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Schlagwort: Verpackungsmaterial

Mein (fast) plastikfreies Leben – Die gute Tüte: Bioplastik als Alternative?

Hallo ihr Lieben, erst einmal möchte ich mich über die rege Anteilnahme an meiner Kolumne bedanken. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und eure vielen interessierten Nachfragen. Nachdem ich…

Hallo ihr Lieben,

erst einmal möchte ich mich über die rege Anteilnahme an meiner Kolumne bedanken. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und eure vielen interessierten Nachfragen. Nachdem ich sehr oft auf das Thema „Bioplastik“ angesprochen wurde, möchte ich mich diesem heute einmal näher widmen.

Als ich im letzten Jahr mit meiner „Plastik-Diät“ begann, erhielt ich eine freudige SMS von einer Freundin. Sie erzählte mir ganz begeistert, dass sie beim Einkaufen zu einer Bioplastiktüte gegriffen hätte. Diese wäre ganz einfach kompostierbar und würde damit eine tolle Alternative darstellen. Ich war skeptisch, hatte ich doch nie zuvor von Bioplastik gehört. Dennoch hegte ich eine zaghafte Hoffnung – vielleicht wäre das ja die Lösung aller Probleme für mich? Ich könnte unbekümmert einkaufen gehen, Müllbeutel verbrauchen und dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben.

Was soll ich sagen – es kam natürlich ganz anders – doch noch einmal zum Anfang zurück. Was hat es mit diesem Bioplastik eigentlich auf sich? Können Bioplastiktüten wirklich eine Alternative sein? Ich habe mich umgehört und euch das Ergebnis meiner Recherchen einmal zusammengefasst. Mein Fazit ist folgendes:

Das Wörtchen „Bio“ hört sich zunächst einmal toll an, aber dass Bio nicht immer gleich umweltfreundlich ist, wissen die meisten von uns spätestens seit der Debatte um Biokraftstoffe. Bioplastik wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Mais oder Rüben hergestellt. Diese sind allerdings nicht immer der alleinige Bestandteil von Bioplastik. Oft mischt sich doch noch ein wenig konventionelles Plastik aus Erdöl mit den pflanzlichen Bestandteilen – Bioplastik ist nämlich leider keine geschützte Bezeichnung.

Doch könnte man sich nicht immerhin freuen, dass Bioplastiktüten zumindest ein wenig umweltfreundlicher sind als ihre konventionellen Kollegen? Diese Theorie des kleineren Übels bestätigt sich meiner Meinung nach leider nicht. Für die Produktion von Bioplastik ist nämlich, ähnlich wie bei Biokraftstoffen, jede Menge Ackerland erforderlich. Dieses fehlt dann letztendlich im Nahrungsmittelanbau. Überspitzt gesagt: Angenommen, wir würden im großen Stil Pflanzen zur Produktion von Plastiktüten anbauen, dann hätten wir unter Umständen ganz tolle Plastiktüten, könnten diese aber nicht mehr so leicht mit bezahlbaren Lebensmitteln füllen.

Es mag Zweifel an dieser Theorie geben, aber es gibt einen weiteren Punkt, der mich nachdenklich stimmt. Bioplastik ist selten ganz normal kompostierbar. Das hat auch damit zu tun, dass der Begriff Bioplastik so viele unterschiedliche Materialien umfasst und die Definition keine eindeutige ist. Eine Bioplastiktüte verrottet selten im Handumdrehen auf dem Komposthaufen, sie braucht je nach Material und Bedingungen Monate dafür – ganz davon abgesehen, dass man sich in einer kleinen Stadtwohnung den Luxus eines Komposthaufens leider oft nicht leisten kann. Es fehlt einfach ein Garten. Und noch etwas: Man sollte Bioplastik aufgrund dieser Problematik nicht in die Biotonne werfen.

