Eco. Life. Style.

Schlagwort: selber machen

Pionierinnen der neuen Eiszeit: Veganista-Eis zum Selbermachen

Schon länger rufen es die Spatzen von den Dächern und nun ist es endlich so weit: Die Schwestern Cecilia Havmöller und Susanna Paller haben Anfang Mai ihr erstes Buch herausgebracht. Eigentlich…

Schon länger rufen es die Spatzen von den Dächern und nun ist es endlich so weit: Die Schwestern Cecilia Havmöller und Susanna Paller haben Anfang Mai ihr erstes Buch herausgebracht. Eigentlich führen die beiden seit 2013 sehr erfolgreich ihr Eisgeschäft Veganista in der Neustiftgasse in Wien und haben im Dezember 2014 sogar einen zweiten Shop in der Margaretenstraße eröffnet. Man möchte meinen, dass man damit beruflich bereits voll ausgelastet ist. Aber nein, über die Wintermonate ist das 160 Seiten Werk „Veganista – Pionierinnen der neuen Eiszeit“ entstanden.

Nachdem ich nicht in Wien wohne und daher nur sehr selten in den Genuss eines Veganista-Eises komme, war ich natürlich begeistert, als ich davon erfahren habe. So kann ich endlich wann immer ich möchte mein eigenes veganes und 100% natürliches Eis zu Hause herstellen. Ob mir das auch tatsächlich gelingt?

Los geht’s mit dem Eisgenuß

Als ich das Buch endlich in meinen Händen gehalten habe, war ich noch skeptisch. Mit so wenigen und einfachen Zutaten soll man wirklich so tolles Eis zaubern können? Um das auszuprobieren musste aber zuerst eine Sorte ausgesucht werden. Nach kurzer Überlegung – denn das Buch ist wirklich über und über voll mit herrlichen Rezepte für Sorten wie Brownie, Vanille, Haselnuss, Banane, Basilikum, Mango oder Zitrone-Melisse – fiel die Entscheidung auf Cookie.

Buch_02_low

Das Rezept für Cookie-Eis klingt sehr einfach, die exotischsten Zutaten sind 0,5 Gramm Johannisbrotkernmehr und 0,5 Gramm Guarkernmehl. Zum Glück findet man diese zwei Produkte mittlerweile aber in jedem Reformhaus oder Biomarkt. Bleibt also nur noch das Problem, ein halbes Gramm abzuwiegen. Nachdem dieser Punkt aber der gemeinsame Nenner aller Rezepte ist und ich ohnehin eine Feinwaage zur Kosmetikherstellung brauchen könnte, habe ich auch hier nicht lange überlegt und so bin ich nun Besitzerin eine löffelförmigen Feinwaage für zirka 20 Euro.

Eismaschine – Ja oder Nein?

Die nächste Herausforderung: Brauche ich eine Eismaschine oder reicht ein Tiefkühler aus um gutes Eis selber herzustellen? Diesem Problem hat Susanna, die „Köchin“ der beiden Schwestern, ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem alle Vor- und Nachteile erläutert werden. Ich kann euch daher beruhigen, man benötigt nicht zwingend eine Eismaschine, aber das Ergebnis wird mit einer solchen garantiert besser. Der große Vorteil einer Eismaschine ist, dass diese das Eis während des Gefrierprozesses kontinuierlich rührt und so viel Luft in die Masse eingearbeitet wird. Dadurch wird es besonders fluffig und es bilden sich keine groben Eiskristalle.

Nachdem meine Küche einfach nicht genügend Platz für eine Eismaschine bietet, bleibt mir also vorläufig nur die Möglichkeit, das Eis von Hand herzustellen. Nachdem alle fehlenden Utensilien und Zutaten eingekauft waren, ging es ran an das Rezept. Auch beim zweiten Mal durchlesen war es ganz simpel. Kokos- und Sojamilch abwiegen und vermischen. In einem anderen Gefäß Zucker, Salz, Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl abwiegen und gut vermischen. Nun werden die festen Stoffe langsam mit einem Mixer in die flüssige Mischung eingemixt.

Hätte ich jetzt eine Eismaschine, müsste ich die Mischung für etwa zwei Stunden in den Kühlschrank geben und dann in die Eismaschine. So aber habe ich die Mischung gleich in das Gefrierfach gegeben und immer wieder gut umgerührt, um die Masse so cremig wie möglich zu halten. Anfangs ist diese noch ziemlich flüssig, je fester sie wird, desto öfter rühre ich sie um. Anfangs alle halben Stunden und dann etwa alle 15 Minuten. Nach rund zwei bis drei Stunden ist das Eis dann genußbereit. Kurz bevor das Eis komplett fertig ist, werden die Cookies zerbröselt und in die Eismasse gemischt. Das steht im Rezept leider nicht so genau definiert und daher habe ich die Cookies bei meinem ersten Versuch viel zu früh dazu gemischt, mit dem Ergebnis, dass das Eis letzten Endes leider mehr wie ein Brownie-Eis ausgesehen hat. Geschmeckt hat es aber genauso wie ich Cookie von Veganista kenne. Lecker! Und jetzt weiß ich auch was der besondere Beigeschmack ist, den ich bisher nicht zuordnen konnte. Es ist Kokosmilch. Seither ist diese Sorte zu meinen Favoriten aufgestiegen.

