Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 23, Livinhac-Haut

Thursday 04th, September 2014 / 13:29 von
Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 23, Livinhac-HautAlle Bilder: Alexandra Beck

Gehzeit: 5 Stunden 30 Minuten, Livinhac-Haut (Decazeville), Gites

Um acht Uhr verlassen wir auf einer sehr steilen Gasse hinunter Conques – wieder einmal über eine schöne romanische Brücke.

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Wir sehen von der Brücke die Chapelle Sainte Foy zu der wir eine Stunde steil berauf steigen. Eine weitere Stunde brauchen wir bis zur Anhöhe. Es ist nebelig und ab und zu nieselt es leicht. Trotzdem können wir gemütlich bei der Chapelle Saint-Roch unsere Käse-Apfel-Baguette-Jause verspeisen. Ein junger Pater aus Conques – es gibt dort sechs Patres – kommt bepackt mit dem Fahrrad vorbei. Er hat eine Woche Urlaub und wird ein anderes Kloster besuchen. Wir treffen den jungen Deutschen aus unserem Quartier wieder. Er ist in Fulda gestartet. Nach 15 Jahren hat er seinen technisch-handwerklichen Beruf aufgegeben und möchte im Herbst eine Ausbildung im Sozialbereich beginnen. Unter allen Umständen will er bis Finisterre gehen – „Auch wenn es schüttet und hagelt…“.

Wir gehen heute auf sehr Kräfte raubendem Asphalt. Am Nachmittag geben Nebel und Wolken den Blick in die Landschaft wieder frei. Der harte Asphalt macht meinen Füssen zu schaffen. Wieder weit und breit kein Espresso in Sicht. Auch nicht nach 20 Kilometern in der wenig ansprechenden Stadt Decazeville (Kohleabbau seit Napoleon). Nur die Boulangerie/Patisserie hat offen und wir setzen uns, mit unserer dort gekauften Jause, müde auf ein Bankerl und beobachten den regen Kundenverkehr. Sehr, sehr viele Baguettes werden auch hier davon getragen. Noch fünf Kilometer Straße bergauf liegen vor uns. Wir beschließen, ein Taxi nach Livinhac-Haut zu nehmen. In einem Turm bekommen wir zwei Betten. Über eine Steinstiege ohne Geländer und im Inneren auf einer Hühnerleiter klettern wir hinauf in unser Schlafabteil. WC und Dusche sind über den Hof im Wohnhaus gegenüber. In der Nacht ein gespenstischer Ausflug für uns beide. Wir wollen natürlich die Pilger unter uns nicht wecken. Im einzigen Restaurant des Ortes treffen wir wieder alle Pilger. Auch das Ehepaar Schmitz aus Brüssel. Mit beiden ist eine angenehme, verbindende Konversation in englischer Sprache möglich. Ein schöner Tagesabschluss.

Über den Autor

Alexandra kommt aus Niederösterreich und ist seit 25 Jahren Vegetarierin, und das mit Genuss. Dementsprechend gerne kocht sie auch. Auf Grund ihres Alters darf sie schon länger auf dem Weg sein - zu einem bewussten und achtsamen Umgang mit allem was sie umgibt. Dafür ist sie sehr dankbar. Außerdem ist sie begeisterte und glückliche Großmutter von vier wunderbaren Enkelkindern. Sie ist auf einem guten Weg und möchte auch anderen Menschen helfen ihren persönlichen Weg zu finden: Lebenswege Beck

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