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Schlagwort: Spenden

Meine Erfahrungen in Traiskirchen

Bei meinem Besuch in Traiskirchen zur Ausgabe der Spenden an die Flüchtlinge parkte ich fast direkt vor dem Eingang des Flüchtlingszentrums und ertappte mich dabei zu überlegen, ob ich meinen…

Bei meinem Besuch in Traiskirchen zur Ausgabe der Spenden an die Flüchtlinge parkte ich fast direkt vor dem Eingang des Flüchtlingszentrums und ertappte mich dabei zu überlegen, ob ich meinen USB-Stick beziehungsweise gleich das ganze Autoradio einpacken sollte. (Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich leider persönlich – nicht in Verbindung mit Flüchtlingen – schon Erfahrung mit mehren Einbrüchen sammeln durfte.) Aber gut, ich wollte mich dem Thema neutral und ohne Vorurteile nähern – also ließ ich beides dort. Gleich am Anfang muss ich aber noch etwas gestehen: Sofort nach dem Aussteigen hätte ich mein 37-Grad-Sommer-Outfit, bestehend aus Hotpants und Trägertop, gerne noch einmal überdacht. Der Weg bis zum vereinbarten Treffpunkt, vorbei an verschiedenen Menschengruppen, die offensichtlich einer anderen Kultur angehören, war erst einmal total ungewohnt.

Aber trotz aller anfänglicher Bedenken wurde es ein wunderschöner Nachmittag voll geteilter Freude, Emotionen und Geschichten, wovon noch einige folgen sollten. Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, wie begeistert ich von der Zusammenarbeit der einzelnen Religionsgemeinschaften bin – katholische Pfarre, türkisch-islamischer Kulturverein, Helfer von der evangelischen Kirche… Es ist wunderschön mit anzusehen, wie alle an einem Strang ziehen und zusammen helfen, wenn es hart auf hart kommt, und dass es keinen Unterschied macht, woran du glaubst oder auch nicht. Auch die Gruppe der Freiwilligen besteht aus Österreichern, Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern und Menschen, die als Dolmetscher für alle nicht Deutsch- beziehungsweise Englischsprechenden agieren. Einen Bericht was mit den Spenden für die Flüchtlinge in Traiskirchen passiert und den allgemeinen Ablauf findet ihr hier: Traiskirchen – der Weg der Spenden

Bleibende Erinnerungen

Als ich durch die eng gedrängte und auf die Ausgabe wartende Menge gehe, machen mir sofort alle Platz und ein freiwillig helfender Flüchtling hält mir die Türe auf – ich komme mir ein wenig vor wie ein VIP. Mohammed erzählt mir auf Englisch, dass er seit zwei Monaten hier sei und bereits österreichische Freunde gefunden habe. Stolz zeigt er mir Fotos auf seinem Handy von einem Pärchen und ihm beim Essen, beim Autofahren…

Während des Team-Meetings übersetzt einer der „refugees“ die wichtigsten Eckpunkte für seine Landsleute und ein anderer ist so gerührt von der Hilfsbereitschaft hier, dass er mit zitternder Stimme und in gebrochenem Englisch erklärt, dass er gelernter Koch sei und wie gerne er nicht für uns alle Kochen würde als Dankeschön.

Mahmot erzählt, dass er mit seiner Frau und ihrem Baby innerhalb von 18 Tagen (!) von Griechenland hierher gegangen (!) ist. Ich mache große Augen und obwohl wir beide gut englisch sprechen, wiederhole ich meine Frage mit Zeichensprache, wobei ich mit zwei Fingern das Gehen symbolisiere. Er beginnt zu lachen: „You can believe me – we just walked.“ Sie sind also tatsächlich nur zu Fuß gegangen. Zwischen 18 und 20 Stunden am Tag waren sie unterwegs. Das übersteigt meine Vorstellungskraft und obwohl ich nicht glaube, dass er mir etwas Falsches erzählt, überprüfe ich diese Aussage später mit Google Maps. Und stelle fest: Es geht sich aus! Google Maps sagt, 311 Stunden Fußmarsch wären es in etwa bis Griechenland – und 342 Stunden sind es, wenn man 18 Tage lang jeweils 19 Stunden marschiert. Ich bin noch immer absolut fassungslos! Wer tut so etwas, wenn er nicht „um sein Leben läuft“? (Die junge Familie wollte übrigens gar nicht nach Österreich, sondern nach Holland, sie sind hier aber von der Polizei gefasst worden.)

