Eco. Life. Style.

Schlagwort: Ökologie

Der Traum vom Ökodorf, das durch Europa rollt

„Wenn ich meine Träume nicht lebe, bin ich mir dann selbst treu?“ Dalida sitzt mir gegenüber in einem kleinen Wiener Café. Die Decke hat sie sich gegen die Kühle, die…

„Wenn ich meine Träume nicht lebe, bin ich mir dann selbst treu?“ Dalida sitzt mir gegenüber in einem kleinen Wiener Café. Die Decke hat sie sich gegen die Kühle, die von außen hereindringt, auf den Schoß gelegt, vor ihr dampft der wärmende Tee. Seit einigen Wochen sind wir zwei schon in Kontakt, endlich hat es auch mit dem persönlichen Treffen geklappt: Ich wollte sie kennen lernen, diese Frau, die sich dafür entschieden hat, ihre Träume zu leben.

Oder besser gesagt ihren Traum. Den vom Reisen. Aber nicht irgendwie, nicht irgendwann, nicht mit irgendwem: „Ich plane in der Gemeinschaft einer Gruppe durch Europa zu reisen, wie die Zigeuner und Nomaden von Ort zu Ort zu ziehen und dabei Städte, Dörfer, Menschen und die Natur aus einer anderen Perspektive als der gewöhnliche Tourist kennen zu lernen.“ Schritt für Schritt hat sich dieser Traum in ihr Leben geschlichen. Immer wieder hat die 46-jährige Mutter dreier Kinder ihrer allein stehenden Freundin geraten, auf Reisen zu gehen, diese Freiheit auszunutzen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Dalida beschlossen hat, selbst ihrem eigenen Rat zu folgen – denn es gibt schließlich nie den „idealen Zeitpunkt“, um die Träume zu leben: Sie stellt ihre Ideen online, auf einen Blog, verrät anfangs nur den engsten FreundInnen davon. Auch ihr Lebensgefährte weiß über lange Zeit nichts von ihren Plänen – er ist kein großer Träumer und darum war es ihrer Meinung nach besser, ihn erst einzuweihen, als die Pläne konkretere Formen annahmen. Mittlerweile ist er genauso eingeweiht wie der 9-jährige Felix, der die gebürtige Kroatin auf der Reise begleiten wird. Ein Jahr hat sie sich genommen, ein Jahr, das nach Schulende im Juli 2013 beginnen soll – und sich vielleicht auch mit einer anderen Reise kreuzt. Vielleicht, denn die genaue Route steht noch nicht fest: „Es soll sich der Traum jedes einzelnen Mitreisenden erfüllen.“ Ein Grund, warum es wichtig ist, sich möglichst von Anfang an am Planen und Umsetzen zu beteiligen und seine Wünsche einzubringen.

Mehr dazu erfahre ich in unserem Gespräch:

Welche Träume können wir leben? Foto: Dalida Horvath

Doris: Dalida, wie können wir uns deine Reiseidee vorstellen? 

Dalida: Ich plane in der Gemeinschaft einer Gruppe durch Europa zu reisen, wie die Zigeuner und Nomaden von Ort zu Ort zu ziehen und dabei Städte, Dörfer, Menschen und die Natur aus einer anderen Perspektive als der gewöhnliche Tourist kennen zu lernen. Im Mittelpunkt stehen ökologische Werte, Liebe zu Menschen, Tieren und Pflanzen, Leichtigkeit und Einfachheit, Freude und Lebenslust! Wir wollen so etwas wie „Fußabdrücke der Nachhaltigkeit und der Liebe“ hinterlassen.

Fix an Bord sind wir vier, inklusive meinem Sohn. Bei unserem letzten Treffen waren wir sechs Frauen und zwei Buben, wobei noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind. Dann gibt es auch noch einige andere, die sich für das Projekt interessieren, aber bis jetzt noch nicht zu unseren Treffen kommen konnten. Wir wissen noch nicht genau, wie wir reisen werden. Das ist nicht so einfach…

Du sprichst von einem fahrenden Ökodorf, ein Bild, das ich sehr mag: Was zeichnet dieses Bild für dich aus?

