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Schlagwort: Tiere

EARTHLINGS – Schau es dir an!

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über…

Es sind nur Tiere! Wie viel weißt du tatsächlich darüber? Oder: Fakten die du nie wissen wolltest – Eine Filmkritik

Die Anfrage fing eigentlich ganz harmlos an. Ob nicht irgendwer über den Film EARTHLINGS schreiben wolle. Im Idealfall jemand, der Fleisch isst und nicht Vegetarier oder Veganer ist. In diesem Moment hätte man es ja schon ahnen können. Tat ich aber nicht und nun sitze ich hier. Suche Worte für einen Film, den man in die Welt hinaus schreien muss. Man sollte die Zuschauer ein wenig vorbereiten auf das, was sie erwartet. Vielleicht. Denn dein Fleisch kommt nicht vom Heile-Welt-Bauernhof!

Worum geht es in Earthlings?

Der ungefähr 95 Minuten dauernde Dokumentarfilm lässt sich in mehrere Kapitel aufteilen:

Haustiere
Was passiert mit streunenden, ausgesetzten und abgegebenen Haustieren?

Nahrung
Woher kommt das Fleisch, welches wir als Nahrung zu uns nehmen? Wie wird es produziert?

Kleidung
Wie werden Leder und Pelz hergestellt?

Unterhaltung
Was haben Sea World und der Zirkus von nebenan mit EARTHLINGS zu tun?

Wissenschaft
Welche Experimente werden für Kosmetikhersteller, Pharmaunternehmen und die Verkehrsforschung durchgeführt?

Es dreht sich alles um den tatsächlichen, realen Umgang des Menschen mit Tieren. Nicht um das schöne Bild, das wir ständig in der Werbung sehen. Keine endlosen Weidegründe mit wenigen Kühen, sondern eng zusammengepferchte Kühe, Schweine und Hühner sind die Realität. Leider ist das immer noch eine Beschönigung der Zustände.

Bevor ich weiter auf den Film eingehen möchte, will ich dir noch kurz drei Fragen mit auf den Weg geben:
Sind Tiere minderwertig?
Ab wann ist ein Tier ein Lebewesen?
Ab wann empfinden Tiere Schmerzen, Leid und Angst?

Du wirst verstörende Bilder zu sehen bekommen. EARTHLINGS wird als „Dicke Berta“ der Veganer gegen die Fleischesser beschrieben. Als das schwerste Geschütz, das gegen die Gegner aufgefahren werden kann. Das ist zwar durchaus richtig aber andererseits ist es von den tatsächlichen Anschuldigungen her noch relativ wertungsfrei. Dich werden Bilder erwarten wie fast verhungerte Hunde, die lebend in eine Müllpresse geworfen werden. Hunde werden vor deinen Augen eingeschläfert. Tiere werden aus Kostengründen einfach vergast, weil es bei der Masse an Tötungen nicht mehr möglich ist, alle per Spritze einzuschläfern. Ich bin ehrlich: Das sind noch die harmloseren Bilder.

Ich kannte manche Bilder bereits aus anderen Kampagnen, doch bei EARTHLINGS musste ich mehrfach schlucken. Erst hofft man, es seien Einzelfälle. Doch das sind sie nicht. Der Film berichtet von immer wiederkehrenden Vorfällen – oft aus Kostengründen

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Aufnahmen des Bullen, der mit aufgeschlitzter Kehle in seinem eigenen Blut auf dem Boden um seine letzten Augenblicke kämpft. Oder das Tier, welchem man in die Augen mit den langen Wimpern schauen kann, nachdem ihm bei lebendigem Leibe der Pelz vom Körper gerissen wurde. Die Affen, denen in Versuchslaboren bewusst Hirnverletzungen zugefügt werden, um deren Auswirkungen erforschen zu können.

Wirklich, keine schönen Aufnahmen. Doch gerade wenn du FleischesserIn, PelzträgerIn oder begeisterte/r ZirkusbesucherIn bist erwarte ich eines von dir: Schau es dir an!

Ich bin, wie gesagt, selbst Konsument von Fleisch, trage im beruflichen Alltag Lederschuhe und fand Delfin-Shows toll. Genau aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass man weiß, unter welchen Umständen all dies entsteht. denn wenn du es nutzt, solltest du auch wissen, woher es kommt.

