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Schlagwort: Seele

Nadine sucht das Glück: Weißt du, was Glück ist?

„Wenn der Regen fällt und du trotzdem was entdeckst, das dich am Leben hält.“ So die Worte einer bekannten, deutschen Hip-Hop-Crew (Die Firma – Glücksprinzip). Ein Lied, bestehend aus 837 Wörtern…

„Wenn der Regen fällt und du trotzdem was entdeckst, das dich am Leben hält.“ So die Worte einer bekannten, deutschen Hip-Hop-Crew (Die Firma – Glücksprinzip). Ein Lied, bestehend aus 837 Wörtern haben sie dem Glück gewidmet. Drei Minuten und 47 Sekunden beschäftigen sie sich mit der Frage, die alle Menschen gleichermaßen betrifft. Was ist Glück? Jeder Mensch, ja sogar jedes Lebewesen, hat seine ganz persönliche Antwort auf diese Frage. Ich habe mich auf die Suche nach diesen Antworten gemacht und auf der Reise viele aufregende Menschen kennen gelernt. Ich durfte mitfühlen, mitlachen, mitleiden. Man hat Erinnerungen mit mir geteilt und mich eingeladen, in der eigenen Gedankenwelt zu verweilen. Ich habe so viele Nuancen von Glück und von Glücklich-Sein miterleben dürfen, dass mir der Gedanke daran ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Eigentlich wollte ich diese Kolumne mit einem Interview beginnen. Ich wollte eine liebe Freundin nach ihren glücklichsten Erinnerungen befragen und ihr ermöglichen, diese zu teilen. Diese wunderbare Dame ist aber leider vor drei Wochen verstorben. Nichtsdestotrotz soll diese Kolumne mit ihrer Geschichte beginnen.

Die Geschichte

Vor zwei Jahren habe ich sie kennen gelernt. Ein zauberhaftes Wesen, ganz klein und zerbrechlich, aber mit so viel Energie und Lachen in den Augen, dass ich sofort von ihr eingenommen war. In den letzten beiden Jahren habe ich sie einmal in der Woche besucht und mit ihr über Gott und die Welt gesprochen. Ich sehe sie vor mir, wie sie von ihrem geliebten Mann erzählt. Ein wahrer Gentleman, ein Charmeur wie er im Buche steht. „Fünf Sprachen hat er gesprochen und jeden Samstag hat er mir einen frischen Blumenstrauß mitgebracht.“ Ihre Augen leuchten bei der Erinnerung an die vielen schönen Stunden mit dem geliebten Menschen. Das gemeinsame Abendessen habe er genau so geschätzt wie sie, erzählt die alte Dame. „Auch im Urlaub. Jedes Jahr sind wir mit dem Auto nach Italien gefahren und im selben Hotel abgestiegen. Die haben schon gewusst, was unsere Leibspeise ist. Es gab immer Piccata Milanese. Mit Pizza kann ich nichts anfangen. Ich bin nämlich ein Fleischtiger.“ Von geplanten, aber nicht durchgeführten Hundekäufen erzählt sie. Vom Krieg und der Zeit danach, von der schönen Wohnung mit Salon und großen Feiern mit gemeinsamen Freunden. „Mein Mann und ich haben große Gesellschaften veranstaltet. Ich habe gerne gekocht und für die Gäste gesorgt. Getanzt haben wir auch viel. Und wir waren oft in der Oper.“ Ein bisschen Sehnsucht schwingt in ihren Worten mit. Der geliebte Mann ist vor 26 Jahren gestorben. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.“ Manchmal schweift ihr Blick in die Ferne, gerade so, als ob sie zurückreisen würde in die Zeit, in der sie noch beisammen waren.

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Bild: Jonel Hanopol / flickr.com

Aus den vielen Gesprächen mit ihr bleibt die Quintessenz über: Für sie ist die Liebe das größte Glück. Lieben, sich geliebt fühlen, von lieben Menschen umgeben sein. Das allein hat für die alte Dame Bedeutung. Die letzten zweieinhalb Jahre hat sie in einem Pflegeheim verbracht. Dort haben wir uns auch kennen gelernt. Und auch dort hat sie ihr Glück gefunden. Ein anderes, kleineres, aber genau so wertvolles Glück. Ein Späßchen mit den Pflegern, ein Spaziergang im Garten, die vielen Orchideen in ihrem Zimmer und unzählige Stunden Tagträumereien. Es gab Tage, an denen sie keinen Besuch wünschte. Tage, an denen es ihr gesundheitlich nicht besonders gut ging. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich sie nicht mit einem Lächeln in den Augen angetroffen habe.