Der Begriff „fahrendes Ökodorf“ ist spontan bei einem Gespräch mit einer interessierten Freundin entstanden. Als jede Menge Ideen in mir zu sprießen begannen, wollte ich alles mögliche in diese Reise hineinpacken: Unterwegs sein, ökologisch reisen, in Gemeinschaft reisen, selber Strom erzeugen und Gemüse anbauen… Viele Bilder entstanden, aber ich weiß noch nicht genau, wie es sich und was sich umsetzen lässt. Außerdem kommt es drauf an, was wir als Gruppe wollen.

Viele Bilder entstehen - und vergehen. Foto: Dalida Horvath

Hast du schon einmal eine längere Reise gemacht oder wie kam es zu der Idee?

Ich habe in meinem Leben schon einige Reisen unternommen, aber keine länger als ein Monat. Doch meistens fand ich die Reisen zu kurz. Letztes Jahr war ich einige Male unterwegs und musste mich jedes Mal überwinden, nach Hause zu fahren. Es war auch schwierig, mich wieder in den Alltag einzufinden. Der Drang zu reisen, unterwegs zu sein, ließ sich nicht mehr unterdrücken. Also habe ich auf mein Herz gehört und beschlossen, Reisegefährten zu suchen.

Was sind deine Erwartungen an das Nomadenleben?

Also Erwartungen habe ich keine, weil ich prinzipiell Erwartungen als hinderlich betrachte. Erwartungen verhindern, dass man offen für Neues ist. Man weiß doch nie, was am besten ist.

Wie lebst du jetzt: Auch in einem Ökodorf – oder hast du schon mal in einem gelebt?

Nein, in einem Ökodorf habe ich noch nie gelebt, obwohl ich schon seit 20 Jahren von einem Leben in Gemeinschaft träume. Ein klein wenig habe ich mir eine kleine Ökowelt geschaffen, da, wo ich lebe: Direkt an der Donau, in einer Kleingartensiedlung, mit einem eigenen Minigarten, in dem ich mein Gemüse anbaue und dem Gefühl der Natur richtig nahe zu sein.

Ein Ziel ist es, der Natur nahe zu sein - wie hier in Kroatien. Foto: Dalida Horvath

Gibt es ein Ziel hinter diesem Projekt? Wenn ja, wie lautet es?

Mein Ziel ist es, auf möglichst ökologische Art und Weise zu reisen, wobei wir als Gruppe bestimmen werden, was für uns ganz persönlich ökologisch machbar ist. In erster Linie wollen wir uns wohlfühlen und darauf schauen, dass unsere Bedürfnisse befriedigt werden. Unser Ziel ist es auch, das Leben in einfacher Form zu genießen, uns nicht von materiellen Gütern einengen zu lassen.

Du möchtest ohne Geld unterwegs sein – wie kann ich mir das vorstellen? Und wie stellst du dir das vor?

Meine ursprüngliche Idee ist, ohne Geld zu reisen und darauf zu vertrauen, dass auch uns gegeben wird, wenn wir bereit sind zu geben. Ich dachte daran, den Menschen unser Können zur Verfügung zu stellen, unsere Talente und selbstgeschaffenen Produkte anzubieten und im Gegenzug von Menschen das zu erhalten, was wir brauchen. Inwieweit oder in welcher Form das machbar ist, wollen wir erst besprechen. Ich kann dir nicht sagen, ob es tatsächlich ganz ohne Geld geht, da ich keinerlei Erfahrungen habe. Der Gedanke des Gebens und Teilens, ohne direkt etwas zu erwarten, gefällt mir allerdings sehr gut.

Was sind die nächsten Schritte – und vor allem die nächsten Herausforderungen?

