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Kategorie: Vom Samen bis zur Ernte

Vom Samen bis zur Ernte: Werkzeug

Im Garten gibt es ständig etwas zu tun und da erleichtert einem das richtige Werkzeug die Arbeit ungemein. Dieser Kolumnenbeitrag soll eine Übersicht über den Umgang mit verschiedensten Werkzeugen geben. Doch…

Im Garten gibt es ständig etwas zu tun und da erleichtert einem das richtige Werkzeug die Arbeit ungemein. Dieser Kolumnenbeitrag soll eine Übersicht über den Umgang mit verschiedensten Werkzeugen geben. Doch bevor wir uns diesem Thema widmen, eine Liste der Arbeiten für den September:

Gemüse

Feldsalat aussäen, Spinat aussäen, Rhabarber pflanzen, Winterendivien ernten, Zwiebeln ernten

Obst

Kernobst-Haupternte, die Fruchtreife genau beobachten und den Erntetermin möglichst gut abpassen, manche Sorten neigen dazu, früh vom Baum zu fallen und das führt zu hohen Ertragsverlusten

Anderes

Kakteen ins Warme bringen, unbedingt vor Frost schützen und weniger gießen

Kleider machen Leute

Das wichtigste ist meiner Meinung nach die richtige Kleidung. Für grobe Arbeit im Garten solltest du festes Schuhwerk, Jeans und robuste Arbeitshandschuhe haben. Schutz und Vorsicht sind bei der Arbeit im Garten sehr wichtig! Gerade wenn man mit Werkzeugen zwischen Gemüse, Sträuchern und Dornen arbeitet, muss man unbedingt auf Selbstschutz achten. Nur die Harten kommen in den Garten und man sollte keine Mimose bei der Arbeit sein. Aber mit einer guten Vorbereitung und Aufmerksamkeit bei der Arbeit lassen sich viele unnötige Verletzungen vermeiden. Achte darauf, keine besonders wertvolle Kleidung bei diesen Arbeiten zu tragen, im Garten wird man immer dreckig. Wirklich immer, das gehört dazu.

Gutes Werkzeug, halbe Arbeit

Meiner Meinung nach muss man beim Werkzeug auf einen Mindeststandard achten. Gutes Werkzeug muss nicht teuer sein, aber gerade hier darf man nicht unter einer bestimmten Qualität einkaufen. Abfallende oder -brechende Teile können sonst zu erheblichen Verletzungen führen und oft kann man die Arbeit nicht fortsetzen, wenn ein bestimmtes Werkzeug kaputt geht. Am besten holt man sich jemanden, der selbst regelmäßig mit Werkzeugen arbeitet und dessen Arbeiten einem gefallen. Das sind meistens jene Personen, die am meisten Ahnung vom Werkzeugkauf haben und gerade hier ist dieses Fachwissen unheimlich wertvoll für deinen zukünftigen Erfolg. Vorsicht vor Dampfplauderern, die gibt es zur Genüge, deshalb gebe ich den Tipp, dich vorher von der Qualität ihrer Arbeit zu überzeugen. Im Zweifelsfall können auch die Beratung im Geschäft, oder Kundenbewertungen hilfreich sein, aber auch diese haben ihre Tücken. Ich bin leider auch nur ein Laie und empfehle, das Werkzeug logisch zu betrachten: Das wichtigste ist die Sicherheit. Schlechtes Werkzeug und fehlender Schutz können lebensbedrohliche Verletzungen und schwere Verstümmelungen zur Folge haben. Selbstschutz hat oberste Priorität. Arbeite bitte nie alleine mit gefährlichen Geräten. Es kann sonst lange dauern, bis du Hilfe bekommst und dann ist es vielleicht zu spät.

Kriterien für die Auswahl

Hat das Werkzeug die richtige Größe, Gewicht und Form für dich? Es macht keinen Sinn, ein viel zu großes oder viel zu kleines Gerät für dich einzukaufen, oder eines das du nicht halten kannst. Wenn die Möglichkeit besteht, verwende es in einer Trockenübung. Mit manchen Werkzeugen arbeitet man schon mal länger als eine Stunde, dafür darf das Werkzeug nicht zu schwer sein, sonst kommt man nicht weit. Achte dann auf die Verarbeitung. Bei Gartenwerkzeugen ist häufig die Verbindung zwischen dem Metall- und dem Holzteil anfällig für einen Schaden. Die verschiedenen Teile sollten fest verbunden sein, beim Bewegen nicht wackeln und eine vertrauenserweckende Dicke besitzen. Mit Schaufeln stößt man schon mal auf Ziegelsteine, dabei sollte der Stiel nicht brechen und das Metall sich nicht verbiegen. Achte auf Risse und andere äußere Zeichen von Beschädigungen wie Rost, verbogene und wackelige Teile.

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Bild: giowara / pixabay.com

Welche Werkzeuge brauche ich für den Garten?

Meine Empfehlungen sind: Robuste Handschuhe und Gartenhandschuhe, Gießkanne, Gartenschlauch, Gartenschaufel, Heugabel, Doppelhacke, Blumenkelle, Rechen, Amboss-Schere und Draht. Man braucht nicht all diese Werkzeuge, aber das wäre meine erste Wahl. Handschuhe zum Schutz beim Arbeiten, Gießkanne und Schlauch zum Bewässern der Pflanzen, Gartenschaufel und Heugabel zum großen Graben und Bewegen von Erde, Sand, Steinen und Wurzeln, Doppelhacke und Blumenkelle zum Arbeiten im Beet, der Rechen um Laub und Unrat in großen Mengen zu sammeln und zu entfernen und die Amboss-Schere zum Schneiden von Pflanzen, Draht und Schnur, um damit zum Beispiel Pflanzen hochzubinden.

Bis zum nächsten Mal – das waren ein paar Grundlagen zur Werkzeugnutzung im Garten, aber ich werde mich sicherlich einmal tiefer mit den einzelnen Werkzeugen auseinandersetzen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Saatgut und Zucht

Jeder Hobbybauer hat wahrscheinlich insgeheim den Traum, sein eigenes Saatgut zu züchten. Unabhängigkeit von Produzenten, haufenweise Samen von zahlreichen Sorten und Arten, und das Wissen etwas komplett Neues und Einzigartiges…

Jeder Hobbybauer hat wahrscheinlich insgeheim den Traum, sein eigenes Saatgut zu züchten. Unabhängigkeit von Produzenten, haufenweise Samen von zahlreichen Sorten und Arten, und das Wissen etwas komplett Neues und Einzigartiges gezüchtet zu haben, sind nur einige der Gründe für das Herstellen und Sammeln seines eigenen Saatgutes.

Doch bevor wir uns diesem Thema widmen, eine Liste der Arbeiten für den August:

Gemüse

Eierfrüchte, Gurken, Melonen, Radicchio, Pak Choi, Gemüsezwiebeln und Kulturträuschling ernten, Kürbis behandeln, Spinat und japanischen Rettich aussäen

Obst

Erdbeeren düngen und auswählen für das nächste Jahr, Himbeere schneiden, Spindeltriebe binden, Sommerschnitt bei Kernobst, Obstlager vorbereiten

Grundlagen zum Saatgut

Gutes Saatgut ist ein wertvoller Schatz für seinen Besitzer. Aber was zeichnet gutes Saatgut aus? Ganz wichtig sind natürlich die Eigenschaften der fertigen Pflanze. Gerade für Hobbygärtner ist der Geschmack entscheidend. Außerdem müssen die Pflanzen und Früchte etwas aushalten. Nichts ist trauriger, als seine Ernte an Regen, Krankheiten, oder Ungeziefer zu verlieren. Beispielweise hört man bei Erdbeeren immer wieder von großen Verlusten durch schlechtes Wetter. Es tut dem Bauern im Herzen weh, seine Früchte an der Pflanze verschimmeln zu sehen. Andere Kriterien können Fruchtgröße, Ertrag pro Pflanze, Aussehen, oder Wuchs der Pflanze sein. Wichtig ist auch die Keimfähigkeit der Samen. Wenn nur ein Bruchteil der Samen aufgeht, verbraucht man ein Vielfaches mehr an Saatgut. Es gibt noch einige andere Eigenschaften die bei der Auswahl des Saatguts wichtig sein können, diese unterscheiden sich häufig von Art zu Art und von Bauer zu Bauer.

Woher bekommt man Saatgut?

Saatgut kannst du aus mehreren Quellen beziehen. Man bekommt es in fast jedem Supermarkt in kleinen Päckchen, bei Online-Händlern, bei manchen Bauernhöfen, wie dem Gärtnerhof Ochsenherz, aus seinem Bekanntenkreis, aus dem Gemüse direkt, aus Tauschbörsen, oder von Gruppen, Vereinen und Gemeinschaften die Saatgut vermehren, tauschen und handeln. Wenn du frisch anfangen möchtest, oder vorher noch nie selbst Pflanzen aus Samen gezogen hast, dann bietet es sich an, einfach Samen aus Früchten oder Gemüse zu sammeln, die du selbst konsumierst. Es lassen sich leicht und schnell ein paar Tomatensamen aus einer Tomate ernten, um damit seine ersten Experimente zu starten. Du entfernst einfach die Flüssigkeit samt Samen aus einer Tomate, füllst das Ganze in ein feines Sieb und spülst es mit Wasser sauber bis nur noch die Samen im Sieb übrig bleiben. Damit lassen sich meistens schon ganz ansehnliche Pflanzen ziehen und es genügt, um Erfahrungen und Erfolgserlebnisse zu sammeln. Außerdem ist es weit weniger schmerzhaft, solche Pflanzen an einen Anfängerfehler zu verlieren.

Eine andere Quelle sind Freunde, Verwandte und Bekannte. Gärtnerei ist ein sehr beliebtes Hobby und es überrascht immer wieder wie viele diesem Hobby nachgehen. Oft haben diese Leute mehr Samen als sie brauchen und geben diese bereitwillig ab. Es wäre doch schade, etwas zu kaufen, von dem ein anderer mehr hat als er selbst gebrauchen kann. Außerdem bekommt man von diesen Quellen oft Tipps, Tricks, Rat und manchmal auch andere nützliche Dinge. Und meistens bilden sich ganz automatisch unterhaltsame und nützliche Tauschgemeinschaften.

