“Das Leben passiert, während du noch mit dem Planen beschäftigt bist”. Zutreffender könnte man die letzten paar Wochen in meinem Leben kaum zusammenfassen. Da habe ich noch nicht mal den Beitrag zu meinen Reise-Vorstellungen gepostet, da kam schon eine Mail herein geflattert:

 “Einladung zu einer Reise mit Shanti TravelDurga Puja Festival in Kalkutta”.

Sofort aufgemacht, überflogen… und den Gedanken nicht mehr losbekommen. Eigentlich wollte ich ja länger zuhause bleiben. Eigentlich bin ich ja etwas reisemüde. Eigentlich wollte ich mir bei meinem nächsten Trip Zeit lassen. Eigentlich hatte ich gerade jemanden kennen gelernt und für spannend befunden.

Aber… Eigentlich steht Indien schon sehr, sehr lang auf meiner Reise-Liste. Eigentlich ist ein ganzer Monat zuhause ja schon mal ein guter Anfang (frau muss ja nicht gleich übertreiben mit der Sesshaftigkeit). Eigentlich kann ich mir ja etwas mehr Zeit lassen auf diesem Trip – für Indien auch sicher notwendig. Eigentlich habe ich Glück: Normalerweise kann ich solche spontanen Einladungen nie und nimmer annehmen, weil ich stets verplant bin. Wie gut, dass es in dem Moment einmal anders ist! Tja, und nachdem sich der spannende Mensch als doch etwas zuuu spannend für meinen Geschmack herausgestellt hat (Beziehungsstatus kompliziert muss nicht schon wieder sein), steht Indien eigentlich nichts im Weg.

Ihr könnt es euch schon denken: Ich habe Ja gesagt! Und weil ich vielleicht nicht vollkommen, aber doch etwas lernfähig bin, habe ich gleich beschlossen, nach den 14 Tagen, die Shanti Travel für uns organisiert, noch bis 15. November anzuhängen. Die ersten Stationen der Reise mit Shanti Travel sind also bekannt: Delhi – Jaipur – Agra – Taj Mahal – Varanasi – Kalkutta, wo das farbenprächtige Durga Puja Festival auf uns wartet, eines der größten religiösen Festivals des Landes, das ganz Indien auf den Kopf stellt. Na, ich mache mich auf etwas gefasst und bin sicher, ich werde darüber berichten.

Die ersten 14 Tage bin ich in der Obhut von Shanti Travel. Foto: Shanti Travel

Indien ist ein gigantischer Spiegel – sagt „Reiseschreibergott“ Andreas Altmann.

Dass sich Shanti Travel darauf spezialisiert hat, individuelle Touren ganz nach Geschmack der/des Reisenden zusammenzustellen und wir wegen der Kurzfristigkeit der Anfrage nur eine winzigkleine Gruppe sind, kommt mir natürlich sehr entgegen. Mit mir ist noch Florian von Flocblog / Reisedepeschen.de samt Freundin mit dabei. Den hat zwar Indien bei seinem ersten Mal ziemlich genervt, aber er gibt ihm offensichtlich eine zweite Chance.

Für die weitere Route habe ich die letzten Tage und Wochen viel überlegt. Habe meinen Kopf eingeschaltet, wollte schon wieder eine Tour buchen und auf Nummer sicher gehen – Indien ist schließlich riesig und schon in der Planung dementsprechend ziemlich überwältigend. Aber ich habe dann doch meinen Bauch entscheiden lassen: Genau, das bin ja ICH.

Mich treibt es zuerst in die Mangrovenwälder, wo ich schon einmal vorsorglich eine drei-Tages-Tour mit Tour de Sundarbans unternehmen und in ihrem selbst gebauten Eco-Village unterkommen werde. Danach möchte ich hoch, in den Nordosten von West-Bengalen, nach Darjeeling mit seinen Hill-Stations, in die Berge – ziemlich nahe übrigens zur Grenze ans Königreich Bhutan, Wiedersehen macht Freude! Und übrigens genau die Region, in der Dorit auf ihrer Guten Reise durch Indien leider nicht hin konnte. Naja, vielleicht finde ich für das Projekt noch ein paar verantwortungsvolle Reise-Tipps.

Ich freu mich auf Farben ohne Ende! Foto: Doris

Ich freu mich auf Farben ohne Ende! Foto: Doris

Dass zu der Zeit dank Durga Puja unheimlich viele Inder unterwegs sein werden und es dementsprechend wohl sehr, sehr, sehr chaotisch ist, ist mir klar. Trotzdem ist mein Bauchgefühl stärker…

Vorher mache ich aber Station auf der Babli Farm, die lustigerweise nicht nur im Lonely Planet stehen, sondern außerdem Freunde von Freunden sind. Dort wird gemeinsam mit der lokalen Community ein Bauernhof nach altem Modell betrieben – und zusätzlich wird angeboten, dass Interessierte in Guest Houses übernachten können. Wie ich dorthin komme, das weiß ich allerdings noch nicht ganz – die Züge, die in Indien weit im Voraus ausgebucht sind, sind bereits alle besetzt. Es wird einen Weg geben, ich bin mir ziemlich sicher.

Was dazwischen passiert? Ihr werdet es erfahren. Zum Abschluss steht allerdings bereits ein Programmpunkt meines Indien-Aufenthalts fest: Von 1. bis 12. November bin ich dann mal offline – es steht nämlich ein 10-Tages-Vipassana-Kurs an. Meditieren, schweigen, komplett bei mir sein. Ich habe die Meditationsform bereits 2009 in Österreich kennen gelernt, bin schon zehn Tage gesessen und möchte es jetzt dort nochmals machen, wo die Bewegung rund um S.N. Goenka ihren Anfang genommen hat. Und das Dhamma Sikhara, Himachal Vipassana Center im Himalaya-Gebirge ist angeblich eines der schönsten Zentren in Indien. Ob ich deshalb die Lichter-Feierlichkeiten rund um Diwali versäume, das in diesem Jahr am 3. November zelebriert wird, das werden wir noch sehen.

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