Bei unserem nächsten Treffen wollen wir uns für eine passende Art des Transportmittels entscheiden. Da wir mit Kindern reisen wollen und diese zu Fuß oder mit dem Rad überfordert wären, wollen wir eine für alle geeignete Art des Reisens finden. Auch Pferde und Esel haben wir überlegt, doch da fehlt es uns an genügender Erfahrung mit diesen Tieren. Es gibt noch sehr viel zu tun, bevor wir losstarten können! Wobei beim nächsten Treffen ein Bekannter einer Bekannten dabei sein wird – und der hat einen ökologischen Bus als Transporter vorgeschlagen. Das wäre natürlich großartig, dann könnte ich auch meinem Sohn einen sicheren Rahmen bieten!

Gibt es ein Motto für die Reise?

Mir gefällt das Motto: Love in Action! Oder auch das Motto: Einfach Leben – einfach sein.

Danke, Dalida, für das Treffen und das Teilen deiner Träume! 

 

Hat sich Dalidas Traum erfüllt? Konnte sie ihre Reise in Gemeinschaft durch Europa umsetzen? Das erfährst du auf Dalidas Blog.

Keine Kommentare zu Der Traum vom Ökodorf, das durch Europa rollt

Von Öko-Nomaden und Gut-Reisenden …

Eine Wohnung habe ich derzeit nicht. Ich lebe aus dem Rucksack. Ich schlafe bei FreundInnen auf der Couch (Danke!). Ich ernähre mich vegetarisch, wenn geht auch vegan. Die Worte Nachhaltigkeit,…

Eine Wohnung habe ich derzeit nicht. Ich lebe aus dem Rucksack. Ich schlafe bei FreundInnen auf der Couch (Danke!). Ich ernähre mich vegetarisch, wenn geht auch vegan. Die Worte Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Recycling kommen mir täglich mehrfach über die Lippen. Ich heiße Doris und bin Öko-Nomadin!

„Eco-nomads are people who consciously choose to not work full time and dedicate their life to ecological projects. By not having a full time job, you have the time and energy to do so.“ Okay, durchgefallen! Die Kriterien von Pieter Abts erfülle ich nicht, schon gar nicht, weil ich ein Auto (und ab Ende November vermutlich auch wieder eine Wohnung) habe. Dennoch ist das eine gute Gelegenheit, ein Versprechen einzuhalten: Ob Öko-NomadIn oder nicht, wie kann ich so gut, so nachhaltig, so rücksichtsvoll und bewusst wie möglich reisen?

Beiträge zum „sanften Tourismus“ finden sich viele im Netz, ich habe dazu auch bereits meinen Senf abgegeben. Klarheit bedeutet das aber noch lange nicht. Kein Wunder, gibt es doch noch nicht einmal eine allgemein gültige und akzeptierte Definition dafür. Ökotourismus ist nicht nachhaltiger Tourismus ist nicht sanfter Tourismus…

„Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, in Bezug auf heutige wie zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.“ Forum Umwelt und Entwicklung, 1999

Ob gut oder schlecht, jeder muss darf für sich herausfinden, wie er oder sie nachhaltig(er!) reisen kann und will. Alles was ich hier schreibe sind Vorschläge, meine, ganz persönlich und subjektiv, solche, die für mich funktionieren. Inspiriert werden erlaubt! Inspirieren ebenso!

Collaborative Consumption

Klingt toll, stimmt’s? Heißt nichts anderes als das Teilen von persönlichen Gegenständen mit anderen Menschen. Sprich: Statt kaufen lieber tauschen, ausborgen, gemeinsam nutzen. Wer schon einmal auf einer (längeren) Reise war, macht das fast automatisch: Da ist jedes Buch, jedes Kleidungsstück im Gepäck zu viel. Dazu gehört aber auch Couchsurfing am besten via Sustainable Couch, Airbnb und Co genauso wie Mitfahrgelegenheiten. Dass man dabei nicht nur Energie spart, sondern zusätzlich Kosten ist schon ein Vorteil. Das Genialste daran sind aber die Begegnungen, die dabei entstehen!

