Ein Monat vegan – und jetzt?

Tuesday 04th, February 2014 / 23:39 von
Ein Monat vegan – und jetzt?Bild: Ali Karimian / flickr.com

Viele Geschichten beginnen mit “Es war einmal” und enden mit “und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage”. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres – ein sonniger Tag, den ich wie so oft mit einer lieben Freundin Sonne tankend auf ihrem Balkon verbrachte. Wie häufig zuvor unterhielten wir uns über die schönen Dinge des Lebens: Unsere Katzen, Menschen, die wir schätzen, gemeinsame Erinnerungen und Pläne und natürlich auch Essen. Sie, die Vegetarierin, und ich, die von Steak mit Chicken Wings und Spareribs als Beilagen schwärmte. Ein Gespräch wie so oft zuvor. Die gleichen Ansätze, die gleichen Argumente. “Bio. Artgerecht. Glücklich.” Und am Ende dann ein Satz, der noch Tage später wirken sollte: “Aber es ist ja trotzdem tot.” So einfach, so banal und so wirkungsvoll. Es dauerte keine Woche, bis ich beschloss ebenfalls Vegetarierin zu werden.

Die Umstellung fiel mir überraschend leicht. Ich fühlte mich gesund und fit. In meiner Begeisterung habe ich sämtliche Artikel, Studien, Erfahrungsberichte, Forenbeiträge und Blogs gelesen, die auch nur irgendwie in Verbindung mit der vegetarischen Lebensweise standen. Immer wieder streifte ich dabei das Thema Veganismus. Ganz unverständlich war es mir zu Beginn, die von Kindesbeinen an gelernten Denkweisen noch zu fest verankert. Wie soll man auch allen Ernstes ohne Milch und Käse überleben können? Ohne Eier? Oder gar ohne Schokolade? Das ist ja schlichtweg unmöglich! Mit diesen Gedanken versuchte ich die leise Stimme zu überzeugen, die mir immer wieder einflüsterte, dass da irgendetwas nicht stimmen könne. Nice try, könnte man sagen. Die Stimme wurde lauter, das Jahr ging dem Ende zu. Der Genuss beim Verspeisen von Käse und Ei wollte sich auch nicht mehr so recht einstellen. Es war ein guter Zeitpunkt, von alten Gewohnheiten abzugehen und Neues zu probieren. Der Entschluss war gefasst, im Januar würde ich einen veganen Probemonat einlegen!

So viel zu “Es war einmal”. Es war also einmal ich, die ich beschlossen hatte, alte Muster aufzugeben. Meinen Probemonat läutete ich zu Silvester ein. Ein veganes Feiertagsmenü musste her. Nach stundenlangem Kochbuch wälzen konnte ich einen Spicy Chili Burger mit Rosmarinkartoffeln und Kartoffel-Karotten-Rösti und als Dessert weißes Schokomousse servieren. Die Begeisterung war groß, die Erleichterung über das gelungene Festmahl ebenso. Gut zu wissen, dass man ganz hervorragende vegane Feiertagsmenüs zaubern kann. Schade allerdings, dass nicht jeder Tag ein Feiertag ist. Vor Mitternacht mussten dann doch noch einige Schokokekse dran glauben. Nur für den Fall, dass ich den ganzen Januar über ohne Schokolade überstehen müsste.

Der Alltag und seine Tücken

Natürlich habe ich jedem, den es interessiert hat (oder auch nicht), von meinem Probelauf schon im Vorfeld erzählt. Es gab viel Zuspruch, noch mehr Neugierde und wunderbarerweise nur ganz wenig Skepsis und Kopfschütteln. Während der letzten vier Wochen habe ich viele wertvolle Tipps erhalten und das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt. Das Essen zu Hause war wie erwartet kein Problem, tagsüber im Büro sah es da schon anders aus. Auf meine Anfrage bei unserem Caterer, ob es denn vegane Menüs gäbe, bekam ich die äußerst unbefriedigende Antwort: “Haben wir nicht, planen wir auch nicht.” Aha. Danke. Nun gut, dann muss es anders gehen. Dann wird eben daheim vorgekocht. Gesagt, getan. Dummerweise fiel mir meine tolle Jause, die zu Hause in meinem Kühlschrank auf mich wartete, recht häufig erst wieder ein, als ich schon hungrig im Büro saß. Es klebt nun also seit einigen Tagen ein Zettel an der Wohnungstür, der mich an mein Essen erinnert. Für den Fall, dass auch der kluge Zettel nicht hilft, habe ich allerdings mittlerweile einen großen Vorrat an Vollkornbrot und Aufstrichen in meiner Schreibtischschublade.