Im November haben wir ihren 100. Geburtstag gefeiert. Stilecht mit Prosecco und Schokotorte. Sie war ein strahlendes Geburtstagskind. Umgeben von Blumensträussen und Glückwunschkarten saßen wir beisammen und plauderten über alles und nichts. Ich fragte sie, wie sie denn ihren 101. Geburtstag feiern wolle. „Ach, es wär halt ein Glück, wenn der liebe Gott mich vorher heim holen würd‘. Ich bin ja schon so müde.“ Im ersten Moment war ich erschüttert, war der Tod für mich doch noch so weit entfernt. Doch schon einen Augenblick später verstand ich. Dieses zauberhafte Frauchen vor mir hatte zwei Weltkriege überlebt, eine erfüllte Ehe geführt, genug von der Welt gesehen und alles genossen, was das Leben für sie bereit gehalten hatte. Was für ein Glück, dachte ich mir, dass sie ein so ausgefülltes Leben haben durfte und trotz vieler Regentage nie das Leuchten in den Augen verloren hat. Vor drei Wochen wurde nun ihr Herzenswunsch erfüllt. Sie wurde „heim geholt“. Heim zu ihrem Herzbuben, mit dem sie nun (hoffentlich) wieder in Liebe vereint ist.

Die Conclusio

So einfach und so vielfältig kann Glück sein. Ein liebes Wort, ein Stück Schokolade, ein geteiltes Geheimnis. All das und noch so viel mehr kann uns selbst Jahre später noch zum Lächeln bringen. Wenn man Jahre und Jahrzehnte später noch lächelt, wenn man an früher denkt, dann hat man etwas richtig gemacht. Mir zaubert die Erinnerung an meine liebe Thea ein Lächeln auf die Lippen. So bin ich glücklich und dankbar für unsere Bekanntschaft und behalte das Gefühl der Ruhe, das sie mir vermittelt hat, in Erinnerung. Damit es mir in schwierigen, unruhigen Momenten, die vielleicht noch auf mich zukommen mögen, zur Verfügung steht. Ist es nicht schön zu wissen, wie nachhaltig Glück sein kann?

Was sind eure Glücksmomente? Kennt ihr die Situationen, in denen man an etwas Vergangenes denkt und unweigerlich lächeln muss? Es würde mich glücklich machen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet!

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Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

Heute geht es wie angekündigt um das Thema Auszeit. Zeit für Auszeit, um genau zu sein. Wir alle sind auf sie angewiesen. Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper und…

Heute geht es wie angekündigt um das Thema Auszeit. Zeit für Auszeit, um genau zu sein. Wir alle sind auf sie angewiesen. Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper und beides kann nur mit ausreichenden Entspannungsphasen zwischendurch erreicht und in weiterer Folge auch aufrecht erhalten werden.

Und doch hetzen wir die meiste Zeit durch das viel zu kurze Leben, anstatt immer wieder bewusst einen Schritt zurück zu machen und die Ruhe regieren zu lassen. Wir stressen uns von einem Termin zum nächsten, stopfen jede noch so kleine Lücke in unseren Terminkalendern mit Verpflichtungen und Verabredungen zu, um nur ja nichts zu verpassen. Dreimal die Woche zum Sport, weil man fit sein muss. Volkshochschulkurs, man will sich schließlich weiterbilden. Tanzen gehen, weil man sich selbst und den anderen zeigen will, dass man es noch kann. Essen und Trinken mit Freunden, weil die sozialen Kontakte unbedingt gepflegt werden müssen, denn sonst wird bestimmt schlecht von einem gedacht. Gehören auch noch Partner und Kinder zum Leben, sieht der Tagesablauf gleich noch etwas gedrängter aus.

Da ist es wirklich kein Wunder, dass einem früher oder später die Luft zum Atmen fehlt. Man arbeitet Terminpläne und To-Do-Listen lange Zeit pflichtbewusst und voller Energie ab, ist irgendwann aber plötzlich erst morgens, bald auch tagsüber müde, bekämpft solche Gefühle der „Schwäche“ jedoch mit Hilfe von Kaffee oder Energydrinks. Nur nicht zeigen, dass man jetzt eigentlich etwas anderes braucht. Man kommt am Abend nach Hause und was ist dann? Sobald man die Wohnungstür hinter sich geschlossen hat, bricht die Erschöpfung über einen herein. Tun wir etwas dagegen? Nein. Am nächsten Morgen beginnt das Spiel von Neuem. Und so etwas nennen wir tatsächlich Leben? Hier läuft doch etwas gehörig falsch.

