Vive la vie! Paris an einem Wochenende bietet so viele Möglichkeiten, dass man sich schon vor der Reise überlegen sollte, was man gerne ansehen und besuchen möchte. Ich habe bei diesem Wochenendtrip den Schwerpunkt auf vegan und alternativ gelegt: Eine Mischung aus Sehenswürdigkeiten, veganen Imbissen und Cafés sowie eher Kuriosem.

Zu Beginn aber zuerst ein paar Tipps für eure Reise. Wenn ihr mit dem Zug anreist, könnt ihr am einfachsten direkt über die TGV-Seite buchen. Bei einem knappen Zeitbudget lohnt es sich, die Reise vom Ankunftsort weg zu planen. (Achtung: In Paris gibt es mehrere Bahnhöfe!) Bei Hotels checkt nicht nur die Rezensionen auf der Buchungsseite, sondern auch die Bewertungen auf Google. Manchmal ist die Buchung direkt auf der Homepage des Hotels günstiger. Solltet ihr das Leitungswasser im Hotel trinken wollen, fragt am besten vorher direkt nach, ob das Leitungswasser trinkbar ist, dies ist je nach Unterkunft verschieden. In Kombination damit kann auch angefragt werden, welche Umgebungen man aufgrund von Demonstrationen oder ähnlichem zu eurem Besuchszeitpunkt meiden sollte. So seid ihr vor Überraschungen dieser Art sicher.

Solltet ihr in Paris auch etwas einkaufen wollen, zahlt es sich aus zu recherchieren, welche Produkte es dort günstiger gibt. Das kann unter anderem bei Waren, die aus Frankreich importiert werden, der Fall sein. Beispielsweise französische Naturkosmetik-Marken, Bücher, Comics – die Franzosen haben eine berühmte vielfältige Comicszene – oder Lebensmittel. Hilfreich ist auch, vorher die französischen Kleidergrößen nachzusehen – üblicherweise immer eine Größe mehr als bei uns angegeben, also statt 38 muss dann 40 gewählt werden – und sich ein paar Vokabeln anzueignen, denn die französische Bevölkerung hat es sehr gerne, wenn man zumindest versucht ein Gespräch in der Landessprache zu beginnen. Habt ihr euch auf ein paar Sehenswürdigkeiten, Museen, Theater, Oper oder Veranstaltungen (Konzerte, Führungen, Feste, Flohmärkte…) festgelegt, dann überlegt euch am besten eine grobe Route und seht euch die Öffnungszeiten und Preise an.

Meine Planung für mein Pariswochenende im April 2019 war eine Tour vom Louvre, der berühmten Glaspyramide mit Kunstmuseum, zum Arc de Triomphe, einige Brücken und das Forum Les Halles, ein schöner Platz mit riesigem Einkaufszentrum. Es lohnt sich aber auch, einfach nur durch die Straßen, Gassen und an der Seine entlang zu schlendern. Die bekanntesten Attraktionen, insbesondere die Bauwerke, erreicht man gut zu Fuß. Für weitere Wege gibt es neben den öffentlichen Verkehrsmitteln auch die Möglichkeit, Elektroroller zu mieten.

Neben diesen Plänen habe ich mich für einen Besuch einer Ausstellung zum Thema „La Lune“ (der Mond) im Grand Palais, einem sehenswerten Ausstellungsgebäude, entschieden. Achtung: Bis zum 25. Lebensjahr zahlt man in vielen Museen oft weniger oder keinen Eintritt. Unterwegs auf der „Avenue des Champs-Élysées“ war mein Ziel „Rivoli 59“, ein buntes, verrücktes Künstlerhaus in der Rue Rivoli mit mehreren Stockwerken. Hier kann man die aktuellen Werke und das Schaffen der KünstlerInnen direkt in ihren Ateliers beobachten.

Im Rivoli 59

Aber auch Street Art-Fans kommen auf ihre Kosten. Diese Kunstform aus zumeist Mosaik oder Papier an Wänden thematisiert oftmals kritisch gesellschaftliche Zustände und wird auch in Galerien ausgestellt.

Street Art in Paris

Paris ist aber mittlerweile auch Vorläufer in Sachen Biomarkt, veganen und rohköstlichen Imbissen und Cafés. Biomärkte gibt es an fast jeder Ecke, mir haben zwei besonders gut gefallen. Einmal My Bio Delicious in der Rue Rivoli 91 sowie Biocoop Dada Paradis in der Rue Paradis 36. In beiden gab es eine große Auswahl an Marken, die bei uns noch unbekannt oder nicht verfügbar sind. Und natürlich viele leckere Köstlichkeiten, davon einiges vegan. Bei My Bio Delicious gibt es auch die Möglichkeit, im Sitzen einen Imbiss zu sich zu nehmen. So ziemlich jeder Bioladen von Naturalia bis Biocoop hat Unverpackt-Spender mit Nüssen, Müsli oder Trockenfrüchten im Angebot.

Paris ist eine Veggie-freundliche Stadt

Wer vegan essen möchte, kann an jedem beliebigen Standort „vegan“ bei Google Maps eingeben und bekommt Vorschläge für vegane Restaurants, Imbisse oder Cafés. Ich kann folgende davon wärmstens empfehlen: Cloud Cakes (Rue Mandar 6), ein Himmel aus veganen Köstlichkeiten in Bio-Qualität – seht euch die Auswahl am unteren Bild an! Das Lokal ist relativ klein, man kann sich die Leckereien aber auch in einer Pappbox mitgeben lassen.

Bei Cloud Cakes

Le Potager de Charlotte (Rue de la Tour d’Avergne 12) ist höherpreisig, hat aber wirklich tolle, kreative und leckere Küche und das komplett pflanzlich. Ich habe dort Kichererbsenpfannkuchen mit Cashewcreme gegessen und einen Smoothie aus Waldbeeren getrunken. Ein komplett veganes Sortiment gibt es auch im Supermarkt Un Monde Vegan (Rue Notre Dame de Nazareth 64). Rohköstlich ist das Angebot von Wild & Moon, von dieser Kette gibt es gleich sechs Lokalitäten in der französischen Hauptstadt (zum Beispiel in der Rue des Gravilliers 25). Hier findet ihr außergewöhnliche Kaffeekreationen mit Superfoods und pflanzliche Küche. Lecker und hip!

Wer gerne Second Hand shoppt, der kommt bei den vielen Filialen – sechs Mal in Paris – von Mad Vintage ganz auf seine Kosten, mit tollen Vintage-Schätze und Hipsterkram.

Zum Abschluss bleibt zu sagen: Vergesst nicht, eure Kamera zu laden, nehmt euch gutes Schuhwerk mit und startet bei Bedarf bei einem der Tourismus-Infopoints. À bientôt à Paris!

 

Was hat euch in Paris besonders gut gefallen? Habt ihr weitere Tipps für einen veganen und alternativen Kurzbesuch in der französischen Hauptstadt?

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