Das Essen zu Hause wie auch im Büro stellte sich als relativ einfach durchzuführende Mission heraus. Restaurant- und Kaffeehausbesuche bereiteten mir aber dennoch ein wenig Sorgen. Weitgehend zu Unrecht. In jedem Restaurant, das ich besuchte, wurde mir eine fabelhafte vegane Speise aufgetischt. Entweder, weil es bereits eine Auswahl in der Karte gab, oder weil das Küchenpersonal kreativ und hilfsbereit war. Ich konnte gar nicht glauben, dass Pizza ohne Käse so lecker sein kann! Einzig auf Desserts musste ich häufig verzichten. Was aber viel schlimmer und für mich ganz und gar unverständlich war und ist, ist die Tatsache, dass es in vielen Kaffeehäusern, Bars und anderen Lokalen keine Sojamilch gibt. Ich trinke nur selten Kaffee, treffe mich aber wirklich gerne mit Freunden um eben das zu tun. Das ist ein Event, das muss zelebriert werden! Wie bitte soll ich einen Espresso ohne Milch zelebrieren und mich dann entspannt zurück lehnen? Selbst mit Mini-Schlucken ist die Tasse in allerhöchstens zehn Minuten leer. Sich länger Zeit zu lassen funktioniert auch nicht, weil der Kaffee dann kalt wird. Zelebrieren geht anders! Glücklicherweise gibt es aber doch einige Lokale, die nicht nur Pflanzenmilch, sondern ab und zu auch vegane Süßspeisen im Angebot haben. In den letzten vier Wochen habe ich einige entdeckt, die ich in Zukunft sicher häufiger besuchen (und natürlich auch darüber berichten) werde. Dort kann ich meinen Caffè latte nämlich gebührend feiern und ganz entspannt den Tag genießen.

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Bild: Jennifer / flickr.com

Der Januar ist vorbei. Und jetzt?

Jetzt ist Februar. Ich habe mir vier Wochen lang überlegt, wie ich mich denn fühlen würde, wenn der Probemonat vorbei wäre. Gesünder? Dünner? Besser? Der Erleuchtung einen Schritt näher? Würde ich mich voller Freude auf eine Käseplatte stürzen und als Nachtisch ein Glas Schokocreme auslöffeln, wenn vier Wochen voller Verzicht vergangen wären? Nichts von alledem. Ich bin gleich gesund oder ungesund, gleich dünn oder dick und gleich weit von der Erleuchtung entfernt wie vor einem Monat. Ich bin auch nicht besser. Weder besser als ich es vorher war, noch besser als irgendjemand anderer es ist. Achtsamer bin ich allerdings geworden. Achtsamer mit meinem Essen (Eh klar, wenn man überall das Kleingedruckte lesen muss), aber auch achtsamer mit anderen Menschen. Ich habe so viel Verständnis und Zuspruch erhalten. Mir ist aber auch Unsicherheit begegnet. “Jetzt kann ich beim Essen gar nicht mehr neben dir sitzen. Du findest mich jetzt bestimmt nicht mehr sympathisch. Wahrscheinlich glaubst du jetzt, ich bin ein schlechter Mensch.” Liebe alle Menschen, die ihr mir im letzten Monat unsicher gegenübergetreten seid: Ich mag euch noch immer, genieße eure Gesellschaft weiterhin und nein, ich halte euch nicht für schlechte(re) Menschen. Ich erwarte auch nicht, dass sich jeder in meiner Gegenwart vegan oder vegetarisch ernährt. Ihr genießt euer Schnitzel oder Brathuhn? Wunderbar! Dann freut euch und seid dankbar, dass euch dieser Genuss gewährt wird. Ob die Herkunft eures Genussobjekts in Ordnung ist oder nicht, habe nicht ich zu entscheiden.

Was mich betrifft, werde ich meine Ernährung wohl weiterhin so gestalten, wie ich es im letzten Monat getan habe. Ich spüre weder Verzicht noch Versuchung. Neugier und Vorfreude sind die Gefühle, die meinen Gemütszustand am besten beschreiben. Neugier und Vorfreude auf unbekannte Nahrungsmittel, spannende Rezepte, überraschend auftauchende Lokale und neue Weggefährten.