Saatgut und Zucht

Supermärkte bieten meist eine sehr limitiert Auswahl an Saatgut an. Das Ergebnis ist meistens nichts besonderes und könnte genauso gut Gemüse aus dem Supermarkt sein.

Bei Online-Händlern und Bauernhöfen hat man schon weit mehr Auswahl und vor allem Sorten, die man vorher noch nie gesehen hat. Ich persönlich bin ein großer Fan von Lubera, einem Online-Händlern, der selbst Pflanzen züchtet, aber auch allerlei andere Dinge für den Garten verkauft und dem Gärtnerhof Ochsenherz, der unter anderem Saatgut online verkauft.

Der Gärtnerhof Ochsenherz produziert eigentlich Obst und Gemüse mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Sortenvielfalt, Bildung und Regionalität. Dabei haben sie ein innovatives Vertriebsmodel. Wenn dich eines dieser Themen interessiert, dann solltest du auf jeden Fall einen Blick auf diese Seite werfen.

Auch der gemeinnützige Verein ARCHE NOAH bietet Saatgut an und veranstaltet darüber hinaus immer wieder Seminare und Workshops.

Saatgut selbst sammeln

Wenn du schon selbst erfolgreich aus Samen Pflanzen gezogen und von diesen Pflanzen Gemüse oder Früchte geerntet hast, dann wirst du sicher darüber nachgedacht haben, Samen für deinen Eigenbedarf zu sammeln. Es ist keine Kunst, Samen zu bekommen, der Aufwand wirkt anfangs groß, aber man braucht ja auch nur einen Samen pro Pflanze und davon bekommt man eigentlich sehr schnell sehr viele. Es scheint also recht logisch, einfach selbst zu sammeln. Die Sache ist aber leider nicht so einfach, Saatgutzüchter machen diesen Job meistens schon seit Generationen und einfach nur Samen zu sammeln ist zu wenig. Häufig handelt es sich bei Pflanzen und Früchten um das Ergebnis aus Kreuzungen. Das heißt Vater- und Mutterpflanze sind eigentlich unterschiedliche Sorten und dadurch entstehen Kinder, die selbst nur sehr schlechte Nachkommen zeugen können. Man nennt sie auch F1-Hybriden. Nur wenn man sein Saatgut züchtet, also das gleiche Saatgut auf einer großen Fläche ausbringt und nur die besten Pflanzen von dort für die Herstellung von Saatgut verwendet, hat man die Chance nachhaltig gutes Saatgut herzustellen. Eine Anleitung zum Ernten von Samen für verschiedene Pflanzen findest du hier.

Das ist eine Aufgabe, die relativ viel Zeit und Geduld benötigt, außerdem eine beachtliche Menge an Platz. Um als Züchter erfolgreich zu sein, braucht man häufig mehrere Jahrzehnte. Es kann also auch eine Aufgabe fürs Leben sein. Wenn man allerdings keine überzogenen Erwartungen und ein wenig Platz zum Experimentieren hat, dann kann man sich natürlich auch mal selbst als Saatgutzüchter versuchen. Es empfiehlt sich aber nicht zu übertreiben. Einen kleinen Teil seiner Fläche dafür zu verwenden ist kein Problem, aber man sollte nicht seine ganze Fläche und Zeit in diesen Versuch investieren. Es wäre einfach zu traurig, wenn er fehlschlägt. Überlege dir also vorher gut, ob du auch dann zufrieden bist, wenn der Versuch scheitert. Zucht passiert nicht in einem Jahr, sondern über Jahre und sogar Generationen hinweg und das auf teils riesigen Geländen.

Saatgut lagern

Egal ob du dein Saatgut kaufst, tauscht, oder selbst sammelst, du musst es richtig lagern. Saatgut soll trocken, kühl und in der Dunkelheit gelagert werden. Nur dann hält es sich besonders lange und kann auch noch Jahre später verwendet werden. Achte darauf, es gut zu beschriften. Es wäre ärgerlich, wenn du später nicht mehr weißt, von welcher Pflanze dein Saatgut kommt, oder wie die Sorte genau heißt. Dokumentation ist alles. Auch Bilder und Notizen könnten dir Jahre später helfen.

Bis zum nächsten Mal – das war nur ein kleiner Ausflug in das Thema Saatgut und Zucht, aber ich werde es sicher ein anderes Mal vertiefen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Ernährung der Pflanzen

Auch wenn man es kaum glauben kann, die Masse, und damit die festen und flüssigen Bausteine aus denen die meisten Pflanzen bestehen, kommen nicht aus der Erde oder dem Wasser,…

Auch wenn man es kaum glauben kann, die Masse, und damit die festen und flüssigen Bausteine aus denen die meisten Pflanzen bestehen, kommen nicht aus der Erde oder dem Wasser, sondern aus der Luft, die sie umgibt. Aber die wenigen Elemente, die Pflanzen nicht aus der Luft gewinnen können, müssen über die Wurzeln aufgenommen werden. Diese Stoffe sind für die Pflanze umso bedeutender. Sie werden als Nährstoffe bezeichnet und wenn sie in der Erde fehlen, bekommen Pflanzen Mangelerscheinungen und sterben. Das passiert vor allem, wenn man an der gleichen Stelle immer die gleichen Pflanzen anbaut. Das nennt man dann eine Monokultur.

Nährstoffmangel

Diese Probleme lassen sich am besten mit Mangel- oder Fehlernährungen bei Menschen vergleichen, wie sie oft bei einseitiger Ernährung, Diäten oder Unterernährung vorkommen. Wenn dem Körper bestimmte Stoffe fehlen, dann wird er krank. Im Notfall kann er einige davon über Umwege aus anderen Stoffen herstellen, oder für eine Weile ohne sie auskommen, aber Nährstoffmangel sollte man dringend vermeiden, wenn man gesund bleiben möchte. Dasselbe gilt für Pflanzen. Als Gärtner kannst du deinen Pflanzen zum Glück helfen, alle Materialien zu bekommen, die sie für ihre Gesundheit brauchen.

Du hast wahrscheinlich schon mal eine Pflanze umgetopft. Oft, weil sie aus ihrem Topf heraus gewachsen ist, oder an ihrem Standort nicht gesund ausgesehen hat. Aber auch um ihr frische Erde zu verschaffen, kannst du deine Pflanze umtopfen. Manchmal genügt es aber auch, frische Erde über den Wurzeln der Pflanze anzuhäufen. Man kann einen Topf oder ein Hochbeet auffüllen, oder frische Erde um seine Pflanzen verteilen. Auch mit Dünger kann man verbrauchte Nährstoffe wieder auffüllen. Du kannst Humus, tierische Abfälle, Kompost oder chemische Dünger verwenden, um deine Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. Meiner Meinung nach solltest du nur mit natürlichen Mitteln düngen. Falls du einen Garten hast, kannst du deinen Hausmüll verwenden, um selbst Kompost herzustellen. Damit sparst du nicht nur Geld für Dünger, du tust auch etwas Gutes für die Umwelt und verkleinerst deinen ökologischen Fußabdruck.

Falls du tierische Abfälle verwenden möchtest, solltest du das nur mit den Abfällen von gesunden Tieren tun, die keine Medikamente bekommen. Viele Medikamente haben sehr gefährliche Abbauprodukte, die über Nieren und Darm ausgeschieden werden. Falls du dich jemals gefragt hast, wie Drogen- oder Dopingtests funktionieren, sie reagieren mit diesen Abbauprodukte und zeigen so, was der Mensch zu sich genommen hat. Auf chemische Düngemittel solltest du genauso verzichten. Sie brauchen viel Energie in der Herstellung und werden oft falsch dosiert. Das kann bis zur Verseuchung des Grundwassers führen, oder auch deine Pflanzen mit einer Überdosis töten.

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Bild: pixabay.com / Aquilatin

Fruchtfolge

Eine andere Möglichkeit, einen Mangel an Nährstoffen zu verhindern, ist, eine Fruchtfolge einzuhalten. Man baut in einer bestimmten Reihenfolge immer andere Pflanzen an und gibt der Erde alle paar Jahre eine Pause, um sich zu regenerieren. Dabei wählt man die Pflanzen nach ihrem Nährstoffbedarf aus. Wie andere Lebewesen auch, haben Pflanzen verschiedene Ansprüche, was ihre Ernährung anbelangt. Manche brauchen zum Beispiel mehr Stickstoff als andere. Wenn man diese Ansprüche kennt, kann man auf der selben Erde immer andere Pflanzen anbauen und muss wenig oder gar nicht düngen. Diese Eigenschaften kann man sich auch zu Nutze machen, um Rückschlüsse über den Boden zu ziehen. Zum Beispiel können Pflanzen durch ihre Anwesenheit zeigen, welche Nährstoffe vorhanden sind, wie sauer der Boden ist, wie kalt die Winter werden, oder wie viel Regen pro Jahr fällt. Dadurch kann man viel über ein Gebiet erfahren, ohne Bodenprobe und Tests durchführen zu müssen.

Fazit

Es gibt viele Gründe, um sein eigenes Gemüse anzubauen. Meiner Meinung nach ist einer der wichtigsten die Qualität, die man nur mit selbst angebautem Gemüse erreichen kann. Gemüse ist eben nicht Gemüse und wenn du deinen Pflanzen optimale Bedingungen lieferst, dann werden sie dir die beste Nahrung liefern. Du bist was du isst und wenn sich deine Pflanzen gesund ernähren, dann tust du es auch.

