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Schlagwort: vegetarisch

Tübingen – Studieren in Grün oder: Was die jüngste Stadt Deutschlands so besonders macht

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so…

„Diebenga isch ja so schee!“ – ein Satz, den ich während meines Studiums immer wieder von Nicht-Tübingern gehört habe. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was an Tübingen eigentlich so schön sein soll, denn ich verband mit der Stadt immer hartes Studium, Einbahnstraßen und besetzte Hippiehäuser. In den Semesterferien wehten die Steppenhexen durch die Innenstadt, weil alle Studenten zu ihren Eltern gefahren waren. Ich, deren Eltern ab dem zweiten Semester im Ausland lebten, war gefühlt der einzige Mensch. Der Mensch, dessen Schritte einsam durch die kopfsteingepflasterte Altstadt hallten. Tübingen – von meinen Freunden und mir liebevoll Trübingen genannt – dieses grauenvoll langweilige Tor zur Albhölle. Wir fragten uns, warum wir nicht hip sein konnten und bereuten, dass wir uns aufgrund unserer postabiturialen Abnabelungsproblematik nicht vernünftigerweise in Berlin, Hamburg, München oder einer anderen coolen Stadt beworben hatten. Stattdessen wollten wir lieber in erreichbarer Nähe des Elternhauses bleiben und saßen somit in diesem schwäbischen Kehrwochenprovinzkaff fest, in dem man resignierend dankbar klatschte, weil irgendwann ein H&M eröffnete. Wir saßen in dieser Stadt, die durch ausländische Studenten, die in riesigen steinernen Vagina-Skulpturen hängen bleiben, in die internationalen Medien gelangt war.

Neckarfront. Foto: Werner Arnold

Nachdem ich mit dem Studium endlich fertig und somit aus Tübingen weggezogen war, fing ich aus unerklärlichen Gründen plötzlich an, diese Stadt zu vermissen. Ich vermisste es, im Sommer auf der Neckarmauer zu sitzen und ein Eis der besten Eisdiele Tübingens zu essen. Nachts im Stocherkahn – und Stocherkähne gibt es nur in Tübingen – zu liegen, dabei die Sterne zu beobachten, den leisen Wellen des Neckars zu lauschen und einfach mit Freunden durch die Nacht zu quatschen. Mir fehlte, schnell und sicher mit dem Fahrrad zu Kommilitonen zu fahren. Völlig problemlos. Na ja gut, völlig ist übertrieben – immerhin hat Tübingen auch durch seine Hügel einen gewissen Bekanntheitsgrad auf Youtube erlangt (Stichwort: Tübingen, warum bist du so hügelig). Vielleicht lag es auch daran, dass ich durch einen Zufall nun wirklich auf der Alb gelandet war, sprich: das Tor zur „Albhölle“ hatte ich durchschritten. Trotzdem begann ich langsam zu verstehen, was an Tübingen „so schee“ ist und warum man auf der Alb meinte, ich käme aus der „Ökostadt“…

Die Neckarmauer

Tübingen liegt 35 Kilometer südlich von Stuttgart und hat rund 85.000 Einwohner, deren Altersdurchschnitt mit 39 Jahren der niedrigste in ganz Deutschland ist. An der Uni Tübingen gibt es fast 30.000 Studenten aller Fachrichtungen, die sich im Sommer in den Cafés der Stadt tummeln. Zwar befand sich Tübingen im Jahr 2013 auf Rang 6 der teuersten Städte Deutschlands, was die Mietpreise betrifft. Die Stadt hat aber dennoch einiges vorzuweisen, was sie für junge Menschen attraktiv macht. Hierzu gehört beispielsweise die gute Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel, was unter anderem der Arbeit des Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), der dazu steht, ein „Öko-Spießer“ zu sein, zu verdanken ist. Da dieser aber nur der OB Tübingens und nicht derjenige der angrenzenden Städte ist, hört die gute Infrastruktur leider mit dem Ortsschild auf. Will man aus Tübingen raus, braucht man Zeit und gute Nerven. Ich spreche aus Erfahrung, ich bin immerhin drei Jahre gependelt. Aber das empfindet natürlich jeder anders.

Autos kommen nicht weit

Das Französische Viertel wurde vom Spiegel unlängst als grüne Hölle bezeichnet. Ja genau, das Französische Viertel, wo gutsituierte Erstlings-Mütter zu ihrem handgewalkten Dinkelschrot-Brötchen Soja-Latte trinken, während ihre Kinder gut betreut untergebracht sind. Familienfreundlichkeit schreibt man in Tübingen groß. Immerhin hat die Stadt die höchste Betreuungsquote für Kleinkinder in Baden-Württemberg vorzuweisen. Die an moderne Wohnhäuser angrenzenden kontrastiven Wagenburgen prägen das Bild des Französischen Viertels. Studenten wohnen hier wenige. Die finden sich eher im Stadtteil Waldhäuser-Ost, kurz: WHO. Schön ist es dort allerdings nicht, außer wenn man die trist-grauen Hochhäuser nicht von außen betrachtet, sondern hineingeht und von dort die Aussicht über Tübingen genießt. In Anbetracht der Mietpreise sind diese Wohnblöcke allerdings für viele die einzige Möglichkeit, in Tübingen zu wohnen. Wer zum WHO mit dem Fahrrad fährt, ist natürlich schon ein fortgeschrittener Tübinger. Normale Menschen nehmen hier den Bus. Das Semesterticket ist ebenfalls bezahlbar, auch wenn es jedes Jahr teurer wird (2005: 35,10 Euro, 2015: 78,90 Euro). Dennoch, diese 13 Euro im Monat kann man verschmerzen.

