicht, dass ich mich nicht mehr an den Abend erinnern kann – zu unvergesslich, spannend, außergewöhnlich und einzigartig ist das Erlebnis. Ich habe Angst, die Details zu vergessen – die Gesten und Handbewegungen, die offenbar alle eine Bedeutung haben. Den Gesichtsausdruck der Priesterin, wenn sie eine Runde dreht, in einer Art Schlaf-Wach-Zustand die Menschen umarmt und alle mit einem Strahlen in den Augen zurücklässt. Die offenen Münder der kleinen Mädchen neben mir, die ihre Hälser strecken mussten, um einen Blick auf die tanzende Menge zu ergattern. Es sind einfach zu viele Sinneseindrücke in zu kurzer Zeit…

„Jetzt hole ich auch gleich mein iPhone heraus“, zischt mir die Mauritianerin zu. Eigentlich hat es geheißen: Fotografieren nicht erlaubt. Daran haben wir uns bis (fast) zum bitteren Ende gehalten, auch wenn ich sie schon anfangs angestupst hatte: „Schau mal, da filmt einer mit dem Tablet!“ Sie hatte es schon gesehen. Tatsächlich sind wohl selten Tanzschritte und Gebets-Gesänge aus dem 16. Jahrhundert mit so vielen Smartphones und iPhones in einem Raum wie an diesem Abend. Nachdem alle rundherum ungeniert filmen, halten wir es nicht mehr aus und greifen zu unseren iPhones. Mit einem unwohlen Gefühl in der Magengrube und schweißnassen Händen. Beides liegt aber eher an meinem schlechten Gewissen, gegen Regeln verstoßen zu haben als einem Trance-Zustand – bei mir zumindest.

Tipps

Laut Lonely Planet sind sämtliche Orixás, also Cantomblé-Zeremonie, auch online zu finden, aber die angegebene Website führt leider zu einer allgemeinen Salvador-Tipps-Seite. Auch die Recherchen meiner mauretanischen Kurzzeit-Freundin auf dem Markt ergab wenig: „Geh in die Straßen von Lapa“, hieß es da. Doch nachdem Orixás meist bei Nachteinbruch (zwischen 19 und 22 Uhr) stattfinden, würde ich keinem raten, allein durch die finsteren Straßen und Gassen Salvadors zu irren. Nehmt euch lieber einen Guide, so wie wir es getan haben.

Wenn ihr ebenfalls Larturismo kontaktieren möchtet, wendet euch per E-Mail an Armando: larturimso.vendas@gmail.com beziehungsweise larturismo.contato@yahoo.com.br. Die Tour startet offiziell um 18 Uhr und endet um 22 Uhr. Kosten: 70 Reais.

Zu bedenken ist: Schwarze Kleidung ist normalerweise nicht erlaubt, am besten trägt frau/man weiß! Fotoapparate sind eher unerwünscht, ein iPhone oder Smartphone darf aber zum Filmen gezückt werden. Vorher aber dennoch bitte fragen, schließlich handelt es sich um religiöse Zeremonien – und da sollte man Respekt zeigen. Es gibt auch bezahlte Orixá-Shows, die allerdings nichts mit den echten Feiern zu tun haben. Leicht erkennbar sind Erstere daran, dass beim Eintreten nochmals Geld verlangt wird. Ich denke nicht, dass sich diese Erfahrung lohnt, um ehrlich zu sein. Kehrt lieber um und wartet auf eine echte Zeremonie.

 

Offenlegung: Larturismo habe ich über das Hostel El Misti gebucht, das mir wiederum aufgrund einer Kooperation mit HostelClub eine Gratis-Unterkunft in Salvador ermöglicht hat. Danke dafür! Die Meinungen und Ansichten bleiben natürlich wie immer meine eigenen.

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Cookasa: Geteilte Küche ist doppelte Party!

Die einfachsten Ideen sind oft die besten! Cookasa ist wieder ein Beweis, dass dieser Spruch nicht von ungefähr kommt. Es war im November 2011, als André Wollin und sein Freund Kersten über…

Die einfachsten Ideen sind oft die besten! Cookasa ist wieder ein Beweis, dass dieser Spruch nicht von ungefähr kommt. Es war im November 2011, als André Wollin und sein Freund Kersten über einem Bier saßen und ins Philosophieren kamen. Über unsere Gesellschaft, darüber, dass vom Buch bis zum Auto bereits alles Mögliche geteilt und Besitz überbewertet wird. Dass es um das Erleben geht und um die Geschichten, die man gemeinsam erfährt. Warum teilen wir nicht auch die Küche? Die Idee war dann bloß eine logische Schlussfolgerung. Cookasa war geboren: „Das gemeinsame Kochen und Essen mit Unbekannten in einer fremden Küche.“

Fremde versammeln sich an einem Termin in einer Stadt, werden über ein Computerprogramm in Teams zusammengewürfelt und kochen gemeinsam in einer fremden Küche ein dreigängiges Menü. Was Anfang 2013 in Hamburg startete und über eine Facebook-Gruppe organisiert wurde, breitete sich aus: Mittlerweile gibt es alle fünf bis sechs Wochen Cookasa-Abende in über 20 deutschen Großstädten, seit 2014 auch in Wien.