Eine syrische Frau fragt mich nach getaner Sortierarbeit im Pfarrheim mit Hilfe einer Dolmetscherin nach den Bildern an den Wänden, auf denen Fotos von der Jungschar zu sehen sind, was das für eine Gruppe sei und ob ihre Tochter auch dort mitmachen könne, die Kinder sähen so glücklich aus auf den Bildern. Ein „refugee“ tritt beim Sortieren im Pfarrhof an mich heran und fragt, ob er sich Wasser von der Leitung (!) nehmen dürfte, er sei so durstig…

Dass hier nur Positives erwähnt wird, liegt nicht daran, dass ich die Gespräche ausgefiltert habe, sondern ich habe in den etwa rund zwanzig Stunden dort tatsächlich keine negativen Zwischenfälle erlebt.

Die Beweggründe kann man natürlich überhaupt nicht miteinander vergleichen, aber die Nachmittage bei der Ausgabe sind für mich wie eine Mischung aus hektischem Flohmarkt und Sprachreise. Bei so einer Reise ist man ja auch fremd in einem anderen Land, verständigt sich zum Teil mit Händen und Füßen ohne etwas oder jemanden zu kennen und ist wirklich froh über jeden Tipp und jedes nett entgegengebrachte Wort. „Am meisten freuen sie sich über ein nettes Lächeln, nette Worte und jemanden, der ihnen einfach nur zuhört.“, bestätigt auch Doris, eine der Projektleiterinnen der Caritas.

Zelt_Ausgabe

Die Spendenausgabe

Wie bereits im verlinkten Artikel erwähnt, hatte jede Flüchtlings-Gruppe nur etwa zehn Minuten (!) Zeit um sich bei der Spendenausgabe die nötigen Dinge zusammenzusuchen, danach galt es, alle aus dem Zelt zu bekommen. Und wenn man sich das Titelbild beziehungsweise das folgende Foto ansieht, kann man erahnen, wie viel Passendes man in zehn Minuten zusammensuchen kann. Ausdrücklich erwünscht: Bilder nochmals genau ansehen und sich vorstellen, man müsste für sich selbst – eventuell auch zusätzlich für seine Kinder – in zehn Minuten, gemeinsam mit etwa 30 anderen Personen alles notwendige zusammensuchen.

Spendenausgabe_Traiskirchen_Damen_u_Kinderabteilung

Auch bei der anschließenden Aufforderung zum Gehen hatte ich – vor allem als Frau – anfangs Bedenken, ob das gut gehen würde. Aber alles klappte problemlos – das einzige, worum wir freiwilligen Helfer immer wieder gebeten wurden, war „Please, one more minute!“. Und auch wenn sich die einzelnen Gruppen nicht im Eiltempo nach draußen bewegten, gab es an den zwei Tagen, an denen ich bis jetzt bei der Ausgabe dabei war, noch nie etwas negatives zu berichten.

Mit einem Polizisten vor Ort konnte ich auch kurz sprechen, er erzählte (es war drei Uhr nachmittags), dass er seit gestern früh, sechs Uhr im Dienst sei, vier Stunden geschlafen habe und noch bis morgen Vormittag seiner Pflicht nachgehe. In der Nacht gab es einen Streit zwischen den Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie auch in vielen Zeitungen zu lesen war.

Zu gefährlich?