Für eine effektive Entsorgung benötigen die Müllentsorgungsfirmen spezielle Anlagen, die sehr teuer sind und daher oftmals erst gar nicht angeschafft werden. Wenn wir unser Bioplastik dann zum Beispiel in den Recycling-Müll geben, erschwert es den Recycling-Prozess des konventionellen Plastik sogar, muss es doch erst einmal aussortiert werden. Also muss man Bioplastik letztendlich zum Restmüll geben, der verbrannt wird. Im Gegensatz zu einer normalen Plastiktüte kann eine Bioplastiktüte also noch nicht einmal ordentlich recycelt werden.

Meiner Meinung nach taugt das Label „Bioplastik“ zurzeit leider nur dazu, den Verbrauchern ein gutes Gefühl zu geben – mehr leider noch nicht. Momentan sind Biokunststoffe konventionellen Kunststoffen nicht überlegen – zu diesem Ergebnis kommt auch das deutsche Umweltbundesamt. Ich hoffe zwar, dass sich in der Zukunft dort noch viel tun wird – zum Beispiel wird bereits über Lebensmittelreste als Bestandteil von Plastiktüten diskutiert – ich nehme jedoch weiterhin meinen Einkaufskorb oder meine uralten Jutebeutel mit.

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wo steckt überall Plastik drin? Einstieg in die Verwirrung.

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als…

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als ich zu Hause meine Ausbeute näher begutachtete, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen: Ich bin reingelegt worden!

Aber jetzt noch einmal ganz von vorne. Mein erstes Ziel als plastikmeidende Konsumentin waren natürlich diverse Bioläden und Supermärkte. Entschlossen griff ich zu Pappschachteln, Papierbeuteln und Gläsern. Soweit so gut. Zu Hause angekommen wollte ich mich sofort über eine Packung Sojageschnetzeltes hermachen. Also riss ich die Pappschachtel auf und fand – drei Mal dürft ihr raten – in Plastik eingeschweißtes Soja. Mein Frust war riesig. Statt Verpackung zu sparen (früher griff ich immer zu Soja-Geschnetzeltem aus der Plastikverpackung), hatte ich doppelt so viel Müll produziert. Gleiches passierte mir bei drei weiteren Packungen. Immerhin hatte ich eines gelernt: Wenn man sicher gehen will, dass ein Produkt in einer Pappschachtel nicht doch noch eine zusätzliche Plastikschicht enthält, muss man es ordentlich schütteln. Der eine oder andere mag euch dabei vielleicht komisch anschauen, aber daran gewöhnt man sich – oder ihr fangt einfach mit der Packung in der Hand zu tanzen an. Das ist eine lohnenswerte, von mir erprobte Alternative.

Auch bei vermeintlichen Papierverpackungen muss man aufpassen. Einige sind innen noch mit einer Plastikfolie beschichtet. Das kommt zum Beispiel bei einigen Produkten wie Zucker, Tee oder Buchweizen vor. Dies kann man im Vorfeld leider ganz schwer feststellen. Wenn man die Verpackung ein wenig knautscht, hört man es unter Umständen. Auch ein Sichtfenster aus Plastik kann ein Hinweis darauf sein. Man muss allerdings aufpassen, dass man nichts kaputt macht, sonst muss man dafür zahlen. Oft hilft daher nur die Devise „Lerne aus deinen Fehleinkäufen!“ und der Vorsatz, die überflüssige Verpackung wenigstens zur Entsorgung im entsprechenden Laden zu lassen. In den meisten Supermärkten kann man Papier und Plastik in Recycling-Containern verstauen. Dann müssen sich die Betreiber mit dem Müllproblem auseinandersetzen. Wenn das viele Kunden machen, müssen die Supermärkte im Zweifelsfall sogar höhere Müllgebühren zahlen – und beim Geld hört für die meisten Unternehmen bekanntlich der Spaß auf.

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Der zweite große Schock kam für mich, als mir ein Bekannter davon erzählte, dass selbst meine geliebten Glasverpackungen nicht gänzlich ohne Plastik auskommen. Die meisten Deckel enthalten nämlich PVC. Das könnt ihr an der Gummierung auf der Innenseite des Deckels erkennen. Der einzige mir bekannte Hersteller, der darauf verzichtet, ist Zwergenwiese. Deren Aufstriche, Saucen und Senf-Sorten kann man also zum Glück reuelos genießen.