Es ist Februar und ich bin nicht vegan. Ich brauche kein Label, um zu sein wer ich bin. Ich bin ich und ich ernähre mich weitgehend pflanzlich. Und wenn ich irgendwann das Verlangen nach einem Stück Milchschokolade oder einem Brot mit Honig haben sollte, dann werde ich das auch essen. Und ich werde genießen, mich bedanken und trotzdem kein schlechter Mensch sein. So endet auch meine Geschichte mit einem “und sie lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage”. Denn genau das gedenke ich zu tun.

Habt ihr eure Ernährung auch schon einmal komplett umgestellt? Ernährt ihr euch vegan? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Über den Autor

Nadine lebt in Wien und bezeichnet sich selbst als gnadenlose Optimistin. Sie liebt Bücher, Schokolade und ihre Katzen. Für The bird's new nest fasst sie ihre Gedanken zu den (meist) schönen Dingen des Lebens in Worte.

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13 Comments on “Ein Monat vegan – und jetzt?

  • Hallo Nadine!
    Ein super Bericht! Ich kann dir in allem nur voll und ganz zustimmen. Meine Devise ist ebenfalls “Leben und leben lassen”. Ich denke, mit so einer lockeren Einstellung erfährt man in seiner Umwelt automatisch viel mehr Zustimmung und Verständnis, als mit radikalem Missionierungseifer. Liebe Grüße, Eva

    Reply
    • Liebe Eva,
      da bin ich ganz deiner Meinung. Ich kann’s ja auch nicht leiden, wenn mir jemand unbedingt seine eigenen Ansichten einbläuen will 😉
      Liebe Grüße,
      Nadine

      Reply
  • Wow, was für ein toller Bericht <3
    Ehrlich gesagt habe ich über das Thema schon sehr oft nachgedacht, da mir Tiere und das Leid ebendieser sehr am Herzen liegen. Und auch wenn das nun moralisch sehr bedenklich klingt (und das zu Recht) esse ich trotzdem nach wie vor Fleisch etc.
    Ich fühle mich regelmäßig sehr schlecht deswegen und irgendwie finde ich es furchtbar, dass mein innerer Schweinehund stärker als Vernunft und Moral sind, aber irgendwie ist es so. Mein Schwiegervater (in spe) zaubert jeden (!) Sonntag einen ganz hervorragenden Braten und ich kann mir ein Leben ohne diesen kaum noch vorstellen 🙁
    Klingt traurig, ist aber so.
    Dein Bericht hat mir nun aber neuen Mut gegeben, denn es scheint, als hättest du einst ebenso großen Genuss an Fleisch gefunden und kannst nun trotzdem (ganz ohne Entzugserscheinungen!?) darauf verzichten – das finde ich wirklich beeindruckend und bewundernswert!
    Daher würde ich es gerne mal mit einem vegetarischen Monat versuchen – und das wird mir schon schwer genug fallen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass auch bei uns zu Hause unter der Woche viel zu viel Fleisch gegessen wird – und leider selten mit der Herkunft die ich mir wünschen würde. Da ich selbst noch Studentin bin kann ich mir das teure ebl Fleisch auch nicht immer leisten, da hilft nur eins: weniger davon essen!!
    Nun möchte ich also angespornt durch deinen Bericht mal einen vegetarischen Monat einlegen, allerdings möchte ich das gut vorbereiten um danach nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen zu müssen, da ich mal wieder nicht rechtzeitig alles für ein vegetarisches Essen eingekauft habe o.ä.
    Aber ich denke die vegetarische Ernährung ist doch noch wesentlich einfacher umzusetzen als die vegane, aber irgendwo muss man ja anfangen wenn sich das Gewissen rührt…

    Mal sehen, wann ich den Monat dann durchziehe und was ich mir bis dahin schon so an Tipps, Rezepten etc. notiert habe 🙂

    LG

    Reply
    • Liebe Sarina,

      es freut mich sehr, dass du in meinem Bericht Inspiration gefunden hast.
      Der innere Schweinehund kann sehr mächtig sein, bei mir vor allem beim Thema Sport. Du machst dir viele Gedanken und bist aufmerksam mit dem Thema Fleisch und dessen Herkunft, das ist ein guter Anfang!
      Ich finde es ganz wundervoll, dass du einen vegetarischen Monat einlegen möchtest! Es wird dir leicht fallen und ich verspreche dir, du wirst nicht öfter mit knurrendem Magen schlafen gehen als jetzt 😉
      Wenn ich es recht bedenke, bin ich jetzt viel konstanter satt und zufrieden als früher. Ich fühle mich auch nicht mehr schlapp und müde nach dem Essen, das ist sehr angenehm. Und nein, ich habe keine Entzugserscheinungen (obwohl ich am Anfang auch mit denen gerechnet habe) ;).
      Ich bin sehr gespannt, wie es dir ergehen wird. Halte mich doch am Laufenden, wenn du magst! Und wenn du Fragen hast, kannst du sie auch hier stellen. Es gibt bestimmt viele Leser (und uns in der Redaktion), die die passenden Antworten parat haben.