Earthlings und die KZ-Vergleiche

In der WAZ werden mehrfach die Vergleiche mit einem Konzentrationslager kritisiert. Holocaust, Rinderzucht, andere Verbrechen. Alles irgendwie das selbe. Denn zu Beginn des Films werden Aufnahmen einer großen Rinderfarm kurz nach Bildern eines Konzentrationslagers gezeigt. Anschließend bekommt der Zuschauer weitere Verbrechen zu sehen, diesmal wieder an Menschen. Wo und aus welchen Gründen diese geschehen sind bleibt offen. Konzentrationslager, nicht genauer benannte Menschenrechtsverletzung und Massentierhaltung in einer Szene. Das wirkt nicht nur wie ein billiger Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen, sondern ist auch gefährliche Gleichmacherei.

Denn die politische Verfolgung von Millionen Juden hat rein gar nichts damit zu tun, dass Menschen viele Tiere als günstige Nahrungsquelle ausnutzen. Der Holocaust, Rinderzucht, irgendwelche anderen Verbrechen. Bei Earthlings ist das alles irgendwie das selbe. Das ist schade.“

Ich kann verstehen, wenn man im ersten Moment unverständlich den Kopf schüttelt. Verbrechen an Menschen können nicht den gleichen Stellenwert haben wie Verbrechen an Tieren. Doch trotzdem muss ich in ein paar Punkten widersprechen. Greift man zurück auf den Anfang der Dokumentation, findet man dort die Definitionen von Sexismus, Rassismus und Spezieismus. In der NS-Zeit Deutschlands wurden Juden getötet, weil sie Juden waren. In der heutigen Zeit werden Tiere getötet, weil sie Tiere sind. Das eine ist Rassismus, das andere Spezieismus.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, habe ich die Definition von Konzentrationslagern herausgesucht: Als Konzentrationslager wurden bisher verschiedene Haftorte in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Zeiten bezeichnet. Die lateinische Wortherkunft bedeutet sammeln, zusammenziehen oder zusammenlegen. Passt leider besser, als uns lieb sein dürfte. Ich halte es nicht unbedingt für einen „billigen Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen“, sondern für eine Darstellung von den unvorstellbaren Zahlen an Lebewesen die damals wie heute vernichtet wurden. Ich kann mir zum Beispiel nicht die Menge von fünf Millionen Menschen vorstellen. Wie soll ich mir dann die Menge von 66 Millionen Tieren vorstellen, die jeden Tag von Menschen getötet werden. Jeden Tag? Für mich ist das unvorstellbar viel. Das kann nur mit einer Tötungsmaschinerie ablaufen. Und so schließt sich der Kreis zu den KZs.

Mein persönliches Fazit: Ansehen!

Ich finde den Film gut. Sehr gut sogar. Was mir gefällt ist die Tatsache, dass es wirklich eine Dokumentation ist und keine direkte Anklage. Bei Interviews, Dokus und Vorträgen zum Thema Ernährung driftet es leider manchmal schnell in eine Anklage ab. Zuschauer bekommen das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Bei Earthlings kam mir das nicht so vor. Das mag auch an dem Satz zum Schluss liegen: Make the connection.

Earthlings für Kinder und Jugendliche? Zu Beginn des Films wird gesagt, dass man den Film auch seinen Kindern zeigen kann. Damit hätte ich, bei meiner Tochter mit neun Jahren, noch Bauchschmerzen. Ich denke den Film sollte man frühestens mit zwölf, besser aber erst mit 16 Jahren sehen. Sicherlich kann und sollte man das Thema „Woher kommt mein Essen?“ bei passender Gelegenheit ansprechen, doch solche Bilder müssen für unter 16jährige nicht unbedingt sein. Wo der Film aber gut hin passen würde, wäre im schulischen Bereich der Oberstufe. Man kann damit mehrere gesellschaftliche sowie politische Themen ansprechen.

Was hat der Film für Auswirkungen auf mein Konsumverhalten? Da ich schon seit einiger Zeit bewusster auf meinen Konsum achte, ändert sich bei mir langsam etwas. Manche Bilder bleiben im Gedächtnis und kehren auch wieder wenn man zum Beispiel vor der Wurst- oder Käsetheke steht. Dann schaue ich mich eher nach vegetarischen Alternativen um. Mein Fleischkonsum ist nicht komplett eingestellt. Allerdings entwickle ich eine Neugier auf vegetarische bzw. vegane Produkte, mit der ich vorher nicht gerechnet hätte. Auch der Gedanke mich vegetarisch zu ernähren wird immer konkreter.