Innenstadt. Foto: Werner Arnold

Als Autofahrer kommt man in Tübingen ohnehin nicht weit. Als Fahrradfahrer hat man es umso leichter. Beim Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) landet Tübingen in der Gruppe von Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern landesweit auf dem ersten Platz der fahrradfreundlichsten Städte. Bundesweit steht die Stadt auf Rang sechs von 100 Städten ähnlicher Größe. Und so habe sogar ich, als beispiellose Repräsentantin der schwäbischen Liebe zum Automobil, mir in Tübingen ein Fahrrad zugelegt. Und dann nochmal eines. Und nochmal eines. Denn hier kommen Fahrräder leider auch mal abhanden. Meine wurden beide aus einer verschlossenen Tiefgarage gestohlen. Aber in Tübingen ist man da nicht so. Man gibt ja gerne! Das zeigt sich auch darin, dass man in Tübingen jederzeit kistenweise Sachen auf die Straße stellen kann. Versehen mit einem „Zu verschenken“ Zettel findet hier wirklich alles schnell neue Besitzer. Modernes Recycling. Verschenken statt wegwerfen. In keiner anderen Stadt habe ich das in so ausgeprägter Form erlebt.

Veni, vidi, vegi – ich kam, sah und… aß vegetarisch!

Aber zurück zum Fahrrad, mit dem ich locker in die Innenstadt komme, wo ich mich mit Freunden zum Kaffeetrinken treffen kann. Soja-Cappuccino versteht sich, denn in Tübingen haben Vegetarier und Veganer ein leichtes Leben. Mehrere Bioläden verteilen sich über die Stadt und auch vegane Cafés gibt es, wie beispielsweise das Vegi in der Kornhausstraße. Den besten veganen Hotdog bekommt man übrigens bis spät in die Nacht im Rock and Dog in der Mühlstraße. Daneben befindet sich der Imbiss Kasvis, welcher ausschließlich vegane Leckereien verkauft.

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Rock and Dog, Mühlstraße. Foto: Patrick Rädler

Das Tübinger Nachtleben bietet vor allem gemütliche Kneipen und Bars. Und unter uns: wer seine gekleiderkreiselten Prada-High-Heels präsentieren möchte, findet sicher im Top 10 in der Südstadt ein paar Claqueure.

Auch in Tübingen ist nicht alles im grünen Bereich: Die Affenversuche

2014 erlangte die Stadt durch einen Bericht bei Stern TV traurige Berühmtheit. Es war die Rede von barbarischen Versuchen an Rhesusaffen, die an drei Tübinger Instituten stattfinden. Untermauert wurde dieser Vorwurf durch Videoaufnahmen, die heimlich gedreht worden waren. Tübingen ist eine der letzten vier deutschen Städte, in denen diese Versuche noch durchgeführt werden. In allen anderen Städten wurden sie abgeschafft und von den Behörden wegen ihrer Grausamkeit verboten. Gerade eine Stadt, in der so viele Querulanten und Freidenker unterwegs sind, spürt die Konsequenzen. Einige Wochen nach der TV-Ausstrahlung zog ein großer Demonstrationszug mit 1.200 Teilnehmern durch die Stadt. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat hiernach das Max-Planck-Institut durchsuchen lassen. Der Verdacht: Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Wie die Sache ausgeht, ist ungewiss.

Tübingen erlebt sein blaues Wunder

Nichtsdestotrotz bleibt Tübingen in vielen Köpfen eine Ökostadt. „Tübingen macht blau“ lautet das Motto einer Klimaschutzkampagne, die 2008 von Boris Palmer ins Leben gerufen wurde. 10 % weniger CO2 bis 2010 war das Ziel und alle Bürgerinnen und Bürger sollten dabei helfen. Das Resultat sind 18 % weniger CO2 pro Kopf im Jahr 2013 gegenüber 2006, 10.000 Ökostrom-Kunden der Stadtwerke Tübingen, immer mehr Menschen, die Carsharing betreiben und vieles mehr. Das neue Ziel sind weitere 25 % bis 2022.

Die bunte Mischung

Ich für meinen Teil finde Tübingen keinesfalls grün. Für mich ist Tübingen bunt. Ob Hippies, Snobs, Punks, Hipster, Akademiker, Nerds oder Dinkelschrotmütter, in keiner anderen Stadt sind mir so unterschiedliche Menschen begegnet, die trotzdem ein Miteinander geschaffen haben, in dem sich jeder wohl fühlt. Und welcher andere Oberbürgermeister führt seinen Wahlkampf schon vor Ort beim Wähler in einer Studenten-WG?

Neckarfront

Ich freue mich jedenfalls auf den Sommer und auf ein Eis, das ich dann auf der Neckarmauer sitzend genießen kann, während zu meinen Füßen die Stocherkähne über das Wasser fahren. Im Winter komme ich dann nochmal, zur chocolART – Deutschlands größtem Schokoladenfestival. Natürlich nur, wenn die Witterung zulässt, dass es die Postkutsche von der Alb nach Tübingen schafft.
Die darf ja auch in die Umweltzonen.

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Grießbrei 2.0

Oder: Eine Delikatesse aus Kindheitstagen erwacht zu neuem Leben Als ich noch klein war, hat mir meine Mama oft Grießbrei der Marke Himmeltau mit geraspelter Schokolade und einem kleinen Klecks…

Oder: Eine Delikatesse aus Kindheitstagen erwacht zu neuem Leben

Als ich noch klein war, hat mir meine Mama oft Grießbrei der Marke Himmeltau mit geraspelter Schokolade und einem kleinen Klecks Butter gemacht. Später hab ich dann ehrlich gesagt ganz auf dieses simple und köstliche „Wohlfühlessen“ vergessen. Erst vor kurzem habe ich Grießbrei wieder für mich entdeckt.

Kennt ihr das, wenn man bestimmte Lebensmittel oder Gerichte nie isst und einfach vergisst, dass sie überhaupt existieren? So ging es mir mit Grießbrei. Doch dann hatte ich vergangenen Sommer ziemliche Probleme mit meinem Bauch und habe nur noch breiige Sachen gut vertragen. Da kam er natürlich wie gerufen, der liebe Grießbrei. Weil ich aber mittlerweile ziemlich gesundheitsbewusst und auch überwiegend vegan lebe, gibt es ein paar kleine Änderungen zum Brei von früher: Grießbrei 2.0 eben.