      Alles Liebe und viel Erfolg,
      Nadine

      Reply
      • Ich bin gespannt…. 🙂
        Ich werde es auf jeden Fall versuchen durchzuziehen und bis dahin möglichst nur bei Metzger und ebl Fleisch und Wurst kaufen.

        LG

        Reply
  • So sehe ich das auch: Man braucht kein “Label”.
    Ich bin auch eine Vegetarierin, die sehr neugierig und offen in Sachen Veganismus ist. Ich backe mittlerweile ausschließlich vegan, habe fast nur noch pflanzliche Milch im Kühlschrank und kaufe schon seit sehr langer Zeit nur noch Eier an Ostern und Weihnachten (von glücklichen Hühnern, versteht sich ;)). Aber ich liebe auch meine Vollmilchschokolade und meinen Käse auf der selbst gemachten Pizza. Ich muss mich und meine Ernährungsweise nicht streng “definieren”.
    Ich bin lein Esser- das beschreibt es wohl letztlich bei JEDEM Menschen am besten 🙂

    Liebe Grüße 🙂

    Reply
    • Liebe Wissende,

      schön, dass du das auch so siehst.
      Ich bin wohl ein Gern- und Vielesser. Gern zu jeder Tages- und Nachtzeit und viel von allem, was schmeckt 😀
      Milchschokolade vermisse ich überraschenderweise gar nicht und veganen Käse mag ich richtig gern. Also im Moment gibt’s noch keine großen Versuchungen für mich 😉

      Liebe Grüße,
      Nadine

      Reply
  • Sehr schön! Achtsam zu werden ist immer schön 🙂 Ich lebe vegan seit 2 Jahren und es ging mir nie besser! Keine Neurodermitis mehr, schönere Haut, 13kg weniger, strahlender und ich bin an keinem Leid verantwortlich (an wesentlich weniger vor allem). Es war die beste Entscheidung meines Lebens! Und das versuche ich auch positiv bei allen rüberzubringen. Es geht einem definitiv besser.
    Und auch wundervoll, wenn du Ausnahmen machst, und dich deswegen nicht schlechter fühlst 🙂 Wunderbar!
    Liebe Grüße, die Elfe
    Mein Blog:
    http://tanzende-elfe.blogspot.de/

    Reply
    • Liebe tanzende Elfe,

      wie schön, dass dir mein Bericht gefällt! Ich habe gerade in deinem Blog gestöbert. Deine Gedanken zum Bewusstsein gefallen mir gut. Da werd ich öfter mal vorbei kommen 🙂

      Liebe Grüße,
      Nadine

      Reply
  • silversheep1

    Hallo Nadine,
    Gut gelungener Artikel! Ich habe mich beim Lesen an meine eigenen Erfahrungen zurückerinnert. Ich esse seit über 15 Jahren vegetarisch und bin vor zwei Jahren dazu übergegangen zu Hause ausschließlich, und auch sonst wenn möglich pflanzlich zu essen: flexi-vegan, wenn es einer Definition bedarf. Die Unsicherheit von Kollegen und Freunden, die einem im Alltag des Öfteren beim gemeinsamen Essen begegnet , kenne ich auch und gebe dir vollkommen recht – jeder trifft seine Entscheidung wie er/sie sich ernähren möchte selbst.
    Vor einiger Zeit habe ich vom VEBU einen Artikel zum Thema „Tipps und Strategien für den Umgang mit Fleischessern“ gelesen, ich fand ihn sehr gut geschrieben : https://www.vebu.de/einstieg/praktische-tipps/262-umgang-mit-fleischessern?showall=1

    Liebe Grüße aus München,
    Eli

    Reply
    • Hallo Eli,

      danke für das Feedback und den Link!
      Der Artikel sieht spannend aus. Ich werde ihn mir in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen 🙂

      Liebe Grüße,
      Nadine

      Reply
  • Hi, danke, das war interessant zu lesen!
    Und ja, ich habe meine Ernährung auch schon mal umgestellt, umstellen müssen. Nämlich als vor ca. 10 Jahren festgestellt wurde, dass ich eine schwere Lactoseintoleranz habe. Seitdem musste ich mich auch intensiv mit Zutatenlisten und Inhaltsstoffen beschäftigen. Ich musste auch Essen mit ins Büro nehmen, und wenn ich es vergessen hatte, war ich aufgeschmissen. Damals gab es auch noch nicht so viele lactosefreie Lebensmittel, heute ist es wesentlich einfacher. Das ist bei vegetarischen/veganen Produkten nicht anders.

