Um sechs Uhr früh sehen wir aus unserem Fenster bereits die Pilgerkarawane aus der großen Herberge – 120 Personen schlafen in einer Halle – losziehen. Der nächste Tag ist lang und um so mehr genießen wir das schöne Landhotel. Ein altes, sehr schön renoviertes Steinhaus auf einem Dorfplatz in Akeretta – gleich nach Larrosana. Auf der Weide einige Stuten mit ihren Fohlen. Langsam kann ich realisieren, dass ich auf dem Weg bin. Die Landschaft ist noch sehr abwechslungsreich und die asphaltierten Wege werden hin und wieder durch Waldwege aufgelockert.

Ich bin mit meinem Partner unterwegs. Es gibt dazu verschiedene Meinungen. Viele meinen, man sollte lieber alleine gehen. Der gemeinsame Weg könnte die Partnerschaft zu sehr belasten. Ja, es stimmt. Einfach ist es nicht, die verschiedenen Ansätze und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Für mich steht das Spüren des Weges im Vordergrund, während es Konrad mehr in Richtung Ziel zieht. Ich spüre auch stark, dass mir meine Seele über den Körper mitteilt, wie viel ich ihm zumuten darf. Es braucht über eine Woche, bis wir eine gemeinsame Linie gefunden haben um den Rest des Weges harmonisch zu gestalten. Mit einem kleinen Ritual, bei dem wir gemeinsam an einem starken Ort zwei Steine niederlegen, starten wir den gelungenen Neubeginn.

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