Grießbrei 2.0 – So esse ich ihn am liebsten

Meistens bereite ich den Brei aus Dinkelgrieß zu, weil ich diesen besser vertrage. Und statt Kuhmilch nehme ich eine Mischung aus Wasser und Sojamilch – meist im Mischverhältnis 1:2. Das ist die Basis. Die Variationen sind facettenreich. Meine Lieblings-Version möchte ich euch jetzt hier vorstellen: Schoko-Grießbrei mit Banane. Diese „verfeinerte“ Grießbrei-Version ist ebenfalls im Handumdrehen zubereitet. In die Brei-Mischung (bestehend aus circa 1/4 Liter Pflanzen-Milch und 30 Gramm Grieß) einfach ein bis zwei Stück vegane Schokolade (z.B. Conscious Chocolate) einrühren. Die Banane schneiden und auf den noch warmen Brei legen. Mit etwas Zimt bestäuben, fertig!

 

So werdet ihr zum Grießbrei-Profi

Ich mache den Brei nie nach Rezept, sondern immer nach Gefühl. Meistens wird er dann genau so, wie ich ihn gerne mag. Und weil die einen ihn breiiger, die anderen flüssiger mögen, würde ich euch auch empfehlen: Findet durch Ausprobieren heraus, welches Mischverhältnis euch persönlich am besten schmeckt. Generell kann ich aber raten: Lieber erst weniger Grieß nehmen, denn mehr Grieß kann man immer noch einrühren.

Wichtig: Topf und leer gegessene Schüssel immer sofort auswaschen! Denn eingetrockneter Grieß ist einfach nur fies auszuwaschen.

Ich wünsche euch gutes Gelingen!

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front food: Fast Food-Restaurant des 21. Jahrhunderts in Linz

Mitte November eröffnete in Linz, in der Pfarrgasse 20, das Fast Food-Restaurant front food. Auf der Speisekarte finden wir das, was wir in einem Schnellrestaurant erwarten: Burger, Nuggets, Pommes, Muffins…

Mitte November eröffnete in Linz, in der Pfarrgasse 20, das Fast Food-Restaurant front food.

front food © victoria

Auf der Speisekarte finden wir das, was wir in einem Schnellrestaurant erwarten: Burger, Nuggets, Pommes, Muffins und Ähnliches. Die Unterschiede zu allen anderen Fast Food-Restaurants in dieser Stadt – die Speisen sind bio, fair und rein pflanzlich, das Verpackungsmaterial hundertprozentig kompostierbar und alle Angestellten bekommen den gleichen Lohn. Ein Restaurantkonzept ohne Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur, mit viel Innovation und Kreativität für einen zeitgemäßen und nachhaltigen Genuss im 21. Jahrhundert.

front food © victoria

Neben Speisen und Getränken zum Mitnehmen lädt die helle und sehr ansprechende Innenausstattung zum Verweilen ein, mit Steckdose an jedem Sitzplatz, kostenlosem Internetzugang und angenehm großen Tischen entsteht hier Raum zum Arbeiten oder für eine ausgedehnte Pause. Gratulation also an front food-Gründer Bernhard Falkner, der gemeinsam mit seinem Team dieses erstaunliche Projekt realisierte und Linz dadurch kulinarisch bereichert. Am Eröffnungstag nutzten viele die erste Gelegenheit für Burger und ähnliche Köstlichkeiten aus dem front food, ich persönlich wurde von Chiiesy Burger, Pommes Frites, Nuggets und Cola satt und glücklich!

Begeistert dich dieses Konzept für ein Fast Food-Restaurant auch?

Die Website von front food lautet: www.frontfood.at

Auf Facebook folgen könnt ihr front food hier: www.facebook.com/frontfood

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Vegane Superfoods – Super lecker!

Ein Kochbuch mit einem Making-Of-Video? Vielleicht ist es auch ein Fotoband. Oder ein Reisebericht. Oder von allem ein bisschen. Von allem das Beste ist das Ergebnis meiner Rechnung (die gebundene Ausgabe…

Ein Kochbuch mit einem Making-Of-Video? Vielleicht ist es auch ein Fotoband. Oder ein Reisebericht. Oder von allem ein bisschen. Von allem das Beste ist das Ergebnis meiner Rechnung (die gebundene Ausgabe „Vegane Superfoods“ von Surdham Göb kostet im Handel um die 19,90 Euro). Dieses Buch war mein Glücksfall des noch jungen Jahres und ihr sollt erfahren warum.

Seit einigen Jahren sprießen auf der Kochbuchlichtung im großen Buchmarktwald immer mehr vegetarische und vegane Rezeptsammlungen aus dem Boden. Das ist gut so und ich versinke auch gerne in der Buchhandlung meines Vertrauens, um in den vielen Schönheiten zu blättern. Selten aber kaufe ich eines. Oft gleichen die Rezepte einander zu sehr, als dass es sich lohnte das eine, tolle Buch in meinem Schrank durch ein neues zu ergänzen. Manchmal, und das ist das Schlimmste, das einem Kochbuch passieren kann, sind die Bilder einfach nicht schön. Nicht schön bis latent unappetitlich. Bücher dieser Art schlage ich sofort wieder zu. Vielleicht liegt es an meinem ausgeprägten Faible für gute Foodfotografie, aber mal ehrlich: Ein Kochbuch mit schlechten Bildern? Wer liest das gern?

Sammlungen, die ihren Fokus darauf legen, zu zeigen mit welchen Zutaten man Fleisch möglichst unauffällig ersetzen kann, langweilen mich auch schnell. Sie haben ihre Berechtigung, keine Frage. Ich aber möchte kochen und Geschmäcker entdecken, ohne das Fehlen von Fleisch (und anderen tierischen Produkten) kaschieren zu müssen. Gut, nun wisst ihr, was mich ein Veggie-Kochbuch wieder ins Verkaufsregal stellen lässt. Aber ich habe ja eines gekauft. Warum? Liebe auf den ersten Blick. Nee, das ist zu pathetisch. Hunger auf den ersten Blick. Appetit. Und ein höher schlagendes Fotografinnenherz. Das mag es gewesen sein. Surdham Göb hat mit seinem Team ein durch und durch besonderes Bucherlebnis geschaffen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon einige furchtbar leckere Rezepte ausprobieren konnte, die weder meinen Geldbeutel noch mein Zeitkonto noch meine Kochkünste überstrapaziert haben (ich empfehle besonders: Veggy-Burger mit Avocadocreme auf Seite 106). Außerdem ist es schon ein Genuss dieses Buch durchzublättern und auf jeder Seite neu zu denken „Oh mein Gott, wie schön!“ und zu spüren, wie viel Herzblut in diesem Konzept steckt.