Im Baumarkt, als ich auf der Suche nach einem kleinen Schloss und einer Kette war, erzählte ich dem Mitarbeiter kurz, dass ich die Sachen benötige, um eine Schere an einem Tisch zu fixieren und in weiterer Folge, dass ich die Schere benötige, um Hosen für Flüchtlinge zu kürzen. „Sie fahren nach Traiskirchen? Sie als Frau?“, fragte er, gefolgt von der Frage ob ich das beruflich mache (Nein, ich habe einen „normalen“ Vollzeit-Job.), der Frage, ob ich Moslem bin (Nein.) und dem Hinweis, dass er seine Freundin dort nicht helfen lassen würde, das sei seiner Meinung nach zu gefährlich…

Ich denke, dass die ablehnende Haltung vieler Österreicher beziehungsweise Gemeinden auf Angst basiert. Sie kennen diese Situation und die Kulturen nicht und natürlich macht eine große Gruppe von Menschen mehr Angst als Einzelpersonen. Auch kommt noch das Sprachproblem dazu – klar ist es anfangs etwas unangenehm, wenn man an einer Gruppe vorbeigeht und keinen Schimmer hat, worüber die Personen gerade reden oder ob man gar selbst gerade Thema des Gesprächs ist. Wie ihr im ersten Absatz lesen konntet, war auch ich anfangs sehr unsicher.

Trotzdem möchte ich die Skeptiker bitten, Mut zu fassen und offen für dieses Thema zu sein, letztendlich sind es Menschen wie du und ich, mit Ausbildung, einem ehemals schönen Zuhause… Ich möchte meine Hand nicht ins Feuer legen, dass alle von den etwa 3.000 bis 4.000 Flüchtlingen in Traiskirchen zu hundert Prozent zu den „Guten“ zählen – das könnte ich bei 4.000 willkürlich ausgewählten Österreichern aber auch nicht garantieren.

Wenn ihr offene Fragen habt, die in keinem der zwei Artikel oder den unten angefügten Links beantwortet werden, könnt ihr gerne einen Kommentar schreiben – Matthias, Projektleiter von der Caritas, hat sich zu einem Interview bereit erklärt.

P.S.: Vier Mal war ich bis jetzt schon in Traiskirchen – mein USB-Stick und das Radio waren an den Tagesenden bis jetzt immer noch in meinem Auto und auch an den folgenden, heißen Tagen bin ich mit kurzer Hose hingefahren.

 

Links zu weiterführender Information:

Hier eine kurz zusammengefasste Info der wichtigsten Punkte: gruene.at/themen/menschen-grundrechte/fluechtlinge-fragen-antworten

Auch eine schöne (und den oberen Link gut ergänzende) Zusammenfassung: news.at/a/asyl-zehn-fakten

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Traiskirchen – Der Weg der Spenden

Obwohl ich zu dem Thema „Flüchtlinge/Asylwerber“ schon einiges gehört (Radio), gelesen (Zeitungen, Facebook) oder (von Gemeinde-Seite) mitbekommen hatte, wollte ich mir vor Ort selbst ein Bild machen. Nur weil andere etwas…

Obwohl ich zu dem Thema „Flüchtlinge/Asylwerber“ schon einiges gehört (Radio), gelesen (Zeitungen, Facebook) oder (von Gemeinde-Seite) mitbekommen hatte, wollte ich mir vor Ort selbst ein Bild machen. Nur weil andere etwas sagen, machen oder unterlassen, heißt das noch lange nicht, dass das automatisch gut oder richtig ist – jeder Mensch, egal ob Politiker, Journalist oder der Nachbar, ist anders, hat andere Vorstellungen, Erwartungen und Erfahrungen. Ich wollte meine Eigenen sammeln bevor ich mitrede, ohne selbst direkt mit dem Thema zu tun gehabt zu haben.