Bis zum nächsten Mal – ich hoffe, der Ausflug in die Ernährungswissenschaften der Pflanzen hat dir gefallen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Nützlinge

Ein Garten ist nicht nur der Ort, an dem deine Pflanzen wachsen, er ist auch ein Lebensraum für alle möglichen Tiere. Die meisten davon kommen mit deinem Garten kaum in…

Ein Garten ist nicht nur der Ort, an dem deine Pflanzen wachsen, er ist auch ein Lebensraum für alle möglichen Tiere. Die meisten davon kommen mit deinem Garten kaum in Berührung und schaden oder nutzen ihm daher nicht. Jene, die deinen Pflanzen schaden, nennt man Schädlinge. Hier kannst du mehr über sie erfahren und vor allem lernen wie du sie umweltschonend bekämpfen kannst. In diesem Artikel möchte ich ein paar Nützlinge vorstellen, was sie in deinem Garten machen, woher sie kommen und was du tun musst, damit sie bleiben.

Doch zuvor einige Pflanzen, die man im Juli säen oder pflanzen kann oder pflegen sollte, falls sie bereits im Garten wachsen.

Gemüse
Paprika und Sellerie pflegen, Radicchio, Knollenfenchel, Pak Choi, Chinakohl, Feldsalat und Winterrettich aussäen, Winterendivien pflanzen, Zuckermais, Brokkoli und Fenchel ernten, die letzte Möglichkeit Blumenkohl zu pflanzen, Freilandgurken gießen und düngen, Kohlrüben pflanzen, Melonen pflegen.

Obst
Erdbeeren abranken, Erdbeeren pflanzen, Kirschen schneiden, Pfirsiche wässern und stützen, Frühobst auspflücken.

Was sind Nützlinge?

Nützlinge sind Tiere, die in deinem Garten leben oder ihn regelmäßig besuchen und deren Lebensweise auf die eine oder andere Weise einen positiven Einfluss auf deine Pflanzen ausübt. Die bekanntesten Beispiele für Nützlinge sind: Bienen, Regenwürmer, Spinnen, Marienkäfer, Schlupfwespen (als natürlicher Feind von Motten), Enten, Katzen und Igel. Sie kümmern sich vor allem umweltschonend um Schädlinge, befruchten Blüten, lockern den Boden auf und düngen die Erde.

Woher kommen Nützlinge?

Die meisten Tiere verbreiten sich von einem Punkt weg, an dem sie gute Lebensbedingungen vorfinden. Deshalb ist es für sie ein großer Vorteil, wenn du deinen Garten so einrichtest, dass sie dort gut leben können. Dann können sie sich von dort in die weitere Umgebung ausbreiten und auch in die Gärten von anderen Menschen einwandern. Nur wenn man ihnen in kleinen Abständen einen Lebensraum bietet, können sie sich auch über ein weites Gebiet verbreiten. Wenn der Abstand zu groß ist, werden sie nicht zwischen den beiden Plätzen wandern. Wenn ein Nützling auf der Suche nach Nahrung oder einem Nistplatz ist und dein Garten für ihn wie ein geeigneter Lebensraum erscheint, dann stehen die Chancen gut, dass er sich dort niederlässt. Diese ist höher, je mehr seiner Anforderungen du erfüllst.

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Bild: pixabay.com / katja

Wann bleiben Nützlinge besonders gerne?

Futter kann eine hohe Motivation sein. Aber ein satter Igel wird weniger Schnecken fressen als ein hungriger. In der Regel sollte dein Garten den Nützlingen das nötige Futter bieten, sonst machst du sie von dir abhängig und tust ihnen nichts Gutes. Wichtig ist vor allem die Vielfalt in deinem Garten. Ein Garten mit vielen unterschiedlichen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Ein Insektenhotel, eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten, oder ein zugänglicher Komposthaufen kann für zahlreiche Lebewesen eine neue Heimat sein. In Monokulturen finden meistens nur die Schädlinge dieser Pflanze einen guten Lebensraum. Um diese dann loszuwerden, haben Großbauern kaum eine andere Möglichkeit als Pestizide einzusetzen. Das ist ein Grund, auf eine breite Vielfalt im Garten zu achten. Pestizide sind übrigens nicht nur gut, um Schädlingen zu schaden, sondern auch um Nützlingen nachhaltig zu schaden. Häufig passen sich die Schädlinge sehr viel schneller an die Gifte an als ihre natürlichen Feinde. Man kann also nach dem ersten Einsatz von Pestiziden oft nicht mehr zurück. Auch wenn der Weg auf den ersten Blick schneller und besser scheint, auf lange Sicht ist es immer besser den Garten zu verändern, um die Schädlinge zu beseitigen, als Gift auf seinem Garten und Essen zu verteilen.

Spinnen, meine liebsten Außenseiter

Spinnen haben es mit uns nicht leicht. Sie sind in der Regel für den Menschen ungefährlich, nicht aggressiv und fressen fast nur Lebewesen, die uns nerven oder schaden. Sie zählen sicher nicht zu den schönsten und süßesten Lebewesen, aber sie kümmern sich hervorragend um einige der lästigsten und gefährlichsten Insekten, sind fürsorgliche Mütter (oft tragen sie ihre Babys auf dem Hinterleib), furchtbare Paarungspartner (Männchen werden gerne mal vor oder nach dem Paarungsversuch gefressen) und besitzen ein paar der einfallsreichsten und interessantesten Jagdmethoden der Welt. Sie zählen zu den am meisten verabscheuten Tieren der Welt, obwohl sie einen unheimlich wichtigen Platz in unserer Umwelt haben. Bitte töte keine Spinnen. Sie sind leicht mit einem Glas und einem Stück Pappe einzufangen und sie zählen zu den am wenigsten störenden Mitbewohnern der Welt. Es ist schade, dass diese Tiere so verhasst sind und sie verdienen wesentlich mehr Anerkennung und Toleranz.

Fazit

Nützlinge helfen, den Garten vor lästigem Getier frei zu halten. Sie pflegen deine Pflanzen und oft bieten sie einen spannenden, witzigen oder interessanten Anblick. Nützlinge sind ein Zeichen für einen gut funktionierenden Garten und sollten nie fehlen.

Bis zum nächsten Mal – ich hoffe, dein Interesse für Nützlinge ein wenig angefacht zu haben. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Wasser

Beim Gärtnern kann man auf vieles verzichten. Man braucht kein Werkzeug, keine Töpfe, kein teures Saatgut, und kein Treibhaus, aber ein paar Dinge im Garten braucht man einfach. Wasser ist…

Beim Gärtnern kann man auf vieles verzichten. Man braucht kein Werkzeug, keine Töpfe, kein teures Saatgut, und kein Treibhaus, aber ein paar Dinge im Garten braucht man einfach. Wasser ist eines davon. Wie wertvoll es ist merkt man erst, wenn man keines hat. Dieses Problem hatten wir in unserem Gemeinschaftsgarten für lange Zeit und deshalb möchte ich meine Erfahrungen aus dieser Zeit schildern.

Die Geschichte

Das Grundstück, auf dem der Gemeinschaftsgarten errichtet wurde, hatte weder Zugang zu Strom noch zu Wasser. Am Anfang haben die Mitglieder Wasser in Kanistern und Kübeln aus ihren Wohnungen bis zum Garten getragen. Teilweise mehrfach pro Tag. Eine unglaublich kräftezehrende Aufgabe für einige wenige Pflanzen, die verteilt auf ein paar Quadratmetern Grund wachsen. Natürlich wurde damals eifrig überlegt wie man Wasser auf das Grundstück bekommen könnte. Es wurde überlegt, Regenwasser zu sammeln, Brunnen zu schlagen, eine Leitung zu legen oder es vom Nachbarn zu bekommen. All diese Lösungen funktionieren unter bestimmten Bedingungen und wir haben jede probiert.

Wasser sparen

Der Verkehrsübungsplatz, auf dem ich mein Fahrsicherheitstraining absolviert habe, sammelt Regenwasser, um damit die Anlagen für das Training zu betreiben. Ein Springbrunnen, Mauern aus Wasser und nasse Untergründe werden zum größten Teil aus wieder aufgefangem Wasser aus der Anlage und neuem Regenwasser betrieben. Dadurch spart dieses Übungsgelände nicht nur Geld, sondern es schont auch die Umwelt. Wasser zu sparen sollte auch jedem Gärtner ein dringendes Anliegen sein. Jeder Tropfen, der nicht verschwendet wird, muss nicht aufs Grundstück gebracht werden. Gute Bewässerungsanlagen sparen nicht nur Zeit, sie sparen auch Geld. Sie können Pflanzen direkt gießen und du musst nicht großzügig die Umgebung der gewünschten Pflanze bewässern. Sie gießen zu einer Tageszeit, zu der die Pflanze Wasser optimal aufnehmen kann. Einige Anlagen bewässern sogar ausschließlich, wenn es für eine Weile nicht geregnet hat. Das hat mehrere Vorteile: Man spart natürlich Wasser, aber die Pflanze wird auch zu einem stärkeren Wurzelwachstum angeregt. Und Wurzeln sind wichtig, damit die Pflanze nicht so leicht vom Wind umgerissen werden kann. Ein weiterer Tipp ist das Mulchen und Abdecken des Untergrunds um die Pflanze. Nackte Erde verliert weit mehr Wasser durch Verdunstung als bewachsene oder gemulchte Erde.

Regen sammeln

Regenwasser zu sammeln ist eine der ältesten und besten Möglichkeiten an Nutzwasser zu kommen. Dazu braucht man aber in der Regel ein Dach oder Vorrichtungen, um Wasser aufzufangen. Ein paar offene Regentonnen fangen zwar auch Wasser, aber letztendlich nur relativ wenig. Erst wenn die Tonne am Ende einer Regenrinne montiert ist, kann man wirklich viel Wasser in kurzer Zeit auffangen. Diese Methode ist immer interessant, weil man sie in der Regel schon mit einem sehr kleinen Dach und ein paar günstigen Tonnen anwenden kann. Sie bringt natürlich umso mehr, je größer das Verhältnis von Dach zur Gartenfläche ist. In unserem Gemeinschaftsgarten bringt die Regentonne unter den etwa 20 Quadratmetern Dach ein paar Gießkannen pro Regenschauer. Nicht viel, aber besser als nichts. Außerdem sagt man, dass Regenwasser besonders gesund für Pflanzen sein soll. Auf jeden Fall zieht Wasser in Regentonnen Gelsen (oder Stechmücken für unsere deutschen Leser) magisch an. Deshalb sollte man es möglichst als erstes verwenden, oder ein Fliegengitter darüber spannen und bei Bedarf entfernen. Das Sammeln von Regenwasser kann ich jedem empfehlen, es ist relativ einfach, günstig und eine gute Methode, um deine Pflanzen biologisch zu düngen.