Großartige Fotografie von Oliver Brachat (übrigens auch gelernter Koch) nimmt mich mit nach Bali, wo dieses Buch entstanden ist und auf einmal finde ich mich auf einem riesigen Markt wieder, bin überwältigt von den Farben und Gerüchen, höre Menschen lachen und möchte mich mit dem Koch auf das Moped schwingen um den Rest des Tages in der kleinen, improvisierten Küche zu verbringen. Ja, dieses Buch ist auch ein bisschen Reisebericht. Der Bericht einer Lebensreise durch viele kulinarische Welten und Surdham Göb ist nicht gerade geizig mit seinen Inspirationen. Gut für mich, denn wenn ich irgendwann mal wieder keine Lust habe zu kochen, habe ich jetzt ein kleines Wundermittel im Schrank stehen. Ich bin ich einfach nur begeistert. Vielleicht seid ihr es ja auch bald.

Für alle, die einen Ausflug nach München für machbar halten: Surdham Göb lebt hier und erteilt Kochkurse sowie Vorträge über veganes Kochen und nachhaltige Lebensführung. Zu guter Letzt: Schaut euch das Video an, es spiegelt so sehr die Atmosphäre des Buches wider. Aber Achtung: Fernwehgefahr. Lasst es euch schmecken!

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Empfehlungen für kritische Leseratten Für den August habe ich für euch ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Buch über Ernährung ausgewählt. Der Bestseller von Armin Risi und Ronald Zürrer heißt „Vegetarisch leben…

Empfehlungen für kritische Leseratten

Für den August habe ich für euch ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Buch über Ernährung ausgewählt. Der Bestseller von Armin Risi und Ronald Zürrer heißt „Vegetarisch leben – Vorteile einer fleischlosen Ernährung“ – der Titel ist Programm. Der Inhalt ist positiv formuliert und liest sich leicht, ideal auch als Lektüre am See oder für Zwischendurch. Ich habe das Buch bereits vor einigen Jahren gelesen, als ich bereits Vegetarierin war, und blättere auch heute noch gerne die Seiten durch. Bevor es mir mein Papa schenkte, ließ er es von Armin Risi signieren. Dieser schrieb auf die erste Seite den fröhlichen Spruch: „Vegetarisch leben macht Kinder froh und Erwachsene ebenso und die Tiere sowieso.“ Die beiden Autoren verbrachten bereits mehrere Jahre als Mönche, sind Philosophen und leben als eingefleischte Vegetarier in Zürich.

Dieses Buch ist Ausdruck eines bewussten Lebensstils und bezeichnet sich selbst als informatives Grundlagenbuch sowohl für Vegetarier als auch für kritische Fleischkonsumenten. Es ist unterteilt in sechs Kapitel, die sich mit Themen von gesundheitlichen Aspekten über ethische Gründe bis zu Vegetarismus in Weltreligionen befassen. Im Anhang ist außerdem eine ausführliche Liste vegetarischer Kochbücher und Restaurants im deutschsprachigen Raum, man kann ebenso die Kontaktdaten verschiedener Vegetarierorganisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachlesen. Um neben dem sachlichen Teil den Inhalt etwas aufzulockern, befasst sich zwischen durch ein Kapitel mit prominenten Vegetariern, deren Zitaten und Ähnlichem.

Ich glaube, die gesundheitlichen positiven Auswirkungen auf unseren Körper mit fleischloser Kost sind mittlerweile unumstritten. Heutigen Zivilisationskrankheiten, zu denen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Rheumatismus gehören, kann so langfristig vorgebeugt werden. Was jeden Vegetarier erfreulich stimmen wird, ist, dass in diesem Buch einfach erklärt wird, warum man sich weder um den Eiweißmangel, Eisenmangel noch um den Mangel an Vitamin B12 sorgen muss, bloß aufgrund der Tatsache, dass man kein Fleisch auf dem Teller hat. Diese Themen gehören nämlich einem viel differenzierterem Blick unterzogen. Generell sollte sich meiner Meinung nach jeder, der sich mit seiner Ernährung beschäftigt, damit auseinander setzen. Denn durch den alleinigen Fleischverzehr sind noch lange keine B12-Vorräte geschaffen.

Des Weiteren wird auch das kontroverse Thema Welthunger in Angriff genommen. „Weltweit sind über eine Milliarde Menschen permanent schwer unterernährt und vom Hungertod bedroht. In vielen dieser Länder werden auf den landwirtschaftlichen Flächen jedoch große Mengen an pflanzlicher Nahrung angebaut und in die Industrieländer exportiert, um dort als Mastfutter für Schlachttiere Verwendung zu finden.“ Ich kann dem Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen – Jean Ziegler, von dem wir in dieser Buchreihe übrigens noch öfter hören werden – leider nur beipflichten, wenn er sagt: „Die Erde könnte problemlos zwölf Milliarden Menschen hinreichend ernähren. Hunger ist kein Schicksal. Hinter jedem Opfer steht ein Mörder.“

Auf einigen Seiten kann man sich auch hinreichend über die Fleischproduktion und Tiermisshandlungen informieren, darauf möchte ich hier jedoch nicht näher eingehen. Wenn wir von Ethik und Moral sprechen, so kann man bestimmt endlos darüber diskutieren. Da es am Ende des Tages an jedem selbst liegt, eine Entscheidung zu fällen, finde ich folgende Frage berechtigt und sehr wichtig: Ist das vermeintliche Leid, das ich mir durch den Verzicht auf Fleisch bereite, größer als das Leid der Tiere, die getötet werden müssen, damit ich ihr Fleisch kaufen und essen kann?

Töten Vegetarier nicht ebenfalls Lebewesen? Diese und ähnliche Frage bekam ich schon oft von meinem Umfeld gestellt, so treffende und wahre Antworten wie in diesem Buch fielen mir allerdings nie ein. Um euch hiervon jetzt nicht zu viel zu verraten, lest doch einfach selbst nach. Das Beste an diesem Werk ist nämlich, dass nicht nur der Verkaufspreis besonders niedrig ist, da die Autoren auf jegliches Honorar verzichten. Abgesehen davon, kann man es kostenlos online auf folgender Internetseite nachlesen: vegetarischleben.ch

Also, worauf wartet ihr noch?