Be a act as a local

Das heißt Respekt vor der Kultur zu haben, in der ich mich befinde, und Spielregeln einzuhalten. Egal, ob ich verstehe, warum bestimmte Bräuche so sind oder nicht – typisches Beispiel ist der Respekt vor der Religion. Ich muss ja in einem christlichen Land nicht mit unbedeckten Schultern in die Kirche gehen. Dazu gehört zu fragen, wie viel Trinkgeld man normalerweise gibt genauso wie angemessene Preise zu zahlen. Das heißt aber nicht, das Eigene komplett auszublenden. Nur weil man in Kolumbien zum Beispiel den Abfall auf die Straße geworfen hat, habe ich das trotzdem nicht so gemacht. Und ich probiere keine Fleischgerichte, auch wenn ich dann DAS Nationalgericht schlechthin verpasse. Geht einfach nicht.

Was es darüber hinaus bedeutet ist, so gut wie möglich die lokale Wirtschaft zu unterstützen: In Hotelketten schlafen – nein. Auf dem regionalen Markt kaufen und Kooperativen besuchen – ja. Das gilt fürs (landestypische) Essen wie für alles andere.

Vor allem aber heißt es, dem Gegenüber auf gleicher Augenhöhe zu begegnen: Und ja, dazu gehört auch, manchmal auf den „besten Schnappschuss aller Zeiten“ zu verzichten – schließlich geht’s hier um Menschen und nicht um Tiere im Zoo!

Hablas español? Wie sehr mir in acht Monaten Südamerika geholfen hat, dass ich diese Frage mit „Si!“ beantworten konnte! Es ist schon unglaublich, wie öffnend und einladend es auf Einheimische wirkt, wenn man nur ein paar Worte der Sprache spricht. Zumindest einige Brocken aufzuschnappen geht auch meist ganz einfach (und auf längeren Touren fast schon automatisch).

Zeit ist Gold – und leider etwas, was man nicht immer hat. Ich bin mir dessen bewusst. Ja, ich mache viele Kurztrips, that’s my job. Aber ich versuche – wenn es geht – , länger an einem Ort zu bleiben, wie zum Beispiel auf Hawaii, wo ich in einer Community gelebt habe oder in Bogotá. Ich finde, man lernt dadurch Land und Leute noch besser sowie vor allem von einer ganz anderen, der nicht-touristischen Seite kennen (und immer lieben!).

Mit Zeit reist es sich auch anders: Da lässt es sich leichter auf Bus, Rad oder Füße umsteigen statt mit Auto oder Flugzeug zu reisen. Aber auch ohne Zeit gilt zumindest so viel wie möglich marschieren und öffentliche Verkehrsmittel nutzen –  das fördert wiederum lokale Arbeitsplätze. Dass es die Umwelt schont, das ist uns ohnehin allen klar. Übrigens gibt es manchmal auch witzige Alternativen, wie eine Fahrt mit dem Velotaxi oder Solarboot…


Nachhaltiges unterstützen

Dazu gehört für mich zum Beispiel darauf zu achten, mit welchem Touranbieter ich einen Ausflug mache. Ich bin kein Fan von Führungen, aber wenn schon, dann doch am besten mit einem Anbieter, der auch Wert auf Nachhaltigkeit legt. Der Einheimischen gehört. Wo wieder in die Gemeinschaft investiert wird. Die zertifiziert sind.

Wie ich das besonders gern mache: Indem ich Ökodörfer besuche, Naturschutzzentren anschaue und auf grüne Projekte neugierig bin. Und darüber berichte natürlich!