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Der Nachbar

Wir haben das Glück, einen freundlichen Nachbarn zu haben. Es schadet nie, gute Beziehungen zu seinen Nachbarn zu pflegen, ganz besonders nicht, wenn man in seinem Garten anbauen möchte. Zwar hatten wir keinen Wasseranschluss, unser Nachbar aber zum Glück schon. Er hat uns freundlicherweise geholfen, das Wasser von seinem Grundstück mit einem Schlauch in große Wassertanks auf unserem Grundstück zu füllen. Das war aber immer relativ viel Arbeit, denn zwischen den beiden Grundstücken liegen zwei Zäune und eine Straße. Selbst mit unseren drei riesigen Wassertanks hätten wir wahrscheinlich im Hochsommer einmal pro Woche unseren Vorrat auffüllen müssen. Das wäre auf Dauer unserem Nachbarn nicht zumutbar gewesen. Außerdem war es immer sehr viel Arbeit, den Schlauch über die Straße, Zäune und Grundstücke zu spannen. In Wasser, das zu lange in Tanks gelagert wird, können sich auch Bakterien bilden. Außerdem konnte man mit dieser Lösung nur begrenzt arbeiten, denn man konnte das Wasser zwar mit Gießkannen verteilen, aber einen Schlauch oder Sprinkleranlagen konnte man damit nicht betreiben. Letztendlich war das also keine dauerhafte Lösung, aber es hat uns viel Arbeit erspart und wahrscheinlich vielen unserer Pflanzen das Leben gerettet.

Der Brunnen

Nach einer Weile war absehbar, dass uns der Nachbar nicht ewig das Wasser mit dem Schlauch liefern kann. Da wir aber mittlerweile schon sehr viele Pflanzen hatten, mit dem Regenwasser nicht ausgekommen wären und das Wasser nicht wieder mit Kannen von unseren Wohnungen zum Grundstück schleppen wollten, setzten wir unsere Suche nach einer dauerhaften Lösung unermüdlich fort. Eine Möglichkeit war der eigene Brunnen. Diese Lösung war aber alles andere als einfach oder schnell, denn mit der Errichtung eines Brunnens in Wien sind allerlei behördliche Wege verbunden. Ansuchen, Genehmigungen, Telefonate und Termine – bis man die Erlaubnis in den Händen hält, vergehen einige Jahreszeiten. Neben den amtlichen Hürden gibt es aber ein paar ganz andere zu bewältigen.

Erstens muss man wissen, wie tief der Grundwasserspiegel steht. Dann muss man diesen mit einem Bohrer erreichen. Je nachdem, welchen Bohrer oder welches Gerät man verwendet, kommt man in unterschiedliche Tiefen. Wenn man mit dem Versuch scheitert, verliert man oft einen wertvollen Bohrer. Außerdem weiß man nicht, ob das Wasser, welches man aus der Erde fördert, auch zum Gießen geeignet ist. Unser Garten liegt in einem Gebiet, in dem früher die Gasindustrie ansässig war und dadurch ist nicht nur unser Boden leicht belastet, sondern vielleicht auch unser Grundwasser. Dadurch ist der Brunnen für viele von uns leider auch keine Quelle für Wasser für unsere Pflanzen. Wir müssen es auch mit einer Wasserpumpe aus der Erde holen, das hat positive und negative Seiten. Positiv ist sicher das Muskeltraining, das damit verbunden ist. Negativ ist, dass es einigen zu anstrengend ist und selbst wenn sie es wollten, sie nur eine beschränkte Menge an Wasser aus dem Boden holen könnten. Dafür kostet uns dieses Wasser praktisch nichts und es könnte auch von einer sehr hohen Qualität sein, dass weiß man aber nur, wenn man es entsprechend testet oder testen lässt. Auf jeden Fall sollte man beim Umgang mit diesem Wasser besonders vorsichtig und sparsam sein. Du solltest mit Dünger und Pestiziden immer sparsam umgehen, aber gerade wenn du einen Brunnen im Garten hast, solltest du besonders darauf achten, dass weder du noch deine Nachbarn eines von beidem in großen Mengen verwenden. Es könnte ins Grundwasser gelangen und dadurch in deinen Brunnen.

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Die Wasserleitung

Der Zugang zum Wasser war sicher eine der größten Herausforderungen, die unser junger Gemeinschaftsgarten bisher bewältigen musste. Dank unserem Nachbarn, einigen Entscheidungsträgern in unserem Bezirk und einigen netten Handwerkern, haben wir, zumindest so lange es nicht friert, einen fließenden Wasseranschluss. Das hat viele Vorteile. Wenn man den Hahn aufdreht, fließt Wasser. Ein gutes Gefühl, dass es so einfach ist. Das Wasser kommt mit einem gewissen Druck aus der Leitung, eine Grundvoraussetzung für Bewässerungsanlagen. Es hat eine sehr hohe Qualität, das Wiener Hochquellwasser ist eines der besten der Welt. Der einzige Nachteil ist der Preis, dieses Wasser ist nicht billig und gerade unerfahrene Gärtner verwenden wahrscheinlich zu viel statt zu wenig Wasser. Während gelernte Bauern ihren Wasserverbrauch in den letzten Jahren immer weiter reduzieren und damit sogar eine höhere Qualität, nicht Quantität, bei ihrer Ernte erzielen, fehlt dem Hobbygärtner wie mir die Erfahrung, um seinen Wasserverbrauch auf das Notwendigste reduzieren zu können.

Fazit

Fehlender Zugang zu Wasser war selbst für mich als Hobbygärtner sehr belastend. Ich habe zwar einmal in meinem Leben die Erfahrung gemacht, kein warmes Wasser in meiner Wohnung zu haben, aber die Episode mit dem Garten hat mir die Bedeutung von Zugang zu fließendem Wasser das erste Mal wirklich vor Augen geführt. Die Vorstellung, dass einige Menschen für jeden Tropfen Wasser, den sie benötigen, Kilometer weit gehen müssen, trotzdem kein sauberes Trinkwasser haben und ihre Ernte vom Regen abhängig ist, ist damit wesentlich realer geworden. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich weiß wie es ist, so ein Leben zu führen, aber es war eine Lektion, den Wert des Wassers nicht an seinem Preis festzumachen. Ich glaube, dass Wasser eines der Dinge ist, das weit unter seinem eigentlichen Wert zu erhalten ist. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Rohstoff. Der Wasserverbrauch pro hergestelltem Kilogramm eines Lebensmittels ist ein wichtiger Faktor für dessen Wert. Als Nicht-Vegetarier sehe ich hier einen der besten Gründe, fern von Tierrechten, Moral und Ethik, für den Vegetarismus. Wasser ist ein limitierter Rohstoff und wir stehen an einem Punkt, an dem wir entscheiden, ob wir damit Rinder oder Menschen versorgen wollen.

Bis zum nächsten Mal – ich hoffe, der Auszug aus meinen Erfahrungen mit dem Wasser hat dir gefallen und du kannst das ein oder andere für dich mitnehmen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Schädlinge

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit einer der Schattenseiten des Gärtnerns, mit Schädlingen. Aber davor die Liste mit wichtigen Dingen, die du im Juni erledigen solltest: Gemüse Kohl, Bohnen,…

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit einer der Schattenseiten des Gärtnerns, mit Schädlingen. Aber davor die Liste mit wichtigen Dingen, die du im Juni erledigen solltest:

Gemüse
Kohl, Bohnen, Rettich, Rote Rüben, Folgesaaten aussäen; Hausgurken, Sellerie, Spargel, Stabtomaten pflegen; Kartoffeln gießen und düngen; Kohlrabi, Radicchio pflanzen

Pilze
Champignon und Schopftintling kultivieren

Obst
Melonen pflegen, Früchte ausdünnen, Erdbeeren wässern, Fallobst sammeln

 

Nun zurück zu den Schädlingen. Sie zählen neben Trockenheit, Hitze, Krankheiten und Mangelernährung zu den Dingen, die du in deinem Garten vermeiden und behandeln solltest. Für den konventionellen Anbau gibt es hier eine Vielzahl an chemischen Bekämpfungsmitteln, die für den Bio-Gärtner nicht in Frage kommen. Außerdem gibt es immer Alternativen, die auch andere positive Eigenschaften für deine Pflanzen und deinen Garten haben.

Schädlinge nicht einladen

Du kennst das sicher: Wenn der Schädling einmal auf der Pflanze sitzt, dann kannst du ihn einsammeln, besprühen, die komplette Pflanze entfernen und er wird sich nicht einfach von dir vertreiben lassen. Deshalb sollte es dein erstes Ziel sein, dafür zu sorgen, dass die Schädlinge gar nicht auf deine Pflanzen kommen. Dafür gibt es ein paar Grundregeln, die du möglichst kombinieren solltest. Erstens solltest du Monokulturen vermeiden. Viele Gärtner sortieren ihre Pflanzen und lassen sie wie kleine Zinnsoldaten in Reih und Glied wachsen. Für Schädlinge ist das der siebte Himmel. Sie können sich in jede Richtung drehen und es wird immer ihre Lieblingsspeise vorhanden und keine unbeliebten Pflanzen zu sehen sein. Sie werden also einziehen, sich breit machen und Kinder zeugen, die du nachher mit mühevoller Kleinstarbeit wieder entfernen musst. Also mische deine Pflanzen! Hier findest du die Mischkulturtabelle, eine Auflistung, welche Pflanzen du kombinieren kannst und welche eher nicht zu nahe zusammen stehen sollten. Hier findest du einen früheren Artikel aus meiner Kolumne zu dem Thema.