Die Initiatoren von Cookasa. Foto: Cookasa

„Wir hatten damals bereits eine Küche voll (Anmerkung: Jeweils acht Leute pro Küche). Das war ein guter Start – eine Runde Spaß“, erzählt André über Wien, „wir wissen, wenn wir in einer Stadt starten, können nicht von Anfang an 50 Leute wie in Stuttgart dabei sein. Zwei Küchen wären super!“ Ein besonderer Abend ist ohnehin garantiert: „Die Events sind für mich immer toll“, ist André auch nach über 70 Kochabenden noch immer von der Idee begeistert, „vor allem, wenn viele Menschen aus verschiedenen Ländern beteiligt sind: Ich kann mich an einen Abend erinnern, an dem Leute aus Russland, Indonesien, Ungarn, Frankreich und natürlich Deutschland dabei waren. Das war eine gute Mischung. Der Indonesier war besonders witzig und hat erzählt, dass er diese Hektik der Leute in Deutschland nicht versteht. Da laufen sie zur U-Bahn, obwohl die nächste doch in fünf Minuten kommt. „Relax“, hat er immer gesagt, „die Leute müssen auf Bali reisen, da geht es nur ums Surfen und Chillen.“ Das sind die Geschichten, die amüsieren.

Mitmachen kann übrigens jeder – zwischen 20 und 50 Jahren ist jede Altersgruppe mit dabei. „Es sind kreative, kommunikative Leute, die keine Scheu haben“, beschreibt André die Teilnehmer, „das Tolle ist, dass Cookasa Menschen anzieht, die bereits auf einer Wellenlänge sind und zusammen passen.“ Das Gemeinsame und das gegenseitige Helfen steht im Vordergrund. Nicht nur an den Abenden selbst, auch bei der Organisation der Events erklärt der Initiator: „Auch die Küchen werden zu Verfügung gestellt und beim Aufbau von Cookasa melden sich Freiwillige, die die Idee gut finden, in ihre Städte bringen und mithelfen wollen. Wo wir einmal landen werden? Keine Ahnung!“

Über Cookasa

Cookasa gibt es mittlerweile in über 30 Städten in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Die Events finden im Abstand von fünf bis sechs Wochen statt.

Durchschnittlich kostet ein Menü zwischen sieben und 15 Euro. Beteiligt sind zwischen fünf und 50 Menschen im Alter von 20 bis 50 Jahren, die per Zufallsprinzip auf verschiedene Küchen aufteilt werden. Die Küchen werden von Teilnehmern zu Verfügung gestellt; der Inhaber der Küche isst gratis mit.

Termine und mehr findet ihr auf cookasa.com!

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Nachhaltig lieben: Vegane Gleitgels – jetzt auch mit Öko-Siegel

Auf der Vivaness 2014, der Nürnberger Weltleitmesse für Naturkosmetik, wurde es stolz der Welt präsentiert: Ab sofort soll das vegane Gleitgel BIOglide Umweltbewussten bedenkenlose Lust im Bett verschaffen. Ein guter…

Auf der Vivaness 2014, der Nürnberger Weltleitmesse für Naturkosmetik, wurde es stolz der Welt präsentiert: Ab sofort soll das vegane Gleitgel BIOglide Umweltbewussten bedenkenlose Lust im Bett verschaffen.

Ein guter Marketing-Gag oder was steckt dahinter? Vegane und ökologisch hergestellte Gleitgels gibt es bereits einige. Als bisher erstem seiner Art wurde jetzt dem Gleitmittel BIOglide von Joydivision seine Nachhaltigkeit mit einem Gütesiegel vom deutschen Bundesverband BDiH (Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V.) bestätigt. Der neu ins Leben gerufene „Natural Product Standard“ für zertifiziert natürliche Medizinprodukte legt Wert auf korrekte Verbraucherinformation und fairen Wettbewerb. Nur Produkte, die umweltschonend hergestellt und nach den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens verbreitet werden, erhalten das Siegel. Kategorien, die BIOglide offensichtlich erfüllt.