Wenn sich diese Ohnmacht erst einmal eingestellt hat, ist es meist schon zu spät, um vorsorglich zu handeln. Man hat bereits viel zu lange die Bedürfnisse von Körper und Geist ignoriert. Dementsprechend lange braucht es auch, um beides wieder in Einklang zu bringen. Und doch ist es keineswegs unmöglich. Man muss sich nur der Tatsache bewusst werden, dass es auf die gewohnte Art und Weise nicht mehr weiter gehen kann, und die offenbar ungesunde Lebensweise ändern.

Der erste Schritt dazu lautet: Termine streichen.

Ja, es tut mir leid, aber es ist so. Es führt kein Weg daran vorbei. Mit einem vollen Terminkalender kann man sich nicht entspannen. Sobald Termine mehr Belastung als Freude darstellen, muss man sich – zumindest von einigen – vorläufig trennen. Man muss nicht jeden Tag und jeden Abend auf Achse sein, wenn es einem mehr Energie raubt, als es gibt. Es ist weder Schande, noch ist es ein Ausdruck von Schwäche, wenn man sich einmal ganz bewusst zurückzieht, um durchzuatmen. Und einfach mal nichts zu tun.

„Was, Nichtstun? Iiiiiieh, das geht doch nicht!“ werden jetzt viele denken. Zu Unrecht. Nichtstun fällt heutzutage den meisten Menschen schwer, denn:

„Das ist vergeudete Zeit!“
„Aber ich habe doch so viel zu tun!“
„Ich kann nicht, ich muss… !“
„Das ist langweilig!“
„Das bringt doch nichts!“
„Nichtstun ist asozial!“

Dabei wird übersehen, dass Nichtstun nicht mit dem meist negativ behafteten Wort Untätigkeit verwechselt werden darf. Unsere italienischen Nachbarn wissen schon deutlich mehr damit anzufangen. „Dolce far niente“ – das süße Nichtstun. Müßiggang. Sich einfach mal treiben lassen. Das klingt doch gleich viel besser, oder?

Aber nicht nur Nichtstun fällt den Menschen schwer, auch das bewusste Alleinsein. Alleine zu sein hat aber nicht automatisch mit Einsamkeit zu tun. Sondern mit Selbstrespekt und Regeneration. Viele Kinder lernen in der heutigen Zeit nicht mehr, dass man sich auch alleine beschäftigen kann und sollte. Ohne Freunde, ohne Ablenkung elektronischer Geräte. Immer muss der Schalter auf „On“ stehen, denn „Off“ wäre Schwäche. Und Schwäche darf nicht sein. Schwäche ist böse. So ist bei vielen Kindern und Erwachsenen Überforderung vorprogrammiert. Dabei benötigt ein Kinderhirn genauso wie das Hirn eines Erwachsenen Pausen, um sich weiterentwickeln zu können. Wenn man die ganze Zeit nur auf „Aufnahme“ gestellt ist, geht irgendwann gar nichts mehr. Ein Muskel benötigt auch eine Regenerationsphase, um wachsen zu können. Dem Muskel gestatten wir diese Phase des Nichtstuns. Unserem Geist nicht. Dabei hat er es mindestens genauso nötig.

Probiert es aus! Tretet einfach einmal einen Schritt zurück, streicht einen Termin aus eurem Kalender – oder falls ihr nicht anders könnt, tragt euch einen Termin dafür ein – und macht nichts. Ihr werdet erstaunt sein, was euer Kopf so alles zustande bringt, wenn ihr ihn komplett frei macht. Wenn ihr einmal nicht an To-Do-Listen, Geschäftstermine, Kinder, die schmutzige Wäsche oder den Geburtstag der Schwiegermutter denkt. Schließt die Augen und nehmt euch selbst und eure Atmung wahr.

Es funktioniert nicht? Es schwirren alle möglichen Gedanken durch den Kopf? Der Geist will nicht zur Ruhe kommen und ihr ertappt euch, wie ihr an eure Pflichten denkt? Dann ist es umso wichtiger, diese Übung immer und immer wieder zu machen. Nur Geduld – auch Nichtstun will gelernt sein.