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Blogvorstellung: Wo geht’s zum Gemüseregal? (mit Rezept!)

Üblicherweise hängen an den pflanzlichen Bewohnern von Gemüseregalen ja leider keine Rezeptvorschläge. Das ist beim virtuellen Gemüseregal von Franzi ganz anders: Die 29 Jahre alte, vegane (fast – wenn nur…

Üblicherweise hängen an den pflanzlichen Bewohnern von Gemüseregalen ja leider keine Rezeptvorschläge. Das ist beim virtuellen Gemüseregal von Franzi ganz anders: Die 29 Jahre alte, vegane (fast – wenn nur der Ziegenkäse nicht wäre) Gemüseliebhaberin aus dem Norden Deutschlands stellte vor knapp vier Jahren ihren veganen Rezepteblog ins Netz, und der präsentiert vom Auberginen-Tofu-Burger bis zum Spargel-Erdbeer Salat so ziemlich alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Die Zusammenstellung der Zutaten ist kreativ und zumeist einfach nachzubereiten und findet sich so sicherlich nicht in jedem Kochbuch. Belohnt wird Franzis kulinarische Freigebigkeit daher auch mit monatlich über 10.000 Besuchern.

Besonders angenehm in der Gestaltung des Blogs ist die Bereitstellung von Kategorien, angefangen mit „Allgemein“ über „Gemüsekiste“, „Hauptgerichte“ und „Rohkost“ und vielen mehr bis hin zum „Winter“. Für die Rubrik „Weihnachtsspecials“ hatte sie die nette Idee, ein paar Gastblogger dazu einzuladen, ihre liebsten Spezialitäten aus der festlichen Jahreszeit zu teilen – dieses Konzept könnte Franzi in meinen Augen auch für die drei verbliebenen Jahreszeiten gerne übernehmen! So kann der hungrige User sich gezielt durch die wunderschön bebilderten Rezepte suchen oder sich auch einfach nur assoziativ beziehungsweise von A bis Z treiben lassen. „Schön bebildert“ meine ich übrigens auch so wie ich es sage, denn Franzi ist im Hauptberuf Fotografin – Hochzeitsfotografin, um genau zu sein – und weiß sehr genau, was sie da tut. Überzeugt euch selbst davon – sieht dieser sommerliche Nudelsalat nicht köstlich aus?

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Ich selbst könnte mich wahrscheinlich nur schwer entscheiden – der sommerliche Nudelsalat oder die scharfe Ziegenkäse-Pasta, beide Gerichte gehören nachgekocht und sind laut Franzi auch noch „Ratz Fatz fertig!“ -, doch für Franzi steht das Lieblingsrezept dieses Sommers bereits fest:

Kunterbunter sommerlicher Nudelsalat mit gegrillten Tomaten

Zutaten (Vier Portionen bei kleinem Hunger):

200g Pasta nach Wahl
1 große Hand voll Rucola
10 Cherrytomaten
2 Scheiben Brot
10 Blätter Basilikum
Olivenöl
Balsamico
Etwas Rohrohrzucker
Grobes Meersalz

Die Pasta wie vorgegeben kochen. In der Zwischenzeit den Rucola und die Basilikumblätter gründlich waschen und klein schneiden. Die Tomaten waschen, halbieren und auf ein Backblech legen. Mit einer Prise Zucker bestreuen und ungefähr zwei Esslöffel Balsamicoessig über die Tomatenhälften geben. Das Backblech nun für ungefähr zehn Minuten bei 200 Grad Celsius und Ober-/Unterhitze mit Grillfunktion in den Ofen geben. Die fertigen Nudeln durch ein Sieb abschütten und in einem Topf mit etwas Olivenöl vermischt abkühlen lassen.

Das Brot in kleine mundgerechte Stücke schneiden und in Olivenöl schön knusprig braten. Den Rucola und den Basilikum nun in eine große Schüssel geben, die Nudeln dazu und mit Olivenöl und Balsamico, sowie grobem Meersalz abschmecken. Die fertigen und warmen Tomaten und das geröstete Brot über den Salat geben und gut miteinander vermengen. Fertig ist der kunterbunte sommerliche Nudelsalat mit gegrillten Tomaten.

Guten Appetit – ihr wisst ja nun wo’s hier zum Gemüseregal geht!

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Eli kocht vegan: Tofu als Basis für Mousse au Chocolat

Das ist vielleicht für einige schwer vorstellbar, ein veganes Schoko-Mousse auf Tofu-Basis. Vor mittlerweile drei Jahren, als ich versuchte von der vegetarischen Ernährung vermehrt zur veganen überzugehen und auch meinen…

Das ist vielleicht für einige schwer vorstellbar, ein veganes Schoko-Mousse auf Tofu-Basis. Vor mittlerweile drei Jahren, als ich versuchte von der vegetarischen Ernährung vermehrt zur veganen überzugehen und auch meinen Speiseplan erweitern wollte, habe ich einen Kochkurs mit dem klingenden Namen „Tofu, Seitan und Tempeh“ besucht. Die meisten der Gerichte, die wir als Hauptspeisen kochten, kannte ich vorher schon, doch das Mousse war für mich neu und ist seitdem eines meiner Lieblingsdesserts. Von der Vielzahl der erhältlichen Tofu-Varianten kannte ich vorher auch nur die schnittfesten in normaler oder geräucherter Art beziehungsweise mit allen möglichen Gewürzen und anderen Zutaten. Der Seidentofu ist viel weicher und eignet sich auch als Basis für vegane Dips und Saucen (zum Beispiel Aioli) und veganen Käsekuchen. Das eine oder andere Rezept mit Tofu werde ich hier noch vorstellen – also dranbleiben, nachkochen und genießen.

Beim ersten Nachkochen war mein Freund Cj noch etwas skeptisch, als der vegane Aspekt in Form von Tofu in Spiel gekommen ist – ob das wieder eines meiner Experimente sei, die manchmal von ihm als „interessant“, teilweise als „gewagt“ und selten aber doch als „genial“ bezeichnet werden. Das Mousse fiel nach einer ersten Verkostung in letztere Kategorie. Cj gefällt es, dass es leichter schmeckt als herkömmliche, weniger fettig, aber trotzdem sehr schokoladig, und man dadurch mehr davon essen kann – solange noch etwas da ist! Schon des Öfteren haben wir uns fast gestritten, wer die letzten Reste aus den Mixgefäß herausschlecken darf.