Privat trage ich kein Leder oder Pelz. Beruflich bin ich aber leider zu Lederschuhen verpflichtet. Daher werde ich mich beim nächsten Kauf von Schuhen auch nach Kunstleder umschauen. Noch besser wäre es natürlich, wenn die jetzigen noch möglichst lange halten. Im Großen und Ganzen hat EARTHLINGS bei mir also eine bewusstere Wahrnehmung meines Konsumverhaltens hervorgerufen.

Nun bist du gefragt! Was denkst du über den Film? Lass es mich wissen und schreibe doch ein Kommentar!

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Empfehlungen für kritische Leseratten Für den August habe ich für euch ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Buch über Ernährung ausgewählt. Der Bestseller von Armin Risi und Ronald Zürrer heißt „Vegetarisch leben…

Empfehlungen für kritische Leseratten

Für den August habe ich für euch ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Buch über Ernährung ausgewählt. Der Bestseller von Armin Risi und Ronald Zürrer heißt „Vegetarisch leben – Vorteile einer fleischlosen Ernährung“ – der Titel ist Programm. Der Inhalt ist positiv formuliert und liest sich leicht, ideal auch als Lektüre am See oder für Zwischendurch. Ich habe das Buch bereits vor einigen Jahren gelesen, als ich bereits Vegetarierin war, und blättere auch heute noch gerne die Seiten durch. Bevor es mir mein Papa schenkte, ließ er es von Armin Risi signieren. Dieser schrieb auf die erste Seite den fröhlichen Spruch: „Vegetarisch leben macht Kinder froh und Erwachsene ebenso und die Tiere sowieso.“ Die beiden Autoren verbrachten bereits mehrere Jahre als Mönche, sind Philosophen und leben als eingefleischte Vegetarier in Zürich.

Dieses Buch ist Ausdruck eines bewussten Lebensstils und bezeichnet sich selbst als informatives Grundlagenbuch sowohl für Vegetarier als auch für kritische Fleischkonsumenten. Es ist unterteilt in sechs Kapitel, die sich mit Themen von gesundheitlichen Aspekten über ethische Gründe bis zu Vegetarismus in Weltreligionen befassen. Im Anhang ist außerdem eine ausführliche Liste vegetarischer Kochbücher und Restaurants im deutschsprachigen Raum, man kann ebenso die Kontaktdaten verschiedener Vegetarierorganisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachlesen. Um neben dem sachlichen Teil den Inhalt etwas aufzulockern, befasst sich zwischen durch ein Kapitel mit prominenten Vegetariern, deren Zitaten und Ähnlichem.

Ich glaube, die gesundheitlichen positiven Auswirkungen auf unseren Körper mit fleischloser Kost sind mittlerweile unumstritten. Heutigen Zivilisationskrankheiten, zu denen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Rheumatismus gehören, kann so langfristig vorgebeugt werden. Was jeden Vegetarier erfreulich stimmen wird, ist, dass in diesem Buch einfach erklärt wird, warum man sich weder um den Eiweißmangel, Eisenmangel noch um den Mangel an Vitamin B12 sorgen muss, bloß aufgrund der Tatsache, dass man kein Fleisch auf dem Teller hat. Diese Themen gehören nämlich einem viel differenzierterem Blick unterzogen. Generell sollte sich meiner Meinung nach jeder, der sich mit seiner Ernährung beschäftigt, damit auseinander setzen. Denn durch den alleinigen Fleischverzehr sind noch lange keine B12-Vorräte geschaffen.

Des Weiteren wird auch das kontroverse Thema Welthunger in Angriff genommen. „Weltweit sind über eine Milliarde Menschen permanent schwer unterernährt und vom Hungertod bedroht. In vielen dieser Länder werden auf den landwirtschaftlichen Flächen jedoch große Mengen an pflanzlicher Nahrung angebaut und in die Industrieländer exportiert, um dort als Mastfutter für Schlachttiere Verwendung zu finden.“ Ich kann dem Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen – Jean Ziegler, von dem wir in dieser Buchreihe übrigens noch öfter hören werden – leider nur beipflichten, wenn er sagt: „Die Erde könnte problemlos zwölf Milliarden Menschen hinreichend ernähren. Hunger ist kein Schicksal. Hinter jedem Opfer steht ein Mörder.“

Auf einigen Seiten kann man sich auch hinreichend über die Fleischproduktion und Tiermisshandlungen informieren, darauf möchte ich hier jedoch nicht näher eingehen. Wenn wir von Ethik und Moral sprechen, so kann man bestimmt endlos darüber diskutieren. Da es am Ende des Tages an jedem selbst liegt, eine Entscheidung zu fällen, finde ich folgende Frage berechtigt und sehr wichtig: Ist das vermeintliche Leid, das ich mir durch den Verzicht auf Fleisch bereite, größer als das Leid der Tiere, die getötet werden müssen, damit ich ihr Fleisch kaufen und essen kann?