Aber was mache ich mit den restlichen Gläsern? Diese Frage quälte mich noch einige Tage. Das Problem ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht 100 Prozent plastikfrei bekommt. Seien es Speiseöl-Flaschen, die eine Gießvorrichtung aus Plastik haben, Essigessenz-Reiniger mit Plastikkappe oder mein geliebtes Kokosfett im Glas mit PVC im Deckel – manchmal findet man leider einfach keine vollkommen perfekte Alternative. Aus diesem Grund beschloss ich, mich zwar weiterhin nach Produkten umzusehen, deren Verpackungen gänzlich ohne Plastik auskommen und so viel wie möglich selbst herzustellen, aber ich drücke in den oben genannten Fällen gezwungenermaßen auch einmal ein Auge zu. Schade, dass es für die Verpackungsbestandteile keine Kennzeichnungspflicht gibt. Immerhin kann man Gläser und Flaschen wunderbar wiederverwenden – zum Beispiel als Soßen- und Speisenbehälter, als Windlicht oder um seine eigenen Limonaden, Smoothies oder Kräuteröle zu machen.

Wie seht ihr das? Haltet ihr meinen Kompromiss für faul? Und wie erkennt ihr, ob eine Verpackung tatsächlich plastikfrei ist? Vielleicht habt ihr ja noch den einen oder anderen Tipp für mich parat.

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Einkaufen auf die altmodische Art und Weise wird wieder modern

Heute kann ich euch voller Freude dieses Bio-Einkaufserlebnis vorstellen: Lunzers Maß-Greißlerei. Ich war schon bei der Eröffnung vor Ort und fühlte mich wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen. Überall tolle Bio-Produkte, unverpackt…

Heute kann ich euch voller Freude dieses Bio-Einkaufserlebnis vorstellen: Lunzers Maß-Greißlerei. Ich war schon bei der Eröffnung vor Ort und fühlte mich wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen. Überall tolle Bio-Produkte, unverpackt und zum selber dosieren.

In der heutigen Gesellschaft wird viel zu viel Plastik verwendet und um diesem Trend entgegenzuwirken, gibt es hier alles lose zu kaufen. Wie transportiere ich die Sachen dann nach Hause, werden sich jetzt einige fragen. Ganz einfach: In Pfandgläsern, die man vor Ort erwerben kann, in Papiersackerln oder in selbst mitgebrachten Gefäßen. Diese könnt ihr vor dem Befüllen bei der Kassa abwiegen lassen, damit ihr auch wirklich nur den Inhalt zahlt.

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Die Auswahl in der Lunzers Maß-Greißlerei ist groß – ob Gewürze, Öle, Marmeladen, Obst, Gemüse, Tiefkühlprodukte, Säfte, Bier, Wein, Brot, Getreide, Bohnen, Nudeln – alles ist in diesem charmanten Geschäft aufzufinden. Es gibt sogar Putzutensilien von Uni Sapon zu erwerben. Die Vorteile der Produkte dieses Herstellers sind leicht aufzuzählen: Rein pflanzliche Tenside, sehr leicht biologisch abbaubar, besonders hautfreundlich, gentechnikfrei, frei von synthetischen Duft- und Farbstoffen, ohne Konservierungsmittel und frei von petrochemischem Alkohol.

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Für das kulinarische Wohl in der Greißlerei wird auch gesorgt. Warme und kalte Speisen, einige davon vegan und roh und natürlich alle bio, können euch neben dem Einkaufserlebnis den Tag verschönern. Ich persönlich finde das Konzept hervorragend und muss gestehen, ich bin noch dazu begeistert, weil die Lunzers Maß-Greißlerei ganz in meiner Nähe gelegen ist! Ich warte schon seit Jahren sehnsüchtig darauf, dass in meiner Umgebung ein Bio-Geschäft aufmacht, und besser hätte man es wirklich nicht mehr umsetzten können. Also nichts wie hin!