Wenn sich Besuch ankündigt, mache ich dieses Dessert gerne, da es sehr schnell zubereitet ist, nicht einmal fünf Minuten dauert es und es ist fertig, und ab in den Kühlschrank damit. Den Gästen sage ich zuerst nicht, worum genau es sich handelt, da doch der eine oder andere Vorurteile gegenüber normalem Tofu hegt (im besten Fall „geschmacksneutral-langweilig“, „komische Konsistenz“) – erraten woraus die Mousse ist, hat soweit noch niemand. Geschmeckt hat es allen. Darüber gefreut, dass sich in dieser Mousse keine rohen Eier oder Gelatine befinden, haben sich schon so manche FreundInnen.

Rezept (eifrei, laktosefrei, glutenfrei, nussfrei)

Zutaten:
400g Seidentofu (z.B. von Demeter, erhältlich in Bio-Supermärkten wie Basic, Alnatura, etc.)
100g dunkle Schokolade (wenn vegan gewünscht wird, dann Schokolade ohne Milch, z.B. von Alnatura, GEPA oder Viana)
6 EL Rohrzucker
Nach Belieben etwas Vanille (aus einer Schote), ein Schuss Rum, Deko (wie Physalis, Kiwispalte, Mangosauce, etc.)

Werkzeug:
Stabmixer oder ähnliches zum schnellen und gründlichen Pürieren

Anleitung:
1. In einem Topf etwas Wasser erhitzen und die Schokolade in einer Tasse im Wasserbad schmelzen, dabei zwischendurch hin und wieder umrühren. Sobald die Schokolade schmilzt, den Rohrzucker dazugeben, nach Belieben etwas Vanille (bevorzugt aus einer Vanilleschote) oder einen Schuss Inländer-Rum dazu unterrühren für den Geschmack.
2. Den Seidentofu aus dem Kühlschrank öffnen, und falls sich etwas Flüssigkeit oben gebildet hat, diese vorsichtig abgießen. Den Tofu in Stücke schneiden und in einen Mixbecher geben. Kurz mit einem Stabmixer pürieren und dann muss es schnell gehen, da die Schokolade beim Auskühlen wieder fest wird: die Schoko-Zucker-Masse zum Seidentofu gießen und weitermixen bis alles cremig ist. Fertig – ab in den Kühlschrank. Es würde sich prinzipiell dort auch ein paar Tage halten, soweit ist es bei mir allerdings nie gekommen. Schwupps war alles leergeschleckt. Falls die Konsistenz noch fester gewünscht ist, einfach eine winzige Prise Johannisbrotmehl oder Guakernmehl mitmixen (zum Beispiel als Bindino erhältlich).
3. Die gut gekühlte Mousse au Chocolat anrichten: Mit einem Löffel Nockerl ausstechen, in Schälchen oder Teller geben und nach Belieben dekorieren (zum Beispiel mit einer Physalis, Kiwispalte, oder etwas Mangosauce).
4. Einen guten Appetit!

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Servus, meine lieben Völleristen! Keine Ahnung, ob es diesen Begriff gibt, aber er passt ganz gut. Das Augustin Mitten im „wunderschönen“ fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk, auch bekannt als Rudolfsheim-Fünfhaus, auf der…

Servus, meine lieben Völleristen! Keine Ahnung, ob es diesen Begriff gibt, aber er passt ganz gut.

Das Augustin

Mitten im „wunderschönen“ fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk, auch bekannt als Rudolfsheim-Fünfhaus, auf der ja nicht gerade für kulinarische Ergüsse bekannten Märzstraße, befindet sich schon seit einigen Jahren das Augustin. Anfänglich als eher normales Beisl gestartet hat es sich nun über die Jahre zu einem richtigen Schatz für die verschiedensten Menschen mit individuellen Ansprüchen entwickelt. So gibt es hier neben traditionellen Gerichten wie Filetsteak auch einiges an veganen und vegetarischen Gerichten, die sehr herausstechen und in dieser Form oft nicht einmal in speziellen, dafür ausgerichteten Lokalen zu finden sind.

Unter der Woche war das Augustin bisher vor allem als Abendlokal beliebt und bekannt, da es immer erst um 17 Uhr aufgesperrt hat. Vor kurzem hat sich aber auch das geändert: Ab 13 Uhr Mittags kann man jetzt beim sogenannten „Nachmittagskaffee“ das nette Lokal besuchen. Am Wochenende, sprich Samstag und Sonntag, gibt es sogar schon ab neun Uhr morgens den „Frühstückssalon“ der sich auch nochmal stark vom Abendgeschäft abhebt. Im Frühling und Sommer kann man die leckeren Schmankerln im kleinen aber feinen Gastgarten genießen.

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Bild: Das Augustin

Aber was steht nun eigentlich alles auf der durchmischten Speisekarte? Viele Speisen sind veganisierbar, andere bleiben so wie sind. Also gibt es für reine Pflanzenesser zum Beispiel Klassiker wie ein vegane Berliner Currywurst mit Pommes (sieht man in Wien ja auch nicht alle Tage) vegane, knusprige Tofu-Sticks und diverse Salate oder Snacks. Aber auch bei den Hauptmahlzeiten müssen wir nicht verhungern. Burger, Erdäpfelgulasch*, Grünkernbratlinge – hier geht es also eher deftig, aber doch gesund zu. Was das ganze natürlich noch besser macht: Man schmeckt gleich bei allen Gerichten heraus, dass hier mit hochwertigen Produkten gearbeitet wird und einiges davon soll auch Bio sein, was immer ein Pluspunkt ist.