Die richtige Umgebung

Die richtige Pflanze in der Umgebung beschützt deine Schützlinge vor Schädlingen. Ein beliebtes Beispiel dafür sind Karotte und Zwiebel, die sich gegenseitig vor der Karotten- bzw. Zwiebelfliege schützen, und diese durch ihren eigenen Geruch fern halten. Außerdem fühlen sich manche Pflanzen nebeneinander einfach sehr wohl. Hohe Pflanzen spenden Schatten für lichtempfindliche Pflanzen und dadurch lebt diese Pflanze gesünder. Gesunde Pflanzen werden seltener und weniger stark von Schädlingen befallen. Sie können Abwehrstoffe bilden, um sich gegen die hungrigen Schädlinge zu wehren. Also achte darauf, deine Pflanzen regelmäßig und richtig zu gießen. Der richtige Mulch, eine Schicht auf der Erde aus Steinen, Sand, Rindenmulch, Sägespäne, Plastik oder Vlies, kann ein optimaler Lebensraum für Schnecken und Käfer sein, aber er kann deine Pflanzen auch davor schützen. Gerade biologisch abbaubarer Mulch ist eine gute Möglichkeit, deine Pflanzen zu düngen, aber er ist meistens auch ein toller Platz, an dem Schnecken ihre Eier ablegen können. Schneckenzäune und Bierfallen können helfen, aber du solltest immer möglichst viele Methoden nutzen, um dein Essen zu verteidigen.

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Bild: miniformat65 / pixabay.com

Biete Spinnen Plätze für ihre Netze und du wirst viele fleißige Helfer in deinem Garten haben. Spinnen sind aktiv im Einsatz, um deine Pflanzen zu schützen, genauso wie die Marienkäfer, die sich um Blattläuse kümmern. Sie zählen zu den Nützlingen und alleine, um ihnen nicht zu schaden, solltest du, auch wenn die Verlockung noch so groß ist, keine chemischen Mittel verwenden, um deine Pflanzen von Schädlingen zu befreien. Regenwürmer können die Gesundheit deiner Pflanzen verbessern und so deren Widerstandskräfte gegen Schnecken und Co erhöhen. Gegen Schnecken helfen aber auch Enten, Hühner und Igel. Sie alle fressen Maden, Raupen und Schnecken und zählen somit zu deinen besten Verbündeten im Garten, so lange sie ihre Aufmerksamkeit den ungebetenen Gästen und nicht deinen Pflanzen widmen. Im Zweifelsfall musst du dein Pflanzen mit Zäunen vor deinen Tieren schützen. Aber jeder, der schon einmal in der Dämmerung Schnecken gesammelt hat, weiß die freiwilligen Helfer zu schätzen. Außerdem verarbeiten sie die nervigen Schnecken in nützlichen, nährstoffreichen Dünger für deinen Boden. Das schließt nicht nur den Nahrungskreislauf, es verbessert deine Bodenqualität und steigert die Gesundheit und den Ertrag deiner Pflanzen.

Es hat nichts geholfen

Wenn die Schnecken schon in deinem Beet sind, Läuse auf deinen Pflanzen waren und du überall Bissspuren und Löcher siehst, wo keine sein sollen, dann haben die oben beschriebenen Maßnahmen nicht ausgereicht. Keine Sorge, der Kampf gegen diese Mitesser ist so alt wie der Anbau selbst und kann nicht gewonnen werden. Um wieder Herr der Lage zu werden, gibt es einige Möglichkeiten: Die oben beschriebenen Methoden verstärkt einsetzen, wenn du merkst, dass die Bierfalle funktioniert, aber trotzdem viele Schnecken herum kriechen, dann stell einfach noch ein paar mehr auf. Wenn in dem Beet mit dem Schneckenzaun weniger Schnecken als in den anderen sind, dann liegt das vielleicht daran, dass die Schnecken aus Eiern, die bereits im Beet sind, kommen und nicht von der anderen Seite des Schneckenzauns. Der Biogärtner nutzt zwar nicht die chemische Keule, das heißt aber nicht, dass es für ihn keine Mittel und Wege gibt. Aus Brennnesseln oder scharfen Chilis kannst du eine Jauche ansetzen, die auch den hungrigsten Insekten den Appetit verdirbt. Rezepte dazu findest du im Internet, zum Beispiel dieses.

Manchmal muss man wissen wann man geschlagen wurde. Dann kann man nichts mehr machen, außer die betroffene Pflanze zu entfernen, um die anderen vom selben Schicksal zu bewahren. Dabei sollte man die Pflanze komplett aus seinem Garten entfernen. Gib sie nicht auf den Kompost! Sonst kann es passieren, dass du die Plagegeister beim nächsten Düngen auf deinem Gemüsebeet verteilst.

Zusammenfassung

Achte auf die Gesundheit deiner Pflanzen, suche regelmäßig deine Pflanzen nach Läusen, Käfern und Fliegen ab. Wenn du Löcher an deinen Blättern findest, dann knabbert in der Regel schon jemand daran. Je früher du dich darum kümmerst, desto weniger musst du tun. Eine gewisse Menge an Schnecken und Käfern wirst du nicht verhindern können, also mach dir keine Sorgen oder Vorwürfe. Mit der Zeit wirst du nicht nur deine Pflanzen sondern auch die Schädlinge und ihre Bissspuren erkennen und lernen wie du dich gegen sie wehren kannst.

Bis zum nächsten Mal – ich hoffe deine Pflanzen bleiben verschont und du kannst selbst am meisten von ihnen essen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

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Vom Samen bis zur Ernte: Potatobox, erster Teil

Die Kartoffel ist eine oft unterschätzte Pflanze. Sie ernährt einen großen Teil der Welt, ist sehr genügsam, robust und kann sehr viel Ertrag pro Quadratmeter Anbaufläche liefern. Außerdem lässt sie…

Die Kartoffel ist eine oft unterschätzte Pflanze. Sie ernährt einen großen Teil der Welt, ist sehr genügsam, robust und kann sehr viel Ertrag pro Quadratmeter Anbaufläche liefern. Außerdem lässt sie sich auf verschiedenste Arten zubereiten und verzehren. Sie wird teils an Tiere verfüttert oder zu Alkohol verarbeitet.

Und weil die Kartoffel so eine tolle Pflanze ist, möchte ich dir heute eine Anbaumethode vorstellen, welche die positiven Eigenschaften der Kartoffel angeblich optimal nutzt, um einen unglaublichen Ertrag pro Quadratmeter zu liefern. Ich teste diese Methode selbst gerade zum ersten Mal, ob sie funktioniert, oder nicht, kann ich dir leider nicht garantieren. Aber das gehört so und so zum Gärtnern – neue Sachen probieren, neues erfahren und gelegentliche Misserfolge erleben. Wenn du dir unsicher bist, kannst du auch einfach auf meinen zweiten Teil zur Potatobox warten, dann werde ich von meinen Erfahrungen berichten.

Aber vorerst die Liste von Pflanzen die du im Juni aussäen und pflanzen kannst. Vergiss nicht, auch Pflanzen die in den vorherigen Listen standen, können auch jetzt noch ausgesät werden. Außerdem kannst du jetzt hervorragend mit neuen Pflanzen experimentieren und deine ersten Erfahrungen sammeln um im nächsten Jahr bessere Erfolge zu erzielen. Hier die Liste:

Gemüse
Säen: Blumenkohl, Buschbohnen, Rote Rüben, Winterendivien, Herbst- und Winterrettich
Pflanzen: Kohlrabi, Radicchio

Pilze
Champignon und Schopftintling kultivieren

Obst
Früchte ausdünnen, Erdbeeren wässern, Schnecken bekämpfen

Potatobox – Die Idee

Um Kartoffeln zu vermehren verwendet man meistens Knollen aus dem Vorjahr und lässt sie ein wenig im Licht liegen. Nach relativ kurzer Zeit wird sie dann Triebe bilden. Wenn man die Kartoffel in Stücke schneidet und darauf achtet, dass jedes Stück mindestens einen Trieb besitzt, dann kann man jedes dieser Stücke einpflanzen und erhält aus fast jedem davon eine eigene Kartoffelpflanze. Du siehst also, Kartoffeln lassen sich relativ leicht und günstig anbauen.

Einige Kartoffelarten haben die Eigenschaft, dass sie entlang dem grünen Teil der Pflanze neue Knollen bilden, wenn man diesen mit Erde, Stroh oder Papierschnipseln bedeckt. Wichtig ist nur, dass man einen Teil der Pflanze unbedeckt lässt, damit sie weiterhin Photosynthese betreiben kann. Wenn die Pflanze wächst, kann man wieder etwas mehr Erde aufhäufen. Auf diese Weise wächst die Kartoffel immer höher und bildet in den Erdschichten immer neue Knollen.

Damit man keinen großen Hügel an Erde für die Kartoffeln auftürmen muss, baut man eine „Box“ um die Kartoffel auf. Immer wenn die Erde am Rand der obersten Boxreihe ankommt, setzt man eine frische Reihe darauf. So sind die Blätter frei für die Photosynthese und die Erde nicht quer über den Boden verteilt.

Wenn man alles richtig macht, sollte man auf nicht einmal einem halben Quadratmeter bis zu 50 Kilogramm Kartoffeln ernten können. Zumindest wenn es nach den unten verlinkten Internetseiten und YouTube-Videos geht.

Anleitung

Als erstes braucht man einen Standort mit viel Tageslicht und mindestens 70 mal 70 Zentimetern Platz. Um die Potatobox zu bauen brauchst du: Vier 5x5x60 bis 80 Zentimeter lange Pfosten, einige Holzbretter (größere und breitere Bretter wären besser, aber falls du andere hast, verwende ruhig diese, sie werden genauso gut funktionieren), 60 bis 100 Schrauben (so lang, dass sie beim Bohren mindestens durchs Brett und etwas über die Hälfte des Pfostens kommen)

Die Längenangaben sind keine Pflicht sondern nur ein Hilfsmaß. Du kannst die Größe selbst bestimmen. Denke nur daran, dass die Konstruktion Erde zusammen halten muss. Sie wird feucht oder sogar nass sein und wird über kurz oder lang auch verrotten. Je weniger Platz die Kartoffeln haben, desto weniger wird es zu ernten geben. Aber auch die beste Kartoffel wird wahrscheinlich nicht viel mehr als eine 100 Zentimeter hohe Box benötigen. Du kannst die Box auch als dekoratives Element in deinen Garten einbauen, wenn du die Dimensionen und Material richtig wählst und die Bretter auf künstlerische Art und Weise verschraubst. Einige Anleitungen findest du unten bei den Links, teils mit sehr anschaulichen Bildern. Aber ich bin mir sicher du bekommst das auch so hin.