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9:00 bis 19:00 Uhr, Sa 9:00 bis 17:00 Uhr
Heinestraße 35, 1020 Wien

Homepage: mass-greisslerei.at

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wieso, weshalb, warum

Leben ohne Plastik – wie soll das denn gehen? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Jahren ziemlich oft gestellt. Denn seit Anfang 2013 versuche ich ohne Plastikverpackungen auszukommen. Das klappt nicht…

Leben ohne Plastik – wie soll das denn gehen? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Jahren ziemlich oft gestellt. Denn seit Anfang 2013 versuche ich ohne Plastikverpackungen auszukommen. Das klappt nicht immer, aber immer öfter – und genau davon soll meine Kolumne handeln.

Ihr fragt euch, wie man auf so etwas kommt? Fangen wir einmal ganz von vorne an: Von Bananen in Plastikfolie und einzeln verpackten Chipstüten bis hin zu kostenlosen Plastiktüten, der Verpackungswahnsinn ist mir immer schon sauer aufgestoßen. Mein zugegeben etwas fauler Kompromiss: Die schlimmsten Auswüchse zu vermeiden und brav mit Jutebeutel einkaufen zu gehen, sonst aber nicht weiter über mein Handeln nachzudenken. Plastikverpackungen komplett zu vermeiden wäre mir nie in den Sinn gekommen – bis ich Werner Bootes Film Plastic Planet und eine Dokumentation über die österreichische Familie Krautwaschl und ihr Leben ohne Plastik sah.

Argumente gegen Plastik gibt und gab es immer schon viele – erinnert ihr euch an die „Jute statt Plastik“-Bewegung in den Siebzigern? -, aber selten wurden sie mir so deutlich vor Augen geführt wie in Plastic Planet. Die für mich wichtigsten Auswirkungen auf Umwelt und Mensch habe ich hier zusammengefasst:

Plastik verursacht Müll – egal wie man es drehen und wenden will. Selbst wenn man seinen Plastikmüll brav trennt, wird er nie komplett recycelt. In Deutschland und Österreich liegt die Recyclingquote zwar vergleichsweise hoch, doch selbst hierzulande werden laut Angaben der Europäischen Umweltagentur nur 62 beziehungsweise 63 Prozent recycelt – im Rest der EU ist es noch deutlich weniger. Trotz aller Recyclingbemühungen gelangt auch in unseren Gefilden immer noch genug Müll in die Umwelt – und genau damit beginnt das größte Problem: Plastik braucht einfach elendig lange um sich vollständig zu zersetzen. Als besonders schockierendes Beispiel führt einem das zum Beispiel der „Great Pacific Garbage Patch“ vor Augen, ein gigantischer Müllteppich im Nordpazifik. Die einzelnen Plastik-Bestandteile dieses Teppichs werden zum größten Teil von Land über die Flüsse hier hin gespült – viele legale und illegale Mülldeponien liegen in unmittelbarer Nähe zu Flüssen. Die Größe des „Great Pacific Garbage Patch“ wird auf einen Umfang von 700.000 bis 15.000.000 Quadratkilometer geschätzt. Man muss fast fragen: Wen wundert es, wenn zum Beispiel selbst eine kleine Plastikflasche bereits sage und schreibe 400 Jahre benötigt, um abgebaut zu werden? Plastiktüten, Netze und andere Kunststoffartikel kommen auf eine ähnlich lange Zeit und stellen eine große Gefahr für Meerestiere dar, die sich in ihnen verfangen und dort qualvoll verenden können.

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Bild: Thue / wikipedia.org

Besonders problematisch ist dabei, dass sich das Plastik in allerkleinste Nanopartikel auflöst – das so genannte Mikroplastik. Vor diesen winzigen Plastikteilen, die im Übrigen auch in Kosmetika und Zahnpasta zu finden sind, gibt es kein Entrinnen, noch nicht einmal Kläranlagen bekommen die Mini-Teilchen aus dem Wasser gefischt. Letztendlich landen sie in den Mägen von Vögeln oder Meerestieren, die daran auf schmerzhafte Weise verenden können – und finden dann durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten indirekt auch wieder den Weg in die Mägen der Menschen.