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Bild: Das Augustin

Wer mehr der Frühstücksmensch ist hat aber auch beim Frühstückssalon genügend Auswahl. So gibt es zwar auch hier klassische Variationen mit Schinken und Lachs, aber auch das „Go Vegan“ und das „Carole“ – Tofuwrap, Salat, Avocado, Gurken, Haferbrei – und das um nicht mal acht Euro! Da darf man sich wohl nicht beschweren. Alle Kaffees und Kakaos gibt es selbstverständlich auch mit Sojamilch, was das ganze Frühstück noch perfekt abrundet. Aber auch wenn man einfach Abends auf einen Drink gehen will, gibt es hier die ganze Palette von Bier über Wein bis hin zu speziellen Longdrinks und auch meine liebsten antialkoholischen Getränke wie Club Mate und Fritz Kola. Das alles wird in wirklich netter Atmosphäre von netten Menschen geführt, da kann man auch die nicht so schöne Lage des Lokals ausblenden.

Vor kurzem hat hier auch noch ein weiteres Schmankerl gestartet: Jeden Sonntag gibt es im Augustin jetzt die „Sunday Sessions“ wo bekannte Künstler wie zum Beispiel diesen Monat Clara Luzia oder Marilies Jagsch ab 20 Uhr Unplugged-Konzerte im kleinen Rahmen geben und man dazu lecker speisen und trinken kann.

Fazit: Ein wirklich heißer Tipp für alle die fernab vom Trubel der Großstadt einen gemütlichen Abend, vormittags oder nachmittags in feiner Atmosphäre mit gutem Essen und schöner Musik verbringen wollen.

Bewertung: 8/10
Märzstraße 67
1150 Wien

Mo – Do: 13:00 – 0:30 Uhr
Fr: 13:00 – 1:30 Uhr
Sa: 9:30 – 1:30 Uhr
So und Feiertags: 9:30 – 0:30 UHR

http://www.dasaugustin.at/

 

Nächstes Mal bei Völlerei: Ich teste das Cafe-Restaurant Oben auf den Dächern der Hauptbibliothek und das Erna B. im vierten Bezirk. Bis dahin, Mahlzeit!

 

*Für alle Nicht-Österreicher: Kartoffelgulasch

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Hallihallo und willkommen zurück bei Völlerei! Diesmal habe ich mir eine Gegend vorgenommen die zwar nicht gerade schön, aber dafür immer mehr am Aufblühen ist, gerade was kleine Lokalitäten und Läden…

Hallihallo und willkommen zurück bei Völlerei! Diesmal habe ich mir eine Gegend vorgenommen die zwar nicht gerade schön, aber dafür immer mehr am Aufblühen ist, gerade was kleine Lokalitäten und Läden anbelangt: Die Gumpendorferstraße im sechsten Wiener Gemeindebezirk.

Corns n‘ Pops

Los geht es im kleinen aber feinen Corns n‘ Pops, das sich circa auf der Höhe des Haus des Meeres, in der Gumpendorferstraße 37, befindet. Auch wenn der Name und der erste äußere Eindruck eher nach Frühstückslocation oder sogar eher Coffee to go aussieht – das ist hier nicht alles und das überrascht durchaus angenehm. In diesem Mini-Lokal gibt es eine sehr interessante und in dieser Form fast einzigartige Zusammenstellung aus verschiedenen Bereichen und kulinarischen Schwerpunkten: Zum einen ist da die Selbstbedienungstheke an der man aus vielen verschiedenen Cornflakes und Müslimischungen einen persönlichen Mix zusammenstellen kann, oder einfach nur einen leckeren Kaffee (auch mit Sojamilch erhältlich, leider wie so häufig mit Aufpreis) zum Mitnehmen. Ab Mittags wird dann das Lokal vom Frühstücksbeisl zum beliebten Mittagstreffpunkt. Hier holen sich viele Leute, die in der Gegend arbeiten, eines der leckeren Wochengerichte und es kann schon mal zu einer längeren Schlange kommen, die bis zur Tür geht, was bei der winzigen Größe des Lokals nicht verwundert.

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Bild: Corns n‘ Pops

Zugegebenermaßen sind das Frühstück und auch die Müslimischungen für mich als Veganer nicht interessant genug, da es hier keine Möglichkeit gibt, auf Soja-Joghurt oder pflanzliche Milch auszuweichen, daher wurde das Hauptaugenmerk auf das Mittagsangebot gelegt. Hier ändert sich in der Tat wöchentlich das Programm: Angeboten werden Curry, Bagel, Salat, Couscous und Pasta der Woche. Drei bis vier dieser fünf Schwerpunkte sind meist zumindest vegetarisch, manchmal gibt es auch ein Gericht mit Fleisch, wobei zum Glück sehr viel auf pflanzliche Küche gesetzt wird und man somit auch durchaus Wochen erwischen kann, in der zwei der Gerichte völlig vegan sind. In meinem Fall habe ich einen veganen, sehr leckeren, wenn auch schlichten Bagel und ein veganes Curry genossen. Dies ist super gekennzeichnet und somit weiß man aufgrund eines orangen V-Kennzeichen, dass etwas vegan ist, und bei einem grünen V, dass es vegetarisch ist. Es gibt zudem noch immer eine Tagessuppe, die auch sehr oft pflanzlich ist, um drei Euronen. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und von Karottensuppe mit Wildreis bis Linsensuppe ist alles dabei. Alle Gerichte, egal ob Bagel oder Pasta, sind um vier bis fünf Euro zu haben, sie sind also völlig leistbar und die Portionen sind auch größentechnisch in Ordnung. Sitzplätze gibt es in der Mittagszeit leider kaum, deswegen lieber einpacken lassen und daheim oder im Büro schlemmen.

Fazit: Ein nettes, aber kleines Lokal, das sich vor allem für guten Kaffee und die spannenden Mittagsangebote zum Mitnehmen eignet.