Also bin ich relativ spontan einem Aufruf der Facebook-Seite Wir helfen. von Caritas Omni.Bus gefolgt, bei dem es hieß, es werde Hilfe zum Sortieren gebraucht. Nachdem ich auf dieser Seite auch lesen konnte, dass einige Menschen mit ihren Spenden wieder fort geschickt wurden, klang das erst einmal so wie „denen geht’s eh gut, die brauchen keine Spenden“. Vor Ort war allerdings schnell klar, dass dem nicht so ist, vielmehr mangelt(e) es an allen Ecken und Enden an Platz! Wintersachen und ähnliches wird zur entsprechenden Jahreszeit ganz sicher auch benötigt, kann aber bis dahin nicht in großer Menge verstaut werden. Dass das Flüchtlingszentrum überfüllt ist, dürfte hier niemandem entgangen sein, aber auch der Lagerplatz für die Spenden ist knapp.

Als ich dort war, waren die Sachen im katholischen Pfarrhof Traiskirchen gelagert – dieser musste aber aufgrund einer Hochzeit zumindest zu Teil geräumt werden. Und obwohl es ein gutes Gefühl ist zu helfen wird schnell klar, wie viel Energie die Organisation hinter all dem kostet. Ich habe gemeinsam mit anderen Freiwilligen versucht, den Bereich um die Türe freizuräumen und einen ganzen Nachmittag lang Kleidung sortiert. Während der Bereich kurzzeitig etwas aufgeräumter wirkte, kamen immer wieder Spenden dazu – zum Teil waren die Menschen auch extra aus Graz oder Zwettl angereist, um etwas vorbei zu bringen – ich fühlte mich wie eine Ameise in einer nicht enden wollenden Sortierarbeit. Die Spenden werden wirklich benötigt, der Platz im Pfarrhof zum Teil aber auch – die Situation ist keine leichte. Ich möchte jedem raten, selbst mitanzupacken, statt darüber zu reden was man machen könnte – denn an der Umsetzung scheitert es leider oft, auch wenn es in der Theorie recht einfach klingt.

Decken-Schuhe-Taschen-sortieren-Traiskirchen

Warum werden die Sachen überhaupt sortiert und warum soll man nicht direkt mit dem vollgepackten Auto zum Flüchtlingszentrum fahren?

Diese Menschen sind wie du und ich – und wie bei jeder Menschenansammlung gibt es die Fröhlichen, die Grantigen, die Zurückgezogenen, die Streitsüchtigen, die Optimistischen… Fährt man mit dem Auto hin, erhalten meist nur die Starken beziehungsweise die Schnellen etwas, alle anderen haben gar keine Chance. Bevor man zehn Bälle an hundert Kinder verteilt, wird lieber noch etwas gewartet und gesammelt, um Streit und Neid zu vermeiden. Auch die Kleidung wurde nach Geschlecht sortiert und gesammelt, ebenso wie nach „langer Hose“, „kurzer Hose“, „T-Shirt“ und so weiter, damit die Flüchtlinge innerhalb kurzer Zeit etwas Passendes finden können. Ich muss gestehen, bei meinem ersten Besuch habe ich ein wenig an der Sinnhaftigkeit dieser Sortierarbeit gezweifelt. Als ich ein zweites Mal – diesmal bei der Ausgabestelle im türkisch-islamischen Kulturverein Traiskirchen – vor Ort war, wurde schnell klar, dass es anders gar nicht funktionieren kann: Die sortierten Sachen wurden auf vier langen Reihen von Heurigentischen aufgelegt, die Flüchtlinge kamen immer in Gruppen herein ins Zelt. Beim Eingang mussten sie einen tags davor erhaltenen Zettel abgeben, wodurch gewährleistet werden soll, dass sich ein und die selbe Person nach dem Verlassen der Spendenausgabe nicht gleich wieder beim Eingang anstellt. Jeder bekommt beim Hereingehen ein Sackerl (Tüte), eine Tasche oder ähnliches und hat anschließend zehn Minuten Zeit, alles einzupacken, was benötigt wird. Nach diesen zehn Minuten müssen alle das Zelt verlassen und die nächste Gruppe wird hereingelassen.