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

So weit, so gut Nach dem vorangegangenen Erstlingsbeitrag meiner Kolumne und nachdem sich die meisten von euch hoffentlich schon einige Gedanken über ihr Leben gemacht haben, möchte ich dieses Mal…

So weit, so gut

Nach dem vorangegangenen Erstlingsbeitrag meiner Kolumne und nachdem sich die meisten von euch hoffentlich schon einige Gedanken über ihr Leben gemacht haben, möchte ich dieses Mal Aufklärung schaffen und zugleich Verwirrung stiften. Die Motivation für diese Kolumne kommt daher, dass es meiner Ansicht nach viel zu viele Negativschlagzeilen gibt und im Gegensatz dazu viel zu wenige Menschen, die über Gutes schreiben.

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein las ich sehr gerne Zeitung, natürlich immer unter dem Aspekt der Selektion und Filtration. Von vornherein wurden Berichte über Unfälle, Attentate und dergleichen Schlimmes ausgeblendet. Ebenso ignorierte ich Wirtschaftliches, Politisches oder Sportliches, das nur Negatives behandelte. Die ernüchternde Bilanz: Was übrig bleibt, ist wahrlich nicht viel. Aufgrund dessen möchte ich mich hier, in meiner Kolumne, vor allem den schönen Dingen widmen. Natürlich wird das nicht immer möglich sein, ganz ohne Kritik oder dem Aufzeigen eines Konfliktes geht es auch nicht immer. Aber für diejenigen, die gedenken, meinen Beiträgen regelmäßig zu folgen: Ihr könnt aufatmen! Ich konzentriere mich auf Erwähnenswertes in positiver Form!

Was gibt es Gutes in meinem Leben?

Mein erster Gedanke galt klassischen atemberaubenden Momenten: Das Konzert meiner Lieblingsband, das Bestehen einer großen Prüfung oder der Beginn einer neuen Beziehung. Definitiv ist es nicht der Lottogewinn – ich meine, natürlich wäre er es, aber in der Regel fallen kleine Alltagserlebnisse aufgrund ihrer Häufigkeit eher ins Gewicht. Hierzu fällt mir der Anruf eines Freundes, der sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt, ein (nicht die üblichen „Du, kannst du nicht…“-Phrasen). Wenn mein Lieblingslied im Radio erklingt oder auch, wenn mir eine fremde Person die Straßenbahn aufhält (weil ich es natürlich wieder zu eilig habe).

Wenn man sich solche Überlegungen im Hinterkopf behält, dann müsste es doch einfach sein, jeden Tag schön zu gestalten – trotz der Berücksichtigung gewisser Verpflichtungen. Leider sind wir in solchen Punkten gerne vergesslich. Denn wenn ich Leute in der Öffentlichkeit beobachte, so entdecke ich viele leere Silhouetten; Personen, die in Gedanken bereits beim nächsten Termin sind, oder im Kopf die Liste der Erledigungen durchgehen. Wie viele Menschen sind im Hier und Jetzt? Wie viele lächeln? Ich glaube, wir sind uns alle einig darüber, dass wir für unser Glück auch etwas tun müssen. Griesgrämig durch das Leben schlendern und nörgeln kann doch jeder.

Gutes für die Nachhaltigkeit

Ist das Versprühen von guter Laune und Weltoffenheit nicht auch eine Form der Nachhaltigkeit, um somit durchschlagend vorgefasste Meinungen, Scheuklappendenken und Negatives zu verbannen? Somit lässt sich auch schnell und simpel erklären, warum ich The bird’s new nest für eine geniale Idee halte. Wir Autoren versuchen Interessierten unsere Erfahrungen mit Nachhaltigkeit näher zu bringen. Man berichtet beispielsweise von Dingen, die ressourcenschonend und ohne Menschen- und Tierleid produziert wurden, und denen man ganz leicht den Vortritt lassen kann. Essentiell ist das Fernbleiben von besserwisserischem Fingerzeig, denn niemand von uns ist perfekt. Wir geben alle unser Bestes und schreiben über Inhalte, die uns am Herzen liegen und die wir gerne mit euch teilen.

Nun liegt es an uns! Wollen wir uns doch alle ein Beispiel an der Biene nehmen, die ich vor einigen Tagen zwischen unseren gelagerten Äpfeln auf der Terrasse fand. Sie strotzte der für sie tödlichen Kälte und hielt entgegen ihrem biologischen Lebensplan durch. Und mit etwas Glück startet sie im Frühling neu.

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