Töten Vegetarier nicht ebenfalls Lebewesen? Diese und ähnliche Frage bekam ich schon oft von meinem Umfeld gestellt, so treffende und wahre Antworten wie in diesem Buch fielen mir allerdings nie ein. Um euch hiervon jetzt nicht zu viel zu verraten, lest doch einfach selbst nach. Das Beste an diesem Werk ist nämlich, dass nicht nur der Verkaufspreis besonders niedrig ist, da die Autoren auf jegliches Honorar verzichten. Abgesehen davon, kann man es kostenlos online auf folgender Internetseite nachlesen: vegetarischleben.ch

Also, worauf wartet ihr noch?

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Grün im großen weißen Norden – Fauna und Flora

Bereits in der Abizeitung wurde ich zum „Öko der Stufe“ gewählt. Irgendwie war das ein Image, das ich schon sehr früh an mir haften hatte, obwohl ich mich erst seit…

Bereits in der Abizeitung wurde ich zum „Öko der Stufe“ gewählt. Irgendwie war das ein Image, das ich schon sehr früh an mir haften hatte, obwohl ich mich erst seit einigen Jahren wirklich verstärkt mit Nachhaltigkeit auseinandersetze. Heute ist mein Öko-Dasein eigentlich kaum mehr zu verbergen, aber im Gegensatz zu damals schäme ich mich dafür auch nicht mehr. Für mich ist es kein Problem mehr, wenn mich die Leute als „Öko“ oder „treehugging Hippie“ bezeichnen. Irgendwie ist es für mich sogar ein Kompliment. Denn diese Werte sind mir wichtig. Und eben genau dieser „treehugging“-Aspekt, oder auf Deutsch „das Baumknutschen“, gehört für mich ganz integral zu meinem Erleben von Nachhaltigkeit.

Das bedeutet nicht, dass ich tatsächlich Bäume knutsche (wobei, umarmt werden sie doch hin und wieder), sondern vielmehr im übertragenen Sinne, dass ich die Natur unglaublich liebe und wertschätze. Ich finde es immer wieder faszinierend, die Schönheit dieses Planeten zu erleben und mich eins mit ihm zu fühlen. Dieses Erleben ist auch ein Stück Achtsamkeit. Wenn ich einen Vogel über das Gras hüpfen sehe, wenn ich anmutige Berghänge oder Knospen erblühen sehe, dann weiß ich jedes Mal, dass das Leben schön ist und dass ich diesen Planeten und seine Lebewesen schützen möchte.

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Bevor ich nach Kanada gegangen bin, war ich deshalb natürlich sehr neugierig auf die Fauna und Flora, auf die ich treffen würde. Leider muss ich sagen, dass ich bisher noch in keinem Nationalpark war und keinen Bären oder Elch getroffen habe. Ich musste feststellen, dass man die Parks ohne Auto quasi kaum erreichen kann. Ein Bus fährt nur sehr selten und passt dann überhaupt nicht in meine Arbeitswoche hinein. Aber bislang habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch in die große Wildnis auszureißen.

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Bis dahin erkunde ich die kleineren Naturgebiete, die um und in Toronto liegen. Auf den kleinen Ausflügen habe ich die Schönheit dieser Erde getroffen. Am meisten freue ich mich natürlich über die Tiere, die es bei uns nicht oder kaum gibt. So habe ich mich bereits zweimal wie ein kleines Kind gefreut, als auf einmal ein Waschbär vor mir auf den Bürgersteig hopste. Ein weiterer Favorit sind die kleinen Streifenhörnchen, die ich im High Park getroffen habe.

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Eichhörnchen gibt es bei uns zwar auch, aber nicht in diesem Ausmaß. Ich sehe hier jeden einzelnen Tag mindestens fünf Eichhörnchen. Hier in Kanada sind sie schwarz oder braun und etwas größer als bei uns.

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Für die Kanadier sind sie wohl ähnlich wie Tauben, aber ich freue mich jedes Mal immer noch unglaublich über die putzigen kleinen Tiere, die mir einen Moment des Tages versüßen. Auch interessante Vögel gibt es hier, die ich nicht kenne. Unter anderem habe ich eine kleine Art des Spechts gesehen.