Noch ein wichtiger Punkt dürfte uns zu denken geben: Die vielen Zusatzstoffe im Plastik wirken toxisch auf Umwelt und Mensch. Sie lassen sich praktisch im Blut jedes Einzelnen von uns nachweisen und wirken ähnlich wie Hormone, weshalb sie das natürliche Hormonsystem empfindlich stören können. Unfruchtbarkeit, Übergewicht und sogar Krebs werden damit in Verbindung gebracht. Sind das fürs Erste genug Argumente?

Nachdem ich mich zum ersten Mal so bewusst mit diesen Fakten auseinandergesetzt hatte, war ich erschüttert. Viele Dinge hatten mir insgeheim gedämmert, aber selten hatte ich mein eigenes Verhalten so stark damit in Verbindung gebracht. Umso mehr beeindruckte es mich, mit welchem Tatendrang die besagte Familie Krautwaschl Plastik aus ihrem Alltag verdrängte. Auf einmal wusste ich: Es geht auch ohne Plastik. Am nächsten Tag ging ich in den Supermarkt, sah all die „liebevoll“ verpackten Dinge und ich wusste: Mir reicht’s!

So startete mein Projekt: Sechseinhalb Wochen wollte ich in der Fastenzeit auf Plastikverpackungen verzichten. Dafür gibt es „in Fachkreisen“ sogar schon einen Begriff: Plastikfasten. Die Resonanz meines Umfeldes war enorm. Auf all die neugierigen Fragen aus allen Ecken der Welt wollte ich unbedingt ausführlich antworten – und so entstand mein englischsprachiger Blog ingloriousplastics. Hier berichte ich über meine Erfahrungen, teile Tipps, Tricks sowie Koch- und Backrezepte.

Wie ihr seht: Das Plastikfasten hat mein Leben nachhaltig verändert. Das Thema hat mich auch nach dem „Fastenbrechen“ weiter beschäftigt und nach einer kurzzeitigen Rückkehr in alte Muster war ich mir sicher, ich möchte auch weiterhin so plastiklos wie möglich leben. Um meine Erfahrungen und Tipps noch stärker zu teilen und um euch einen ganz persönlichen Einblick in meinen chaotischen Alltag zu geben, möchte ich euch in meiner Kolumne „Mein (fast) plastikfreies Leben“ mit auf die Reise nehmen. Vielleicht wollt ihr in diesem Jahr auch einmal Plastikfasten? Könntet ihr euch das vorstellen?

Ich freue mich schon auf eure Kommentare!

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Immer besser werden

Menschen wollen immer besser werden. Jeder, überall und jederzeit. Dass das bei Weitem nicht so einfach ist, wie es klingt, weiß nach dem einen oder anderen Fehlversuch vermutlich auch (beinahe)…

Menschen wollen immer besser werden. Jeder, überall und jederzeit. Dass das bei Weitem nicht so einfach ist, wie es klingt, weiß nach dem einen oder anderen Fehlversuch vermutlich auch (beinahe) jeder. Dennoch sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, weil man erkannt hat, dass man auch etwas dafür tun muss und man nicht einfach von heute auf morgen beschließen kann, „perfekt“ zu sein. Es ist auch gar nicht notwendig, weil man bereits mit ganz kleinen Veränderungen im Alltag große Veränderungen im Inneren bewirken und so eine stetige Wechselwirkung anstoßen kann.

„Kaizen“ lautet das Zauberwort. Aus dem Japanischen kommend bezeichnet dieser Begriff eine Lebensphilosophie, deren Kern das unaufhörliche Streben nach Verbesserung auf jeder erdenklichen Ebene bildet. Auf Basis dieses Konzepts wurde inzwischen sogar ein Managementsystem entwickelt, das in der westlichen Wirtschaft großen Anklang findet. Aber auch im privaten Bereich kann „Kaizen“ zum Inbegriff der persönlichen Weiterentwicklung werden.

