Pro Tag sind wir zwischen 20 und 30 Kilometer gegangen – sehr wichtig ist hier die Fußpflege! Ich ziehe möglichst in jeder Pause meine Schuhe und Socken aus und lüfte auch die Einlagen. Jede noch so minimale Druckstelle sollte beachtet und sofort mit Blasenpflaster geschützt werden. Abends und morgens haben wir die Füsse gut eingecremt. Konrad schwört auf die Hirschtalgsalbe und auf seine französische Sportcreme. Ich habe eine Schrundensalbe von Scholl verwendet. Am Anfang die Socken nicht waschen und wechseln!

Langsam starten und aufbauen. In den ersten Tagen nicht zu lange gehen. Den Körper langsam an das Gewicht des Rucksacks gewöhnen. Die Überlastung führt zu den typischen Beschwerden, die wir in den Quartieren gesehen haben: Schienbeinentzündung, entzündete Gelenke, Knieschmerzen, offene Fersen, entzündete Blasen, blaue Fußnägel die abfallen oder sich entzünden, Schulterschmerzen. Einige Wanderer sind dann nur noch bis zu 10 Kilometer am Tag gehumpelt. Mir haben in der Nacht immer wieder meine Hüften zu schaffen gemacht. Das Schlafdefizit hat sich dann am Tag ausgewirkt. Ich war schneller müde und schlapp. In den letzten zehn Tagen war das aber vorbei. Konrad hat gar keine Probleme gehabt und war immer bestens ausgeschlafen.

Es gibt immer wieder Brunnen mit Trinkwasser. Nachdem uns ein Pilger erzählt hat, dass zwei Mal je drei Tage im Krankenhaus sein Durchfall behandelt wurde, haben wir nur noch Wasser in Flaschen gekauft.

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