eiskreation_low

Mein Fazit

Auf dieses Buch habe ich definitiv gewartet, ohne es vorher gewusst zu haben. Die Rezepte sind speziell zum Nachmachen für zu Hause und für kleine Eismaschinen kreiert worden und somit bin ich sicher, dass auch die anderen Sorten so gut gelingen wie mir mein Cookie-Eis. Außerdem werden in dem Buch nicht nur Rezepte für Eissorten beschrieben, sondern auch für Toppings wie Himbeersauce, süßes Popcorn oder Schoko-Fudge und es wird verraten, wie Inbetweeners (Eis-Sandwiches) gemacht werden. Wer möchte, kann sogar seine Brownies und Cookies für die dazugehörigen Eissorten selber machen und verarbeiten.

Buch_03_low

Neben den vielen Rezepten und Tipps gibt es nach einem sehr lieben Vorwort von Christoph Maria Herbst für alle Fans aber auch ein bisschen Hintergrundinformationen zu den beiden Schwestern und wie sie zu ihrem Eisgeschäft gekommen sind. Man erfährt zum Beispiel, dass Cecilia überhaupt nicht gerne Eis macht, dafür umso lieber isst und sich um Geschäftliches kümmert. So hat sie ihre kleine Schwester überredet mit ihr gemeinsam ein Geschäft zu eröffnen, da Susanna liebend gerne Eis produziert, aber nichts mit dem geschäftlichen Part zu tun haben möchte. Ein gelungenes Team.

Bestellinformationen

Veganista – Pionierinnen der neuen Eiszeit
Cecilia Havmöller, Susanna Paller
160 Seiten, broschiert
Format: 17 x 22 cm
Verlag: Freya; 1. Auflage 2015
ISBN-13: 978-3-99025-188-1
Preis: EUR 16,90 (A, D)

5 Kommentare zu Pionierinnen der neuen Eiszeit: Veganista-Eis zum Selbermachen

Workshop bei makeupbine: Naturkosmetik selber machen X-MASpecial

Beschäftigt man sich etwas näher mit den Inhaltstoffen seiner Kosmetik und Pflegeprodukte, kommt man schnell ins Grübeln. Was sind denn das alles für Stoffe, die da aufgeführt werden und braucht…

Beschäftigt man sich etwas näher mit den Inhaltstoffen seiner Kosmetik und Pflegeprodukte, kommt man schnell ins Grübeln. Was sind denn das alles für Stoffe, die da aufgeführt werden und braucht man sie alle oder schaden sie meinem Körper vielleicht sogar? Um mich vor schädlichen Inhaltsstoffen wie Mikroplastik, Aluminium, Silikonen und hormonellen Wirkstoffen wie Parabene zu schützen, greife ich in den Geschäften nur noch zur Naturkosmetik. Aber auch hier gibt es enorme qualitative Unterschiede und es ist schwer, Plastikverpackungen zu vermeiden.

Aus diesem Grund habe ich mich gefragt, ob man sich seine Pflegeprodukte nicht leicht selbst herstellen kann. Man kann! Und genau das hat mir Sabine in ihrem Workshop „DIY Naturkosmetik X-MASpecial“ gezeigt. Sabine selbst ist Make up Artist & Beauty Coach, Bodyvital- & vegane Ernährungstrainerin und seit kurzem auch Grüne Kosmetik Pädagogin. Die besten Voraussetzungen also, um uns alle nötigen Informationen mitzugeben.

Im X-MASpecial Workshop haben wir Kosmetik produziert, die sich besonders gut als Geschenk eignt und haben dafür auch gleich einige Tipps und nette Verpackungsideen bekommen. Bereits im Vorfeld wurde festgelegt, dass wir folgende Produkte herstellen werden: Lippenbalsam, Körperpeeling, Bodybutter, Badebomben, Seifenkekse und Badesalz.

Der Workshop

Am Tag des Workshops ging ich bewaffnet mit Kochschürze, Handtuch und etlichen Glasgefäßen zu Bine, gespannt, was mich erwarten würde. Erwartet hat mich eine sehr nette und auf Anhieb sympathische Frau – Sabine, oder von ihrem Blog besser bekannt als „makeupbine“ – und weitere sieben Teilnehmer.