Was spenden?

Auf oben genannter Facebook-Seite wird immer wieder kundgetan, was momentan benötigt wird – bitte informiert euch hier vorab, wenn ihr etwas spenden wollt. Die Sachen sollten auch gewaschen sein, leider musste ich am ersten Nachmittag feststellen, das das sehr oft nicht der Fall war. Allgemein kam mir auch einiges Fleckiges, extrem Fusseliges, Kaputtes etc. unter – nicht falsch verstehen, ich bin ein Mensch der selbst gerne auf Flohmärkte geht und kein Problem mit gebrauchten Dingen hat, aber die in den Medien, vor allem auch im Social Media-Bereich, oft erwartete „extreme“ Dankbarkeit…

Man muss bedenken, dass diese Menschen auch ein schönes Zuhause hatten, mit hübschen Schuhen, moderner Kleidung, und nicht zwingend arm waren. Andererseits gibt es auch wirklich sehr liebevoll gestaltete Willkommenspakete und allgemein auch viele schöne Sachen, zum Teil auch Markenkleidung, die abgegeben werden – da bekommt man schon nur vom Ansehen gute Laune. Entgegen dem negativen Bild, das oftmals vermittelt wird, gibt es also auch eine große Hilfsbereitschaft innerhalb Österreichs. Möchte man selbst mithelfen, kann man zwischen Sach-, Zeit- und Geldspenden wählen.

Spenden-Brief-Traiskirchen

Was würdest du auf eine Flucht mitnehmen?

Diese Frage stellte Doris, die dortige Projektleiterin der Caritas, den freiwillig mithelfenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Handy war unter den Top drei, das erklärt auch, warum man so viele Flüchtlinge mit einem Handy sieht. Die Frage hat mich allgemein inspiriert und ich habe für mich überlegt, was ich denn mitnehmen würde. Nach kurzer Bedenkzeit musste ich feststellen: Nicht viel, damit das Gepäck nicht zu schwer wird.

Was würdet ihr auf eine Flucht mitnehmen?

P.S.: Weitere Eindrücke folgen!

 

Wer mit Sach-, Zeit- und Geldspenden helfen möchte, kann sich hier informieren und Fragen stellen.

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Arkayana: Eine heilende Reise in den Amazonas.

Ein aussergewöhnliches Crowdfunding-Projekt braucht deine Hilfe! Eine starke Frau, die anderen Frauen mit einem englischen Dokumentarfilm neuen Mut machen will. Ein Film, der zwei Frauen auf ihrer Reise durch den…

Ein aussergewöhnliches Crowdfunding-Projekt braucht deine Hilfe!

Eine starke Frau, die anderen Frauen mit einem englischen Dokumentarfilm neuen Mut machen will. Ein Film, der zwei Frauen auf ihrer Reise durch den Amazonas begleitet. Sie wollen sich ihrer von sexuellem Missbrauch geprägten Vergangenheit stellen. Die Regisseurin Mardy Malika möchte mit ihrem Team La Loca Colectiva Frauen stark machen und sich für ihre Rechte einsetzen. Sie möchte die Frauen ermutigen, das Schweigen über ihren Missbrauch zu brechen und wie die Frauen im Film ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Das Team findest du auch auf Facebook unter https://www.facebook.com/lalocacolectiva.

Die gesamten Spenden werden für die Produktion des Dokumentarfilms verwendet. Das ambitionierte Team möchte keinen Gewinn machen, sondern helfen und möglichst viele Menschen mit ihrer Arbeit erreichen. Man will den Opfern zeigen, dass sie nicht alleine sind und auf die Problematik und den Handlungsbedarf in unserer Gesellschaft aufmerksam machen. Der Film wird kostenlos auf YouTube und Vimeo veröffentlicht werden und darf und soll geteilt werden.