    Trotzdem ist es teilweise auch heute noch schwierig, wenn man unterwegs ist, in Cafes, Restaurants oder im Urlaub. Manche Läden erstaunen mich, da hätte ich nicht gedacht, dass die Sojamilch oder lactosefreie Milch haben. Bei uns auf dem Wochenmarkt haben fahrende Coffeeshops Sojamilch! Andere sind eine Enttäuschung.
    Und im Urlaub war es schon so, dass ich teilweise katastrophale Erlebnisse, sogar in 5* Häusern hatte. Da klärt man alles vor der Buchung, es heißt, kein Problem, in unserem Haus gehört das zum Standart. Und die Realität hat nicht selten anders ausgesehen.
    Vegan ist ja ein richtiger Boom. Sogar in den Handzetteln von Discountern findet man immer mehr vegane Produkte. Auch auf Speisekarten scheint es zumindest bei uns in der Großstadt keine Schwierigkeit zu sein, etwas Veganes zu bekommen.
    Ich koche täglich mit frischen Zutaten, für meinen Mann und mich. Und ich bemühe mich, 3-4 vegetarische Gerichte pro Woche zu machen. Die restlichen Mahlzeiten verteilen sich auf Fisch und Fleisch.
    Leider ist mein Mann ein großer Fleischesser, vegetarische Sachen sind nicht unbedingt sein Ding. Und was er überhaupt nicht mag, sind Gerichte mit Tofu. Egal wie lecker zubereitet, Tofu ruft bei meinem Mann eine Depression hervor (Originalton: Dieses Essen macht mich depressiv).
    Es gibt ein Buch “Tofu küsst Steak”, danach koche ich oft. Es ist aber alles mit viel Aufwand verbunden, auch deswegen, weil ich abends keine Kohlenhydrate zu mir nehme.
    Ich finde deine Einstellung sehr gut, dass Du jedem zugestehst, dass er essen kann was er möchte, ohne deswegen ein besserer oder schlechter Mensch zu sein. Wenn ich nur hier bei Facebook gucke, dann erscheinen mir Veganer teilweise als sehr aggressive Menschen, die anderen ihre Lebensweise am liebsten mit einem Knüppel einbläuen würden. Ich lese jeden Tag solche Posts, auf Seiten von Supermärkten, Fleischereien, ja selbst Drogerien. Angenommen, es fragt jemand bei Edeka nach einem Rezept für Huhn, dann prügeln sofort mindestens 10 andere auf ihn ein, von wegen “Mörder”, und es werden auch Fotos von Kadavern gepostet. Diese Posts sind eigentlich immer sehr radikal. Und auch wenn man Menschen manchmal aufrütteln muss, geht mir das echt zu weit, und ich bin der Meinung, man erreicht mit sowas eher das Gegenteil.
    Ich kaufe jedenfalls regional und saisonal ein. Denke, dass man schon mehr vegetarisches, oder auch veganes Essen zu sich nehmen sollte, weil es dem Körper und der Umwelt gut tut. Aber alles ohne Stress, und so wie jeder meint, dass es gut für ihn ist. Jedenfalls nicht mit der Peitsche!!
    Liebe Grüße, Micha

    Reply
    • Hallo Micha,

      danke für deinen Kommentar!
      Eine notwendige Ernährungsumstellung ist bestimmt schwieriger als eine frei gewählte. Hut ab, dass du das alles so wunderbar hinkriegst.

      Auf meinen ersten Urlaub ohne Tierprodukte bin ich schon sehr gespannt. In Österreich habe ich leider auch nicht die besten Erfahrungen in 4* und 5* Hotels gemacht. Mal sehen, wie es in England sein wird 🙂

      Du hast Recht, gerade im Internet stößt man immer wieder auf sehr radikale Ansichten. Ich bin auch der Meinung, dass das eher schadet als nützt. Wäre man mir gegenüber so aufgetreten, wäre ich vielleicht nie auf die Idee gekommen auf Fleisch und Tierprodukte zu verzichten. Es hätte mich wohl eher abgeschreckt.

      Liebe Grüße,
      Nadine

      Reply

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