Zu Beginn stand eine Kennenlernrunde auf dem Programm und wir tauschten uns allgemein über Kosmetik aus. Worauf sollte man beim Kauf von Kosmetik achten, welche Marken sind weniger gut und welche sind empfehlenswert, welche Inhaltsstoffe sollte man vermeiden und was ist wichtig für den Körper? Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Bines Ansatz „Verwende für deine Haut nur, was du auch essen würdest“. Damit ist zum einen gemeint, dass nur natürliche Rohstoffe wie Kakaobutter, Kräuter, Salz und ätherische Öle verwendet werden, aber auch, dass der beste Vitaminlieferant für unseren Körper kein im Labor hergestelltes Wundermittel ist. Eine Maske aus einer reifen Frucht hergestellt liefert der Haut alle Vitamine, die sie braucht.

Nach dieser spannenden Theorieeinheit geht es nun darum, dies in die Praxis umzusetzen. Wir werden von Bine dafür in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe geht zuerst in die Küche, die andere benötigt vorerst noch keinen Herd. Bine agiert als Springerin zwischen den beiden Gruppen, um uns helfend zur Seite zu stehen.

8 (1)

37

Trockenübung

Zuerst sind bei mir also Badesalz, Seifenkekse und das Körperpeeling an der Reihe. Badesalz und Körperpeeling haben mich durch deren Einfachheit sofort überzeugt und die Rezepte sind nun definitiv in meinem Standardrepertoire aufgenommen. Bei den Seifenkeksen war ich allerdings etwas enttäuscht, denn wir haben keine Seife selbst gemacht, sondern gekaufte Seife zum verschenken „aufgepimpt“. Eine sehr süße Idee, die bei den Beschenkten auch super ankommt, aber es ist für mich eben keine DIY-Naturkosmetik und damit nicht ganz richtig platziert.

Kochprogramm

Danach ging es weiter in die Küche. Hier konnten wir Körperbutter, Badebomben und Lippenpflege herstellen. Darauf habe ich natürlich besonders gewartet, denn die Industrie verkauft uns das ja als teures, aufwändiges Verfahren. Umso überraschender war es, wie einfach es ist, diese Dinge selber zu machen.

Die Grundzutaten bei unseren Rezepten waren Kakaobutter, Shaebutter und Pflanzenöl. Je nach Produkt wurden noch Zutaten wie Natron, Stärke, Zitronensäure und ätherische Öle verwendet. Die große Kunst steckt im Mischungsverhältnis. Als Anfängerin, wie ich es bin, sollte man sich also unbedingt an erprobte Mixturen halten. Mit Bines Rezepten war es ganz einfach: Die schmelzenden Zutaten in ein Gefäß, erhitzen, rühren, eventuell zusätzliche Zutaten hinzufügen und dann in Förmchen füllen und ab in den Kühlschrank. Kostenpunkt: Wenige Euro, Zeitaufwand: Etwa 15 Minuten für ein Produkt.

27

28

Weiters ist mir Bines Organisation positiv in Erinnerung geblieben. Ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn jemand Kurse quasi in seinem Wohnzimmer abhält, aber bei Bine hat alles von der ersten bis zur letzten Minute gepasst. Einerseits habe ich mich wie bei einem netten Mädelsnachmittag gefühlt, andererseits erkennt man bei Bine den ganzen Nachmittag über eine gute Struktur. Man merkt einfach, ihr liegt das Thema am Herzen, sie hat sich Gedanken gemacht und vorbereitet und vor allem ist sie mit Leidenschaft bei der Sache. Das sieht man auch an ihrem siebenseitigen Skript welches jeder Teilnehmer zugesendet bekommt, mit allen Rezepten des Nachmittags und einem Basistheorieteil zum Nachschlagen.

Hard facts

DIY Naturkosmetik X-MASpecial
Samstag, 22. November 2014, ab 12 Uhr (ca. vier bis fünf Stunden)
Kursgebühr: 70 Euro (+ 15 Euro Materialkosten, inkl. fertige Produkte, Skriptum, Getränke, Snacks)

Mein Fazit

Ich nehme unglaublich viel mit von diesem Nachmittag und bin nun bestärkt in meinem Vorhaben, mir meine Kosmetik in Zukunft öfter selbst zu kreieren. Beschäftigt man sich jedoch schon länger mit dem Thema und ist man selbst schon fest am Kosmetik rühren und möchte seinen Horizont erweitern, so ist man zwar bei Bine sicher an der richtigen Adresse, aber vermutlich nicht bei diesem Workshop. Für alle Neulinge in dem Bereich kann ich den Workshop aber nur empfehlen. In ihrem klassischen Workshop „DIY Naturkosmetik für Face & Body“ geht es bei Shampoo, Zahnpasta und Co mitunter auch etwas anspruchsvoller zur Sache, bei gleichzeitig maximal vier bis sechs Teilnehmern.

Alle zukünftigen Workshoptermine findet ihr hier bei makeupbine.

Keine Kommentare zu Workshop bei makeupbine: Naturkosmetik selber machen X-MASpecial

Was möchtest du finden?