Verpackungslose Läden gibt es in Österreich bereits einige, viele davon findet man auf der Webseite von Zero Waste Austria. In Innsbruck hat im Sommer 2018 mit greenroot ebenfalls ein Unverpackt-Shop eröffnet, der sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut. Weil der Platz allerdings sehr beschränkt ist, hat sich Geschäftsführer Engin Dogan auf die Suche nach einer Alternative gemacht. In der Nachbarschaft hat er eine passende Immobilie gefunden, die es ihm ermöglichen würde, sein Geschäft und sein Sortiment zu vergrößern.

Aus diesem Grund hat er eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen und lädt alle Zero Waste Einkäuferinnen und Einkäufer ein, das Projekt bis 7. November 2019 zu unterstützen und sich so für weniger Plastikmüll und mehr Regionalität einzusetzen. Wie es dazu kam und warum er sich dafür entschieden hat, erzählt Engin im Crowdfunding-Interview mit The bird’s new nest.

Wolfgang: Lieber Engin, du hast vergangenes Jahr in Innsbruck den Zero Waste Shop greenroot eröffnet. Wie kam es dazu?

Engin: Als ich neben meiner Tätigkeit als Bankangestellter berufsbegleitend am Management Center Innsbruck studiert habe, wurde eines immer und immer wieder betont: Der Erfolg eines Gründers basiert auf seiner Leidenschaft und dem großen Interesse etwas besser machen zu wollen. Deswegen habe ich beschlossen, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Mit meiner Selbstständigkeit begab ich mich zurück zu meinen Wurzeln, den landwirtschaftlichen Erzeugnissen und natürlichen Produkten. Durch greenroot konnte ich nicht nur meine Ideen erfolgreich verwirklichen, sondern auch mehr Erfahrung sammeln.

Wolfgang: In Innsbruck gab es schon vor euch Läden, in denen man verpackungsfrei einkaufen konnte. Ist das Potenzial groß genug für mehrere Shops?

Engin: Wir haben ein ganz spezielles Sortiment und heben uns auch im Allgemeinen von unseren Mitanbietern ab. Wir führen fast ausschließlich Bio-Lebensmittel, nach Möglichkeit sogar in Demeter-Qualität. Gerade bei Produkten, die etwas weiter weg sind, versuchen wir diese neben Bio- auch in Fair Trade-Qualität zu beziehen.

Wolfgang: Der Fokus bei greenroot liegt auf Lebensmittel, die unter anderem aus der Region kommen. Ist diese Beschränkung gewollt?

Engin: Ja, gerade am Anfang war es uns wichtig einen Fokus auf Lebensmittel zu haben, um zu schauen wie überhaupt die Reaktion der Kundinnen und Kunden auf unverpacktes Einkaufen ist. Die Kooperation mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben führt nicht nur zu einer Stärkung der heimischen Wirtschaft, sondern bedeutet für uns alle einen ökologischen Mehrwert. Der direkte Kontakt zu den Produzentinnen und Produzenten ist für unser Team eine großartige Sache und ermöglicht authentische Produktberatung.

Wolfgang: In eurem ersten Jahr habt ihr stetig Kundinnen und Kunden dazugewonnen. Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Engin: Wir wollen in Zukunft unser Sortiment mit Hygiene und Kosmetik sowie mit Obst und Gemüse erweitern. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess ist für uns unausweichlich, da sehen wir unsere Stärke, ständig up-to-date zu sein und immer Ausschau nach besseren Möglichkeiten zu halten und einzuführen. Die Zero Waste-Bewegung ist noch eine sehr junge Bewegung. Wir wollen uns ständig weiterentwickeln, um unsere ganze Wertschöpfungskette zu ökologisieren.

Wolfgang: Für die Finanzierung dieser nächsten Schritte habt ihr euch für Crowdfunding entschieden. Was können sich Interessierte dabei erwarten?

Engin: Interessierte ermöglichen uns die Erweiterung und können sich auf ein größeres Sortiment freuen. Außerdem können wir dann noch mehr Services wie zum Beispiel frisch gemahlenen Kaffee anbieten. Insgesamt ermöglicht es uns, generell auf die verschiedensten Kundenwünsche noch besser zu reagieren.

Wolfgang: Eure Kampagne läuft nur mehr wenige Tage. Wie soll es – nach hoffentlich erfolgreicher Beendigung – weitergehen?

Engin: Die nächsten Wochen stehen ganz im Zeichen der Vorbereitungsarbeiten von den neuen Räumlichkeiten. Unser Ziel ist es, mit der Eröffnung Anfang Dezember allen Kundinnen und Kunden in der Vorweihnachtszeit ein verpackungsfreies Einkaufserlebnis zu bieten. Es ist großartig zu erleben, dass auch beim Fest der Liebe der ökologische Aspekt immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Wolfgang: Danke für das Interview und viel Erfolg!

 

Noch bis 7. November 2019 könnt ihr die Crowdfunding-Kampagne von greenroot unterstützen und euch Gutscheine und andere Goodies als Dankeschön sichern. Weitere Informationen zur Geschichte, zum Shop sowie Updates zum Crowdfunding findet ihr auf der Kampagnen-Seite.

Arbeitet ihr an einem nachhaltigen Crowdfunding-Projekt oder kennt ein solches, über das auf The bird’s new nest berichtet werden sollte? Dann sendet mir eure Inputs und Vorschläge zum Thema an office@crowdfunding-service.com!

Teile diesen Beitrag auf...