Falls auch du helfen möchtest, dieses Projekt zu unterstützen, findest du hier weitere Informationen: http://igg.me/at/arkayana

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Online-Büchermärkte – Echte Alternativen

Es gibt einen gigantischen Marktführer für den Bücherverkauf im Internet, gegen den andere, kleinere Unternehmen kaum eine Chance haben. Ja, sie wirken fast machtlos gegenüber dem Riesen. Da hat man…

Es gibt einen gigantischen Marktführer für den Bücherverkauf im Internet, gegen den andere, kleinere Unternehmen kaum eine Chance haben. Ja, sie wirken fast machtlos gegenüber dem Riesen. Da hat man es als Verbraucher oft schon schwer, nicht mit dem Giganten in Berührung zu kommen. Aber leider lässt es sich manchmal einfach nicht vermeiden.

Deshalb finde ich, dass es an der Zeit ist das zu ändern und auch kleinen Online-Unternehmen im Bereich Bücher eine Chance zu geben. Ich habe ein paar tolle Alternativen gefunden, die ich euch gerne vorstellen möchte. Es handelt sich dabei um kleine Unternehmen, die online Bücher verkaufen und damit gleichzeitig soziale Projekte unterstützen.

Fairbuch – Die faire Idee

Fairbuch.de unterstützt seit 2006 als Sponsor die Kindernothilfe, um damit Kindern in aller Welt mehr Chancen auf Gesundheit, Bildung und Frieden zu geben. Wenn man bei Fairbuch einkauft, erhält die Kindernothilfe zwei Prozent des Verkaufspreises, das gilt auch für Hörbücher, eBooks, DVDs, CDs oder Spiele. Das Unternehmen wurde von Dr. Eva Funke und Andreas Funke im Jahr 2006 gegründet. Beide sind Gründungsmitglieder einer internationalen Montessori-Schule in Hessen. Auf Grund ihres persönlichen und beruflichen Werdegangs entstand der Wunsch, benachteiligen Kindern aus der ganzen Welt zu helfen. Der Verkaufspreis der Bücher oder anderer Artikel erhöht sich dadurch nicht. Alle Produkte werden seit Mai 2013 versandkostenfrei verschickt, um noch mehr Kunden zu gewinnen und somit das Spendenaufkommen zu erhöhen.

Buch7

Buch7.de unterstützen mit 75 Prozent ihres Gewinnes soziale, kulturelle oder ökologische Projekte. Die Projekte müssen einen gesellschaftlichen Mehrwert haben und überwiegend uneigennützige Zwecke verfolgen. Formlose Vorschläge für ein neues Projekt werden von Buch7 jederzeit entgegen genommen. Man kann so bewirken, einem tollen Projekt, das einem selber am Herzen liegt, möglicherweise finanzielle Unterstützung zu verschaffen. Buch7 gibt sich viel Mühe das beste Spendenprojekt zu finden, und nicht nur „publikumswirksame“ Projekte zu unterstützen. Bei Buch7 fallen unter einem Bestellwert von 19,50 Euro Versandkosten in Höhe von 2,90 Euro an. Da die Preise von deutschen Büchern einer Preisbindung unterlegen sind, kosten die Bücher bei Buch7 genauso viel wie bei jedem anderen Buchhändler auch.

Ecobookstore

Ecobookstore spendet 70 Prozent der Provision ihres Gewinnes zum Schutz des Regenwaldes. Hinter dem Unternehmen steht Macadamu, ein kleines IT-Dienstleistungsunternehmen aus dem Allgäu. Seit 2012 betreiben sie den Online-Buchhandel in einer Kooperation mit dem deutschen Traditionsunternehmen Libri. Alle Bestellungen von Büchern und Hörbüchern ab einem Bestellwert von 20 Euro werden versandkostenfrei verschickt. Bei Bestellung unter 20 Euro berechnet Ecobookstore eine Versandkostenpauschale von drei Euro.