Baue nicht gleich die komplette Box zusammen, sondern montiere die Bretter auf der Sonnenseite erst dann wenn du sie brauchst, um die Erde zu fixieren. Setze die Konstruktion vorsichtig an seinen Platz und fange nun an die Kartoffeln zu pflanzen. Pflanze einfach mehrere ganze, oder Kartoffelstücke mit Trieben in die Erde innerhalb des Rahmens. Keine Angst, pflanze deine Kartoffeln ruhig ein paar Zentimeter tief unter die Erde, sie finden ihren Weg schon nach Oben. Stich mit einer Schaufel in die Erde, hebe sie ein wenig an und wirf oder lege die Kartoffel ins entstandene Loch. Zieh dann die Schaufel einfach vorsichtig aus dem Loch und bedecke die Kartoffel mit etwas Erde, falls sie nicht komplett bedeckt sein sollte. Am Ende gießt du sie noch gründlich an und wartest, bis die Pflanzen sich durch die Erddecke bohren. Das kann eine Weile dauern, aber wenn sie es geschafft haben, werden sie sehr schnell wachsen. Wenn sie erst einmal ihre ersten 15 bis 25 Zentimeter geschafft haben, oder wenn sie groß und stark aussehen, kannst du auch schon mit dem Anhäufen beginnen.

Häufe so lange Erde, Stroh oder Papierschnipsel um die Kartoffelpflanze an, bis sie nur etwa zehn Zentimeter daraus hervor ragt. Sollte das Material aus der Box fallen, montiere einfach das nächste Brett an der Seite der Potatobox. Diesen Vorgang kann man theoretisch so lange wiederholen, bis die Pflanze zu sterben beginnt, oder bis die Pflanze oder die Box die gewünschte Höhe erreicht haben.

Wann ernten?

Das ist relativ einfach: Wenn die Pflanze über der Erde abstirbt wartest du am besten noch ein bis zwei Wochen und schraubst dann eine Seitenwand wieder ab. Dann kannst du vorsichtig das Material entfernen und die Kartoffeln aus der Potatobox ernten. Gerüchteweise können einige Kartoffelbauern die Ernte aber auch nicht abwarten und montieren bereits vorher ein paar der Bretter nahe am Boden ab um die Kartoffeln von unten aus der Box zu entfernen. Das bleibt natürlich dir überlassen.

Kritik

Die Idee der Potatobox klingt fast zu schön um wahr zu sein und vielleicht ist sie das auch. Es gibt viele Berichte von Menschen die damit mäßigen oder gar keinen Erfolg damit hatten. Es dürften sich wohl einige Sorten sehr schlecht dafür eignen und andere wiederum um einiges besser. Ich fürchte, ohne ein paar Versuche wird man darüber nicht viel sagen können, außer man hat bereits beim ersten Mal einen recht eindeutigen Erfolg. Was mich persönlich ein wenig stört, ist die Menge an Erde die man in die Box füllt. Wenn man Stroh, Kompost und Papier verwendet, ist das vielleicht sogar ganz gut um direkt in der Box auch noch zu kompostieren, aber falls man die Erde extra kauft, sollte man sie am Ende auch entsprechend im Garten verwenden. Denn für den Müll ist sie zu schade. Grundsätzlich solltest du einen Platz für deine alte Erde finden und sie nicht einfach im Mist entsorgen.

Fazit

Mir gefällt die Idee der Potatobox sehr gut. Sie ist leicht und günstig zu bauen, man kann altes und gebrauchtes Material wieder verwenden, vielleicht sogar etwas anderes als Holzbretter, zum Beispiel alte Autoreifen und Ziegelsteine. Interessant finde ich die Idee vor allem, weil man auf diese Art vielleicht eine wirklich beachtliche Menge an Kartoffeln auf kleinem Raum gewinnen kann und zumindest den Energiebedarf eines Menschen mit relativ wenig Platz sicherstellen kann. Eine durchaus wichtige Sache wenn man bedenkt, wie viel Platz auf der Welt alleine für die Produktion unserer Nahrungsmittel verwendet wird und dass unsere Bevölkerung weiterhin wächst. Man kann dabei so unnötigen Abfall wie Papiermüll aus Büros, aber auch Post, loswerden und wieder zu guter Erde kompostieren. Leider scheint die Methode aber noch lange nicht ausgereift zu sein, außerdem braucht man einen Platz für die anfallende Erde, denn man muss jedes Jahr neue Erde verwenden.

Bis zum nächsten Mal: Danke für das Lesen meines Artikels! Ich hoffe, du probierst diese Methode zum Kartoffelanbau einmal aus und schilderst deine Erfahrungen in den Kommentaren unter diesem Artikel. In den Kommentaren kannst du wie immer auch gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

 

Links

Video zur Kartoffelpyramide, schöner als die Box und scheint gut zu funktionieren
Umfassende englische Anleitung zu Bau und Pflege einer Potatobox
Kurze englische Anleitung zum Bau und Pflege einer Potatobox
Die Kartoffel auf Wikipedia

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Vom Samen bis zur Ernte: Pikieren und Umsetzen

Im Mai ist der Winter vorbei. Jetzt kommt die Zeit des Jahres, in der eure Pflanzen schnell wachsen und mehr Platz brauchen werden. Wie du ihnen mehr Platz geben kannst,…

Im Mai ist der Winter vorbei. Jetzt kommt die Zeit des Jahres, in der eure Pflanzen schnell wachsen und mehr Platz brauchen werden. Wie du ihnen mehr Platz geben kannst, erkläre ich in diesem Beitrag. Aber vorerst die Liste von Pflanzen, die du im Mai aussäen und pflanzen kannst:

Gemüse
Säen: Buschbohnen, Chicorée, Gurken, Kürbis, Radicchio, Stangenbohnen, Zucchini
Pflanzen: Brokkoli, Eierfrucht, Kastengurken, Sellerie, Melonen, Knollenfenchel, Paprika, Porree, Rosenkohl, Tomaten, Zuckermais

Pilze
Champignonkultur anlegen

Obst
Himbeeren vereinzeln, Erdbeeren selektieren und schützen

Wenn du bereits im Treibhaus, oder auf dem Fensterbrett deine ersten Pflanzen gesät hast, dann solltest du spätestens jetzt eine Menge Keimlinge auf kleinstem Raum haben. Damit sie über der Erde nicht um Licht und unter der Erde nicht um Raum für die Wurzeln und Wasser kämpfen müssen, ist es spätestens jetzt Zeit, sie zu vereinzeln. Du kannst sie entweder auf mehrere Töpfe verteilen, oder sie direkt ins Freie verpflanzen. Achte aber darauf, dass du sie nicht zu früh ins Freie setzt. Tomaten und Paprika zum Beispiel pflanzt man traditioneller Weise erst Mitte bis Ende Mai ins Freie, damit sie nicht zum Opfer später Frostphasen werden. Früher war es so, dass es bis zum 23. Mai noch zu eisigen Winden in Zentraleuropa kam. Die Tage um diese Zeit werden „die Eisheiligen“ genannt und sind für kälteempfindliche Pflanzen tödlich. Es ist also ein gewisses Glücksspiel, wann man seine Pflanzen ins Freie setzt. Sollten die Temperaturen fallen und man hat gesetzt, verliert man vielleicht seine Pflanzen. Wenn die Temperatur aber nicht mehr fällt, hat man ein paar schöne Tage zusätzlich gewonnen. Das ist aber eigentlich das Risiko nicht wert. Als Anfänger sollte man mit dem Aussetzen im Freien daher ruhig bis zur letzten Maiwoche warten. Wenn man an diesen Zeitpunkt denkt und das Wachstum seiner Pflanzen kennt, dann weiß man sehr genau wann man mit der Anzucht seiner Keimlinge beginnen sollte. Zum Vereinzeln verwendet man eine Technik mit dem Namen „Pikieren“.

Pikieren

Dazu nimmt man ein Pikierholz oder ein dünnes, angespitztes Stäbchen, im Notfall tut es aber auch ein einfacher Bleistift, und sticht damit etwa einen halben bis einen Zentimeter neben dem Keimling in den Boden und bohrt unter den Keimling. Ziel ist es, den Keimling aus der Erde zu holen und dabei möglichst wenig Schaden an den Wurzeln zu verursachen. Dann bereitet man mit dem Holz ein Loch an dem geplanten neuen Standort der Pflanze vor und setzt den Keimling vorsichtig hinein. Ziel ist es, dass der Keimling mindestens so tief wie vorher in der Erde steckt, besser wenn er tiefer sitzt. Die Stelle, an der das erste Blatt aus dem Stängel wächst, sollte auf jeden Fall über der Erde liegen. Wenn du den Keimling an die richtige Position im Loch gebracht hast, dann kannst du das Loch vorsichtig mit Erde füllen und schiebst die Erde ums Loch zusammen. Damit sollte der Keimling fest im Boden stehen. Wenn du den Keimling ausgräbst, solltest du ihn auch möglichst rasch wieder eingraben. Wurzeln reagieren auf Tageslicht sehr empfindlich. Wenn du die Arbeitsschritte für all deine Keimlinge wiederholt hast und fertig bist, solltest du jetzt einmal großzügig gießen. Eine Videodemonstration findest du unten bei den Links.