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In einigen Gebieten, in denen ich unterwegs war, gibt es Koyoten, aber leider habe ich bisher noch keinen zu Gesicht bekommen.

Aber nicht nur über die Tiere, sondern auch über die Natur generell freue ich mich. Letztes Wochenende habe ich eine zweistündige Fahrradtour durch die kleinen Bachtäler von Toronto zu den Scarborough Bluffs gemacht. Die Bluffs sind ein 14 Kilometer langer Klippenstreifen, der sich am östlichen Rand der Greater Toronto Area entlang zieht. Als ich dort am Abhang stand, hatte ich das Gefühl, ich wäre am Meer.

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Einige weitere Bilder, die ich bei meinen Ausflügen geschossen habe, möchte ich an dieser Stelle ohne viele Worte mit euch teilen, und hoffe, dass ihr mit mir die Schönheit unserer Welt spüren könnt. Genießt ihr die Natur um euch herum auch so sehr? Wo seht ihr die Schönheit in diesem Planeten?

 

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Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen

Heute möchte ich euch das Buch einer Autorin vorstellen, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Melanie Joy hat mir das letzte Stück Verbindung gegeben, um vegan zu werden. Ich…

Heute möchte ich euch das Buch einer Autorin vorstellen, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Melanie Joy hat mir das letzte Stück Verbindung gegeben, um vegan zu werden. Ich hatte bereits ein dreiviertel Jahr zuvor einen Teil des Films Earthlings gesehen – ich habe nur den ersten Teil geschafft, weil es zu schmerzhaft war, um weiter zu schauen – und in der Folge kaum noch Milchprodukte oder Eier konsumiert. Dann stolperte ich eines Tages über einen Online-Vortrag von Melanie Joy, in dem sie ihr Buch in kurzer Form zusammenfasst. Einen Tag später war ich vegan, ich konnte gar nicht anders. Kurze Zeit darauf durfte ich Melanie Joy dann auch persönlich kennen lernen und ihren Vortrag noch einmal live hören. Danach kaufte ich mir das Buch.

In ihrem Buch beleuchtet Melanie Joy die psychologischen Mechanismen hinter unserem Umgang mit Tieren. Was mich besonders angesprochen hat, ist ihr sanfter Umgang mit dem Leser und der Gesellschaft. Sie verurteilt nicht und führt keine Hetzjagd gegen Nicht-Veganer, sondern sie versucht zu erklären, wie es möglich ist, dass wir als gesamte Gesellschaft ein so gewalttätiges System tragen, ohne dies wirklich zu hinterfragen. Sie nennt dieses Glaubenssystem Karnismus. Joy ist studierte Psychologin und hat selbst Forschung zu dieser Fragestellung betrieben. Ihre These ist, dass wir unsere Verbindung und Empathie gegenüber sogenannten „Nutztieren“ abgeschaltet haben, während diese Verbindung bei Haustieren weiterhin vorhanden ist. Sie versucht über diese Verbindung mit unseren Haustieren, die empathische Verbindung zu den Nutztieren wiederherzustellen. Außerdem beschreibt sie die Umstände in Wirtschaft und Politik, die das Glaubenssystem des Karnismus im Einzelnen pflanzen und aufrechterhalten, während wir aufwachsen.

Durch ihre nicht-urteilende und durchleuchtende Art hat es Melanie Joy geschafft, den Zugang zu meiner Empathie zu erreichen. Dadurch, dass ich Melanie Joy auch persönlich kennen lernen durfte, habe ich zu spüren bekommen, dass sie auch als Mensch so empathisch und urteilsfrei ist, wie sie schreibt. Sie ist jemand, der mich wirklich inspiriert hat und ich kann ihr Werk „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“ nur jedem Leser empfehlen. Die englische Fassung „Why We Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows„, die ich selbst auch gelesen habe, ist etwas günstiger.