Macadamu betreibt außerdem noch eine firmeneigene Solarstromanlage, die jährlich zu einer Kohlendioxid-Vermeidung von durchschnittlich 25 Tonnen beiträgt. Und Ecobookstore hat noch eine Besonderheit: Macadamu legt großen Wert auf ein umweltfreundliches Hosting und hat deshalb alle ihre Webseiten bei der Hetzner Online AG. Dieses Unternehmen wurde mit dem GreenIT Best Practice Award 2011 ausgezeichnet und deckt seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

 

Die drei Unternehmen fördern durch ihr soziales Engagement unterschiedliche Projekte und bewirken damit Gutes. Mir gefällt der Gedanke sehr, dass ich mit dem Kauf eines Buches ein Projekt unterstützen kann und anderen helfe. Diese mittlerweile große Auswahl an sozialen Unternehmen zeigt mir deutlich, dass man schon lange nicht mehr auf den großen, gigantischen Marktführer angewiesen ist. Denn wie man sieht gibt es nicht nur Alternativen, sondern man kann sich so auch aussuchen, welche Projekte man mit dem Kauf unterstützt. Bei näherer Betrachtung der drei Alternativen, würde ich mich persönlich für Fairbuch entscheiden. Die Entscheidung lässt sich nicht sachlich begründen, da sie auf meinem Gefühl beruht. Alle drei sind aber in meinen Augen gute Möglichkeiten, um nicht dem kommerziellen Riesen unser Geld in den Rachen zu schieben.

 

Weitere Informationen zu den sozialen und nachhaltigen Tätigkeiten der Shops findet ihr unter den folgenden Links:
Fairbuch
Buch7
Ecobookstore

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Laufen für die Umwelt: 5.000 Meilen durch Südamerika

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar…

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar wurden zu ihrem unglaublichen Reise-Projekt inspiriert, als sie gerade Seevögel in der Karibik untersuchten. Das war 2009, und drei Jahre später verwirklichen sie ihren Traum. “Wir wollten etwas tun,”, sagen sie in den FAQs auf ihrer Website, “um auf die Weltwunder in Südamerika aufmerksam zu machen und dabei eine einzigartige Expedition unternehmen.” Genau das machen sie gerade. Seit 28. Juli 2012 sind sie auf dem Weg, ohne Unterstützung 5.000 Meilen, also rund 8,047 Kilometer, durch Südamerika zu laufen. Ja, zu laufen!

Im Interview erzählen mir die beiden Abenteurer mehr über ihre Einjahresreise und die körperliche Herausforderung, ihre ganze Ausrüstung – Haus, Büro, Küche, Labor – in einem eigens gebauten Trailer aus Recycling-Material hinter sich her zu ziehen.

Doris: Welche Absicht verfolgt ihr mit eurem Projekt?

Die Motivation sind die Natur und die Tiere darin: Wir möchten für unsere Organisationen “Conservacion Patagonia” und “Birdlife International” Geld sammeln, damit sie bedrohte Lebensräume auf dem Kontinent besser schützen können. Wir möchten außerdem dazu anstiften, selbst für die Umwelt aktiv zu werden und Menschen aus aller Welt mit Südamerika verbinden und sicherstellen, dass unsere täglichen Entscheidungen eher der Natur und dem Ökosystem helfen als ihnen zu schaden.

Wie kamt ihr darauf, die 5.000 Meilen zu laufen?

Wir dachten zuerst daran, von West nach Ost durch den Amazonas zu gehen, doch dann haben wir herausgefunden, dass ein britischer Kollege, Ed Stafford, genau das gerade tut und es gut tut. Wir dachten dann daran, die Länge des Kontinents zu durchwandern oder auf jedem Kontinent auf einen alten Baum zu klettern, aber nach einigen Wochen im Amazonas auf einer ungeführten Expedition war uns klar, dass das Jahre und nicht nur ein Jahr dauern würde. Dann war da das Laufen. Können es unsere Körper monatelang auf diesen schlechten Straßen aushalten und daneben noch unsere ganze Ausrüstung mitschleppen? Wir finden das gerade heraus…

Ihr habt eure Reise gerade erst begonnen, was hat euch bisher am Meisten überrascht?