Pflanzen in Töpfen

Wenn du deine Keimlinge erst in Töpfe und später ins Freie pflanzen möchtest, solltest du darauf achten, dass die Töpfe nicht zu klein sind und du sie nicht zu lange darin wachsen lässt. Sonst werden sie den Topf zur Gänze mit Wurzeln durchwachsen und beginnen, kreisförmige Wurzeln entlang des Topfes zu bilden. So entstehen dann Wurzelbälle in der Form des Topfes. Die Wurzeln wachsen durch die Löcher und bilden damit eine sehr unnatürliche Wurzelform, die alles andere als optimal zur Aufnahme von Wasser und Nährstoffen ist. Auf Englisch hat dieses Problem den Namen „root-bound“, von mir frei übersetzt „geknebelte Wurzeln“. Das solltest du vermeiden, indem du große Töpfe verwendest und die Pflanzen rechtzeitig umsetzt. Sollte es doch passieren, dass deine Pflanzen diese Wurzelballen bilden, kannst du den Ballen vorsichtig in eine Schüssel oder einen Kübel mit lauwarmem Wasser tauchen und den Wurzelballen vorsichtig mit der Hand lösen. Ziel ist es, dass die Wurzeln nicht mehr im Kreis wachsen. Im Notfall kann man den Wurzelballen auch zerschneiden. Dazu nimmt man eine Gartenschere und schneidet den Wurzelballen an drei, sechs, neun und zwölf Uhr etwa drei Zentimeter tief ein. Ein Demonstrationsvideo findest du unten bei den Links. Dadurch hören die Pflanzen auf, im Kreis zu wachsen und bilden wieder normale Wurzelformen aus. Wenn man das Problem nicht behandelt und die Pflanze einfach nur mit dem Ballen einpflanzt, dann werden sich die Wurzeln nicht im Boden ausbreiten. Die Pflanze wird dann weiterhin so wachsen, als ob sie nie den Topf verlassen hätte und den Platz im Boden nicht für ihre Wurzeln nutzen. Du kannst deine Gemüsepflanzen natürlich auch im Topf ziehen. Dazu solltest du aber entsprechend große Töpfe verwenden und musst damit rechnen, viel gießen und düngen zu müssen, um guten Ertrag zu erzielen.

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Bild: madaise / flickr.com

Das Wichtigste in wenigen Punkten zusammengefasst:
– Rechtzeitig umsetzen/vereinzeln/umtopfen/vermeiden, bevor die Töpfe zu klein, oder die Konkurrenz zu groß zu werden droht
– Nicht zu früh ins Freie setzen, die Eisheiligen abwarten, erst in der letzten Mai-Woche aussetzen
– Töpfe sollten ausreichend Platz bieten
– Wurzelballen vermeiden und behandeln

Bis zum nächsten Mal! Ich hoffe, dein Gartenjahr hat gut angefangen und du hast bereits eine Menge Pflanzen, die nur darauf warten, ins Freie oder in größere Töpfe gepflanzt zu werden. In meinem nächsten Beitrag stelle ich die Potato-Box vor, eine Anbaumethode für Kartoffeln bei der man angeblich bis zu 50 Kilogramm Kartoffeln auf einem Quadratmeter ernten kann. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

 

Links:
Video mit Erklärung zum Pikieren
Video zur Behandlung von Wurzelballen

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Vom Samen bis zur Ernte: Kompost liefert den besten Dünger

Pflanzen beziehen die meisten ihrer Nährstoffe aus dem Boden. Wenn sie sterben, verrotten sie und ihre Pflanzenteile zerfallen wieder in die Bausteine aus denen sie gebildet wurden. Diese wandern zurück…

Pflanzen beziehen die meisten ihrer Nährstoffe aus dem Boden. Wenn sie sterben, verrotten sie und ihre Pflanzenteile zerfallen wieder in die Bausteine aus denen sie gebildet wurden. Diese wandern zurück in die Erde und bilden die Nahrungsquelle für die nächste Generation von Pflanzen. Das allein wäre schon ein gut funktionierender Kreislauf, bei dem sich immer mehr fruchtbare Erde bilden würde. Wenn nun aber ein Tier oder der Mensch einen Teil der Pflanze vom Ort entfernt, verschwinden diese Bausteine aus dem Kreislauf. Das funktioniert nur so lange, bis die Pflanzen am Ort nicht mehr genug Nährstoffe haben, um zu überleben. Für Pflanzen ist ein Boden ohne Nährstoffe, auch als ausgelaugter Boden bezeichnet, wie eine Mangelernährung für Menschen. Es geht eine Weile lang gut, dann kommen die ersten Beschwerden und wenn man zu lange wartet, wird der Zustand kritisch und kann bis zum Tod führen.

Damit das nicht passiert, düngen Bauern ihre Böden regelmäßig oder lassen sie unbenutzt, um dem Boden Zeit für zur Erholung zu geben. In der konventionellen Landwirtschaft wurden dafür vor allem chemischen Dünger verwendet. Chemischer Dünger machte es einfach, den Nährstoffverbrauch auszugleichen und über lange Zeiten ein und dieselbe Pflanze am gleichen Standort anzubauen. Oft kam es dabei zur Überdüngung, zu viel Dünger machte die Böden giftig für die Pflanzen oder gelangte ins Grundwasser, wo er zum Problem für alle Lebewesen wurde. In den letzten Jahren schaffte es ein neuer Trend, den chemischen Dünger zu vertreiben. Abfallprodukte aus der Landwirtschaft lassen sich zu natürlichem Dünger verarbeiten und bieten eine Möglichkeit für die Pflanzen, wichtige Nährstoffe wieder zurück in den Boden zu bringen. Beispiele für natürliche Dünger sind Jauche, Guano, Wurmkompost und Kompost. Bevor der chemische Dünger erfunden wurde, wurde Guano als Dünger in großen Mengen gehandelt. Guano bildet sich aus dem Kot von Seevögeln und Pinguinen. Im Jahr 1869, am Ende der Guano Ära, verkaufte Peru 575.000 Tonnen Guano. Es gab eine riesige Industrie für den wertvollen Dünger. Es wurde von Klippen gekratzt und war ein wertvolles Exportgut.

Um Abfälle zu kompostieren, sollte man ein paar Grundlagen kennen. Es reicht nicht, einfach alle pflanzlichen Abfälle auf eine Stelle zu schmeißen und zu warten. Das ist kein Komposthaufen und er wird nicht kompostieren, sondern einfach nur langsam verrotten. Das dauert nicht nur länger als nötig, die entstehende Erde wird keine gute Qualität besitzen. Darum möchte ich dir die wichtigsten Regeln und ein paar Möglichkeiten vorstellen, pflanzliche Abfälle effizient zu kompostieren und als Dünger zu verwenden.

Nicht alles darf in den Kompost

Fleisch, und Fisch sind organisches Material und verrotten auch, aber auf ihnen wachsen sehr gefährliche Bakterien und Pilze. Diese bilden meistens giftige Stoffwechselnebenprodukte die nicht nur schlecht riechen, sondern auch Ratten und andere Tiere anlocken. Selbst wenn sie erfolgreich abgebaut werden, werden sich danach einige sehr ungesunde Mikroorganismen und chemische Verbindungen in deinem Kompost befinden, nichts, was du deinen Pflanzen geben möchtest. Für Milch und Milchprodukte gilt dasselbe. Eischalen sind hingegen gut für deinen Kompost.

Die meisten Pflanzen und Pflanzenteile sind für Kompost gut geeignet. Solltest du eine kranke Pflanze aus deinem Garten entfernen, solltest du diese nicht kompostieren, sondern im Hausmüll entsorgen. Was auch immer die Pflanze krank gemacht hat, es kann sich auch in deinem Kompost breit machen und von dort auf deine anderen Pflanzen übertragen werden. Gehe lieber kein unnötiges Risiko ein. Ob Zitrusfrüchte und Bananenschalen auf den Kompost dürfen, da scheiden sich die Geister. Viele Menschen meinen, die starke Pestizidbelastung auf der Schale wäre problematisch. Das Thema ist meiner Meinung nach kontrovers. Es stimmt sicher, dass diese Früchte chemisch behandelt werden, ob das für uns Menschen nun gefährlich ist oder nicht, kann ich leider nicht mit Sicherheit beurteilen. Deshalb meine Empfehlung: Lieber ein wenig zu vorsichtig, die Schalen kommen in die Biotonne, aber nicht auf den Kompost. Außer natürlich es handelt sich um Bio-Obst.

Bei Papier musst du aufpassen. Wenn es sich nach Plastik anfühlt, wie zum Beispiel bei Hochglanzmagazinen, dann sollte es nicht auf den Kompost. Unbehandeltes Papier kann aber ein guter Ersatz für die braunen Teile eines Komposts sein. Zumindest, wenn man sonst nichts hat. Asche aus Kohle und unbehandeltem Holz solltest du unbedingt auf deinen Kompost geben, Kaffeesatz, Tee, Rasenschnitt, Laub, Blumen- und Pflanzenreste, das alles kommt aus der Erde und kann auch wieder zu Erde werden, deshalb ruhig auf den Kompost damit.

Thermokompostierung

Thermokompostierung ist eine Methode, bei der man seinen Kompost durch richtiges Aufschichten und Trennen der Materialien in grün (frisches, stickstoffhaltiges Material wie Gras, Schalen, Gemüse-, Frucht- und Pflanzenabfälle) und braun (Holz, Papier, Laub, kohlenstoffhaltiges Material) auftrennt und schichtweise stapelt. Dabei sollte man darauf achten, dass man ein ausgewogenes Verhältnis von grünen zu braunen Teilen erhält. Dadurch bilden sich im Kompost sehr hohe Temperaturen, die für optimale Bedingungen für Bakterien sorgen. Über 100 Grad Celsius sollen damit möglich sein, wobei mir empfohlen wurde, den Kompost nicht heißer als 40 Grad Celsius werden zu lassen. Angeblich ist das die beste Temperatur, damit sich vor allem nützliche Bakterien im Kompost vermehren. Thermokompostierung braucht nur Platz, man sollte den Kompost gelegentlich wenden und umsetzen, dann ist es eine sehr schnelle und günstige Variante, um seinen Biomüll wieder in gesunde und hochqualitative Erde zu verwandeln.