Was bietet sich für einen Start in ein „besseres“ nachhaltigeres Leben mehr an, als das neue Jahr? So viele Vorsätze, die um den Jahreswechsel gefasst werden, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt – und warum? Weil wir uns zu viel vornehmen. Weil wir Ziele formulieren, die ohne eiserne Disziplin kaum zu erreichen sind. Weil wir meistens viel zu ungeduldig mit uns selbst sind und beim ersten Rückschlag fast schon erleichtert aufgeben. Ein nachhaltigeres Leben zu führen ist ein guter Vorsatz. Denn er ist einfach umzusetzen. Es braucht keine besondere Disziplin dazu und auch keine spezielle Ausrüstung. Es geht lediglich darum, aktiv und aufmerksam durchs Leben zu gehen und gewisse Gewohnheiten zu ändern.

Das Wichtigste vorweg: Keine Angst vor dem großen Wort Nachhaltigkeit! Sich entsprechend zu verhalten bedeutet schließlich keineswegs, dass man ab sofort nur mehr mit Jutebeutel bewaffnet Mantras singend zwischen Räucherstäbchen umhertanzen, auf Bambus herumkauen und der Enthaarung jeglicher Körperstellen abschwören muss. Das kann man natürlich gerne machen, wenn es der eigenen Persönlichkeit entspricht, man muss aber nicht. Ganz im Gegenteil – man kann das Thema Nachhaltigkeit auch ganz „unauffällig“ in das eigene Leben integrieren, ohne gleich zum Missionar zu werden.

Es gibt eine Vielzahl an Themen, die jeder Mensch jederzeit und überall ohne große Anstrengungen angehen kann. Um nur ein paar unmittelbar umsetzbare Beispiele zu nennen:

Mülltrennung: Selbstverständlich ist es bequem, sämtliche Abfälle in einen einzigen Müllbeutel zu packen. Es ist allerdings auch nicht viel umständlicher, Müll zu trennen. Dabei kann jeder selbst über die Intensität entscheiden. Altpapier, Glas, Dosen, PET-Flaschen, Biomüll, etc. – von Sondermüll ganz zu schweigen. Womit fängt man am Besten an? Der Weg zur richtigen Mülltrennung kann schrittweise erfolgen. Wichtig ist nur, den ersten Schritt zu wagen. Sucht euch einen Bereich aus, den ihr ab sofort trennen wollt. Denn glaubt mir, der nächste Altglas-Sammelbehälter ist nicht so weit entfernt, wie ihr vielleicht denkt.

Verzicht auf unnötiges Verpackungsmaterial, sowie Dosen und Plastik generell: Geht ab sofort aufmerksam durch den Supermarkt oder Drogeriemarkt. Neben den bunten doppelt und dreifach verpackten Flaschen und Tiegeln sind bestimmt auch weniger oder anders verpackte Produkte zu finden. Lasst den Verpackungsmüll als Signal im Geschäftslokal zurück. Wenn ihr Produkte in Gläsern kauft, habt ihr nach deren Verbrauch immer hochwertige, hygienische Vorratsbehälter zuhause und seid nicht auf Kunststoff-Behälter angewiesen.

Saisonalem und regionalem Obst und Gemüse den Vorzug geben: Die Lebensmittel schmecken durch die Ernte in reifem Zustand und die wesentlich kürzere Lagerung nicht nur besser und beinhalten mehr Vitamine und Nährstoffe, sondern schonen auch die Umwelt, weil die Transportwege im Vergleich zu exotischen und nicht-saisonalen Lebensmitteln um ein Vielfaches kürzer sind.

Nur so viel einkaufen, wie man auch wirklich verbrauchen kann: XXL-Sparpackungen sind in den seltensten Fällen wirklich Sparpackungen. Fallt nicht weiter auf plumpe Werbetricks herein. Denkt bei begrenzt haltbaren Lebensmitteln lieber nochmals gründlich darüber nach, ob ihr diese Menge in absehbarer Zeit auch wirklich verbrauchen könnt – und wollt.

Lieber mal die Füße vertreten! Lasst das Auto auch mal stehen. Man muss sich für die zweihundert Meter zum Bäcker nicht zwangsläufig ins Auto setzen. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder eine kleine Ausfahrt mit dem Fahrrad hat noch niemandem geschadet. So tut ihr nicht nur euch, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Und das Brötchen schmeckt nachher gleich viel besser!

Was sind eure Vorsätze für das neue Jahr? Habt ihr euch auch Bereiche vorgenommen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben?

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