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Wo sich Fuchs und Biber gute Nacht sagen

Die Zähne werden im Kampf gefletscht: Wer ist der Stärkere? Wer kann den ausgelatschten Schuh, den ein Wanderer vor Urzeiten hier verloren hat, an sich reißen? Es ist der alles…

Die Zähne werden im Kampf gefletscht: Wer ist der Stärkere? Wer kann den ausgelatschten Schuh, den ein Wanderer vor Urzeiten hier verloren hat, an sich reißen? Es ist der alles entscheidende Moment. Und ausgerechnet in diesem werden die beiden Fuchswelpen, die sich hier spielerisch aneinander messen, ertappt. Ein Schnappschuss, wie er wohl nur in einem versteckten Winkel eines Waldes auf dem Land oder im Zoo gelingt. Dachte ich. Doch die Initiative Wiener Wildnis beweist das Gegenteil. Mitten in der Großstadt Wien mit ihren fast zwei Millionen EinwohnerInnen findet das Team rund um die Initiatoren, das international bekannte Fotografenehepaar Georg Popp und Verena Popp-Hackner, nicht nur die beiden Fuchswelpen, sondern Biber, Hasen, Rehe, Igel und natürlich unzählige Vögel. Diese „eindrucksvolle urbane Natur Wiens“ (O-Ton Website) möchte das Projekt seit November 2012 den WienerInnen und BesucherInnen der Hauptstadt multimedial näher bringen.

Mehr als 50 Prozent Wiens ist Grünfläche. Auf jeden Bewohner der Stadt fallen rund 120 Quadratmeter Grünfläche. 2.300 Hektar der Lobau, die wiederum ein Drittel des Nationalparks Donau-Auen abdeckt, und 9.900 Hektar des Wienerwalds sind im Wiener Stadtgebiet zu finden. Und in Letzterem gibt es um die 2.000 verschiedenen Pflanzen- und 150 Brutvogelarten. Dass Wien mit seinen Parks, den Gartenanlagen und überall entstehenden Urban Gardening Projekten ziemlich grün ist, ist kaum zu übersehen und macht die Stadt nicht nur für mich besonders lebenswert. Die Eckdaten, die auf der Website der Wiener Wildnis nachzulesen sind, sind aber dann doch noch einmal beeindruckend. Und nachdem ich es liebe, die verschiedensten Seiten meiner Wahl-Heimatstadt zu entdecken – habe ich den Koordinator Michael Ganzwohl zum Projekt befragt.

Neulich am Donaukanal: Biber haben fast alle Reviere der Großstadt besiedelt, Foto © Wiener Wildnis / Popp-Hackner

Neulich am Donaukanal: Biber haben fast alle Reviere der Großstadt besiedelt,
Foto: Wiener Wildnis / Popp-Hackner

Doris: Was genau ist euer Ziel, was steckt hinter der Wiener Wildnis?

Michael: Wir wollen durch unseren Multimediaansatz neue Eindrücke der Stadt zeigen, die so den meisten Menschen nicht bekannt sind. Dadurch führen wir letztendlich zu Themen, Awareness und schlussendlich Engagement. Wir wählen dazu die Visualisierung als Dreh- und Angelpunkt für die Botschaften, die wir vermitteln wollen. Die heutigen Kommunikationswege sind ja bereits stark auf das schnelle Konsumieren ausgerichtet, erst wenn die Hürde des „Wegzappens“ genommen ist, beginnt die nähere Beschäftigung mit einem Thema. Fotografie oder kurze Videos bieten sich an, Menschen zu fesseln und darauf basierend kann nachhaltiges Interesse geweckt werden.

Ein Feld beim Alberner Hafen (11. Bezirk) im Hochwasser. Am Feldrand blühende Mohnblumen waren zum Teil komplett unter Wasser, manche ragten noch durch die Oberfläche. Foto: © Wiener Wildnis/T. Haider

Ein Feld beim Alberner Hafen (11. Bezirk) im Hochwasser. Am Feldrand blühende Mohnblumen waren zum Teil komplett unter Wasser, manche ragten noch durch die Oberfläche.
Foto: Wiener Wildnis / T. Haider

Was sind eure liebsten Stücke Wiener Wildnis – Plätze, Motive? Woran könnt Ihr euch nicht satt sehen?

Es ist aus meiner Sicht nicht so sehr der eine Platz oder ein besonderes Tier, an dem man sich nicht satt sehen kann. Es ist der Blick, den man entwickelt, wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzt. Ich als Projektkoordinator bin ja nicht ständig in Wien unterwegs so wie die Wiener Wildnis Fotografen. Aber wenn ich sie begleite oder selbst mit meinen Kindern unterwegs bin, so ist es schlussendlich die Stadt selbst, an der man sich nicht satt sehen kann – weil man eben ständig neue Perspektiven erkennt, anders hinsieht und noch in den kleinsten Ecken die Eroberung der Stadt durch Fauna und Flora erkennt. So wird jeder Ausflug eine Entdeckungsreise.