Bewertung: 8/10
Gumpendorferstraße 37,
1060 Wien

Mo – Fr: 7:30 – 17:00 Uhr
Sa: 9:00 – 16:00 Uhr
Sonntag/Feiertag: geschlossen

http://www.cornsnpops.com

Joanelli

Nur ein paar Schritte weiter befindet sich der Eissalon Joanelli. Was aufgrund des Namens vielleicht ein bisschen in die Irre führt: Hier handelt es sich in keinster Weise um einen Eissalon, zumindest nicht mehr. Seit vielen Jahren nun schon ist es aber der Hot Spot für 1060-Hipster und sonstiges Volk. Was macht das Lokal für mich interessant: Seitdem es vor kurzem der Mitbegründer des Naschmarkt Deli, Wilfried Pink, übernommen hat, wurde das Lokal völlig auf vegane Speisen umgestellt. Eigentlich ist das auf den ersten Blick vielleicht eine gute Geschäftsüberlegung, aber dann auch wieder nicht so schwer zu bewerkstelligen. Wie das funktioniert wollte ich mir auf eigene Faust anschauen, vor allem, weil mich interessierte, inwiefern das in einem Abendlokal funktioniert,das sehr viele Weine im Programm hat. Nun gut. Zu Essen gibt es nicht viel. Einen okayen, aber unspannenden Schinken-Käse-Toast habe ich mir reingeschmissen. Weiters stehen noch ein paar andere Toasts, Linsensuppe und ein Baguette auf der kleinen Snack-Karte. Aber gut, das Lokal ist auch absolut nicht auf Essen ausgelegt, man darf sich also nicht beschweren und es ist vor allem nett, dass es abgesehen vom nicht weit entfernten Donau eine andere Fortgeh-Location gibt, in der man Veganes zu essen bekommt, wenn man im Rausch einen kleinen Hunger bekommt.

Viel wichtiger war für mich eigentlich die Getränkekarte. Leider gibt es zwar keine Weinkarte, die bemühte Servicedame konnte mir dann aber einige Weine aufzählen. Ob alle vegan seien? Ja, zumindest glaubt sie das. Sicher war man sich nicht so ganz und später hab ich dann noch erfahren, dass nur ein Weingut der im Joanelli angebotenen Weine als vegan zertifiziert ist. Nun, das finde ich ehrlich gesagt etwas ärgerlich und schreit danach, dass sich hier noch nicht ganz so stark mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt wurde, wie ich es mir erhofft habe. Am Wochenende soll es jetzt allerdings auch immer veganes Frühstück geben, in Bälde werde ich das mal unter die Lupe nehmen, vielleicht wird hier dann mehr darauf geachtet. Wäre wünschenswert, wenn man schon einen auf vegan macht.

Fazit: An sich ein nettes Beisl, das gerade am Samstagabend aber sehr voll werden kann und noch gewisse Schwächen bei der Umsetzung der veganen Karte hat, die hoffentlich bald behoben werden.

Bewertung: 5/10
Gumpendorferstraße 47
1060 Wien

Täglich 18:00 – 2:00 Uhr
Sa/So: Veganes Frühstück
Tel. 0664/786 78 76

Nächstes Mal bei Völlerei: Ich teste die frisch eröffnete Pizzeria Fiore nähe Westbahnhof und das lässige Augustin in meiner Hood. Bis dann, macht es gut!

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Als Vegetarierin durch Brasilien: Teil 2 einer Versuchsreihe

Treffen sich zwei Vegetarierinnen in Salvador, Brasilien… Was der Beginn eines Witzes sein könnte, ist tatsächlich passiert. Die eine Mauritierin, die andere aus Österreich. Wie ihr euch denken könnt: Ich…

Treffen sich zwei Vegetarierinnen in Salvador, Brasilien… Was der Beginn eines Witzes sein könnte, ist tatsächlich passiert. Die eine Mauritierin, die andere aus Österreich. Wie ihr euch denken könnt: Ich war die Andere. Natürlich haben wir uns – kaum die gemeinsame Leidenschaft herausgefunden – über die Schwierigkeiten unterhalten, die wir als Nicht-Fleisch- oder Fischesserinnen in diesem südamerikanischen Land über uns ergehen lassen müssen. Während ich dankbar dafür bin, mir nicht die Aufgabe gestellt zu haben, vegan durch Brasilien zu reisen und mich rettend immer wieder mit einem Pão com Queijo, einem Käsebrot, begnüge, hat die Mauritierin einen anderen Tipp: „Wenn ich nichts finde, werde ich für ein paar Tage zur Frutarierin.“

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Viele verschiedene Früchte gilt es auszuprobieren, meist als Suco = Saft

Gut, das ist natürlich auch eine Möglichkeit – dank den vielen Fruchtsäften und der Menge an neuen Obstsorten, die es hier zu entdecken gibt. Aber auf Dauer ist das ja keine Lösung. Damit ihr nicht vor dem Problem steht, solltet ihr einmal nach Brasilien fliegen, gibt es deshalb ein paar nützliche Vokabeln. Und glaubt mir, ihr werdet mir danken – denn mit Englisch oder Spanisch kommt man hier leider gar nicht weit.

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Flüssignahrung ist auch eine Möglichkeit

Ich bin Vegetarier/In. – Eu so o vegetariano / a vegetariana.
Ich esse kein Fleisch. – Não como carne ou frango.
Etwas ohne Fleisch oder Fisch? – Algo sem carne o peixe?
Fleisch – carne
Hähnchen/Hühnerfleisch – frango
Meeresfrüchte – os mariscos
Fisch – peixe
Wurst – embutido
Gemüse – legume
Butter – manteiga

Auf Pao, Sandwich oder Empanada mit Käse oder Gemüse kann man meist schon zurückgreifen. Gutes „Streetfood“ ist auch Acarajé, das die afro-brasilianisch gekleideten Verkäuferinnen vor allem in Salvador auf der Straße feilbieten. Aber Achtung, immer „sem camarão“ dazusagen, sonst landet eine böse Überraschung in Form eines Shrimps auf eurem Teller.

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Gefülltes Pastel mit Jaca Frucht

Eine gute Alternative sind auch Maiskolben oder aber Tapioca, das die Straßenverkäufer in ganz Brasilien bereit halten. Es ist eine Art Brot, das aus dem Mehl der Maniokwurzel hergestellt und mit diversen Zutaten auf süße oder salzige Art gefüllt wird. Die mit Käse und Kokosflocken kann ich genauso empfehlen wie die klassische Variante mit Käse und Tomaten.

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Tapioca

Ihr merkt schon: Trotz einiger Schwierigkeiten kann man es sich hier in Brasilien auch als Vegetarierin gut schmecken lassen. Eine gute Hilfe für VegetarierInnen, die sich für Brasilien interessieren, ist übrigens auch diese Plattform: http://www.vegetarianos.com.br – vorausgesetzt, man versteht etwas portugiesisch.

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