Ausschlaggebend dafür war vor allem die CO2-arme Herstellung in Deutschland. Nicht vermeidbare CO2-Emissionen für Herstellung und Transport werden außerdem durch ein Klimaschutzprojekt in Bolivien ausgeglichen. Dort investiert Joydivision in die Aufforstung einheimischer Baumarten mit sozialem und ökologischem Zusatznutzen. Ziel ist, dass dadurch nicht nur das Klima, sondern auch die Artenvielfalt und die Menschen vor Ort profitieren.

Weitere nachhaltige Gleitmittel

Wenn auch nicht zertifiziert, ist bewusstes Genießen bei der schönsten Nebensache der Welt mit diesen Gleitmitteln ebenfalls möglich:

  • Glyde Veganes Gleitgel: 100% Veganes Gleitgel auf Wasserbasis.
  • ORION-Gleitgel: Medizinisches Gleitgel auf Wasserbasis mit Wärme-Effekt.
  • Good Clean Love: Diverse Gleitgels wie „Almost Naked“. Enthält keine Petrochemikalien und keine Parabene (Konservierungsstoffe), die empfindliche Schleimhäute reizen, ausschließlich mit naturbelassenen, organischen Inhaltsstoffen hergestellt, 100% vegan, essbar und tierversuchsfrei.

 

Das macht doch bedenkenlos Lust auf die schönste Nebensache der Welt, oder?

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Als Vegetarierin durch Brasilien: Teil 2 einer Versuchsreihe

Treffen sich zwei Vegetarierinnen in Salvador, Brasilien… Was der Beginn eines Witzes sein könnte, ist tatsächlich passiert. Die eine Mauritierin, die andere aus Österreich. Wie ihr euch denken könnt: Ich…

Treffen sich zwei Vegetarierinnen in Salvador, Brasilien… Was der Beginn eines Witzes sein könnte, ist tatsächlich passiert. Die eine Mauritierin, die andere aus Österreich. Wie ihr euch denken könnt: Ich war die Andere. Natürlich haben wir uns – kaum die gemeinsame Leidenschaft herausgefunden – über die Schwierigkeiten unterhalten, die wir als Nicht-Fleisch- oder Fischesserinnen in diesem südamerikanischen Land über uns ergehen lassen müssen. Während ich dankbar dafür bin, mir nicht die Aufgabe gestellt zu haben, vegan durch Brasilien zu reisen und mich rettend immer wieder mit einem Pão com Queijo, einem Käsebrot, begnüge, hat die Mauritierin einen anderen Tipp: „Wenn ich nichts finde, werde ich für ein paar Tage zur Frutarierin.“

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Viele verschiedene Früchte gilt es auszuprobieren, meist als Suco = Saft

Gut, das ist natürlich auch eine Möglichkeit – dank den vielen Fruchtsäften und der Menge an neuen Obstsorten, die es hier zu entdecken gibt. Aber auf Dauer ist das ja keine Lösung. Damit ihr nicht vor dem Problem steht, solltet ihr einmal nach Brasilien fliegen, gibt es deshalb ein paar nützliche Vokabeln. Und glaubt mir, ihr werdet mir danken – denn mit Englisch oder Spanisch kommt man hier leider gar nicht weit.

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Flüssignahrung ist auch eine Möglichkeit

Ich bin Vegetarier/In. – Eu so o vegetariano / a vegetariana.
Ich esse kein Fleisch. – Não como carne ou frango.
Etwas ohne Fleisch oder Fisch? – Algo sem carne o peixe?
Fleisch – carne
Hähnchen/Hühnerfleisch – frango
Meeresfrüchte – os mariscos
Fisch – peixe
Wurst – embutido
Gemüse – legume
Butter – manteiga

Auf Pao, Sandwich oder Empanada mit Käse oder Gemüse kann man meist schon zurückgreifen. Gutes „Streetfood“ ist auch Acarajé, das die afro-brasilianisch gekleideten Verkäuferinnen vor allem in Salvador auf der Straße feilbieten. Aber Achtung, immer „sem camarão“ dazusagen, sonst landet eine böse Überraschung in Form eines Shrimps auf eurem Teller.

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Gefülltes Pastel mit Jaca Frucht

Eine gute Alternative sind auch Maiskolben oder aber Tapioca, das die Straßenverkäufer in ganz Brasilien bereit halten. Es ist eine Art Brot, das aus dem Mehl der Maniokwurzel hergestellt und mit diversen Zutaten auf süße oder salzige Art gefüllt wird. Die mit Käse und Kokosflocken kann ich genauso empfehlen wie die klassische Variante mit Käse und Tomaten.

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Tapioca

Ihr merkt schon: Trotz einiger Schwierigkeiten kann man es sich hier in Brasilien auch als Vegetarierin gut schmecken lassen.

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