Igel gehören zu den echten Nachtschwärmern in der Stadt, die man – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur zur dunklen Nachtzeit antreffen kann. Foto: © Wiener Wildnis / M.Graf

Igel gehören zu den echten Nachtschwärmern in der Stadt, die man – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur zur dunklen Nachtzeit antreffen kann. Foto: Wiener Wildnis / M.Graf

In wie weit wollt ihr auch aufrütteln – einige Beiträge sind ja sehr stark umweltschützend unterwegs?

Vorab: Wir wollen ein positives Bild der grünen Metropole Wien zeichnen. Wien wird ja regelmäßig als eine der lebenswertesten Städte der Welt ausgezeichnet. Die bekannte Mercer-Studie beispielsweise, vergibt seit Jahren Bestnoten in der Kategorie „Quality of Life“. Das wollen wir vor allem zeigen. Unsere Beiträge sind also eher „umweltzeigend“ als „umweltschützend“. Aber selbstverständlich streifen wir bei unseren Beiträgen auch an sensible Bereiche an der Schnittstelle zwischen Mensch und Natur an. Diese wollen wir keinesfalls aussparen, aber neutral zeigen. Wir trauen es den Menschen durchaus zu, sich dann ein eigenes Bild zu machen.

Wie kann man eurer Meinung nach Wiener Wildnis am besten entdecken?

Einfach die nächste Straßenbahn nehmen und die Augen offen halten… Wir geben auch regelmäßig Ausflugstipps im Rahmen unserer Homepage-Beiträge (Rubrik „Location“ unter Berichte).

Die Donau ist ein Paradies für Tiere - und dafür, Wildnis zu fotografieren. Foto: Wiener Wildnis

Die Donau ist ein Paradies für Tiere – und dafür, Wildnis zu fotografieren. Foto: Wiener Wildnis

Wie kann man bei euch mitmachen?

Wir sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um die echten Juwelen abseits der bekannten Hotspots, zu erfahren. Auf der Homepage wienerwildnis.at können Location-Hinweise abgegeben werden oder direkt auf wienerwildnis@wienerwildnis.at. Auch auf Facebook wird bereits fleißig mitdiskutiert und kommentiert. Wir wünschen uns, im Forum Geschichten über die Stadt, über den Bezirk, über das eigene „Grätzl“ zu lesen, wenn möglich mit Fotodokumentation von Begegnungen mit der urbanen Natur.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Wer direkt in die Wiener Wildnis eintauchen möchte, wird in Zukunft die Möglichkeit haben mit uns im Rahmen von Exkursionen und Workshops durch die Stadt zu streifen. Der Fokus wird dabei sowohl auf dem Naturerlebnis als auch auf der Fotografie liegen. Das ist aber noch in Planung, und wir werden darüber noch detaillierter informieren. Weiters sind AV-Shows und Ausstellungen geplant. Das langfristige Ziel für Wiener Wildnis ist eine Plattform für die urbane Natur Wiens zu etablieren.

Danke für das Gespräch – ich freue mich auf mehr Wiener Wildnis!

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Ein Sonntag beim Zotter: Chocolate is a girl’s best friend

Harte Zeiten verlangen nach radikalen Maßnahmen! Frisch getrennt und emotional schwer angegriffen kam mir da der „Tag der offenen Tür“ beim steirischen Chocolatier Zotter gerade recht. Sich eine Stunde lang mit Schokolade voll zu…

Harte Zeiten verlangen nach radikalen Maßnahmen! Frisch getrennt und emotional schwer angegriffen kam mir da der „Tag der offenen Tür“ beim steirischen Chocolatier Zotter gerade recht. Sich eine Stunde lang mit Schokolade voll zu stopfen, ob der fantastischen Geschmäcker – von Nougat mit Sesam bis hin zu Erdapfel-Wodka – nicht die Nerven zu verlieren, trotz Zuckerhigh nicht abzuheben: Man mag es nicht für möglich halten, aber es gibt kaum radikalere Maßnahmen. Also eine gleichermaßen Trost bedürftige Freundin eingepackt und los ging’s. (Ach ja: Auch Männer sind herzlich willkommen weiter zu lesen!)