Der Tumbler

Es gibt viele Geräte für den Garten, die als Komposter verkauft werden. Das Modell, welches mir mit Abstand am besten gefällt, ist ein sogenannter Kompost-Tumbler. Der Name kommt vom englischen tumble, zu deutsch purzeln, und beschreibt sehr gut was mit dem Kompost im Gerät passiert. Ein Tumbler ist in der Regel eine Tonne, die man öffnen kann um seinen Kompost einzufüllen, und die man dann wie ein Hamsterrad dreht. Im Inneren befinden sich meistens Klingen oder Bleche, die beim Zerkleinern und Mischen des Inhalts helfen. Dabei geht es dem Inhalt wohl ähnlich wie der Wäsche in der Waschmaschine. Wenn man den Tumbler gefüllt hat, dreht man ihn etwa einmal pro Woche für etwa drei Monate. Das macht nicht nur Spaß, sondern man erhält am Ende zur Belohnung gute Erde. Der Vorteil eines Tumblers liegt darin, dass er einfach zu benutzen ist, schneller Erde liefert und Spaß in der Anwendung bereitet. Nachteilig ist der hohe Preis und dass man trotzdem darauf achten muss, ihn mit einer ausgewogenen Menge von grünen und braunen Teilen zu füllen.

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Bild: Red58bill / commons.wikimedia.org

Wurmkompostierung

Wurmkompostierung ist die für mich schönste und natürlichste Form der Kompostierung. Man kauft oder baut sich eine Wurmfarm, füllt sie mit Erde und Regenwürmern und füttert sie mit seinen pflanzlichen Abfällen. Dabei kann ein einfacher Regenwurm täglich sein eigenes Körpergewicht in Obst und Gemüse fressen. Wenn man Regenwürmern eine Freude bereiten möchte, dann füttert man ihnen Kaffeesatz. Den scheinen sie besonders zu lieben. In der Natur ziehen Regenwürmer meistens Blätter in ihre Tunnelsysteme, um darauf Pilze wachsen zu lassen, von denen sie sich anschließend ernähren. Das erinnert an das Verhalten von Blattschneiderameisen und sorgt dafür, dass die Erde aufgelockert und die pflanzlichen Abfälle wieder zu nützlicher Erde umgewandelt werden. Nach drei bis sechs Monaten füttert man die Würmer regelmäßig auf einer Seite der Farm und kann die Erde von der anderen Seite entfernen, ohne seine Würmer zu stören. Die gewonnene Erde zählt mitunter zur besten verfügbaren Erde und kann natürlich auch als Dünger verwendet werden.

Ich hoffe, es hat dich interessiert ein wenig über das Kompostieren zu lernen. In meinem nächsten Beitrag gebe ich Tipps zum erfolgreichen Umsetzen und Umtopfen deiner Pflanzen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

Links zum Thema:
Kompostierung auf Wikipedia
Wurmkompostierung auf Wikipedia
Guano Eraauf Wikipedia
Anleitung zum Tumbler-Bau auf Englisch

2 Kommentare zu Vom Samen bis zur Ernte: Kompost liefert den besten Dünger

Vom Samen bis zur Ernte: Bienen

Bereits Albert Einstein sagte angeblich: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses Mal werde ich mich also mit dem wichtigsten Nützling im Garten…

Bereits Albert Einstein sagte angeblich: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses Mal werde ich mich also mit dem wichtigsten Nützling im Garten beschäftigen, der Biene. Aber davor habe ich eine Liste mit Pflanzen vorbereitet, die du ab April aussäen kannst:

Gemüse:
Säen: Erbsen, Gurken, Fenchel, Kohlrabi, Eis(berg)salat, Mangold, Melonen, Karotten, Radieschen, Rote Rüben/Beete
Pflanzen: Blumenkohl, Aubergine/Melanzani, Kartoffeln, Kopfkohl, Rosenkohl/Kohlsprossen, Kopfsalat, Tomaten, Pilze

Obst:
Bodenbearbeitung, Wildverbiss behandeln, Schorfbekämpfung beginnen, Erdbeeren säen

 

Die Honigbiene

Zurück zur beliebtesten Gartenhilfe, der Honigbiene. Bienen leben in einer bemerkenswerten Symbiose mit fast allen Pflanzen. Sie fliegen von Blüte zu Blüte um Nektar für ihren Honig zu sammeln, Pollen zu fressen und bestäuben beiläufig eine Blüte nach der anderen. Das funktioniert so gut, dass Pflanzen die von Bienen bestäubt wurden meistens mehr und größere Früchte tragen. Kein Wunder also, dass die Blüten um die Aufmerksamkeit der Biene konkurrieren. Deshalb haben die Bienen auch immer ein großes Angebot an verschiedenen Blüten zur Auswahl. Während sie an einer Blüte sammeln, regen sie diese durch Vibration an, damit sie besonders viel Pollen und Nektar abgeben. Aber das Leben einer Arbeiterin beginnt meistens nicht mit dem Sammeln von Nektar, sondern mit der Aufzucht der Brut. Junge, weibliche Bienen sind mit der Reinigung des Baus, der Brutpflege und dem Füttern der Königin beauftragt, dies findet im Herzen des Stocks statt und in unmittelbarer Nähe zur Königin. Diese kann ein vielfaches ihres eigenen Körpergewichts an Eiern pro Tag legen.

Der Bienenstock

Der Stock befindet sich im ständigen Wandel. Wenn die Eier und Larven mehr Platz brauchen, transportieren die Arbeiterinnen den Honig aus den zu Brutkammern nahen Waben zu weiter entfernten Waben um frischen Platz für die neuen Arbeiterinnen zu schaffen. Außerdem müssen ständig neue Waben gebaut werden um zusätzlichen Raum für neue Brut und Honig zu schaffen. Eine Menge Arbeit, denn um ein Volk mit bis zu 60.000 Bienen aufrecht zu erhalten müssen viele junge Bienen schlüpfen. Ein Stock produziert leicht 40 Kilogramm Honig pro Jahr, die besten schaffen bis zu 100 Kilogramm.

Wenn die jungen Arbeiterinnen älter werden, sind sie für den Schutz des Stocks zuständig. Erst gegen Ende ihres Lebens werden sie immer wieder aus dem Stock fliegen um Nektar zu sammeln. Ein genialer Karriereplan. Auf diese Art schaffen es die Bienenvölker den maximalen Nutzen aus dem Leben jeder einzelnen Biene zu ziehen.

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Bild: jprohaszka / pixabay.com

Von Nektar und Sammlerinnen

Nektar wird bis zu zwei Kilometer vom Stock entfernt gesammelt. Um so weit zu kommen, müssen Bienen im Stock Honig aufnehmen, den sie auf dem Weg zu den frischen, vollen Blüten verbrauchen. Dabei legen Bienen weite Strecken zurück, sie können bis zu 1.000 Blüten pro Tag bestäuben und kennen den Weg zum Stock auswendig. Einen platzierten Stock darf man deshalb nicht einfach umstellen, sonst finden die Sammlerinnen nicht mehr zurück.

Bienen signalisieren ihren Artgenossinnen mit Flugmanövern und Pheromonen gute Plätze, oder warnen sie vor Gefahren. Den rohen Nektar übergeben die Bienen von Rüssel zu Rüssel, dabei verändert er sich jedes Mal ein wenig, bis er am Ende zu Honig wird.

Der Angst ins Auge sehen

All jenen, die sich vor Bienen fürchten, sei gesagt, dass Bienen sehr friedliche Lebewesen sind. Viele Imker verwenden gar keinen Schutz beim Umgang mit ihren Völkern – selbst wenn sie die Stöcke öffnen, bleiben die gold-schwarzen Insekten friedlich. Die Angst vor Stichen kommt häufig von Verwechslungen mit Wespen, die wesentlich aggressiver sind und dank ihrer Vorliebe für Süßspeisen und Säfte immer wieder sehr nah an den Menschen herankommen. Bienen konzentrieren sich aber vor allem auf Nektar und gelegentlich Wasser, sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Solange man rasche Bewegungen und Anblasen der Bienen vermeidet, kann man ihnen sogar sorglos bei der Arbeit zusehen. Man sollte also vermeiden vor ihnen zu flüchten oder sie mit der Hand zu verjagen! Gelegentlich verfangen sie sich in den Haaren, dann sollte man sie aber einfach so lange ignorieren bis sie sich von selbst entfernen. Versucht man sie mit der Hand zu verjagen, wird man mit Sicherheit gestochen. Häufiger kommt es auch zu Stichen, weil man auf eine tote Biene tritt. Aber auch hier gilt, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich und nicht alles, was summt und sticht, ist auch eine Biene.

Wespen und Bienen sind in der Regel gleich groß, aber Bienen, oder Honigbienen, sind eher dicklich, während Wespen eher schlank aussehen. Außerdem haben Wespen eine wesentlich auffallendere Färbung, das Gelb wirkt schon fast leuchtend. Wespen wirken haarlos, während Honigbienen ein eher braunes, schwarzes oder auch graues Fell besitzen. Bienen ernähren sich von Nektar und Pollen, während Wespen geschickte Räuber sind. Deshalb können Wespen schneller und geschickter fliegen.

Fazit

Die Biene ist wahrscheinlich eines der wichtigsten Tiere für den Menschen. Sie übernimmt den größten Teil der Bestäubung bei Pflanzen und ohne sie könnten wir unseren Nahrungsbedarf nicht decken. Bitte denke daran, wenn du das nächste Mal einer Biene in deiner Wohnung begegnest. Keine Panik, ein Glas, ein bisschen flaches Material und ein wenig Geduld und du kannst sie leicht ins Freie schaffen. Let it bee!

Bis zum nächsten Mal. Ich hoffe, du bist jetzt mindestens ein so großer Fan der Biene wie ich! In meinem nächsten Beitrag beschäftige ich mich mit Kompost und Dünger. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

 

Links zum Thema:
Honigbienen auf Wikipedia
Bienenstock auf Wikipedia
Buchtipp: Phänomen Honigbiene von Jürgen Tautz

1 Kommentar zu Vom Samen bis zur Ernte: Bienen

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