Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Saturday 08th, February 2014 / 22:03 von
Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere NotwendigkeitenBild: Hollerei, FixDich

Grätzlbericht 1150

Hollerei

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad der Zeit… Aber dazu später!

Der fünfzehnte Wiener Gemeindebezirk, oder auch „Rudolfsheim-Fünfhaus“, ist nicht unbedingt dafür bekannt, Hot Spot für Veganer und sonstiges neumodisches Volk zu sein. Zumindest denkt man das. Doch siehe da, wenn genauer hingeschaut wird bemerkt man, dass sich durchaus einiges tut, vor allem im Bereich zwischen Gumpendorfer Straße und Schönbrunn, also eher im südlichen Bereich des Bezirks. Der ist zwar nicht weniger abgefuckt als zum Beispiel die Gegend um die Stadthalle oder Johnstraße, aber geprägt durch etwas geringere Mietpreise und viele motivierte Menschen, die sich hier kreativ betätigen – sowohl kulinarisch, als auch in vielen kleinen Projekten und Geschäften. Da ich noch dazu in dieser Gegend wohne, profitiere ich sehr von diesem auflebenden Grätzl und präsentiere euch heute zwei meiner (neuen) Lieblingsplätze.

hollerei
Bild: Hollerei

Mein erster Stop war die “Hollerei” in der Hollergasse, nahe der U4-Station Meidlinger Hauptstraße. Der Name des Lokals sagt vermutlich fast jedem in Wien lebenden Vegetarier und Veganer etwas, aber nicht viele aus meinem Umfeld waren bisher dort. Das liegt zum einen sicherlich an der Preisklasse bei den normalen Speisen, die dann bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so teuer sind. Das Restaurant Hollerei existiert in dieser Form schon seit einigen Jahren, hat auch eine Zweigstelle im Essl Museum in Klosterneuburg und ein Bistro im tierfreien Supermarkt “Maran Vegan” in der Stumpergasse, sowie einen Zustell- und Cateringservice, der sich vor allem für Firmen und Bürojunkies lohnt, an private Haushalte wird nämlich nicht geliefert.

Das Hauptlokal fällt schon von außen auf, da es wunderbar von Bäumen und Sträuchern eingewickelt in einer ruhigen Gasse neben einer alten Tankstelle gelegen ist. Gleich beim Eintreten in den Gastgarten wünscht man sich, dass wieder Sommer ist und man hier gemütlich mitten im Gartenlauben-Feeling dinieren kann. Aber auch der Innenraum ist ansprechend und durchaus geschmackvoll eingerichtet. Zum einen besticht das Lokal durch einen sehr schicken, ordentlichen Stil, kombiniert mit einer modernen, sehr gemütlichen Note. So sollte also für jeden etwas dabei sein. Genauso sieht es dann auch bei der kleinen, aber feinen Karte aus: Vorspeisen wie eine vegane indische Linsensuppe (die ich gleich mal bestellt hab, weil bekannt und gut) reihen sich an diverse Salate und saisonale Leckereien. Sowohl werden hier orientalisch und klassisch miteinander vermengt, als auch vegetarische und vegane Speisen, eben für alle passend. Auch die Weinkarte liest sich vorzüglich, hier wird das Hauptaugenmerk ganz klar auf regionale oder zumindest österreichische Weine gelegt.

Bei den Hauptspeisen fällt die Wahl für mich klar auf das Rote Thai Curry, das momentan die einzige vegane Hauptspeise auf der normalen Karte ist, allerdings könne viele Speisen problemlos veganisiert werden – einfach nachfragen. Das Curry ist zwar vielleicht nicht das allerschärfste wie man es vom echten Thai gewohnt ist, hat es aber durchaus in sich. Großartige Geschmackskomponenten die hier miteinander kombiniert werden. Auch gut satt wird man von den beiden Speisen, wobei man hier klar sagen muss: Die Hollerei ist keine Imbissbude zum Völlern und Sattwerden, denn die Portionen sind nicht riesig, dafür aber umso geschmackvoller und etwas zum Genießen.

hollerei-2
Bild: Florin

Abgerundet wird der Abend dann mit einem leckeren Birnen-Nuss-Törtchen und einem kräftigen Espresso. Dann kommt wie immer der unangenehme Teil: Das Bezahlen. Ja, es ist sicherlich kein Ort, um zwischendurch günstig zu essen, aber ich denke, für das was geboten wird kommt man bei rund 30 bis 40 Euro pro Person zu dem Schluss, dass es das absolut wert war. Zudem bietet die Hollerei saisonale Sparmenüs an: Drei Gänge um 25 Euro exklusive Getränke. Lohnt sich durchaus! Dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit unter der Woche zum Mittagessen vorbei zu schauen. Auch hier finden sich immer wieder leckere vegane und vegetarische Gerichte auf der Karte, der Mittagsteller kommt auf nur 7,80 Euro oder 9,60 Euro mit Suppe oder Salat. Man sieht also auch hier: Es wird für (fast) jeden etwas geboten.