„Wir müssen schauen, dass der Planet besser wird als er schon ist.“, klar ist die Botschaft von Josef Zotter, dem ehemaligen Koch, der weltweit berühmt-berüchtigt ist für seine bio-Fairtrade Schokolade, die eigenwilligen Geschmackskreationen und vor allem für seine – kompromisslose – Erfolgsgeschichte. Eine Message, die wir nach längerem Anstehen im Schoko-Laden-Theater zu hören und im neuen Film über seine Indienreise zu sehen bekommen. Und mit uns unzählige andere, die heute ebenfalls seinem Ruf ins abgeschiedene Bergl bei Riegersburg, zwei Stunden Autofahrt von Wien entfernt, gefolgt sind.

Weltverbesserung hin oder her, Sepp Zotter und seine schokoladigen Kreationen versüßen in jedem Fall das Leben. Davon haben wir uns heute wieder überzeugen dürfen: Vegane Sojapraline hier, Nougattrunk dort… „Kann man von Schokolade jemals genug haben?“, wenn selbst bekennende SchokofanatikerInnen wie meine Freundin und ich beim Hinausgehen auf das Kosten der letzten fünf Sorten verzichten, ist die Frage nur mit Ja zu beantworten.

Die Kalorien einer ganzen Woche später – wir planen bereits Gemüsekuren und Dinnercanceling -, spazieren wir zum anderen Grund unseres Kommens: Seit rund eineinhalb Jahren nämlich gibt es auf dem 27 Hektar großen Areal unter der Schokoladenfabrik einen Tiergarten. Und es wäre nicht Zotter, würde es sich um „irgendeinen“ Zoo handeln. Nein, der „essbare Tiergarten“ ist eine „weitere Verkostungsstation des Schoko-Laden-Theaters, nur diesmal im Freien“, wie es auf der Info-Station, dem Menschenstall, steht.

„Deine Schwester habe ich gerade gegessen.“, meint meine nicht vegetarische Freundin beim Anblick der Puten im „Essbaren Tiergarten“ und tut dabei genau das, was Zotter mit seinem Tiergarten bezweckt: „Schaut dem Essen in die Augen!“ (Ich sage  gleich, ich könnte es nicht.) Schafe, Esel, Kühe, Pferde, Enten… in Zotters Zoo gibt es nämlich ausschließlich Tiere, die normalerweise auf den heimischen Küchentischen, in diesem Fall auf dem Tisch der Zotter-MitarbeiterInnen und der Gäste des angeschlossenen „Essbar Restaurants“ landen.

Die Wogen gingen hoch, als Zotter den ungewöhnlichen Zoo im Mai 2011 eröffnet hat. Und noch jetzt wird im Vegetarier-Forum darüber diskutiert, ob es der gute Versuch einer Erziehungsmaßnahme oder einfach nur ein schlechter Scherz ist. Er ist wohl vor allem eines: Gesprächsthema.

Ob über vegetarische Ernährung, artgerechte Tierhaltung, die Preise vom Qualitätsfleisch oder die genialen Einfälle von Zotter sowie seinem Team – gesprochen wird. Denn im Tiergarten gibt es nicht nur meist vom Aussterben bedrohte heimische Tiere, die – abgesehen vom wirklich unnötigen Streichelzoo – auch artgerecht auf großen Weiden gehalten werden. Nein, ein witziger Einfall – von „Bauerngolfplatz“ bis Milchmelkmaschine, vom Ideenfriedhof bis zur eigenen Schokokreation – jagt den anderen. Dazwischen ist der Duft der Kräuter eine angenehme Abwechslung vom mittlerweile überdrüssigen Schokoladengeruch. Und wir erfreuen uns am Anblick prallvoller Maroni-, Haselnuss- und Apfelbäume.

Zotter hätte seinen Essbaren Tiergarten auch anders aufziehen können, hätte ihn Bauernhof nennen können – hat er aber nicht, gut so! Denn im Grunde ist es nichts anderes als das, was Oma und Opa früher getan haben. Zumindest die meiner Freundin oder meine: Sie hielten ein paar Kühe, ein paar Hühner, hatten Äpfelbäume, hatten ihren Garten – und ja, es war klar, dass sie sich damit ernährten und versorgten. Ob das in der heutigen Zeit angemessen ist, das muss jeder selbst entscheiden.

Genauso wie darüber, was aus dem essbaren Garten wirklich auf dem Teller landet: Denn es gibt schließlich jede Menge Alternativen zu Fleisch – auch bei Zotter, und damit meine ich nicht nur Schokolade.

 

Weitere Infos
Zotter kann man Montag bis Samstag besuchen: Öffnungszeiten
Mit über 200.000 Gästen ist sein Reich in Bergl Nummer Zwei aller steirischen Destinationen nach Mariazell!

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