Grenzen und Ressourcen achten 

„Warning! Don’t go further!“ Solche Schilder stehen meist nicht einfach nur so da, der Raum ist nicht umsonst geschützt. Grenzen einzuhalten ist mir wichtig: Wenn man mir sagt, dass ich Tiere nur aus 100 Meter Entfernung fotografieren darf, dann gehe ich nicht auf Tuchfühlung mit ihnen. Auch wenn andere dann vielleicht die besseren Fotos haben. Und ich nehme keinen Lavabrocken mit, wenn extra gebeten wird, alles liegen zu lassen. Grenzen haben ihren Sinn – und ich denke, das sollten wir respektieren!

Die Betten zwei Mal pro Tag machen lassen. Handtücher nach einer Benutzung wechseln. Sich eine halbe Stunde duschen und die ganze Zeit das Wasser laufen lassen. Und die Klimaanlage 24/7 eingeschaltet lassen. Solche „Annehmlichkeiten“ scheinen sich auf Reisen eingebürgert zu haben – aber wozu? Ressourcen sind da, um sie sinnvoll zu nutzen, nicht um sie zu verschwenden. Und Handtücher sind auch nach drei Tagen noch wunderbar…

Alles logisch, oder? Ach ja, das sind nicht nur meine Vorschläge für werdende Öko-NomadInnen und fürs Reisen, sondern auch für zu Hause – aber das habt ihr euch wohl ohnehin gedacht.

5 Kommentare zu Von Öko-Nomaden und Gut-Reisenden …

Laufen für die Umwelt: 5.000 Meilen durch Südamerika

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar…

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar wurden zu ihrem unglaublichen Reise-Projekt inspiriert, als sie gerade Seevögel in der Karibik untersuchten. Das war 2009, und drei Jahre später verwirklichen sie ihren Traum. “Wir wollten etwas tun,”, sagen sie in den FAQs auf ihrer Website, “um auf die Weltwunder in Südamerika aufmerksam zu machen und dabei eine einzigartige Expedition unternehmen.” Genau das machen sie gerade. Seit 28. Juli 2012 sind sie auf dem Weg, ohne Unterstützung 5.000 Meilen, also rund 8,047 Kilometer, durch Südamerika zu laufen. Ja, zu laufen!

Im Interview erzählen mir die beiden Abenteurer mehr über ihre Einjahresreise und die körperliche Herausforderung, ihre ganze Ausrüstung – Haus, Büro, Küche, Labor – in einem eigens gebauten Trailer aus Recycling-Material hinter sich her zu ziehen.

Doris: Welche Absicht verfolgt ihr mit eurem Projekt?

Die Motivation sind die Natur und die Tiere darin: Wir möchten für unsere Organisationen “Conservacion Patagonia” und “Birdlife International” Geld sammeln, damit sie bedrohte Lebensräume auf dem Kontinent besser schützen können. Wir möchten außerdem dazu anstiften, selbst für die Umwelt aktiv zu werden und Menschen aus aller Welt mit Südamerika verbinden und sicherstellen, dass unsere täglichen Entscheidungen eher der Natur und dem Ökosystem helfen als ihnen zu schaden.

Wie kamt ihr darauf, die 5.000 Meilen zu laufen?

Wir dachten zuerst daran, von West nach Ost durch den Amazonas zu gehen, doch dann haben wir herausgefunden, dass ein britischer Kollege, Ed Stafford, genau das gerade tut und es gut tut. Wir dachten dann daran, die Länge des Kontinents zu durchwandern oder auf jedem Kontinent auf einen alten Baum zu klettern, aber nach einigen Wochen im Amazonas auf einer ungeführten Expedition war uns klar, dass das Jahre und nicht nur ein Jahr dauern würde. Dann war da das Laufen. Können es unsere Körper monatelang auf diesen schlechten Straßen aushalten und daneben noch unsere ganze Ausrüstung mitschleppen? Wir finden das gerade heraus…

Ihr habt eure Reise gerade erst begonnen, was hat euch bisher am Meisten überrascht?