Fazit: Ein großartiges Lokal für alle, die es etwas schicker mögen, und alle, die mal etwas anderes ausprobieren wollen. Zudem das perfekte Lokal um einen Omnivoren zum Fleischverzicht zu bringen ohne große Propaganda und Bekehrung.

Bewertung: 8/10
Homepage: hollerei.at
1150 Wien, Hollergasse 9
Tel: 01/892 33 56

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 11.30 bis 15.00 und 18.00 bis 23.00
Sonntag: 11.30 bis 15.00
Feiertag: 11.30 bis 15.00 und 18.00 bis 23.00

 

FixDich im Block44

Nur ein paar Schritte ging es dann zu meinem neuen Hot Spot: Das Block44. Dies ist ein schräger aber durchaus passender Mix aus Fahrradgeschäft, Modeladen und Café. Warum passend? Hier haben sich drei bereits etablierte Wiener Kreativlabels zusammengefunden, um “eins” zu werden. Getan haben sie das in der immer mehr belebter werdenden Reindorfgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus. In den großen und sehr verwinkelten hellen Räumlichkeiten wird man gleich einmal vor die Wahl gestellt: Zuerst in die “Fix Dich Track Bike Boutique” wegen neuem Fahrradgear schauen? Oder doch die spannenden Shirts von “Amateur Fashion” durchgucken? Im Endeffekt kann man das alles machen, am besten kombiniert mit einem “Club Mate” oder Kaffee, den es im mitten im Geschäft integrierten “NCOTB – New Coffee on the Block” zu erwerben gibt. Eine wirklich tolle Idee wie ich finde, auch wenn man nicht wirklich viele Sitzmöglichkeiten hat, aber das ist auch gar nicht nötig. Schließlich gibt es eh soviel zu sehen!

block44
Bild: fixdich.at

Was sofort auffällt ist die lockere, gemütliche Atmosphäre. Man fühlt sich hier sofort wie daheim. Das Label “Amateur” ist auf der linken Hälfte platziert und besticht durch wirklich ausgefallene, tolle Stücke. Alles ist handgemacht von der Designerin Birgit Rampula im Atelier des Block44 und somit nicht irgendwo produziert. Sowohl für Damen als auch Herren werden hier mit viel Liebe Einzelstücke angefertigt. Auch preislich leistbar wie ich finde, es ist aber natürlich kein Primark oder H&M und das ist auch gut so! Pluspunkt: Hohes Hauptaugenmerk auf Siebdruck!

Mich zieht es dann sowieso mehr in die Radecke. Dort gibt es alles an Ersatzteilen, Gewand und natürlich dem Fixi-Bike. Man kann hier aber auch mit seinem Rad kommen und es nach Wunsch reparieren und auch umbauen lassen. Früher in der Lerchenfelderstraße beheimatet fügt sich hier das “FixDich” noch besser ein und man findet wirklich alles was das Bikerherz begehrt. Hohe Preisklasse ist man ja gewohnt in der Fixi-Bike-Szene, ist also jetzt keine Überraschung und ein notwendiges Übel, wenn man so etwas fahren will.

Wie passt das jetzt zu meiner veganen Kolumne fragt ihr euch? Ganz einfach: Ich hab vor, dieses Jahr endlich wieder mehr Rad zu fahren und interessiere mich immer sehr für kleine, neue Modelabels und Club Mate ist eines meiner liebsten Aufputschmittel. Zudem finde ich es einfach super wie viel sich gerade in meiner Gegend tut und kann jedem nur empfehlen mal hier vorbeizuschauen. Generell avanciert die Reindorfgasse gerade zu so etwas wie einem kleinen Hot Spot für Kreativköpfe. Schlendert einfach mal durch und ihr werdet merken, dass es hier mehr gibt als nur die fettige Billigpizza von der Pizzeria Mafiosi (die man sich aber trotzdem zwischendurch mal geben kann) und hier einiges am Wachsen ist.

Fazit: Toller Laden von wirklich sympathischen Leuten geführt, die es zu unterstützen gilt. Also wer neue Teile für das Fixi-Bike, ein nettes Shirt oder einfach nur ein lecker Käffchen sucht – hier ist der neue Place to be!

Bewertung: 9/10
Homepage: block44.at
Reindorfgasse 44
1150 Wien

Über den Autor

Florin lebt mit Hund mitten in Wien, arbeitet bei "Grüne Erde", lebt vegan und ist musikbegeistert. Dieser Leidenschaft folgt er mit seinem Bookingkollektiv "Generation Noir" und seiner Band. Bei The bird's new nest wird er sich vor allem mit fleischlosem Konsum in Wien und weiteren Städten befassen - mit einer ordentlichen Portion Humor.

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