Glücklicherweise müssen die meisten Menschen essen um zu überleben. Von wenigen Ausnahmen soll man auch hin und wieder schon gehört haben, aber Luftnahrung hat wohl eher wenig Geschmack und mir persönlich geht es um den Genuß.

Als ich noch klein war, ist mein Opa öfter mit mir spazieren gegangen. Wir gingen immer die selbe Strecke, die zu einem Bahnsteig führte. Kurz davor wuchsen am Wegesrand buschige Brombeersträucher. Wer schon einmal Brombeeren direkt vom Strauch mitten in der Natur gepflückt hat, weiß wie köstlich dieser Geschmack ist. Gepaart mit einem kleinen Gefühl von Abenteuer und das Geschackserlebnis ist unschlagbar. Es setzt schlicht alles andere Schachmatt.

Wahrscheinlich habe ich es diesen Episoden zu verdanken, dass ich mich in der Gemüseabteilung eines herkömmlichen Supermarktes nicht wohl fühle. Man gewinnt den Eindruck, als gäbe es nur wenige Sorten Tomaten, nur eine Sorte Paprika und als wüchse Gemüse nur in Spanien, Italien oder Israel. Na gut, es ist Winter, denken jetzt vielleicht einige von euch, aber dennoch möchte ich mich nicht mit wässrig schmeckendem Gemüse abfinden, das auf dem langen Reiseweg vor lauter Erschöpfung bereits alle Vitamine abgeworfen hat. Ihr doch wohl auch nicht, oder?

Was kann man also unternehmen? Bei dem Versuch das Beste aus der Situation zu machen, haben D. und ich kurzerhand Holztröge auf unseren Balkon gestellt und beschlossen: Das können wir selbst auch! Wir holen den Brombeerstrauch auf unseren Balkon!

Das Ergebnis waren zwar keine Brombeeren, aber dafür Himbeeren und sie waren köstlich! Im ersten Jahr sollen alle Blüten abgezupft werden, damit die Pflanze ihre Kräfte sammeln kann, um danach richtig loszustarten. Doch gegen Ende des Sommers haben wir doch einige Blüten übersehen – oder waren vielleicht auch nicht mehr so motiviert – aber ein Genuß war es!

Erfreulich ist solch ein Strauch am Balkon jedenfalls sehr und auch weitere Pflänzchen haben sich letzten Sommer bei uns sehr wohl gefühlt. Eine Sorte, die auch den Winter über aktiv bleibt, möchte ich euch im nächsten Beitrag vorstellen. Bis dann – am Brombeer-Balkon!

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