Die Art, wie Chilenen und Argentininier hupen und uns zuwinken – wir hatten keine Idee davon, dass es so aufregend sein würde, uns auf diesen Straßen laufen zu sehen! Uns wurden Empanadas und Milkshakes durch Autofenster gereicht und ständig fragt uns jemand, ob wir mitfahren möchten! Die Polizei – sowohl in Chile als auch in Argentinien. Wir würden in Großbritannien nicht zur Polizei gehen, um Hilfe zu holen, aber hier bleiben die Polizisten sie stehen, um zu prüfen, ob es uns gut geht, bieten uns Autofahrten an, Essen, heißes Wasser, Campingplätze… Unglaubliche und sehr schöne Überraschungen!

Wie sind die Reaktionen der Leute, die ihr trefft, und hat euch schon eine Person besonders beeindruckt?

Wir liefen vor kurzem nach Puerto Natales in Chile und jemand, der von unserer Expedition gehört hatte, fuhr rund 60 Kilometer, nur um uns zu treffen, ohne zu wissen, ob sie uns wirklich finden würde, ohne uns jemals vorher getroffen zu haben, nur um mit uns einen heißen Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Wir haben in dieser Nacht unser Zelt im Schnee aufgestellt und dann wunderschöne Stunden mit ihr in ihrem Auto verbracht, dabei gegessen, Kaffee getrunken und ihren lieben, aber etwas faulen Hund gestreichelt.

Wie würdet Ihr euren Trip in drei Worten beschreiben?

Entdecke mehr laufend…

Wenn jemand in eure Fußstapfen treten möchte, was würdet ihr ihm/ihr sagen?

1. Es ist wirklich schwierig, Websites und Verbindungen auf dem Laufenden zu halten – trotz aller modernen Mittel, also halte deine Erwartungen niedrig!
2. Mach dich auf kulturelle Differenzen gefasst – und wirf deine Uhr weg!
3. Du brauchst weniger als du denkst. Bereite deine Reise vor, dann verbringe die ersten paar Wochen damit, festzustellen, was du wirklich brauchst und werde den Rest los – jedes Gramm zählt!
4. Kontakte in jeder Stadt sind wichtig!
5. Du wirst nie fertig und bereit sein, also lauf einfach los!

Was habt ihr bereits gelernt, was ihr den zu Hause Gebliebenen mitteilen möchtet?

Komfort und Bequemlichkeit stehen zwischen dir und der echten Erfahrung, Leben, Ehrgeiz, Wissen, allem! Brich da durch oder verbringe dein Leben schlafwandelnd!

Was ist die größten Herausforderung auf der Reise?

Motiviert und in Verbindung zu bleiben. Die Reise soll erst in einem Jahr fertig sein, aber wir sind so ungeduldig und wollen einen Unterschied machen, sodass wir jetzt schon das Gefühl haben, die Zeit rinnt uns durch die Finger – wir müssen konzentriert und vor allem geduldig bleiben.

Was ist die Belohnung, die Freude, die ihr erwartet?

Zu wissen, dass wir schon durch kleine Schritte schützen und einen kleinen Teil von Südamerika vor der Zerstörung bewahren können.

Abgesehen von den drei Missionen „Raise, connect, inspire“ auf Eurer Website, was möchtet ihr jeder für sich erreichen?

David: Laufend zum anderen Ende zu kommen ist mir schon genug!
Katharine: Dass jeder von uns etwas für die Umwelt und die Natur tun kann. Alle unsere Entscheidungen beeinflussen sie, hier die richtigen für die Umwelt zu treffen ist anfangs sicher hart, aber es ist so zufriedenstellend und verblüffend auf lange Sicht gesehen.

Danke für das Gespräch und viel Glück für den Rest der 5.000 Meilen!

Mehr über das Projekt und wie man die beiden unterstützen kann findet ihr hier: 5000mileproject.org

4 Kommentare zu Laufen für die Umwelt: 5.000 Meilen durch Südamerika

Was möchtest du finden?