Die Art, wie Chilenen und Argentininier hupen und uns zuwinken – wir hatten keine Idee davon, dass es so aufregend sein würde, uns auf diesen Straßen laufen zu sehen! Uns wurden Empanadas und Milkshakes durch Autofenster gereicht und ständig fragt uns jemand, ob wir mitfahren möchten! Die Polizei – sowohl in Chile als auch in Argentinien. Wir würden in Großbritannien nicht zur Polizei gehen, um Hilfe zu holen, aber hier bleiben die Polizisten sie stehen, um zu prüfen, ob es uns gut geht, bieten uns Autofahrten an, Essen, heißes Wasser, Campingplätze… Unglaubliche und sehr schöne Überraschungen!

Wie sind die Reaktionen der Leute, die ihr trefft, und hat euch schon eine Person besonders beeindruckt?

Wir liefen vor kurzem nach Puerto Natales in Chile und jemand, der von unserer Expedition gehört hatte, fuhr rund 60 Kilometer, nur um uns zu treffen, ohne zu wissen, ob sie uns wirklich finden würde, ohne uns jemals vorher getroffen zu haben, nur um mit uns einen heißen Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Wir haben in dieser Nacht unser Zelt im Schnee aufgestellt und dann wunderschöne Stunden mit ihr in ihrem Auto verbracht, dabei gegessen, Kaffee getrunken und ihren lieben, aber etwas faulen Hund gestreichelt.

Wie würdet Ihr euren Trip in drei Worten beschreiben?

Entdecke mehr laufend…

Wenn jemand in eure Fußstapfen treten möchte, was würdet ihr ihm/ihr sagen?

1. Es ist wirklich schwierig, Websites und Verbindungen auf dem Laufenden zu halten – trotz aller modernen Mittel, also halte deine Erwartungen niedrig!
2. Mach dich auf kulturelle Differenzen gefasst – und wirf deine Uhr weg!
3. Du brauchst weniger als du denkst. Bereite deine Reise vor, dann verbringe die ersten paar Wochen damit, festzustellen, was du wirklich brauchst und werde den Rest los – jedes Gramm zählt!
4. Kontakte in jeder Stadt sind wichtig!
5. Du wirst nie fertig und bereit sein, also lauf einfach los!

Was habt ihr bereits gelernt, was ihr den zu Hause Gebliebenen mitteilen möchtet?

Komfort und Bequemlichkeit stehen zwischen dir und der echten Erfahrung, Leben, Ehrgeiz, Wissen, allem! Brich da durch oder verbringe dein Leben schlafwandelnd!

Was ist die größten Herausforderung auf der Reise?

Motiviert und in Verbindung zu bleiben. Die Reise soll erst in einem Jahr fertig sein, aber wir sind so ungeduldig und wollen einen Unterschied machen, sodass wir jetzt schon das Gefühl haben, die Zeit rinnt uns durch die Finger – wir müssen konzentriert und vor allem geduldig bleiben.

Was ist die Belohnung, die Freude, die ihr erwartet?

Zu wissen, dass wir schon durch kleine Schritte schützen und einen kleinen Teil von Südamerika vor der Zerstörung bewahren können.

Abgesehen von den drei Missionen „Raise, connect, inspire“ auf Eurer Website, was möchtet ihr jeder für sich erreichen?

David: Laufend zum anderen Ende zu kommen ist mir schon genug!
Katharine: Dass jeder von uns etwas für die Umwelt und die Natur tun kann. Alle unsere Entscheidungen beeinflussen sie, hier die richtigen für die Umwelt zu treffen ist anfangs sicher hart, aber es ist so zufriedenstellend und verblüffend auf lange Sicht gesehen.

Danke für das Gespräch und viel Glück für den Rest der 5.000 Meilen!

Mehr über das Projekt und wie man die beiden unterstützen kann findet ihr hier: 5000mileproject.org

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